Seite 10 von 12 ErsteErste ... 6789101112 LetzteLetzte
Zeige Ergebnis 91 bis 100 von 115

Grand Prix Song Contest 2004 - Punktevergabe

Erstellt von Ruedili, 16.05.2004, 09:59 Uhr · 114 Antworten · 4.706 Aufrufe

  1. #91
    Benutzerbild von
    Zu den 70ern als goldenes Jahrzehnt des GPs (das 1970 übrigens gleich erstmal damit begann, dass wegen Unzufriedenheit mit dem Abstimmungsmodus so wenig Ländern teilnahmen wie niemals zuvor...) und wunderbaren Pop-Klassikern die daraus hervorgingen gehört ganz ohne Zweifel auch Abba und Waterloo.

    Richtig interessant wird es, wenn man weiss, dass die Teilnahme von ABBA am GP nur aufgrund des, für den schwedischen Vorentscheid nach Protesten eingeführten, Zuschauer-Votings überhaupt möglich war. 1973 entschied in Schweden nämlich noch eine Jury und schickte statt der hochfavorisierten ABBA vergleichsweise erfolglos ein Duo namens Nova zum GP. Kaum durfte 1974 das Volk dran, wurde auch was anständiges draus.

    Will heissen: Tele-Voting, egal in welcher Form, ist eben nicht unbedingt unbrauchbar und ein zeitgemäßes Instrument um die Leute in so eine Veranstaltung aktiv einzubinden. Und damit meine ich dann auch wieder auf europäischer Ebene. Natürlich ist es einfacher es den Leuten wieder weg zu nehmen (natürlich braucht man sich dann nicht wundern, dass man damit viele treue anrufende Zuschauer verprellt). Aber es könnte sich auch lohnen etwas Gehirnschmalz zu investieren und Anreize zu schaffen, die die Leute eher dazu bringen objektiv zu bewerten und regionale Sympathien außen vor zu lassen.

    Z. B. könnte man gleichzeitig einen größeren Preis im Rahmen der Abstimmung verlosen. Will heissen: Man stimmt nicht nur für den möglichen Sieger, sondern man tippt damit auch gleichzeitig auf den Sieger und kann auch nur dann den Gewinn abräumen. Wenn z. B. der Gewinn eines oder mehrerer Mittelklassewagen oder meinetwegen 5x100.000 Euro im Raum steht (in Anbetracht der Kosten eines heutigen GPs, der mittlerweile erwarteten Einnahmen aus der Vermarktung und der Beträge die sonst mittlerweile im TV unter die Leute gebracht werden, nicht gerade ein überfordernder Kostenpunkt - und es muss ja für den Zuschauer nicht nur Nachteile haben, dass der GP viel kommerzieller geworden ist), könnten es sich viele Leute schon überlegen, ob sie eher für ihren Nachbarstaat anrufen oder für den Titel von dem sie wirklich am ehesten überzeugt sind, dass er qualitativ gut genug ist um zu gewinnen. Es ist eben so, dass der Mensch ein bequemes Tier ist das seinen Gewohnheiten und manchmal irrationalen Motiven folgt. Doch kaum ist ein Anreiz da, schon läuft bei den meisten der Verstand wieder wie geschmiert und es geht auf einmal total nüchtern-sachlich zur Sache. Mir sind solche Maßnahmen in allen Lebensbereichen 1000x lieber als irgendwelche neuen Verbote oder der Entzug irgendwelcher bestehenden Einfluss- und Wahlmöglichkeiten.

    Dave

  2.  
    Anzeige
  3. #92
    Benutzerbild von Torsten

    Registriert seit
    05.10.2001
    Beiträge
    6.613
    Dave Bowman postete
    Richtig interessant wird es, wenn man weiss, dass die Teilnahme von ABBA am GP nur aufgrund des, für den schwedischen Vorentscheid nach Protesten eingeführten, Zuschauer-Votings überhaupt möglich war. 1973 entschied in Schweden nämlich noch eine Jury und schickte statt der hochfavorisierten ABBA vergleichsweise erfolglos ein Duo namens Nova zum GP. Kaum durfte 1974 das Volk dran, wurde auch was anständiges draus.
    Zunächst sei daran erinnert, aus welcher Zeit diese Begebenheit stammt. Damals saßen in den meisten Juries betagtere, graumelierte Herren, die völlig veraltete Vorstellungen von Musik hatten. Man schaue sich nur die Fernsehaufnahmen damaliger GPs bzw. deren Vorentscheide an - da fühlte man sich nicht selten an den "Internationalen Frühschoppen" erinnert...

