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Kritik von Kinofilmen

Erstellt von waschbaer, 18.04.2004, 17:09 Uhr · 429 Antworten · 40.480 Aufrufe

  1. #21
    Benutzerbild von Torsten

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    Tja - wir gut, dass ich auch über Filme, die ich selbst nicht gesehen habe, meist sehr gut informiert bin. Selbst ich als Tarantino-Fan hätte keinen Cent für 'nen Kino-Besuch von "Kill Bill" ausgegeben - weder Teil 1 noch 2. Wenn sich mal 'ne preiswerte Gelegenheit ergibt, die auf DVD zu sehen - okay. Ansonsten geht mir dieses Machwerk aber ziemlich am Allerwertesten vorbei...

  2.  
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  3. #22
    Benutzerbild von ihkawimsns

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    Unglaublich, jetzt bin ich schon fast froh, das Angebot von zwei Freunden abgelehnt zu haben, "Van Helsing" zu sehen. Ich habe mir gerade auf

    http://www.filmstarts.de/kritik/van%20helsing.html

    die Kritik reingezogen. So sehr wurde lange kein Film mehr verrissen, finde ich:

    Eine der schlimmsten Einfälle aus Stephen Norringtons bitterlich schlechter „Liga der außergewöhnlichen Gentlemen“ im vergangenen Jahr war die Verunstaltung von Mr. Hyde. Aus Robert Louis Stevensons dämonisch-bösartiger, im Roman ausdrücklich als zwergenwüchsig beschriebener Doppelgängerfigur – unter anderem wunderbar verkörpert von Frederic March in der 1931 gedrehten Mamoulian-Verfimung der Stevenson-Vorlage - machte Stephen Norringtons Adaption des gleichnamigen Alan-Moore-Comics ein lächerlich aufgeblasenes und geradezu schmerzhaft peinliches, quietschbuntes Blubber-Bubblegum-Monster, welches tricktechnisch schauderhaft schlecht animiert über die Dächer von Paris hüpfte. Ereilt einen ein halbes Jahr später das schicksalhafte Verhängnis, Stephen Sommers’ „Van Helsing“ goutieren zu müssen, so wird einem spätestens nach zehn Minuten Film das völlige Debakel dieses Streifens mit der Unbarmherzigkeit einer Deutschland-sucht-den-Superstar-Jury offenbart: Als würde man ein zweites Mal in einen schauderhaften Alptraum gestoßen, aus dem man gerade erst erwacht und halbwegs genesen zu sein glaubte, erscheint auf der Leinwand eben genau dieser Mr. Hyde, und das auf die exakt gleiche Art tricktechnisch vergewaltigt, misshandelt und ins Lächerliche gezogen wie erst vor wenigen Monaten in Norringtons „Liga“. Das unter der vollständig CGI-animierten Monstervisage der wunderbare Charaktermime Robbie „Hagrid“ Coltrane steckt, ist zu keiner Sekunde zu erkennen und rettet an der Auftaktsequenz ohnehin nichts mehr – ja, so grausam kann Kino sein.

    „Van Helsing“, das neueste Produkt aus den Blockbuster-Laboratorien Hollywoods, ist in jeglicher Hinsicht ein Gruselfilm geworden. Gruselig, weil dieses Paradebeispiel postmoderner Plünderung und Vergewaltigung klassischer Literatur- und Filmstoffe so ziemlich alles falsch macht, was ein Film nur falsch machen kann und einen wirklich traurigen Höhepunkt in der Reihe all jener Streifen darstellt, die einen Mangel an erzählerischem Inhalt mit immer mehr Donnergetöse an Action, Ausstattungsbombast und Special Effects zu kompensieren versuchen. Bereits 2001 hatte Stephen Sommers mit „The mummy returns“ verhängnisvollen Vorschub in diese desolate Richtung geleistet. Dabei hatte er selbst noch drei Jahre zuvor gezeigt, wie man es anders und vor allem besser machen kann: Mit seinem ersten Mullbinden-Spektakel „The mummy“ hatte er im Kinosommer 1999 eine wunderhübsch atmosphärische und herrlich selbstironische Parodie auf die Gruselschinken der klassischen Universal-Ära geliefert. Auch seine zuvor gedrehte Gangster-Horror-Melange "Octalus" war eine durchaus clevere Mischkalkulationen aus altmodischem Horror-Flair, trendbewussten Schockmomenten und einem ironisch distanzierenden Humor.

