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Es wird immer niveauloser

Erstellt von Reading, 12.03.2005, 16:07 Uhr · 35 Antworten · 3.229 Aufrufe

  1. #21
    Benutzerbild von Babooshka

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    Ich habe mit meinem früheren kanadischen Mitbewohner des öfteren über das Thema diskutiert, denn was er in den 3 Jahren in Deutschland gesehen hat, fand er schon ein bisschen befremdlich; es scheint so, als sei man in Kanada schon ein bisschen weiter.

    Er, seines Zeichens Informatiker, wurde von seiner Firma mal einige Monate bei einem Kunden eingesetzt, einem großen Unternehmen außerhalb von München. Was ihm dort auffiel, war, dass sämtliche Informatiker, Ingenieure, Führungskräfte und andere hoch Dotierte dort Männer waren. Es gab auch Frauen, ja - aber die waren Sekretärinnen. In Kanada, sagte er, sei das nicht so, da gäbe es eine ausgewogene Mischung zwischen Männern und Frauen in leitenden bzw. hoch dotierten Positionen. Eine lockere Bekannte von mir (kein Mann, kein Kind, inzwischen über 40) ist übrigens Informatikerin bei Krupp, einer erzdeutschen Männerbastion. Sie hat es sehr schwer, sich dort zu behaupten, schafft es aber. Dann musste sie mal zu irgendeinem Seminar, ich glaube für Führungspersonal, wo es auch um die korrekte Kleidung ging. Das war ausschließlich auf Männer ausgerichtet, die zu tragende korrekte Kleidung bestand aus Hemd, Krawatte und Anzug. Nix Bluse, nix Kostüm, nix Pumps, nix Ohrclips.

    Dann fiel ihm (also meinem EKM) die mangelnde Möglichkeit zur Kinderbetreuung und die oft altmodische Einstellung des deutschen Mannes zur Mutter seiner Kinder auf (bitte, ich gebe nur das wieder, was er erzählt hat). In Deutschland kann sowohl der Vater als auch die Mutter die 3 Jahre Erziehungsurlaub in Anspruch nehmen und es geht auch, diese 3 Jahre unter den Eltern aufzuteilen. Jedoch, das macht so gut wie niemand, meistens macht es die Frau. Der Mann einer Bekannten von mir, ein hoch dotierter Mathematiker, hat Erziehungsurlaub genommen, als seine Tochter klein war. Der kam sogar ins Fernsehen damit, so spektakulär war das. Warum? Weil der Mann panische Angst vorm Karriereknick hat und diese Angst nicht unberechtigt ist. Andersrum gibt es aber auch Paare, wo die Frau mehr oder gleich viel verdient als der Mann. Da nimmt auch SIE den Erziehungsurlaub. Der "biologisch bedingte Karriereknick" (auch so ein Wort, das mein EKM äußerst befremdlich fand) ist bei ihr also fest eingeplant und gesellschaftlich anerkannt und es ist fast sicher, dass sie karrieretechnisch nach dem Erziehungsurlaub nicht mehr da weitermachen kann, wo sie aufgehört hat. Und da denke ich, muss noch einiges getan werden; ich fände es gut, wenn den Eltern ein Aufteilen des Erziehungsurlaubs schmackhaft gemacht würde. Aber wie PM schon schrieb, gerade bei der derzeitigen Wirtschaftslage werden die Arbeitgeber da nicht mitziehen. Leider!

    Jedenfalls, meinem Mitbewohner fiel auf, dass Frauen es in Deutschland schwerer haben, zurück in den Beruf zu gehen, wenn sie Kinder haben, vor allem, wenn diese noch klein sind. In Kanada sei es gar kein Problem, einen bezahlbaren Kinderbetreuungsplatz zu finden; in Deutschland dagegen - na wir wissen es alle. Und dann musste er sich von mehreren Männern so Sprüche anhören wie "also ich möchte schon, dass meine Frau aufhört zu arbeiten und zu Hause bleibt, wenn wir erst Kinder haben." DAS stieß ihm ja nun ganz sauer auf, sowas hatte er bei sich zu Hause noch nie gehört. "Ja, wollen die denn alle unzufriedene Frauen haben, denen die Decke zu Hause auf den Kopf fällt?"

