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Grand Prix Song Contest 2004 - Punktevergabe

Erstellt von Ruedili, 16.05.2004, 09:59 Uhr · 114 Antworten · 4.703 Aufrufe

  1. #51
    Benutzerbild von
    wie kommst du eigentlich zu dem Eindruck, dass ich meine Empörung über den hanebüchenen Abstimmungs-Verlauf aufgrund einer vermeintlichen Benachteiligung des deutschen Beitrags geäußert habe? Kann mich nicht entsinnen, für Max explizit Partei ergriffen zu haben.
    Wie schriebst Du doch ein paar Zeilen später so schön "Eindrücke sind unwichtig, entscheidend sind Fakten". ;-) Schön, dass Du trotzdem nach meinen Eindrücken fragst, so habe ich die Chance dieses Missverständnis auszuräumen: Ich schrieb "..... Abstimmregelung zu finden, die die gegenseitige Bevorzugung und sonstige Schiebung soweit ausschaltet, dass u. a. Deutschland malwieder eine Siegchance bekommt". Man beachte hier das gar nicht so unwichtige "u.a.". Ich zog genau diese und keine neutralere Formulierung vor, da wir diese Diskussion ja letztendlich momentan doch zu einem großen Anteil dadurch angefacht sehen, dass Max u. U. wegen der kritisierten Bevorzugungs-Bewertungen schlechter abgeschnitten hat als eigentlich vom künstlerischen her erwartet. Hätten "wir" gewonnen, würden wir diese Diskussion jetzt vermutlich nicht oder bei weitem nicht in diesem Maße haben.

    Wenn man zwischen mehreren, nicht optimalen Lösungen entscheiden muss, gebietet schon die Logik, das geringste Übel zu wählen. Und das sind in diesem Fall ganz unzweifelhaft die früher so oft kritisierten Juries
    Ja, ich habe manchmal den Eindruck eine nicht zu unterschätzbare Zahl von Leuten sucht sich so auch seine Partner aus und lebt überhaupt sein ganzes Leben so. Ich erwarte allerdings irgendwie immer ein bisschen mehr, als nur geringste Übel zu wählen. Deshalb glaube ich eben auch nicht, dass die bisherigen Lösungen schon das Ende der Fahnenstange gewesen sein sollen. Und wenn doch, steht für mich nicht die Frage nach der Wahl des Abstimmungsprozederes an, sondern die Frage ob der Wettbewerb eigentlich in dieser Form noch Sinn macht (das hast Du ja auch schon anklingen lassen, wenn ich mich recht erinnere?). Vielleicht muss man dann ganz andere Formen wählen, die durch ein anderes Konzept die nationalen Kungeleieien verdrängen. Aber soweit sind wir noch nicht.

    Doch wieso nicht mal kreativ sein und ausserhalb der bisherigen Bahnen denken?
    Warum wählt man beim Eurovision Song Contest denn z. B. überhaupt Länder und nicht Titel/Interpreten (und damit eben auch wieder den Komponisten im Hintergrund)? Ist es nur ein europäischer Wettbewerb wenn es heisst "United Kingdom 12 points" oder reicht es nicht, dass Teilnehmer aus ganz Europa dabei sind? Es ist doch kein Wunder, dass Länder auch Länder wählen, wenn ich Länder zur Wahl stelle und nicht Titel als solches. Es mag zunächst spitzfindig klingen, aber es könnte von der Wirkung her gerade beim Televoting ein Unterschied sein ob ich für Deutschland oder für irgendeinen Max anrufe, der eben erst in zweiter Linie aus Deutschland kommt.

    Es ist die Frage ob es zu bewerkstelligen wäre (Geheimhaltung, Titel in Heimatsprache, Akzent etc.), aber u. U. wäre es ja sogar so weit zu treiben, dass man VOR der Abstimmung gar nicht verrät welcher Interpret für welches Land angetreten ist. (#4 one point, #6 two points, etc.)

