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Kritik von Kinofilmen

Erstellt von waschbaer, 18.04.2004, 17:09 Uhr · 429 Antworten · 40.457 Aufrufe

  1. #351
    Benutzerbild von Torsten

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    AW: Kritik von Kinofilmen

    Zitat Zitat von lautlos Beitrag anzeigen
    Ich war gestern bei Zweiohrküken.
    Dazu muss man eigentlich nur den Satz eines "ioff"-Users zitieren: "Man muss Filme lieben, um 'Zweiohrküken' zu hassen."

  2.  
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  3. #352
    Benutzerbild von Torsten

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    AW: Kritik von Kinofilmen

    Gestern Abend hab ich mir das gehypte 3-D-Spektakel "Avatar" angesehen.

    Inhaltlich kann ich mich der Einfachheit halber den Worten eines "cinefacts"-Users anschließen:
    AVATAR war genau das, was ich erwartet habe: ein wichtigtuerisches Ökomärchen, gesegnet von einer dermaßen hemmungslosen Naivität, dass die Grenze zur unfreiwilligen Komik mehr als einmal überschritten wird, vorhersehbar von der ersten bis der letzten Sekunde, dennoch prahlerisch auf Überlänge aufgeblasen, strotzend von Klischeefiguren, -dialogen und -situationen, dessen einzige Daseinsberechtigung in seiner beispiellosen technischen Überlegenheit liegt, in seiner gigantischen visuellen Reizüberflutung, die sicher auf lange Zeit konkurrenzlos bleiben wird.

    Nicht auszudenken, was passiert wäre, hätte man eine tatsächlich gute Geschichte gehabt...
    Die Worte "naiv" und "wichtigtuerisch" treffen für mich dabei den Kern. Wenngleich "Avatar" zwar genauso naiv ist wie "Star Wars", aber immerhin nicht so einfältig anmaßend wie "Matrix" - dazu sind die Botschaften auch zu plakativ und weniger philosophisch als die Frage nach dem menschlichen Bewusstsein. Und "Avatar" hat nunma den Trumpf, die reichlichen Augenroll- und Fremdschammomente mit faszinierender Optik einigermaßen erträglich zu gestalten.

    Am ärgerlichsten fand ich den letzten Teil des Films, wenn es zur finalen Schlacht kommt - da haben es sich Cameron und seine Crew geradezu lächerlich einfach gemacht, um dem Zuschauer einen Sieg der Na'vi zu servieren. Für mich war dieses Szenario jedenfalls völlig unglaubwürdig und lieblos zusammengeschustert. Sogar die 3-D-Effekte fand ich in dieser Passage am schwächsten, vor allem bei den Luftkämpfen.

    Emotional hat mich die Geschichte überhaupt nicht gepackt; dafür sind Plot und Figuren zu platt, die Dialoge zu kitschig. Und hier fehlt auch der Charme wie z. B. der anbetungswürdigen Kate Winslet, in die ich mich bei "Titanic" auf der Stelle verknallt hatte.

    Apropos Schauspieler: Unter normalen Umständen wäre die aalglatte Charismalosigkeit von Sam Worthington genauso schwer zu ertragen wie die seines trandrüsigen Look-alikes Ben Affleck. Glücklicherweise wird das durch die Na'vi-Maskerade und seine flapsige Art, die ein paar nette Sprüche bereithält, halbwegs übertüncht. Der Rest der Besetzung ist solide, ohne besonders herauszuragen, und für ihre Klischeefiguren können sie ja nix (allen voran Colonel Quaritch, den kann man ja nur noch als Karikatur bezeichnen). Die von mir verehrte Sigourney Weaver ist in diesem Film aber blanke Verschwendung und demnächst dann hoffentlich wieder in geistreicheren Produktionen zu sehen.

    Mit dem Design der Na'vi wurde ich kaum warm. Irgendwie macht das den Eindruck, als hätten da viele Köche den Brei verdorben, vor allem die Gesichtszüge finde ich sehr unharmonisch (von der blauen Farbe ganz zu schweigen). Andererseits sieht mir das auch wieder alles zu sehr nach Mensch aus - aber das ist ja das Problem fast aller Sci-Fi-Filme, die außerirdische Lebensformen darstellen. Ich glaube, die Viecher aus den "Alien"-Filmen sind die einzigen, die ich da einigermaßen gelungen finde, auch wenn die natürlich genauso wenig über die Grenzen der menschlichen Vorstellungskraft hinauskommen.

