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Frage an die Juristen: Haftpflicht bei Schlüsselverlust

Erstellt von Engel_07, 09.11.2005, 11:01 Uhr · 5 Antworten · 5.391 Aufrufe

  1. #1
    Engel_07
    Benutzerbild von Engel_07
    Unser Büro ist gerade in ein neues Gebäude mit Sicherheits-Schließanlage umgezogen. Mein Arbeitgeber hat die entsprechenden Schlüssel an uns übergeben mit dem Kommentar, dass wir bei Verlust der Schlüssel für die 30.000,- Euro, die der Austausch der Schließanlage kostet, selbst aufkommen müssen!

    Nun habe ich mich bei meiner Haftpflicht-Versicherung erkundigt, ob man dieses Risiko extra versichern kann.

    Die Auskunft lautete, dass man den Verlust für Schlüssel von gewerblich genutzten Räumen generell nicht versichern kann. Der Arbeitgeber muss dieses Risiko selber tragen. Eine entsprechende SICHERE rechtliche Quelle konnte mir aber nicht mitgeteilt werden.

    Im Netz finde ich allerdings eine Reihe Versicherungen, die das o.g. Risiko abdecken.

    Hat von euch jemand eine Idee, wo ich eine verlässliche Information zu diesem Thema finde? Was/wo sind die entsprechenden Gesetzesgrundlagen?
    Ich brauche eine 100%ig wasserdichte Quelle, da unser Chef selber Jurist ist!

  2.  
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  3. #2
    Benutzerbild von brandbrief

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    Hi Engel_07,

    ich kenne da sowas wie eine Amtshaftpflicht, die bei fahrlässigen Schäden des Arbeitnehmers aufkommt. Diese ist in der Privat-Haftpflicht implementiert.
    Genaueres kann ich dazu aber leider nicht sagen.
    Ich glaube, die Aussage, dass bei Verlust selbst für den Schaden aufzukommen ist, ist falsch. Das ist vergleichbar mit einem Schaden, den ich im Supermarkt anrichte, wenn mir dort bspw. eine Bierflasche herunterfällt. Dort wird einem auch öfter versucht klarzumachen, dass man für den Schaden selbst aufkommen muss.

  4. #3
    Benutzerbild von DeeTee

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    @engel_07:
    Mein Arbeitgeber hat die entsprechenden Schlüssel an uns übergeben mit dem Kommentar, dass wir bei Verlust der Schlüssel für die 30.000,- Euro, die der Austausch der Schließanlage kostet, selbst aufkommen müssen!

    Nun habe ich mich bei meiner Haftpflicht-Versicherung erkundigt, ob man dieses Risiko extra versichern kann.

    Die Auskunft lautete, dass man den Verlust für Schlüssel von gewerblich genutzten Räumen generell nicht versichern kann.
    Hmm, liegt hier ein Missverständnis vor? Meines Wissens bezieht sich die hervorgehobene Passage auf den Fall, das Du selbst Gewerbetreibender bist. Deinen Ausführungen nach bist Du aber angestellt in einer Firma. Somit besitzt Du zu beruflichen Zwecken einen Schlüssel. Diesen Schlüsselverlust kannst Du über Deine Privathaftpflichtversicherung absichern. Eine solche Zusatzversicherung kostet etwa 20 Euro im Jahr bei 25.000 Euro Versicherungssumme.

    Bei der WGV heißt es
    Schlüsselverlustversicherung

    Sicher ist Ihnen das auch schon einmal passiert: Alles Suchen hilft nichts, der Schlüssel ist weg. Falls es sich dabei um einen fremden Schlüssel zu einer Schließanlage handelt, kann der Verlust zur Folge haben, dass eine ganze Schlossgruppe ausgetauscht werden muss. Schlimmstenfalls sogar die gesamte Schließanlage – wenn es sich um einen Generalschlüssel handelt. Die dabei entstehenden Kosten, die auf Sie zukommen, können erheblich sein. Auch wenn Ihnen als Arbeitnehmer ein Schlüssel überlassen wurde, haften Sie bei Verlust des Schlüssels je nach Grad der Fahrlässigkeit unter Umständen in voller Höhe für den entstandenen Schaden.

