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Fremdenhass in Deutschland!

Erstellt von 666meng666, 22.05.2006, 17:54 Uhr · 69 Antworten · 6.270 Aufrufe

  1. #11
    Benutzerbild von Christoph

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    Aber wenn drei Jugendliche in Sachsen-Anhalt ein 12 jähriges Kind wegen seines Aussehens quälen, dann schäme ich mich! Da geht mir echt der Hut hoch! Und ich glaube nicht, daß die Schweine das gemacht haben, um mal in die Nachrichten zu kommen - in solchen Fällen haben einfach die Eltern und das "System" versagt.
    Oder gerade aktuell der Streit wegen eines mp3 Players, der einer 13jährigen das Leben kostet, da fehlen jegliche Werte und Bewusstsein!

  2.  
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  3. #12
    Benutzerbild von PostMortem

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    ...

    Zitat Zitat von Christoph
    Aber wenn drei Jugendliche in Sachsen-Anhalt ein 12 jähriges Kind wegen seines Aussehens quälen, dann schäme ich mich!
    Das ist auch völlig in Ordnung! Aber können 12jährige überzeugte Neonazis sein? Wohl kaum... Ist es nicht eher so, dass sie sehr wahrscheinlich schlichtweg zu Hause die volle Bandbreite ihrer miesen Zukunftsperspektiven vorgelebt bekommen (beide Eltern Hartz IV, Resignation zu Hause etc.) und sich einfach ihr Ventil suchen? In diesem Zusammenhang ist die Diskussion über wachsenden Rechtsradikalismus für mich eine Phantomdiskussion. Den lauthals propagierten Kampf gegen den Rechtsradikalismus kann man gut inszenieren, die Lösung des Übels an der Wurzel (Bekämpfung der Arbeitslosigkeit usw.) geht man hingegen nicht an.

    Und ich glaube nicht, daß die Schweine das gemacht haben, um mal in die Nachrichten zu kommen - in solchen Fällen haben einfach die Eltern und das "System" versagt.

    /

    Da geht mir echt der Hut hoch!
    Das wollen die Medien ja auch, darauf ist die ganze Berichterstattung zur Auflagen- und Quotensteigerung ausgerichtet. Aber was nutzt es denn bitte, wenn wir uns von solchen Meldungen aufhetzen lassen und ständig nur nach Schuldigen gesucht wird? Da regt man sich über drei Bürschchen auf, verteufelt ihre Eltern, klagt das Versagen der Gesellschaft an... aber was weiss man denn über die Umstände und was nutzt das alles? Nicht jeder der schlechte Eltern hatte, ist deshalb ein Taugenichts oder Rechtsradikaler geworden. Umgekehrt wird nicht jeder der wohlbehütet und in bester Gesellschaft aufwächst ein Musterkind. Es kann also doch nur darum gehen, die Kinder von der Straße zu holen. Aber das Gegenteil passiert! Jugendzentren werden dicht gemacht, zeitgemäße Freizeit- und Kulturangebote für Jugendliche heute oft gar nicht erst mehr neu geschaffen und beim Auffangen von übriggebliebenen Ausbildungsplatzsuchenden siehts doch fast überall ganz mau aus. Die Leute werden sich selbst überlassen, spüren das dieses Land sie gar nicht braucht und will. Die selben Politker, die Applaus für ihre Anti-Neonazi-Parolen erhalten, kürzen solche Einrichtungen und Aktivitäten in Grund und Boden. Darüber sollte sich jeder aufregen, der schlimmeres verhindern will und es seine Abgeordneten (wer kennt denn den Namen "seines" Bundestagsabgeordneten? Wer war schonmal dort? Wer hat ihm/ihr schonmal einen Brief geschrieben?) und Lokalpolitiker (das geht auch einfach mal mit einem Leserbrief an die Regionalzeitung) spüren lassen. Aber das macht auch k(aum)einer, weil der "Jugend von Heute" ja im Zweifelsfall sowieso keiner einen Cent gönnt oder nicht weint, wenn er ihr weggekürzt wird.


