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Graffiti und Tags: Kunst oder Schmiererei?

Erstellt von Babooshka, 25.11.2004, 15:38 Uhr · 161 Antworten · 10.482 Aufrufe

  1. #61
    Benutzerbild von Babooshka

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    Waouw, hier ist ja mordsmäßig der Punk abgegangen!

    Eine Frage hätte ich noch an Alyosha: Findest du persönlich Tags schön? Erfreust du dich daran, wenn du z. B. mit der U-Bahn in einer der Hochbahnlinien fährst (soweit ich weiß, wohnst du ja auch in Berlin) und dabei zahlreiche Wände erblickst, die mit Tags "verziert" sind? Ich kann nicht so ganz nachvollziehen, warum du die Tagger so vehement verteidigst (und dabei, ja, das muss man leider sagen, bisweilen recht unsachlich und ausfallend wirst), zumal du selber ja gar nicht sprühst. Ich würde deine Meinung ja gerne verstehen, aber bislang ist mir das noch nicht gelungen, dahinter zu kommen.

  2.  
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  3. #62
    Benutzerbild von frasier

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    Super-Diskussion, gefällt mir!

    @ Alyosha:

    Es ist nun mal so, dass ein Experte auf einem bestimmten Gebiet (ich nehm mal an, du bist einer) grosse Schwierigkeiten hat, seine Sichtweise Leuten zu vermitteln, die nur Laien (bin ich auch) auf diesem Gebiet sind. Jemand der sich jahrelang mit einer Thematik befasst hat, hat einfach ein viel tieferes Verständnis dafür. Man neigt dann gegenüber Laien zu einer gewissen Arroganz, die man aber beherrschen muss. Und Laien können diese Sicht nicht nur nicht nachvollziehen sondern sie finden sie geradezu schwachsinnig.

    Dass das einen auf die Palme bringt, ist absolut verständlich.

    Man kann dann eigentlich nur versuchen, seine Argumente rein sachlich nochmal zusammenzufassen (ob man dass schafft hängt aber auch vom Temperament und von der Selbstbeherrschung ab), und wenn das immernoch nichts bringt, muss man einsehen, dass man mit dem/den anderen keine gemeinsame Verständigungsbasis hat und die Diskussion beenden.


    @ J.B.:

    Respekt für deinen Umgang mit der Diskussion.

  4. #63
    Benutzerbild von DeeTee

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    @frasier:

    Fehlt da ein Ironie-Smilie?

    DeeTee

  5. #64
    Benutzerbild von frasier

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    @ DeeTee:

    Nein. Ob er wirklich ein Experte dafür ist, kann ich natürlich nicht wissen, aber da ich wirklich keine Ahnung von der Materie habe, steht es mir nicht zu, ihn negativ zu beurteilen. Ausserdem entspricht sein Verhalten aus meiner Sicht nicht jemandem, der Streit sucht, sondern jemandem, der sich unverstanden fühlt.

  6. #65
    Benutzerbild von J.B.

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    Um mal wieder auf das eigentliche Thema zurück zu kommen.

    @ sinister

    Vielen Dank für die ausführliche Darstellung Deiner Sichtweise, Philosophie und Motivation.

    Du schreibst, dass bei Dir vor allem sozial(e) (-kritische) Gründe die Motivation sind und später im Text, dass es Dein Mittel ist möglichst vielen Menschen zu zeigen was Dir gegen den Strich geht und ich vermute mal, da Du Liebeserklärungen erwähnt hast, ihnen oder bestimmten Menschen auch wer Dir etwas bedeutet.

    Das kann ich problemlos nachvollziehen. Manche schreiben Leser- oder Liebesbriefe, verschicken Videobotschaften oder machen sich in Talkshows lächerlich und andere benutzen eben Graffities dazu.

    Auch merkst Du an, dass es nicht Deine Intention ist zu zerstören. Glaube ich Dir unbesehen, denn ich denke Du bist eher jemand der Erschaffen will. Dafür spricht ja schon, dass Du möglichst viele Menschen mit Deinen sozialkritischen Botschaften erreichen willst.

    Was ich noch nicht verstehe, ist die Tatsache, dass Dir die Legalität der Fläche eher unwichtig ist. Du sagst Du verzichtest auf Gebäude von kultureller Wichtigkeit oder Häuser, die sich ihre Eigentümer mühsam zusammen gespart haben.

