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Kritik von Kinofilmen

Erstellt von waschbaer, 18.04.2004, 17:09 Uhr · 429 Antworten · 40.470 Aufrufe

  1. #211
    Benutzerbild von ihkawimsns

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    Syriana

    Gestern gesehen und für gut befunden: Ein komplizierter Polit-Thriller mit nicht weniger als vier Haupt-Handlungssträngen: Da ist zunächst ein Anwalt, der die Fusion zweier Erdölfirmen, die krumme Geschäfte im Mittleren Osten betreiben, auf den Weg bringen und dafür die richtigen Leute "beeinflussen" muss. Ein CIA-Agent (George Clooney) verliert in Teheran zwei Raketen, gerät daraufhin in Ungnade und wird zur Bewährung mit der Ermordung des Sohnes eines einflussreichen Emirs beauftragt. Wegen seiner liberalen und vorwärtsgewandten Gesinnung ist dieser den Amerikanern ein Dorn im Auge. Untersützt wird der Prinz von einem amerikanischen Energieanalysten (Matt Damon), der zum Wirtschaftsberater des Prinzen aufsteigt. Und da ist noch ein junger Pakistani, der, arbeitslos geworden, in die Fänge von Terroristen gerät, die ihn zum Selbstmord-Attentäter "ausbilden" wollen.

    Wenn man sich konzentriert, kann man den zahlreichen Handlungssträngen gut folgen, allerdings ist dies wohl einer der Filme, die immer neue Facetten aufzeigen, wenn man sie öfter sieht. Auf jeden Fall ein sehenswerter Film, der realitätsnah zu erklären versucht, wie der Nahe und Mittlere Osten funktionieren, ohne Lösungen dafür anbieten zu wollen (was dem Realismus wohl auch schaden würde).

  2.  
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  3. #212
    Benutzerbild von waschbaer

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    V wie Vendetta

    Vor dem Hintergrund eines fiktiven totalitären Staates im Großbritannien der Zukunft erzählt „V wie Vendetta“ die Geschichte einer jungen Frau aus der Arbeiterklasse namens Evey (NATALIE PORTMAN), die von einem maskierten Mann (HUGO WEAVING), der unter dem Pseudonym „V“ bekannt ist, aus einer lebensbedrohlichen Lage gerettet wird.

    V, ein zugleich belesener, exzentrischer, empfindsamer und intellektueller Mensch, hat sein Leben der Befreiung seiner Mitbürger von jenen verschrieben, die sie bis zur vollkommenen Gleichgültigkeit terrorisiert haben. Aber er ist auch ein verbitterter, rachsüchtiger, einsamer und brutaler Mensch, der von seiner persönlichen Vergeltungssucht getrieben wird. In seinem Bestreben, die englischen Bürger von der Korruption und Grausamkeit der Regierung zu befreien, verdammt er die tyrannische Natur der Führungsriege und fordert seine Mitbürger auf, mit ihm am 5. November – dem traditionellen Guy Fawkes Day – vor das Parlament zu ziehen.

    An jenem Tag des Jahres 1605 entdeckte man Guy Fawkes und 36 Fässer Schießpulver in einem Tunnel unter dem Parlamentsgebäude. Er und seine Mitverschwörer hatten als Hochverräter den so genannten Gunpowder Plot als Reaktion auf die tyrannische Regierung unter James I. geplant. Fawkes und die übrigen Saboteure wurden gehängt, ausgeweidet und gevierteilt – ihre Umsturzpläne wurden nie ausgeführt.

    Im Geiste dieser Rebellion, in Erinnerung an diesen Tag, schwört V, Fawkes’ Plan durchzuführen, wie er für den 5. November 1605 vorgesehen war: Er will das Parlament in die Luft sprengen. Als Evey Vs Geheimnis auf die Spur kommt, entdeckt sie auch die Wahrheit ihrer eigenen Vergangenheit – und entwickelt sich zu einer unerwarteten Verbündeten bei seinem Ziel, Freiheit und Gerechtigkeit für eine durch Grausamkeit und Korruption unterdrückte Gesellschaft zurückzugewinnen.

    Mir hat der Film echt ganz gut gefallen und ich war vor allem von den Schauspielern Natalie Portman und Stephen Fry äußerst angetan. Die IMDB listet den Film mittlerweile unter den besten 250 Filmen. So weit nach oben würde ich nicht gehen, aber mit Sicherheit einer der besten Filme, die ich in den letzten 12 Monaten gesehen habe.