    Im Übrigen ist man sich heute recht sicher, dass selbst bei einer 74er-Jury-Entscheidung ABBA nach Brighton geschickt worden wären. Der Druck in den Medien nach dem Debakel des Vorjahres war gewaltig, und es ist kaum anzunehmen, dass es die Verantwortlichen gewagt hätten, sich diesem Bulldozer von einem Song zu verweigern.

    Heutzutage könnte man die Juries derart zusammensetzen, dass sich solche Zustände nicht wiederholen. Obwohl der Mann von Gesangsqualitäten null Ahnung hat, würde ich z. B. dennoch einen Dieter Bohlen in diesen Ausschuss einladen, weil er eben ein einzigartiges Gespür für Hits und Ohrwürmer hat. Im Gegenzug könnte man auch einen entsprechenden Gegenpol besetzen, der in der Regel andere musikalische Präferenzen vorweist. Usw. usf. So erhielte man bei einer z. B. zehnköpfigen Jury ausreichend Kompetenz und Meinungsvielfalt, die mit Sicherheit gerechtere Votings abliefern würde, als es derzeit der Fall ist.

    Dave Bowman postete
    Z. B. könnte man gleichzeitig einen größeren Preis im Rahmen der Abstimmung verlosen. Will heissen: Man stimmt nicht nur für den möglichen Sieger, sondern man tippt damit auch gleichzeitig auf den Sieger und kann auch nur dann den Gewinn abräumen. Wenn z. B. der Gewinn eines oder mehrerer Mittelklassewagen oder meinetwegen 5x100.000 Euro im Raum steht (in Anbetracht der Kosten eines heutigen GPs, der mittlerweile erwarteten Einnahmen aus der Vermarktung und der Beträge die sonst mittlerweile im TV unter die Leute gebracht werden, nicht gerade ein überfordernder Kostenpunkt - und es muss ja für den Zuschauer nicht nur Nachteile haben, dass der GP viel kommerzieller geworden ist), könnten es sich viele Leute schon überlegen, ob sie eher für ihren Nachbarstaat anrufen oder für den Titel von dem sie wirklich am ehesten überzeugt sind, dass er qualitativ gut genug ist um zu gewinnen.
    In meinem Umfeld gibt es niemanden, der sich durch wie auch immer geartete Gewinnspiele locken ließe - dafür sind den Leuten einfach die Gewinnchancen zu niedrig. Ich bezweifle, dass man auf diese Weise ein spürbar verändertes Wahlverhalten erreichen kann, speziell bei den deutlich fanatischer veranlagten Bevölkerungsgruppen. Zudem entsteht ja auch hier ein Konflikt: Tippe ich nun auf denjenigen, der nach meinem Geschmack gewinnen soll, oder auf den Act, der den Sieg am wahrscheinlichsten davonträgt (um eventuelle Gewinnchancen zu erhalten)? Beides muss sich ja nicht zwangsläufig decken. Nein, eine derartige Manipulation des Wahlverhaltens ist für mich auch keine Lösung, allenfalls ein Herumdoktern an Symptomen.

    Ich sehe schlicht keine Möglichkeit, millionenfachem "Missbrauch" des Televotings effizient entgegenzuwirken. Es ist traurig, dies konstatieren zu müssen, aber offensichtlich wissen längst nicht alle Menschen Demokratie zu schätzen und entsprechend zu nutzen. Diese Erfahrung werden im Übrigen zukünftig noch viele westliche Politiker machen, die in ihrem überheblichen Missionseifer glauben, diese Staatsform fremden Kulturen aufoktroyieren zu müssen...

  4. #93
    Benutzerbild von Heinzi

    Registriert seit
    25.12.2001
    Beiträge
    1.181
    Torsten postete
    Heinzel postete
    Zum anderen waren die Grand-Prix-Songs aber auch in den 80ern und frühen 90ern, jenen "goldenen Zeiten", schon auffällig erfolglos, was eben heisst, dass schon damals die beim Contest aufgeführte Musik am Massengeschmack vorbei produziert wurde.
    Wie kommst du zu der irrigen Annahme, dass die 80er und 90er die "goldenen Zeiten" des Grand Prix gewesen seien?
    Die "Goldenen Zeiten" habe ich auf die Charts bezogen, welche während den 80ern und frühen 90ern wohl nicht nur durch uns beide als solche bezeichnet werden können.

