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Fußball-Fans anwesend?

Erstellt von musicola, 09.11.2003, 23:53 Uhr · 4.102 Antworten · 246.996 Aufrufe

  1. #3191
    Benutzerbild von brandbrief

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    AW: Fußball-Fans anwesend?

    Zitat Zitat von djrene Beitrag anzeigen
    Hopp ist ein Kind der Region....
    Genau hier liegt wohl der Unterschied, bei dem man seine Einstellung zu 1899 Hoffenheim überdenken sollte. Es ist eben kein Ölscheich oder russischer Milliardär, welcher einen Verein kauft, zu dem er gar keinen regionalen Bezug hat.

  2.  
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  3. #3192
    Benutzerbild von RayChance

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    Daumen hoch AW: Fußball-Fans anwesend?

    Zitat Zitat von djrene Beitrag anzeigen
    Hopp ist ein Kind der Region. Ohne ihn gäbe es wohl die Mannheimer Adler nicht mehr und auch der Basketballverein in der Region wird von ihm unterstützt. Zudem unterstützt er mehrere Jugendprojekte. Seine Dietmar-Hopp-Stiftung hat er mit 4 Milliarden Euro (1995) ausgestattet, auch die Stiftung ProJustitia unterstützt er mit 2,5 Mrd. Walhof Mannheim hat er vor der Insolvenz gerettet und baut aus eigenem Vermögen Sporthallen usw. Eine Kritik an den Aktivitäten dieses Mannes verbietet sich in meinen Augen einfach. Es wäre schön, gäbe es mehr Milliardäre mit einem derart sozialen Gewissen und Engagement.

    Toll, daß Hoffenheim einen Selfmade-Man aus Deutschland als Gönner hat, der mit der Region verwurzelt ist und Unmögliches möglich macht. Da scheiße ich mal ganz groß auf Gazprom und andere Ruski-Mafia-Unternehmen.

    Pro Hopp, pro Hoffenheim.

    Wer wäre denn schon alles weg ohne Konzerne (die ja im Endeffekt nicht anderes sind als Mäzene)? Schalke, Wolfsburg, Leverkusen (hätte es nie in der BuLi gegeben), wahrscheinlich BvB. Solange der blöde Kind es nicht schafft, die 50+1 Regelung zu kippen, läuft das bei uns noch in geordnetem Rahmen.
    Selten einen Beitrag gelesen, dem ich absolut zustimmt kann *hut ab*

  4. #3193
    Benutzerbild von Torsten

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    AW: Fußball-Fans anwesend?

    Zitat Zitat von PostMortem Beitrag anzeigen
    Nein, nur die die mit Hoffenheim kein Problem haben, haben sich nicht so lautstark geäußert wie die Empörten. Es sind unterschiedliche Leute.
    Kann ich in dieser Abgrenzung nicht bestätigen. Sowohl in meinem Umfeld als auch in anderen Internetforen ist zu beobachten, wie immer mehr von denen, die das "Projekt Hoffenheim" vor Monaten noch kritisiert haben, jetzt zunehmend aufweichen. Das geht mit Äußerungen wie "Herr Hopp ist doch ein sympathischer Kerl" oder "die bereichern die Bundesliga" los (beides stimmt ja auch) und endet mit relativierenden Hinweisen auf Werkclubs und wesentlich egozentrischere Mäzene. Das ist eben das Perfide an dem Dorfclub: Vergisst man die Hintergründe, wirkt er mit seinem Image des frechen Außenseiters so "schnuckelig" wie einst der SC Freiburg.

    Zitat Zitat von brandbrief Beitrag anzeigen
    Genau hier liegt wohl der Unterschied, bei dem man seine Einstellung zu 1899 Hoffenheim überdenken sollte. Es ist eben kein Ölscheich oder russischer Milliardär, welcher einen Verein kauft, zu dem er gar keinen regionalen Bezug hat.
    Dass Hopp den Verein aus lokalpatriotischen Gründen unterstützt, ist für das Kernproblem dieser Debatte unwichtig. Genauso wie die Tatsache, dass er eine respektable Persönlichkeit ist und beachtliche Summen in gemeinnützige Projekte steckt.

