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Was ist "postmodern" ?

Erstellt von bubu, 21.07.2011, 20:20 Uhr · 24 Antworten · 4.540 Aufrufe

  1. #11
    Benutzerbild von PostMortem

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    AW: Was ist "postmodern" ?

    Zitat Zitat von lastninja Beitrag anzeigen
    Ich fühl mich eher PostMortem.........so davig und so verdammt

    Anhang 988-ig
    Jipp, die Worte lesen sich nicht zufällig so ähnlich. Denn postmortal ist man auch relativ bald am modern! Manche können das allerdings sogar schon vorher!

    Zum Thema beitragen möchte ich auch noch die Frage, was soll eigentlich nach dem "Modernen" noch kommen, was ist die Steigerung von "modern"? Werden wir in der Post-Moderne jetzt für immer nach der Moderne leben, sozusagen in der Endzeit der Menschheit, selbst wenn sie, wovon ich im Gegensatz zu einigen Maya-Kalender(falsch)verstehern fest überzeugt bin, über den 21.12.2012 hinaus geht? Ist ja öde!

  2.  
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  3. #12
    Benutzerbild von Lutz

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    AW: Was ist "postmodern" ?

    Zitat Zitat von bubu Beitrag anzeigen
    Dies ist ein Feldversuch.

    Ich wüsste gerne, was ihr unter dem Wort "postmodern" versteht. Am besten spontan antworten, Assoziationen sind interessant.
    Ok - spontan: Steampunk->Dr.Steel

    Dr. Steel - Audio Experimentation, One Robot At a Time.

    Auf "Dr.Steel Show" kllicken...

    Lutz

  4. #13
    Benutzerbild von Torsten

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    AW: Was ist "postmodern" ?

    Zitat Zitat von PostMortem Beitrag anzeigen
    Zum Thema beitragen möchte ich auch noch die Frage, was soll eigentlich nach dem "Modernen" noch kommen, was ist die Steigerung von "modern"?
    Hab ich mich bei dem Wort auch schon immer gefragt ...

    Aber laut dieser Definition ist die Postmoderne ja längst vorbei:

    Die Postmoderne ist eine geistig-kulturelle Bewegung, deren Anfänge in der 2. Hälfte des 20. Jahrhundert liegen. Sie ist als Gegenbewegung zu der zunehmend als steril und totalitär empfundenen Moderne anzusehen. Zeitlich gesehen gibt es für die Postmoderne verschiedene Einordnungen. Der Beginn ist aber in den 1960er Jahren zu sehen, das Ende zu Beginn der 1980er Jahre. Der Mittelpunkt der Postmoderne ist nicht die Innovation, sondern Rekombination oder neue Anwendung vorhandener Ideen. Die Künstler der Postmoderne betrachten die Welt als pluralistisch, zufällig und chaotisch. In der Postmoderne spielen Medien und die Technik eine sehr wichtige Rolle. Die postmoderne Kunst zeichnet sich dadurch aus, dass sie zitathafte Verweise auf vergangene Stile verwendet und diese teilweise ironisch in Szene setzt. In Deutschland gibt es zahlreiche postmoderne Bauten. Zum Beispiel die Staatsgalerie in Stuttgart oder das das AT&T Building in New York City. Zu den postmodernen Bauten zählt aber auch der Messeturm in Frankfurt am Main. Bekannte Architekten der Postmoderne sind Heinz Bienefeld, Ricardo Bofill, Alexander Freiherr von Branca, Michael Graves, Hans Hollein, Charles Jencks, Philip Johnson, sowie Leon und Rob Krier.
    Vielleicht leben wir längst in der Neo-Moderne, ohne es zu wissen ...

  5. #14
    Benutzerbild von PostMortem

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    AW: Was ist "postmodern" ?

    Zitat Zitat von Torsten Beitrag anzeigen
    Hab ich mich bei dem Wort auch schon immer gefragt ...

