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kann man noch Radio hören?

Erstellt von new_romantic, 09.08.2003, 22:51 Uhr · 95 Antworten · 8.450 Aufrufe

  1. #71
    Benutzerbild von Lutz

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    @producer

    Da Du ja nach eigenen Worten schon viele Jahre beim Radio arbeitest solltest Du ja nicht auf den Mund gefallen sein. Deshalb wundert es mich um so mehr das Du Dich zu Posting 65 und 66 immer noch nicht geäußert hast. Na vielleicht ist das ja auch ein Statement

    Ich schau gerade die NDR Talkshow und mußte bei folgenden Sätzen von Reinhard Mey an diesen Thread denken:

    "Auf der Fahrt heute hierher habe ich NDR2 gehört - wegen dem Verkehrsfunk. Die haben das Motto "mehr Vielfalt". Es war beschämend. Das was ich in den drei Stunden NDR2 gehört habe war ein absolutes Schmalspurprogramm. Was wirklich gebetsmühlenartig immer wieder kam war dieser Ausspruch: "Mehr Auswahl" ...."

    Lutz

  2.  
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  3. #72
    Benutzerbild von producer

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    Lutz postete
    Deshalb wundert es mich um so mehr das Du Dich zu Posting 65 und 66 immer noch nicht geäußert hast. Na vielleicht ist das ja auch ein Statement
    Ja, das war es tatsächlich.
    Ich habe das Thema aufgegeben. Alles, was ich wollte, war etwas mehr Licht in die Sache zu bringen, warum die Dinge sich eben so verhalten, wie sie es zur Zeit tun. Es war weder meine Absicht, hier eine Grundsatzdiskussion über "furchtbare Radiosender" zu entfachen, noch jemanden bekehren zu wollen. Da die Fakten nicht überzeugen konnten, habe ich es einfach gelassen...

    Zumal die - anfangs ganz interessant verlaufende - Diskussion durch die Beiträge von kruperderstab in eine Richtung und einen Ton abgedriftet ist,
    die/der absurd wurde. Jedes weitere Wort wäre hier zuviel gewesen.

    Ich bin nicht verantwortlich für die Geldgier und Dummheiten ausgewählter berliner Musikredakteure, die sich offensichtlich in ihrem Bekanntenkreis mit ihren Schmierenmethoden auch noch wichtig machen müssen (dieses beschriebene Verfahren ist jedenfalls NICHT die Regel). Zumal gerade in Berlin sicher einige der "schlimmsten" privaten Radioprogramme verbreitet werden - journalistisch wie musikalisch ist das in meinen Augen die allerunterste Schublade. Seltsamerweise hält man sich aber gerade dort für den Nabel der Radiowelt, weil doch so schlimm viel Konkurrenz auf dem Markt ist. Leider lernt niemand daraus. Im Gegenteil, man unterbietet sich in Niveaulosigkeit, Dummheit und Belanglosigkeit, daß es nur so kracht.

    Lutz postete
    Reinhard Mey [...] Das was ich in den drei Stunden NDR2 gehört habe war ein absolutes Schmalspurprogramm. Was wirklich gebetsmühlenartig immer wieder kam war dieser Ausspruch: "Mehr Auswahl" ...."
    Lutz
    Reinhard Mey zum Thema Begleitprogramme zu befragen, ist wie den Papst zum Thema Pornos zu interviewen... Was soll er auch anderes sagen? Weinerlich-humoresk vertonte Moralpredigten eines vergessenen Hausmannes haben inzwischen einen sehr begrenzten Interessentenkreis.
    Die Frage, die ich mir dann immer stelle: Warum hört dieser Mann denn nicht NDR 1 oder NDR Info? Die Auswahl an Programmen ist groß, größer als jemals vorher in diesem Land. Warum hört er ein Programm, das aber auch so überhaupt nicht für ihn gedacht ist und ihn offensichtlich auch nicht zufrieden stellt? NDR2 ist das klassische Beispiel für ein Begleitprogramm. Anspruchslos, nett und gaaanz einfach zu konsumieren. Sie wollen Anspruch und Verkehrsmeldungen, Herr Mey? Prima, wechseln Sie einfach das Programm. Ich schicke auch gern eine bebilderte Anleitung, wie das geht.

