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Krank!

Erstellt von Mumie, 20.05.2008, 09:13 Uhr · 6 Antworten · 919 Aufrufe

  1. #1
    Mumie
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    Krank!

    Pervers!
    http://www.heise.de/newsticker/In-Gr...meldung/108132
    Mir geht es inzwischen eindeutig zu weit.Für "mich"heiligt der Zweck nicht "alle" Mittel!

    Mit großer Mehrheit hat das britische Parlament dem umstrittenen Passus des neuen Human Fertilisation and Embryology Bill zugestimmt, nach dem zu Forschungszwecken Mensch-Tier-Embryonen erzeugt werden dürfen. Da die katholischen Kirche die Regelung scharf kritisierte und als "monströs" bezeichnete, hatte Labour-Regierungschef Gordon Brown den Fraktionszwang aufgehoben. Der Tory-Abgeordnete Edward Leigh hatte einen Gesetzesvorschlag eingebracht, der die Schaffung von hybriden Embryos verboten hätte.


    Die britische Labour-Regierung hatte sich bis zuletzt für das Gesetz stark gemacht, das auch dafür sorgen soll, dass Großbritannien in der Stammzellenforschung und beim therapeutischen Klonen führend bleibt. Wissenschaftler hatten dazu gedrängt, weil sie zu wenige embryonale menschliche Stammzellen aufgrund mangelnder menschlicher Eizellen zur Verfügung haben.
    Nun können Embryos aus entkernten tierischen Eizellen und Zellkernen von menschlichen Zellen zu Forschungszwecken erzeugt werden können. Sie dürfen nicht länger als 14 Tage entwickelt werden, um von ihnen Stammzellen zu gewinnen. Überdies können Chimären hergestellt werden, in denen eine tierische embryonale Zelle einem menschlichen Embryo hinzugefügt wird. Es können transgene menschliche Embryos erzeugt werden, die ein tierisches Gen oder mehrere besitzen. Und es dürfen hybride Embryos durch Befruchtung einer tierischen Eizelle mit einem menschlichen Spermium oder umgekehrt geschaffen werden.

  2.  
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  3. #2
    Benutzerbild von lautlos

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    AW: Krank!

    Zitat Zitat von Mumie Beitrag anzeigen
    Nun können Embryos aus entkernten tierischen Eizellen und Zellkernen von menschlichen Zellen zu Forschungszwecken erzeugt werden können. Sie dürfen nicht länger als 14 Tage entwickelt werden, um von ihnen Stammzellen zu gewinnen.
    Watt?

  4. #3
    Benutzerbild von chris74

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    AW: Krank!

    Es ist zwar ein wenig offtopic, da mein Post die grüne Gentechnik angeht, aber:

    Tja, gerade die christlichen Parteien (zur Erinnerung: das sind die, die die Schöpfung immer als so wichtig erachten!) sind besonders für's Klonen: dank der konservativen Kräfte darf ja auch in Europa munter genmanipuliertes Essen verkauft werden. Denn schließlich geht's hier um's Geld. Was macht da schon ein irreparabler Schaden an der Natur durch das unbeabsichtigte Ausbilden von transgenen Pflanzen oder ungewiße Langzeitfolgen für die Menschen, die sowas essen! Hauptsache, die Rendite der Großunternehmen stimmt. Die ist nämlich viel wichtiger!

    Deswegen: immer schön Müller-Milch und Weihenstephaner kaufen, denn die Milchkühe bekommen reichlich Gen-Mais zum Fressen. Das macht sie so schön stark! Oder Big-Macs und Whopper essen, denn die Rindviecher werden mit besonders hochwertigem Genfutter "aufgepäppelt". Da schmeckt so ein Big Mac doch gleich doppelt so gut! Die USA sind da ja schon viel weiter: Fleisch von geklonten Tieren darf da auch schon verkauft werden. Ist doch super: wenn Dir in Zukunft ein Steak besonders gut geschmeckt hat, kannst Du dasselbe nochmal essen. Man muß das Rind dazu nur noch klonen.

    Unterstützt bitte auch Nestlé (= Maggi, Kitkat, Lion, Choco Crossies, After Eight, Schöller Eis, Nescafé...), denn der Vorstandsvorsitzende ist besonders progressiv eingestellt und hat uns "rückständigen, romantisch verklärten Deutschen" schon mal erklärt, daß er uns diese Bio-Welle schon noch austreiben wird, indem er sich besonders stark macht für genmanipulierte Lebensmittel.