  4. #213
    Benutzerbild von ihkawimsns

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    Capote

    Der Film befasst sich mit der Entstehungsgeschichte von Truman Capotes wichtigstem Buch "Kaltblütig" über einen brutalen Vierfachmord im ländlichen Kansas. Obwohl nur sechs Jahre von Capotes Leben erzählt werden, so kann man sich mit diesem Film doch ein recht genaues Bild von diesem Schriftsteller machen. Mittels einer exzentrischen (und, nebenbei bemerkt, reichlich tuntig wirkenden) Mimik, Gestik, Stimme und Wortwahl schafft er eine Kulisse, hinter die nur seine engsten Freunde blicken können. Kaum einer weiß, was wirklich in ihm vorgeht.

    Getragen wird der Film vor allem von Philipp Seymour Hoffman, der ohne große Mühe die anderen, sicherlich nicht schlechten Schauspielkollegen an die Wand spielt und dafür völlig zurecht einen Oscar erhielt. Auch wenn deutlich wurde, dass Capote kräftig einen an der Waffel gehabt haben muss, so kam er doch als interessante und eindrucksvolle Persönlichkeit rüber. Hat mir gut gefallen.

  5. #214
    Benutzerbild von ihkawimsns

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    Ja, es ist tatsächlich über ein halbes Jahr her, seit ich das letzte Mal im Kino war, nun habe ich mir heute Borat angetan. Eine Rezension erspare ich mir an dieser Stelle und verweise nur auf meine Lieblingsseite zum Thema Kino.

    Was sagt ihr eigentlich zur Debatte um diesen Film? Ich finde ihn großartig und weiß heute schon, dass er in ein paar Monaten in meinem Regal stehen wird. Allerdings muss ich zugeben, dass Cohen polarisiert - "Borat" ist definitiv kein Kleine-Mädchen-Film. Allzu feinfühlige Leute werden an dem Streifen sicher keine Freude haben. Das wird auch schön an den Kommentaren zu obiger Rezension deutlich: Es gibt fast ausschließlich Extremnoten und das in einem etwa ausgeglichenen Verhältnis. Denkwürdig finde ich, dass sich unter den Befürwortern auch zwei Kasachen befinden, während etliche meiner Landsleute sich über das niedrige Niveau und den Cohenschen Chauvinismus echauffieren...

  6. #215
    Benutzerbild von brandbrief

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    Herr der Ringe - Die Gefährten (Extended Edition)

    Um nicht extra einen neuen Thread zu eröffnen, stelle ich meine Frage mal hier:

    Auf der Bonus-DVD der Standard-Version der ersten "Herr der Ringe"-Episode Die Gefährten befindet sich u.a. der Video-Clip von Enya mit "May It Be".

    Nun habe ich alle 4 DVDs der "Extended Edition" durchforstet und kann diesen Clip einfach nicht finden.
    Sollte der hier tatsächlich fehlen oder bin ich einfach zu blöd?

    Danke schon mal für sachdienliche Hinweise.

  7. #216
    Benutzerbild von waschbaer

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    Marie Antoinette

    Den Film habe ich mir aus historischem Interesse angeschaut. Sicherlich, Frau Coppola hat versucht, Maries Leben als "Partygirl" des 18. Jahrhunderts darzustellen, aber irgendwie ist mir das alles zu sehr auf 20. Jahrhundert getrimmt. So gerne ich Musik der 80er Jahre höre, hier in diesem Soundtrack machen sich Gang of four und Bow Wow Wow eher seltsam. Lange Rede, kurzer Sinn: Ein Film, der trotz der herrlichen Kostüme und auch der Drehorte (zum Teil Originalschauplätze) von mir wohl auch nicht wenn er im Fernsehen irgendwann laufen wird, nochmals angeschaut werden muss.

    @ihkawimsns

    Borat habe ich noch in UK gesehen und finde ihn schlicht und ergreifend grauenvoll. Respektlos, ekelhaft und für mich auch - nur in ganz wenigen Momenten (z.B. Verwechslung Fahrstuhl - Hotelzimmer) in Ansätzen witzig.

  8. #217
    Benutzerbild von ihkawimsns

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    Casino Royale

    Kann ich weiterempfehlen. Einige Wendungen im Film, manche vorherzusehen, andere zumindest nicht direkt. Dafür gibt's einen Bond, der kaum noch cooler werden kann. Einige Sprüche dürften, auch wenn ich mit diesem Begriff sparsam umgehe, Kultcharakter entwickeln können:
    • Barkeeper: "Geschüttelt oder gerührt?" - Bond: "Sehe ich aus, als ob mich das interessiert?"
    • "Der Job ist erledigt, die Schlampe ist tot."
    • "Weiter rechts!"
    • Bond: "Wie geht's dir?" - Bondgirl: "Wieso mir?"
    Die Schleichwerbung ist hier und da allerdings schon sehr auffällig platziert. Schönen Gruß an die Firmen Sony und Ford!

  9. #218
    Benutzerbild von Torsten

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    Zitat Zitat von ihkawimsns Beitrag anzeigen
    Casino Royale

    Kann ich weiterempfehlen.
    Ich nur sehr bedingt. Mein Fazit: Wie erwartet ein unterhaltsamer Actionreißer - als Bond-Film kann ich "Casino Royale" nicht ernst nehmen.