    Aber laut dieser Definition ist die Postmoderne ja längst vorbei:

    In Deutschland gibt es zahlreiche postmoderne Bauten. Zum Beispiel die Staatsgalerie in Stuttgart oder das das AT&T Building in New York City
    Vielleicht leben wir längst in der Neo-Moderne, ohne es zu wissen ...
    Das muss definitiv so sein, denn lt. obiger Definition liegt New York City ja mittlerweile auch schon in Deutschland. Es muss viel passiert sein, ohne dass wir hier im Forum was davon mitbekommen haben!

  6. #15
    Benutzerbild von Torsten

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    AW: Was ist "postmodern" ?

    Zitat Zitat von PostMortem Beitrag anzeigen
    Das muss definitiv so sein, denn lt. obiger Definition liegt New York City ja mittlerweile auch schon in Deutschland. Es muss viel passiert sein, ohne dass wir hier im Forum was davon mitbekommen haben!
    Passt schon. Hab eh oft das Gefühl, in einer Parallelwelt zu leben.

    Zitat Zitat von bubu Beitrag anzeigen
    Dann könnte man vielleicht sagen, dass wir uns zur Zeit in der Postmoderne befinden und sich dieses den Religionen äquivalente Prinzip (Ideal der Grundrechte? Demokratie?) entweder gerade auflöst oder ersetzt wird (Konsum übernimmt die stabilisierende Funktion der Religionen?) oder sich als gar nicht äquivalent erwiesen hat.
    Die These mit dem Konsumismus bzw. der marktwirtschaftlich orientierten Gesellschaft als Ersatzreligion hört man ja häufiger und halte ich auch für plausibel, wenn man den Kern von Religion im Stiften von Lebenssinn und Verhaltenssicherheit sieht. Unser Alltag ist ja geprägt von rituellen Handlungen (Kaufen, Bezahlen, Überweisen, Geld anlegen, Konsumieren, Werbung betreiben usw.), da finde ich den Vergleich recht passend.

    Ist übrigens auch ein Aspekt in der kürzlich schon empfohlenen Doku "Der Schein trügt": In der Welt des Geldes finden sich reichlich Parallelen zur Religion. Und Bolz vertritt in seinem Buch "Das konsumistische Manifest" zudem die Ansicht, dass "der Konsumismus das Immunsystem der Weltgesellschaft gegen den Virus der fanatischen Religionen" ist.

    Zitat Zitat von bubu Beitrag anzeigen
    Alles geht prinzipiell, alles ist ok, und alles ist eigentlich auch egal.
    Denn egal, ob Revoluzzer, Yuppie oder Lebenskünstler - das sind alles nur unterschiedliche Wege zum Tod ...

    In der oben zitierten Definition von Postmoderne findet sich auch der Hinweis auf ein Kunstverständnis, das sich vor allem durch Zitate früherer Werke auszeichnet. Demnach müsste diese Ära ja noch in vollem Gange sein, weil mittlerweile fast alle Kunstformen zunehmend auf's Verwerten alten Materials setzen (man denke an die mittlerweile unzähligen Coverversionen und Samples in der Popmusik). Aber kann man daran überhaupt noch eine zeitlich begrenzte Bewegung festmachen, oder liegt das nicht in der Natur der Sache, weil man das Rad eben nicht ständig neu erfinden kann und Kunst irgendwann zwangsläufig zu einer Art Durchlauferhitzer für bisher Geschaffenes wird?

  7. #16
    Benutzerbild von PostMortem

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    AW: Was ist "postmodern" ?

