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Individualisierung in den 80ern???

Erstellt von Feenwelt, 20.01.2003, 11:16 Uhr · 13 Antworten · 1.442 Aufrufe

  1. #11
    Benutzerbild von
    bubu postete
    was ich nicht verstehe: wieso definieren sich so viele leute primär über ihr äußeres???

    ich bin der meinung, individuell bist du nur von deiner persönlichkeit her.

    bubu
    Es kommt eben drauf an, was zu erst da war. Bist Du ein nichtssagendes Etwas und meinst durch Deine Erscheinung auffallen zu müssen, dann war zu Erst das Äußere da. Aber was, wenn Dein Äußeres sich durch Deine Persönlichkeit verändert hat?

    Es ist z. B. ein Unterschied, ob ne' Trulla in ein Tattoo-Studio rennt und sich ne' schimmelige Rose aufs Schulterblatt machen lässt (naja, eben nicht sehr originell und Tattoo um des Trends wegen) oder ob jemand sich ein bestimmtes Motiv (vielleicht sogar selbst erstellt), dass seiner Persönlichkeit entspricht an eine ganz bestimmte Stelle oder in ganz bestimmter Weise tätowieren lässt.

    Wenn sich die Persönlichkeit nicht in gewisser Weise im Äußeren wiederspiegelt, dürften es manche Gleichgesinnte zudem schwerer haben sich zu finden.

    Dave

  2.  
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  3. #12
    Benutzerbild von Die Luftgitarre

    Registriert seit
    09.10.2002
    Beiträge
    1.204
    Dave Bowman postete
    Ich bin auch der Meinung, dass sich Individualisierung und Zugehörigkeit zu einer "Subkultur" eigentlich widersprechen. Ich habe es auch in den 80ern eher so erlebt, dass es irgendwo immer der gleiche Schlag Mensch war, der sich z. B. in Richtung Anarcho-Szene bewegte. Irgendwo hatten sie in der "normalen" Welt ihre Probleme, brachten in der Schule meistens schlechte Leistungen und hatten auch eher keinen Bock. Da passte so eine Anarcho-Klicke natürlich gut zum eigenen Lebensstil und wenn dann noch eine Philosophie dahintersteht, die die Leistungsunlust quasi noch zum Ziel erklärt, dann zieht man sich die schwarze Kutte doch gerne über um endlich wozu zu gehören.
    Dave
    Also da muß ich doch mal eine Lanze brechen für ein paar ehemalige Klassenkameraden, die in die "Anarcho-Richtung" gegangen sind!

    Die hatten in der normalen Welt nicht "ihre PROBLEME", sondern die hatten halt eine sehr entschiedene und bewußt gefasste MEINUNG zu dieser Welt. Und die waren auch keinesfalls in der Schule schlecht, im Gegenteil: in Fächern wie Deutsch, Geschichte, Erdkunde und Philosophie sie sind den Lehrern oft durch kritisch-haarspalterische Nachfragen und Entgegnungen auf die Nerven gegangen. Und wenn ich mir deren Diskutier-Lese-&-Demo-Pensum ansehe kann man eigentlich auch nicht von "Leistungsunlust" sprechen. *g* (Auch wenn die natürlich Leistung um ihrer selbst Willen ablehnen)

    Musste ich nur mal einwerfen, weil sich das doch irgendwie etwas nach den Klischees "einer großen deutschen Tageszeitung" anhörte ...

  4. #13
    Benutzerbild von Lutz

    Registriert seit
    11.10.2002
    Beiträge
    6.814
    @Luftgitarre

    Kann ich aus meiner Schulzeit bestätigen - gerade Leute aus der "Anarcho-Richtung" gehoerten in diversen Leistungskursen zu den besseren...

    Die Luschen kamen eher aus der Popper/Schniegel-Fraktion und versuchten das Absacken mit diversen Schleimorgien bei den Lehrern zu kompensieren - aber das ist ne andere Story

    Lutz

  5. #14
    Benutzerbild von
    @ Lutz und Luftgitarre

    Ich wage zu bezweifeln, dass der Großteil der damaligen Anarcho-Szene sich der tatsächlichen Bedeutung der Anarchie bewusst waren. Wie ich in meinem zweiten Absatz angedeutet habe, geht es mir auch mehr um das Mitläufertum und den dadurch damals niedrigeren Druck zur Individualisierung.

    Im Vergleich zu den Leuten die ich erlebt habe (wordurch sich der Verweis auf Klischees und große deutsche Tageszeitungen eigentlich erübrigt), bin ich vermutlich der größte Anarchist von allen. Ich musste mir dafür allerdings nie ein "A" auf eine Kutte schmieren... Es steht völlig ausser Frage, dass es im Kern der Anarcho-Szene eine Menge Menschen gab, die sich wirklich einen Kopf gemacht haben und die auch wirklich was im Kopf hatten.
    Ich könnte wetten, dass sie es fast alle zu etwas gebracht haben und ihre Ideale heute sinnvoll vertreten, ohne mit diesem Ballast gegen Vorurteile anargumentieren zu müssen, die sie selbst nicht zu verantworten hatten.

    Zumindest für mich steht aber auch fest, dass ein sehr großer Teil der früheren Anarcho-Szene einfach nur aus "Kein Bock auf Nix"-Gammlern bestand, die einfach nur gerne mit ner' Kanne Bier irgendwo abhingen und aus den anarchistischen Grundwerten eine Bestätigung ihres Rechts auf eigenes Unvermögen ableiteten. Mit mehr haben sie sich nicht beschäftigt. Und zufällig habe ich ein paar dieser Sorte auf meinem Lebensweg kennen gelernt.

    Dave

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