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Kritik von Kinofilmen

Erstellt von waschbaer, 18.04.2004, 17:09 Uhr · 429 Antworten · 40.519 Aufrufe

  1. #341
    Benutzerbild von Torsten

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    AW: Kritik von Kinofilmen

    Zitat Zitat von waschbaer Beitrag anzeigen
    Dessen Vater John (gespielt von Nicolas Cage)
    Weiß nicht, ob ich die Leute bewundern oder bemitleiden soll, die sich diese Visage immer noch anschauen können. Die "TV Spielfilm" schreibt in ihrer Kritik zu "Knowing" (die ziemlich mau ausfällt) genau das, was mir bei diesem Namen schon seit Jahren durch den Kopf geht.
    Nicolas Cage entschlüsselt in fünfzig Jahre alten Zahlenkolonnen das Ende der Menschheit. Und sollten sich in fünfzig Jahren Filmhistoriker mit der Karriere von Nicolas Cage beschäftigen, könnten sie vermuten, dass sein Oscar-Gewinn für "Leaving Las Vegas" 1996 bei ihm eine Art Allergie gegen gutes Kino ausgelöst hat. Seitdem setzt der Hollywood-Star zielgerichtet auf konfektionierte Massenware, in der er mit meist nur einem einzigen Gesichtsausdruck und fragwürdiger Frisur nach geheimen Büchern oder anderen Vermächtnissen sucht.
    Was die nervtötende Gesichtsstarre angeht, ist Cage längst auf dem Niveau von talentfreien Fressepolierern à la Seagal oder Norris angelangt...

  2.  
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  3. #342
    Benutzerbild von PostMortem

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    AW: Kritik von Kinofilmen

    Zitat Zitat von Torsten Beitrag anzeigen
    Weiß nicht, ob ich die Leute bewundern oder bemitleiden soll, die sich diese Visage immer noch anschauen können. Die "TV Spielfilm" schreibt in ihrer Kritik zu "Knowing" (die ziemlich mau ausfällt) genau das, was mir bei diesem Namen schon seit Jahren durch den Kopf geht.
    Was die nervtötende Gesichtsstarre angeht, ist Cage längst auf dem Niveau von talentfreien Fressepolierern à la Seagal oder Norris angelangt...
    Vor die Wahl gestellt sollst Du mich dann bitte bewundern. Nicolas Cage hat eine Menge gute Filme gedreht. OK, er hatte zuletzt ein paar durchwachsene Machwerke mit abgeliefert. Aber so hervorragende Filme wie "8MM", "Face/Off" oder "Bringing Out the Dead" habe ich dann von Seagal und Norris noch nicht gesehen. Und "Tricks" oder "Lord of War" sind dann auch noch nicht so lange her, als dass Cage "längst" dieses Niveau verloren haben könnte. Dann lass ihn doch Gesichtsstarre haben, dann ist Nicolas Cage eben nicht Jim Carrey. Na und? Ein ausdrucksstarker Schauspieler ist er allemal und ich sehe ihn gerne.

    Hier mal eine kleine Gesichtsausdrucksstudie von ihm, ich mache da mehr als einen aus. Wenn die Rolle nur einen Ausdruck kennt (und er spielt eben oft eher trübe, kaputte Typen denen die Sonne nicht aus dem Ar... scheint) liegt das nicht an Unvermögen...























    PM

  4. #343
    Benutzerbild von waschbaer

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    AW: Kritik von Kinofilmen

    @Torsten

    Stimmt schon, dass Nicolas Cage mittlerweile ein einziges "Dauergesicht" hat. Trotzdem zählt er nach wie vor zu den best bezahltestens männlichen Schauspielern in Hollywood. Ganz furchtbar fand ich ihn in World Trade Center.


    Gestern sah ich in einer Preview

    Radio Rock Revolution (Originaltitel: The boat that rocked)

    Sicherlich nicht jedermanns Sache und sicherlich kein qualitativ hochwertiges Kino, aber gute und lockere Unterhaltung. Aber zum Inhalt:

    Eine Handvoll Radiorebellen steht im Mittelpunkt der Musik- und Radiogeschichte in den wilden Sixties. 1966 kommt zwar der weltberühmte Rock aus England, aber selten zu den Hörern der BBC, die pro Woche nur zwei mickrige Stunden Pop über den öffentlich-rechtlichen Äther schickt. Genauso unermüdlich legen dafür die DJs des Piratensenders Radio Rock ihre Platten auf - mitten in der Nordsee. Die britische Regierung versucht mit einem neuen Gesetz, diese Piratensender und deren gigantische Fangemeinde "mundtot" zu machen.