    Sorry, lieber Lutz, SCNR. Niemand kauft die BILD, wenn er an Hintergründen über die Börse oder an Buchtipps zum Thema "Philosophische Gedanken eines Maulwurfs in Uganda" interessiert ist.

    Freundliche Grüße
    vom producer

  4. #73
    Benutzerbild von Krupunderstab

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    Zumal die - anfangs ganz interessant verlaufende - Diskussion durch die Beiträge von kruperderstab in eine Richtung und einen Ton abgedriftet ist,
    die/der absurd wurde. Jedes weitere Wort wäre hier zuviel gewesen.

    Ich bin nicht verantwortlich für die Geldgier und Dummheiten ausgewählter berliner Musikredakteure, die sich offensichtlich in ihrem Bekanntenkreis mit ihren Schmierenmethoden auch noch wichtig machen müssen
    So so Producerle da hast du wohl auch noch die Hamburger Schmierfinken und Ihre illoyalen Zuträger vergessen zu erwähnen,
    die aus Geldgier und Dummheit unwahre Artikel in einem uns allem bekannten Magazin veröffentlichen und damit auch noch Punkt für Punkt die Ausführungen
    der Users Krupunderstab und seiner Zuträger bestätigen . Blasphemie !!
    Wass nicht sein kann,das nicht sein darf .
    Irgendwie erinnern mich deine lamoryanten Postings an den Medienbeauftragten der fünften Kolonne der MI.
    Sicherlich ist dieses Payola-Prinzip nicht bei grundsätzlich jedem Rundfunksender die Regel , doch ist es gelinde gesagt naiv zu glauben das diese Branche,edel und fair wie sie ist,eine weisse Weste hat und freiwillig auf die Silberlinge verzichtet.

  5. #74
    Benutzerbild von producer

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    Lieber krupunderstab,

    vielen Dank für deinen hochinformativen Beitrag, den ich inzwischen eingerahmt auf unser Betriebsklo gehängt habe (ich hoffe, das war, um deinen Eindruck zu bestätigen, "lamoryant" genug - ich enttäusche nur ungern Erwartungen).

    Schön und dienlich im Sinne unserer kleinen Diskussion wäre es allerdings, wenn du dir die Mühe machen würdest, jeweils alle Buchstaben meiner Beiträge zu lesen, und nicht nur diejenigen, die dir gerade gefallen. Dann wäre dir nämlich aufgefallen, daß ich niemals behauptet habe, solche Dinge kämen nirgendwo vor. Ich schrieb:

    dieses beschriebene Verfahren ist jedenfalls NICHT die Regel
    Keine Regel ohne Ausnahme, weder beim bereits erwähnten berliner Stadtfunk noch bei VIVA (für alle Nichteingeweihten)

    Du bist übrigens - trotz offensichtlicher Anstrengungen - nicht wirklicher Meister im Faktenverdrehen. Sonst würdest du nicht den ehrlichen Berichterstatter mit dem illoyalen geldgierigen Dummchen auf eine Ebene setzen. Berichterstatter ist nicht gleich Verursacher...

    Und vielleicht solltest du, wenn du mal wieder lustig über ganze Branchen dein lästerliches krupundes Stäbchen brechen möchtest, mal über den Tellerrand rausschauen. Die "Medien" existieren im gesamten Bundesgebiet - was die in Berlin treiben, dürfte dem Rest der "Branche" ziemlich wurscht sein. Mehr als ein Kopfschütteln ruft dieses Verhalten jedenfalls nicht hervor.

    Aber genug blasse Theorie. Vielleicht unterhältst du dich einfach mal mit dem einen oder anderen Promoter diverser "Major Companies" (sofern du noch jemanden findest, der noch nicht entlassen wurde) und fragst mal, wieviel sie denn immer so zahlen für ein paar Plays von Interpreten, die sowieso den ganzen Tag rauf- und runtergedudelt werden. Berichte dann bitte mal hier. Berichte aber bitte auch, wieviel es denn so kostet, wenn man mal die neue Single von BAP oder Wolf Maahn so 30x die Woche unterbringen möchte.