    Was die Optik betrifft: Es war mein erster 3-D-Film, dementsprechend groß die Faszination und Begeisterung. Erfreulicherweise stellte sich der Effekt von der ersten Sekunde an ein und hat meine Augen auch nicht übermäßig angestrengt. Die Technik in unserem Krefelder "CinemaxX" scheint dabei auf sehr gutem Stand zu sein (da hat man ja schon andere Erfahrungen gelesen), hab da jedenfalls keine Fehler erkennen können. Die 3-D-Brillen haben mich überrascht - dachte, das wären ganz billige Pappteile, aber wir bekamen solide Kunststoffexemplare, mit denen man sich glatt als Blues Brother fühlen kann. Allerdings sind die nicht besonders groß und passen so gerade noch über meine recht kleine Normalbrille.

    Besonders begeistert war ich in Szenen, in denen Bildelemente quasi in den Kinoraum hineinragen und direkt vor einem erscheinen. Und besonders realistisch wirkte es, wenn man im Vordergrund z. B. eine Glasscheibe und das dahinter liegende Geschehen sieht - kann mich beispielsweise an die Szene mit Jake und Grace in der Arrestzelle erinnern, da ist das sehr gut zu sehen.

    Bei aller Faszination konnte man aber auch die Schwächen dieser 3-D-Technik erkennen. Neben dem schon öfter angesprochenen Unschärfe-Effekt, der z. B. im Hintergrund stehende Personen undeutlicher als üblich erscheinen lässt, fiel mir in manchen Szenen eine Art Bildebenen-Staffelung auf - da sieht es dann nicht nach griffiger Raumtiefe aus, sondern als wären verschiedene Bildteile übereinander projeziert worden. Heftig fand ich das bei Quaritchs Ansprache vor der letzten Schlacht; wenn die Kamera die vor ihm sitzenden Soldaten zeigt, sieht das aus, als hätte man dort flache Pappfiguren platziert.

    Aber das konnte den Spaß an der Optik kaum trüben, jedenfalls für einen 3-D-Anfänger wie mich nicht. Natürlich stellt sich nach gewisser Zeit ein Gewöhnungseffekt ein, aber in Zukunft werde ich mir das sicher öfter mal gönnen.

  4. #353
    Benutzerbild von lautlos

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    AW: Kritik von Kinofilmen

    Ich kann Torstens Kritik (zumindest in einigen Punkten) durchaus nachvollziehen, möchte "Avatar" jedoch trotzdem empfehlen.

    Sicherlich bietet er von der erzählerischen Seite her kaum Neues: Ein edles Naturvolk, die Na'vi, werden vom bösen Menschen der Profitgier wegen vertrieben und schließlich erbarmungslos gejagt. Ein Underdog (passenderweise Ex-Marine im Rollstuhl) erkennt daraufhin seine moralische Verpflichtung zu helfen und wechselt die Seiten. Dazu die unterschwellige (und völlig korrekte) Öko-Botschaft, dass wir Menschen zu einem verantwortungsvolleren Umgang mit unserer Erde finden sollten. Soweit, so bekannt.

    Obwohl die Schlachtgetümmel manchmal anmuten wie eine Kreuzung aus Star Wars und Herr der Ringe, kommt das Ganze jedoch zumeist so stylisch rüber, das man aus dem Staunen kaum rauskommt (und das selbst in der 2D-Sparversion). Dazu eine glänzend aufgelegte Sigourney Weaver - für mich immer noch eine der besten Schauspielerinnen des Planeten - für die ich mich freue, dass sie noch einmal eine solch interessante Rolle wie die der Grace angeboten bekommen hat.

    Fazit: Wenn man sich auf eine Art modernes Märchen einlässt und nicht erwartet, dass James Cameron das Science-Fiction-Genre neu erfindet, bekommt man einiges geboten für sein Geld. Sicherlich kann man sich an der Naivität der Story stören, aber die ist mir lieber als Zynismus & Logiklöcher vom Ausmaß des bekannten Universums, wie ihn zuletzt Machwerke wie "District 9" geboten haben. Unterhaltend & spannend ist der Streifen jedenfalls allemal!