    Woher weißt Du welchen kulturellen Wert ein Bauwerk hat, wie kannst Du ein Haus von einem Amt oder Museum unterscheiden (nicht alle Museen und Ämter sind groß, imposant oder stehen separat)und woher kennst Du die finanziellen Hintergründe der jeweiligen Hauseigentümer (wenn der Bewohner überhaupt der Eigentümer ist)? Wenn Du in dem Fall Deinen subjektiven Eindruck den z.B. ein Gebäude auf Dich macht als Maßstab nimmst, sollte Dir klar sein, dass Dir nach der Spray-Aktion unter Umständen Unverständnis, Wut und/oder Intoleranz entgegenschlagen können.

    Auch was Deine Sicht zum Thema öffentliche Gebäude betrifft, gehe ich nicht konform und kann es ehrlich gesagt auch nicht ganz verstehen.

    Von Standpunkt aus damit viele Menschen zu erreichen kann ich es nachvollziehen, aber nicht aus sozialer Sicht.

    Viele Menschen die diese Botschaft z.B. an einem Rathaus sehen, dürften vermutlich eher betroffen, wütend, entsetzt oder aufgebracht sein oder mit Unverständnis reagieren. In so einer Verfassung nimmt man die sicherlich oft gut gemeinte Botschaft wenig bis gar nicht wahr, weil die Emotionen über diese „Schmiererei“ die Aufnahmefähigkeit, die Toleranz und Ruhe Derjenigen vernebeln. Somit wäre das Ziel eigentlich eher verfehlt. Denn Du willst die Leute doch erreichen und das tut man auf diese Weise nicht, da die Botschaft kaum wahrgenommen und noch weniger aufgenommen wird.

    Das Wort öffentliche Gebäude oder Einrichtung bedeutet meiner Meinung nach, dass die Öffentlichkeit (= das Volk) dort unterschiedliche Arten von Leistungen erhält. Es bedeutet nicht, dass es allen gehört.

    Auch wenn wir alle, und wenn Du in irgendeiner Form Steuern, Sozialabgaben o. Ä. leistet, auch Du, den Unterhalt dieses Gebäudes oder der Einrichtung tragen. Nun kann man aber deswegen nicht darauf pochen, dass einem dann ein halber Quadratmeter zum Besprühen zusteht.

    Die Gegenleistung sind vielmehr die Leistungen die dort bezogen werden können und nicht die Immobilie oder deren Einrichtungsgegenstände selbst.

    Genaugenommen schädigst Du Dich ja selbst damit, denn auch Deine Steuergelder werden herangezogen, um die Entfernung der Graffities von öffentlichen Gebäuden und Einrichtungen zu bezahlen.

    Du siehst in diesem Punkt kann ich Deine Haltung nur aus der Sicht der Erreichbarkeit möglichst vieler verstehen.

    Dass Du dafür schon einmal Arrest bekommen hast, mag Dir aus Deiner Sicht im Vergleich zu anderen Straftaten lächerlich oder unsinnig zu sein. Das lasse ich aber nicht als Begründung für Deine Verfehlung im Sinne des Gesetzes gelten, denn es gilt zu bedenken, dass Straftäter, egal was sie getan haben, es aus ihrer Sicht meistens als nicht so schlimm erachten.

    Jemand der Millionen Steuergelder hinterzogen hat und dafür ein paar Jahre in den Knast gehen muss fühlt sich auch ungerecht behandelt. „Ist ja nicht schlimm! Es wurde ja niemand verletzt!“ lauten dann häufig die Argumente und genau da liegt der Fehler.

    Sachschaden, psychischer und seelischer Schaden sind für mich genau schlimm wie körperliche Schäden. Nur weil man nicht sieht wie der Geschädigte im Inneren leidet oder seine finanzielle Existenz gefährdet sein könnte, heißt dies nicht, dass so eine Tat weniger schlimm ist, wie eine gebrochenen Nase. Körperliche Wunden können oft heilen, seelische oder finanzielle nur schwer und wenn dann bedarf es eines langen Weges.

    Wenn Leute mit Unverständnis auf die Dir wegen „Malens“ auferlegte Straftat reagieren, so fehlen Ihnen ein paar wichtige Infos. Wie würden die wohl reagieren, wenn man ihnen die Summe des Sachschadens genannt und ihnen gesagt hätte, dass sie Deine Tat 1000 Euro (ihr Steuergeld zur Beseitigung des Graffities) kostet?

    Meinst Du sie hätten dann immer noch genauso viel Verständnis für Deine Tat und fänden die Strafe wäre unsinnig und ungerecht? Es kommt immer darauf an wie man den Tatbestand formuliert.