    Die anno 2001 in den Kinos gestartete Mumien-Fortsetzung warf jedoch diese guten Eigenschaften zugunsten einer alles niederwalzenden Tricktechnik und einer wirklich lausig schlechten Story über Bord. „Blade“-Erfinder Stephen Norrington setzte sich 2003 mit der „Liga der außergewöhnlichen Gentlemen“ in die gleiche Spur und seinen Film genauso komplett in den Sand. Und als hätten sich die beiden Stephens miteinander abgesprochen, kredenzt uns nun der Mumien-Stephen als neuen Negativ-Rekord hirnverbrannter Drehbuch-Nichteinfälle, grottiger Special-Effects und völlig sinnloser Budgetvergeudung den Monster-Killer Van Helsing als komplett unverdauliche Mischung aus „Blade 2“, seinem eigenen Mumien-Sequel und ausgerechnet Len Wisemans prinzipiell gelungenem Werwolf-Opus „Underworld“.

    Das literarische Alter Ego von Sommers’ Filmfigur, Dr. Abraham Van Helsing, unvergesslich verkörpert vor allem durch Peter Cushing in den klassischen Hammer-Filmen, später dann durch Anthony Hopkins bei Francis Ford Coppola und zuletzt von Christopher Plummer bei Wes Craven, bildete bekanntermaßen in Bram Stokers Romanvorlage und beinahe allen daraus resultierenden „Dracula“-Verfilmungen das bürgerlich-erzkonservative Bollwerk des viktorianischen Großbritanniens gegen die osteuropäische Bedrohung durch den verführerischen, frauenverderbenden Transsylvanien-Fürsten. Aus reichlich berechtigten Lizenzgründen muss dieser Van Helsing, der keinen Doktortitel, dafür aber einen Schlapphut, führt und auch sonst mit Stokers Romanfigur nicht das Allergeringste gemeinsam hat, den Vornamen Gabriel tragen, weiß wie sein postmoderner Gesinnungsgenosse Blade nichts über seine Herkunft, aber dafür bestens mit allerlei Waffen Bescheid, die er stets unter einer wallenden Lederkluft mit sich führt, um den Monstren aller Erdteile heimzuleuchten. Als Agent des Vatikans mit der Lizenz zum Coolsein entsorgt er Hexenmeister und Unholde im Dutzend billiger und stellt dabei nicht viele Fragen, allenfalls diese beiden: „Was ist es und wie kann ich es töten?“ In den Katakomben von St. Peter darf er sich nach gelungener Mission gegen den offensichtlich aus Stephen Norringtons „Liga“ entfleuchten Mr. Hyde von einem klerikalen „Q“ mit allerlei Waffen ausstatten lassen, bevor es auf die finale Mission gegen die Wurzel allen Übels, den Vampirfürsten Dracula zu Felde geht.

    So weit, so traurig. Doch Van Helsings Aufbruch nach Transsylvanien, wo sich just zu diesem Zeitpunkt mit dem Grafen Dracula, dem Wolfsmenschen und Frankensteins künstlichem Menschen gleich drei klassische Universal-Monster zum CGI-animierten Stelldichein versammelt haben, bildet erst den Auftakt für das nun folgende, insgesamt 131 Minuten andauernde Zuschauer-Martyrium. Wenn es einen Preis für das peinlichste, hirnrissigste und inhaltsleerste Drehbuch gäbe, Stephen Sommers hätte ihn sicher: Was er dem Zuschauer als Story-Kompott mit den drei bekanntesten Ungeheuern aus den Tiefen des Universal-Archivs zumutet, spottet jeglicher noch so wohlwollender Beschreibung.