  5. #354
    Benutzerbild von Torsten

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    AW: Kritik von Kinofilmen

    Zitat Zitat von lautlos Beitrag anzeigen
    Ich kann Torstens Kritik (zumindest in einigen Punkten) durchaus nachvollziehen, möchte "Avatar" jedoch trotzdem empfehlen.
    Das hab ich bei zwei Freunden allerdings auch getan, weil sich das Geld schon für die Optik lohnt. Müsste ich auf einer üblichen 10er-Skala Punkte vergeben, würde "Avatar" deshalb von mir immer noch 5/10 oder 6/10 bekommen, denn der Film lebt nunma in erster Linie vom visuellen Spektakel.

  6. #355
    Benutzerbild von brandbrief

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    AW: Kritik von Kinofilmen

    2012

    Nun ja, eigentlich bin ich hin und wieder für Katastrophenfilme und Science Fiction (wenn es nun nicht grad mal wieder im Weltall spielt ) zu haben. Ich gehe dabei auch nicht mit überzogenen Erwartungen ins Kino. Aber wenn selbst diese noch unterboten werden, dann ist es ein Katastrophenfilm im doppelten Sinne.
    2012 bedient wohl alle Kinofilm-Klischees, die sich seit der Erfindung des Zelluloids angesammelt haben. So was pathetisch überladenes, vorhersehbares Filmgedöns ohne Substanz habe ich selten gesehen. Da rast bspw. einer mit 'ner Stretch-Limosine durch halb Kalifornien und um ihn herum stürzen tonnenweise Parkhäuser, Brücken und Wolkenkratzer ein, reißen tiefe Erdspalten auf, explodieren Tankstellen und unterirdische Gasleitungen... aber unser Filmheld braucht nicht einmal zum Sanikasten im Kofferaum greifen. Es ist mir schon klar, dass der Protagonist sämtlichen Katastrophen strotzen muss, aber diese dreiste Art muss es nun wirklich nicht sein. Diese Methode zieht sich durch den ganzen Film. Ob Auto, Sportflugzeug oder eine Antonow mit 6 Triebwerken... was kümmert uns der kollabierende Erdball unter oder hinter uns. Auch diese typischen In-allerletzter-Sekunde-Szenen werden meines Erachtens deutlich überstrapaziert. Dazu noch eine Prise amerikanischer Patriotismus, bei dem der Präsident in einem bewegenden Moment von einer überdimensionalen Videowand zu seinem Volke spricht und schon ist der miese Streifen im Kasten.
    Wenn mich also jemand fragt, ob es sich lohnt dieser Apokalypseverfilmung im Lichtspielhaus beizuwohnen, würde ich ihm ein klares NEIN entgegnen.
    Nimm 'ne Dose Bier und schau dir zuhause in deinem gemütlichen Fernsehsessel auf dem Sportkanal Union Solingen gegen Sandsturm Marrakesch an und du wirst bedeutend mehr Spannung erleben.

  7. #356
    Benutzerbild von Torsten

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    AW: Kritik von Kinofilmen

    Zitat Zitat von brandbrief Beitrag anzeigen
    Wenn mich also jemand fragt, ob es sich lohnt dieser Apokalypseverfilmung im Lichtspielhaus beizuwohnen, würde ich ihm ein klares NEIN entgegnen.
    Und ich ein JA - wenn es sich um Saal 4 im Krefelder CinemaxX handelt, in dem das X-B-EX²-System den 400-Plätze-Saal zum Beben bringt. Nur dafür hab ich mir den Mumpitz angesehen, und dafür hat er auch prima getaugt.

    Alles andere ist natürlich genauso dämlich, wie man es schon vorher wissen konnte (Emmerich eben). Danny Glover dermaßen blass wirken zu lassen, ist allerdings 'ne echte Leistung...

  8. #357
    Benutzerbild von waschbaer

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    AW: Kritik von Kinofilmen

    Ich habe mir gestern mit einer Freundin den Film Up in the air mit George Clooney angeschaut.

    Zur Handlung:

    322 Tage im Jahr ist der passionierte Vielflieger Ryan in der Luft oder in Airport-Hotels, ununterbrochen unterwegs zu Firmen irgendwo in den USA. Dort übernimmt er die unliebsame Aufgabe, Mitarbeiter möglichst schmerzfrei über ihre Entlassung zu informieren. Ryan selbst hat nur ein Ziel: Er will der siebte Mensch werden, der als Frequent Flyer die sagenumwobene 10.000.000-Meilen-Schallmauer durchbricht.