    Bevor jetzt jemand sagt, dazu gehören zwei, ein Mann, der dies möchte und eine Frau, die das mitmacht - stimmt. Ich glaube aber, wenn die Möglichkeiten der Kinderbetreuung besser wären - da können wir uns ruhig vom ehemaligen Ostblock ein Scheibchen abschneiden, da war das optimal geregelt (wenn man mal von der Doktrinierung absieht, die die Kinder da bekommen haben) - , dann würden viele Frauen gar nicht mehr zu Hause bleiben wollen, zumindest nicht über den Erziehungsurlaub hinaus.

    Alles in allem kann ich Veja in einigen Punkten zustimmen. Auch was die immer noch geringeren Gehälter für Frauen angeht, die haargenau denselben Job machen wie ein Mann. Auch was besonders kluge Frauen angeht. Jedoch, genauso wie ein "richtiger Mann" weiß, wann er ein Arsch zu sein hat, um einer Frau zu gefallen, weiß eine kluge Frau, wann sie sich als hilfloses Rehlein zu geben hat, um einem Mann zu gefallen

    Und was die "Schlampen" und die "tollen Hechte" angeht, so ist das leider wirklich noch recht verbreitet. Es kommt darauf an, wo man wohnt; in einer Kleinstadt hat eine lebenslustige Dame schnell den Schlampenruf weg, in der Großstadt kann sie ihr Revier so weit ausdehnen, dass es gar nicht auffällt, vorausgesetzt, sie schleust ihre Lover diskret bei sich ein und macht dann nicht so einen Lärm, dass das ganze Haus an ihrem Liebesleben teilhat. Jedoch, viele Männer wünschen sich sozusagen eine jungfräuliche Schlampe. Zwar finden sie das toll, wenn eine Frau im Bett was draufhat. Aber dann kommt die Frage, eifersüchtiger Unterton: "Von wem hast du denn DAS gelernt...?"


  2.  
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  3. #22
    Benutzerbild von PostMortem

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    Babooshka postete
    Er, seines Zeichens Informatiker, wurde von seiner Firma mal einige Monate bei einem Kunden eingesetzt, einem großen Unternehmen außerhalb von München. Was ihm dort auffiel, war, dass sämtliche Informatiker, Ingenieure, Führungskräfte und andere hoch Dotierte dort Männer waren. Es gab auch Frauen, ja - aber die waren Sekretärinnen. In Kanada, sagte er, sei das nicht so, da gäbe es eine ausgewogene Mischung zwischen Männern und Frauen in leitenden bzw. hoch dotierten Positionen. [....] Das war ausschließlich auf Männer ausgerichtet, die zu tragende korrekte Kleidung bestand aus Hemd, Krawatte und Anzug. Nix Bluse, nix Kostüm, nix Pumps, nix Ohrclips.
    Ja wie gemein aber auch! Ich wäre da auch für mehr Gleichberechtigung. Ich persönlich habe nämlich den starken Eindruck, dass Frauen a) weitaus mehr Auswahl an Klamottenläden haben als Männer und deshalb auch weitaus mehr Möglichkeiten bestehen an vergleichsweise günstige Klamotten zu kommen als Männer (Frauen mögen das natürlich anders sehen, die haben ja sowieso nie was zum Anziehen im Schrank - 2 Euro in die Machokasse ;-). Und b) muss mann, wenn er "Schick" sein will, grundsätzlich einen Anzug mit Schlips tragen. Frau hat da weitaus mehr Möglichkeiten um sich gepflegt business like zu kleiden und Dinge zu kombinieren.

