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Graffiti und Tags: Kunst oder Schmiererei?

Erstellt von Babooshka, 25.11.2004, 15:38 Uhr · 161 Antworten · 10.464 Aufrufe

  1. #1
    Benutzerbild von Babooshka

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    So, hier habt ihr. Jetzt würde ich aber auch gerne mal wissen, warum ich keine Ahnung habe, von Vorurteilen behaftet und sowieso die letzte Spießerin bin, weil ich Tags scheiße finde. Warum setzen Sprüher Tags? Was ist der Unterschied zwischen einem Wohnhaus und einem Bürogebäude? Warum MUSS ich mir diese Art von "Kunst" (ich spreche immer noch von Tags) ansehen, auch wenn ich es nicht will?

    So, dann man ran Alyosha und Sinister.

  2.  
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  3. #2
    Benutzerbild von Babooshka

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    Bitte auch J.B.s Postings in Zukunft hier beantworten! Danke!

  4. #3
    Benutzerbild von J.B.

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    Aber Babooska!

    Ich bitte Dich!

    Wir haben doch offensichtlich alle noch nie eine Sprühdose in der Hand gehabt, gesprayt oder Wände und Anderes verziert.

    Sonst würde uns ja nicht unterstellt keine Ahnung zu haben!

    Das scheint man ja anhand von 2-3 Posting deutlich erkennen zu können! Ich könnte das ehrlich gesagt nicht.

    Und dass es ja eigentlich doch keine Kunst ist habe ich eben erst aus dem S-Bahn-Thread von jemand (sinister) erfahren, der Ahnung davon hat.

    Man wird sehen...

    Gruß

    J.B.

  5. #4
    Benutzerbild von Babooshka

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    Sind Tags Kunst? - nein. Wurde uns jedenfalls so gesagt.
    Sind Tags Schmiererei? - auch nicht.
    Sind Tags Reviermarkierungen? - auch nicht.

    Was sind Tags denn dann? Wozu dienen sie? Kann mir das einer von den "Erleuchteten" mal erklären?

  6. #5
    Benutzerbild von J.B.

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    Hobby?

    ABM?

    Kenophobie? (Angst vor Leere)

    Leukophobie? (Angst vor der Farbe Weiß)

    Scopophobie? (Angst, gesehen, betrachtet oder angestarrt zu werden)

    Iwnwisms? (Ich weiß nicht was ich sonst machen soll)

    Spaß beiseite!

    Es ist müßig darüber zu spekulieren.

    Mich würde wirklich mal interessieren welche Philosophie dahinter steckt.Und die scheint wirklich nicht leicht zu erklären zu sein.

    Was also ist ein Tag (lautspr.: Täg)?

    Warum werden immer wieder Tags und Werke von Anderen übersprüht?

    Darf in der Szene nicht jeder sprühen wo er will?

    Mit meinen Fragen aus dem S-Bahn Thread sind das eine Menge Fragen, deren Antwort mich wirklich brennend interessiert!

    Gruß

    J.B.

  7. #6
    Benutzerbild von Babooshka

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    Pass bloß auf, was du sagst J.B., sonst fängt das nächste Posting wieder mit einem Kotzsmiley an

  8. #7
    Benutzerbild von Alyosha

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    ich habe doch nicht gesagt daß Babooshka eine Spießerin ist. Meinst du vielleicht, weil ich in ein oder zwei anderen Topics Leute gradewegs "Spießer" genannt habe ? - NEIN NEIN, ich sehe nicht gleich jede/n so !


    Aber die Art und Weise wie J.B. seine Fragen stellt (zumindest im andern Topic, bei S-Bahnen), finde ich schon recht provokant - als ob man schon von vornherein von irgendwas "Bösem" (oder so ähnlich) ausgeht.
    Was er geschrieben hat, steht für Vorurteile bzw. Pauschalbeurteilungen.


    zum eigentlichen Thema:
    ich würde gerne vieles dazu sagen (aber nicht um sich zu rechtfertigen, sondern zur Information) -
    aber das wird noch ein wenig dauern, denn mein Internet ist zur Zeit defekt - ich muß es hier vom Internetcafé aus benutzen, und im Café habe ich irgendwie keine Geduld mich auf langwieriges Geschreibe, Diskussionen und Erklärungen einzulassen. mir fehlt einfach der Nerv dazu, wenn es woanders als bei mir zuhause ist.