    Also dann guten Appetit!

  5. #4
    Benutzerbild von Closelobster

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    AW: Krank!

    @ chris74: gut, daß Du "off topic" vorangestellt hast, sonst hätte ich mich anhand Deines Postings bemüht gesehen, Dir die Frage "Hä?" zu stellen. Dein Posting hat irgendwo ziemlich wenig mit Mumie`s Text zu tun, oder ?

    Und um auf Mumie`s Text zurückzukommen: krank ist genau das richtige Wort dafür. Ich kann nur hoffen, daß in diesem unserem Lande ein Mindestmaß an Ethikbewußtsein übrig geblieben ist und keine bescheuerten Frankensteins jetzt total Akte-X-mäßig draufkommen und mir in 20 Jahren künstliche Bioformen über den Weg laufen.

    *Ironie an* Und um den Bogen zu Chris74 zu kriegen: als ich das heute morgen in der Zeitung las, blieb mir glatt der Big Mac und das Frühstücks-After Eight im Halse stecken. Daraufhin brauchte ich erstmal eine Tasse Maggi. *Ironie off*

  6. #5
    Benutzerbild von PostMortem

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    AW: Krank!

    Zitat Zitat von Mumie Beitrag anzeigen
    Pervers!
    http://www.heise.de/newsticker/In-Gr...meldung/108132
    Mir geht es inzwischen eindeutig zu weit.Für "mich"heiligt der Zweck nicht "alle" Mittel!
    Da fällt mir doch glatt ein Roman zu ein....

    Ich glaube, dass die meisten Leute bei der aktuellen Forschung davon ausgehen, dass es das Ziel der Forscher ist Mischwesen aus Menschen und Tieren zu schaffen die dann irgendwann zwischen uns rumspringen. Dabei geht es aktuell doch "nur" darum Stammzellen zu Forschungszwecken gewinnen zu können (das hat man bisher auch getan, auch nicht viel pflegeleichter) und hierfür eine tierische Eizelle als "Brüter" zu nehmen. Das ist der Zweck, der hier aktuell geheiligt werden müsste. Es geht nicht um Frankensteins Monster.

    Der Zweck heiligt die Mittel offenbar für 40 Mio. Abtreibungen weltweit, weit über diese kurze Zeitspanne für wenige Forschungsfälle hinaus, zu einem Großteil aus niedrigeren Beweggründen. Darüber hinaus haben wir eine Massentierhaltung mit all ihren Grausamkeiten, ohne die Milliarden Menschen kaum zu ernähren wären (und ja, teilweise werden sie das auch jetzt nicht, aber das hat andere Ursachen). Wir alle halten dieses System durch unseren Konsum und unsere Lebensweise seit Jahrzehnten am Leben, keiner braucht sich rausreden (Veganer & Co ausgenommen, klar).

    Es gab kaum andere "moralische" Reaktionen auf die ersten künstlichen Befruchtungen, die Etablierung der "wilden Ehe", die Straffreiheit der Abtreibung, Alleinerziehende, die Legalisierung gleichgeschlechtlicher Beziehungen oder die ersten Ehen zwischen Menschen verschiedener Hautfarben oder oder oder.... Heute gilt es eher als moralisch korrekt diese Dinge zu tolerieren und niemanden dafür zu verurteilen. Bei Themen wie der Gentechnik halte ich es für problematisch mit Ethik und Moral zu argumentieren, weil sie eben einem starken zeitlichen und kulturellen Wandel unterworfen sind.

    D. h. unsere Beurteilung der Frage ob etwas richtig oder falsch ist wird von unseren althergebrachten Gewohnheiten und ethischen und moralischen Vorstellungen geprägt. Ethik und Moral im Bezug auf die Gentechnik sind in unseren Breitengraden stark von der christlichen Schöpfungslehre geprägt worden. Das ganze verbindet sich in weiten Teilen der Bevölkerung mit Vorstellungen von Frankensteins Monstern.