    Was die heutige Lage betrifft, so sollte nicht vergessen werden, dass nicht nur ein Sieg beim ESC Vorteile mit sich bringt.
    Die Promotion, die Max alleine durch seine Teilnahme für den deutschsprachigen Raum erlangt hat, in dem er realistischerweise Karriere machen kann, wird ihm für seine künftigen Veröffentlichungen wohl äusserst nützlich sein.
    Stünde nicht das altehrwürdige Prinzip "Teilnahme ist alles", und eben die Promotion für den nationalen Markt, sondern der Sieg beim ESC im Vordergrund, so müsste man halt beim nächsten Mal die Idioten von SCOOTER an den Grand Prix schicken, die, davon bin ich überzeugt, aufgrund ihres Musikstils und der Popularität gerade auch in Osteuropa, oder England, wo auch schon TopTen-Platzierungen vorlagen, gute Siegchancen hätten. Auch wenn es sich dabei natürlich nicht um die Art der Präsentation handelt, mit der man sich gerne präsentiert sehen möchte....


  5. #94
    raabi2000
    Benutzerbild von raabi2000
    Torsten postete
    Was ein Ergebnis, dessen Zustandekommen durch reine Sympathiebekundungen maßgeblich beeinflusst wurde, mit Objektivität zu tun hat, entzieht sich meinem Verständnis.
    Du schreibst, als sei bewiwsen, dass überwiegend Sympathie und nicht die Darbietung un das Lied entscheidend sind. Dem kann ich so nicht zustimmen, da ich nicht weiß, nach welchen Kriterien die Anrufer abstimmen. Es ist aber völlig legitim, aus einem "fremden" Land für sein Heimatland zu stimmen, aus welchen Gründen auch immer.

    Torsten postete
    Und wenn einem nicht unerheblichen Teil der von dir erwähnten Mehrheit die musikalische Darbietung sowieso wurscht ist, muss sich diese Fraktion auch nicht wundern, wenn man sie und damit das komplette Voting-System in Frage stellt.
    Wenn diese Fraktion die Mehrheit der Zuschauer betrifft, so muss sich nichts ändern. Das ist Demokratie.

    Torsten postete
    Zudem gebe ich zu bedenken: Es hat schon einen Grund, warum die einzelnen Nationen jeweils nicht für den Teilnehmer ihres Landes abstimmen dürfen. Diese vernünftige Maßnahme wird aber durch die heutige Bevölkerungsstruktur vieler westlichen Staaten erheblich unterwandert. Die hohen Punktzahlen des deutschen Televotings für die türkischen Beiträge in den letzten Jahren belegen dies exemplarisch. Durch die Rückkehr zu den Juries, über deren Zusammensetzung man ausgiebig diskutieren kann, wäre diese Form der Manipulation von Grund auf ausgeschaltet.
    Wie ich schon einmal erwähnte, ist auch Deutschland positiv davon betroffen. Nicht umsonst bekommen wir 12 Punkte aus Spanien.
    Aber wie oben schon erwähnt, spricht es eher gegen die weitaus größere Eigenbevölkerung eines Landes als gegen die Minderheit, die ein Ergebnis derart beeinflussen kann. Also ist die Mehrheit der Anrufer nicht innerhalb der eigenen Bevölkerung zu suchen. Von daher wird es stillschweigend akzeptiert und ist damit demokratisch.

    Torsten postete
    Ich halte das Tele-Voting, egal in welcher Form, für unbrauchbar. Und solange, wie von waschbaer erwähnt, sogar mehrfache Anrufe von der gleichen Nummer möglich sind, kann hier nicht mal von einem demokratischen Prozedere gesprochen werden.
    Siehe vorheriger Kommentar.

    Torsten postete
    Zudem möchte ich mal provokant einwerfen: Wer Demokratie missbraucht und sich somit ihrer unwürdig erweist, darf sich nicht wundern, wenn ihm die Entscheidungsgewalt irgendwann wieder abgenommen wird...
    Provokant geantwortet: Wer will entscheiden, wer unwürdig ist und wer nicht, wer die Demokratie missbraucht und wer nicht?

