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Kinder

Erstellt von PostMortem, 26.04.2006, 22:09 Uhr · 97 Antworten · 7.703 Aufrufe

  1. #51
    Benutzerbild von PostMortem

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    Closelobster postete
    Nochmal, und damit auch DU es schnallst
    Uuuuuuih..... Vielleicht ist es ja gut, dass ich mich nicht fortpflanze, bei meinem niedrigen IQ könnte ein Kind von mir sich ja vielleicht beim Essen mit Messer und Gabel verletzen...

    Mir ging in Deinem vorletzten Post die permanente Verallgemeinerung gegen den Strich.
    Trifft sich doch super, mir gehen ja auch nur die permanenten Verallgemeinerungen gegen den Strich. Was machst Du denn? Du unterstellst mir doch in Deinem Erguss auch nur die üblichen Schmähungen, die man sog. "DINKS" stets aufgeregt entgegen brüllt.

    Vor allem die Sätze mit "auf ein normales Kind kommen 9 gestörte" etc. sind völlig aus der Luft gegriffen.
    Du schiebst mich bzw die Eltern alle in eine Ecke, nämlich in die der Übermuttis und -papis, die außer ihren Kleinen kein anderes Thema haben.
    Du hast schon gemerkt, dass es mir im Ausgangsposting auch speziell um diese HyperHyper-Eltern ging und ich gerade in Post 44 auf Readings Schilderung dieser Spezies einging? Wenn Du Dich da angesprochen fühlst, dann nicht weil ich DICH angesprochen habe!

    Aber meine Güte, sorry. Du musst das jetzt doch nicht gleich als Vorwurf nehmen, dass nun gerade Deine Kinder irgendwie missraten wären. Ich kenne Dich und Deine Kinder doch gar nicht! Natürlich war diese Aussage völlig aus der Luft gegriffen, völlig subjektiv und total überspitzt. Na und? Das liest Du hier in jedem Thread zu anderen Themen als verallgemeinernde Aussage auch und da geht keiner an die Decke. Da gehts aber eben auch nicht ums "goldene Kalb", wo sich wohl jeder automatisch an der eigenen Ehre gepackt fühlen muss.

    (Der Begriff "Gequirlte Kacke" wäre für einige Deiner Aussagen erheblich treffender)
    Ja, ich leider sicherlich an verbalem Kot-Erbrechen. Mein Vater war auch schon so. Nochmal ein Punkt warum Du vielleicht doch dafür bist, dass ich keine Kinder bekomme...

    Abschließend: Du weißt nicht, wie es ist, Vater zu sein, darum kannst Du Dich auch nicht in diejenigen hineinversetzen, die Eltern sind und die sauer werden, wenn sie üble Verallgemeinerungen wie in Post 44 oder in Deinem letzten lesen müssen.
    Na aber hauptsache ich schreibe gequirlte Kacke. Ist es denn so schwer zu verstehen, dass Leute die keine Kinder wollen oder bekommen können, permanent sauer werden könnten, weil das überall propagierte Lebensbild von ihnen nicht erfüllt wird? Da wird Dein Gemüt es dann eben wohl ein Mal aushalten müssen die andere Seite ganz ungeschminkt zu ertragen. Es ist absurd jemandem der argumentiert, dass er keine Kinder möchte, den Vorwurf zu machen, dass er nicht wisse wie es sei Vater zu sein. Genauso gut könnte ich einer Frau, die mir erzählt das sie gerne und ganz bewusst Frau sei, entgegen blöken, dass sie ja nicht wisse wie es sei ein Mann zu sein.

    PM

  2.  
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  3. #52
    Benutzerbild von Babooshka

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    Hui, ich dachte schon, ich würde zu den Radikalen zählen, aber PM setzt ja noch eins drauf.