    Manchmal, zur Nachtzeit, funktioniert auch mein Internet zuhause - aber da bin ich dann immer schon so müde.

    Könnt ihr mir also ein bißchen Zeit lassen ? nur Geduld, ich schreib demnächst MIT SICHERHEIT darüber.

  9. #8
    Benutzerbild von J.B.

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    Um hier mal den Zusammenhang herzustellen zitiere ich mal meine beiden Posts aus dem S-Bahn-Thread, damit jeder selbst entscheiden kann ob ich grundsätzlich vom Bösen ausgehe.

    Hier also Post 1:

    J.B. postete
    Nun wird mit mir ein weiterer "Experte" seinen Senf dazu geben.

    Ich erachte eine Diskussion darüber ob Graffiti, seien es nun reine Tags und/oder Gesamtwerke, Kunst ist oder nicht völlig unnötig!

    Warum?

    Wenn man davon ausgeht, dass sich Sprayer als Künstler verstehen, was ihnen von meiner Seite aus unbenommen bleibt (warum wird aus meinen weiteren Text deutlich), dann ist das, was sie wo auch immer hinsprayen KUNST! Punkt aus!

    Jemandem der Farbe und anderen Zutaten aus 10 Metern Höhe auf eine Leinwand klatscht und dieses anschließend für sein größtes Kunstwerk aller Zeiten hält, zu erklären, dass das, was er da fabriziert hat Schrott ist und er zum Künstler nichts taugt, reagiert auch nicht mit Verständnis.

    Und genau das ist der Punkt!

    Da kann etwas in den Augen des einen Betrachters eine illegale Schmiererei sein, für den Schöpfer selbst bleibt es Kunst.

    Ich habe viele Graffities gesehen, die ich für mich als Kunst bezeichnen würde, nur frage ich mich warum muss es an Immobilien oder Fortbewegungsmitteln sein? Warum an immer schwerer zu erreichenden, fast schon vollkommen unzugänglichen Orten? Warum auf Autobahnschildern, Brücken oder auf Wassertürmen?

    Komischerweise trifft man an solch exotischen Orten meist Sprayer! Maler und Zeichner, die ich als die nächstverwandten Künstlergruppen sehen würde, begnügen sich damit ihre Staffeleien z.B. tagsüber in der Fußgängerzone aufzustellen, wenn sie sich nicht sowieso auf ihr Atelier beschränken. Ich habe noch nie davon gehört, dass es sich nachts um drei an Weiche 32, direkt neben der Schnellzugtrasse besser malt! Oder in 6 Meter Höhe über der A1! Oder in einem U-Bahntunnel! Um Mitternacht auf dem Rathausplatz würde ich gerade noch durchgehen lassen.

    Warum also in der Öffentlichkeit? Und warum kann man so etwas nicht auf große Leinwände oder Plakate sprühen? Weil die zu teuer wären? Ein Gang zum Abfalllager von Papierfabriken wäre eine echte Alternative.

    Also warum dann auf diese Art? Damit möglichst viele Leute es sehen? Was sehen??? Die „Kunst“? Oder vielleicht doch nur den Ort an dem es passierte? Das scheint für mich zumindest ein entscheidender Punkt bei vielen Sprayern zu sein! Es muss spektakulär sein. Und wenn schon nicht das gesprayte Objekt oder der Tag, dann zumindest der Ort.

    Adrenalin, der Kick des Verbotenen, also Illegalen, scheint ebenfalls zur Philosophie vieler Sprayer zu gehören. Sonst würden sie ihre Kunstwerke ja in aller Öffentlichkeit und an helllichtem Tag an Häuser, S- und U-Bahnen, Autobahnbrücken usw. sprühen.

    Komischerweise tun sie das aber nicht! Warum nicht? Weil sie wissen das es illegal ist und ihnen Geldbussen, Sozialarbeit und andere Dinge drohen wenn sie erwischt werden. Warum tut man es aber trotzdem? Sogar an Orten, an denen Lebensgefahr für einen selber herrscht? Für den Kick? Für den Ruhm? Oder für alle Welt, der ich meine Kunst zeigen will? Das könnte ich aber auch anders. Ohne mein Leben zu riskieren oder möglicherweise erwischt und verurteilt zu werden.