    Ich sage deshalb nicht, dass man im Gegenteil kritiklos sein und alles geschehen lassen soll und muss. Ich glaube aber auch, dass der Großteil der Bevölkerung überhaupt nicht in der Lage ist dieses Thema objektiv, nüchtern, sachlich und unvoreingenommen zu beurteilen. Da spielt sehr viel eigene Interpretation, sehr viel Prägung durchs Christentum und sehr viel durch fiktive Gruselgeschichten vorgeprägte Vorstellung rein. Ich bin mir ziemlich sicher, dass z. B. viele der Leute die den dort nun sehr eng gesetzen zulässigen Rahmen zur Schaffung von Chimären ablehnen würden, kein Problem damit hätten im Rahmen von Volksabstimmungen ohne mit der Wimper zu zucken die Todesstrafe wieder einzuführen (erst Recht, wenn gerade wieder ein aktueller Fall von massenweisem Kindesmissbrauch etc. durch die Medien geistert). Da ist viel Emotion drin und Emotionen sind bei solchen Beurteilungen doch ein eher schlechter Ratgeber, da sie das Pendel oft ohne sachlichen Hintergrund in eine falsche Richtung ausschlagen lassen.

    Was sind die sachlichen Argumente gegen die in der Kritik stehenden Möglichkeiten die uns die Gentechnik ermöglicht? Klar ist doch, dass an Stammzellen in der Medizin heute und in Zukunft kein Weg vorbeiführt. Man hat den Weg beschritten und als derzeit einzigen erfolgversprechenden für die Heilung zahlreicher bisher unheilbarer Krankheiten identifiziert. Dazu gehört Krebs, dazu gehört Parkinson, dazu gehört MS, Lähmungen, Blindheit etc. etc. Für die Stammzellenforschung benötigt man Stammzellen. Nun ist die Frage, wie man sie am vertretbarsten gewinnt. Ganz ohne unschöne Begleiterscheinungen wird es nicht gehen.

    Aber eine ähnliche Frage haben wir m. E. beantwortet, als es darum ging wie wir unser Essen auf den Teller bekommen. Wir halten Millionen Tiere auf kleinstem Raum in schmutzigen dunklen Käfigen, pumpen sie mit Antibiotika und Hormomen voll, karren sie mehrmals durch Europa hin und her um sie am Ende bereits halbtot zu schlachten, maschinell zu verarbeiten und der Wegwerfgesellschaft zum Fraß vorzuwerfen, die dann auch noch einen Großteil der Schnitzel und Wurst ungegessen wegen Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums in den Hausmüll entsorgt. (Fast) wir alle tun das, dafür lassen wir Tiere leiden und Leben töten. Manchmal mit Gewissensbissen und wir möchten oft nicht so gerne darüber nachdenken, aber wir tolerieren es. Wir blenden aus was damit verbunden ist, damit wir im Sommer ein schönes Stück Fleisch auf den Grill legen können.

    Über 40 Millionen Frauen weltweit lassen abtreiben. Hunderttausende davon in Deutschland. Viele weil sie mitten in einem Wohlstandsland ein Kind nicht ernähren können, weil es nicht in die Lebensplanung passt oder weil es ganz einfach so zeitlich oder allgemein nicht in den Kram passt. Das haben wir unter Straffreiheit gestellt und dafür einige Spielregeln definiert. Wir tolerieren das gesellschaftlich, keine Frau muss in Deutschland mit dem Finger auf sich zeigen lassen, wenn sie ganz einfach kein Kind austragen wollte. Hunderttausende werdende Leben in Deutschland, Millionen weltweit werden beendet, teilweise bereits anhand entwickelter Föten, denen man die Hand reichen könnte. Wo ist da der Aufstand der Anständigen, wo ist da der Aufschrei, der Skandal?

    Und wenn zu Forschungszwecken eine Zelle sich gerade mal zwei Wochen entwickeln darf, damit wir unfassbar grausame Krankheiten von Millionen Menschen heilen können, wollen wir plötzlich einen riesen Aufstand machen? Das ist für mich eine komische Moral und Ethik, da stimmen die Verhätnisse nicht.

    Das heisst für mich im Umkehrschluss nicht, dass wir in der Stammzellenforschung/Gentechnik wenig zimperlich vorgehen sollen. Aber wenn ich bei der einen Sache handle wie der Teufel, kann ich in meinen Augen auf der anderen Seite keine engelshaften Maßstäbe ansetzen. Was soll das bringen? Sollen wir uns dann sagen können, dass wir im Durchschnitt eine ganz passable Ethik an den Tag zu legen?