    Da nicht einmal der rudimentäre Ansatz einer auch nur halbwegs zusammenhängenden Handlung (von Logik mal ganz zu schweigen) zu erkennen ist, schwingt Stephen Sommers in noch gnadenloserer Effektehascherei als im Mumien-Sequel den CGI-Hammer, um mit der Vorhersehbarkeit einer ZDF-„Traumschiff“-Episode, der Zuverlässigkeit eines Metronoms und dem Spannungsgehalt einer Partie Sackhüpfen auf einem durchschnittlichen Kindergeburtstag Explosionen, Monster und Mutanten abzuliefern. Da vollführen in schönster „Pearl Harbor“-Tradition irgendwelche geflügelten Vampirwesen Tieffliegerangriffe auf Mensch, Material und Kühe, zappeln Untote, Halbtote und Werwölfe an gigantischen Elektroden in enervierendem Dauer-Stroboskop-Blitzgewitter, wieseln missgestaltete, offenkundig in Ermangelung intelligenterer Einfälle bei Don Coscarellis „Phantasm“ ausgeliehene Zwerge um riesenhaft-futuristische und ständig irgendwie explodierende Laboreinrichtungen (warum, weiß eigentlich auch keiner), schwingen sich irgendwelche Personen ständig an zufällig gerade auftauchenden Drähten, Stahlseilen oder Brückengeländern durch die Lüfte, und in gewaltigen, unterirdischen Kavernen reift in schleimigen Kokons eine aus Star-Wars-Ewoks, Jurassic-Park-Raptoren und geflügelten Blade-2-Reapern geklonte Alien-Brut heran, deren Herkunft und Schicksal derart sinnbefreit ist, dass der Zuschauer die hilflosen Erklärungsversuche des Drehbuches ebenso schnell wie gründlich verdrängt. Dass Stephen Sommers nebenbei auch noch klaut, was das Zeug hält, stört zum Beispiel bei der Lichtbombe aus „Blade 2“ kaum noch. Dass er sich aber noch nicht einmal zu schade ist, den Maskenball aus Polanskis „Tanz der Vampire“ inklusive der Spiegelszene zu verhunzen, das tut wirklich weh.

    Wirklich niederschmetternd ist die Maskerade des Frankenstein-Monsters, welches an Stelle seines Hirns und seines Herzens zwei lustig flackernde Glühbirnen trägt. Hätte der selige Ed Wood es doch noch erleben dürfen, wie hier Hollywood-Potentaten Millionen und Abermillionen dafür ausgeben, dem Versuch eines Grusel-Actioners das tricktechnisch minderbemittelte Flair Karloffscher B-Movie-Zeiten zu verpassen und mit ein paar idiotischen bunten Kirmes-Attraktionen zu versehen, er hätte sich verwundert die Augen gerieben und eiligst seine Radkappen-Ufos gegen bunte Glühbirnen getauscht! Untote, aller Länder vereinigt Euch und kauft Glühbirnen!

    Sicher, der Anspruch dieser aus diversen cineastischen Monster-Mythen zusammengeklaubten Horror-Humoreske rangiert ohnehin nur auf dem Niveau einer handelsüblichen RTL-Vorabendserien-Folge. Aber wenigstens ein bisschen zum Lachen oder ein ganz klein wenig unterhaltsam hätte dieser minderbemittelte Clash of Monsters für ganz Arme doch wohl ausfallen können. Stattdessen tötet Stephen Sommers auch den wirklich letzten Rest von Popcorn-Atmosphäre mit einer alles lähmenden Lawine schrecklich künstlich aussehender Digitaltechnik. Alles geht unter in einer atemlosen Aneinanderreihung computergenerierter Tricksequenzen, in denen die Figuren zu reinen Stichwortgebern restlos sinnentleerter Dialogfetzen degradiert werden.

