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"Kaffeekassen" im Einzelhandel

Erstellt von Die Luftgitarre, 27.08.2011, 21:21 Uhr · 11 Antworten · 2.188 Aufrufe

  1. #1
    Benutzerbild von Die Luftgitarre

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    Daumen runter "Kaffeekassen" im Einzelhandel

    Mir in letzter Zeit aufgefallen, dass in Fastfood-Läden aber auch in Kaufhäusern an der Kasse neuerdings oft eine Dose mit der Aufschrift "Kaffeekasse" steht. Ich nehme an, das ist so zu verstehen, dass das Zahlen von Trinkgeldern jetzt auch in Berufen und Branchen eingeführt werden soll, in denen dies bisher nicht üblich war.

    Ich finde das ist schon mal eine nähere Betrachtung wert. Trinkgelder waren bisher in solchen Bereichen Tradition, in denen es einen direkten und dabei ansatzweise persönlichen Kontakt zwischen Dienstleistungsangestellen und Kunden hab: Bei Frisören, Taxifahrern, Kellnern und Lieferboten. Das zeitweile Zustandekommen einer ansatzweise persönlichen Gesprächsebene (Blickkontakt, Smalltalk, evtl. Anrede mit Vornamen) ließ beim Kunden angesichts bekanntermaßen schlechter Bezahlung dieser Berufe ein schlechtes Gewissen entstehen, was ihn dann motivierte, dem Diensteistungsangestellten von Mensch zu Mensch noch etwas Geld dazugegeben. Was vom Kunden gut gemeint war, wirkte wirtschafts- und sozialpolitisch gesprochen eher kontraproduktiv: Der Hinweis "Ihr kriegt ja auch noch Trinkgeld" diente den betreffenden Arbeitgeber als Argument, ja nicht zuviel Festgehalt zu vereinbaren, was die Abhängigkeit seiner Angestellten vom (und das Bangen ums) Trinkgeld bis in moderne Zeiten hinein zementierte und den Arbeitgeber gleichzeitig mit weniger Fixkosten kalkulieren ließ.

    Und anstatt diese unwürdige Trinkgeld-Praxis (die den Angestellten gegenüber den Kunden in ein persönliches Bittstellerverhältnis setzt) endlich abzuschaffen, wird sie jetzt sogar noch auf generell aufs Personal im Einzelhandel ausgeweitet. Die "Kaffeekasse" neben der eigentlichen Kasse sagt dem Kunden sozusagen: 'Du bist schuld, wenn die Angestellten hier mit ihrem Geld nicht über den Monat kommen!' D.h. der Arbeitgeber nimmt sich selbst raus aus der Verantwortung, plant erstmal nur niedrige Festgehälter ein und macht die genaue Höhe des Lohns zur persönlichen Sache zwischen seinen Angestellten und seinen Kunden. Er entledigt sich also ein Stück weit des unternehmerischen Risikos (er kriegt in jedem Fall seinen Gewinn, egal ob die Kunden was in die Kaffeetasse tun oder nicht) und tut quasi so als wären die Leute an der Kasse, in der Küche, im Lager ect. gar nicht seine Angestellten sondern freiberufliche Dienstleister, die zufällig im gleichen Raum sind und mit dem Kunden in eine eigene Geschäftsbeziehung treten. (Das ist natürlich Quatsch, denn diese 'Dienstleister' können ja ohne den ihnen nicht gehörenden Laden gar nicht dienstleisten und haben auch nicht die Freiheit, einzelne Kunden wegen Nichtzahlung von Trinkgeldern nicht zu bedienen. Das berührt also im Grunde die Scheinselbstständigen-Thematik.)

    Würde der Ladeninhaber einfach klipp und klar seinen Angestellten eine Nullrunde verkünden, gäbe es u. U. mit den Angestellten Probleme. Würde er einfach klipp und klar die Preise raufsetzen, würde u. U. die Kundschaft wegbleiben. Also mogelt er sich durch: Die Preise bleiben wie sie sind und die Angestellten werden trotz Nullrunde durch die vage Aussicht auf Geld in der "Kaffeekasse" bei der Stange gehalten.

