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Fremdenhass in Deutschland!

Erstellt von 666meng666, 22.05.2006, 17:54 Uhr · 69 Antworten · 6.265 Aufrufe

  1. #31
    Benutzerbild von PostMortem

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    ttt

    Zitat Zitat von Engel_07
    Mich wundert es überhaupt nicht, dass Deutsche im Ausland oft verhasst sind.

    Abgesehen von der nicht immer sehr rühmlich verlaufenen Geschichte Deutschlands, verhalten wir
    uns auch heute oftmals nicht gerade wie Gäste im Ausland und gehören auch bestimmt nicht zu
    einem der gastfreundlichsten Völker!
    Die meisten derer, die derzeit "zu Gast bei Freunden" sind, sehen das m. E. gar nicht so. Nicht so ganz ohne Grund wollen die meisten unserer als Gast anwesenden Konzernmitarbeiter oft am liebsten gar nicht mehr aus Deutschland weg und können auch nicht verstehen, warum so viele Deutsche ständig ihre Urlaubsländer glorifizieren und wegen dem (an sich ja nun sehr angenehmen) Klima hierzulande rumnöhlen. Vielleicht wirken Deutsche im ersten Moment auf manche Ausländer wirklich etwas arrogant und unfreundlich. Das liegt aber m. E. eher an oberflächlichen Kontakten, unserer erstmal als recht hart empfundenen Sprache, unserer Direktheit (die viele nach kurzer Zeit im Gegenteil sehr zu schätzen wissen und irgendwelchem anglo-amerikanischen Arschgekrieche vorziehen!) und einer gewissen Reserviertheit generell Fremden gegenüber (was uns evtl. erstmal als Arroganz ausgelegt wird und sich dann klärt). Als sehr gastfreundschaftlich wird jedenfalls gesehen, dass hierzulande einfach alles ziemlich gut funktioniert und es damit scheissegal ist, ob alle grinsen wie die Honigkuchenpferde. Anderswo sind die Dienstleister vielleicht im Ausreden erfinden freundlicher, aber wenn dann die Klospülung erst nach Wochen repariert wird, die Koffer erst am Ende des Urlaubs kommen oder der gebuchte Mietwagen plötzlich nicht zur Abholung bereitsteht, ist es egal wie charmant das verkauft wird.

    Was unser Auftreten als Touristen im Ausland angeht, kann ich auch bei den berüchtigten Ballermann-Touristen keinen großen Unterschied z. B. zu Briten oder Niederländern feststellen bzw. ziehen die meisten Hoteliers der üblichen Ballermann-Hochburgen uns Deutsche da meines Wissens sogar noch gerne vor.

    Ich habe deshalb kein Verständnis dafür, als Deutscher im Ausland schlecht behandelt zu werden. Nicht in Sippenhaft mit anderen Touristen, nicht wegen vor 61 Jahren beendeten Kriegen (heute gibt es kaum größere Pazifisten als uns unter den großen Staaten der westlichen Welt, dass muss man schon anerkennen) und auch nicht weil ich ein deutsches Kennzeichen habe. Dann hätten gewisse Oststaaten aus der EU draussen bleiben sollen, wenn für sie immer noch 1945 1/2 ist und das Trauma des eisernen Vorhangs noch zu stark wirkt. Nichtsdestotrotz rechne auch ich immer noch damit, weil es eben überall Idioten gibt die sich nicht benehmen können und jeden noch so dämlichen Vorwand zum Frustabbau nutzen. Und dann bin ich ein Glück meistens positiv überrascht, wie eben z. B. mitten auf den alten Schlachtschauplätzen des 1. Weltkriegs, wo man heute friedlich miteinander rumlaufen kann.

    PM

  2.  
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  3. #32
    Engel_07
    Benutzerbild von Engel_07
    Zitat Zitat von PostMortem
    (...)Nicht so ganz ohne Grund wollen die meisten unserer als Gast anwesenden Konzernmitarbeiter oft am liebsten gar nicht mehr aus Deutschland weg und können auch nicht verstehen, warum so viele Deutsche ständig ihre Urlaubsländer glorifizieren und wegen dem (an sich ja nun sehr angenehmen) Klima hierzulande rumnöhlen. (...)
    Als sehr gastfreundschaftlich wird jedenfalls gesehen, dass hierzulande einfach alles ziemlich gut funktioniert und es damit scheissegal ist, ob alle grinsen wie die Honigkuchenpferde.
    Gastfreundlichkeit gegenüber Geschäftsleuten ist vielleicht noch eine andere Sache als Gastfreundlichkeit gegenüber "einfachen" Touristen.
    Und dann muss man sicherlich auch Gastfreundlichkeit unter Politikern, sowie Gastfreundlichkeit gegenüber in Deutschland lebenden Menschen ohne deutsche Staatsbürgerschaft, oder gegenüber Deutschen ausländischer Herkunft gesondert betrachten.