    Dann fiel ihm (also meinem EKM) die mangelnde Möglichkeit zur Kinderbetreuung und die oft altmodische Einstellung des deutschen Mannes zur Mutter seiner Kinder auf (bitte, ich gebe nur das wieder, was er erzählt hat). [...]Und dann musste er sich von mehreren Männern so Sprüche anhören wie "also ich möchte schon, dass meine Frau aufhört zu arbeiten und zu Hause bleibt, wenn wir erst Kinder haben." DAS stieß ihm ja nun ganz sauer auf, sowas hatte er bei sich zu Hause noch nie gehört. "Ja, wollen die denn alle unzufriedene Frauen haben, denen die Decke zu Hause auf den Kopf fällt?"
    Also sowas habe ich das letzte Mal im Schwabenland im Bierzelt gehört.....
    Da bestehen m. E. nicht nur zwischen Dorf und Stadt, sondern auch zwischen konservativeren und weniger konservativen Bundesländern Unterschiede.

    Grundsätzlich fällt mir hier aber schon auch ein Menthalitätsunterschied hinsichtlich der Preisung des eigenen Landes im Ausland auf. Der Deutsche ist immer bemüht sein Land möglichst schlecht zu reden und wundert rum, wie toll es doch überall sonst auf der Welt ist (meist preist er das Wetter besonders und opfert dafür leichtfertig alles was er an Deutschland schätzen sollte). Der Ausländer kommt voller Stolz auf sein Land nach Deutschland und macht Werbung. So fortschrittlich ist selbst Kanada nicht. Die bauen heute noch mit Asbest! ;-) Will heissen: Die nackten Zahlen sehen anders aus. Die Frauenerwerbsquote liegt in Deutschland bei knapp 62%, in Kanada bei 76%. Das ist ein erkennbarer Unterschied und damit können wir auch in Europa keinen Blumentopf gewinnen. Aber uns trennen auch von den Top-Frauenerwerbsländern nicht Welten, sondern nur 14 Prozentpunkte oder nochmal "nur" 22% dessen was wir bereits haben.

    Es gibt aber auch eine Menge Frauen, die es sich in ihrer Mutterrolle so wohlfühlen, dass sie gar nicht mehr arbeiten gehen wollen. Tatsächlich erlebe ich in unserer Abteilung seit einigen Jahren sogar in zwei Fällen, dass Frauen sich jetzt schon zum zweiten Mal wieder in den Job haben eingliedern lassen, um kurze Zeit später perfekt getimet mit dickem Bauch wieder zu verschwinden, nämlich dann wenn sie wieder Anspruch auf Geld und Freistellung haben. Diese "Mitnahmementhalität" mag ja allen Gesetzen genügen und ich kann das auch nachvollziehen. Aber das mein Abteilungsleiter langsam nicht mehr einsieht, sowas aus Sicht des Arbeitgebers mitzumachen und aussichtsreiche, qualifizierte Positionen jetzt noch eher mit männlichen Bewerbern besetzt werden, kann ich irgendwo auch verstehen... So wird das ganze ein bisschen zum Dilemma, dass wir in vielen Bereichen haben. So weiss ja auch jeder, dass wir ein Müllproblem haben, möchte aber keine Müllverbrennungsanlage vor die Haustür gebaut haben. Und es ist auch jeder für Frauen/Mütter in Arbeit. Nur die Nachteile davon möchte kein Arbeitgeber tragen. Und da das Geld und im Zweifel Wettbewerbsfähigkeit bedeutet, reagiert er, wie er in vielen Fällen eben reagiert - nicht unbedingt speziell gegen die Frau, aber für den Mann.