  2.  
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  3. #2
    Benutzerbild von musicola

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    AW: "Kaffeekassen" im Einzelhandel

    Mich würde mal interessieren, in welchen Kaufhäusern du solche Kaffeekassen gesehen hast. Im Kaufhof sind Kaffeekassen absolut tabu. Denn durch so ein Teil kann man bei Kassendifferenzen ganz schnell in Schwulitäten kommen...

    Davon ab, dass es schon Fälle gab, wo neben nicht gewolltem auch vom Kunden vergessenes Wechselgeld in Kaffeekassen landete, und das Ganze dadurch zum Diebstahl wird...

  4. #3
    Benutzerbild von PostMortem

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    AW: "Kaffeekassen" im Einzelhandel

    Zitat Zitat von Die Luftgitarre Beitrag anzeigen
    Ich finde das ist schon mal eine nähere Betrachtung wert. Trinkgelder waren bisher in solchen Bereichen Tradition, in denen es einen direkten und dabei ansatzweise persönlichen Kontakt zwischen Dienstleistungsangestellen und Kunden hab: Bei Frisören, Taxifahrern, Kellnern und Lieferboten. Das zeitweile Zustandekommen einer ansatzweise persönlichen Gesprächsebene (Blickkontakt, Smalltalk, evtl. Anrede mit Vornamen) ließ beim Kunden angesichts bekanntermaßen schlechter Bezahlung dieser Berufe ein schlechtes Gewissen entstehen
    Ich muss mal drauf achten, ob mir das auch in Kaufhäusern auffällt.

    Was mich vor ein paar Monaten ziemlich geärgert hat, ist die Unsitte der Einführung von Toilettenpersonal mit Sammelteller in Restaurants und im Kino. Ich fand das eigentlich in Kaufhäusern und Shopping Malls schon grenzwertig (für mich gehört es zum Service, dass man dort auch mal was los werden kann, wenn man dort ein paar Stunden konsumiert und selbst die integrierten Gastronomiebetriebe keine eigenen WCs haben). Aber als ich letztens in der Filmpause selbst im Kino den "Klomann" direkt zwischen Waschbecken und Papierhandtuchspender im Weg sitzen hatte, fand ich das echt dreist. Die Kinokarte kostet mittlerweile mit langsam für jeden beliebigen Film berechneten Zuschlägen 9 Euro. Wenn man dann noch so ein Film-Menü mit ein paar Chips/Popcorn und einem eigentlich immer zu großen Becher Coke für 7,50€ kauft, hat man den Gegenwert einer Vollpreis-BluRay ausgegeben und muss dann auch noch fürs auspinkeln dieser Cola extra bezahlen? Natürlich hat man ein doofes Gefühl wenn da einer so penetrant im Weg sitzt und fühlt sich genötigt was zu geben. Die Krönung ist noch, wenn die Leute das Trinkgeld dann abgeben müssen (was ja in Fernsehreportagen schon festgestellt wurde). Also mir geht diese Praxis echt zu weit. Wenn sich deren Geschäft trotz dieser Preise nicht mehr rechnet, müssen die das anders lösen. Aber solch kleingeistige Abkassiererei hat mich jetzt erstmal zum Kinowechsel bewegt.

  5. #4
    Benutzerbild von Tap09

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    AW: "Kaffeekassen" im Einzelhandel

    In Kaufhäusern und Fastfoodläden hab ich noch nie Kaffeekassen gesehen. In Fastfoodläden stehen normalerweise Spendenkassen auf der Theke. Prinzipiell gebe ich eh nur Trinkgeld, wenn ich mit dem Service zufrieden war, also im Restaurant, beim Frisör oder dem Taxifahrer. Die klassischen "Trinkgeldberufe" eben.

    Was das Toilettenpersonal betrifft: meines Wissens ist das in vielen Fällen gar nicht zulässig, bspw. im Restaurant. Der Gast hat da einfach das Recht kostenlos die Toiletten zu benutzen. Anders dagegen ein Passant, der nur die Toilette benutzen will.

  6. #5
    Benutzerbild von musicola

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    AW: "Kaffeekassen" im Einzelhandel

    Zitat Zitat von Tap09 Beitrag anzeigen
    In Fastfoodläden stehen normalerweise Spendenkassen auf der Theke.
    So kenne ich das vom McDoof auch!