    PM, für dich ist es wichtiger, ein selbstbestimmtes, unabhängiges Leben zu leben als Kinder zu haben und dich durch sie einschränken zu müssen und es geht dir gehörig auf den Keks, dass du dich ständig dafür rechtfertigen musst, weil dir immer und immer wieder dieselben Platten aufgelegt werden ("warte mal noch ein paar Jahre, dann wirst du schon auch wollen", um nur die eine von dir erwähnte zu nennen) und es Leute gibt, die das einfach nicht verstehen können. Ich kenne das wie gesagt sehr gut und auch ich hätte gerne, genau wie du, dass man mir ohne Vorturteile und Standardsprüche entgegen tritt (nebenbei gesagt, ein Vorteil des Älterwerdens liegt darin, dass diese Sprüche immer seltener werden - wart's ab ). Aber jetzt lass es mal gut sein, denn so langsam begibst du dich mit deinen Sprüchen genau in die Rolle jener, die dich für deine Kinderlosigkeit "anklagen", nur dass du dies von der anderen Seite aus den Eltern und zukünftigen Eltern gegenüber tust. Du musst auch bedenken und leider Gottes akzeptieren, dass der Kinderwunsch, der Wille, sich fortzupflanzen nun mal tief im Menschen begründet ist und Leute wie wir deshalb eben als "nicht normal" gelten, weil wir, wie ich es nenne, "einen Gendefekt" haben (wahrscheinlich ist es aber nur eine etwas andere hormonelle Zusammensetzung, so wie bei Homo5exuellen). Mir selber fällt das ja auch immer wieder schwer, wenn ich denn mal wieder einen Mann kennen lerne, den ich interessant finde, der aber auf die Gewissensfrage antwortet "Kinder? Aber unbedingt, mindestens drei!" Naja, in meinem Alter lerne ich dann meistens Männer kennen, die schon "mindestens drei" Kinder haben, was die Sache nicht unbedingt besser macht, weil ich schon mal gerne jemanden kennen lernen würde, der so drauf ist wie ich

    Deshalb, PM, so wie wir für uns zu Recht "leben und leben lassen" einfordern, so sollten wir dies doch auch denjenigen zugestehen, die ihren Kinderwunsch Wirklichkeit werden lassen, wenn sie sich denn wirklich von Herzen Kinder wünschen und dies nicht nur aus Grund 1, 2 oder 3 deines Eingangspostings geschieht. Ich glaube nicht, dass Closelobster und seine Frau sowie andere Forumseltern hier völlig naiv und romantisch verklärt in die Elternschaft gegangen sind, geschweige denn wegen der Gründe 1, 2 und 3. Einige Paare, die sehr viel Eigenleben haben, viel unternehmen, fernreisen, Sport machen oder sowas und sich nun ein Kind wünschen, "um das alles anschließend über Bord zu werfen", wie du es ausdrücktest, frage ich dann schon mal ganz ernsthaft, ob sie sich das wirklich gründlich überlegt haben und ob sie bereit dazu sind, sich ihr liebgewonnenes Leben von einem anderen Wesen um 180 Grad umkrempeln zu lassen. Andere wiederum bekommen sofort meinen Segen (auch wenn der ihnen egal ist ), weil ich einfach denke, hey, das werden mal tolle Eltern.

    PM vielleicht solltest du dir mal Gedanken machen, dass du mit einigen Dingen, die du schreibst, andere, in diesem Fall Eltern, ganz schön verletzen kannst. Ich würde auch an die Decke gehen, wenn hier jemand schreiben würde, wie albern und überflüssig und teuer usw. es doch ist, Tiere zu haben und derjenige sich dann über "blöde Viecher" auslässt. Genau so müssen sich (zukünftige) Eltern fühlen, wenn sie einige der von dir geschriebenen Dinge lesen.

    Deshalb: Leben und leben lassen, ja? Wir sehen unser Glück in der Unabhängigkeit und Selbstbestimmtheit. Andere macht das Lachen, die Fortschritte, eine gute Schulnote usw. ihrer Kinder glücklich.

  4. #53
    Benutzerbild von MaxiMan

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    @PostMortem

    Babooshka postete
    PM, ... Aber jetzt lass es mal gut sein, denn so langsam begibst du dich mit deinen Sprüchen genau in die Rolle jener, die dich für deine Kinderlosigkeit "anklagen", nur dass du dies von der anderen Seite aus den Eltern und zukünftigen Eltern gegenüber tust.

    Deshalb: Leben und leben lassen, ja? Wir sehen unser Glück in der Unabhängigkeit und Selbstbestimmtheit. Andere macht das Lachen, die Fortschritte, eine gute Schulnote usw. ihrer Kinder glücklich.
    "Unterschreib"

    Du hast in Deinem Post 31 in diesem Thread für alle, die es lesen und akzeptieren wollten, Deinen Standpunkt in einer sehr emotionalen Form dargestellt. Warum sich jetzt provozieren lassen und provozieren?