    Im Einzelnen:

    Der Hauptdarsteller:
    Für mich der erwartete Reinfall. Und ich frage mich ernsthaft, welchen Film all die Kritiker gesehen haben wollen, die Craig als "schauspielerisch besten Bond-Darsteller" bezeichnen. Da ich von Beginn an nichts von dessen Besetzung hielt, habe ich auf seine "Leistung" besonders geachtet - und musste feststellen, dass der Mann fatal an Nicolas Cage erinnert. Der schafft es bekanntlich auch schon seit Jahren, jeden Film mit maximal drei Gesichtsausdrücken zu bestreiten. Jedenfalls ging mir Craigs aufgesetzte und überbetont coole Mimik schon nach einer Viertelstunde auf den Senkel. Wirkte seine raubeinige Ausstrahlung in Actionszenen glaubwürdig, war sie ansonsten umso deplatzierter. Wer das als schauspielerisch wertvoll erachtet, hält wohl auch "GZSZ" für gute Fernsehunterhaltung.

    Der Bösewicht:
    Eine Witzfigur. Jedes weitere Wort dazu wäre Verschwendung.

    Die Bond-Girls:
    Für mich mit Abstand die langweiligsten, an die ich mich erinnern kann. Belanglose Püppchen ohne jegliches Charisma, kein Vergleich zu diversen Kalibern aus vorangegangenen Filmen.

    Die Action:
    Unterhaltsam und gut dosiert. Bei den waghalsigen Sprung- und Kletterstunts zu Beginn hatte man das Gefühl, dass Jackie Chan seine Finger im Spiel hatte. Und die Passage mit dem einstürzenden Gebäude gegen Ende des Films ist für mich zusammen mit der Flugabsturz-Szene in "Aviator" die beste, die ich in den letzten Jahren gesehen habe.

    Der Humor:
    Kein typischer Bond-Humor, aber zuweilen gab's gute Lacher - dazu zähle ich auch die Folterszene, die ich entgegen anderer Meinungen recht harmlos fand. Mein Lieblingsspruch aus "Casino Royale": "Für mich bitte dasselbe, aber ohne das Gemüse."

    Die Story:
    Die für einen JB-Film ohnehin schon lachhafte Story wirkte auf mich spätestens gegen Ende konstruiert und wirr. Warum Bond versucht, die Verräterin nach ihrem Ertrinken wiederzubeleben, obwohl er sie kurz zuvor in der Szene mit der Kofferübergabe noch ohne mit der Wimper zu zucken umgelegt hätte, will einem auch nicht recht einleuchten. Zum Schluss darf der Zuschauer wohl noch drüber nachdenken, ob er dies für eine abgeschlossene Geschichte oder einen "Cliffhanger" halten soll.

    Zu dem Gesülze in den "romantischen" Passagen wurde schon genug geschrieben. Und dass ein James Bond gewillt ist, seine Karriere für eine Frau an den Nagel zu hängen, setzt dem Ganzen die denkbar dämlichste Krone auf.


    Ich bleibe dabei - in meinen Augen hat das alles nichts mehr mit einem James-Bond-Film zu tun. Und wozu es nötig sein soll, diese Filmreihe derart umzukrempeln, bleibt angesichts diverser Alternativen sowieso schleierhaft. Gegen ein wenig mehr Realismus ist gerade nach diversen Absurditäten aus den letzten JB-Filmen nichts einzuwenden, aber nahezu alle Markenzeichen und Gimmicks über den Jordan zu schicken, kommt einer Verstümmelung gleich. Lächerlich: Diverse Autohersteller bieten bereits heute einen Nachtsicht-Assistenten an, und James Bond verschrottet seinen vermeintlich ultramodernen Aston Martin schon beim ersten nächtlichen Ausweichmanöver...

  10. #219
    Benutzerbild von Elek.-maxe

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    Ich habe mir am Samstag auch "Casino Royale" angeschaut. Allerdings paßt der hier nicht rein, denn es war die Fernsehverfilmung mit Peter Lorre als Bösewicht von 1954.
    Die Handlung war vermutlich im Grunde dieselbe, aber extrem schwach.

  11. #220
    Benutzerbild von ihkawimsns

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    In meiner Bemerkung, dass dieser Bond nicht mehr cooler werden könne, steckte durchaus eine gewisse Ironie.

    Als er am Anfang auf der Baustelle durch die Wand rannte, konnte ich mir ein Lachen nicht verkneifen. Überhaupt schien er in der einen oder anderen Szene vor Kraft kaum noch laufen zu können...

    Ach ja, eines ist mir noch angenehm in Erinnerung geblieben, nämlich der Titelsong.

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