    Hopp lebt, genauso wie Abramowitsch oder die Scheichs, letztlich etwas vor, was sich seit einigen Jahren zu einem Trend zu entwickeln scheint: dass schwerreiche Einzelpersonen sich Sportvereine kaufen oder mit immensen Summen künstlich aufplustern. Wenn so etwas einmal einreißt, wird sich diese Mentalität mittelfristig etablieren, denn andere Superreiche werden genauso auf den Geschmack kommen. Irgendwann haben wir dann eine Ansammlung von Klubs, für deren Mäzene oder Konzernchefs der Reiz weniger im sportlichen Wettbewerb als vielmehr im Projektcharakter und finanziellen Schwanzvergleich liegt. Die Transfersummen und Gehälter werden genauso wie Eintrittspreise und TV-Gelder weiter in die Höhe schnellen. Sportvereine werden in erster Linie Statussymbole und Investitionsobjekte sein, und die heute schon ausgeprägte Söldnermentalität vieler Spieler wird so normal werden, dass sich die Ortsbezeichnungen in den Vereinsnamen erübrigen. Eine Identifikation für Fans und Zuschauer, die den originären Reiz von Vereinssport ausmacht, geht damit völlig über den Jordan.

    Schon jetzt sind die Verhältnisse absurd: Da gibt es bei Union Berlin eine über lange Zeit gewachsene Fußballbegeisterung, die die Fans dazu veranlasst, mit eigenen Händen das Stadion zu erneuern - denn die haben keinen schwerreichen Gönner à la Hopp. Aber ein Dorfclub wie Hoffenheim, für den sich bis vor wenigen Jahren keine Socke interessiert hat, der wird mit solchen Mitteln künstlich aufgepäppelt. Das hat nichts mehr mit sportlichem Wettbewerb auf sozial gewachsener Basis zu tun, wie sie selbst durchkommerzialisierte Vereine à la Dortmund oder Schalke noch haben.

    Zitat Zitat von djrene Beitrag anzeigen
    Es wäre schön, gäbe es mehr Milliardäre mit einem derart sozialen Gewissen und Engagement.
    Stimmt. Aber was hat das mit diesem Thema zu tun? Könnte Herr Hopp seine respektablen Projekte nicht durchführen, ohne sich in den Vereinssport einzumischen? Ich meine, statt niedergegangene oder unbedeutende Clubs aufzupäppeln, könnte man ja auch flächendeckend in Bolzplätze und andere Einrichtungen des Breitensports investieren, für die überall die öffentlichen Gelder fehlen. Warum muss man sich gezielt Vereine rausgreifen, um die mit solch immensen Finanzspritzen hochzuzüchten? So gut das vielleicht alles gemeint ist - letztlich leistet sich Herr Hopp dadurch auch nur das Hobby von erfolgsorientierten Privatclubs (Hopp hat in Interviews mehrfach betont, dass er von seinen unterstützten Vereinen mittelfristig Profitabilität erwartet). Ob er darin sportliche Entscheidungsgewalt hat, ist bei der Abhängigkeit von seinem Geld eh nur eine Randnotiz. Und diese Kritik gilt nicht nur dem "Modell Hoffenheim", sondern auch anderen Beispielen (z. B. Nürnberg), wo Vereine nur oder überwiegend durch Einzelpersonen am Leben erhalten werden.

  5. #3194
    Benutzerbild von brandbrief

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    AW: Fußball-Fans anwesend?

    Zitat Zitat von Torsten Beitrag anzeigen
    ...Warum muss man sich gezielt Vereine rausgreifen, um die mit solch immensen Finanzspritzen hochzuzüchten?...
    Weil man dadurch den unbequemen Zeitfaktor umgehen kann und so recht schnell zum gewünschten Erfolg kommt, als wenn man breitflächig in Jugendarbeit etc. investieren würde.

    Natürlich ist das eine Kommerzspirale, die nicht zu enden scheint, aber wer oder was sollte sie aufhalten?

  6. #3195
    LastNinja
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    AW: Fußball-Fans anwesend?

    Zitat Zitat von Torsten Beitrag anzeigen
    Warum muss man sich gezielt Vereine rausgreifen, um die mit solch immensen Finanzspritzen hochzuzüchten?
    Warum denn nicht?
    Hätte ich die Kohle, würde ich das bei meinem Heimatverein auch machen.
    Ich sehe auch was mit meinem Geld passiert....
    Warum sollte er seine Gelder Landesweit/Bundesweit einsetzen?
    Ich würde es auch gezielt machen..
    ..und natürlich ist da auch später der finanzielle Aspekt, sollte Hoffenheim so weiterspielen ruft ja förmlich die CL...
    Aber ich denke nicht, dass man so einen Erfolg planen kann und denkt, ich mache jetzt mit den Jungs einen Durchmarsch...

