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Kiew: Chaoten errichten Barrikaden

Erstellt von Die Luftgitarre, 11.12.2013, 21:28 Uhr · 2 Antworten · 382 Aufrufe

  1. #1
    Benutzerbild von Die Luftgitarre

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    Kiew: Chaoten errichten Barrikaden

    Klingt jetzt vielleicht irritierend oder provokant. Aber genauso hätten die Nachrichten zu den Ereignissen in Kiew den hiesigen Medien gelautet - wenn in der Ukraine nicht zufällig gerade eine der EU nicht genehme pro-russische Regierung am Ruder wäre.

    Das Credo 'Europa gut, Russland böse' sitzt anscheinend sehr tief in den Köpfen unserer Journalisten und gibt von Vornherein die Linie der Berichterstattung vor. Ausgiebige Interviews mit Demonstranten und Oppositionspolitikern in Kiew und suggestive Formulierungen wie "das Regime von Janukowitsch" oder "die Menschen in Kiew gehen wieder auf die Straße" sollen davon ablenken, dass die dortige Regierung, ob's einem gefällt oder nicht, DEMOKRATISCH GEWÄHLT ist. (Eine eindrucksvolle Menschenmenge auf einem Platz in der Hauptstadt bedeutet eben noch keine landesweite Mehrheit.) Und dann diese Betroffenheit angesichts des Polizeieinsatzes ... ja was würde wohl bei uns passieren, wenn Demonstranten, nachdem sie das Berliner Rathaus und weitere öffentliche Gebäude besetzt haben, auch noch anfangen, mitten im Regierungsviertel Barrikaden zu errichten und das Kanzleramt zu belagern? Hinweis: Stuttgart 21. Und da ging es nur um einen Bahnhof.

    Typisch für diese selektive Wahrnehmung unserer Medien ist auch der Vorwurf, Russland habe der ukrainischen Regierung mit wirtschaftlichen Konsequenzen im Fall der Unterzeichnung des Abkommens mit der EU gedroht. Quasi als sei sowas völlig unüblich und sittenwidrig. Deutschland macht gegenüber Griechenland die Gewährung weiteter Hilfskredite ganz selbstverständlich davon abhängig, dass die griechische Regierung detailliert vorgefertigte Gesetzesänderungen (Arbeit, Soziales, Rente, Öffentliche Dienste) beschließt. Aber von Russland erwarten wir, dass es die Ukraine völlig ohne Gegenleistung weiterhin mit Gas und Öl zum Freundschaftspreis beliefert.

    Und noch ein Wort zu den "friedlichen Demonstranten" und den "europäischen Werten". Zum Opposition-Block zählen neben der Timotschenko-Partei und der Klitschko-Partei auch die neofaschistische Partei "Swoboda" (Kontakte mit der NPD und der ungarischen "Jobbik"). Eine Minderheit, aber eine laute und gutorganisierte Minderheit, deren Banner im Fernsehen überall zu sehen sind und deren oft als Schlägertrupps erfahrene Leute bei den Besetzungaktionen immer vorneweg dabei sind. Scheint aber weder Klitschko noch die dt. Medien zu stören -solange es nur irgendwie gegen Russland geht.

  2.  
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  3. #2
    Benutzerbild von Kuddel Daddeldu

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    AW: Kiew: Chaoten errichten Barrikaden

    Ägyptens ehemaliger Präsident wurde auch demokratisch gewählt,und selbst der österreichische Gefreite mit dem Bürstenbart kam durch eine Mehrheit an die Macht.
    es stellt sich mir aber schon die Frage,ob die jeweiligen Wahlen nicht manipuliert wurden.
    von mir aus können die Demonstranten mal das Berliner Rathaus besetzen und die Politiker vertreiben,neue Besen kehren bekanntlich gut
    hmm,noch besser wäre,wenn wir Merkel und Konsorten gegen Vitali Klitschko tauschen würden-das würde ich "Win-Win-Situation" nennen.

  4. #3
    Benutzerbild von Lutz

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    AW: Kiew: Chaoten errichten Barrikaden

    Tja aus Freiheitskämpfern können je nach Sichtweise auch schnell Terroristen werden (Rambo 3 anyone?). Grundsätzlich ist Gewaltfreiheit ne gute Sache - aber manchmal gibt es da ein gewisses Dilemma. Den verrückten Österreicher mit dem komischen Bart, der immer so laut geredet hat, hätte man mit passivem Widerstand schlecht stoppen können...

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