    Die Schlüsselverlustversicherung ersetzt die Kosten für eine notwendige Auswechslung von Schlössern und Schließanlagen bis zu 25.000 EUR je Schadenfall. Sie tragen an diesen Kosten einen Selbstbehalt von 10 %, mindestens 50 EUR, höchstens aber 500 EUR je Schadenfall.

    Dieser Versicherungsschutz gilt nicht nur für den beruflichen, sondern auch für den privaten Bereich, z.B. bei einer Schließanlage im Mehrfamilienhaus. Ausgeschlossen ist die Haftung für fremde Schlüssel im Zusammenhang mit einer gewerblichen, freiberuflichen oder sonstigen selbstständigen Tätigkeit.
    Link: http://www.wgv-online.de/produkte/ha...stversicherung

    Wenn Du Gewerbetreibender oder Freiberufler bist, musst Du eine Berufshaftpflichtversicherung abschließen. Inwieweit dort Schlüsselverlust versichert ist, musst Du erfragen.

    Grüße!
    DeeTee

  5. #4
    Benutzerbild von PostMortem

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    Engel_07 postete
    Unser Büro ist gerade in ein neues Gebäude mit Sicherheits-Schließanlage umgezogen. Mein Arbeitgeber hat die entsprechenden Schlüssel an uns übergeben mit dem Kommentar, dass wir bei Verlust der Schlüssel für die 30.000,- Euro, die der Austausch der Schließanlage kostet, selbst aufkommen müssen!
    Wird Dir nun erstmal nichts mehr nützen (allerdings finde ich die Aussage von Deinem Chef stark, muss ja n' tolles Arbeitsklima sein), aber wenn ein Chef schon so n' schlauer Typ ist und heutzutage ne' nagelneue Schließanlage für 30.000 Euro einbauen lässt, warum setzt er dann nicht auf moderne Technik? Gerade im gewerblichen Bereich, kann man heutzutage doch auf sog. "Transponder" (kleine Fernbedienungen die den Schließzylinder ver- oder entriegeln, ähnlich der Fernbedienung für die Zentralverriereglung am Auto) umstellen oder meinetwegen auch Schlösser mit Codekarten verwenden. Diese können bei Verlust ruckzuck unscharf gemacht werden und gut ists... Sich das bisschen Gehirnschmalz zu sparen und seinen Angestellten stattdessen im Fall der Fälle mit Kosten von 30.000 Euro zu drohen, finde ich reichlich daneben (und ist *so* vermutlich auch nicht wirklich so einfach durchsetzbar, aber ich bin kein Arbeitsrecht5experte).

    PM

  6. #5
    Benutzerbild von PostMortem

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    Hat mich interessiert das Thema. Habe zumindest ein Urteil des hessischen Landesarbeitsgerichts gefunden, nachdem ein Arbeitnehmer für die Kosten eines Schlüsselverlusts aufkommen muss, wenn der Arbeitgeber ihn über die zu erwartenden Kosten informiert hat:

    http://www.aktuelle-pflege.de/Schl.htm

    Ganz schön übel! Allerdings gibt es offenbar Privathaftpflichtversicherer, die dieses Risiko mitversichern.

    PM

  7. #6
    Engel_07
    Benutzerbild von Engel_07
    Erstmal danke für eure Antworten!

    DeeTee postete
    @engel_07:
    Mein Arbeitgeber hat die entsprechenden Schlüssel an uns übergeben mit dem Kommentar, dass wir bei Verlust der Schlüssel für die 30.000,- Euro, die der Austausch der Schließanlage kostet, selbst aufkommen müssen!

    Nun habe ich mich bei meiner Haftpflicht-Versicherung erkundigt, ob man dieses Risiko extra versichern kann.