    Diese Form des Diskutierens entweiht das Thema in Gänze (und zwar beide Standpunkte) und manch ernsthaftes Post im Besonderen.

    Zum Thema: Hat jmd. den Artikel im (vorletzten?) SPIEGEL zu Frau von der Leyen und dem "Kindersegen in Deutschland" gelesen? Leider kann man den Artikel nicht posten aber hier wäre genügend Material an Fakten und Herbeigeschriebenem enthalten gewesen, über das sich auszutauschen lohnen würde.

  5. #54
    Benutzerbild von Closelobster

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    Danke Babooshka, Du hast verstanden, worum es mir ging.

    Nur nochmal zur Verdeutlichung: Vinica und ich reisen, kaufen uns schicke Klamotten, und freuen uns des Lebens. Und wir lieben unsere Kinder und möchten die Freude nicht missen, die unsere Töchter uns geben. Und die Einschränkungen, die mit dem erfüllten Kinderwunsch einhergehen, sind nicht so, daß wir unserem Singledasein hinterhertrauern. Jedem das Seine.

    Nuff said.

  6. #55
    Benutzerbild von PostMortem

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    MaxiMan postete

    Du hast in Deinem Post 31 in diesem Thread für alle, die es lesen und akzeptieren wollten, Deinen Standpunkt in einer sehr emotionalen Form dargestellt. Warum sich jetzt provozieren lassen und provozieren?
    Es wäre einfacher wenn man mit jedem zu gegebener Zeit einfach mal seine Meinung austauschen könnte (so wie wir das getan haben). Wenn Leute mit der geballten Faust in der Tasche einen Thread erst über Dutzende Posts verfolgen und erst dann zur Tastatur greifen wenn sie gerade endgültig platzen, dann ist es leider sehr schwer daraus noch was vernünftiges zu machen. Was soll man tun? Schweigen, nur weil man im Grunde eigentlich nur unflätig provoziert wird?

    Vielleicht ärgert es mich auch ganz besonders, dass z. B. über nun sehr wenig provokative Passagen aus Post 31 genauso hinweggesehen wird, wie über weitere Aussagen aus dem Thread, wie z. B. "Ich beglückwünsche alle, die den Spagat hinkriegen und sich beim Eltern sein nicht selbst verlieren. Leider sehe ich zu wenige Leute die das wirklich packen."

    Man könnte sich als Elternteil der das packt ja einfach auch dort mal angesprochen fühlen wo es tatsächlich passt und mir nicht unterstellen, ich würde alle Eltern grundsätzlich mit den negativen Schilderungen meinen, die ich nunmal so immer wieder erlebe. So könnte man doch auch mir diese Meinung einfach mal lassen. Und ich sehe eben zu wenige, die es schaffen ihr Leben nicht nur noch ums Kind drehen zu lassen und nicht nur noch alles vom Kind abhängig zu machen. Wers schafft könnte sich doch eigentlich bei meinen Glückwünschen angesprochen fühlen und nicht bei den Aussagen zu denen die eben genau das nicht schaffen. Ist das denn nicht möglich?

    Aber nein, es wird sich wieder nur auf gewisse Reizpunkte gestürzt, die eben ganz bewusst verallgemeinern aber deshalb noch lange nicht jeden meinen (mir gehts eben um die negativen Beispiele, es wird reichen müssen, wenn ich die positiven Beispiele um die es hier *nicht* geht mit Aussagen wie den obigen abhandle, aber eben immerhin erwähne und ausnehme. Was erwartet man denn? Muss ich erst ein Glaubensbekenntnis zu Ehe und Familie vorausschicken, um einen Satz Kritik üben zu dürfen?) Und weils ja um einen der üblichen Verdächtigen geht, braucht sich hinsichtlich der Ausdrucksweise und Ansprache ja auch keiner zurückhalten, es trifft ja dann immer die "Richtigen".