    In Deutschland sehen wir meistens zuerst die Risiken, sind Fortschritt in Wissenschaft und Technik sehr kritisch gegenüber eingestellt. Aber das bringt uns nicht weiter. Wir müssen nicht mitmachen, weil es andere sonst tun. Aber wir dürfen uns auch nicht aufgrund irgendeiner Moralkeule selbst beschränken. Es müssen einfach klare Regeln definiert werden und nur wenn wir selbst mit "im Spiel" sind, können wir überhaupt Einfluss drauf nehmen, was der Rest der Welt treibt. Unser Ausstieg aus der Atomkraft beispielsweise hat offenbar auch absolut keinen Vorbildcharakter entwickelt. Während wir früher wenigstens auf andere einwirken konnten höchste Sicherheitsstandards zu entwickeln, brauchen wir heute nicht mehr kommen, weil wir in der Atomkraft als Aussteiger politisch nicht mehr kompetent sind.

    PM

  7. #6
    Mumie
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    AW: Krank!

    Zitat Zitat von PostMortem Beitrag anzeigen

    Ich glaube, dass die meisten Leute bei der aktuellen Forschung davon ausgehen, dass es das Ziel der Forscher ist Mischwesen aus Menschen und Tieren zu schaffen die dann irgendwann zwischen uns rumspringen. Dabei geht es aktuell doch "nur" darum Stammzellen zu Forschungszwecken gewinnen zu können (das hat man bisher auch getan, auch nicht viel pflegeleichter) und hierfür eine tierische Eizelle als "Brüter" zu nehmen. Das ist der Zweck, der hier aktuell geheiligt werden müsste. Es geht nicht um Frankensteins Monster.
    Das mag momentan"vieleicht" noch so sein,aber ich befürchte das es auf Dauer(wenn die Hemmschwelle noch mehr gesunken ist)immer "schlimmer" wird.Wo ist die Grenze???
    Aussage der Bundesärtzekammer:
    Wir fordern einen ethischen Moralkodex für Mediziner in Europa.Nicht alles was machbar ist,ist auch vernüftig und sollte gemacht werden.

    Wir wissen doch alle,meistens hört doch da wo grosse Gewinne in Aussicht stehen die Moral auf.Ausserdem ist es zweifelhaft ob solche (Tier-Mensch) Experimente überhaupt was bringen.
    Dazu kommt noch:
    Wenn menschliche Embryonen vor der Einpflanzung in den Mutterleib darauf hin getestet werden,ob ihre Erbinformationen mit denen von Krankheit betroffenen älteren Geschwistern übereinstimmen.Es besteht die Gefahr das diese Kinder nur erzeugt werden(und gewünscht sind)um "Ersatzteilspender" zu sein.

  8. #7
    Benutzerbild von PostMortem

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    AW: Krank!

    Zitat Zitat von Mumie Beitrag anzeigen
    Das mag momentan"vieleicht" noch so sein,aber ich befürchte das es auf Dauer(wenn die Hemmschwelle noch mehr gesunken ist)immer "schlimmer" wird.Wo ist die Grenze???
    Aussage der Bundesärtzekammer:
    Wir fordern einen ethischen Moralkodex für Mediziner in Europa.Nicht alles was machbar ist,ist auch vernüftig und sollte gemacht werden.
    Ja, das bedeutet im Umkehrschluss aber auch nicht, dass alles was machbar ist auch verboten werden muss, nur weil es bisher noch nicht gemacht wurde. Man muss eben Spielregeln und Grenzen festlegen.


    Wir wissen doch alle,meistens hört doch da wo grosse Gewinne in Aussicht stehen die Moral auf.
    Und was hat die Moral nun genau gewonnen, wenn die Konzerne ihre Forschung bei den Briten ansiedeln oder in einem Land wo die Gesetze noch viel lascher sind? Nicht falsch verstehen, man muss nicht jeden Schritt mitghehen nur weil es andere machen. Aber ist es eine ausgewogene Entscheidung schon Schritt 1 nicht mitzugehen? Die Contra-Argumente bestehen doch zumeist aus einem sehr schwammigen Wust von Moralkeulen, Killerphrasen und Fragen. Stichhaltige, sachliche Arguemente fehlen fast völlig.

