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habemus papam

Erstellt von bamalama, 19.04.2005, 19:05 Uhr · 71 Antworten · 4.830 Aufrufe

  1. #21
    Benutzerbild von dj.forklift

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    Die deutsche Wirtschaft ist am Sinken. Schumi bekommt in der F1 keinen Fuß mehr in die Tür. Mit dem Eurovision Song Contest wird es auch nix werden... Überall dümpelt Deutschland nur so vor sich hin.

    Und jetzt noch ein deutscher Papst.

    Ich bin Atheist und demzufolge nicht getauft. In erster Linie bin ich aber Patriot. Und deswegen freue ich mich darüber, dass es ein Deutscher geschafft hat. Ich wünsche ihm ein segensreiches Pontifikat.

    Wer weiß, vielleicht geht es ja doch wieder aufwärts.

  2.  
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  3. #22
    Benutzerbild von ihkawimsns

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    KlarkKent postete
    Selbst wenn ich nicht mit allem in der katholischen Kirche einverstanden bin, so ist mir jemand allemal lieber, der fest zu seinem Glauben und zu seinen Überzeugungen steht als jemand, der die bei uns in Deutschland langsam vorherrschende "WischiWaschi und Wir lassen alles durchgehn.." Mentalität vertritt.
    Fragt sich nur, welchen Sinn in diesem Fall die festen Überzeugungen machen...

  4. #23
    Benutzerbild von Torsten

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    ihkawimsns postete
    KlarkKent postete
    Selbst wenn ich nicht mit allem in der katholischen Kirche einverstanden bin, so ist mir jemand allemal lieber, der fest zu seinem Glauben und zu seinen Überzeugungen steht als jemand, der die bei uns in Deutschland langsam vorherrschende "WischiWaschi und Wir lassen alles durchgehn.." Mentalität vertritt.
    Fragt sich nur, welchen Sinn in diesem Fall die festen Überzeugungen machen...
    Seit wann hat Religion etwas mit Logik zu tun?

    Als Atheist kann ich nur einwerfen: Wer sich für eine Religion entscheidet, sollte deren Regeln und Macken kennen und sich konsequent daran halten - oder eben anders entscheiden. Über eure weltlichen Einwände, die nach gesundem Menschenverstand ja alle gut und richtig sind, kann ich mich wie Harald Schmidt nur amüsieren - Religion folgt nun mal anderen Gesetzen...

  5. #24
    Benutzerbild von röschmich

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    Na ja vieleicht bringt die Papstwahl 0,0134 % Wachstum. Wäre mal was positives, wenn man bescheiden ist.

  6. #25
    Benutzerbild von ihkawimsns

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    @ Torsten

    Dann sollte man aber auch davon ausgehen dürfen, dass die Kirche nur religiöse Fragen behandelt und sich nicht, wie es leider Tatsache ist, anmaßt, das weltliche Leben regeln zu wollen! Man mag auf die Möglichkeit jedes einzelnen verweisen, sich diesem Anspruch zu entziehen, aber die "Macher" spricht das nicht frei von Schuld. Eigentlich genauso wie beim Unterschichtenfernsehen.

  7. #26
    Benutzerbild von Torsten

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    ihkawimsns postete
    @ Torsten

    Dann sollte man aber auch davon ausgehen dürfen, dass die Kirche nur religiöse Fragen behandelt und sich nicht, wie es leider Tatsache ist, anmaßt, das weltliche Leben regeln zu wollen!
    Religion dreht sich immer um das "weltliche Leben", worum denn sonst - ein anderes führen wir schließlich nicht. Sie legt dessen Aspekte und Befindlichkeiten nur eben so aus, wie es der jeweilige Glaube gebietet. Dass vor allem traditionelle Religionen bei konsequenter Befolgung ihrer Regeln in das eigene Leben eingreifen, sollte daher jedem klar sein, der sich für sie entscheidet. Und dazu gehört in der katholischen Kirche u.a., dass der Papst sagt, wo es langgeht.

    Es ist ein Merkmal der bereits erwähnten "Wischi-Waschi-Gesellschaft", dass manche glauben, sie könnten sich eine Religion so zurechtbiegen, wie es ihnen passt. Wenn mir die Spielregeln einer bestehenden Institution nicht gefallen, muss ich mir eben eine genehmere Variante suchen - oder eine eigene gründen...

  8. #27
    Benutzerbild von Petra67

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    Babooshka postete
    Ein Gutes hat die Sache, der Ratzinger ist bereits jetzt schon fast ein Greis, also wird der wohl kaum so lange machen wie sein Vorgänger.
    Ich hab exakt dasselbe gedacht.