    Dass die Deutschen manchmal arg viel nörgeln, kann ich nicht bestreiten. Allerdings finde ich deine Bemerkung, dass "hierzulande einfach alles ziemlich gut funktioniert" recht amüsant. Oder lag die Betonung auf "ziemlich"?

    Ich bin froh, dass sich in Krefeld wahrscheinlich kaum WM-Gäste einquartiert haben, denn hier funktionieren einige Dienstleistungen überhaupt nicht.



    Zitat Zitat von PostMortem
    Vielleicht wirken Deutsche im ersten Moment auf manche Ausländer wirklich etwas arrogant und unfreundlich. Das liegt aber m. E. eher an oberflächlichen Kontakten, unserer erstmal als recht hart empfundenen Sprache, unserer Direktheit (die viele nach kurzer Zeit im Gegenteil sehr zu schätzen wissen und irgendwelchem anglo-amerikanischen Arschgekrieche vorziehen!) und einer gewissen Reserviertheit generell Fremden gegenüber (was uns evtl. erstmal als Arroganz ausgelegt wird und sich dann klärt).
    Ich schätze Direktheit auch, aber Höflichkeit ebenso!
    Das Argument Arschkriecherei wird hier im Forum (u.a. von dir) häufig angeführt und ich hatte es auch ehrlich gesagt schon erwartet.
    Irgendwie habe ich dann immer den Eindruck, dass sich diejenigen, die dieses Argument bringen, von irgendetwas oder irgendjemandem bedroht fühlen.


    Zitat Zitat von Post Mortem
    Was unser Auftreten als Touristen im Ausland angeht, kann ich auch bei den berüchtigten Ballermann-Touristen keinen großen Unterschied z. B. zu Briten oder Niederländern feststellen(...)
    Na, dann bin ich ja beruhigt!


    Nee, Quatsch! Dazu kann ich nichts wirklich Produktives beitragen.


    Zitat Zitat von Post Mortem
    Ich habe deshalb kein Verständnis dafür, als Deutscher im Ausland schlecht behandelt zu werden.
    Ähm, ICH auch nicht. Und vor allem auch keine Lust!
    Aber ich kann gewisse Vorbehalte eben nachvollziehen.

    Und wie ich schon schrieb, kann man weder die eine, noch die andere Seite verallgemeinern. So hatten wir doch in Tschechien und Ungarn letzendlich unsere schönsten Konzerterlebnisse!

  4. #33
    Benutzerbild von PostMortem

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    Zitat Zitat von Engel_07
    Gastfreundlichkeit gegenüber Geschäftsleuten ist vielleicht noch eine andere Sache als Gastfreundlichkeit gegenüber "einfachen" Touristen.
    Ist das wirklich so? Wenn z. B. jemand aus England, Spanien oder Brasilien für einige Monate nach Deutschland kommt, dann hat er ja auch mal Feierabend und rennt "ganz privat" rum wie jeder Tourist auch. Am ehesten liegt der Unterschied wahrscheinlich in der Tiefe des Kennenlernens unseres lustigen Völkchens.

    Dass die Deutschen manchmal arg viel nörgeln, kann ich nicht bestreiten. Allerdings finde ich deine Bemerkung, dass "hierzulande einfach alles ziemlich gut funktioniert" recht amüsant. Oder lag die Betonung auf "ziemlich"?
    Es ist auch hier so, dass wir da auf sehr hohem Niveau jammern. Uns Deutschen erscheint z. B. die Deutsche Bahn als unglaublicher Sauhaufen. Ich persönlich finde es auch immer eine Unverschämtheit, wenn Handwerker mir mitteilen, dass sie übermorgen irgendwann zwischen 8 und 16 Uhr dann mal bei mir vorbeikommen werden und ich wie doof 8 Stunden zu Hause hocken und auf ihr Erscheinen warten darf. In den Augen eines Briten, der nur seine chaotischen Privatbahnen kennt, ist unsere Bahn die reinste Wohltat. Aus der Sicht eines Spaniers sind unsere Handwerker mit diesen Terminen der Inbegriff deutscher Pflichterfüllung und Pünktlichkeit, denn er wartet bei sich zu Hause erstmal ewig auf einen Termin und dann kommt beim ersten und zweiten Termin erstmal doch keiner ohne mal Bescheid zu sagen...