    Vielen Dank für deine Mühe.

    Und trotz allem denke ich, stehen wir beide auf der gleichen Seite - falls ich deine Beiträge richtig interpretiere, verabscheust du diese Pay-Ola genauso wie ich. Was trennt uns also? Deine "Besserwisserei" oder meine "Naivität"?

    Schöne Grüße ins schreckliche Berlin
    vom producer

  6. #75
    Benutzerbild von Krupunderstab

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    Lieber Producer

    Ich freue mich,das durch meinen Beitrag die Masturbationsfrequenz von Dir und deinen Kolleg(innen) gesteigert wird .Ich hoffe,das Abortieren ist jetzt bei euch nicht mit Anstehen verbunden.

    Sicherlich habe ich mit Genuss auch deine letzten Postings mir zum Gemüt geführt,aber erst ab Posting 71 hast du ja deine Fundamentalopposition gegen das von mir angesprochene Payola-Prinzip etwas aufgeweicht.Davor gab's doch leicht überhebliche Töne von Dir,gell?
    z.B.
    . Nicht die Musikindustrie sorgt für die engen Rotationen, sondern die Hörer.
    Deine gnädige Feststellung,das ich kein Meister im Faktenverdrehen bin,nehme ich mit Genugtuung zur Kenntniss.Weil ich es nicht kann,mache ich es auch nicht.
    Irren, bzw. Unkenntnis von Fakten & Zusammenhängen - davor ist kein Mensch gefeit , weder Producer noch Krupunderstäbe.
    Auch kann ich nachvollziehen , das es dir als Rundfunkguru ,nach dem Studium des Spiegelartikels es nicht leicht fällt "Unwissenden" wie mir eine kleine Absolution( im Bezug auf Payola) zu erteilen und Buße zu tun.

    Dabei hast du richtig erkannt,dass wir beide eigentlich auf der selben Seite stehen . Desweiteren möchte eigentlich andere fachspezifische Inhalte deiner Postings auch nicht in Abrede stellen (Bsp.Berliner Radiolandschaft) und freue mich auf weitere wortgewande Postings von dir im Forum.

    mit freundlichen Grüßen aus dem schrecklichen Berlin

    Krupunderstab

  7. #76
    Benutzerbild von musicola

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    @ Krupunderstab


    Kannst du bitte mal die Kraftausdrücke sein lassen?


    Wirkt ziemlich billig...

  8. #77
    Benutzerbild von SonnyB.

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    Hallo zusammen,

    könnten wir alle den Umgangston bitte wieder auf ein freundlicheres Level herunterfahren ?

    Ihr könnt ja via PM weiter machen wenn ihr euch abreagieren müsst.

  9. #78
    Benutzerbild von Lutz

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    @producer

    Ich finde es schade das Du Dich inhaltlich überhaupt nicht mit den besagten Postings 65 und 66 auseinandergesetzt hast.

    Auch hatten die Postings von Dave und mir ja nun nichts von einem Ton der einer Diskussion im Wege stehen würde.

    Mich würde allein schon mal eine Antwort auf die simple Frage danach was Du denn so gern hörst interessieren, nachdem Du Dich so negativ über Phil Collins geäußert hast.

    Apropos runtermachen:

    Es ist schön einfach jemanden wie Reinhard Mey zu diskreditieren anstatt sich mit der seiner IMO berechtigten Kritik am Radio auseinanderzusetzen. Diese kritischen Stimmen werden nach meiner Erfahrung aus unterschliedlichen Richtungen immer vehementer.

    Ich darf mich nochmal selbst zitieren

    "Komisch nur das in meinem Freundes und Bekanntenkreis *jeder* die momentane Radiolandschaft zum k***n findet. Und ich bilde mir jetzt nicht ein zu einem elitären Kreis zu gehören. Und auch hier im Forum wird ja der Unmut immer lauter. Dieses ewige "Die Leute wollen's halt so" ist IMO eine billige Ausrede und nebenbei bemerkt Gift für Qualität und Innovation."

    Sie wollen Anspruch und Verkehrsmeldungen, Herr Mey? Prima, wechseln Sie einfach das Programm. Ich schicke auch gern eine bebilderte Anleitung, wie das geht.