    PM

  4. #23
    Benutzerbild von ihkawimsns

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    Babooshka postete
    Bevor jetzt jemand sagt, dazu gehören zwei, ein Mann, der dies möchte und eine Frau, die das mitmacht - stimmt. Ich glaube aber, wenn die Möglichkeiten der Kinderbetreuung besser wären - da können wir uns ruhig vom ehemaligen Ostblock ein Scheibchen abschneiden, da war das optimal geregelt (wenn man mal von der Doktrinierung absieht, die die Kinder da bekommen haben) - , dann würden viele Frauen gar nicht mehr zu Hause bleiben wollen, zumindest nicht über den Erziehungsurlaub hinaus.
    Ja, die Kinderbetreuung ist in der Tat eine der wenigen Institutionen, die man aus der DDR hätte übernehmen sollen. Die ideologische Schulung kann man bei Kinderkrippe und Kindergarten auch getrost ausblenden, ich habe davon jedenfalls nichts mitbekommen. Meines Erachtens hat man damit erst in der Schule begonnen (mit zweifelhaftem Erfolg). Wenn man auf die Indoktrinierung verzichtet, hätte man eigentlich auch das Schulsystem übernehmen können, rein strukturell gesehen war es eines der besten in Europa. Das ist überhaupt so eine Sache, die totgeschwiegen wird: Finnland als großer PISA-Sieger hat sein Schulsystem Anfang der 70er Jahre an dem der DDR ausgerichtet und in weiten Teilen übernommen...

  5. #24
    Benutzerbild von 666meng666

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    TV-Aus nach 6 Tagen - Nur 40 000 wollten Kahns Verena sehen


    Für sie war ein Traum in Erfüllung gegangen. Seit ihrer Schulzeit hatte Verena Kerth (24), Lebens- und Liebesgefährtin von Oliver Kahn (35), nur einen Wunsch: eine eigene TV-Show.

    Am 7. März moderierte sie zum ersten Mal die RTL2-Gewinnsendung „Reise nach Jerusalem“. Jede Nacht, nach 0.30 Uhr, rannten sieben Menschen um
    sechs Stühle. Wer keinen Sitzplatz fand, flog. Nach nur sechs Shows ist jetzt Schluß!

    Bereits gestern nacht wurde Verenas nächtliches Stuhlgerangel nicht mehr ausgestrahlt.

    Das blitzschnelle TV-Aus – warum? Schon bei der ersten Folge sahen nur 150000 zu (4,1 % Marktanteil).

    Das war auch schon die Top-Quote. Die schlimmste: magere 40000 in Folge 4.

    Produzent Otto Steiner von „Constantin Entertainment“: „Die Quote hat nur in zweiter Linie den Ausschlag gegeben. Entscheidender ist, daß nicht so viele Zuschauer angerufen haben, um mitzuspielen, wie wir erhofft hatten.“

    Verenas „Chef“ weiter: „Wir sind sehr angetan von Verenas Leistung. Sie ist professionell und souverän. Sie wird jetzt als Co-Moderatorin bei SAT1-Shows wie ,Stars am Limit‘ eingesetzt, ab Ende des Jahres bekommt sie ihre eigene Show in der Primetime.“

    Und Verena? Sie sagt zu BILD: „Ich weine nicht! Es war ein Test. Ich bin dankbar für die Erfahrung. Enttäuschung? Null!“

    Quelle: Bild

  6. #25
    Benutzerbild von J.B.

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    ....Produzent Otto Steiner von „Constantin Entertainment“: „Die Quote hat nur in zweiter Linie den Ausschlag gegeben. Entscheidender ist, daß nicht so viele Zuschauer angerufen haben, um mitzuspielen, wie wir erhofft hatten.“....
    Tolle Aussage! Und so ungemein logisch! Selbstverständlich ist es bei so einer Sendung hunderten, ach was tausenden, nein hunderttausenden Menschen möglich dort anzurufen ohne die Sendung anzuschauen.

    OMG

    Wenn nur 40.000 zuschauen, habe ich logischerweise auch nur 40.000 potentielle Anrufer.

    Und der gute Mann ist also Produzent? Aha.....

    Gruß

    J.B.