    Sicherlich beasiert der Film nur sehr vage auf Fakten über Piratensender, aber es kommen überaus lockere Sprüche und Szenen vor, die einfach nur noch witzig sind.

    Nett ist auch der Kleinkrieg (ich sag nur "Feige Sau") zwischen den beiden DJ-Rivalen "The Count" (gespielt von Philipp Seymour Hoffmann) und seinem Gegenspieler Gavin (gespielt von Rhys Ifans). Deren Szenen sind wirklich für mehrere Lacher gut. Auch nett, Keneth Branagh und Emma Thompson mal wieder in einem Film zusammen zu sehen (wenn auch es bei Emma nur ein kurzer Cameo-Auftritt war).

    Sicherlich sind manche Sprüche hoffnungslos überzogen für die 60er-Jahre und auch die Story oft überzeichnet bzw. gegen alle Naturgesetze (zumindest kann ich mir nicht vorstellen, dass bei einem Schiff mit beinahe 45 Grad Schlagseite ausgerechnet der Plattenspieler noch seinen "normalen Dienst" tut. Wie soll das denn bitte gehen? Auf der anderen Seite sind gerade diese Szenen dann wieder urkomisch. Das Schiff sinkt und auf dem Plattenspieler liegt gerade Procul Harum mit der Textzeile "I was feeling kind of seasick". Diese Textanspielungen sind sehr häufig im Film zu finden. Wer also in 60s-Mucke textsicher ist, hat mehr von diesem Film.

    Die musikalische Untermalung mit ca. 40 Hits der 60er-Jahre klingt super und viele Leute im Kino haben zum Teil wirklich lautstark mitgesungen (v.a. bei All day and all of the night). Lediglich "Let´s dance" (das passt einfach nichts ins Jahr 1967) von Bowie und den Abspannsong von Duffy (Stay with me baby) hätte ich nicht gebraucht.

    Insgesamt ein spaßiger Film über die Lust auf Rock, entfesseltes Radio und den wilden Sound der Sixties. Was will man mehr? Ich hoffe, dass der Film bald im englischen Original in Augsburg läuft, denn dann werde ich ihn wohl nochmals anschauen.

  5. #344
    Benutzerbild von Torsten

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    AW: Kritik von Kinofilmen

    Zitat Zitat von PostMortem Beitrag anzeigen
    Aber so hervorragende Filme wie oder "Bringing Out the Dead" habe ich dann von Seagal und Norris noch nicht gesehen.
    Da haben wir wohl eine unterschiedliche Vorstellung von hervorragenden Filmen. "8MM" oder "Face/Off" sind für mich solides Popcornkino, mehr nicht. Aber selbst in solchen Streifen, wie auch in "Con Air", kann mir diese Visage noch den Film versauen.

    Zitat Zitat von PostMortem Beitrag anzeigen
    Dann lass ihn doch Gesichtsstarre haben, dann ist Nicolas Cage eben nicht Jim Carrey.
    Ich lass ihn doch, nur schau ich mir seine Filme nicht mehr an. Und was Carreys Gesichtsverrenkungen mit einem wandlungsfähigen Minenspiel zu tun haben, weiß ich auch nicht. Wobei es gar nicht so viele Schauspieler gibt, die das draufhaben; selbst ein Robert De Niro ist da nicht besonders vielseitig. Aber bei dem nervt es nicht, weil's im Gegensatz zu Cages aufgesetzter Mimik authentisch wirkt.

    Zitat Zitat von PostMortem Beitrag anzeigen
    Ein ausdrucksstarker Schauspieler ist er allemal und ich sehe ihn gerne.
    "Ausdrucksstark" in was? Wenn er angestrengt tough oder wahlweise tough angestrengt in die Wäsche guckt? Da weiß ich manchmal schon gar nicht mehr, ob ich lachen oder mit den Augen rollen soll.

  6. #345
    Benutzerbild von Chris P.

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    AW: Kritik von Kinofilmen

    Nicht mehr ganz aktuell, aber hier habe ich noch eine Kritik von mir zum Simpsons-Kinofilm. Ich sehe ja ansonsten im Grunde keine aktuellen Filme. Das Ganze ist speziell für Fans geschrieben, daher vielleicht ein bißchen viel Fan-Fachchinesisch, ich hoffe, es ist verständlich. Darüber hinaus kommt es natürlich von mir und ich sehe den qualitativen Zenit der Serie in Staffel 2 zwischen 1990 und 1991, die aktuellen Jahre sind eher zeitgeistypischer Bodensatz. Trotzdem fand ich nette Worte zum Film.