    Zitat Zitat von Tap09 Beitrag anzeigen
    Was das Toilettenpersonal betrifft: meines Wissens ist das in vielen Fällen gar nicht zulässig, bspw. im Restaurant. Der Gast hat da einfach das Recht kostenlos die Toiletten zu benutzen. Anders dagegen ein Passant, der nur die Toilette benutzen will.
    Also die Klofrauen und Klomänner in Kaufhäusern/Einkaufszentren sind einfach wirklich nötig geworden, denn wie es dort aussehen würde, wenn nur einmal am Tag 'ne Putzfrau vorbeikäme, will ich lieber nicht wissen. Ganz speziell auf den Damentoiletten, wo nicht wenige "Damen" schön um die Kloschüssel drumherum sprenkeln und sprayen und in bemerkenswerter Regelmäßigkeit mit Binden und Tampons das Klo verstopfen, anstatt einfach das Eimerchen daneben zu benutzen.... Schämt euch!

  7. #6
    Benutzerbild von PostMortem

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    AW: "Kaffeekassen" im Einzelhandel

    Zitat Zitat von musicola Beitrag anzeigen
    Also die Klofrauen und Klomänner in Kaufhäusern/Einkaufszentren sind einfach wirklich nötig geworden, denn wie es dort aussehen würde, wenn nur einmal am Tag 'ne Putzfrau vorbeikäme, will ich lieber nicht wissen. Ganz speziell auf den Damentoiletten, wo nicht wenige "Damen" schön um die Kloschüssel drumherum sprenkeln und sprayen und in bemerkenswerter Regelmäßigkeit mit Binden und Tampons das Klo verstopfen, anstatt einfach das Eimerchen daneben zu benutzen.... Schämt euch!
    Es gibt ja auch Einkaufszentren wo die WC-Benutzung kostenlos ist. Das heisst aber nicht automatisch, dass dort deshalb nur 1x am Tag jemand putzt. Das manche Menschen Dreckschweine sind ist richtig, aber eigentlich ja ein anderes Thema. Denn dafür bekommt das durchschnittliche Putzpersonal auch keinen Schmutz-Bonus. Und wenn man es mal prüfen würde, würde man wahrscheinlich feststellen, dass die vergleichsweise sauberen Nutzer die Dreckschweine am Kleingeld-Tellerchen auch noch subventionieren. Das Personal kostet ein bisschen Geld, ganz am unteren Ende der Gehaltsskala. Das ist aber unabhängig davon wieviel Schmutz während der Arbeitszeit tatsächlich entfernt werden muss.

    So ein Center macht immerhin einige tausend Euro Umsatz pro qm und Jahr, schicke Damen sitzen in schicken Kostümchen an Service-Points und die "Mall" an sich wird den ganzen Tag geputzt und entmüllt. Keine Auskunft kostet Geld, niemand muss Abfallgebühr zahlen. Oft steht auch Dein Auto kostenlos draussen. Du sollst ja gerne kommen und kaufen! Nur da wo Du verwundbar bist und keine Wahl hast, beim Gang aufs Örtchen, wirst Du dauernd abkassiert. Mich nervt das, zumal ich es ätzend finde wenn ich vor dem Essen nochmal den Gang zum WC antrete, man sich die Hände gewaschen hat und dann direkt schonwieder in Kleingeld packen darf - wenn noch welches da ist. Also mich nervt das immer tierisch beim Einkaufen. Das kommt gleich nach den Obdachlosen-Zeitungs-Drückern, deren Massenpräsenz und Penetranz man mittlerweile kaum noch entkommt. Immer schön ein schlechtes Gewissen machen.... Drinnen dafür das man Stoffwechsel hat und draussen dafür, dass man sich noch was leisten kann.