    Lustig find ich, dass man ihn jetzt in Italien Pappa Ratze nennt

  9. #28
    Benutzerbild von PostMortem

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    Torsten postete
    Religion dreht sich immer um das "weltliche Leben", worum denn sonst - ein anderes führen wir schließlich nicht. Sie legt dessen Aspekte und Befindlichkeiten nur eben so aus, wie es der jeweilige Glaube gebietet.
    Wenn es dabei bliebe, hätte ihkawimsns sicherlich nichts dagegen (und ich auch nicht). Das Problem ist, dass die Kirche aber eben nicht nur auslegt und ihren "Schäfchen" Regeln fürs weltliche Leben als Leitlinie vorgibt - also ihr Handeln sich nicht aufs eigene Revier beschränkt.

    Das Problem ist, dass die Kirche knallhart in Gesetzgebungsverfahren einzelner souveräner Staaten einzugreifen versucht. Gerade in Deutschland kennen wir dann noch die Kirchensteuer, die ich für unerträglich halte, solange wir uns an die Brust heften, dass Kirche und Staat strikt getrennt sind. Und dann wären da noch viele kirchliche Einrichtungen (die oftmals unsichtbar zu weiten Teilen durch öffentliche Gelder gesponsert und mit dem Etikett der Kirche als Träger versehen werden). Dort werden nicht nur oftmals Vorbedingungen an die Mitarbeiter gestellt (Konfessionsangehörigkeit), sondern der Einfluss auf die "Kunden" wird nicht selten dazu genutzt, sich auf Dauer durch Gewöhnung züchtige, hörige Schäfchen heranzuziehen oder gar neue Mitglieder anzuwerben (so lernen manche Kinder erst in kirchlich geführten Kindergärten zum Mittag ein Gebet zu sprechen und dürfen dort immer schön religiöse Motive mit lieben Engeln malen). Im Grunde ist deshalb die Kirche nur als eine weitere, große und einflussreiche "Lobby" zu sehen (jedenfalls solange man sich nicht auf die Diskussionsebene einlassen will, ob die Kirche nicht eigentlich ein riesiger Wirtschaftskonzern mit prall gefüllter Unternehmenskasse ist), die sich aufgrund ihrer Mitgliedermacht anmaßt auf die Ausgestaltung ganzer Staatengebilde Einfluss zu nehmen. Und die Wirkung dieses Handelns, geht leider sehr weit über die Angehörigen dieser Kirchen hinaus. Da ist es dann mit dem "sich etwas anderes suchen" manchmal nicht mehr getan.

    Grundsätzlich gebe ich Dir aber im Punkt des Zurechtbiegens der Religionen Recht. Nahezu kein Angehöriger der katholischen Kirche lebt nach ihren Regeln. Die Verheissung des ewigen Lebens im Jenseits müsste ihnen also ohnehin versagt bleiben. Trotzdem haben sie ein sehr ungutes Gefühl beim Gedanken an einen Kirchenaustritt, denn es könnte ja vielleicht doch sein, dass sie in die Hölle müssen, wenn sie keine Kirchensteuer mehr zahlen... Ich habe da schon sehr obskure Gespräche geführt, da ich Menschen die ihre Geldprobleme klagen und offensichtlich nicht bis kaum religios veranlagt sind grundsätzlich frage, ob sie eigentlich noch in der Kirche sind. Wenn man die Menschen von dieser merkwürdigen Angst loseisen könnte, würde die Kirche massiv an Mitgliedern und damit eben auch an Einfluss verlieren... Leider begründet sich aber eben der Löwenanteil der Mitgliedermacht auf Menschen die nur auf der Steuerkarte in der Kirche sind und sich allerhöchstens zu Weihnachten aus Folkloregründen mal in der Kirche sehen lassen.

    PM

  10. #29
    Benutzerbild von Muggi

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    Ich habe zum Thema "persönlicher Glauben", katholische Kirche & Co. kürzlich im DM-Forum auch was geschrieben und da ich bekanntlich zu faul bin, längere Texte doppelt zu erstellen kopier ich es einfach mal:

    Nach 18 Jahren DDR habe ich ja einiges nach der Wende neu bewerten und gelernte Ansichten korrigieren müssen. Meine von Haus aus atheistische Grundhaltung hat dies jedoch nicht berührt.