    Oder gerade aktuell der Streit wegen eines mp3 Players, der einer 13jährigen das Leben kostet, da fehlen jegliche Werte und Bewusstsein!
    Ich bin vor 20 Jahren in der beschaulichen Kleinstadt auch schon unter Androhung "tödlicher" Karatekünste von einem älteren Jugendlichen (heute würde man sagen "mit Migrationshintergrund", damals wars einfach einer der Türken die mit ihrer Gewaltbereitschaft immer irgendwie Probleme machten) abgezogen worden (mein tolles Nintendo LCD Spiel.... ). Zu meiner Zeit gabs auch schon Möchtegern-Banden in Klassen usw. Ich weiss manchmal nicht, ob die Medien sowas heute einfach mehr ausschlachten oder ob das wirklich schlimmer geworden ist. Heute erfährst Du sowas sofort, selbst wenn es in Portugal oder Polen passiert ist. Vor 20 Jahren stand sowas höchstens in 2x3cm am nächsten Tag in den Mini-Nachrichten der BILD. Deutsche haben bis 1945 6 Mio. Juden vergast. Da fällt es mir schwer zu glauben, dass Fernsehen, Computerspiele, sog. Markenwahn und Konsumterror die Faktoren sein sollen, die einige von uns erst zu schlechteren Menschen machen können sollen....

    Es ist auch egal. Mit einem gewissen Maß an Gewalt und Kriminalität werden wir immer leben müssen. Da kann es nur um Schadensvermeidung und -begrenzung gehen. Abschaffen wird man auch die grausigten Verbrechen nie können. Und genauso wird es auch immer Medien geben, die unsere Emotionen diesbezüglich manipulieren und ausnutzen wollen. Wir wissen ja alle, dass sich nur schlechte Nachrichten gut verkaufen. Also sollte man nie aus den Augen verlieren, dass Millionen 13jährige gerade keine anderen Kinder wegen MP3 Playern getötet haben und sowas auch nie tun würden, kommen sie bei PISA auch 1000 Mal nur auf den 30. Platz.

    PM

  4. #13
    Engel_07
    Benutzerbild von Engel_07
    Nö, kein neues Problem. Ich lese jedes Jahr den Verfassungsschutzbericht für NRW. Da braucht man gar nicht im Osten zu suchen, auch hier gibt es genug Fremdenhass! Den Bericht kann man kostenlos beim Verfassungsschutz anfordern!

    Und außerdem ist es immer wieder interessant, auch mal beim Feind selbst nachzusehen. Hier zum Thema "Fußball WM" die NPD:
    http://www.npd.de/index.php?sek=0&pf...d=1&detail=402
    Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man drüber lachen...

    Zum Thema "Nachts nicht auf die Straße trauen" kann ich nur sagen, dass meine größte Sorge nachts in der Stadt ist, dass ich irgendwelchem rechten Proletenpack begegne.

    DESTROY FASCISM!

  5. #14
    Benutzerbild von PostMortem

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    Zitat Zitat von Engel_07
    Nö, kein neues Problem. Ich lese jedes Jahr den Verfassungsschutzbericht für NRW. Da braucht man gar nicht im Osten zu suchen, auch hier gibt es genug Fremdenhass! Den Bericht kann man kostenlos beim Verfassungsschutz anfordern!

    Und außerdem ist es immer wieder interessant, auch mal beim Feind selbst nachzusehen. Hier zum Thema "Fußball WM" die NPD
    Wenn mans genau nimmt, könntest Du "Verfassungsschutz" aus dem ersten Absatz und NPD aus dem zweiten Absatz teilweise auch einfach austauschen. Schließlich kam das NPD-Verbotsverfahren nicht vom Fleck, weil man gar nicht mehr unterscheiden konnte ob der Verfassungsschutz bzw. die V-Männer das rechte Treiben der NPD nur untersucht oder maßgeblich selbst gesteuert haben.....

    Wenn die Grenzen beim Kampf gegen den Recht5extremismus so verschwimmen, kanns natürlich nicht klappen. Andererseits ist es sowieso fraglich, ob eine verbotene NPD nicht gefährlichere wäre. Deshalb: Rechte Angebote wird es immer geben und es gilt sie zu kontrollieren. Aber wo keine Nachfrage nach Ideologien für Frustrierte besteht (und das ist i.d.R. dort wo man wenigstens im bescheidenen Maße am Wohlstand teilhaben und Zukunft planen kann), verpufft auch jedes rechte Angebot und versinkt in der Bedeutungslosigkeit.