    Ganz am Anfang hast Du Malen (also in unserem Fall Sprayen) mit Plakatieren verglichen. Und gefragt ob sich schon einmal jemand darüber aufgeregt hätte. Hier im Board respektive hier in der Diskussion noch nicht, mangels entsprechendem Thema.

    Aber es gibt mit Sicherheit genügend Inhaber von Geschäften, Baufirmen oder Kioskbesitzer, die fluchen wenn sie die Dinger immer wieder abkratzen müssen. Keine schöne Sache das! Aber es kostet eben wesentlich weniger, den Vorzustand wieder herzustellen. Auch die Größe ist hier entscheidend. Die größten illegal aufgeklebten Plakate die ich bisher sah hatten DIN A3-Format, die größten illegalen Graffities die ich bisher gesehen habe DIN A0,25 () oder mehr. Hier sollte man also zumindest finanziell und aufwandstechnisch nicht Äpfel mit Kürbissen vergleichen.

    Aber der Vergleich bringt mich auf eine interessante Frage!

    Wäre es akzeptabel , wenn ich Deine Graffities mit den Ritzereien in allen Parkplatz-, Stadtpark- und Aussichtspunktbänken dieser Welt oder den Eddingzeichnungen in Toiletten, auf Schultischen usw. vergleiche? Ganz unabhängig vom von mir im vorangegangen Abschnitt erwähnten finanziellen Aspekt!

    Ich glaube schon da Parallelen zu erkennen. Auch hier versuchen Menschen möglichst vielen Anderen an zumeinst öffentlichen Orten etwas mitzuteilen. Gut, der sozialkritische Aspekt kommt dabei nicht ganz so zum Tragen wie bei Dir, aber zumindest der emotionelle (Herzchen im Holz z.B.).

    Lustigerweise verewigen sich hier die „Botschafter“ auch mit einer Signatur. Allerdings auch meist mit einem Datum und so sinnvollen Aussagen wie “Ich war hier!“ kombiniert.

    Und was fällt uns dabei auf? Richtig die kleine, aber durchaus feine Parallele zu den Tags!

    Deine Beschreibung fand ich übrigens sehr informativ.

    Nur noch mal für mich zum besseren Verständnis. Wäre es richtig, wenn ein Tag einerseits so etwas wie eine Visitenkarte sein kann (Wiedererkennung), aber andererseits auch so etwas wie Zinken von Hausierern und dem fahrenden Volk (Kommunikation innerhalb einer Szene)? Und kann es sein, dass andere, szenefremde Gruppierungen (z.B. Gangsterclans in New York) sich manche Eigenschaften von Tags für ihre Zwecke zu Nutze machen?

    Auch bin ich der Meinung, das ein Tag pro 500m² reicht. Das viele Menschen fünf auf einem Quadratmeter als sinnlose Schmiererei empfinden kann ich gut nachvollziehen.

    Ob und wer nun was als Kunst empfindet ist völlig egal, denn wie ich schon geschrieben habe, für den einen ist es Kunst, für den anderen Rumgesaue. Welche Arten von Graffities eher als Kunst zu bewerten sind und welche nicht hängt auch vom jeweiligen Betrachter ab und wer sich in der Szenen nicht auskennt oder nicht weiß was dahintersteckt für den sind z.B. Tags hirnloses Gesprühe. So etwas kann man nicht ändern. Die einen könnten höchstens aufgeschlossener und bedachter, und die anderen mindestens umsichtiger und offener sein.

    Schließlich und endlich noch zu Pauschalisierungen. Hier gebe ich Dir Recht. Viele machen es sich zu einfach oder vergessen eben die Betonung darauf zu setzen, dass es sich um ihre Meinung handelt. Mit ein wenig Mühe kann man so etwas allerdings auch bei einigen herauslesen.

    Ich bemühe mich immer möglichst wenig bis keine Pauschalisierungen oder Verallgemeinerungen zu benutzen. Allerdings mache ich auch nicht den Fehler und erwarte dies von allen anderen Diskussionspartnern. Jeder ist eben so wie er ist, auch wenn es schön wäre, wenn manche etwas flexibler wären was die Art der Meinungsdarstellung angeht.

