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Kritik von Kinofilmen

Erstellt von waschbaer, 18.04.2004, 17:09 Uhr · 429 Antworten · 40.513 Aufrufe

  1. #81
    Benutzerbild von waschbaer

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    Also diese Kritik kann ich echt nicht ganz nachvollziehen. Vor allem nicht die Szene, in der dem Film "Feigheit" vorgeworfen wird, weil nicht gezeigt wird, wie Hitler genau Selbstmord begeht. Nachdem es da bis heute widersprüchliche Aussagen in den historischen Dokumenten gibt, halte ich die Art und Weise, wie die Szene gezeigt wurde, für mehr als legal und keineswegs "feige".

    Aber Torsten, schau dir den Film an und dann entscheide selber. Was ich noch an dem ganzen Film irgendwie echt irre finde, ist der Drehort. Stellt euch mal vor, vor 15 Jahren hätte jemand gesagt, dass 2004 ein deutsches Filmteam einen Film über das Ende des Dritten Reiches in St. Petersburg (damals noch Leningrad) drehen wird. Den hätte man doch für verrückt gehalten.

    @Torsten

    Weißt du, ob Fachinger auch dieses Etikett in den 40er Jahren schon hatte. Ich kann mir das nämlich nicht so recht vorstellen und auf der Page konnte ich nichts weiteres finden.

  2.  
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  3. #82
    Benutzerbild von Torsten

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    waschbaer postete
    Weißt du, ob Fachinger auch dieses Etikett in den 40er Jahren schon hatte. Ich kann mir das nämlich nicht so recht vorstellen und auf der Page konnte ich nichts weiteres finden.
    Keine Ahnung - schreib doch einfach mal an die Firma...

    Übrigens habe ich gerade vor einer Minute mal wieder versucht, dich an die Strippe zu bekommen. Nach Aktivierung des ABs habe ich aber aufgelegt - wo steckste denn schon wieder...?

  4. #83
    Benutzerbild von bubu

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    Hier ein sehr treffender Kommentar von Wiglaf Droste zu dem Thema, der in Ansätzen meine Meinung allgemein zu dem Thema wiedergibt - allerding habe ich den Film noch nicht gesehen...

    Generell als "Medientreibender" kann ich nur sagen: es ist immer wieder erstaunlich, wie einfach man bei den Leuten Quote (=Auflage, Einschaltquoten, Klicks, Verkaufszahlen, Kinobesucher, etc) macht: Titten, Kostenloses oder Nazis. In unserer Redaktion kursiert immer wieder der zynische Witz, dass ja der perfekte Kassenknüller der Action-Thriller mit den vollbusigen, belederten Nazi-Lesben wäre, die mit großen Gewehren um sich ballern und sich dann irgendwo MP3s runterladen.

    Aber die großen Magazine wie "Stern" oder "Spiegel" machen das ja viel cleverer: immer mal wieder hier oder da ein (kritischer!) Nazi-Titel reingestreut, garantiert doch auch in auflagenschwächsten Zeiten (Sommerloch! - d.h. da a, besten gleich eine Nazi-SERIE!, so kommt man am besten über den Sommer) immer wieder einen gewissen Grundumsatz - wohlwissend darauf spekuliert, dass man diesen gewissen Grundumsatz einer Klientel zu verdanken hat, die man offiziell nun wirklich niemals als die seine bezeichnen würde....

    So einfach ist das. Und so traurig ist das. Ich glaube nicht, dass die Mehrheit der Deutschen latente Nazis sind, aber offenbar empfinden die Deutschen selbst nach über 60 Jahren immer noch eine tief sitzende Faszination für dieses Thema und den kranken Mann mit dem Schnauzbärtchen...

    Da fragt man sich schon irgendwann mal nach dem Warum. Ohne "Den Untergang" jetzt schlecht reden zu wollen - man muss dennoch jeglichen Film mit Nazi-Thematik einfach gesondert bewerten. Nach den Besucherzahlen allein darf man da nicht gehen. Denn alleine die Worte "Führer" und "Hitler" garantieren einen gewissen finanziellen Basis-Erfolg.

    Daher kann ich mich nur wie Droste fragen: "Wann hört dieser Hitler-Scheiß endlich mal auf?"

    (übrigens: das Herumhacken von Droste auf dem Bruno Ganz bezieht sich vornehmlich auf das Stern-Interview mit Ganz und Eichinger. Und da kann ich nur bestätigen - so sehr ich Ganz als Schauspieler verehre und Eichinger als Typen unsympathisch finde: die hätten mal beide, aber in erster Linie Ganz, besser geschwiegen...)

    Anmerkungen über das Herumhitlern

    Naturalismus für Doofe: In und mit Bruno Ganz entdecken die Deutschen "den Menschen Adolf Hitler"

    Rational ist das nicht zu begreifen. Alles, was man über Adolf Hitler wissen muss, hat Sebastian Haffner in seinen "Anmerkungen über Hitler" geschrieben. Das kluge, klare Buch ist gut und verständlich geschrieben, es ist lieferbar, es ist schmal genug, um niemanden abzuschrecken - jeder Deutsche könnte es gelesen haben, und gut wäre es mit dem Thema.

    Stattdessen wird herumgehitlert, dass es kracht. Großes, dunkles Geraune erhebt sich, "Das Böse" wird beschworen und, weil die Deutschen sich damit besonders gern aufpumpen, "Das Dämonische". Es ist alles Tüneff, aber der Tüneff hat Konjunktur. Mit dem von Bernd Eichinger produzierten Film "Der Untergang" erreicht die Hitlerverehrung der Deutschen einen neuen Höchststand.