    OK, auch solche Ausreisser gibts in Deutschland. Aber das ist doch eher selten, woanders die Regel. Hier ärgern wir uns vielleicht, weil wir von Handwerkern abgezockt werden. Anderswo kommt eben auch einfach mal keiner und man sitzt in der Schei... Hier ärgert man sich vielleicht auch oft rum, aber letztendlich kann ich nicht sagen, dass ich schonmal tage- oder wochenlang ohne Strom und Wasser gewesen wäre oder Ärzte mir eine Behandlung verweigerten oder ich nicht irgendwie von A nach B gekommen wäre. Anderswo kommt das schonmal vor.

    Das Argument Arschkriecherei wird hier im Forum (u.a. von dir) häufig angeführt und ich hatte es auch ehrlich gesagt schon erwartet.
    Irgendwie habe ich dann immer den Eindruck, dass sich diejenigen, die dieses Argument bringen, von irgendetwas oder irgendjemandem bedroht fühlen.
    Warum sollte ich mich dabei bedroht fühlen? Es ist eben so: Mal angenommen ich gehe davon aus, dass mein Nachbar genau so eine Nachteule ist wie ich und ich nehme es mir einfach mal raus, da um 21 Uhr noch wegen einem angenommenen Paket zu klingeln, dann soll der mir ruhig sagen, dass ich wohl nen Knall habe jetzt noch zu stören, wenns ihn stört. In anderen Völkchen würde es zum guten Ton gehören mir auf die Frage, ob ich "disturbe" zu sagen "Oh no, you are welcome!". Erst wenn die Tür zu ist, würde dann mit dem Kopf geschüttelt und sich geärgert, womöglich dann noch sehr oft, weil ich keine Ahnung habe, dass ich um diese Zeit gefälligst nicht mehr stören soll. Wenn überhaupt, ist man hier dann wohl davon bedroht anderen in gutem Glauben auf den Keks zu gehen und dazu noch ermutigt zu werden.

    Ähm, ICH auch nicht. Und vor allem auch keine Lust!
    Aber ich kann gewisse Vorbehalte eben nachvollziehen.
    Klar, nachvollziehen kann ich sie auch. Die britischen Medien beispielweise werden noch in 20 Jahren dafür sorgen, dass junge Briten als erstes an Hitler, Blitzkrieg und Stechschritt denken, wenn sie an Deutschland denken. Es ist klar, dass z. B. deutsche Gastschüler dann schonmal damit aufgezogen werden oder ihnen sogar Schläge angedroht oder verpasst werden. Aber eigentlich dürfte sowas heute nicht mehr passieren und man sollte m. E. schon einfordern, dass auch gegen solche Form der Intoleranz in den anderen Ländern etwas unternommen wird und es von uns nicht stillschweigend so hingenommen wird, weil man als "hässlicher Deutscher" in der Welt ja per se alles zu Schlucken hätte oder weil man selbst ja nichts fordern dürfe, solange in Brandenburg auch mal ein Dunkelhäutiger verprügelt wird (und solches Denken gibts ja durchaus)

    PM

  5. #34
    Benutzerbild von Babooshka

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    Da kann ich dir in vielen Punkten zustimmen PM. Ich bin auch mehr für ehrliche Worte - man kann die ja auch freundlich, aber bestimmt vortragen und muss/sollte nicht unbedingt gleich losbollern - als für oberflächliche Freundlichkeit, die oft gar nicht ernst gemeint ist, nur der "good vibrations" wegen.

    Ich denke auch, der Deutsche ist erstmal reserviert, aber durchaus "auftaubar". Klar ist der deutsche Tourist bisweilen überaus anspruchsvoll und unkulant ("ich will das so haben, schließlich habe ich dafür bezahlt, und wenn ich das nicht so kriege, werde ich mich bei Ihrem Vorgesetzten beschweren!") und lässt mancherorts die Sau raus, aber das tun z. B. Engländer auch, da hast du völlig Recht. So ganz erschließt sich mir immer noch nicht, warum so mancher die Deutschen hasst - richtig hasst. Man kann solche Querulanten und Saurauslasser ja unsympathisch finden, aber warum denn hassen?

    Der Franzose z. B. hat den Ruf, sehr patriotisch und bisweilen arrogant zu sein, so nach dem Motto, die Welt soll gefälligst französisch reden oder den Mund halten. Aber wird er deswegen in der Welt gehasst? Werden auf Busse mit französischen Schülern in England Steine geschmissen? Nö, die Welt liebt Frankreich als Reiseland, auch wenn so mancher die Franzosen nicht mag - was aber immer noch kein "Hass" ist. Auch ich möchte im Ausland normal behandelt werden wie jeder andere "Ausländer im Ausland" auch. Und ich bin immer normal behandelt worden, auch in Israel.