    Es ist nunmal auch mein Eindruck, dass mittlerweile die Mehrheit der Kinder die ich in der Öffentlichkeit erlebe (und ich war lange einer, der das hier ganz im Gegenteil immer abgestritten hat, wofür ich in den jeweiligen Diskussionen dann immer verbale Schläge kassiert habe - verkehrte Welt!) einfach schlecht erzogen sind. Wenn ich das überspitzt mit 9 von 10 Kindern beschreibe, dann möge man auch mir diese plakative Darstellung doch einfach einmal nachsehen und sich seiner eigenen wohlerzogenen Kinder freuen statt nur auf mehr Verständnis von mir zu pochen und direkt durchzuzählen, ob man nun etwa eines der 1. bis 9. Kinder hat. Das heikle dabei ist eben nur, dass auch Rabeneltern ja nie zugeben würde, dass sie es sind die sich angesprochen fühlen müssten. Also wird man solche Kritik immer mehr oder weniger unadressiert in die Welt setzen müssen und es wird genau wegen dieser Konstruktion auch immer entsprechende Wellen schlagen.

    PM

  7. #56
    Benutzerbild von MaxiMan

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    PostMortem postete
    Es ist nunmal auch mein Eindruck, dass mittlerweile die Mehrheit der Kinder die ich in der Öffentlichkeit erlebe ... einfach schlecht erzogen sind. Wenn ich das überspitzt mit 9 von 10 Kindern beschreibe, dann möge man auch mir diese plakative Darstellung doch einfach einmal nachsehen ... Das heikle dabei ist eben nur, dass auch Rabeneltern ja nie zugeben würde, dass sie es sind die sich angesprochen fühlen müssten....
    PM
    Lassen wir dahingestellt, wie hoch der Anteil schlecht erzogener Kinder ist und wie hoch der Anteil derjenigen, die selbst kindtypisches Verhalten ablehnen. Mir fällt da ein schönes Beispiel ein, dass ich am Wochenende erleben durfte.

    Unsere vierköpfige Familie hatte sich am Samstag aufgemacht, bei Mövenpick frühstücken zu gehen. Da es dort etwas "enger" zugeht (mancher würde sagen, "familiärer"), bekommt man durchaus mit, was am Nachbartisch abgeht. Tja und da saß ein Pärchen - Ende 20 / Anfang 30 - adrett gekleidet, mit Kind ca. 4 Jahre.

    Zuerst holte Papa fürs Kind einen Teller mit diversen Schmäckerchen. Leider hatte er wohl vergessen, das Kind zu fragen, was es denn haben wolle. Und somit blieb - welch Wunder - der Teller unberührt stehen. Als nächstes ging das Mädel selber los und brachte einen randvoll gefüllten Teller angeschleppt. Nach einer halben Stunde wirkte dieser noch sehr unberührt. Die Eltern schien das bis dahin nicht weiter zu stören. Kurze Zeit später tauchte das Mädel unter den Tisch (wahrscheinlich zu Mamas Tasche) und kam mit einer riesigen Scheibe Knäckebrot hervor. Kurzer Biss und dann: "Papa, das schmeckt nicht .." - "Dann lass es einfach liegen". usw.usf.

    Ich habe mich gefragt, ob es so schwierig ist, die Essgewohnheiten des eigenen Kindes zu kennen und einem Kind von (ca.) 4 Jahren halbwegs Esskultur beizubringen, zumindest die Bedeutung des Spruchs "Da waren die Augen wieder größer als der Magen". Und wie beschrieben vermittelten die Eltern vom Äußeren her nicht den Eindruck, dass es an padägogischem Verständnis fehlen sollte. Vielleicht ist zwischen Eltern-Sein und Erzieher-Sein doch ein größerer Unterschied ... Ich will, um es eimmal mit PMs Ansatz zuzuspitzen, nicht ausschließen, dass es eine Menge Eltern gibt, die mit der ihnen aufgebürdeten Verantwortung überlastet sind (ob sie es wahrhaben wollen, ist eine andere Frage). Und dass sich das Problem duch alle Schichten zieht, erscheint mir durchaus logisch.

    Zum Thema Kinderhype fällt mir (sinngemäß) ein Satz vom o.g. Spiegel-Artikel ein: "Wenn Sie nichts anderes haben als ihre Kinder [gemeint waren vor allem die Hausfrauen-Muttis], dann müssen sie drüber reden. Was bleibt ihnen denn anderes übrig, als diesen eigenen Alltag zu heroisieren."