  6. #95
    Benutzerbild von Torsten

    Registriert seit
    05.10.2001
    Beiträge
    6.613
    raabi2000 postete
    Torsten postete
    Was ein Ergebnis, dessen Zustandekommen durch reine Sympathiebekundungen maßgeblich beeinflusst wurde, mit Objektivität zu tun hat, entzieht sich meinem Verständnis.
    Du schreibst, als sei bewiwsen, dass überwiegend Sympathie und nicht die Darbietung un das Lied entscheidend sind. Dem kann ich so nicht zustimmen, da ich nicht weiß, nach welchen Kriterien die Anrufer abstimmen. Es ist aber völlig legitim, aus einem "fremden" Land für sein Heimatland zu stimmen, aus welchen Gründen auch immer.
    Klar, "legitim" ist vieles. In diesem Fall aber eine faktische Entwertung des Votings und damit des gesamten Wettbewerbs.

    raabi2000 postete
    Torsten postete
    Und wenn einem nicht unerheblichen Teil der von dir erwähnten Mehrheit die musikalische Darbietung sowieso wurscht ist, muss sich diese Fraktion auch nicht wundern, wenn man sie und damit das komplette Voting-System in Frage stellt.
    Wenn diese Fraktion die Mehrheit der Zuschauer betrifft, so muss sich nichts ändern. Das ist Demokratie.
    ... und in diesem Fall mittel- oder langfristig das Ende der Veranstaltung. Demokratie, nebenbei bemerkt, ist entgegen weit verbreiteteten Glaubens in der westlichen Welt leider kein Allheilmittel.

    raabi2000 postete
    Torsten postete
    Zudem gebe ich zu bedenken: Es hat schon einen Grund, warum die einzelnen Nationen jeweils nicht für den Teilnehmer ihres Landes abstimmen dürfen. Diese vernünftige Maßnahme wird aber durch die heutige Bevölkerungsstruktur vieler westlichen Staaten erheblich unterwandert. Die hohen Punktzahlen des deutschen Televotings für die türkischen Beiträge in den letzten Jahren belegen dies exemplarisch. Durch die Rückkehr zu den Juries, über deren Zusammensetzung man ausgiebig diskutieren kann, wäre diese Form der Manipulation von Grund auf ausgeschaltet.
    Wie ich schon einmal erwähnte, ist auch Deutschland positiv davon betroffen. Nicht umsonst bekommen wir 12 Punkte aus Spanien.
    ... was auch nicht in Ordnung und somit ein weiterer Hinweis auf die Zweifelhaftigkeit der bestehenden Methode ist.

    raabi2000 postete
    Aber wie oben schon erwähnt, spricht es eher gegen die weitaus größere Eigenbevölkerung eines Landes als gegen die Minderheit, die ein Ergebnis derart beeinflussen kann. Also ist die Mehrheit der Anrufer nicht innerhalb der eigenen Bevölkerung zu suchen. Von daher wird es stillschweigend akzeptiert und ist damit demokratisch.
    In absoluten Zahlen ja, in relativen nein. De facto hätte die Wahlbeteiligung bei ausschließlicher Voting-Teilnahme der jeweiligen Landsleute keinerlei Bedeutung und würde somit ganz andere Ergebnisse zu Tage fördern. Außerdem können sich die Deutschen in diesem Lande ja schließlich nicht sich selbst wählen (im Gegensatz zu der hohen Anzahl an Türken) und verteilen ihre Stimmen somit logischerweise auf sämtliche andere Länder. Da ist es nur zwangsläufig, dass derlei Resultate herauskommen.

    raabi2000 postete
    Torsten postete
    Zudem möchte ich mal provokant einwerfen: Wer Demokratie missbraucht und sich somit ihrer unwürdig erweist, darf sich nicht wundern, wenn ihm die Entscheidungsgewalt irgendwann wieder abgenommen wird...
    Provokant geantwortet: Wer will entscheiden, wer unwürdig ist und wer nicht, wer die Demokratie missbraucht und wer nicht?
    Eben. Da dies nicht möglich ist, muss man das bestehende System abschaffen und andere Alternativen heranziehen. Daher mein Vorschlag, auf bedacht zusammengesetzte Juries zurückzugreifen.

  7. #96
    raabi2000
    Benutzerbild von raabi2000
    Torsten postete
    Klar, "legitim" ist vieles. In diesem Fall aber eine faktische Entwertung des Votings und damit des gesamten Wettbewerbs.
    Das mag für Dich ein Fakt sein, für mich ein absolutes Voting alle aktuell in einem land befindlichen Personen. Damit absolut korrekt.


    Raabi2000 postete
    Und wenn einem nicht unerheblichen Teil der von dir erwähnten Mehrheit die musikalische Darbietung sowieso wurscht ist, muss sich diese Fraktion auch nicht wundern, wenn man sie und damit das komplette Voting-System in Frage stellt.
    Wenn diese Fraktion die Mehrheit der Zuschauer betrifft, so muss sich nichts ändern. Das ist Demokratie.
    Torsten postete
    ... und in diesem Fall mittel- oder langfristig das Ende der Veranstaltung. Demokratie, nebenbei bemerkt, ist entgegen weit verbreiteteten Glaubens in der westlichen Welt leider kein Allheilmittel.
    Oder eben auch nicht, wenn die Mehrheit diese Form bevorzugt. Auch wenn die Veranstaltung dann nicht mehr Deinen Ansprüchen genügt, so muss sich nunmal die Minderheit der Mehrheit beugen, so ist das Leben.