    Sorry, lieber Lutz, SCNR. Niemand kauft die BILD, wenn er an Hintergründen über die Börse oder an Buchtipps zum Thema "Philosophische Gedanken eines Maulwurfs in Uganda" interessiert ist.
    Da hast Du R.Mey aber völlig falsch verstanden.
    Alles was er will (und so geht es auch mir) ist eine *Musikauswahl* die *nicht* im krassen Gegensatz zu den ständigen Phrasen a la "Mehr Vielfalt" steht. Und diese müßte nebenbei bemerkt auch nicht im Widerspruch dazu stehen leicht unterhalten zu wollen - ganz im Gegenteil...

    BTW: Du benutzt den Begriff "Begleitprogramme" - ist das ein anderes Wort für Dudelradio?

    Apropos - hier nochmal Oliver Kalkofe:

    -snip-

    Die Leere zwischen den Ohren

    Einen wunderschönen Tag! Sie lesen Ihre Hit-Kolumne "kalkofes letzte Worte" mit den Superworten der 70er, 80er und 90er und den besten Buchstaben von heute sowie den Top-Klassikern des Alphabets im Mega-Mix mit bis zu vier Supersatzzeichen am Stück und mehr Abwechslung mit dem ewig gleichen Gelaber. Viel Spaß und allzeit Sonne im Hacken bei jedem Wetter und den geilsten Ortstemperaturen der letzten 200 Jahre!

    Na, war dieses Intro nicht cool? Also, ich persönlich fand es richtig scheiße, aber wenn man den gewitzten Medienprofis der modernen Hit-and-Fun-Rundfunkanstalten glauben mag, so sollte es Ihnen eigentlich ganz superdufte gefallen haben, oder? Falls doch nicht, dann haben Sie es wahrscheinlich nur noch nicht oft genug gelesen - probieren Sie doch mal, die Sätze mehrfach stündlich vor sich hin zu sprechen oder im Drei-Minuten-Takt laut und lustig vorlesen zu lassen! Klingt blöd, müsste aber klappen - schließlich funktioniert heute beinahe der komplette Radiomarkt nach diesem Muster!

    "Wenn man die gleiche Scheiße nur oft genug wiederholt, dann hört sie irgendwann auf zu stinken!" lautet die pfiffige Theorie der Verantwortlichen dahinter. Und da der Hörer aus ihrer Sicht ohnehin bescheuert ist, muss man ihm nur so lange mit formatierter Fröhlichkeit auf die Eier gehen, bis seine letzten noch aktiven Denkzellen in der Rübe freiwillig den Löffel abgeben.

    In der Praxis funktioniert das folgendermaßen: Erstens die Reduktion des Moderatoren-Wortschatzes auf den eines mäßig begabten Dreijährigen, zweitens das unverschämt dreiste Abnudeln einer sich niemals ändernden Musikauslegeware und die drittens so penetrant häufig in den Äther geblähte Behauptung, einfach der megageilste Mörderlullen-Schuppen aller Zeiten zu sein, bis sich keiner mehr zu widersprechen traut!

    Das Endziel ist es schon längst nicht mehr, seine Konsumenten zu unterhalten, sondern vielmehr das so lange gnadenlose Einpeitschen der jeweiligen selbstreferenziellen Werbesprüche, bis auch der letzte nachts aus dem Schlaf gerissene Trottel fehlerfrei im Delirium aufsagen kann, welche Superhits aus welchem Superjahrzehnt bei welchen Temperaturen auf welchem Sender laufen, und ob er dabei viel Spaß, gute Fahrt oder mehr Abwechslung versprochen bekommt!

    Akzeptieren wir die Realität: Das kreative Radio von einst befindet sich in der Gewalt von Machern, die für dieses Medium und sein Publikum nur noch eine Mischung aus Gleichgültigkeit, Hass und Verachtung empfinden. Aber bevor es ihnen nicht gelungen ist, dass jeder Tag klingt wie seine eigene Wiederholung und wir bereit sind, das ewige Rauschen der Leere zwischen ihren Ohren für einen Superhit zu halten, werden sie ihre Geisel nicht freigeben!