    Nun zu den Tags. Meines Wissens nach sind Tags nichts anderes als die Visitenkarte des Sprayers, sein Unterschrift oder Signatur eben. In ein Gesamtwerk eingearbeitet finde ich das völlig in Ordnung, aber wie habe ich dann Tags zu verstehen, die für sich alleine stehen und zwar massenhaft und auf so ziemlich allem was irgendwo verankert ist (Stromkästen, kleinste Mauerfleckchen, Laternenmasten usw.)? Soll das Fließbandkunst sein? Eine kryptische Hieroglyphe die ich an 100 Punkten in einer Straße sehe (und das ist kein Einzelfall!) ist also auch noch als Meisterwerk von Künstlern zu sehen? Nicht mal den Hauch einer Reviermarkierung, nach dem Motto „Hier spraye ich!“ ???? Da habe ich wirklich so meine Zweifel.

    Fest steht für mich nach dieser Diskussion bislang folgendes:

    Die meisten Sprayer sind eigentlich in Wahrheit verkannte und zu unrecht verdammte Künstler und Genies, die ihre Kunst durch akribische Ortswahl einer möglichst breiten Masse präsentieren wollen!

    Näher bringen wollen sie es sicherlich nicht, denn dagegen spricht die Ortswahl (Punkte, an denen jedem klar sein muss dass ein Kunstwerk hier im Sinne des Gesetzes illegal ist), die Zeit (nachts erntet man nur schwer Beifall oder Zustimmung) und auch die Intention (ich möchte den Sprayer hören, der nachts auf dem Bahngelände an einer S-Bahn steht und sagt „Eigentlich will ich hier ja gar nicht sprühen, aber wie sollen die Leute sonst sehen was für ein Künstler ich bin!“).

    Fragt man einen Sprayer sieht er sich logischerweise als Künstler! Denn für ihn, ist das was er macht Kunst! Die entscheidende Frage bleibt aber doch warum er es an für Graffities verbotenen Plätzen (öffentliche Gebäude u. Plätze, Autobahnen, Bahngelände) macht? Weil es ihm nicht um die Kunst alleine geht und meiner Meinung nach auch nicht darum der Welt zu zeigen wie toll er sprayen kann.

    Ich denke hier kann man einen Vergleich zu bestimmten Meister- und Taschendieben ziehen. Die betrachten ihre ebenfalls illegale Tat als Kunst, sehen sich als Künstler, die es eigentlich nicht nötig hätten, aber ständig eine neue Herausforderung suchen.

    Ich wage also zu behaupten, dass es vielen Sprayern eigentlich weniger um die Kunst geht, als vielmehr um die Herausforderung, den Nervenkitzel und die Aktion an sich. Das Ergebnis ist eher zweitrangig, obwohl dieses vorher akribisch vorbereitet wurde (Skizzen, Farbauswahl, usw.). Eigentlich sind doch die meisten dieser Aktionen nichts anderes als Mutproben, die andere zu wieder neuen, meist spektakuläreren Mutproben, herausfordern. Es findet eine Art Wettbewerb unter einander statt! Jeder strebt nach DER Sprayaktion!

    Fazit für mich: Je nach Fragestellung und Sichtweise ist ein Sprayer also ein Künstler, ein verkanntes Genie, ein Mensch der anderen durch Graffities etwas mitzuteilen hat, ein um sich sprühender Vandale, ein Revoluzzer, ein Gebäude und anderes verunstaltender, profilierungssüchtiger Halbstarker oder ein Adrenalinjunkie, der das Sprayen für sich entdeckt hat.

    Hier wird man keinen Kompromiss finden können!

    Für die einen ist es Kunst, für die anderen und vielen Fällen auch für das Gesetz, ist es Vandalismus.

    Viele Graffities gefallen mir wirklich gut und ich bewundere die Leute die dahinterstecken, aber ich kann nicht nachvollziehen warum sie dies in vielen Fällen wissentlich illegal tun?!?

    Gruß

    J.B.
    Und gleich kommt Nummer.

  10. #9
    Benutzerbild von J.B.

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    Hier also mein zweites Posting aus dem S-Bahn-Thread:

    J.B. postete
    @ sinister

    Vermutlich sollten hier dann nur noch Kunstkritiker, Sprayer und S-Bahnbenutzer und Bahnbedienstete posten.