    Die Spieler, die dort spielen kannte, bis vor kurzem ja noch keiner...
    Die Meisten, mich eingeschlossen, haben doch keinen Pfifferling auf den Aufsteiger gegeben...
    Aber ich habe nicht über den Verein/Hopp hergezogen...mir doch egal, wie sich ein Verein finanziert.
    Und ich glaube nicht, dass so ein "Projekt" Schule machen wird...
    Wie gesagt, was bringen einen die Millionen, wenn die Mannschaft nicht gewinnt. Und spielerisch überzeugt die Mannschaft!
    Sollten sie oben bleiben, dann hat man das doch spielerisch mit dem jetzigen No-Name Kader erreicht und nicht, weil man den Erfolg gekauft hat....

  7. #3196
    Benutzerbild von brandbrief

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    AW: Fußball-Fans anwesend?

    Zitat Zitat von LastNinja Beitrag anzeigen
    Warum sollte er seine Gelder Landesweit/Bundesweit einsetzen?
    Damit sie als gönnerhafter Sportförderer angesehen werden können. Diesen Anspruch werden die ganzen Mäzen aber nicht gerecht, denn sie benutzen einen ausgewählten Fußballverein nur als Prestigeobjekt.
    Ein selbstherrliches, egozentrisches Verhalten, was sich in den Medien aber völlig anders präsentieren lässt.
    Anerkennend bleibt im Fall Hopp nur der regionale Bezug des Unterstützers zum Verein.
    Aber, um auch international bestehen zu können (und diesen Punkt vermisst Torsten ja z.Z. ), benötigt man schnellen Erfolg. Und dieser ist auch viel intensiver wahrnehmbar als flächendeckende, langwierige Sportförderung.
    Es würde mich nicht wundern, wenn das nächste Championsleague-Finale Hoffenheim vs. Arsenal heißt.

  8. #3197
    Benutzerbild von PostMortem

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    AW: Fußball-Fans anwesend?

    Zitat Zitat von Torsten Beitrag anzeigen
    Könnte Herr Hopp seine respektablen Projekte nicht durchführen, ohne sich in den Vereinssport einzumischen? Ich meine, statt niedergegangene oder unbedeutende Clubs aufzupäppeln, könnte man ja auch flächendeckend in Bolzplätze und andere Einrichtungen des Breitensports investieren, für die überall die öffentlichen Gelder fehlen.
    Könnte er, will er aber nicht. Könnte VW keine Autos bauen ohne sich in den Vereinssport einzumischen? Könnte Bayer keine Pillen drehen ohne sich in den Vereinssport einzumischen? Musste man den "niedergegangenen" Amateur-Verein Hertha BSC mit seinen letzten paar hundert aktiven Heim-Fans aus dem Poststadion wieder durch eine koordinierte Kraftanstrengung und unter Federführung der UFA in die 1. Bundesliga hieven? Wer hat sich damals beschwert?

    Wird man sich beschweren, wenn Heiner Kamps Millionen für Fortuna Düsseldorf locker macht oder jemand Rot-Weiss-Essen wieder hochpäppelt? Wer hat geschrien als Adidas 80 Millionen Euro für einen Zehn-Prozent-Anteil am Verein an den FC Bayern überwiesen hat und ihnen damit einen Haufen Geld in den Rachen warf um die BuLi-Konkurrenz durch die üblichen gezielten "Weg"käufe zu schwächen?