    Um gleich eines vorauszuschicken: ich mag den Film durchaus und bin keinesfalls der Meinung, daß er grob mißlungen ist. Er ist nett und auch für den klassischen Fan zum mehrfachen Ansehen zu empfehlen - wobei man sich allerdings den kritischen Geist bewahren und nicht zu sehr auf die Fassade aus netten Einzelgags und bunter Animation vertrauen sollte. Denn "unter der Haube" ist der Film doch relativ deutlich ein Kind seiner Zeit und seines Staffelumfeldes.

    Sehen wir uns also einige Aspekte an bzw. stellen wir einige Fragen.

    Trotz all der positiven Einzelideen und eines Ergebnisses, daß sicher besser ist, als von vielen erwartet: ist das wirklich *der* Film, an dessen Story die einstmals besten Autoren der Branche nun jahrelang gearbeitet haben, bis sie einen Plot hatten, den sie für die große Leinwand als würdig empfanden? Kommt der Film nicht viele Jahre zu spät und zeigt er nicht in zuvielen Bereichen auch die Handschrift aktueller Staffeln, um in das moderne Schema der Serie zu passen?

    Die Charakterisierung ist bemüht, gerade aber auch bei Homer IMO arg sprunghaft. So wechselt er ziemlich abrupt zwischen klassisch-nettem Homer, S1x-Jerkass, Volltrottel und Prügelknabe. Er gewinnt Sympathie in vielen Szenen, verspielt sie aber kurz darauf auch schnell wieder, meist zugunsten eines Gags. Geistreiche Homerismen waren auch selten.

    Emotion ist zwar immer wieder da, aber es wird auch deutlich, daß die Macher Homer und Marge schon lange nicht mehr den Status des "realen Paares" in der Art von "Life on The Fast Lane" zugestehen. So dürfte es auch bezeichnend sein, daß selbst eine Liebesszene der beiden zu einem langen Parodiegag über Disney-esquen Kitsch umgestaltet wird, nur um keine Laufzeit für allzu menschlich-reales zu vergeuden.

    Wie ich schon erwartet hatte, kommt Lisa im Film auffallend kurz und fällt zu oft in die einseitige Charakterisierung vieler neuer Folgen. Sie schwankt zwischen Moral-Blabla und kicherndem Kindchen, ohne daß von der klassischen Vielschichtigkeit dazwischen viel zu bemerken ist. Eine der interessantesten Szenen ist der emotionale Ausbruch, als sie mit den Worten "You monster..." in hilfloser Wut Homer angreift. Aber das ja nur für Sekunden, dann wieder zurück zum gelben Stichwortgeber und zum braven kleinen Colin-Plötchen.

    Es wurde auch kritisiert, daß von vielen Nebencharakteren zu wenig zu sehen ist bzw. diese oft nur Einzelsätze haben. Zu dieser Kritik sage ich aber eher "Jein". Der Film ist über OFF und fokussiert daher auf die Familie bzw. auf den Zusammenhalt der dysfunktionalen Familie vor dem Hintergrund einer noch schrägeren Welt. Zuviele Szenen mit Nebencharakteren wären daher eher störend bei der doch begrenzten Laufzeit.

    Das Problem bei der familiären Thematik ist dabei weniger der stärkere Fokus auf Homer, sondern mehr die Ansammlung bekannter Plotmuster dazu: Bart sucht sich eine neue Vaterfigur. Lisa findet die erste (?) Liebe. Homer und Marge entfremden sich voneinander und Marge weiß nicht mehr, ob sie Homer wirklich noch liebt. Am Ende finden sich alle wieder und erkennen dabei, daß ihr Zusammenhalt am wichtigsten ist. So weit, so klassisch, so altbekannt. Wenn ich zu jedem dieser Plotmuster sofort eine "kleine" TV-Folge nennen kann, die es besser gemacht hat, dann ist das zumindest kein überzeugend innovativer Aspekt des Films.