    Doch dann lernt er auf einer seiner Reisen am Flughafen eine verwandte Seele kennen, die Geschäftsfrau Alex (Vera Farmiga), die eine menschliche Seite in ihm weckt, die er längst vergessen glaubte. Gleichzeitig droht sein Berufsleben aus den perfekt organisierten Bahnen zu geraten, als die ehrgeizige junge Harvard-Absolventin Natalie (Anna Kendrick) seinen Chef Craig (Jason Bateman) davon überzeugen kann, in der Firma Modernisierungen durchzusetzen, die Ryan künftig an den Schreibtisch fesseln würden.

    Sein erfülltes Nomadenleben, in dem Statussymbole den Platz traditioneller Werte eingenommen haben, scheint komplett außer Kontrolle zu geraten: Wo soll ein Mann hin, der kein Zuhause hat?


    Für mich war es einer der langweiligsten Filme, die ich in der letzten Zeit gesehen habe. Typischer Handlungsstrang getreu dem Motto "Mann soll / wird sich für Frau ändern". Zwar gibt es hierbei noch eine durchaus amüsante Wendung, jedoch kann selbst dies und ein schauspielerisch solider George Clooney diesen Film noch retten.

    Vielleicht liegt es auch daran, dass in diesem Film sehr viele Berufsgruppen gezeigt werden, die ich wirklich dick habe, wie nochmals was (vom Unternehmensberater bis hin zur unsympathischen Person, die andere feuert, weil der eigene Chef dafür zu feige ist).

    Mir hat der Film definitiv nicht gefallen.

  9. #358
    Benutzerbild von musicola

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    AW: Kritik von Kinofilmen

    Zitat Zitat von ihkawimsns Beitrag anzeigen
    Joy-Divison-Freunde aufgepasst: Am 10. Januar startet hierzulande die Biographie von Ian Curtis, "Control"! Ich kann mir allerdings vorstellen, dass der Film um die großen Kinos einen Bogen macht und nur in kleineren Programmkinos zu sehen ist.
    In der neuesten "TV Direkt mit DVD"-Ausgabe liegt Control bei. Preis: €3,30!

  10. #359
    Benutzerbild von Lutz

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    AW: Kritik von Kinofilmen

    Zitat Zitat von musicola Beitrag anzeigen
    In der neuesten "TV Direkt mit DVD"-Ausgabe liegt Control bei. Preis: €3,30!
    Dass ist günstig - wer diesen genialen Film noch nicht hat/kennt sollte *unbedingt* zuschlagen (siehe auch hier)! Allerdings nehme ich an, dass es nur die .de Synchro auf der DVD gibt - aber für 3,30 Euronen ist das mehr als ok...

    Lutz

  11. #360
    Benutzerbild von Veja

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    AW: Kritik von Kinofilmen

    Zuletzt gesehen habe ich "Same same but different". Der Film basiert auf einer wahren Geschichte und handelt in groben Zügen davon, daß sich ein deutscher Junge in ein Mädchen aus Kambodscha verliebt. Sie ist Prostituierte und im Verlauf des Films stellt sich heraus, daß sie AIDS hat. Gegen Ende muß er sich für ein Leben entscheiden, entweder ein sicheres langweiliges Leben in Deutschland oder er lässt sich auf das Leben mit ihr ein.

    Der Film hatte zwar Potential, das wurde aber überhaupt nicht ausgeschöpft. Über weite Strecken war der Film einfach nur langweilig. Und zudem gehört der Hauptdarsteller David Kross zur Zeit wohl zu den am meisten überschätzten Jungschauspielern. Für mein Empfinden kann der Junge jedenfalls überhaupt nicht schauspielern, immer das gleiche Standardgesicht aufgesetzt und Emotionen kommen da überhaupt nicht rüber. Das war bei "Krabat" so, das war bei "Der Vorleser" so (da konnte er aber zum Glück nicht so viel Schaden anrichten, da Kate Winslet vieles ausgleichen konnte) und das war auch in diesem Film so. Ich werde mir jedenfalls keinen weiteren Film ansehen, in dem David Kross eine größere Rolle spielt.

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