    Torsten postete
    Zudem gebe ich zu bedenken: Es hat schon einen Grund, warum die einzelnen Nationen jeweils nicht für den Teilnehmer ihres Landes abstimmen dürfen. Diese vernünftige Maßnahme wird aber durch die heutige Bevölkerungsstruktur vieler westlichen Staaten erheblich unterwandert. Die hohen Punktzahlen des deutschen Televotings für die türkischen Beiträge in den letzten Jahren belegen dies exemplarisch. Durch die Rückkehr zu den Juries, über deren Zusammensetzung man ausgiebig diskutieren kann, wäre diese Form der Manipulation von Grund auf ausgeschaltet.
    raabi2000 postete
    Wie ich schon einmal erwähnte, ist auch Deutschland positiv davon betroffen. Nicht umsonst bekommen wir 12 Punkte aus Spanien.
    Torsten postete
    ... was auch nicht in Ordnung und somit ein weiterer Hinweis auf die Zweifelhaftigkeit der bestehenden Methode ist.
    Auch dies sei für Dich so gegeben, aber auch hier entscheidet, wie im wahren Leben, die Mehrheit. Und die scheint die Methode zu akzeptieren, ob nun stillschweigend oder durch Kommentare.

    raabi2000 postete
    Aber wie oben schon erwähnt, spricht es eher gegen die weitaus größere Eigenbevölkerung eines Landes als gegen die Minderheit, die ein Ergebnis derart beeinflussen kann. Also ist die Mehrheit der Anrufer nicht innerhalb der eigenen Bevölkerung zu suchen. Von daher wird es stillschweigend akzeptiert und ist damit demokratisch.
    Torsten postete
    In absoluten Zahlen ja, in relativen nein. De facto hätte die Wahlbeteiligung bei ausschließlicher Voting-Teilnahme der jeweiligen Landsleute keinerlei Bedeutung und würde somit ganz andere Ergebnisse zu Tage fördern. Außerdem können sich die Deutschen in diesem Lande ja schließlich nicht sich selbst wählen (im Gegensatz zu der hohen Anzahl an Türken) und verteilen ihre Stimmen somit logischerweise auf sämtliche andere Länder. Da ist es nur zwangsläufig, dass derlei Resultate herauskommen.
    Gegen die Türken in Deutschland stelle ich nun wieder die Deutschen in Spanien, womit wir bei einer Patt Situation stehen und das "Unrecht" in Deutschland durch ein aufhebendes "Unrecht" in Spanien wieder ausgeglichen wird. Ob die Spanier sich nun unrechtmäßig vertreten fühlen, kann ich nicht beurteilen, da mir keine Kommentare bekannt sind. Damit wäre das Voting u.U. wider ok.


    Torsten postete
    Zudem möchte ich mal provokant einwerfen: Wer Demokratie missbraucht und sich somit ihrer unwürdig erweist, darf sich nicht wundern, wenn ihm die Entscheidungsgewalt irgendwann wieder abgenommen wird...
    raabi2000 postete
    Provokant geantwortet: Wer will entscheiden, wer unwürdig ist und wer nicht, wer die Demokratie missbraucht und wer nicht?
    Torsten postete
    Eben. Da dies nicht möglich ist, muss man das bestehende System abschaffen und andere Alternativen heranziehen. Daher mein Vorschlag, auf bedacht zusammengesetzte Juries zurückzugreifen.
    Wird das bestehende System abgeschafft, so entscheiden wer weiß was für Menschen über einen Sieger, den im schlimmsten Fall niemand haben will. Was dann? Müssen wir dann das Jury-System wieder abschaffen?
    Außerdem wird den Europäern durch Abschaffung des bestehenden Systems klargemacht, dass sie nicht in der Lage sind, das "beste" Musikstück zu wählen. Womit dann wieder eine Entscheidung getroffen wäre, die sie als unwürdig und deklariert und des Mißbrauchs der Demokratie beschuldigt.

    Wie schon des öfteren erwähnt, würde ich alle Stimmen in einen Topf weren und dann das Ergebnis verkünden. Damit wird dann das Lied mit den meisten Stimmen aus Europa zum Sieger ernannt. Ansonsten kann man die Regeln lassen wie sie sind.