    Die Auskunft lautete, dass man den Verlust für Schlüssel von gewerblich genutzten Räumen generell nicht versichern kann.
    Hmm, liegt hier ein Missverständnis vor? Meines Wissens bezieht sich die hervorgehobene Passage auf den Fall, das Du selbst Gewerbetreibender bist. Deinen Ausführungen nach bist Du aber angestellt in einer Firma. Somit besitzt Du zu beruflichen Zwecken einen Schlüssel. Diesen Schlüsselverlust kannst Du über Deine Privathaftpflichtversicherung absichern. Eine solche Zusatzversicherung kostet etwa 20 Euro im Jahr bei 25.000 Euro Versicherungssumme.
    Ich habe heute mit zwei verschiedenen Leuten meiner Versicherung telefoniert und beiden habe ich den Fall so geschildert wie euch hier. Also, dass unser Betrieb in neue Büroräume gezogen ist und wir dafür die Schlüssel bekommen haben mit der Information, wir müssten bei Verlust der Schlüssel für die Kosten aufkommen, die der Austausch der Schließanlagen im Haus koste, nämlich 30.000,- Euro.
    Beide Personen sagten aber, bei einem tatsächlichen Verlust meines Schlüssels, müsste der Arbeitgeber die Kosten für den Austausch der Schließanlagen übernehmen, weil man dermaßen hohe Kosten keinem Angestellten zumuten könne. Ich bekäme vor jedem Gericht Recht! Der Arbeitgeber müsse selber eine entsprechende Versicherung abgeschlossen haben, die dieses Risiko abdeckt!

    Ich kann natürlich in den nächsten Tagen nochmal zur Sicherheit bei der Versicherung anrufen und erneut nachfragen.

    DeeTee postete

    Bei der WGV heißt es
    Schlüsselverlustversicherung

    Sicher ist Ihnen das auch schon einmal passiert: Alles Suchen hilft nichts, der Schlüssel ist weg. Falls es sich dabei um einen fremden Schlüssel zu einer Schließanlage handelt, kann der Verlust zur Folge haben, dass eine ganze Schlossgruppe ausgetauscht werden muss. Schlimmstenfalls sogar die gesamte Schließanlage – wenn es sich um einen Generalschlüssel handelt. Die dabei entstehenden Kosten, die auf Sie zukommen, können erheblich sein. Auch wenn Ihnen als Arbeitnehmer ein Schlüssel überlassen wurde, haften Sie bei Verlust des Schlüssels je nach Grad der Fahrlässigkeit unter Umständen in voller Höhe für den entstandenen Schaden.

    Die Schlüsselverlustversicherung ersetzt die Kosten für eine notwendige Auswechslung von Schlössern und Schließanlagen bis zu 25.000 EUR je Schadenfall. Sie tragen an diesen Kosten einen Selbstbehalt von 10 %, mindestens 50 EUR, höchstens aber 500 EUR je Schadenfall.

    Dieser Versicherungsschutz gilt nicht nur für den beruflichen, sondern auch für den privaten Bereich, z.B. bei einer Schließanlage im Mehrfamilienhaus. Ausgeschlossen ist die Haftung für fremde Schlüssel im Zusammenhang mit einer gewerblichen, freiberuflichen oder sonstigen selbstständigen Tätigkeit.
    Ich glaube, ich habe einen Knoten in meinen Gedankengängen.
    Der Text widerspricht sich doch selber. Erst steht da, dass der Versicherungsschutz auch für den beruflichen Bereich gilt, dann kommt aber der Satz, den du mit Fettdruck hervorgehoben hast. So ganz schlau werde ich momentan nicht daraus, allerdings bin ich heute auch schon etwas müde.

    Vielleicht steckt darin aber auch das von dir oben vermutete Missverständnis???



    PostMortem postete
    ...aber wenn ein Chef schon so n' schlauer Typ ist und heutzutage ne' nagelneue Schließanlage für 30.000 Euro einbauen lässt, warum setzt er dann nicht auf moderne Technik?...
    Da hast du wohl etwas falsch verstanden:
    Wir sind mit unserem Büro in ein Haus umgezogen, wo besagte Schließanlage schon längere Zeit installiert ist!
    Auf die Art der Schließanlage wird er auch bei einem eventuellen Austausch leider keinen Einfluss haben.

    Zu deinem zweiten Post:
    Wir mussten lediglich den Empfang der Schlüssel quittieren.
    Die Information über den etwaigen Schadensersatz bekamen wir nur mündlich.


    Ich bleib am Ball!

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