  8. #7
    Benutzerbild von waschbaer

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    AW: "Kaffeekassen" im Einzelhandel

    Zitat Zitat von PostMortem Beitrag anzeigen
    Was mich vor ein paar Monaten ziemlich geärgert hat, ist die Unsitte der Einführung von Toilettenpersonal mit Sammelteller in Restaurants und im Kino. Ich fand das eigentlich in Kaufhäusern und Shopping Malls schon grenzwertig (für mich gehört es zum Service, dass man dort auch mal was los werden kann, wenn man dort ein paar Stunden konsumiert und selbst die integrierten Gastronomiebetriebe keine eigenen WCs haben). Aber als ich letztens in der Filmpause selbst im Kino den "Klomann" direkt zwischen Waschbecken und Papierhandtuchspender im Weg sitzen hatte, fand ich das echt dreist. Die Kinokarte kostet mittlerweile mit langsam für jeden beliebigen Film berechneten Zuschlägen 9 Euro. Wenn man dann noch so ein Film-Menü mit ein paar Chips/Popcorn und einem eigentlich immer zu großen Becher Coke für 7,50€ kauft, hat man den Gegenwert einer Vollpreis-BluRay ausgegeben und muss dann auch noch fürs auspinkeln dieser Cola extra bezahlen? Natürlich hat man ein doofes Gefühl wenn da einer so penetrant im Weg sitzt und fühlt sich genötigt was zu geben. Die Krönung ist noch, wenn die Leute das Trinkgeld dann abgeben müssen (was ja in Fernsehreportagen schon festgestellt wurde). Also mir geht diese Praxis echt zu weit. Wenn sich deren Geschäft trotz dieser Preise nicht mehr rechnet, müssen die das anders lösen. Aber solch kleingeistige Abkassiererei hat mich jetzt erstmal zum Kinowechsel bewegt.
    Oh, PM du spricht st mir voll aus der Seele. Es nervt mich in Restaurants und Kinos, genauso wie eben auch in Einkaufspassagen (z.B. in Augsburg in der City Galerie) einfach gnadenlos, wenn ich fürs Pinkeln auch noch bezahlen muss.

    Genauso finde ich es auf Autobahnraststätten mittlerweile nervig, dass das SaniFair-System (welches ich ja eigentlich ganz gut fand, da der Pinkelobulus wieder voll als Wertgutschein verwendbar war) nun von 50 Cent auf 70 Cent hochgestuft wurde. Mal ehrlich das sind in alten Preisen fast 1,40 Mark. Und das für Pinkeln und Händewaschen. Kein Wunder, dass mittlerweile gerade an Autobahnen die Leute auf den Rastplätzen einfach wieder "wild pinkeln".

  9. #8
    Benutzerbild von Babooshka

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    AW: "Kaffeekassen" im Einzelhandel

    Joh, bei so einem Wucherpreis nur für Pullern und Händewaschen würde ich auch lieber am nächsten Rastplatz ins Gebüsch gehen. Wenn ich mal in einem Einkaufszentrum muss, sehe ich zu, dass ich bei McDo aufs Klo gehe, sofern einer vorhanden. Manchmal ist McDo aber auch nur so eine kleine Imbissnische ohne Klo, das ist dann natürlich blöd. Klogeld im Kaufhaus war schon immer gang und gäbe. Im Restaurant habe ich's noch nie gesehen und im Kino weiß ich nicht, ich gehe so gut wie nie ins Kino.

    Kaffeekassen neben der Supermarkt- oder Kaufhauskasse sind mir jetzt auch noch nicht aufgefallen, nur die bereits erwähnten Spendendinger wie bei McDo.

  10. #9
    Benutzerbild von SonnyB.

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    AW: "Kaffeekassen" im Einzelhandel

    Zitat Zitat von musicola Beitrag anzeigen
    Mich würde mal interessieren, in welchen Kaufhäusern du solche Kaffeekassen gesehen hast. Im Kaufhof sind Kaffeekassen absolut tabu. Denn durch so ein Teil kann man bei Kassendifferenzen ganz schnell in Schwulitäten kommen...

    Davon ab, dass es schon Fälle gab, wo neben nicht gewolltem auch vom Kunden vergessenes Wechselgeld in Kaffeekassen landete, und das Ganze dadurch zum Diebstahl wird...
    Dito auch hier. Wir haben eine Spendendose vom Kinderschutzbund, weil wir offizieller Partner sind und das war's.

  11. #10
    Benutzerbild von musicola

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    AW: "Kaffeekassen" im Einzelhandel

    @ Luftgitarre

    Zitat Zitat von musicola Beitrag anzeigen
    Mich würde mal interessieren, in welchen Kaufhäusern du solche Kaffeekassen gesehen hast.
    *hust*

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