  8. #97
    Benutzerbild von Torsten

    Registriert seit
    05.10.2001
    Beiträge
    6.613
    raabi2000 postete
    Torsten postete
    Klar, "legitim" ist vieles. In diesem Fall aber eine faktische Entwertung des Votings und damit des gesamten Wettbewerbs.
    Das mag für Dich ein Fakt sein, für mich ein absolutes Voting alle aktuell in einem land befindlichen Personen. Damit absolut korrekt.
    Rein formal darfst du dich gerne im Recht sehen. Nützt allerdings wenig, wenn das, worum es geht (also in diesem Fall der Grand Prix), auf diese Weise den Bach runtergeht. Man muss kein Hellseher sein, um vorauszusagen, dass die arrivierten Nationen sich dieses Kuddelmuddel auf Dauer nicht mit ansehen und schließlich aus dem Wettbewerb zurückziehen werden.

    Dann hat man zwar vermeintlich immer schön Recht gehabt, aber am Ende doch verloren...

    Raabi2000 postete
    Oder eben auch nicht, wenn die Mehrheit diese Form bevorzugt. Auch wenn die Veranstaltung dann nicht mehr Deinen Ansprüchen genügt, so muss sich nunmal die Minderheit der Mehrheit beugen, so ist das Leben.
    s. o.

    raabi2000 postete
    Gegen die Türken in Deutschland stelle ich nun wieder die Deutschen in Spanien, womit wir bei einer Patt Situation stehen und das "Unrecht" in Deutschland durch ein aufhebendes "Unrecht" in Spanien wieder ausgeglichen wird.
    Ich bezweifle, dass da auch nur annähernd ein "Patt" entsteht. Glaube jedenfalls nicht, dass sich ähnlich viele Deutsche in Spanien aufhalten (und für Deutschland angerufen haben), wie Türken in diesem Land leben und sich am Voting beteiligten. Belegen kann ich dies aber zugegebenermaßen nicht.

    raabi2000 postete
    Wird das bestehende System abgeschafft, so entscheiden wer weiß was für Menschen über einen Sieger, den im schlimmsten Fall niemand haben will. Was dann? Müssen wir dann das Jury-System wieder abschaffen?
    Man könnte z. B. die Juries in den einzelnen Nationen vom Publikum wählen lassen, dann hätte man zumindest hier einen demokratischen Prozess eingebunden. Allerdings mit gewissen Vorgaben, beispielsweise, dass ein gewisser Anteil der Jury aus professionellen Musikern bestehen sollte.

    Im Übrigen kann ich mich nicht erinnern, dass über die Entscheidungen beim Grand Prix in der Vergangenheit eine solch kontroverse Grundsatz-Debatte geführt wurde. Einzelne Resultate wurden auch in der Vergangenheit gelegentlich heftig kritisiert, aber ein solches Echo der Empörung, wie es insbesondere dieses und letztes Jahr gab, dürfte ein Novum darstellen. Ein sehr deutlicher Hinweis auf die Untauglichkeit des derzeitigen Prozederes.

    raabi2000 postete
    Wie schon des öfteren erwähnt, würde ich alle Stimmen in einen Topf weren und dann das Ergebnis verkünden. Damit wird dann das Lied mit den meisten Stimmen aus Europa zum Sieger ernannt. Ansonsten kann man die Regeln lassen wie sie sind.
    Da sind wir eben sehr unterschiedlicher Ansicht. Ja, auf diese Weise gewinnt das Lied mit den meisten Stimmen. Aber mit welch fragwürdigem Hintergrund...

  9. #98
    raabi2000
    Benutzerbild von raabi2000
    Torsten postete
    Klar, "legitim" ist vieles. In diesem Fall aber eine faktische Entwertung des Votings und damit des gesamten Wettbewerbs.
    raabi2000 postete
    Das mag für Dich ein Fakt sein, für mich ein absolutes Voting alle aktuell in einem land befindlichen Personen. Damit absolut korrekt.
    Torsten postete
    Rein formal darfst du dich gerne im Recht sehen. Nützt allerdings wenig, wenn das, worum es geht (also in diesem Fall der Grand Prix), auf diese Weise den Bach runtergeht. Man muss kein Hellseher sein, um vorauszusagen, dass die arrivierten Nationen sich dieses Kuddelmuddel auf Dauer nicht mit ansehen und schließlich aus dem Wettbewerb zurückziehen werden.
    Dann hat man zwar vermeintlich immer schön Recht gehabt, aber am Ende doch verloren... [/quote]Das mag so sein, aber dominierende Länder werden nun mal ab und an abgelöst, und das finde ich gut so. Osteuropa hat in vielen Bereichen einiges aufzuholen, aber warum sollen sie manche Länder nicht auch überholen oder dies ggf. schon getan haben. Und ob Deutschland sich aus dem Wettbewerb zurückzieht, sei zu bezweifeln.