    Ausserdem ist es zweifelhaft ob solche (Tier-Mensch) Experimente überhaupt was bringen.
    Klingt nach einem "Wir wollen gar nicht wissen ob es was bringt, lasst uns lieber blind und ahnungslos bleiben, dann passiert auch nix!". Andere möchten gerne erfahren wie die Chancen und Risiken aussen. Deswegen muss man ja forschen, Grundlagenforschung ist doch genau zur Klärung dieser Frage da. Die Literatur und das Internet strotzen nur so vor Zitaten großer Experten, die sich gewaltig damit vertan haben zu beurteilen, wofür in der Welt in Zukunft Bedarf da ist und wofür nicht.

    Dazu kommt noch:
    Wenn menschliche Embryonen vor der Einpflanzung in den Mutterleib darauf hin getestet werden,ob ihre Erbinformationen mit denen von Krankheit betroffenen älteren Geschwistern übereinstimmen.Es besteht die Gefahr das diese Kinder nur erzeugt werden(und gewünscht sind)um "Ersatzteilspender" zu sein.
    Ich finde es erstaunlich, wenn so viel Energie in theoretische Diskussionen und "hätte, könnte, wenns" investiert wird, aber Jahr ein Jahr aus die Nachbarskinder unbehelligt missbraucht, misshandelt, mangelernährt, eingekerkert, von Balkonen geworfen, tiefgefroren und in Blumenkästen verscharrrt werden, ohne dass es irgendeinen Nachbarn jemals wirklich interessiert hätte. ... Das Menschen als Ersatzteillager gezeugt werden könnten hat mit Stammzellenforschung sicherlich rein gar nichts zu tun. Wenn wir Menschen als Ersatzteillager ausschlachten wollten, könnten wir das auch heute schon tun (Wer sich das schaurig vorstellen mag, kann ja malwieder "Fleisch" oder "Ambulance" gucken). Aber es werden auch heute schon Kinder gezeugt um Spender für ihre Geschwister zu werden. Niemand würde das zugeben. Aber es geschieht bereits heute. Bei der Knochenmarkspende sind Geschwister als Spender beispielsweise ideal. Empfänger von Geschwister-Spenden haben die höchsten und längsten Überlebenschancen. Wer da nicht dran denken muss, wenn Eltern leukämiekranker Kinder eilig Nachwuchs planen.... Nunja! Es ist also sowieso nicht beeinflussbar aus welchen Gründen Eltern Kinder kriegen. Manche bekommen nur Kinder, weil sie glauben sie könnten damit eine verkrachte Beziehung retten, andere weil ihnen Verhütung bei One Night Stands immer egal war. Wir können hier alles verbieten. In Zukunft fährt man dann eben wieder nach Holland oder auf die Insel. Nicht zur Abtreibung, sondern zum Baby-Design... Aber es kann keiner behaupten, dass andere Europäer nun Unmenschen wären. Sie scheinen halt schon eine andere Vorstellung von Ethik und Moral zu haben, auch wenn das Thema dort genauso heiss diskutiert wurde und wird.

    Beim Thema der Präimplantationsdiagnostik wird es nicht anders laufen. Früher oder später wird man das Bedürfnis vieler Eltern nach einem Check auf Erbkrankheiten nicht mehr verbieten können. Die meisten Menschen argumentieren bei solchen Themen wenn es um die Allgemeinheit geht auf einer Metaebene und reden einer imaginären, allgemeinen Moralvorstellung das Wort. Wenn sie dann selbst betroffen sind und Angst haben, dass sie und ihr Partner evtl. ein krankes Kind zeugen könnten, sieht die Sache wieder ganz anders aus. Ich habe gestern erst wieder im ZDF eine Reportage über ein Ehepaar mit zwei Kindern mit einer sehr seltenen Erbkrankheit gesehen. Als die älteste Tochter erkrankte, war die zweite gerade auf der Welt. Die beiden Degenerieren, sie werden nicht älter als 10 Jahre, Heilung ausgeschlossen. So wie sich die Eltern geäußert haben, hätten sie wohl nichts dagegen gehabt davon zu erfahren bevor die zweite Tochter auf der Welt war. Wer will es ihnen verdenken, wer will gerne tauschen?

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