  7. #26
    Benutzerbild von Veja

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    Hmm, leider wurden meine Aussagen aus meinem letzten Posting nicht richtig verstanden. Ich muß nur ein bisschen Kritik am System anbringen bezüglich Gleichberechtigung, und schon bin ich eine Männerhasserin, was dann noch schön mit der Tatsache vermengt wird, daß ich lesbisch bin.

    Dabei ging es mir überhaupt nicht darum, auf dem männlichen Geschlecht rumzuhacken, die Kritik wendet sich gegen das Patriarchat und nicht gegen den Mann. Und ich habe doch deutlich geschrieben, daß auf beiden Seiten etwas geschehen muß, damit sich etwas ändert. Das heißt, daß sowohl Frauen als auch Männer, und nicht nur die Männer, etwas dafür tun müssten.

    Und die Sache mit dem Unterhaltsproblem stört mich z.B. auch, aber es gibt inzwischen auch Frauen, die mit gutem Beispiel vorangehen und nicht um jeden Pfennig Unterhalt kämpfen, sondern es auch selbst versuchen, sich über Wasser zu halten. Genauso stört es mich aber auch auf der anderen Seite, wenn Familienväter ihrer Ehefrau derart mißtrauen, daß sie heimlich einen Vaterschaftstest machen. Und wenn sich wirklich herausstellen sollte, daß das Kind nicht von ihm ist, dann ist es plötzlich nicht mehr liebenswert für ihn. Das finde ich unglaublich!

    Und zum Thema Ehe: Sicherlich gibt es auch den umgekehrten Fall, Gewalt von Frauen gegen Männer in der Ehe (wenn auch deutlich seltener als andersrum). Aber auch hier richtete sich meine Kritik nicht direkt gegen den Mann, sondern gegen die Institution Ehe, die m.E. überholt ist. Es kann nicht sein, daß Frauen (und auch Männer) über Jahre hinweg Leid ertragen müssen und aus Angst nicht an die Öffentlichkeit gehen... Aus diesen und vielen anderen Gründen (z.B. der Umgang des Menschen mit Tieren und der Umwelt) halte ich vom Patriarchat grundsätzlich gar nichts, und da macht es auch keinen Unterschied ob in den 80ern oder heute, denn das System haben wir schon ca. 3000 Jahre...

  8. #27
    Benutzerbild von Torsten

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    Aktueller TV-Tipp: "Phoenix" überträgt gerade eine Podiumsdiskussion zum Thema "Wie modern ist Deutschlands Frauenbild" mit Alice Schwarzer und Heiner Geissler.

  9. #28
    Benutzerbild von PostMortem

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    Veja postete
    Hmm, leider wurden meine Aussagen aus meinem letzten Posting nicht richtig verstanden. Ich muß nur ein bisschen Kritik am System anbringen bezüglich Gleichberechtigung, und schon bin ich eine Männerhasserin, was dann noch schön mit der Tatsache vermengt wird, daß ich lesbisch bin.
    Das passt halt schön ins Klischee. Und viele Männer der jüngeren Generation haben den Eindruck, dass viele Vorwürfe die Aufrecht erhalten und ihnen immer noch vorgeworfen werden, auch hauptsächlich nur noch Klischees bemühen (und letztendlich ist jeder Vorwurf der Nicht-Gleichberchtigung in letzter Konsequenz ein Vorwurf an den Mann, denn nur er kann durch Verzicht den Weg für die Frau freimachen - so wie man es ja in der Politik anstrebt). Von daher sind m. E. beide Seiten sehr gut darin sich Klischees vorzuhalten. Genau genommen fand der Einstieg in die Emanzipations-Diskussion ja auch genau so statt.

