Seite 2 von 2 ErsteErste 12
Zeige Ergebnis 11 bis 16 von 16

Handys - Fluch oder Segen?

Erstellt von The Mad Hatter, 14.05.2004, 15:48 Uhr · 15 Antworten · 942 Aufrufe

  1. #11
    Benutzerbild von ihkawimsns

    Registriert seit
    23.02.2004
    Beiträge
    3.938
    Wie ich schon mehrmals bemerkt hatte, bin ich Handy-Gegner, und das auch einigermaßen radikal. Für mich ist das im Großen und Ganzen ein einziges Abzock-System mit wenig bis gar nicht vorhandenem Nutzen für den Kunden. Über Festnetz, E-Mail und sonstige Kommunikationsmittel lässt sich genauso gut (und billiger!) Kontakt aufnehmen wie mit Mobiltelefonen. Und, seien wir mal ehrlich: Wie oft gerät man denn in die viel zitierten Notfallsituationen, in denen man das Handy brauchen könnte? Verdammt selten, und wenn, greift vielleicht noch Murphys Gesetz und man hat es spontan vergessen, der Akku ist leer oder man kriegt kein Netz...

    Und bei Altersgenossen (oder jüngeren) treibt die Handy-Manie tatsächlich die absurdesten Blüten. Da hört man dann Dialoge wie "Wann treffen wir uns nachher?" - "Ich schick' dir 'ne SMS!" Das Handy als Statussymbol sozusagen.

  2.  
    Anzeige
  3. #12
    Benutzerbild von Muggi

    Registriert seit
    08.02.2004
    Beiträge
    2.559
    Im SPIEGEL 12/2004 war ein beeindruckender (oder eher erschreckender) Artikel über die heutige Handygeneration drin. Leider ist der nur kostenpflichtig aus dem Archiv abrufbar. Da begleitete der Redakteur eine Nacht lang Berliner Jugendliche und beobachtete ihren Umgang mit dem Handy, zum Teil mit lustigen oderauch bizarren Erkenntnissen. Zum einen scheinen diese Leute ohne Handy gar nicht mehr überlebensfähig zu sein und gehen anscheinend vor die Hunde, wenn sie nicht mehr erreichbar sind. Ein besonders absurder Fall: Einer dieser Mobil-Junkies sagte allen Ernstes zu seiner Freundin: "Ich kann heute nicht bei Dir schlafen, mein Akku ist alle." Er mußte halt dringend nach Hause, sein Telefon ans Ladegerät hängen. Ein anderer erzählte, dass im Zeitalter der Funktelefone Parties ein absolutes Risiko darstellen und zwar in beide Extreme. Bei dem einen lief die Feier so gut, dass per SMS ("Tolle Frauen hier!") Freunde herangelockt wurden, was sich dann zu 120 (!) Leuten in einer Dachgeschoßwohnung und dreimaligem Polizeibesuch auswuchs. Bei einem anderen griffen, nachdem die Party nach 30 Minuten noch nicht recht in Schwung war, die Ersten zum Handy und fragten nach, wo denn was los sei und ruckzuck war die Bude leer...

    Verabredet wird anscheinend prinzipiell nicht mehr, man geht einfach los und wechselt ständig die Örtlichkeit. Also anscheinend bin ich für so was wirklich schon zu alt. Der Siegeszug der Unverbindlichkeit...

  4. #13
    Benutzerbild von McFly

    Registriert seit
    20.06.2003
    Beiträge
    1.920
    Also ich habe auch ein Mobiltelefon. Womit ich persönlich schon mal bei meinem ersten Stichpunkt angekommen bin: Mich nervt der Begriff "Handy" vielmehr als die Dinger selbst.

    Als ich in der 10. Klasse war, war ich der letzte "ohne". Also zog ich mit und lies mir von Daddy eins kaufen. Damals wars erstmal wichtig mitzuhalten.

    Heute jedoch ist das Mobiltelefon viel mehr (für mich) wert. Allein aus beruflichen Gründen ist die Arbeit ohne solch ein Gerät gar nicht mehr denkbar. Und auch Die Bundeswehr geht inzwischen fest davon aus, dass jeder eins hat: So wird man gleich am ersten Tag darum gebeten, seine Rufnummer preiszugeben, um eine optimale Erreichbarkeit zu garantieren (auch wenns übertrieben klingt, aber zum Beispiel zum sofortigen Erreichen im V-Fall).