    Hugh Jackman mag als Actiondarsteller der richtige Mann für Filme wie „X-Men“ oder „Swordfish“ sein, hier kann selbst er nichts mehr retten. Kate Beckinsale, die als eisige Action-Heroine in „Underworld“ überzeugte, ist als Zigeuner-Prinzessin auf High-Heels und in atemabschnürendem Mieder ein darstellerischer Treppenwitz, und David Wenham, der heroisch-tragische Gondor-Prinz Faramir aus Peter Jacksons „Lord of the rings“, treibt als lustiger Sidekick des Helden, der zeitweilig tatsächlich mit Narrenkappe umherulken muss, dem Zuschauer mehr als einmal die Tränen in die Augen. Am peinlichsten wirkt „Moulin Rouge“-Star Richard Roxburgh, der als tuntiger Vampir-Fürst mit Zöpfchen wie ein ergrauter Frank’n’Furter auf Rocky-Horror-Glitter-Revival-Tour herumkaspern muss, assistiert von (wie passend!) Kevin J. O’Connor im absolut authentischen Riff-Raff-Look.

    Im Final Showdown wird „Van Helsing” unbeabsichtigt zu einem echten Lehrstück über die Vernichtung der Träume durch das multimediale Bombastkino: Alles zappelt, wabert, explodiert, zersplittert, zerplatzt oder zerfließt in Glibber und endet damit genau dort, wo jeder Versuch enden muss, das Außergewöhnliche der menschlichen Fantasie technisch reproduzieren zu wollen – eine Schreckensvision, die „Van Helsing“ ohne es zu wollen als treffsichere Analyse des eigenen Genres enthüllt.

  4. #23
    Benutzerbild von waschbaer

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    Troja

    Ich komme gerade aus dem Kino und habe mir Troja angeschaut. Dieser Film hat mich wirklich begeistert. Zwar gingen mir Orlando Bloom und die schöne Helene gewaltig auf den Wecker (vor allem Orlando Bloom, weil er gar so "schön" hergerichtet ist), jedoch ist der Rest wirklich Film vom Feinsten.

    Die Massenszenen sind beeindruckend, die gezeigte Brutalität hält sich in Grenzen und auch die Dialoge (vor allem die des Achilles) sind nicht nur an der platten Oberfläche.

    Dass dann vor allem das Bühnenbild auch noch gut gemacht ist und der "alte" Peter O`Toole in einer Paraderolle glänzen kann, hat für mich den Film wirklich zu einem Genuss gemacht.

    Nebenbemerkung: Neben mir im Kino saß eine etwa 18-20-jährige junge Frau, die immer meinte, dass Achilles (Brad Pitt) doch eigentlich mit Paris (Orlando Bloom) gut auskommen müsste, denn zum einen sehen doch beide gut aus und zum anderen seien die beiden ja auch privat befreundet. , aber manche Leute sind einfach so brummeldumm, dass es nur noch wehtut.

    Weitere Zitate der Dame:

    Auftritt des Tojanischen Pferdes: "Net schlecht die Idee, aber wieso machen die das?"

    Achilles wird an seiner Verse tödlich verwundet: "Warum schießt der net einfach ins G´sicht. Am Fuß kann der doch bloß nimmer laufen."

    Und jetzt der absolute Brüller:

    "Wo liegt des Troja eigentlich? USA, oder?"

    Hierzu braucht es einfach keine weiteren Kommentare mehr.

  5. #24
    Benutzerbild von Torsten

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    waschbaer postete
    Troja
    Nebenbemerkung: Neben mir im Kino saß eine etwa 18-20-jährige junge Frau, die immer meinte, dass Achilles (Brad Pitt) doch eigentlich mit Paris (Orlando Bloom) gut auskommen müsste, denn zum einen sehen doch beide gut aus und zum anderen seien die beiden ja auch privat befreundet. , aber manche Leute sind einfach so brummeldumm, dass es nur noch wehtut.

    Weitere Zitate der Dame:

    Auftritt des Tojanischen Pferdes: "Net schlecht die Idee, aber wieso machen die das?"