    Ein weiteres Problem des Films: der handlungstragende "Schurke" namens Russ Cargill. Und allein schon der Name hat hier irgendwie den Beiklang all jener charakter- und motivationsarmen Einmalcharaktere der modernen Staffeln. Wer ist Russ Cargill? Was will Russ Cargill? Warum zum diddly hasst er Springfield und verfolgt die Simpsons? Trotz schöner (jedoch auch altbekannter) Sprecherarbeit von Al Brooks wird aus dem Charakter doch niemals mehr, als ein Aufhänger für Gagszenen.

    Nur eine bescheidene Idee: warum wurde als Schurke nicht Sideshow Bob verwendet? Sideshow Bob, der sich in die Rolle des Präsidentenberaters geschlichen hat und der nun auf manipulative Weise Rache nehmen will an Springfield und an den Simpsons. Voila - da wäre ein lustiger Charakter mit ernsteren Seiten, mit Stil und vor allem mit Motivation. Was hätte uns Kelsey Grammer für filmwürdige Tiraden und für kulturpessimistische Monologe liefern können. Nun könnte man sagen, daß Bob den Machern wohl als Figur zu sehr mit der Serie verbunden war. Okay, aber dann wäre ein bißchen mehr Hintergrund für Russ Cargill zumindest hilfreich gewesen.

    Die klassische Stärke der Serie war doch, daß die Ereignisse im kleinen Kosmos der Familie und in der kleinen Heimatstadt so dargestellt wurden, daß sie ein satirischer Spiegel der großen Ereignisse auf der Welt waren und somit stets eine Darstellung und Hinterfragung des Großen im Kleinen möglich wurde. Und das trotz satirischer Überzeichnung und Freiheiten in der Cartoonrealität. Das hat auch viel mit der "Suspension of Disbelief" zu tun, die IMO für animierte Satire ungemein wichtig ist.

    Ich glaube, daß in der Welt der Serie eine Kleinstadt einen Antrag auf Ausweisung der Emmigranten stellen kann. Ich glaube, daß eine Protestgruppe von Eltern eine gewalttätige Trickserie in ein arg langweiliges Gegenteil verkehren kann. Ich glaube, daß eine simpel gezeichnete und fremdartig aussehende Figur tieftraurig sein kann, weil ihr Aushilfslehrer die Stadt verläßt. Ich glaube meinetwegen sogar noch an einen großen Sonnenblocker, der als schräger McGuffin einer Handlung dient.

    Ich glaube in der Welt der Serie aber nicht an ca. 850 CGI-Hubschrauber, die eine Riesenglaskuppel aus irgendwelchen Gründen auf eine komplette Stadt stellen, welche von einem eindimensionalen Schurken im "Auftrag" eines fiktiven Präsidenten dann zerstört werden soll. Wo ist hier der Spiegel des Großen im Kleinen, wo das Ziel der satirischen Freiheiten?

    Es gibt sicher immer wieder gute satirische Versatzstücke und einzelne Ideen, aber was will uns der Film denn als Gesamtkonzeption (und genau das war doch die Stärke klassischer Folgen) sagen? Ist es eine Satire zum Thema Überaktionismus im Umweltschutz? Zum Thema Manipulation der Regierung? Zum Thema Isolation anstatt Lösung von Problemen? Warum ist das Thema (Umweltschutz) überhaupt so harmlos und unverfänglich?Hätte es keine schärferen Themen für den großen Film gegeben oder wollte man auf der sicheren Schiene der aktuellen Staffeln bleiben?

    Das ganze Problem zeigt sich vielleicht auch noch am Schluß, der dann nach der Aktschn einfach da ist, ein paar schöne Szenen bietet, etwas Emotionen, ein paar (gute) nachgesetzte Gags Marke Jean. Gibt es einen fragenden Ansatz zum Schluß oder sogar einen pessimistischen Unterton? Lisa geht mit Colin Eisessen, Homer hat seinen Sohn zurück, Marge und er radeln in Serienanlehnung aus dem Bild. Schön. Alle Probleme gelöst und niemandem zu sehr auf die Füße getreten.

    Wie wäre es mit einem Schlußbild, in der eine mutierte Tierart aus der nun zerstörten Kuppel entkommt und sofort damit beginnt, die heimische Tierwelt zu dezimieren? Wie wäre es mit dem Schlußbild des Präsidenten, der die Krise als gelöst betrachtet und von einem neuen, manipulativen Mitarbeiter das nächste Gesetz zur Umweltzerstörung/Rechteeinschränkung etc. vorgelegt bekommt und sofort unterschreibt? Wie wäre ein Schluß in der Reihenfolge "Gag - glaubwürdige Emotion im Kleinen - ernsteres Bild über die Lage im Großen" als Abschluß eines Simpsons-Films gewesen? Vor etwa 10 Jahren hätte ein solcher Schluß sicher eine Chance gehabt.