    PM

  6. #15
    Benutzerbild von frasier

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    Zitat Zitat von PostMortem
    Den lauthals propagierten Kampf gegen den Rechtsradikalismus kann man gut inszenieren, die Lösung des Übels an der Wurzel (Bekämpfung der Arbeitslosigkeit usw.) geht man hingegen nicht an.
    So ist es, wobei es bei den Rezepten unterschiedlche Sichtweisen gibt.

    Platzek hat vor ein paar Tagen gesagt, daß er immer die Arbeitslosigkeit als Hauptursache gesehen hat, jetzt aber nicht mehr so davon überzeugt ist. Tja, vielleicht hätte die Arbeitslosigkeit erstmal sinken müssen, um an der Einschätzung zu zweifeln.

  7. #16
    Benutzerbild von PostMortem

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    Rattenfänger

    Zitat Zitat von frasier
    So ist es, wobei es bei den Rezepten unterschiedlche Sichtweisen gibt.

    Platzek hat vor ein paar Tagen gesagt, daß er immer die Arbeitslosigkeit als Hauptursache gesehen hat, jetzt aber nicht mehr so davon überzeugt ist. Tja, vielleicht hätte die Arbeitslosigkeit erstmal sinken müssen, um an der Einschätzung zu zweifeln.
    Bei solch emotional gesteuerten Politikern wird mir manchmal Angst und Bange, denn sie neigen nach jahrelangem Pennen zu unverhältnismässigen Reaktionen. Natürlich ist Rechtsradikalismus ein Problem für sich und echte rechte Gesinnung entsteht nicht durch Arbeitslosigkeit. Ansonsten dürfte es u. a. die DVU nicht geben, wurde sie doch von einem millionenschweren Verleger gegründet und nicht etwa von einem Arbeitslosen.

    Im Kampf gegen diesen harten Kern hat man seit Jahrzehnten versagt und musste sich oft den Vorwurf gefallen lassen auf dem rechten Auge blind zu sein. Aber es sind nicht sächsische NPD-Abgeordnete die auf Ausländer einschlagen. Ganz im Gegenteil, so eine NPD-Demo ist doch ein Musterbeispiel an Ordnung. Als Problem lässt sich fast jedes Mal sehr leicht die Gegendemo darstellen, weil es keiner hinbekommt da die gewaltbereiten und -suchenden Chaoten auszusortieren.

    Übergriffe auf Ausländer finden fast immer durch austickende Mitläufer statt. Deshalb muss ja auch schonmal ein Obdachloser oder zum Juden erklärter Normalo-Deutscher herhalten um zum Frustabbau zerkloppt zu werden. Das ist fies, abartig und total krank, aber ist es wirklich rechtsradikal?

    Seit vielen Jahren nehmen wir nun die anonymen Statistiken zur Kenntnis, wo die Gewaltfälle über die wir hier diskutieren, nicht erst seit gestern ausgewiesen werden.

    Doch ausgerechnet anhand von nichtmal einer Hand voll aktuellen Einzelfällen (wo zudem teilweise das rein rechtsradikale Motiv bröckelt, wie im Fall des medienwirksam ausgeschlachteten Erymias M.), fangen gewisse Politiker nun an hyperaktiv zu werden. Das ist nicht die besonnene, wohlüberlegte und nüchtern analysierende Reaktion, wie ich sie mir von Politikern erwarte. Das geht eher wieder so in die Richtung: "Oh, Terror in New York? Lasst uns schnell alle Freiheitsrechte einschränken und die Rasterfahndung wieder einführen! Oh, ein Amoklauf in Erfurt? Lasst und alle Killerspiele und Actionfilme verbieten!" etc. etc.

    Es wird immer Nationalsozialisten geben, überall auf der Welt. Man kann sie nicht ausrotten oder heilen. Es ist eben immer noch eine Gesinnung und keine Krankheit. Also muss man zusehen wie man am besten mit ihnen lebt und muss sie als Rattenfänger sehen. Es gilt also die "Ratten" vom Rattenfänger fern zu halten, dann kann er so viele Liedchen pfeiffen wie er will. Über die Rezepte dazu wird man sich tatsächlich bald einigen müssen, sonst werden die Leute irgendwann vielleicht wirklich vergessen, dass sie eigentlich nur aus Frust rechte parolen gröhlen und beginnen sich darüber zu identifizieren - mehr als diese "Kameradschaft" haben sie ja oft nicht.