    Zitat Zitat von Torsten Beitrag anzeigen
    Passt schon. Hab eh oft das Gefühl, in einer Parallelwelt zu leben.
    Geht mir auch so...... und ich bin u. a. deshalb immer wieder froh wenn Feierabend ist oder man aus der einen oder anderen Massenveranstaltung wieder raus ist

    Die These mit dem Konsumismus bzw. der marktwirtschaftlich orientierten Gesellschaft als Ersatzreligion hört man ja häufiger und halte ich auch für plausibel, wenn man den Kern von Religion im Stiften von Lebenssinn und Verhaltenssicherheit sieht. Unser Alltag ist ja geprägt von rituellen Handlungen (Kaufen, Bezahlen, Überweisen, Geld anlegen, Konsumieren, Werbung betreiben usw.), da finde ich den Vergleich recht passend.
    Für viele die Religion nicht als tröstendes Element oder Ziel für ein Leben nach dem Tod brauchen, reicht vielleicht Konsum aus. Es kann sogar sein, dass ich selbst zu denen gehöre, die sich deshalb durch Konsum belohnen. Jedenfalls kommt es öfters vor und ich ziehe aus einem Technik-Spielzeug mehr Sinn als aus einem gemeinsamen Halleluja am Sonntag. Meine Beobachtung ist aber auch, dass Zusammenhalt, Gemeinschatsgefühl etc. mehr und mehr durch Social Networks abgedeckt und teilweise sogar virtualisiert werden. Großteils liegt das auch an immer mehr Stress und dem Gefühl immer weniger Zeit zu haben (ggf. sogar durch Freizeitstress). Parallel sehe ich eine gewisse Engel-Ersatzreligion... Immer mehr Menschen beschäftigen sich mit Engeln oder haben irgendein Faible für Engel. Dabei sind sie ansonsten nicht besonders religiös oder kirchlich engagiert.

    In der oben zitierten Definition von Postmoderne findet sich auch der Hinweis auf ein Kunstverständnis, das sich vor allem durch Zitate früherer Werke auszeichnet. Demnach müsste diese Ära ja noch in vollem Gange sein, weil mittlerweile fast alle Kunstformen zunehmend auf's Verwerten alten Materials setzen (man denke an die mittlerweile unzähligen Coverversionen und Samples in der Popmusik). Aber kann man daran überhaupt noch eine zeitlich begrenzte Bewegung festmachen, oder liegt das nicht in der Natur der Sache, weil man das Rad eben nicht ständig neu erfinden kann und Kunst irgendwann zwangsläufig zu einer Art Durchlauferhitzer für bisher Geschaffenes wird?
    Umso unglaublicher, dass sich so viele Künstler heutzutage sehr, sehr Ernst nehmen. Früher wurde vor der großen Berühmheit erstmal völlig verarmt gestorben... Viele heutige Künstler (dagegen, dass sie selbst ernannt sind habe ich nichtmal was, als Künstler ernennt man sich m. E. immer selbst indem man einen künstlerischen Anspruch formuliert und vielleicht sogar spürbar umsetzt) kennen nichtmal ihre großen Vorbilder beim Namen. Von daher habe ich auch ein Problem mit der heutigen Strenge in den Definitionen der Kunst. Wer will denn ausgerechnet heute, wo so viele Strömungen gleichzeitig neu verwurstet werden, bestimmen wann die Postmoderne aufhört? Politiker versuchen ja auch dauernd die Gesellschaft zu transformieren, fabulieren vom Wandel der Industriegesellschaft zur Dienstleistungsgesellschaft zu Wissensgesellschaft zur Informationsgesellschaft. Dabei liegt der Anteil der Industrie am BIP immer noch bei rund 30%. Sie hat nicht aufgehört zu existieren. Ihre Zeit ist also nicht vorbei. So wird es auch mit der Postmoderne sein, auch wenn einige ihr Ende für sich und andere beschlossen haben sollten.

    In den 1990ern soll es ja eine Neomoderne gegeben haben. Wenn es sie gab, ist sie wohl ein bisschen an mir vorbeigegangen.