    In der heutigen Phase der Emanzipationsbewegung drängt sich bei vielen Männern eben auch schnell der Verdacht auf, dass hier teilweise übers Ziel hinausgeschossen wird oder Rosinenpickerei betrieben wird. Deshalb ist man weitergehenden Forderungen vermutlich teilweise schon nicht mehr so aufgeschlossen, wie in der Blüte der Emanzipation. Schließlich ist ein Zustand, in dem die Frau alle ehemals männlichen Vorteile zusätzlich zu den weiblichen genießen darf, der Mann im Gegenzug aber lediglich die weiblichen Nachteile ausbügeln darf, nicht befriedigend. Irgendwo bringen die Geschlechter eben unterschiedliche Vor- und Nachteile mit sich.

    Oben drauf kommen diese ganzen Prinzipiensachen, die eigentlich niemanden weiterbringen. Diskussionen über "Ampelfrauchen" usw... nichts ist mancher Frauenbeauftragten zu blöd. Wenn ich mir nur mal überlege, wie sehr die nordamerikanischen Länder in Sachen Gleichberechtigung gepriesen werden, wie ur-männlich aber die dortige Sprache geprägt ist, und was für ein Affentanz hier veranstaltet wird, um die Sprache zu verweiblichen (letzter Clou in Sachen Medikamentewerbungshinweis: "Zu Risiken und Nebenwirkungen holen Sie ärztlichen Rat ein oder fragen Sie ihren Apotheker oder ihre Apothekerin"), bekomme ich manchmal schon Zweifel an Sinn und Verstand hinter diesen Aktionen.

    Das regt MANN eben schonmal auf und lässt ihn gegenüber weitergehenden Begehrlichkeiten hellhörig und hypersensibel werden. Schließlich will MANN auch nicht unter die Räder kommen - so wie die Jungs es im Bildungswesen schon sind, was Frauen in den Ämtern von Kultusministerinnen anscheinend nur freut, da sie es als Erfolg ihrer pro-weiblichen Bildungspolitik sehen, dass die Frauen endlich schlauer sind als die Männer.

    Man muss im Interesse der Gleichberechtigung darauf aufpassen, dass das Klima zu diesem Thema nicht vergiftet wird.

    Ich wusste im übrigen nicht das Du lesbisch bist, das hat für mich keine Rolle gespielt. Andererseits ist das ein sehr interessanter Aspekt, über den ich die Tage nachgedacht habe. Irgendwie verlaufen die Entwicklungen entgegengesetzt: Männer die sich auf Urinstinkte und unterschiedliche Anlagen und Ausrichtungen von Mann und Frau berufen, werden schnell als Steinzeitmenschen hingestellt, da sie ihre Natur nicht überwinden können, aus Frauensicht nicht wollen. Da wird die Angst vor Statusverlust lediglich als pure Herzlosigkeit und Sturheit des Mannes hingestellt. M. E. liegt es aber eben auch in der Natur des Mannes, die Männerrolle besteht nicht nur aus Erziehung, die Frauenrolle ebenso wenig nur an der Erziehung oder gar Unterdrückung. Alles was wir sonst in der Natur beobachten können, spricht dagegen. Bei den Homo5exuellen ist es aber genau umgekehrt. Sie versuchte man früher zu "heilen". Erst heute erkennt man ihre Natur an. Wann erkennt man die Natur zwischen Mann und Frau an und hört auf eben doch Gleichmacherei unter dem Deckmanteld er Gleichberechtigung zu betreiben?
    Ein Mann der heute noch leben möchte wie ein Mann gilt ja fast schon als altmodisch. Wenn ich es nicht mit ansehen kann, wenn ehemals gestandene Mannsbilder sich gebärden wie Ersatzmutties ohne Milchdrüsen empfinde ich Abneigung. Ich will es so nicht und das obwohl ich nach der Scheidung selbst bei einem alleinerziehenden Vater ohne bleibende Schäden aufgewachsen bin - der hat sich allerdings eben auch nicht benommen wie eine Ersatzglucke.
    Kurz gesagt: Ich mag es nicht, wenn das Rollenverständnis absolut und gegen die Natur im Namen einer "Modernität" aufgeweicht wird, die lediglich auf weiblich geprägten Emanzipations-Blaupausen basieren. Ein Stück weit sehe ich da schon auch einen Teil des Problems in unserem Nachwuchs. Ihm wird nicht nur Gleichberechtigung gelehrt. Es geht teilweise zu weit, so weit, dass Jungs heute auch ein Stück weit Orientierung geraubt wird und sie sich schwer oder nicht mehr in ihre Rolle einfinden.