    PM

  8. #17
    Benutzerbild von Fonk

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    Zitat Zitat von PostMortem
    Das ist auch völlig in Ordnung! Aber können 12jährige überzeugte Neonazis sein? Wohl kaum...
    Die Täter waren auch nicht 12, sondern im Schnitt 16-20 afaik.

    Zitat Zitat von PostMortem
    Ist es nicht eher so, dass sie sehr wahrscheinlich schlichtweg zu Hause die volle Bandbreite ihrer miesen Zukunftsperspektiven vorgelebt bekommen (beide Eltern Hartz IV, Resignation zu Hause etc.) und sich einfach ihr Ventil suchen? In diesem Zusammenhang ist die Diskussion über wachsenden Rechtsradikalismus für mich eine Phantomdiskussion. Den lauthals propagierten Kampf gegen den Rechtsradikalismus kann man gut inszenieren, die Lösung des Übels an der Wurzel (Bekämpfung der Arbeitslosigkeit usw.) geht man hingegen nicht an.
    Eine Phantomdiskussion ist es nicht, denn der Rechtsradikalismus ist ja leider kein Phantom, sondern bittere Realität. Klar versucht man jetzt wieder an den Symptomen statt an den Wurzeln des Problems herumzudoktern, aber die Augen verschließen kann auch keine Alternative sein.


    Deutsche haben bis 1945 6 Mio. Juden vergast. Da fällt es mir schwer zu glauben, dass Fernsehen, Computerspiele, sog. Markenwahn und Konsumterror die Faktoren sein sollen, die einige von uns erst zu schlechteren Menschen machen können sollen....
    ich habe keinen Juden vergast, auch meine Eltern oder Großeltern nicht, ich glaube nicht, dass wir das in die Diskussion mit einbeziehen sollten.


    Womit du sicherlich Recht hast, ist dass es ein aklatantes Defizit in der Betreuung Jugendlicher gibt, eine Perspektivlosigkeit die v.a. im Osten echt unglaublich krass ist.

  9. #18
    Benutzerbild von Scheul

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    Passend dazu die Startseite von dem Magazin TITANIC:

    http://www.titanic-magazin.de/

  10. #19
    Benutzerbild von murmel

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    Ich glaube nicht unbedingt, dass Eltern da versagt haben, ich denke eher, dass die meisten Eltern nicht versagt haben. Aber eben der Rest. Insbesondere die Medien und die Politik, die ja gerne mal unter Beweis stellen, dass man sich nicht an Regeln zu halten braucht. Und natürlich das Umfeld. Außerdem wird meines Erachtens in der Bundesrepublik schon immer versucht die Symptome zu beseitigen oder zu vertuschen. Unter diesem Aspekt empfehle ich ein Studium des Textes "Der goldene Reiter" von Joachim Witt.

  11. #20
    Benutzerbild von schubser

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    ich finde es krass, dass alle die ne Kurzhaarfrisur tragen und ne Scheiße anstellen immer gleich ins rechte Lager gesteckt werden. Das sind teilweise echt "dumme Taugenichtse" wie mein Großvater früher gesagt hat. Solche Gestalten gabs auch schon zu früheren (DDR) Zeiten...nur wurden sie beschäftigt....mit ner Arbeit oder der Jugendarbeit. Klar gabs im Osten auch Algerier- oder Negerklatschen...allerdings war das nicht primär der Hautfarbe zuzuordnen, sondern den Privilegien die diese ausländischen Mitbürger hatten (Westreisen, besseres Gehalt) und was sie daraus machten (Girls mit Kohle abschleppen, Westmüll im An-und Verkauf zu horrenden Preisen verscheuern).... Es ist einfach jeden als Nazi abzustempeln wenn er nur mal "nationalistisch" denkt....da gehts in unseren Nachbarländern viel krasser mit National daher...selbst im liberalen Holland...
    Nur wehe in D passiert was gegen nen Ausländer, da wird nicht gefragt wer angefangen hat....zumindest nicht in bestimmten Regionen. Da wird vorausgesetzt, dass es immer die Jungs mit den kurzen Haaren waren. Sorry wenn hier evtl. jemand denkt, ich bin rechts der Mitte...ist wirklich gerade gegenteilig...aber mir geht dieses Betroffenheitsdenken und die Auswüchse gehörig uffn Senkel.

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