    Wie Du allerdings darauf kommst, dass ich ein Zocker (wie der Begriff zu definieren ist sei dahingestellt ) bin ist mit eher rätselhaft. Wenn ich in der Woche 3 Stunden am PC spiele ist das schon sehr viel. Konsole habe ich keine, für Gesellschaftsspiele fehlt mir leider die Zeit und Geldspiele erschienen mir eher sinnlos. Aber egal, Du hast es eben in einem Beispiel anklingen lassen.

    Vor Deinen sozialen, ehrenamtlich ausgeführten Tätigkeiten habe ich im Übrigen größten Respekt!

    @ frasier: THX

    Gruß

    J.B.

  7. #66
    Benutzerbild von J.B.

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    Mir ist da ein peinlicher Typo passiert, den ich hiermit gerne korrigieren möchte.

    Ich schrieb:

    ...Dir wegen „Malens“ auferlegte Straftat reagieren...
    Es muss selbstverständlich Strafe heißen.

    Gruß

    J.B.

  8. #67
    Benutzerbild von Alyosha

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    462
    Gosef postete
    Alyosha postete
    DeeTee posteteIn verschiedenen Threads in diesem Forum wird auf recht ansprechendem Niveau über politische und gesellschaftliche Probleme diskutiert. Graffiti als politische Meinungsäußerung zu verkaufen liegt imho auf dem Niveau von Nasen-Piercings als Symbol der Protest-Kultur
    sag mal - je mehr ich von dir lese, desto mehr fühle ich mich abgestoßen.
    Das "Niveau" von Nasen-Piercings ..... "Niveau" - mein Gott, wie gehst du denn ab ??
    (usw. usw.)
    Du hast (auch hier wieder) NICHTS verstanden.
    jaja, Gosef - bei der einen Sache (und NUR da) haste recht. ich hatte DeeTee's posting über Nasenringe und Niveau wirklich nicht verstanden - und zwar weil ich es nur überflogen hatte! Dies muß wohl im Eifer des Gefechts passiert sein, und weil es ja gegen Ende dann schon recht spät und ich schon müde war.



    @frasier - danke für deine Beiträge ))

    naja, ich bin hab das alles nicht deswegen geschrieben weil ich mich in bezug zum Thema unverstanden fühlte,

    und @Babooshka - nicht ICH teile hier mächtig aus -

    sondern:
    am Anfang war ja -bis auf eine kleine unbedeutende Auseinandersetzung mit J.B.- alles noch akzeptabel,
    aber so mit posting nr. 28/29 fingen Gosef und Dee Tee an mich anzugreifen und extrem zynisch und undifferenziert zu werden -
    soll ich mir das etwa gefallen lassen ????


    von J.B. war am Anfang die Fragestellung und Tonfall so'n bißchen provokant, und das mit den ironisch-hohlen Sprechblasen stimmte doch gar nicht (aber was red' ich; wenn dann muß Sinister ihm das sagen, nicht ich) - aber ich habe dann gesehen daß man mit J.B. doch ganz normal reden kann -

    mit Gosef und Dee Tee allerdings nicht, und mit Dave Bowman anscheinend auch nicht. Ich hab keine Lust auf Dee Tee's komische Ego-Darbietungen und Gosefs Unterstellungen und so.


    die Moral von der Geschichte: man soll sich von solchen Leuten nicht ärgern lassen. Trotzdem.... einfach so stehen lassen konnte ich das in dem Moment auch nicht.



    @Babooshka - mich stören die tags entlang von U-Bahnstrecken nicht. Ich werde hier wie gesagt demnächst noch was längeres darüber schreiben.



    @Feenwelt -
    ich sehe weder Graffiti noch Tags noch Punk als "Provokation", und sehr viele von den Leuten selber auch nicht. Bei Graffiti sind es sogar die allermeisten die das nicht so empfinden. Zu "Provokation" und angeblicher "Protest"-Kultur habe ich in post nr.40 ein bißchen mehr geschrieben.
    Ich könnte auch demnächst ein eigenes topic dazu eröffnen.
    Auch die 5ex Pistols haben 1977 auf ihrer Interview-LP gesagt daß die Stylings und Outfits doch nicht wegen Leute-auf-der-Straße-schockieren und Provokation oder ähnlichem so sind wie sie sind - sie fühlen sich einfach wohl darin und es sieht toll aus. Deswegen.
    Es können manche Songtexte eine Kritik sein, oder manche Sprüche die man in Fernsehsendungen und bei anderen Gelegenheiten sagt - aber das heißt doch nicht das in ihrem Leben ALLES damit zu tun hat. Die Klamotten sind *doch nur* weil's eben toll aussieht. Auch Siouxsie und unzählige andere (auch Nicht-Musiker) haben das ungefähr so gesagt.