    Das Thema "Notfallsituationen" wurde ja schon reichlich dargelegt und ich schließe mich den Meinungen an. Viele Menschenleben konnten schon dank Mobiltelefonen gerettet werden (Bergunfälle, Landstraßen usw...)

    Was SMS betrifft: Man kann schnell und einfach über wichtige (!) Dinge informiert werden, z.B. während einer Sitzung o.ä. Vorraussetzung ist hierfür nur, dass das Telefon auf LAUTLOS und VIBRATION geschalten ist (ist bei mir immer der Fall)!

    (Mein) Fazit: Handy? Auf jeden Fall! Aber bitte nur, wenn man andere damit nicht belästigt.

    McFly

  5. #14
    Benutzerbild von DeeTee

    Registriert seit
    19.12.2001
    Beiträge
    1.928
    Ich besitze ebenfalls seit 5 Jahren ein Handy. Und ich finde das für mich sehr praktisch; allerdings besitze ich auch die nötigen Manieren, damit umzugehen. Meine Gesprächskosten liegen < 10,- Euro im Monat. An unpassenden Orten (Kino, Theater, Museum, etc. macht mein Handy keinen Ton. Als Telefonzellenersatz finde ich es äußerst praktisch; nicht unentbehrlich, aber sehr hilfreich.
    Außerdem habe ich noch zwei ältere Prepaid-Handys, die ich nur gelegentlich einsetze. Mit der Weitergabe meiner "echten" Handy-Nummer bin ich sehr sehr schüchtern
    Dem "Handy-und-immer-erreichbar-Terror" beuge ich mich nicht. Ich habe Festnetz und AB. Fernabfragbar. Das muss reichen. Außerdem kennen nur rund ein dutzend Leute meine Handy-Nummer.

    Grüße!
    DeeTee

  6. #15
    Benutzerbild von Torsten

    Registriert seit
    05.10.2001
    Beiträge
    6.613
    Ich halte das Handy bei vernünftiger Nutzung für ein äußerst praktisches Instrument - hat mir in manchen Situationen auf jeden Fall schon unnötige Mühen, Zeitverlust oder anderes Ungemach erspart. Und wenn ich meine Ruhe haben will, schalte ich es einfach aus...

    Übrigens fand ich im Forum der ZDF-Sendung "Das Philosophische Quartett" vor einigen Wochen einen Beitrag, den ich so bemerkenswert fand, dass ich ihn mal abgespeichert habe. Offen gesagt, weiß ich noch nicht ganz, was ich davon halten soll, aber so habe ich gewisse Dinge noch überhaupt nicht betrachtet:
    Die Vereinzelung auch innerhalb des Menschen schafft ein Phänomen: Die Vernichtung von Kapital für nichts. Die Menschen öffnen sich in Foren und Chats, geben überall ihre Meinung ab, simulieren pseudo-demokratisches Abstimmungs-Verhalten, kommunizieren, stellen sich überall anders dar (als Ygramul, die Viele) und vernichten dabei erstmalig in der Weltgeschichte riesige Mengen an Zeit, an Arbeitskraft, Kreativität, Gesundheit und Kapital. Millionen Jugendlicher smsen sich - nur um ihre eigene Idee von sich hinauszuposten - um Kopf und Kragen, ohne dass damit auf den lokalen Märkten Produktivität geschaffen würde.

    Würden diese enormen Mengen an Energie, die derzeit weltweit im Netz bewegt werden, tatsächlich in die reale Welt fließen, keine Gesellschaft hätte Kummer mit schrumpfender Produktivität. Das meint auch: Es muss ein Weg gefunden werden, die enormen Mengen an Kapital, die derzeit allein durch den "Glücks-verheißenden" Telekommunikationsmarkt (inklusive 0190, Klingelton usw.) abgeschöpft und aus den Kreisläufen herausgezogen und nach Russland, Caymans o.ä. transferiert werden, wieder in den politischen und demokratischen Kreislauf hineinzupumpen. Oder sie gleich am Beginn der Kette zu sichern.
    Interessante Sicht der Dinge - ob die hier gezogenen Schlüsse folgerichtig sind, vermag ich allerdings noch nicht zu sagen...