    Achilles wird an seiner Verse tödlich verwundet: "Warum schießt der net einfach ins G´sicht. Am Fuß kann der doch bloß nimmer laufen."

    Und jetzt der absolute Brüller:

    "Wo liegt des Troja eigentlich? USA, oder?"

    Hierzu braucht es einfach keine weiteren Kommentare mehr.
    Also entweder greift die Verblödung in Augsburg und Umgebung besonders eklatant um sich, oder du denkst dir diese schier unfassbaren Bemerkungen jedes Mal nur aus...

    So viel geballte und immer wieder aufkeimende "geistige Insolvenz" ist mir in unseren Kinos jedenfalls noch net untergekommen. Allerdings gehe ich auch nur noch ca. drei- oder viermal pro Jahr ins örtliche Lichtspielhaus...

  6. #25
    Benutzerbild von Pallas

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    Waschbär, "Troja" soll mit Sicherheit Orlando Bloom einen Status als Teenie-Anhimmel-Objekt festigen.
    Mit dem ebenfalls mitspielenden Brad Pitt wurde das in den 90ern auch gemacht: "Legenden der Leidenschaft" sehe ich als filmisch erzählte Geschichte, aber vor allem als Projekt mit dem Zweck, Brad Pitt als Mädchen- und Frauenliebling endgültig zu etablieren.

    Ich war vorgestern im Kino, da gab es:

    Was nützt die Liebe in Gedanken

    Wollte ich schon lange sehen, es hat aber vorher immer nicht so recht geklappt.

    Die Geschichte:
    Deutschland, Berlin, 1927. Die befreundeten Jugendlichen Günther und Paul (beide 19) gründen aus verwirrten und verletzten Gefühlen und aus jugendlicher Romantik heraus einen "Selbstmörder-Club": wenn einer von ihnen keine Liebe mehr verspürt, wird er sich und die anderen Mitglieder mit in den Tod nehmen sowie alle, die schuld am Verlust der Liebe tragen. Denn: "man muss wissen, wann man gehen muß - und auf dem höchsten Punkt, da sollte man gehen".
    Erzählt werden die tragischen Ereignisse eines Wochenendes, die übrigens auf Tatsachen beruhen.
    Günther und Paul fahren am Freitag jenes Wochenendes raus aufs Land, wo Günthers Eltern ein Sommerhaus besitzen. Günthers schöne Schwester Hilde, 17 Jahre alt, ist bereits dort und erwartet die beiden. Hilde ist jung und hübsch, selbstbewußt und umtriebig, schenkt vielen ihre Gunst, ohne zu bemerken, daß sie sich selbst dabei verschenkt. Paul ist ernsthaft verliebt in Hilde, und Hilde scheint seine Gefühle zunächst auch zu erwidern. Doch sie spielt nur mit ihm - Hilde trifft sich mit Hans, einem Kochlehrling. Fatal daran ist, daß der homo5exuell veranlagte Günther starke Zuneigung zu Hans hat. Hans wiederum hat bi5exuelle Neigungen und wendet sich sowohl Günther als auch seiner Schwester Hilde zu.
    An jenem Wochenende - Günthers und Hildes Eltern sind verreist - veranstalten die Jugendlichen im Garten des Sommerhauses eine Party. Alle Freunde kommen, auch Hans erscheint schließlich dort, obwohl Günther Hilde verboten hatte, ihn einzuladen. Mit steigendem Alkohol- und Absinthkonsum fallen die Hemmungen, und die Weichen für ein sich anbahnendes Unglück werden gestellt.
    Im Morgengrauen der Nacht zum Montag fahren Hilde, Hans, Günther und Paul in die Stadtwohnung der Familie zurück - dort nimmt die Tragödie ihren Lauf, und an ihrem Ende gibt es zwei Tote...