    Für mich persönlich sind die 2010er Jahre bisher mehr durch Verweigerung von Modernität aufgefallen. Während sich im ersten Jahrzehnt dieses Jahrtausends schon immer mehr Bürgerinitiativen für und gegen alles mögliche gründeten (Autobahnen, Umgehungsstraßen, Mobilfunkmasten, ......), erleben wir momentan die vorläufige Spitze und neue Wucht dieser Bewegung. Auffällig ist, dass sich offenbar hauptsächlich Menschen gegen etwas mobilisieren lassen. Ob ein neuer Bahnhof, ein Windkraftanlagenpark, eine neue Verbindungsstraße, ein Gas-Kraftwerk, fotografierende Internet-Autos, der Lückenschluss einer Autobahn, ein Hochhaus... es wird heftigst dagegen demonstriert und mobil gemacht. Kurz: Alles soll bleiben wie es ist, ausser die AKWs.

  8. #17
    Benutzerbild von bubu

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    AW: Was ist "postmodern" ?

    Anders Breivik ist postmodern:

    Manifest für einen erbarmungslosen "Kreuzzug" gegen den Multikulturalismus | Telepolis

    Das wirft die interessante Frage auf, ob Amokläufe und Terrorismus ein postmodernes Phänomen sind. Und wenn ja – warum?

  9. #18
    Benutzerbild von Torsten

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    AW: Was ist "postmodern" ?

    Zitat Zitat von bubu Beitrag anzeigen
    Das wirft die interessante Frage auf, ob Amokläufe und Terrorismus ein postmodernes Phänomen sind.
    Kann da auf den ersten Blick keinen Zusammenhang sehen. Sollten Amokläufe in Ausmaß und Häufigkeit tatsächlich ein jüngeres Phänomen sein, halte ich das vor allem für ein Ergebnis der Mediengesellschaft. Bei Breivik vermute ich neben seinem Hass ein extremes Geltungsbedürfnis, für das die heutigen Massenmedien perfekte Verbreitungswerkzeuge sind. Hinzu kommt der Nachahmungseffekt, den man spätestens nach dem Colombine-Massaker feststellen konnte - für ein paar kranke Gemüter ist die öffentliche Aufmerksamkeit in solchen Fällen wie Heldenverehrung, der es nachzueifern gilt.

  10. #19
    Benutzerbild von bubu

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    AW: Was ist "postmodern" ?

    Zitat Zitat von Torsten Beitrag anzeigen
    Kann da auf den ersten Blick keinen Zusammenhang sehen. Sollten Amokläufe in Ausmaß und Häufigkeit tatsächlich ein jüngeres Phänomen sein, halte ich das vor allem für ein Ergebnis der Mediengesellschaft. Bei Breivik vermute ich neben seinem Hass ein extremes Geltungsbedürfnis, für das die heutigen Massenmedien perfekte Verbreitungswerkzeuge sind. Hinzu kommt der Nachahmungseffekt, den man spätestens nach dem Colombine-Massaker feststellen konnte - für ein paar kranke Gemüter ist die öffentliche Aufmerksamkeit in solchen Fällen wie Heldenverehrung, der es nachzueifern gilt.
    Aber ist die Mediengesellschaft selbst nicht postmodern?

  11. #20
    Benutzerbild von Torsten

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    AW: Was ist "postmodern" ?

    Zitat Zitat von bubu Beitrag anzeigen
    Aber ist die Mediengesellschaft selbst nicht postmodern?
    Die Frage ging mir auch schon durch'n Kopp, aber kann da momentan noch keinen bedeutsamen Zusammenhang sehen. Würde das eher für die Folge der Technisierung halten, die die heutigen Massenmedien erst ermöglicht. Naja, vielleicht kann man die erwähnte "alles egal"-Haltung der Postmoderne z. B. in Verbindung mit Entwicklungen wie dem copy-and-paste-Journalismus bringen, aber da kommen auch wirtschaftliche Zwänge als Erklärung hinzu.

    Vielleicht ist der Begriff "postmodern" auch nur eine bedeutungsschwangere Krücke, um damit diverse Entwicklungen und Zeitgeister der letzten Jahrzehnte irgendwie zu erklären bzw. ihnen ein griffiges Etikett zu verpassen ...

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