  7. #16
    Benutzerbild von Lutz

    Registriert seit
    11.10.2002
    Beiträge
    6.814
    Aus dem Forum der ZDF-Sendung "Das Philosophische Quartett" :

    Die Menschen öffnen sich in Foren und Chats, geben überall ihre Meinung ab, simulieren pseudo-demokratisches Abstimmungs-Verhalten, kommunizieren, stellen sich überall anders dar (als Ygramul, die Viele) und vernichten dabei erstmalig in der Weltgeschichte riesige Mengen an Zeit, an Arbeitskraft, Kreativität, Gesundheit und Kapital.

    Würden diese enormen Mengen an Energie, die derzeit weltweit im Netz bewegt werden, tatsächlich in die reale Welt fließen, keine Gesellschaft hätte Kummer mit schrumpfender Produktivität
    Was mir hier sauer aufstößt ist das der Begriff "Foren" mit auftaucht.

    Damit wäre dann z.B. auch das Forum vom Webseiten Magazin Atlas F1 gemeint.
    Dieses Forum z.B. ist ein Hort an Kreativität und Wissen was ich in 20 Jahren in denen in online bin so noch nie gesehen habe:

    Dort diskutieren Rennfahrer, Ex-Rennfahrer, Buchautoren und Motorsport-Enthusiasten derart kreativ und produktiv das allein die gleichzeitige Nennung von Schlagworten wie "vernichten" im Zusammenhang mit Kreativität und Arbeitskraft geradezu absurd ist.

    Wenn man schon pathetisch von "erstmalig in der Weltgeschichte" spricht dann würde ich es eher umdrehen:

    Erstmalig in der Weltgeschichte rückt Wissen, durch das Internet als Massenmedium, zu einem geballten Know-How-Pool zusammen - so wie es ihn noch nie gegeben hat.
    Vor 10 Jahren hätte man nicht mal eben per Mausclick einen exquisite Expertenrunde erreicht - denn genau das sind die renommierten Autoren wie Doug Nye oder Eoin Young im Atlas-TNF-Forum.
    Letzterer hat o.g. Forum übrigens als Inspiration und Arbeitsgrundlage für sein neuestes, von der Kritik hochgelobtes, Fachbuch genutzt.

    Zitat nach dem Vorwort von Sir Jackie Stewart:

    "(....) Thanks to Kair Delany of Bayonne, New Yersey, who inadvertently provided me with the most difficult word of any book - the title - whe he used "Forza Amon" as his tag-line in an apparently endless Amon thread on the Nostalgia Forum section of the website magazine Atlas F1".

    Unbenommen davon ist natürlich mindestens 90 Prozent im Netz Müll und heisse Luft. Aber die restlichen 10 Prozent sind allein schon quantitativ nicht zu übersehen. Und dazu würde ich übrigens auch dieses werte Forum zählen.

    Lutz

Seite 2 von 2 ErsteErste 12

Ähnliche Themen

  1. Suche Sendung mit 3D-Figur, späte 80er oder frühe 90er, ORF oder SF
    Von ZeHa im Forum 80er / 80s - FERNSEHEN & KINO / TV & CINEMA
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 14.07.2012, 12:09
  2. Suche auch oder schon wieder oder immernoch BOXERBEAT als ORIGINAL 7" auf CD
    Von ICHBINZACHI im Forum 80er / 80s - POP & WAVE
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 21.09.2011, 07:56
  3. Vermissen wir die 80er oder nur unsere Teeniezeit (oder beides)?
    Von Die Luftgitarre im Forum 80er / 80s - LABERFORUM / TALK ABOUT
    Antworten: 16
    Letzter Beitrag: 10.09.2011, 11:27
  4. Preise für Sammler-Handys ...
    Von Heinzi im Forum OT LABERFORUM / OT SMALL TALK
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 21.10.2004, 19:58
  5. Fluch der Karibik!
    Von Parallax M5 im Forum OT LABERFORUM / OT SMALL TALK
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 10.09.2003, 10:33