    Das sind nur zwei von vielen möglichen neuen Gedanken die man mal zu Ende spinnen könnte. Man kann sie natürlich auch gleich wieder in Grund und Boden reden. Aber ich persönlich habe bisher bessere Erfahrungen damit gesammelt für mich unbefriedigende bestehende Regeln zu überdenken und sie durch bessere zu ersetzen, als unter Übeln zu wählen die niemanden glücklich machen. Gleichwohl weiss ich, dass man damit zumeist mehr Angriffsfläche bietet, während man mit suboptimalem Altbewährten zumindest nicht in der Luft zerrissen wird. Und manchmal stellt sich auch raus, dass es wirklich nichts besseres gibt. Aber dann hat man sich wenigstens nicht zu früh damit zufrieden gegeben und kann alternativ eben ggf. auch das Ganze überdenken.

    Eindrücke sind unwichtig, entscheidend sind Fakten. Würde man aufgrund der Empörung der westlichen Fraktion die Regeln der Abstimmung tatsächlich optimieren - wer würde nächstes Jahr noch nach dem Eindruck von "schlechten Verlierern" fragen? Wer Dinge für die Zukunft verbessern will, sollte sich um derlei Gewäsch nicht scheren.
    Da sind wir eben unterschiedlicher Meinung. Ich halte Eindrücke für sehr wichtig. U. a. sind sie sogar ein Hauptgrund dafür das Menschen reisen, Mitarbeiter unterschiedlicher Landesgesellschaften einer Firma sich besuchen etc. Wir Deutschen sind aber dafür bekannt uns einerseits sehr bedacht zu verhalten wenn es irgendwas mit unserer Vergangenheit zu tun hat, aber sehr ruppig und undiplomatisch vorzugehen, wenn es um solche Dinge wie wir sie hier diskutieren. Anschließend wundern wir uns dann warum uns in der Welt keiner leiden kann wenns drauf ankommt und die anderen sich ein Loch in den Bauch freuen, wenn wir malwieder irgendwas nicht gewonnen (z. B. Grand Prix) oder geschafft haben (z. B. LKW-Maut etc.).... Für mich hängt das schon ein Stück weit zusammen und es bringt zumindest mal keine Nachteile in solchen Dingen diplomatisch und taktisch klug vorzugehen - selbst dann wenn man es ich erlauben könnte mit der Brechstange zu arbeiten. Deshalb sehe es mir bitte nach, wenn wir hier unterschiedlich sensible Vorgehensweisen favorisieren.

    Übrigens: Ich finde einen 8. Platz gar nicht mal soooooo übel und halte es schon für ein bisschen übertrieben, dass er von manchen Zeitungen zum Desaster/Debakel etc. hochstilisiert wird. Klar, es hätte besser sein können, aber die Top 10 würde Deutschland immerhin die Teilnahme am nächsten Finale sichern, wenn wir nicht sowieso als Hauptgeldgeber schon gesetzt wären. Da gabs ganz andere Länder, die in einer Krise stecken. Das Mutterland des Pop zum Beispiel.

    Dave

  2.  
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  3. #52
    Benutzerbild von ICHBINZACHI

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    musicola postete


    Per Telefonvoting so etwas zu entscheiden ist der größte Humbug!
    Dann lieber wieder zurück zur Fachjury...
    Das Televoting ist bekloppt, da stimme ich voll zu ! Egal welchen Song die Türken bringen zum Beispiel (definitiv nicht anti gemeint, nur eine Tatsache),
    wird die Türkei aus Deutschland aufgrund des hohen Ausländeranteils immer eine relativ hohe Punktzahl bekommen. Hat nichts mit Freundschaft zu tun, sondern ist sozusagen ein "Selbstvoting"

    Aber es muß ja keine Fachjury sein, wo sich wieder die Herren B. / A. / S. hinsetzen. Man könnte zum Beispiel 100 Leute per Bewerbung auswählen für eine Jury, die dann nach Alter, Geschlecht, Bundesland in etwa gerecht aufgeteilt würden. Dieses Schema muß für jedes gemeldete Land zwingend gleich und vorgeschrieben sein ! Ebenso wie das Auswahlverfahren.

