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Heute vor 150 Jahren: Das erste Telefonat

Erstellt von Die Luftgitarre, 26.10.2011, 16:56 Uhr · 2 Antworten · 1.454 Aufrufe

  1. #1
    Benutzerbild von Die Luftgitarre

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    Heute vor 150 Jahren: Das erste Telefonat

    Am 26. Oktober 1861 (in Amerika hatte ein paar Monate zuvor der Krieg zwischen Nord- und Südstaaten begonnen) wurde in Frankfurt das allererste Telefonat geführt: vom Uni-Hörsaal in den Garten nebenan, ein Ortsgespräch gewissermaßen. Für die Fachwelt damals eine "unterhaltsame physikalische Spielerei" ohne erkennbaren praktischen Nutzen.

    150 Jahre Telefon: Der Urgroßvater des Handys | Wissen*- Frankfurter Rundschau

    Erst nach einer entscheidenden Verbesserung der Übertragungsqualität kam man 1877 auf die Idee, dieses Gerät für das Post- und Militärwesen zu nutzen. In den 1880ern Jahren begann man damit, private Haushalte miteinander zu verkabeln (in Berlin zunächst nur 90 Anschlüsse).


    Stärker auf die Art des Telefonierens zur Zeit unserer Eltern, bzw. Kindheit eingehend:

    150 Jahre Telefon - "Das Pferd frisst keinen Gurkensalat" - Digital - sueddeutsche.de

  2.  
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  3. #2
    Benutzerbild von PostMortem

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    AW: Heute vor 150 Jahren: Das erste Telefonat

    Zitat Zitat von Die Luftgitarre Beitrag anzeigen
    Am 26. Oktober 1861 (in Amerika hatte ein paar Monate zuvor der Krieg zwischen Nord- und Südstaaten begonnen) wurde in Frankfurt das allererste Telefonat geführt: vom Uni-Hörsaal in den Garten nebenan, ein Ortsgespräch gewissermaßen. Für die Fachwelt damals eine "unterhaltsame physikalische Spielerei" ohne erkennbaren praktischen Nutzen.
    Da kann man mal sehen, dass dieser phantasielose und kein bisschen von Geschäftssinn geprägte Umgang mit Erfindungen kein Phänomen der Neuzeit in Deutschland ist. Heutzutage sind wir es in unserem Land insbesondere bei "Consumer-Elektronik" ja gewohnt, dass wir keinen kommerziellen Nutzen aus an sich bahnbrechenden Erfindungen ziehen. Siehe MP3, Fax, Spiegelreflexkamera, Fernseher, Computer, LCD, Tonband, Walkman usw. usf. und eben....

    Erst nach einer entscheidenden Verbesserung der Übertragungsqualität kam man 1877 auf die Idee, dieses Gerät für das Post- und Militärwesen zu nutzen. In den 1880ern Jahren begann man damit, private Haushalte miteinander zu verkabeln (in Berlin zunächst nur 90 Anschlüsse).
    ... das Telefon! Denn wirklich zur Marktreife und zum Durchbruch brachte das Telefon dann nunmal Graham Bell und den kennt man heute auch in der Welt, während Johann Philipp Reis den meisten kein Begriff ist und es dementsprechend auch keinen milliardenschweren Reis-Konzern gibt.

    Genau das muss wieder anders werden, damit Deutschland eine Nation von erfolgreichen Gründern und Neu-Unternehmern wird.

  4. #3
    Benutzerbild von Die Luftgitarre

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    AW: Heute vor 150 Jahren: Das erste Telefonat

    Zitat Zitat von PostMortem Beitrag anzeigen
    Da kann man mal sehen, dass dieser phantasielose und kein bisschen von Geschäftssinn geprägte Umgang mit Erfindungen kein Phänomen der Neuzeit in Deutschland ist. [...] Denn wirklich zur Marktreife und zum Durchbruch brachte das Telefon dann nunmal Graham Bell und den kennt man heute auch in der Welt, während Johann Philipp Reis den meisten kein Begriff ist und es dementsprechend auch keinen milliardenschweren Reis-Konzern gibt.
    Wobei das damals noch kein Problem aufwarf: Es gab noch keine internationalen Patentschutzabkommen. Nicht hinderte die Firma Siemens daran, das Telefon des Briten Graham Bell, kaum dass der praktische Nutzen erkennbar geworden war, in Deutschland in Serie zu produzieren und nach eigenem Gutdünken weiterzuentwickeln. (Heute würde so ein Fall Heerschaaren von Anwälten und EU-Beamten auf Jahre hinaus beschäftigen!)

    Genau das muss wieder anders werden, damit Deutschland eine Nation von erfolgreichen Gründern und Neu-Unternehmern wird.
    Genau so wurde Preußen, bzw. Deutschland v. a. im späten 19ten und frühen 20ten Jhdt. im Ausland gesehen: Der typische Deutsche war ein Ingenieur oder ein Physiker (das andere Klischee des schreienden Offiziers wurde erst im I. Weltkrieg im Ausland popularisiert). Bei der Frage, was damals das Erfolgsmodell Deutschland ausgemacht hat, stößt man auf etwas merkwürdiges: Das Berufsbeamtentum stand in voller Blüte, die wissenschaftliche Ausbildung war äußerst elfenbeinturmartig, die Berufseliten rekrutierten ihren Nachwuchs aus der immergleichen dünkelhaften Kaste der oberen 5 % der Bevölkerung und die Industrie wurde zumindest in ihrer take-off-Phase durch Schutzzölle abgeschirmt - alles Sachen, die nach heutiger Lehrmeinung ein Land zur Stagnation und Innovationsfeindlichkeit verurteilen müssten!

    Aber es funktionierte prächtig und damals galten deutsches Berufsbeamtentum und deutsche Bürokratie international als nachahmenswertres Vorbild. Selbst Lenin erklärte, die Wirtschafts im neuen Sowjetrussland müsse organisiert werden "wie die deutsche Post".

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