    Die Geschichte basiert, wie bereits erwähnt, auf einer wahren Begebenheit, die sich im Sommer 1927 in Berlin zutrug und damals für helles Aufsehen sorgte.
    In einem meiner Bücher las ich schon vor vielen Jahren einen kurzen Artikel über die "Steglitzer Schülertragödie", wie der Vorfall allgemein benannt wurde. Schon damals übte das Ganze eine eigentümliche Faszination auf mich aus - nicht zuletzt auch wegen der Schönheit der in einem Foto abgebildeten echten Hilde.

    Nun aber zu der filmischen Umsetzung:

    Der Film hatte überwiegend positive Kritiken, wurde jedoch öfters auch als "zu bemüht" bewertet.

    Mir persönlich hat er sehr gut gefallen.

    Der Film zeigt mehr als ein paar romantisch verirrte Jugendliche, die noch den Absolutheitsanspruch der Jugend haben. Die Geschichte trägt sich zu Zeiten der Weimarer Republik zu und gibt, ganz nebenbei, das Lebensgefühl jener Zeit sehr gut wieder. Die Halt- und Ziellosigkeit der Jugendlichen, einer frühen "Generation X", denen die neue Staatsform nach dem Trauma des verlorenen Krieges und des verlorenen Kaiserreichs (und der damit verlorenen Selbstachtung vieler Deutschen) keinen seelischen Halt, kein Vertrauen geben kann.

    Manche Leute, die mehr "Action" erwarten, wird der Film enttäuschen (Einige haben auch das Kino verlassen, als ich den Film sah). "... Liebe in Gedanken" ist ein leiser, ruhiger, stimmungsvoller Film, den man auf und in sich wirken lassen muß.

    Kritikwürdig fand ich nur, daß die einzelnen Charaktere zu schwach gezeichnet worden sind. Denn die Story der Steglitzer Schülertragödie allein trägt so einen Film noch nicht. Man muß noch mehr von den Beteiligten und ihrem (Gefühls-)Leben wissen, um zu verstehen, wie es zu diesem ungewöhnlichen Vorfall kommen konnte. Sonst wirkt das Ganze auf Menschen, die nichts von der echten Tragödie wissen, schnell so, als wenn ein paar versponnene, verwöhnte Teenager nichts besseres zu tun haben, als sich unglücklich zu machen.

    Die Schauspieler (Hauptdarsteller Daniel Brühl als Paul, Anna Maria Mühe als Hilde, u. a.) fand ich gut gecastet, sie sehen den echten Beteiligten von damals (ich habe Fotos von ihnen in meinem Buch) auch recht ähnlich, auch wenn Hilde nicht blond, sondern höchstens brünett war.

    Fazit:
    Ich fand ihn sehenswert - und wer solche leise Filme mit vielen Zwischentönen mag, dem wird der Film sicher gefallen.

  7. #26
    Benutzerbild von J.R.

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    Ich war die Woche zweimal im Kino, etwas was ich schon seit ewigen Zeiten nicht mehr gemacht habe.
    Zuerst "Van Helsing": der schlechteste Film seit Tim Burtons unsäglichen Planet-der Affen-Remake, den ich im Kino durchlitten habe (lag aber auch daran, daß ich einige Gurken wie z.B. Daredevil nur auf DVD gesehen habe). Ich mochte Octolus und den ersten Mumienfilm wirklich, aber das hier war (von der schwarz-weiß-Eröffnungsszene abgesehen) einer der lieblosesten, charmlosesten Filme seit langem. Eine sinnlose Actionszene reiht sich an die nächste, ein schlechter computeranimierter Effekt jagt den nächsten, Figuren und ein Ansatz von Geschichte bleiben völlig auf der Strecke (ich erwarte von einem solchen Film keine hintergründige Geschichte und tiefenpsychologisch ausgeleuchtete Charaktere, aber etwas an Handlung und ein paar zust sympathische Charaktere, die mir nicht völlig egal sind, sollten es schon sein). Eigentlich sagt die weiter oben zitierte Kritik schon alles aus. Als ich am Anfang den grottigen Mr. Hyde sah, dachte ich erst, die zeigen aus versehen schon Shrek 2...