    raabi2000 postete
    Wird das bestehende System abgeschafft, so entscheiden wer weiß was für Menschen über einen Sieger, den im schlimmsten Fall niemand haben will. Was dann? Müssen wir dann das Jury-System wieder abschaffen?
    Torsten postete
    Man könnte z. B. die Juries in den einzelnen Nationen vom Publikum wählen lassen, dann hätte man zumindest hier einen demokratischen Prozess eingebunden. Allerdings mit gewissen Vorgaben, beispielsweise, dass ein gewisser Anteil der Jury aus professionellen Musikern bestehen sollte.
    Nun, dann sehe ich für Deutschland Dieter Bohlen, Janett Biedermann und Daniel Kübelböck in der Jury. Alle 3 mehr oder professionell. Und da verzichte ich dann lieber drauf und vote selber.

    Torsten postete
    Im Übrigen kann ich mich nicht erinnern, dass über die Entscheidungen beim Grand Prix in der Vergangenheit eine solch kontroverse Grundsatz-Debatte geführt wurde. Einzelne Resultate wurden auch in der Vergangenheit gelegentlich heftig kritisiert, aber ein solches Echo der Empörung, wie es insbesondere dieses und letztes Jahr gab, dürfte ein Novum darstellen. Ein sehr deutlicher Hinweis auf die Untauglichkeit des derzeitigen Prozederes.
    Oder auch ein deutlicher Hinweis darauf, dass wir mit veränderten Verhältnissen unsere liebe Mühe haben, da wäre der GP ja nur ein kleines Beispiel.

    raabi2000 postete
    Wie schon des öfteren erwähnt, würde ich alle Stimmen in einen Topf weren und dann das Ergebnis verkünden. Damit wird dann das Lied mit den meisten Stimmen aus Europa zum Sieger ernannt. Ansonsten kann man die Regeln lassen wie sie sind.
    Torsten postete
    Da sind wir eben sehr unterschiedlicher Ansicht. Ja, auf diese Weise gewinnt das Lied mit den meisten Stimmen. Aber mit welch fragwürdigem Hintergrund...
    Da stimme ich die 100 Pro zu, da sind wir sehr unterschiedlicher Ansicht. Denn wenn ich mir vorstelle, dass z.B. Dieter Bohlen für mich einen Song wählt, frage ich auch nach dem Hintergrund (Findet er die Frau einfach nur g... oder will er sie vermarkten oder doch das Lied)

  10. #99
    Engel_07
    Benutzerbild von Engel_07
    Torsten postete
    Man könnte z. B. die Juries in den einzelnen Nationen vom Publikum wählen lassen, dann hätte man zumindest hier einen demokratischen Prozess eingebunden. Allerdings mit gewissen Vorgaben, beispielsweise, dass ein gewisser Anteil der Jury aus professionellen Musikern bestehen sollte.
    raabi2000 postete
    Nun, dann sehe ich für Deutschland Dieter Bohlen, Janett Biedermann und Daniel Kübelböck in der Jury. Alle 3 mehr oder professionell. Und da verzichte ich dann lieber drauf und vote selber.
    Na, Torsten sprach ja auch von professionellen Musiker und da kann man Biedermann und Kübelböck eindeutig nicht zu zählen! Allerdings würde das Volk sie wählen, wenn sie zur Wahl stünden, da gebe ich dir Recht.

    Ich wäre zwar auch mit einer Jury einverstanden und die 12 Punkte aus Deutschland für die Türkei (ich hätte übrigens auch für die Türkei gestimmt, aber ich kann darauf verzichten, die Telekom unnötigerweise zu unterstützen!) und die 12 Punkte aus Spanien für Deutschland würden dadurch vielleicht weniger.
    Aber das Problem, dass sich die Oststaaten gegenseitig Punkte geben, hätten wir immer noch! Denn ich glaube nicht, dass diese hohen Sympathiewertungen (wenn es denn tatsächlich solche sind) ausschließlich dadurch zustande kommen, dass die jeweiligen Minderheiten eines Landes für ihr Heimatland anrufen!