    Und vor allem gehört eines wieder abgeschafft ! Dieses ist aber bedingt durch das Internet unmöglich zu realisieren. Die Songs dürfen erst gespielt werden, wenn der Vorentscheid läuft und bevor das Finale nicht stattgefunden hat, weder im Radio, im TV als Video oder auf CD zu bekommen sein. Auch nicht als Hörprobe im Internet ! Es gehört schlichtweg verboten !

    Der Austausch von TV-Mitschnitten im Internet ist da noch das geringste übel.
    Selbst dem kann man aber aus dem Weg gehen, wenn man es einfach wieder handhabt wie die Franzosen und den Teilnehmer einfach aussuchen läßt durch eine Jury (ggf. sogar wie oben) > Nur ohne Fernsehsendung mit einer Vorentscheidung.

    Leider hat da die Medienwelt wohl etwas gegen, die riechen Kohle. Ebenso unstatthaft finde ich die Ermittlung von Teilnehmern durch Castingshows oder andere omynöse Wettbewerbe.

    Der Grand Prix stinkt mir in der jetzigen Form gewaltig.

  4. #53
    Benutzerbild von Feenwelt

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    Dave:
    Warum wählt man beim Eurovision Song Contest denn z. B. überhaupt Länder und nicht Titel/Interpreten (und damit eben auch wieder den Komponisten im Hintergrund)?
    Meiner Meinung macht genau das den Reiz des Grand Prix aus. (Ich weigere mich immer noch "Song Contest" zu schreiben.)
    Zum einen führt das bei mir, auch wenn ich sonst selten nationalstolz bin, zu einer Identifikation. Zumindest dann, wenn ich das Lied akzeptabel finde.
    Zum anderen würde eine Beschränkung auf das Lied an sich ein nostalgisches Flair wegnehmen, wegen dessen ich den Grand Prix so gerne gucke. Es erinnert immer an wenig an Kulenkampff und seine Länderkämpfe, es hat etwas von der Naivität der 60er und 70er Jahre, als man unbefangener mit diesen Themen umging.

    mwmfl:
    Und vor allem gehört eines wieder abgeschafft ! Dieses ist aber bedingt durch das Internet unmöglich zu realisieren. Die Songs dürfen erst gespielt werden, wenn der Vorentscheid läuft und bevor das Finale nicht stattgefunden hat, weder im Radio, im TV als Video oder auf CD zu bekommen sein. Auch nicht als Hörprobe im Internet ! Es gehört schlichtweg verboten !
    Nanu? So eine Aussage von Dir? Hattest Du nicht unlängst schon vor dem Grand Prix zum Voting aufgerufen, obwohl ich beispielsweise als Nicht-gar-so-enthusiastischer-Fan bisher nur den deutschen Beitrag gehört hatte?
    Aber ich gebe Dir Recht: Für mich ist es am schönsten, sich an genau diesem einen Abend die Lieder anzuhören und dann auch meine Augen mitentscheiden zu lassen. Schließlich geht es hier um Live-Musik.

  5. #54
    raabi2000
    Benutzerbild von raabi2000
    Zum einen ist Musikgeschmack doch wohl eher subjektiv. Auch wenn ich ein Lied super finde, so können es doch alle anderen absolut schlecht finden. Von daher ist das Televoting mit die objektivste Wertung. Die zahlende Kundschaft entscheidet.

    Oh ja, da kommen dann die schon des öfteren genannten türkischen Mitbürger und stimmen einfach für ihren Heimatsong, obwohl die Deutschen bestimmt anders entschieden hätten.

    Denkt dann aber bitte auch an Spanien. Von dort hat Max 12 Punkte bekommen. Ob die Spanier das so gewollt haben, oder ob die blöden deutschen da das Ergebnis völlig versaut haben?

    Aus meiner Sicht hat der Song gewonnen, für den die meisten Europäer angerufen haben, wo liegt da das Problem? Oder sind dies etwa keine mündigen Menschen gewesen, haben sie keine Ahnung oder ist der Geschmack der Mehrheit unbequem?

