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Grobschnitt vs. Plattenfirmen

Erstellt von Engel_07, 10.10.2002, 15:10 Uhr · 5 Antworten · 894 Aufrufe

  1. #1
    Engel_07
    Benutzerbild von Engel_07
    Grobschnitt klagen gegen Plattenfirmen!!!

    Lest und staunt:
    www.visions.de/news/detail.php?id=2504

  2.  
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  3. #2
    Benutzerbild von
    Hmmmmm..... wer kennt sich mit solchen Verträgen aus? Die Band beruft sich darauf, dass ihr Vertrag noch vor dem Aufkommen der CD besiegelt wurde und von einer Wiederverwertung ihrer Songs auf CD im Vertrag keine Rede war.

    Wird in solchen Verträgen überhaupt das Trägermedium fixiert? D. h. stand damals explizit drin, dass die Grobschnitt Mucke auf LP und MC veröffentlicht wird oder war das vielmehr überhaupt keine Frage im Vertrag?

    Die Frage ist natürlich auch, ob sie nicht etwas zu lange gewartet haben.... Der Vertrag ist 20 Jahre alt, seitdem kamen eine Menge CDs raus, auf denen bestimmt auch mal ein Grobschnitt Song war. Sie habens bis heute offensichtlich geduldet und irgendwann verwirkt man sein Recht auf Widerspruch, wenn man etwas sehr lange Zeit widerspruchslos geduldet hat.

    Aber ich bin mal gespannt, wäre ja die Sensation in der Musikgeschichte des beginnenden Jahrtausends.

    QBert

  4. #3
    Engel_07
    Benutzerbild von Engel_07
    Die Plattenverträge, die ich bisher gesehen habe, oder von denen ich gehört habe, beinhalten meist nur die Anzahl der nächsten Alben, die produziert werden sollen (meistens drei). Ferner wird die Stückzahl, sprich die vorerst erste Auflage, die Promotion, Anzahl der möglichen Singleauskopplungen und Videoproduktionen und der Verdienst des Künstlers pro verkauften Tonträger festgelegt. Dabei ist heute natürlich immer von (Single-)CDs die Rede! Bei Interpreten, die auch eine Vinylversion herausbringen, was mittlerweile ja häufig wieder üblich ist, wird das garantiert auch vertraglich festgehalten!

    Entscheident ist im Falle Grobschnitt wahrscheinlich, wer die Verlagsrechte besitzt! Wer konnte denn früher ahnen, dass es einmal digitale Tonträger geben wird? Wer weiß heute, wie wir in wenigen jahren unsere Musik hören werden?

    Ich hoffe, dass man das Ergebnis der Verhandlungen irgendwann einmal erfahren wird! Wenn die Band Recht bekommt, wird das auf jeden Fall passieren. Ich wünsche ihnen viel Erfolg!!!

  5. #4
    Benutzerbild von musicola

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    07.02.2002
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    13.850
    Ein Jahr ist seitdem vergangen... weiss jemand wie der Streit ausging?

  6. #5
    Benutzerbild von ICHBINZACHI

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    25.12.2002
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    6.386
    >Sinnig > gefunden auf der Webseite www.grobschnitt.de


    RECHTSSTREIT
    Am 10. Oktober 2002 verhandelte der Bundesgerichtshof in Sachen Eroc gegen Universal. Was zunächst wie ein Sieg für Universal aussah, war keine endgültige Entscheidung. Zwar wurde die CD nicht, wie erwartet, höchstrichterlich als neue Nutzungsart definiert, jedoch fällte der BGH ein Grundsatzurteil gegen alle Künstler und verwies Eroc’s Angelegenheit aufgrund der besonderen Klauseln in seinen Plattenverträgen zur weiteren Entscheidung an die Berliner Gerichte zurück.

    Während die Sache zwei Jahre lang (!) in den Schubladen des BGH gelegen hatte, war es derweil der Musikindustrie gelungen, den Gesetzgeber zu veranlassen, einen Paragraphen im Urheberrecht so zu ändern, dass künftig allen Künstlern die Chance genommen ist, mit ihren Standardverträgen je wieder die Nutzungsart anzufechten. Somit konnte sich der BGH wegen dieser Gesetzesänderung, die auf Eroc’s Rücken stattfand, einmal mehr um die lang erwartete Grundsatzentscheidung über die CD als neue Nutzungsart drücken.

    Am 18.3. verhandelte das Berliner Landgericht dann erneut. Wieder kam es zu keiner klaren Entscheidung, da die Anwälte von Universal wieder um Spitzfindigkeiten rangen und sogar Unwahrheiten auftischten. Das Gericht riet zu einem Vergleich. Das lehnte Eroc inzwischen ab, da ihm die Industrie in diesem Fall lediglich die Rechte der LP „Eroc 3“ zurückgeben wollte, er aber dafür die Kosten des gesamten (!) Prozesses tragen sollte.

    Am 12.6. fällte das LG Berlin nun das Urteil, Eroc’s Klage abzuweisen und ihm sämtliche Kosten des Verfahrens aufzuerlegen. Aus diesem Grund wird Eroc beim Kammergericht Berlin in Kürze Berufung einlegen. Damit geht der Prozess in die 6. Instanz. Bleibt die Frage, was für ein merkwürdiger „Verein“ Universal eigentlich ist, wenn sie ihre treuen Vertragspartner, die immerhin seit über 30 Jahren (!) für Profit sorgen, derartig übel durch die Instanzen zerrt und einstampfen lässt...


    ********************
    Mein persönliches Fazit:
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    Wieder einmal wurde der kleine Interpret, ohne den es gar nichts geben würde GESCHLACHTET
    So was nennt man wohl bei der Industrie einen GROBSCHNITT *lol*
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    Kommentar:
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    _ _ S/S _ _ _/ _ _ _ _ S/ _ _ S _ _ _ _ _ _ _ _ _

  7. #6
    Engel_07
    Benutzerbild von Engel_07
    Folgendes Ergebnis habe ich gerade auf www.grobschnitt.de nachgelesen:
    RECHTSSTREIT:

    Über fünf Jahre prozessierte Eroc gegen Universal, Nachfolger der Metronome. Es ging darum, ob seine Werke aus der Vinyl-Zeit, die damals mit speziell gestalteten Schallplattenverträgen vermarktet wurden, heute ohne sein Wissen und seine Mitsprache auf CD veröffentlicht werden dürfen, wie Universal es 1998 versuchte.

    Der Fall ging bis zum BGH und machte durch mitunter seltsame Praktiken seitens der Industrie und der Gerichte auf sich aufmerksam. Eroc hielt in der Rolle des David gegen den Goliath Universal trotzdem bis zum Schluss durch. Im April erging das letzte Urteil vor dem Berliner Kammergericht: Universal wurde bei Androhung einer sehr hohen Geldstrafe verurteilt, die vertraglichen Abmachungen einzuhalten, Eroc soll sämtliche Prozesskosten übernehmen. Ein „Meisterbeispiel“ deutscher Rechtsprechung: wer den Prozess gewinnt, muss ihn bezahlen…

    Andererseits zeichnen sich positive Signale ab: inzwischen trat Universal an Eroc heran. Man will seine ersten 5 Solo-Alben nun endlich auf CD veröffentlichen, und zwar in enger Zusammenarbeit mit ihm. Vielleicht erscheint Eroc 1 bereits im Herbst 2004 im Rahmen der Brain-Wiederveröffentlichungen auf dem Universal angeschlossenen Label „Tapete Records“ und könnte dann auch hier im Shop bestellt werden.

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