  11. #100
    Benutzerbild von Torsten

    Registriert seit
    05.10.2001
    Beiträge
    6.613
    raabi 2000 postete
    Das mag so sein, aber dominierende Länder werden nun mal ab und an abgelöst, und das finde ich gut so. Osteuropa hat in vielen Bereichen einiges aufzuholen, aber warum sollen sie manche Länder nicht auch überholen oder dies ggf. schon getan haben.
    Dagegen ist prinipiell überhaupt nix zu sagen - wenn es denn auf berechtigter Grundlage passieren würde. Aber nach meinem Empfinden ist auch der Grand Prix ein Wettbewerb, bei dem möglichst der Beste gewinnen sollte, und nicht derjenige, der durch wie auch immer gearteten Klüngel den Sieg davonträgt.

    raabi 2000 postete
    Und ob Deutschland sich aus dem Wettbewerb zurückzieht, sei zu bezweifeln.
    Alles eine Frage der Finanzen. Da Deutschland zu den Ländern gehört, die am meisten Geld in die Veranstaltung hineinpumpen, wird man es sich irgendwann schwer überlegen, an einem Wettbewerb teilzunehmen, bei dem die Siegchancen von vornherein ausgeschlossen sind. In den anderen arrivierten GP-Nationen wird's nicht anders sein.

    raabi 2000 postete
    Nun, dann sehe ich für Deutschland Dieter Bohlen, Janett Biedermann und Daniel Kübelböck in der Jury. Alle 3 mehr oder professionell. Und da verzichte ich dann lieber drauf und vote selber.
    Ach? Aber die wären dann doch demokratisch gewählt worden, raabi - und das liegt doch eigentlich voll auf deiner Linie...

    Im Ernst: Derlei Ungemach könnte man verhindern, indem man die Jury-Mitglieder aus einer Vorschlagsliste von z. B. 100 Personen wählen lässt - und hierbei solche Knallköppe wie Küblböck direkt außen vor lässt.

    raabi 2000 postete
    Oder auch ein deutlicher Hinweis darauf, dass wir mit veränderten Verhältnissen unsere liebe Mühe haben, da wäre der GP ja nur ein kleines Beispiel.
    Nun, gegen Verhältnisse - ob nun bestehend oder verändert -, die aus welchen Gründen auch immer inakzeptabel sind, sollte man auch seine Meinung zum Ausdruck bringen.

    Mich jedenfalls würde es keineswegs stören, wenn die in der Wertung oben liegenden Titel allesamt aus den neuen Teilnehmerstaaten kämen - sofern sie ihre Punkte nicht in beträchtlichem Maße durch Klüngel und rein nationalen Sympathiebekundungen ernten, sondern aufgrund entsprechend überzeugender Darbietungen.

    raabi 2000 postete
    Da stimme ich die 100 Pro zu, da sind wir sehr unterschiedlicher Ansicht. Denn wenn ich mir vorstelle, dass z.B. Dieter Bohlen für mich einen Song wählt, frage ich auch nach dem Hintergrund (Findet er die Frau einfach nur g... oder will er sie vermarkten oder doch das Lied)
    Auf diese Weise wüsste man wenigstens nicht schon vorher, wie die Wertungen ausfallen... Aber auf Bohlen scheinst du dich ja regelrecht eingeschossen zu haben. Obwohl noch gar nicht feststeht, dass der Mann dabei wäre oder überhaupt so viel Einfluss hätte...

Seite 10 von 12 ErsteErste ... 6789101112 LetzteLetzte

Ähnliche Themen

  1. Grand Prix Sieger
    Von waschbaer im Forum MUSIK ALLGEMEIN / MUSIC GENERAL
    Antworten: 8
    Letzter Beitrag: 08.10.2005, 15:08
  2. GRAND PRIX 2004 EUER VOTING
    Von ICHBINZACHI im Forum OT LABERFORUM / OT SMALL TALK
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 15.05.2004, 20:26
  3. Grand Prix "SPIEL" 2004 - May I can have your ...
    Von ICHBINZACHI im Forum OT LABERFORUM / OT SMALL TALK
    Antworten: 8
    Letzter Beitrag: 14.05.2004, 01:30
  4. GRAND PRIX EUROVISION 2004 - PROGNOSEN
    Von ICHBINZACHI im Forum OT LABERFORUM / OT SMALL TALK
    Antworten: 28
    Letzter Beitrag: 09.05.2004, 12:05
  5. EUROVISION SONG CONTEST 2004 19.03.2004
    Von ICHBINZACHI im Forum OT LABERFORUM / OT SMALL TALK
    Antworten: 85
    Letzter Beitrag: 25.03.2004, 17:17