    Und Max hat den 8. Platz von 36 teilnehmenden Ländern gewonnen. Muss Deutschland denn immer 1. werden oder können wir auch mal lernen, dass ein Platz in den Top Ten genauso schön ist und man sich darüber freuen kann.

    Ich persönlich kann die Diskussion über die Bewertung eines Liedes wirklich nicht nachvollziehen. Und für mich gibt das Televoting die einzige Möglichkeit, den Geschmack aller zu reflektieren. Was man evtl. ändern könnte ist, dass es nur ein Gesamtergebnis gibt, und die Ergebnisse der einzelnen Länder nicht gewertet werden. So bekomme ich eine einzige Zahl aus Europa, und wer da die meisten Stimmen bekommen hat, ist der Sieger. Und um es mal typisch deutsch auszudrücken, alle ab dem Zweitplatzierten sind die Verlierer.

  6. #55
    Engel_07
    Benutzerbild von Engel_07
    musicwasmyfirstlove postete

    Aber es muß ja keine Fachjury sein, wo sich wieder die Herren B. / A. / S. hinsetzen. Man könnte zum Beispiel 100 Leute per Bewerbung auswählen für eine Jury, die dann nach Alter, Geschlecht, Bundesland in etwa gerecht aufgeteilt würden. Dieses Schema muß für jedes gemeldete Land zwingend gleich und vorgeschrieben sein ! Ebenso wie das Auswahlverfahren.
    Etwas Ähnliches hatte ich letztes Jahr auch schon vorgeschlagen und finde diese Idee durchaus akzeptabel. Die Jury könnte sich aber auch zu 50% aus freien Bewerbern und 50% "Musikexperten" zusammensetzen, damit hinterher nicht wieder gemeckert werden kann, dass das musikalische Können überhaupt nicht bewertet wurde!

    Ich fand es in diesem Jahr gar nicht so schlecht, dass ich einige Lieder schon vorher gehört hatte und habe meinen Favoriten beim Finale entgegen gefiebert, aber zur Not könnte ich darauf auch verzichten.

    ABER:
    anscheinend waren die Einschaltquoten (zumindest in Deutschland) höher als in den letzten Jahren und somit wird wohl vorerst keine Änderung der diesjährigen Regeln vorgenommen werden!
    Wobei das natürlich auch wieder daran liegen könnte, dass die Türkei Gastgeber war.

  7. #56
    Benutzerbild von ihkawimsns

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    raabi2000 postete
    Was man evtl. ändern könnte ist, dass es nur ein Gesamtergebnis gibt, und die Ergebnisse der einzelnen Länder nicht gewertet werden. So bekomme ich eine einzige Zahl aus Europa, und wer da die meisten Stimmen bekommen hat, ist der Sieger.
    Meinst du das so, das quasi Ländergrenzen entfallen und alle Stimmen in einen großen Topf geschmissen werden, oder sollen die Ergebnisse in den einzelnen Ländern lediglich nicht bekannt gegeben werden?

  8. #57
    Benutzerbild von Torsten

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    Dave Bowman postete
    Ich zog genau diese und keine neutralere Formulierung vor, da wir diese Diskussion ja letztendlich momentan doch zu einem großen Anteil dadurch angefacht sehen, dass Max u. U. wegen der kritisierten Bevorzugungs-Bewertungen schlechter abgeschnitten hat als eigentlich vom künstlerischen her erwartet. Hätten "wir" gewonnen, würden wir diese Diskussion jetzt vermutlich nicht oder bei weitem nicht in diesem Maße haben.
    Pure Spekulation, die auf mich sowieso nicht zutrifft. Für die anderen Diskussionsteilnehmer kann ich natürlich nicht sprechen.