    In diesem Sinne - gute Unterhaltung. Und herzliches Beileid!

    -snap-

    BTW: Ich habe neulich wirklich mal gutes Radio in HH gehört:

    http://www.plauderhoehle.de/forum/sh...did=7105&time=


    Lutz

  10. #79
    Benutzerbild von producer

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    Lutz postete
    Ich finde es schade das Du Dich inhaltlich überhaupt nicht mit den besagten

    Postings 65 und 66 auseinandergesetzt hast.
    Lieber Lutz,
    Du hast natürlich Recht, tut mir leid, daß ich euch nicht geantwortet habe;

    gelesen habe ich die Beiträge natürlich...

    Lutz postete
    Mich würde allein schon mal eine Antwort auf die simple Frage danach was Du denn

    so gern hörst interessieren, nachdem Du Dich so negativ über Phil Collins geäußert

    hast.
    Ich bin musikalisch sehr flexibel und höre eigentlich fast alles zwischen Hardrock

    und Klassik, kommt ganz auf die Stimmung an. Momentan bin ich gerade dabei, meine

    CD-Sammlung auf Festplatte zu überspielen und stelle dabei fest, daß fast jeder

    musikalische Bereich abgedeckt ist - meinen Spaß an der Musik habe ich also nach

    wie vor nicht verloren. Da ich tagsüber an allen Ecken mit unserem eigenen

    Musik"programm" beschallt werde (ja, sogar auf der Toilette hängen Lautsprecher!),

    ist mein Bedarf an handelsüblichen AC-Rotationen jedoch mehr als gedeckt. Ich

    persönlich höre nur Radio, um zu hören, was die Mitbewerber bzw. die eigenen Leute

    gerade verzapfen.

    Ich habe übrigens nichts gegen Phil Collins. Ich halte ihn für einen

    ausgezeichneten Musiker und Künstler. Ich habe auch nichts gegen Gummibärchen oder

    Vanillepudding. Aber wenn mich jemand zwingt, mehrmals täglich immer wieder und

    wieder und wieder Gummibärchen und Pudding
    zu essen, werde ich mich einfach eines Tages übergeben müssen, weil ich es

    schlicht und einfach satt habe. Mit gewissen (und immer wieder den selben) Phil

    Collins-Titeln werde ich jetzt seit über 20 Jahren annähernd täglich gefüttert.

    Dafür kann der Phil natürlich nichts, was aber nichts am Effekt ändert. Er diente

    nur als willkommenes Beispiel, wie man auch ansich gute Musik irgendwann satt

    haben kann, wenn man sie zu oft und zu lange bekommt.

    Lutz postete
    Ich darf mich nochmal selbst zitieren

    "Komisch nur das in meinem Freundes und Bekanntenkreis *jeder* die momentane

    Radiolandschaft zum k***n findet. Und ich bilde mir jetzt nicht ein zu einem

    elitären Kreis zu gehören. Und auch hier im Forum wird ja der Unmut immer lauter.

    Dieses ewige "Die Leute wollen's halt so" ist IMO eine billige Ausrede und

    nebenbei bemerkt Gift für Qualität und Innovation."
    Es geht mir in meinem Bekanntenkreis nicht anders.
    Und ich habe in den vergangenen Beiträgen mehrfach versucht zu erklären, daß sich

    diese Lage so schnell auch nicht ändern wird. Ob es uns nun persönlich gefällt

    oder nicht. Ich habe versucht, die Hinter- und Beweggründe aufzuzeigen, die zu

    dieser Situation geführt haben, was aber nicht heißt, daß ich selbst mit der

    Situation zufrieden bin oder mir persönlich kein schöneres Programm vorstellen

    könnte. Was die "billige Ausrede" angeht: Selbstverständlich akzeptiere ich Deine

    Meinung. Die Studien und Callouts sagen allerdings genau das Gegenteil aus. Und

    wer hat denn jemals behauptet, ein privatwirtschaftlich arbeitender

    Radiosender sei an Qualität oder gar Innovation interessiert?! Wenn man mit dem

    Geräusch wachsender Mohrrüben in Soße plötzlich ordentlich Geld verdienen könnte,

    hättest du in sehr kurzer Zeit halt überall Mohrrüben in Soße auf allen Kanälen -

    darauf kannst Du wetten.