    PM

  10. #29
    Benutzerbild von musicola

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    Sehr schöner Beitrag von Engel_07 aus einem anderen Thread:

    EIN EFRAUZIPIERTER TEXT

    Schrumms! Afrauda knallte die Tür ihres Opel Frautas (Made in Gerfrauy) zu. Sie musste sich beeilen, wenn sie nicht zu spät zum Unterricht am Hufraunistischen Gymnasium erscheinen wollte. Zu dumm auch, daß frau an so frauchem Morgen nicht aus der Stadt herrauskam aufgrund des enormen Betriebes, der dort so oft herrschte. Sie hatte gerade ihren Wagen abgeschlossen, als ihr Freund Herrfrau angelaufen kam.

    Er trug einen fraudelfarbenen Frautel. Er umarmte sie, küsste sie, hob sie hoch und drehte sich ein paar mal um seine eigene Achse, wobei er sie durch die Luft wirbelte. Afrauda war ganz irritiert, mit solch einem Frauöver wurde sie auch nicht alle Tage begrüßt. Als Herrfrau ihr dann ein Geschenk überreichte, fiel es ihr wie SchuppInnen aus den HaarInnen: Heute war ihr Geburtstag!

    Schleunigst riss sie das Geschenkpapier auf und jubelte laut, als sie die neue Safrauta-Fox-CD in den HändInnen hielt. Jetzt brauchte sie zum Glück nicht mehr den ganzen Tag die alten Fraufred Frau´s Earthband-SchallplattInnen von ihrem Bruder Tillfrau zu hören. Sie war nämlich eine echte Efrauze und es störte sie kolossal, daß sie sich immer die PlattInnen von ihrem Bruder ausleihen musste. Doch damit sollte sowieso bald Schluss sein, denn Tillfrau würde im Sommer mit seiner Frau Frauuela in die Norfraudie ziehen. Noch war Frauuela Frauagerin bei Frauesfrau. Über sie hatte Afrauda die Chance, vielleicht einen Ferienjob bei Frauesfrau im Büro zu bekommen, doch dass sie eine Efrauze war, war dabei ein großes Frauko.

    Schon in den letzten Weihnachtsferien hatte sie einen Job als Weihnachtsfrau in der FußgängerInnenzone angenommen. Eigentlich hatte ihre Freundin Frauke Fraukertz sie zu sich nach Frauheim ins Frauenheim eingeladen, doch diese hatte keine Frauieren und war schon seit mindestens fünf Jahren nicht mehr bei der Frauiküre gewesen, und deshalb hatte Afrauda keine richtige Lust nach Frauheim zu fahren. Außerdem hatte ihre Handballfrauschaft zwei Spiele in den Ferien gehabt und da musste sie natürlich dabei sein.

    Frau oh frau, jetzt mussten sie aber wirklich loslaufen, um noch zeitig zum Unterricht zu kommen. Afrauda griff sich noch schnell ihren Fraudolinenkoffer, sie bekam nämlich dienstags nach der Schule regelmäßig Fraudolinenunterricht. Oh Schreck, nun sah sie erst, daß Herrfrau ihr ihre Fraudarinen und ihre Fraugo, die sie sich für die Pause mitgenommen und in ihre Jacke gesteckt hatte, zerquetscht hatte. Hoffentlich würde jetzt wenigstens die Wasserhenne im Klassenzimmer funktionieren...


    Passt doch schön hierher, wie ich finde!

  11. #30
    Benutzerbild von PostMortem

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    Ja, der Text trifft den Nagel auf den Kopf

    PM

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