    Was die technische Umsetzung betrifft: sehr schöne Sprecherarbeit aller Beteiligten, inklusive der eher dezenten Gaststars. Der visuelle Stil ist sicher für moderne Zuschauer beeindruckend und stützt den Plot. Es wäre wohl auch für meine Verhältnisse ein allzu schräges Argument, wenn ich nun sage, man hätte den Film im S2-Stil animieren und zum Ausgleich mehr auf andere Werte achten sollen. Trotzdem wird die Welt der Serie für mich allein durch ausgefeilte Mimik und Details nicht lebendiger, da gibt es noch andere Dinge. Und gewisse Einstellungen und Schwenks wirkten in der Tat übermäßig steril und unpassend im OFF-Kosmos.

    Um zum Ende hin auch nochmal das Positive zu betonen: ich fühlte mich von dem Film gut unterhalten und er war trotz obiger Probleme oftmals sogar näher an den Wurzeln der Serie, als gewisse S1x-Folgen. Ein paar krude Gags, viele nette Gags, manche zu kurz, manche zu lang. Bei den Autoren ist noch immer viel Potential da, es sollte sich nur nicht zu sehr hinter Harmlosigkeiten und Cartoon-Konventionen verstecken. Der Serie stand mal ein Welt offen, die größer war, als die Popkultur und der Versuch, bewährte Schemen in ein Mainstream-Kinoformat zu bringen.

    Mit die schönsten Gags waren die kleineren Sachen, die Dialoggags, die aus den Eigenheiten der Charaktere entstanden. Es gibt da eine richtig schöne Szene (nach Humer-Quälerei) als die eingesperrte Familie leise das Geräusch der Abrißkugel gehört hat. Bart sagt "It was probably just a moth" und Marge sagt in mitfühlendem Ton "I hope it´s okay." Und das ist IMO lustiger, als so manch CGI-gestützter Haudrauf-Gag. Auch viele andere Szenen verdienen natürlich Lob, es sei nur die NSA-Szene und die beste Russ-Cargill-Szene mit der Manipulation des Präsidenten erwähnt.

    Leider schien den Machern kurz vor dem Film das übereifrige Marketingstreben etwas durchzugehen, denn viele Szenen waren so bereits bekannt oder in Trailern zu sehen - was das Überraschungspotential untergräbt, siehe z.B. den Schniedelgag mit Bart. Das war IMO ungeschickt. Auch die Ankündigung über all die falschen Spuren und unechten Szenen etc. waren am Ende nur Phoney Baloney, denn alle Trailerszenen kamen im Film vor. So war letztlich auch diese Werbestrategie bezeichnend konventionell.

    Fazit: es gäbe sicher noch mehr zu sagen, aber kommen wir zu einem Ende dieses arg unstrukturierten Reviews. Ist der Film zu empfehlen? Ja. Er ist zu empfehlen, weil trotz seiner Defizite IMO manch schöne Idee und gute Leistungen aller Beteiligten dahinterstehen. Ist er aber als *der* OFF-Film zu empfehlen, auf den nun jahrelang gewartet wurde? Hier wäre ich mit Zustimmung etwas vorsichtiger, denn zu sehr fehlt dem Plot die wahre Innovation und Schärfe, den Charakteren die klassische Tiefe, die über den Gagträger hinausgeht. Zu sehr ist er ein Kind seiner Zeit und des Kinomediums geworden und zu sehr kommt er viele Jahre zu spät.

  7. #346
    Benutzerbild von PostMortem

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    AW: Kritik von Kinofilmen

    Zitat Zitat von Torsten Beitrag anzeigen
    Da haben wir wohl eine unterschiedliche Vorstellung von hervorragenden Filmen. "8MM" oder "Face/Off" sind für mich solides Popcornkino, mehr nicht.
    Und Popcorn-Kinofilme können nicht hervorragend gemacht sein, nur weil es Popcorn-Kino ist?!?!

    "Ausdrucksstark" in was? Wenn er angestrengt tough oder wahlweise tough angestrengt in die Wäsche guckt? Da weiß ich manchmal schon gar nicht mehr, ob ich lachen oder mit den Augen rollen soll.
    Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten, Sympathie für Caroline Beil wäre sonst auch für manche erklärungsbedürftig.