  8. #57
    Benutzerbild von PostMortem

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    MaxiMan postete
    Ich habe mich gefragt, ob es so schwierig ist, die Essgewohnheiten des eigenen Kindes zu kennen und einem Kind von (ca.) 4 Jahren halbwegs Esskultur beizubringen, zumindest die Bedeutung des Spruchs "Da waren die Augen wieder größer als der Magen". Und wie beschrieben vermittelten die Eltern vom Äußeren her nicht den Eindruck, dass es an padägogischem Verständnis fehlen sollte. Vielleicht ist zwischen Eltern-Sein und Erzieher-Sein doch ein größerer Unterschied ... Ich will, um es eimmal mit PMs Ansatz zuzuspitzen, nicht ausschließen, dass es eine Menge Eltern gibt, die mit der ihnen aufgebürdeten Verantwortung überlastet sind (ob sie es wahrhaben wollen, ist eine andere Frage). Und dass sich das Problem duch alle Schichten zieht, erscheint mir durchaus logisch.
    Ein gutes Beispiel für überforderte Eltern und Kinder auf dem Weg ins Kompliziert sein. Ich möchte mal zwei weitere nennen:

    Typische Szene: Eine Mutter oder ein Vater kommen mit einem durchaus ansehnlich bepackten Einkaufswagen an. Da sind Kippen drin, da ist Bier drin, da sind irgendwelche Häppchen drin, da ist der neueste Tom Cruise Film auf DVD drin.... kurz: Man scheint sich nicht gerade viel zu verkneifen. Nun kommt es zur typischen Szene: Der oder die Kleine greift sich was und will es gerne haben. Nun kann ich es generell ja verstehen, dass man Grenzen aufzeigen und da auch manchmal durch muss, wenn so ein Kind dann erstmal den halben Laden zusammen schreit. Vollstes Verständnis! Aber manchesmal kommt es da zu Szenen, wo ich mich echt frage, ob manche Eltern dann nicht einfach die Kaltherzigkeit ihrer Eltern weitergeben oder irgendwelche Machtgefühle ausspielen wollen. Da wird dann neben dem für Mama und Papa üppig bepackten und augenscheinlich wenig von Kinderextras belasteten Einkaufswagen ein riesen Geschrei wegen eines Ü-Eis gemacht und das nicht etwas mit so einem typisch bockig brüllenden Kind, sondern mit einem kleinen, eigentlich sehr sehr ruhig wirkenden Kind, das einfach nur "n' Schüppchen zieht" und tottraurige Augen hat.... Es steht dann da mit einem Centartikel in der Hand, neben einem Wagen der locker für hundert Euro mit allerlei Erwachsenenkinkerlitzchen vollgeballert ist. Das sind Szenen, die kann ich manchmal wirklich nicht so ganz begreifen und da frage ich mich, ob diese Leute vielleicht eigentlich gar keine Kinder wollten, nur welche bekommen haben weil man das eben so macht und den Kindern nun die Schuld dafür geben wollen, dass sie "stören". Wer für so eine knickerige Haltung eine pädagogische Erklärung hat, kann sie mir ja gerne erzählen. Ich berichte nur meine Eindrücke! Mich erinnert das eben immer eher ganz stark an die Leute, die einem ab und an mit ihrem Hund beim Spazieren gehen über den Weg laufen und die die ganze Zeit nur ihren Hund ankeifen und rumkommandieren. Ich kann da nunmal nicht anders, als mir zu denken, dass diese Leute sich einfach etwas angeschafft haben, wo sie den Druck den sie vom Chef oder sonstwem kriegen ablassen können....

    Anderes Beispiel: Man geht in ein Museum. Ein Museum ist nun für gewöhnlich ein Ort, an dem es i.d.R. eher ruhiger zu geht. Für viele Eltern und Kinder ist das auch kein Problem. Doch irgendwo und irgendwann ist es oft so weit, dass Du auf einmal mitten im Getobe stehst, Dein eigenes Wort nicht mehr verstehst oder sogar schonmal was zu Bruch geht (auch schon erlebt!). Nun gut, jetzt ist man schnell wieder in der Rolle des Kinderhassers im kinderfeindlichen Deutschland. Dabei habe ich nichts gegen lebhafte Kinder. Ich wohne natürlich in einem Haus mit Kindern und ich würde mich nie über den normalhohen Lärmpegel einer spielenden Horde beklagen. Ich habe diese verbiesterten Menschen früher selbst gehasst, die ihre Fenster aufrissen und uns auf den ollen Spielplatz vertreiben wollte. Das ist also nicht mein Thema. Aber diese Kinder kommen mir dann eher hyperaktiv vor und deren Eltern wissen das auch ganz genau, weshalb auch zum lautesten Geschrei und zum hitzigsten Getobe (fangen Spielen zwischen Exponaten) nicht ein Wort mehr kommt. Ich halte die Toleranz dann eben für überstapaziert. Alle Menschen wollen sich in einem Museum in Ruhe etwas zu Gemüte führen und auf sich wirken lassen. Wer seine Kinder nicht im Griff hat oder wer weiss, dass sie noch nicht so weit sind über 1-2 Stunden "lieb" zu sein, der kann doch nicht einfach auf Toleranz pochen und alle Leute zu Kinderfeinden erklären, weil man in einem Museum dann doch einfach mal in Ruhe gucken will....