    Heute habe ich Troja gesehen. Der Film hat mir recht gut gefallen. Die verschiedenen Rollen sind gut besetzt, die Charaktere differenzierter ausgearbeitet und die Spezialeffekte dienen der Geschichte und sind nicht reiner Schauwert und die einzige Daseinsberechtigung des Films, die Massenschlachten und Kulissen sind beeindruckend und dadurch, daß die einzelnen Duelle der Helden (Ajax gg Achilles, Achillles gegen Hektor...) mit echten Menschen gedreht wurden, wirken diese auch gleich viel beeindruckender als das computeranimierte Kasperletheater am Ende von "Van Helsing" als ein übel computeranimierter Werwolf gegen eine ebenso übel animierte Riesenvampirfledermaus kämpfte.
    Troja ist kein (intellektuelles) Meisterwerk, aber ein gut gemachter Unterhaltungsfilm, bei dem ich als Zuschauer nicht das Gefühl hatte, daß konstant meine Intelligenz beleidigt wird. Wobei man sich allerdings eher locker bei der Ilias bedient, also bitte keine werkgetreue Verfilmung erwarten

  8. #27
    Benutzerbild von Woodruff

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    waschbaer schrieb:

    ... die gezeigte Brutalität hält sich in Grenzen ...
    Das lag u.a. auch daran, das der Film leider geschnitten wurde für die FSK12 Freigabe

  9. #28
    Benutzerbild von Heinzi

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    waschbaer postete
    Achilles wird an seiner Verse tödlich verwundet: "Warum schießt der net einfach ins G´sicht. Am Fuß kann der doch bloß nimmer laufen."
    Soweit ich mich erinnere, wird im Film die Tatsache, dass es sich bei der Ferse um die einzige verwundbare Stelle von Achilles handelt, nicht erwähnt, wahrscheinlich, weil dies ein Bezug zu seinem Halbgott-Status wäre, die Götter aber in dieser Verfilmung allesamt ausgespart wurden, um das Geschehen möglichst realistisch wirken zu lassen.
    Die besondere Verwundbarkeit gerade dieser Körperstelle wird aber zumindest angedeutet, weil der erste Schuss, der die Ferse trifft, Achilles ja entscheidend schwächt.
    Jedenfalls weiss natürlich nicht jeder um die berühmte Achilles-Ferse, insofern ist diese Reaktion einer der Griechischen Mythologie Unkundigen für mich noch einigermassen verständlich.

  10. #29
    Benutzerbild von senden

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    Ich habe Der Wixer kürzlich gesehn und fand den Film nicht so toll. Die ganzen Witze werden mit der Zeit nervig und fast langweilig. Anke Engelke nervt wieder mal und auch Kalkofe und Pastewka können keine Glanzlichte setzen. Bis auf eine Handvoll Witze war der Film eigentlich nur noch blöd.

    Gefallen hat mir 50 Erste Dates. Den fand ich sehr unterhaltsam, auch wenn es ein bisschen an Und täglich grüßt das Murmeltier erinnert. Aber Adam Sandler spielt sehr gut.

    Ganz schlecht war Van Halesing. Das war echt absoluter Mist. Nur computeranimierter Schwachsinn, der nichts mit der Story zu tun hat, sondern nur um der Action willen da ist. Wirklich einer der schlechtesten Filme aller Zeiten. Da kann ich J.R. nur beipflichten.

  11. #30
    Benutzerbild von musicola

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    Habe mir Shrek 2 angesehen und war furchtbar enttäuscht.

    Keine Frage, die Computeranimation war wirklich toll, auch die Story war gut.

    Was fehlte war der Humor!

    Es gab zwar den ein oder anderen Lacher, aber die Gags, die den ersten Teil zu etwas besonderem machten fehlten fast gänzlich.

    Es fehlte überhaupt an Gags und lustigen Dialogen! Der Film war fast schon
    langweilig...

    schade

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