    PM

  8. #347
    Benutzerbild von djrene

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    AW: Kritik von Kinofilmen

    Wurde zu "The Fast and the Furious" (also den aktuellen Teil - falsche Autos - Schlechte Teile - oder so ähnlich) gezwungen. Was für ein Dreck. Daß so ein Mist Geld einspielt, ist ein Phänomen einer Gesellschaft, die ich nicht mehr wirklich verstehe. Handlung = Null, Action = Fake, Spannung = Vorausahnbar (sofern man nicht Bild-Stammleser ist). Selten 12 Euro so verflucht (und mein Mädel auch - aber Vin Depp ist ja süß). Werde dem Kino mal wieder ein paar Jahre fern bleiben.

    Übrigens, ich mag Cage. Speziell in 8mm, den ich herausragend finde (Geschmackssache, sehe ich ein), aber auch in noch mehr Popcorn. Er macht einen Film in meinen Augen besser oder schlechter. Und "Das Vermächtniss der Tempelritter" und die noch profanere Fortsetzung sind beileibe schlecht, kann man sich aber in meinen Augen (zumindest Teil 1) dank Cage, Kruger und vielleicht am allermeisten dank Bartha super als sinnlosen Zeitvertreib ansehen. Beide Teile sind nicht mal ansatzweise so schlecht (wissenschaftlich, schauspielerisch und dramaturgisch) wie Sakrileg und Indi IV.

  9. #348
    Benutzerbild von musicola

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    AW: Kritik von Kinofilmen

    Noch nicht im Kino, aber ich freu mich schon wie Sau drauf:

    The Expendables (geiler Trailer)

    Mit dabei:

    Sylvester Stallone
    Jet Li
    Mickey Rourke
    Jason Statham
    Dolph Lundgren
    Eric Roberts

    und Cameo:

    Arnold Schwarzenegger
    Bruce Willis


  10. #349
    Mumie
    Benutzerbild von Mumie

    AW: Kritik von Kinofilmen

    Könnte interessant werden.
    PS:Ich war heute in
    Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte • Trailer • Film • Film-Zeit
    Ich finde sein neuer,ist sein bester bis jetzt!

  11. #350
    Benutzerbild von lautlos

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    AW: Kritik von Kinofilmen

    Ich war gestern bei Zweiohrküken.

    Um es vorsichtig zu sagen: Es hilft, wenn man gleichzeitig Schweiger-Fan und weiblich ist, diesen 2 Std. Marathon durchzustehen. Beides bei mir Fehlanzeige, trotzdem wollte ich dem Film gern eine objektive Chance einräumen.

    Die erste Hälfte des Films besteht aus manchmal gelungenen, oft aber auch schon derb zotigen Witzen. Hier sollte wohl in erster Linie etwas für die männlichen Zuschauer geboten werden, was sich oft darin erschöpft, platte Geschlechterklischees auszuwalzen. Komisch ist anders (mein persönlicher Tiefpunkt: "Mein Name ist Lana. Es merkt sich einfacher, wenn man es rückwärts spricht." - zum Brüllen.) Uwe Ochsenknecht als Guru mit den peinlichsten Aufreißsprüchen aller Zeiten ist auch einfach nur zum Weglaufen.

    Die zweite Hälfte drückt dann einfach nur noch auf die Tränendrüse und zwar so ungeniert, dass man vor lauter Scham am liebsten den Eismann wieder reinrufen will. Gegen Ende wird in Sachen Kitschigkeit alles aufgeboten, was das Genre "romantische Komödie" aufzubieten hat; hier wirds richtig schlimm. :kill:

    Mein Lichtblick: Ein Kurzauftritt von H. Lauterbach, der aufgrund einer Verwechslung mit Schweiger in der Kiste landet. Schweigers Verwandlung in eine Frau inkl. unvermeidlichem "Wie entscheide ich mich für die richtigen Schuhe?"-Dialog gehört ebenfalls zu den heiteren Momenten.

    Der Preis für den unfreiwilligsten Gag geht an Nora Tschirner, Tills Filmfreundin. Sie wirft ihm vor, ein schlechter Schauspieler zu sein und spielt selbst so hölzern, dass man verwundert ist, sie nicht ständig knarzen zu hören. Und wie kommt ein so bieder dargestelltes Mauerblümchen an eine Liste über die Schwanzlänge von Dutzenden 5expartnern, obwohl sie selbst erst Anfang 30 zu sein scheint?

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