    Wie dem auch sei: Ich würde bestimmt das fieseste Monsterkind aller Zeiten zeugen und habe tierische Angst dann auch so ein gehetzter und genervter Vater zu werden, der das alles einfach nur noch über sich ergehen lässt :-)
    Und ich habe erst vor zwei Wochen wirklich mal einen bemitleidenswerten Vater gesehen (der am Ende vielleicht selbst Schuld ist, keine Ahnung...). Der hat sein Kind nach einer halben Stunde Gebrüll wirklich entnervt brüllend stehen lassen und ist erstmal einige Meter abgehauen. Und glaubt mir... der meinte das in dem Moment wo er sich umdrehte sehr sehr wahrscheinlich wirklich erstmal toderst. Der Typ war mit den Nerven augenscheinlich sowas von am Ende ;-)

    Zum Thema Kinderhype fällt mir (sinngemäß) ein Satz vom o.g. Spiegel-Artikel ein: "Wenn Sie nichts anderes haben als ihre Kinder [gemeint waren vor allem die Hausfrauen-Muttis], dann müssen sie drüber reden. Was bleibt ihnen denn anderes übrig, als diesen eigenen Alltag zu heroisieren."
    Interessanter Ansatz... So habe ich das noch gar nicht gesehen! Dürfte aber sicherlich nicht gut angekommen sein.

    PM

  9. #58
    Benutzerbild von Robbie Yen

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    Zum Thema Kinderype: Hat meiner Meinung nach mit dem Kind als solches wenig bis nichts zu tun. Es gibt nun mal Menschen (leider keine vereinzelten Ausnahmefälle...), die um jeden sie betreffenden Kleinkram ein riesiges Getue machen. Und für die Konversation daraus besteht, dass sie (von sich, und nur von sich) erzählen und der Gegenüber gefälligst verständnisvoll und beifallspendend zuzuhören hat. Wenn solche Leute Kinder haben, nerven sie halt ihre Umwelt stundenlang mit Windel- und Erziehungsstorys. Wenn sie keine haben, texten sie dich mit ausführlichsten Schilderungen der letzten Urlaubsreise, aufregenden Details ihres Sachbearbeiter-Alltags etc. zu. Kaum weniger nervig, oder?

    Genauso werden i.m.o. viele Eigenschaften nach dem Kriterium „Eltern“ oder „kinderlos“ verteilt, die damit rein gar nichts zu tun haben. Es wird niemand zum konservativen Oberspießer, nur weil er Nachwuchs in die Welt setzt. Solche Leute waren das schon vorher.

    Auch die generelle Einteilung in „kinderlos = egozentrisch und parasitär veranlagt“ und „Eltern = selbstlos dem Allgemeinwohl dienend“ kann ich nicht nachvollziehen. Wir haben jedenfalls keines unserer Kinder im Interesse der demographischen Entwicklung in die Welt gesetzt. War jedes Mal purer Egoismus. Und die momentane Hysterie um sinkende Geburtenzahlen in Deutschland ist angesichts der Tatsache, dass Überbevölkerung das Kernproblem dieses Planeten ist, sowieso total lächerlich. Aber wie jede andere öffentliche Diskussion wird auch sie ja in ein paar Wochen vorbei und vergessen sein...