  9. #68
    Benutzerbild von DeeTee

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    Aloysha postete
    aber so mit posting nr. 28/29 fingen Gosef und Dee Tee an mich anzugreifen und extrem zynisch und undifferenziert zu werden ... ... ...
    mit J.B. doch ganz normal reden kann - mit Gosef und Dee Tee allerdings nicht, und mit Dave Bowman anscheinend auch nicht. Ich hab keine Lust auf Dee Tee's komische Ego-Darbietungen und Gosefs Unterstellungen und so.


    Ich bin weder zynisch noch argumentiere ich undifferenziert und "komische Ego-Darbietungen" mache ich schon gar nicht! In diesem Fall würde ich doch eher sagen, dass Du hier munter Beleidigungen austeilst. Der Grund scheint zu sein, dass Du die an Deiner Haltung geäußerte Kritik nicht ertragen (verstehen?) kannst. Deine Reaktion zeigt, dass Du Kritik an einer Sachfrage bzw. moralischen Frage nicht von der Kritik an einer Person trennen kannst. Das macht es äußerst schwer, überhaupt mit Dir zu diskutieren, weil mit Argumenten gar nicht erreichbar bist.

    Sprayen und Taggen auf nicht dafür freigegeben Flächen sind Sachbeschädigungen. Sie gehören bestraft. Die Schäden werden dann auf Kosten der Allgemeinheit beseitigt. Damit zahlen vielen andere Leute Dein (und anderer) uneinsichtiges Privatvergnügen. Findest Du das gut?

    DeeTee

  10. #69
    Benutzerbild von Alyosha

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    oh doch, musicola - auch zum Thema Graffiti kann ich Lene Lovich einbringen -
    denk nur an ihren Song "Writing On The Wall" - da geht's darum daß sie es bereut, den Kontakt zu jemand verloren zu haben - und der Song hat teilweise auch mit Graffiti zu tun !
    Lene Lovich sieht die Sache mit den Graffitis nämlich sehr unproblematisch (das würde ich von ihr auch nicht anders erwarten .....
    man muß im Leben einfach LOCKER sein)-


    hier der Text
    ("subway" ist hierbei keine U-Bahn, sondern heißt im britischen Englisch "Unterführung"):

    WRITING ON THE WALL

    The writing's on the subway wall
    I'm sorry that I never called
    I never phoned or wrote to you
    It's silly 'cause I wanted to

    Oh yes, the subway wall
    Sadly seems to say it all
    It's my mistake, I know that now
    A bit too late to cry...

    You're somewhere else with someone else
    And here am I - all by myself
    An empty wall, an empty me
    I write the things that should've been

    I tell the world how much I care
    And miss the one that isn't there

    Oh oh the writing on the wall (x3)

    The writing's on the subway wall
    And give or take a year or so
    Someone will come and rub it out
    Delete the words that hurt my heart
    Oh yes, there will remain
    A little hurt, a little stain
    The memory can still be read
    Upon the wall inside my head

    Oh oh the writing on the wall (write on)
    Oh oh the writing on the wall (write on) ....



  11. #70
    Benutzerbild von Torsten

    Registriert seit
    05.10.2001
    Beiträge
    6.613
    Alyosha schrieb
    ich sehe weder Graffiti noch Tags noch Punk als "Provokation", und sehr viele von den Leuten selber auch nicht. Bei Graffiti sind es sogar die allermeisten die das nicht so empfinden. Zu "Provokation" und angeblicher "Protest"-Kultur habe ich in post nr.40 ein bißchen mehr geschrieben.
    "Ein bisschen mehr" Stuss, sollte man hinzufügen - selten einen solchen realitätsfremden und heuchlerischen Mumpitz gelesen. Und wer eine derart cholerische Allergie gegenüber beobachtenden Instanzen pflegt, definiert sich sowieso ratzfatz aus einer vernünftigen Diskussion heraus.