    Lutz postete
    Alles was er will (und so geht es auch mir) ist eine *Musikauswahl* die *nicht* im

    krassen Gegensatz zu den ständigen Phrasen a la "Mehr Vielfalt" steht. Und diese

    müßte nebenbei bemerkt auch nicht im Widerspruch dazu stehen leicht unterhalten zu

    wollen - ganz im Gegenteil...
    Lutz, ich würde gern ein Spiel mit Dir spielen (natürlich nur, sofern Dir das

    Recht ist)

    Nehmen wir folgendes an:
    Du bist ab heute der Programmdirektor von Radio XY in einem durchschnittlich

    großen Bundesland deiner Wahl. Ich bin der von den Gesellschaftern eingesetzte

    Geschäftsführer und gebe folgende Eckdaten vor:
    Der landesweite Sender Radio XY hat eine Rotation von 10.000 Songs, dazu noch ein

    wohlgeordnetes Archiv mit zusätzlichen 50.000 Titeln (wir reden hier also nicht

    von einem öffentlich-rechtlichen Programm und mehr Songs waren auf die Schnelle

    nicht zu beschaffen ). Der Sender erfüllt auch ausgefallene Musikwünsche seiner

    Hörer rund um die Uhr, die Moderatoren sind "gut" und wissen, wovon sie reichlich

    und lang und breit reden. Man verzichtet (bis auf die stündliche Stationsansage)

    auf jegliche Form der Senderkennung und hält auch eine Positionierung im Sinne von

    "Das beste...blabla...Abwechslung...Mix...toll... Superhits..." für völlig

    überflüssig. Nur gelegentlich und "nach Gefühl" nennt mal der eine oder andere

    Moderator den Stationsnamen. Manchmal kommt man ja auch nicht drumrum, z. B. wenn

    man sagen muß, an welche Adresse der geneigte Hörer schreiben soll, wenn er

    Musikwünsche oder Kritik loswerden möchte. Musikalisch bietet dieser

    (unrealistische) Sender etwas für jeden Geschmack, fast so wie früher in den 80ern

    die Servicewellen der ARD. Du hast ab sofort die Programmverantwortung und kannst

    alles innerhalb des Programms verändern, wie du möchtest.

    Wir nehmen nun an, dieser Sender würde von heute an neu aufgebaut und müßte

    sich allein aus seinen Werbeeinnahmen finanzieren. Du brauchst also eine bestimmte

    Anzahl von Hörern, um rentabel arbeiten zu können (von Gewinnen ist hier erstmal

    noch keine Rede. Die Zeit läuft. Sichere Arbeitplätze und überlebe.

    P.S.: Du mußt natürlich gar nichts ändern. Du kannst es auch exakt bei dieser

    Ausgangslage belassen. Du bist der Boss.

    Lutz postete
    BTW: Du benutzt den Begriff "Begleitprogramme" - ist das ein anderes Wort für

    Dudelradio?
    Ja.


    Lutz postete
    BTW: Ich habe neulich wirklich mal gutes Radio in HH gehört:
    Meinen Glückwunsch. Die Bürgerradios in meinem Gebiet sind leider ganz furchtbar.

    Aber von den Hamburgern habe ich schon öfter mal positives gehört.

    Freundliche Grüße
    vom producer

  11. #80
    Benutzerbild von Babooshka

    Registriert seit
    15.11.2002
    Beiträge
    7.585
    Berliner! Eine Radiolegende ist zurück!

    Rik De Lisle, jawoll, der alte Ami, is back on air! Schaltet mal samstags ab 20:15 (also jetzt) 88,8 ein. Er spielt nur Oldies aus den 70-ern und 80-ern und davon bis jetzt auch nur gute. Rik De Lisle hat mich zahlreiche Jahre meiner Jugend, die ich mit einem Ohr am AFN verbrachte, begleitet, er war die Stimme auf der Spliff Radio Show und ich freue mich einfach nur ganz riesig, dass er wieder da ist.

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