    Ich glaube, nach meinen Eltern (Jahrgang 1947 und 1951) und sogar meinen Großeltern, die ich zu ihren Lebzeiten niemals über Religion habe sprechen hören, dürfte ich die dritte "ungläubige" Generation in Folge darstellen. Ich mußte mich also nie mit einer persönlichen Einstellung zu meiner Religion auseinandersetzen, aus einer Kirche austreten oder mich mit den Glaubensgrundsätzen meiner Konfession beschäftigen. Wie die Ossis hier bestätigen werden, war der "wissenschaftliche Materialismus" ein wie in Stein gemeißelter Grundsatz der sozialistischen Ideologie. Alles wurde mit naturwissenschaftlichen Lehren erklärt, so dass mir die Frage "Gibt es einen Gott bzw. eine höhere Macht?" bis heute absonderlich, um nicht zu sagen, absurd erscheint. In meinen Augen liegt die "Beweispflicht" um ein Vorhandensein auf der Seite der Gläubigen und nicht umgekehrt. Ich verurteile niemanden wegen seines Glaubens, bin aber dennoch davon überzeugt, dass verschiedenste Probleme der heutigen Welt ohne Religion besser zu bekämpfen wären. Das Hoffen auf die Hilfe einer höheren Macht oder das Warten auf die Errettung oder Erlösung halte ich für kontraproduktiv. Das vielzitierte Marx-Zitat "Religion ist Opium für's Volk" halte ich nicht zu einhundert Prozent für falsch, insbesondere wenn es um den Mißbrauch von Religion zur Erlangung/Verteidigung politischer Macht geht.

    Das Christentum hat seine (positiven) Spuren in unserer europäischen Gesellschaft hinterlassen, ganz ohne Frage. Sind aber Dinge wie Nächstenliebe, Hilfsbereitschaft oder Toleranz allein "christliche" Werte? Können sie nicht auch einfach Teil einer humanistischen, aufgeklärt-atheistischen Weltanschauung sein? In etwa so etwas, was man mit dem umgangssprachlich salopp bezeichneten "Anstand" meint?

    Pasadena schrieb im alten Thread etwas von dem Gefühl des "Zusammenrückens" und mußte sich des Verdachts der Naivität erwehren. Ich hatte dieses Gefühl auch schon, jetzt nicht unbedingt beim Tod des Papstes, aber bei der beispiellosen Hilfsbereitschaft beim Elbe-Hochwasser 2002 und nach der Flutkatastrophe in Asien. Und ich muß sagen: Es war ein verdammt gutes und vor allem Mut und Hoffnung machendes Gefühl! Ob das naiv ist? Möglich, aber ich steh dazu!

    Auch wenn der Buddhismus in der westlichen Welt ja schon zu einer Art Mode geworden ist, mich haben die von mir im letzten Jahr in Sri Lanka gemachten Beobachtungen und Begegnungen mit Buddhisten sehr beeindruckt. Im Tempel von Kandy, in dem ein angeblich von Buddha stammender vergoldeter Zahn veehrt wird, hatte ich so etwas wie eine spirituelle Erfahrung, was mich zugegebenerweise sehr verwirrt hat. Ich hatte gleichzeitig das Gefühl tiefer innerer Ruhe, während mich gleichzeitig verschiedene Gedanken um den Sinn des Daseins heimgesucht haben. Ich kann das bis heute noch nicht so richtig einsortieren. Vielleicht lag das an den zahlreichen in meiner Umgebung sitzenden betenden Menschen, samt der zugehörigen Geräuschkulisse.

    Wie ich hier im Forum schon schrieb, unterstütze ich eine katholische Hilfsorganisation in Mittelamerika. Allein das dort die Kirche zum Teil eine bessere Infrastruktur hat als die staatlichen Stellen, macht das Ganze für mich vertretbar. Und wie ich anderswo auch schon erwähnte, die Ächtung von Verhütungsmitteln durch den Vatikan ist das Eine, die allgemeinen sozialen Zustände das Andere. Die in lateinamerikanischen Ländern inzwischen zu einem Massenphänomen gewordenen Jugendgangs, sogenannte Maras, haben beispielweise für weibliche Anwärter ein Aufnahmeritual, das aus einer Massenvergewaltigung besteht. Bei solchen "Anlässen" entstandene Kinder verdanken ihre Existenz wohl weniger dem Kondom- und Pillenverbot, sondern vielmehr der allgemeinen Verrohung der Gesellschaft.

    Was die Unerklärlichkeit verschiedener Naturphänomene anbelangt, glaube ich einfach an den Wissensfortschritt künftiger Generationen. Ich habe ein paar naturwissenschaftliche Bücher aus den Sechzigern hier stehen, was da zum Teil drinsteht, ist längst überholt oder ruft gewisse Heiterkeit hervor. So wird es wohl auch in Zukunft laufen.

    Reicht für's Erste...

  11. #30
    Benutzerbild von DeeTee

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    PostMortem postete
    Das Problem ist, dass die Kirche aber eben nicht nur auslegt und ihren "Schäfchen" Regeln fürs weltliche Leben als Leitlinie vorgibt - also ihr Handeln sich nicht aufs eigene Revier beschränkt.
    PM
    Hmm, was macht denn der gute Hirte mit seinen Schäfchen? Scheren und Fressen.
    Wer etwas anderes erwartet, ist naiv.

    Hübsch übrigens die folgende Schlagzeile:


    DeeTee

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