    Ansonsten sind die entscheidenden Aspekte und damit auch mein eigener Standpunkt hier bereits genannt worden. Folgende Passagen bringen es auf den Punkt:
    Gosef schrieb
    Ich finde, Tags sind hässliche Schmierereien.
    Und die "Bildgraffitis", die ja bekanntlich oft im eigentlichen Wortsinn "vielschichtig" übersprüht werden, sind in meinen Augen meistens auch nicht viel schöner.
    Und solchen, die ihre Sprühfarbe nachts an historischem Gemäuer, evtl. gar denkmalgeschützt, anbringen, würde ich am liebsten, so ich sie denn in flagranti ertappen würde, mit einer Schrotflinte ins Knie schießen.
    Babooshka schrieb
    Um meine Meinung nochmal zusammenzufassen: schöne, kunstvoll gestaltete Graffiti: ja, wenn am richtigen Ort (graue, triste Betonmauer z. B.). Tags: definitiv nein.
    Dee Tee schrieb
    Graffiti als politische Meinungsäußerung zu verkaufen liegt imho auf dem Niveau von Nasen-Piercings als Symbol der Protest-Kultur.
    SonnyB. schrieb
    Wie schon von einem Vorposter gesagt: Es gibt wirklich gute Künstler unter den Sprayern, die dann aber auch Respekt vor fremden Eigentum haben, und dann auch solche, die nur auf den Kick aus sind oder Aufmerksamkeit brauchen.
    Feenwelt schrieb
    Meine Meinung:
    Wer irgendwas an die Wand meines Hauses ohne mein Einverständnis malt, dem würde ich gerne in die Fresse hauen.
    Feenwelt schrieb
    Tags sprechen nämlich niemanden an, außer eventuell den Leuten, die selbst taggen. Kaum jemand anderes kann überhaupt was damit anfangen. Ergo: Bullshit, Schmiererei, illegal.
    Feenwelt schrieb
    Und jetzt kommt jemand daher und wehrt sich dagegen, daß andere Tags scheiße finden. Wieso? War doch klar, oder? Ich behaupte: Jeder, der Tags malt, weiß vorher genau, daß 99% der Bevölkerung das ablehnen.
    Und DAS ist der Grund, warum ich taggen bescheuert finde. Die Leute malen etwas, was andere einfach nur nervt. Also eine Form der Provokation - und eine extrem langweilige, phantasielose dazu.
    Feenwelt schrieb
    Tagger sind für mich einfach nur hohl. Provokativ zu sein ist ja eigentlich was ganz tolles. Aber kreativ ist das nicht. Warum nutzen die Leute nicht ihr Hirn für eine kreative provokation? In den 80ern hat's wenigstens noch Punks gegeben, die eine ganze Mode kreierten mit ihrer Provokation. Und die führte tatsächlich zu einem gesellschaftlichen Umdenken in Teilbereichen.
    Dave Bowman schrieb
    Kommt mir irgendwie gerade so vor, als wenn Du einen BigMac mampfend, laut rülpsend und furzend in ein Feinschmecker-Restaurant geplatzt wärst und Dich nun drüber aufregst, dass die Leute etwas pikiert gucken...
    Muggi schrieb
    Mit Verlaub: 70 Milliarden weltweit sind volkswirtschaftlich gesehen ein Fliegenschiß. Ziehe noch die Schadenssumme ab und das Ganze wird lächerlich.
    Diese Zitate bilden für mich die Quintessenz der hiesigen Thematik.

    Abschließend noch etwas zum Begriff "Toleranz":

    Wer auffallend inflationär von Toleranz faselt, ist mir schwer verdächtig. Zumal derart demonstrativ vorgetragenes Gutmenschentum letztlich selbst eine Intoleranz impliziert - nämlich die gegenüber klaren Standpunkten anderer. Eine solche Form der Intoleranz ist markant häufig gerade bei denjenigen zu beobachten, die sich für ach so liberal halten oder gerade selbst auf die Toleranz anderer angewiesen sind.

    Ansonsten halte ich es mit Ambrose Bierce:
    Toleranz ist vor allem die Erkenntnis, dass es keinen Sinn hat, sich aufzuregen.
    Hinzu kommt noch ein Aspekt, den ein guter Freund kürzlich ansprach: Ein nicht unerheblicher Teil derjenigen, die auffallend häufig mehr Toleranz einfordern, dürften diese Ansicht auch mit einem eigennützigen Hintergedanken vor sich her tragen - denn wer sich als ausgesprochen toleranter Geist deklariert, trage dabei auch meist die Erwartungshaltung in sich, hinsichtlich seiner eigenen Handlungen gleichermaßen liberal behandelt zu werden. Frei nach dem - überspitzt formulierten - Motto: Wenn ich den Scheiß anderer akzeptiere, sollen die bitteschön auch gefälligst hinnehmen, was ich so anstelle.

    Je mehr ich über diesen Einwand nachdenke, umso treffender und wahrscheinlicher erscheint er mir...

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