    Dave Bowman postete
    Ja, ich habe manchmal den Eindruck eine nicht zu unterschätzbare Zahl von Leuten sucht sich so auch seine Partner aus und lebt überhaupt sein ganzes Leben so. Ich erwarte allerdings irgendwie immer ein bisschen mehr, als nur geringste Übel zu wählen.
    Vom Höcksken aufs Stöcksken... Was hat die Partnerwahl mit dem Grand Prix zu tun? Und eine pure Erwartungshaltung ("immer ein bisschen mehr") garantiert noch längst keinen Erfolg. Ich halte mich an das, was vorhanden ist und versuche, das Optimum herauszuholen. Ein ganz normaler menschlicher Vorgang; wüsste nicht, was daran zu verurteilen wäre. Über den Tellerrand hinauszuschauen lohnt schließlich nur, wenn dort auch Brauchbares vorhanden ist...

    Dave Bowman postete
    Warum wählt man beim Eurovision Song Contest denn z. B. überhaupt Länder und nicht Titel/Interpreten (und damit eben auch wieder den Komponisten im Hintergrund)? Ist es nur ein europäischer Wettbewerb wenn es heisst "United Kingdom 12 points" oder reicht es nicht, dass Teilnehmer aus ganz Europa dabei sind?
    Genauso könntest du fragen, warum es im Sport Vereins- oder Nationalmannschaften gibt. Offensichtlich hast du auch den Reiz nicht begriffen, den der Grand Prix seit jeher auf viele seiner Zuschauer ausübt; das Ganze hatte schon immer einen sportiven Charakter, deshalb waren und sind für viele auch die Punkteverteilung das Spannendste am ganzen Abend. Und dazu gehört dann eben auch eine nationale Identifikation, denn musikalische Wettbewerbe, wo einzig die Interpreten um den Sieg kämpfen, gibt's wie Sand am Meer.

    Das Prinzip des Grand Prix ist und bleibt das Grundgerüst, von dem diese Veranstaltung lebt. Es zu ändern würde faktisch seine Abschaffung bedeuten. Worum es hier geht, ist eine wichtige Einzelheit innerhalb dieses Grundgerüsts, die nach Verbesserung schreit.

    Dave Bowman postete
    Da sind wir eben unterschiedlicher Meinung. Ich halte Eindrücke für sehr wichtig. U. a. sind sie sogar ein Hauptgrund dafür das Menschen reisen, Mitarbeiter unterschiedlicher Landesgesellschaften einer Firma sich besuchen etc. Wir Deutschen sind aber dafür bekannt uns einerseits sehr bedacht zu verhalten wenn es irgendwas mit unserer Vergangenheit zu tun hat, aber sehr ruppig und undiplomatisch vorzugehen, wenn es um solche Dinge wie wir sie hier diskutieren. Anschließend wundern wir uns dann warum uns in der Welt keiner leiden kann wenns drauf ankommt und die anderen sich ein Loch in den Bauch freuen, wenn wir malwieder irgendwas nicht gewonnen (z. B. Grand Prix) oder geschafft haben (z. B. LKW-Maut etc.)...
    Lieber gelte ich in gewissen Momenten als "ruppig" und "undiplomatisch" denn als kleinlaut, feige oder opportunistisch. Das hat im Gegensatz zu letzteren Eigenschaften nämlich den Vorteil, dass man zumindest noch ernst genommen wird. Oder wie es Rosseau mal formulierte: "Es ist mehr wert, jederzeit die Achtung der Menschen zu haben, als gelegentlich ihre Bewunderung."

    Angesichts eines blinden Fanatismus, wie ihn gewisse andere Staaten und Bevölkerungsgruppen dieses Erdballs zunehmend an den Tag legen, ständig ausgerechnet uns Deutsche als "ruppig" und "undiplomatisch" zu bezeichnen, halte ich mittlerweile für einen schlechten Witz. Man darf sich im Übrigen auch mal Gedanken machen über die Arroganz, die andere Menschen außerhalb unseres Landes an den Tag legen. Kritische Selbstreflexion in allen Ehren, aber man kann sich auch kleiner machen, als man ist. Wenn ich mir abends nur eine Viertelstunde "Tagesschau" ansehe, komme ich stets zum gleichen Ergebnis: Bei uns liegt auch einiges im Argen, aber wir können immer noch verdammt froh sein, in diesem Lande zu leben. Und was die Außendarstellung angeht, gibt's genügend andere Nationen, die mal wesentlich mehr in sich gehen sollten (z. B. USA, Südkorea, Israel oder Frankreich). Wir sind zwar nicht die herzlichsten Zeitgenossen auf diesem Planeten, aber mit Sicherheit auch nicht die ungenießbarsten.