    Alle anderen sind wie es scheint gar nicht, unzureichend oder höchstens schlecht informiert.

    ....nebenbei, ich mache keines von den genannten dingen....
    Du beziehst Dich sicher auf Deine vorherigen Unterstellung uns Unwissenden gegenüber, nämlich diesen hier:

    ...ich bin selbst "schmierer, vandalist, krimineller, sitzeschlitzer, fensterkratzer" oder wie die meisten leute mich in diesem falle nennen mögen....
    Wo sprayst Du denn so wenn ich mal Fragen darf? An Orten an denen es erlaubt ist?

    Gratulation! Dann gehörst Du nicht zu denen, über die sich hier die anderen Member echaffiert haben, mußt Di als keine Sorgen machen als etwas von dem bezeichnet zu werden was Du da aufgelistet hast.

    Wenn nicht, bist Du jemand, der Fremdeigentum bzw. öffentliches Eigentum ansprüht und somit im Sinne des Gesetzes ein Sachbeschädiger o. Ä.. Egal wie künstlerisch wertvoll Dein Werk ist.

    Ausserdem schreibst Du:

    ...ich definiere meine werke auch nicht kunst und der kick is irgendwo beim 300.mal stehengeblieben...
    Also wenn es keine Kunst ist was Du machst, was ist es dann? Ein Hobby? Langeweile? Verschönerungskonzepte?

    Entschuldige bitte die in Deinen Augen vielleicht dummen Fragen, aber als jemand der schlecht informiert ist und besser nicht mitreden sollte um seine persönliche Meinung zu vertreten, wären mir Antworten auf diese Fragen ein großes und ehrliches Bedürfnis! Wenn man mal nichts weiß, sollte man sich zumindest bemühen weitere Informationen von Insidern zu erhalten, so einen das Thema denn interessiert.

    So ganz Unrecht kann ich aber auch nicht gehabt haben wenn Du sagst, dass der Kick irgendwo beim 300. Mal stehen geblieben ist. Das heißt für mich, dass Du 299 Mal den Kick gesucht hast!

    Im übrigen stammt die Assoziation Sprayer = Sitzeschlitzer wohl eher von Dir, denn von den anderen Membern hier.

    Nach Deinem vorletzten Post gehe zumindest ich davon aus, dass Du meinen vorherigen nicht wirklich aufmerksam gelesen hast. Schade eigentlich, denn dass sollte man von jemandem erwarten können, der so viel Ahnung hat.

    Schade auch, dass Du zu keiner meiner Fragen oder Punkten Stellung bezogen hast.

    SORRY für das OT, aber diese Nebendiskussion finde ich hochinteressant.

    Gruß

    J.B.
    @ Alyposha

    Klar habe ich ein wenig provoziert, und zwar um Antworten zu bekommen. Das ich von vorherherein von etwas Bösem ausgehe ist wohl eher Deine Sicht der Dinge oder Du hast nicht alles gelesen.

    Wenn etwas illegal ist, dann ist es so und da führt kein Weg dran vorbei. Ich muss nicht klauen um zu wissen, dass das nicht legal ist oder Geld fälschen um zu wissen, dass das in Umlaufbringen strafbar ist.

    Bei allem Verständnis für die Philosophie und den oftmals künstlerischen Aspekt die dahinter stecken, habe ich keines dafür, dass dabei in vielen Fällen wissentlich Sachbeschädigung betrieben wird.

    Soviel zu meinem Standpunkt.

    Ich freue mich ehrlich auf Deine Infos!

    Gruß

    J.B.

  11. #10
    Benutzerbild von Gosef

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    09.10.2001
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    1.484
    Meine Meinung:
    Ich finde, Tags sind hässliche Schmierereien.
    Und die "Bildgraffitis", die ja bekanntlich oft im eigentlichen Wortsinn "vielschichtig" übersprüht werden, sind in meinen Augen meistens auch nicht viel schöner.
    Und solchen, die ihre Sprühfarbe nachts an historischem Gemäuer, evtl. gar denkmalgeschützt, anbringen, würde ich am liebsten, so ich sie denn in flagranti ertappen würde, mit einer Schrotflinte ins Knie schießen.

    Soviel von mir dazu.

    Gruß
    Gosef

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