  10. #59
    Benutzerbild von Scheul

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    PostMortem postete

    Typische Szene: Eine Mutter oder ein Vater kommen mit einem durchaus ansehnlich bepackten Einkaufswagen an. Da sind Kippen drin, da ist Bier drin, da sind irgendwelche Häppchen drin, da ist der neueste Tom Cruise Film auf DVD drin.... kurz: Man scheint sich nicht gerade viel zu verkneifen. Nun kommt es zur typischen Szene: Der oder die Kleine greift sich was und will es gerne haben. Nun kann ich es generell ja verstehen, dass man Grenzen aufzeigen und da auch manchmal durch muss, wenn so ein Kind dann erstmal den halben Laden zusammen schreit. Vollstes Verständnis! Aber manchesmal kommt es da zu Szenen, wo ich mich echt frage, ob manche Eltern dann nicht einfach die Kaltherzigkeit ihrer Eltern weitergeben oder irgendwelche Machtgefühle ausspielen wollen. Da wird dann neben dem für Mama und Papa üppig bepackten und augenscheinlich wenig von Kinderextras belasteten Einkaufswagen ein riesen Geschrei wegen eines Ü-Eis gemacht und das nicht etwas mit so einem typisch bockig brüllenden Kind, sondern mit einem kleinen, eigentlich sehr sehr ruhig wirkenden Kind, das einfach nur "n' Schüppchen zieht" und tottraurige Augen hat.... Es steht dann da mit einem Centartikel in der Hand, neben einem Wagen der locker für hundert Euro mit allerlei Erwachsenenkinkerlitzchen vollgeballert ist. Das sind Szenen, die kann ich manchmal wirklich nicht so ganz begreifen und da frage ich mich, ob diese Leute vielleicht eigentlich gar keine Kinder wollten, nur welche bekommen haben weil man das eben so macht und den Kindern nun die Schuld dafür geben wollen, dass sie "stören". Wer für so eine knickerige Haltung eine pädagogische Erklärung hat, kann sie mir ja gerne erzählen.
    Hast Du ihnen denn auch später über die Schulter geschaut und geguckt, ob in dem ansehnlich bepacktem Wagen nicht doch auch was für's Kind drin war?

    Es ist halt so, wenn Du es zur Regel machst, dem Kind an der Kasse Süsswaren zu kaufen, dann hast Du für Jahre verloren. Unsere Tochter ist jetzt 3,5 Jahre und wir haben ihr an der Kasse NIE etwas Süsses gekauft, sondern immer erklärt, daß wir genug zu Hause haben. Mitlerweile ist sie soweit, daß man ihr was kaufen kann und ihr erklären kann, daß es eine Ausnahme ist und das es das nicht jedes Mal gibt, ohne großes Geplärre.

    Aber wir haben auch nicht den Wagen mit Prüll für uns voll ...

  11. #60
    Benutzerbild von PostMortem

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    Scheul postete
    Hast Du ihnen denn auch später über die Schulter geschaut und geguckt, ob in dem ansehnlich bepacktem Wagen nicht doch auch was für's Kind drin war?
    Ich werde nicht so weit gehen anderer Leute Einkaufswagen aufs gründlichste zu filzen ;-)

    Es ist halt so, wenn Du es zur Regel machst, dem Kind an der Kasse Süsswaren zu kaufen, dann hast Du für Jahre verloren. Unsere Tochter ist jetzt 3,5 Jahre und wir haben ihr an der Kasse NIE etwas Süsses gekauft, sondern immer erklärt, daß wir genug zu Hause haben. Mitlerweile ist sie soweit, daß man ihr was kaufen kann und ihr erklären kann, daß es eine Ausnahme ist und das es das nicht jedes Mal gibt, ohne großes Geplärre.
    Na klar, ich kann das schon verstehen! Wie gesagt, es geht mir da nicht so sehr um die typischen Szenen mit brüllenden Kindern, die natürlich lernen müssen wo die Grenzen sind. Was ich meine, sind Szenen die sich gleich ganz anders präsentieren, wo die Kinder offenbar eigentlich völlig verschüchtert sind und dann ohne große Gegenwehr von ihren Eltern missgünstig angeblafft werden, wenn sie doch mal den Versuch wagen, sich irgendeinen Centartikel zum vorzeigen zu nehmen.

    Ich weiss nicht wie ich den Unterschied erklären soll. Bei den üblichen Brüllszenen mit theatralisch inszeniertem Dauerbrüllen des Kindes, tun mir auf jeden Fall die Eltern leid, weil sie das vor den Augen und Ohren der Leute durchstehen müssen. Bei den anderen Szenen, tun mir meistens die Kinder leid, weil das vom Moment her, aber auch vom Gesamteindruck (strenger Umgang und herzloser Umgang mit einem Kind unterscheiden sich eben irgendwie) her einfach mies rüberkommt.

    PM

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