    Was deine Beobachtungen zu England gegenüber den Deutschen angeht, so kann ich dazu nichts sagen, ich war noch nie dort. Ich bin froh zu hören, dass du und deine Mitreisenden in Frankreich gut aufgenommen wurdet; ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass viele Franzosen recht stolz darauf sind, ihr schönes Land herzeigen zu dürfen. Solange man nicht gleich ein Haus dort kauft und beabsichtigt, sich niederzulassen

  6. #35
    Engel_07
    Benutzerbild von Engel_07
    Die Friedrich Ebert Stiftung hat diese Woche ihre aktuelle Studie "Vom Rand zur Mitte" veröffentlicht. Darin werden die Ergebnisse einer bundesweiten Repräsentativbefragung zu recht5extremen Einstellungen in der deutschen Bevölkerung dargestellt.

    Die Studie gibt es als pdf-Datei unter "Aktuelles" auf folgender Seite:
    http://www.fes.de/index_g.htm

    Der sogenannte "Intelektuelle Recht5extremismus" hat es nun tatsächlich geschafft, einen Großteil deutscher Hirne zu verpesten!


    Viel Spaß beim Lesen!

  7. #36
    Benutzerbild von ihkawimsns

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    Gehört habe ich von der Studie auch schon, da mir bei den jeweiligen Fragen der Anteil der als recht5extrem eingestuften Antworten fast zu hoch war, hatte ich allerdings den Verdacht, dass suggestiv gefragt wurde. Bis auf wenige Ausnahmen hat sich dies aber nicht erhärtet, auch sonst habe ich methodisch nur wenig an der Studie auszusetzen. Insofern in der Tat denkwürdige Ergebnisse.

  8. #37
    Benutzerbild von Sugar_ASCII

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    Also ich finde dass diese Skinheads echte dumme Feiglinge sind. Denn wenn sie einen Ausländer zusammenschlagen, dann sind madchen sie das nur in Gruppen, weil sie alleine zu feige sind. So was kotzt mich an.
    Ich ging mit so einen in die Schule, der mich mal schwer beleidigt hat wegen meiner russischen Abstammung. Immer wenn ich in seine Nähe kam, hat er immer gesagt: Ihhh ich bin allergisch gegen Russen. Das hat mir damals sehr wehgetan. Und es kam noch besser, er hat sich ein Formular aus dem Internet heruntergeladen mit dem Titel "Antrag auf Bundesdeutsches Asyl" mit so fragen die so dastehen: Woher du kommen, oder wo du wohnen. Und da hat er mich gefragt: Das habt ihr auch zu Hause oder?

    Aber was solls, dieser Typ jobbt jetzt immer irgendwo als Gelegenheitsarbeiter und ich bin jetzt fertiger Diplomingeneur für Elektronik. Ich könnte jetzt auf ihn herabblicken und was niedermachendes sagen, aber ich tu es nicht.

    Erstens habe ich keine Gelegenheit, weil ich jetzt weit weg von ihm wohne und zweitens will ich mich nicht auf seine Stufe stellen.

  9. #38
    Benutzerbild von ihkawimsns

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    Zitat Zitat von Sugar_ASCII Beitrag anzeigen
    Also ich finde dass diese Skinheads echte dumme Feiglinge sind. Denn wenn sie einen Ausländer zusammenschlagen, dann sind madchen sie das nur in Gruppen, weil sie alleine zu feige sind. So was kotzt mich an.
    http://www.du-sollst-skinheads-nicht...verwechseln.de

  10. #39
    Benutzerbild von murmel

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    klasse Seite ihkadingsda

    An der Stelle möchte ich aber auch an linke Gewalt (Antifa, Autonome & auch Ausländer) erinnern. Aber wie immer darf man nicht alle über einen Kamm scheren!!!!

  11. #40
    Benutzerbild von PostMortem

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    Zitat Zitat von Sugar_ASCII Beitrag anzeigen
    Ich ging mit so einen in die Schule, der mich mal schwer beleidigt hat wegen meiner russischen Abstammung. Immer wenn ich in seine Nähe kam, hat er immer gesagt: Ihhh ich bin allergisch gegen Russen. Das hat mir damals sehr wehgetan.
    Hallo Sugar,

    ich kann Dich verstehen. Zur Völkerverständigung hat das Verhalten Deines Mitschülers sicherlich nicht gerade beigetragen.