    Ich selbst bin weiß Gott auch nicht immer der Beliebteste. Aber jeder weiß, was er von mir zu halten hat und kann sich deshalb auf mich verlassen. Wer eine manchmal auch unbequeme Ehrlichkeit nicht zu schätzen weiß, ist in meinen Augen selbst schuld; und diese Ehrlichkeit beinhaltet nun mal auch Meinungsbekundungen, die andere vielleicht als neidisch, ruppig oder undiplomatisch einstufen mögen. Derlei unreflektierte Einwürfe gehen mir aber am Allerwertesten vorbei, und diese Einstellung sollte sich auch eine ganze Nation nicht nehmen lassen...

    Dave Bowman postete
    Übrigens: Ich finde einen 8. Platz gar nicht mal soooooo übel und halte es schon für ein bisschen übertrieben, dass er von manchen Zeitungen zum Desaster/Debakel etc. hochstilisiert wird. Klar, es hätte besser sein können, aber die Top 10 würde Deutschland immerhin die Teilnahme am nächsten Finale sichern, wenn wir nicht sowieso als Hauptgeldgeber schon gesetzt wären. Da gabs ganz andere Länder, die in einer Krise stecken. Das Mutterland des Pop zum Beispiel.
    Die mir bekannten Quellen haben nicht die deutsche Platzierung, sondern die Veranstaltung und vor allem die Abstimmung als "Desaster" bezeichnet. Betrachtet man die Qualität der Songs, wäre ein Rang unter den ersten vier aber wesentlich angebrachter gewesen.

    Mir persönlich ist es ziemlich wurscht, wo die deutschen Beiträge landen. Meine Wünsche gelten vielmehr einer höheren musikalischen Qualität und gerechteren Votings. Punkt.

  9. #58
    raabi2000
    Benutzerbild von raabi2000
    ihkawimsns postete
    Meinst du das so, das quasi Ländergrenzen entfallen und alle Stimmen in einen großen Topf geschmissen werden, oder sollen die Ergebnisse in den einzelnen Ländern lediglich nicht bekannt gegeben werden?
    Genau, die Ländergrenzen entfallen und alle Stimmen kommen in einen großen Topf. Dann hat Europa seinen Sieger gewählt.

  10. #59
    Benutzerbild von ihkawimsns

    Registriert seit
    23.02.2004
    Beiträge
    3.938
    @ raabi2000

    Wenn die Regel, dass man nicht für den Beitrag des eigenen Landes abstimmen darf, beibehalten wird, ist das aber ziemlich problematisch. Dann haben kleine, bevölkerungsarme Länder ziemlich gute Chancen, eine hohe Platzierung zu erreichen - da werden die großen benachteiligt.

    Und lässt man besagte Regel fallen, verhelfen sich die großen, bevölkerungsreichen Länder selbst zum Sieg - und es werden die kleinen benachteiligt.

    Die Ideallösung ist das also auch nicht gerade...

  11. #60
    raabi2000
    Benutzerbild von raabi2000
    @ ihkawimsns

    Diese Regel sollte dann fallengelassen werden. Europa stimmt ab. Und ich bin mir sicher, dass selbst dann Länder wie Monaco, Estland oder Litauen noch eine CHance haben. Denn dann achtet man nicht mehr so sehr auf das eigene Land, sondern auf den eigenen Geschmack.

    Ob das dann den Titel mit der höchsten Qualität (@ Torsten, was verstehst du bei einem Lied unter Qualität?) nach vorne spült kann ich natürlich nicht sagen, aber mit Sicherheit den von der eurpäischen Bevölkerung am besten empfundenen.

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