    Ein Verein wie Hoffenheim, dem im Zweifelsfall niemand irgendwen wegkaufen kann, war längst fällig. Die BuLi krankt nicht am Sonderfall Hoffenheim, sondern an der langweiligen Bayern-Dominanz. Doch immerhin sind die Bayern dafür der einzige Verein, für den man sich international nicht schämen muss. Entweder beschwert man sich über mangelnde internationale Wettbewerbsfähigkeit (weil im Ausland überall potente Sponsoren lauern oder sich Milliardäre einen Verein leisten) oder man hat weniger hohe Ansprüche daran woher das Geld kommt um mitzuhalten. Denn die anderen werden nichts ändern, im Gegenteil weitet sich die Situation ja auf Ost-Europa aus. Wenn ich wählen muss, ist mir eine Kommerz-Liga lieber, als das ständige Gejammer, dass wir keine Top-Spieler mehr in Deutschland verpflichten oder halten können. Und das kenne ich aus Bremen zu Genüge. In den USA ziehen ganze NFL-Teams dorthin um wo das Geld sitzt. Da wird es uns der Unterschied nicht umbringen, ob die Kohle für den Kader aus einer Milliardärs- oder wie heute einer Unternehmenskasse kam. Die Sponsoren reden heute teilweise kaum weniger rein. Bereits heute ist mancher Spieler indiskutabel weil er die falschen Schuhe trägt oder er soll gekauft werden, weil er die richtigen Schuhe trägt - passend zum Ausrüster usw. usf.

    PM

  9. #3198
    Benutzerbild von brandbrief

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    AW: Fußball-Fans anwesend?

    Zitat Zitat von PostMortem Beitrag anzeigen
    ...Musste man den "niedergegangenen" Amateur-Verein Hertha BSC mit seinen letzten paar hundert aktiven Heim-Fans aus dem Poststadion wieder durch eine koordinierte Kraftanstrengung und unter Federführung der UFA in die 1. Bundesliga hieven? Wer hat sich damals beschwert?...

    ...Wird man sich beschweren, wenn Heiner Kamps Millionen für Fortuna Düsseldorf locker macht oder jemand Rot-Weiss-Essen wieder hochpäppelt?...
    Das sind alles Traditionsvereine. Viele sprechen dadurch das Recht auf finanzielle Unterstützung in dieser Art und Weise der TSG Hoffenheim ab.
    Hertha, Düsseldorf, Essen haben ausreichend Fanpotenzial. In Hoffenheim wurde dieses, um es mal mit Torstens Worten zu sagen, ebenfalls künstlich hochgezüchtet. Es kommen ja zu den Heimspielen das -zigfache an Zuschauern, als Hoffenheim Einwohner hat. Das sind dann alles die sogenannten "Erfolgsfans".
    Der Anhänger geht also nicht mehr zum Fußballspiel, weil er sich emotional und regional mit dem Verein verbunden fühlt und sich damit identifizieren kann, sondern weil die Truppe einfach mal tollen Fußball spielt.

    Der eigentliche Knackpunkt des hoffenheimschen Hasses ist wohl, dass es sich hierbei um einen bisher völlig belanglosen Dorfverein handelt.
    Hätte Hopp seine Millionen bspw. in Waldhof Mannheim investiert, ich glaube, dann gäbe es diese ganzen Debatten nicht.

    Sein Unverständnis für den Fall Hoffenheim begründet man mit Argumenten, die man bei jedem anderen Verein akzeptiert hätte.

  10. #3199
    Benutzerbild von djrene

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    AW: Fußball-Fans anwesend?

    Tradition zählt also nur, wenn man auf höchster Ebene gespielt hat? Das ist eine völlig neue Erkenntnis für mich. Vom Alter her nehmen sich die genannten Beispiele Berlin, Essen und Düsseldorf gegenüber Hoffenheim nicht viel. Das Traditionsgeschwätz halte ich in dieser Diskussion mal für den absolut größten Käse. Machen wir halt eine Traditions-Bundesliga. Dann sind die Bayern nicht dabei. Leverkusen sowieso nicht und viele andere schauen auch zu. Internationalen Erfolg haben wir dann halt gar keinen mehr. Macht aber nichts, denn wir haben dann Tradition.

  11. #3200
    Benutzerbild von djrene

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    AW: Fußball-Fans anwesend?

    Zitat Zitat von brandbrief Beitrag anzeigen
    Der Anhänger geht also nicht mehr zum Fußballspiel, weil er sich emotional und regional mit dem Verein verbunden fühlt und sich damit identifizieren kann, sondern weil die Truppe einfach mal tollen Fußball spielt.

    Da kommt eine ganz neue Erkenntnis auf. Da gehen Leute zum Fußball, um des Fußballs willen und nicht weil man halt zufällig da geboren ist. Spricht quasi jedem Fan das Recht ab zu Heimspielen weiter als 100 km anzureisen. Wegen der regionalen Verbundenheit und Emotionen und so.

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