    Wie stehst Du aber zum Verhalten mancher Mit-Russen, die meistens als sog. "Spät-Aussiedler" nach Deutschland kommen? Ich will das jetzt nicht auf Dich oder Deine Situation bezogen wissen. Allerdings habe ich so meine eigenen Erfahrungen mit russischen Gepflogenheiten, die hierzulande so zelebriert werden. Damit meine ich nicht die gern bemühte "Russendisco". Soll doch jeder seinen Rückzugsraum haben. Als Deutscher im Ausland wäre ich vermutlich auch froh mich ab und zu mit anderen Deutschen zurückzuziehen.

    Meine Eltern haben sich einmal in einem Neubaugebiet eine Wohnung gekauft. Es war ein typisches, mittelständlerisches Neubaugebiet der 80er Jahre. die Idylle hielt ca. 15 Jahre. Nebenan wurde günstiges Wohnen angeboten. Irgendwie hat es sich ergeben, dass sich dort vornehmlich Russen nieder liessen. Eine Familie organisierte die Wohnung für die nächste in dem Block. Das Zusammenleben wurde zunehmend problematischer. Die Polizei kam immer öfter in unsere ehemals abgelegene idyllische Ecke am Stadtrand. Schlägereien unter Alkoholisierten, nächtliche Ruhestörung usw. waren an der Tagesordnung und auf irgendwelche Ruhezeiten wurden sowieso keine Rücksicht genommen. Die Jugendlichen saßen immer mit ihrer Pulle Wodka um unseren Parkplatz und verhöhnten einen noch wenn man von der Arbeit kam, sie hatten schließlich den ganzen Tag Party. Das Geld schien trotzdem da zu sein, denn der Wodka kam grundsätzlich von der Tankstelle.

    Ich glaube, dass jeder ein Recht hat Toleranz zu fordern. Aber mir fehlt manchmal ein wenig die Selbstkritik gegenüber den eigenen Genossen, wenn über Ausländerfeindlichkeit geklagt wird. Für mich ist Ausländerfeindlichkeit in solchen Fällen oftmals viel mehr eine Asozialenfeindlichkeit und hat mit Rassismus relativ wenig zu tun. Niemand mag solches Verhalten und wenn es vornehmlich von einer bestimmten Nationalität erlebt wird, dann wird es eben diesem Gruppenmerkmal zugeschrieben. Dann heisst es nicht mehr "diese Nachbarn, die zufällig Russen sind, sind asozial", sondern "diese Russen sind asozial". Auf Mallorca wird ja auch nicht großartig differenziert, wenn nach den Erfahrungen mit Touristen gefragt wird. Da heisst es auch "die Deutschen sind so, die Briten sind so und die Holländer sind so".

    Also, ich heisse das absolut nicht gut was Dir gesagt worden ist. Aber das ich gegen Russen allergisch bin, hätte ich damals wahrscheinlich auch gesagt, wenn mich jemand gefragt hätte. Das Klima war gereizt und führte bis zum Verkauf der Wohnung (die Wohnungen der früher gebauten Häuser waren übrigens auch nur noch mit entsprechendem Verlust an Russen oder Ahnungslose zu verkaufen). Dabei habe ich weder eine Glatze, noch würde es mir in den Sinn kommen rechtsradikal zu wählen oder zu denken. Doch unter solchen Umständen den Abstieg eines Stadtteils mit zu erleben, kann schonmal zu Missstimmung führen. Ist es also nicht manchmal auch angebracht seine ehem. Landsleute zu einem, sagen wir mal, "gewinnenderem" Auftreten aufzufordern? Der Vorwurf des Ausländerhasses ist oft schnell ausgesprochen und es sind auch immer schnell positivste Beispiele bestens integrierter Landsleute gefunden. Aber was hilfts, wenn die erlebte Lebenswirklichkeit aussieht wie oben von mir geschildert?

    Auf ein "Selbst Schuld" soll das im übrigen nicht hinauslaufen. Doch es gibt eben ein Problem, wenn eine Gruppe Menschen eine andere Gruppe Menschen als Eindringling empfindet. Freundschaft gedeiht unter solchem Klima schlecht. Beobachtet mal eine durchschnittliche Kantine, in der sich über die Jahre gewisse Sitzgewohnheiten herausgebildet haben. Und dann besetzt mal einen solchen Stammtisch und benehmt Euch noch ein wenig daneben. Ihr wisst dann was ich meine ;-)

    PM

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