    Eichingers Hauptdarsteller Bruno Ganz hitlert nach Kräften mit. Ganz, der als Schauspieler einen kompletten Schlafsaal ersetzen kann, stellt im Interview mit der Weltwoche (37/04) unter Beweis, dass Schauspieler besser nur Texte sprächen, die andere, Kundigere ihnen vorher schrieben. Sobald sie anfangen, ihren eigenen Text zu sprechen, wird es fürchterlich. "Hitler", sagt Bruno Ganz, "war ja keine brutal-dümmliche SS-Charge, sondern ein Mann, der eine ganze Welt umgekrempelt hat. Und das sind schon mal mächtige Daten für ein interessantes Leben." "Interessantes Leben" ist schön gesagt und liegt ganz auf der Linie, die Spiegel, Bild, ZDF und der Historikerdarsteller Guido Knopp seit Jahren vorgeben und durchsetzen: Den Weltumkrempler Hitler interessant finden und, mit leichtem Schaudern selbstverständlich, für ihn schwärmen. "Die Bücher von Albert Speer, sehr interessant!", quakelt Ganz, der auf dem Ticket des innerlichkeitstrunkenen Schwerblütigkeitsschauspielers da angekommen ist, wo Deutschland am tiefsten ist: beim Führer, bei "dem Menschen Adolf Hitler", den die Deutschen nun ganz dringend entdecken wollen, weil sie, wie zu behaupten sie nicht müde werden, das ja nicht durften, schluchzbuhu.

    Dabei hilft ihnen Bruno Ganz, brav leckt er seine Deutschen: "Ich bin sehr früh nach Deutschland gekommen. Ich liebe dieses Land und habe sehr viel mit ihm zu tun." Was dieses Bekenntnis in einem Interview zu seiner Rolle als Hitler zu suchen hat, muss Bruno Ganz ganz allein wissen. Sein künstlerisches Credo ist intelligenzfeindlich; Ganz propagiert einen mutterbodenblöden Naturalismus: "Für mich war von Anfang an klar: Es geht nur ohne Parodie und ohne jede Ironie." Schauspielern Dummheit und Eitelkeit zu attestieren, ist müßig - es sind die Bedingungen ihres Gewerbes. Bruno Ganz aber setzt auch hier neue Maßstäbe. "Ich musste mich ja gleichzeitig auch um seine Parkinsonkrankheit kümmern, das Zittern seiner linken Hand, die er immer hinter dem Rücken versteckte. Das alles zusammen hinzukriegen, war handwerklich anspruchsvoll." Dann ist ja alles in Butter.

    Mit Hitler, so viel ist klar, lässt sich in Deutschland jede Menge Wirbel verursachen und jede Menge Geld verdienen. Wenn es nur das wäre, was die Deutschen so an Hitler fasziniert, es wäre schon unangenehm genug, aber relativ harmlos. Hitler ist den Landsleuten aber mehr als ein Aufmerksamkeitsgarant und eine Gelddruckmaschine - hier geht es ans Eingemachte, an das, was die Deutschen so gern ihre Identität nennen. Ob sie ihn nun verehren oder verabscheuen, Hitler ist ihnen heilig. "Keine Witze über Hitler!", verfügte Joachim C. Fest, als der Zeichner Achim Greser ihn fragte, ob Hitler nicht auch eine witztaugliche Figur sei. Nein, Witze über ihren Führer mögen die Deutschen nicht - sie nehmen Hitler so todernst, wie er sich selber nahm.

    Achim Greser hat in seinem Buch "Der Führer privat" unter anderem einen betrunkenen Hitler am Kneipentresen gezeichnet, der dem Wirt die Ohren volljammert: "Heil Hitler, Heil Hitler, Sie machen sich überhaupt keine Vorstellung, wie mich das manchmal ankotzt, dieses ewige Heil Hitler." Das war ein Schritt in die richtige Richtung - nicht Hitler verharmlosend, wie die Fraktion der bräsigen Mahnerundwarner argwöhnte, sondern Hitler seiner eigenen Lächerlichkeit preisgebend. Womit dann auch die Abermillionen von Deutschen erledigt sind, die sich einem aufgeblasenen, pathetischen Brülleimer zu Füßen legten beziehungsweise das noch heute tun.

    Haffners "Anmerkungen über Hitler" wollen die Deutschen nicht lesen, über Gresers Hitlerwitze wollen sie nicht lachen, die fantastische Anti-Nazi-Filmkomödie "Sein oder Nichtsein" von Ernst Lubitsch ignorieren sie seit 60 Jahren - vielleicht hülfe es, wenn sie einmal einen ganzen Tag lang "Hitler!" riefen, immerzu "Hiitlò! Hiitlò! Hiitlò!", bis ihnen das dumme Wort zu den Ohren herauskäme? Solange die Deutschen kein von klarem Verstand geprägtes Verhältnis zu Hitler, zu ihrer Geschichte und zu sich selbst entwickeln, sondern bei jeder sich ihnen bietenden Gelegenheit das Hierumhitlern anfangen, das Sichwälzen in Faszination und Dämonie, bleibt es dabei: Lieber Gustav Gans als Bruno Ganz, lieber Entenhausen als Deutschland. " WIGLAF DROSTE

    taz Nr. 7465 vom 18.9.2004, Seite 20, 172 Zeilen (Kommentar), WIGLAF DROSTE, Kolumne

  5. #84
    Benutzerbild von waschbaer

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    Terminal

    Ich habe mittlerweile den Film Terminal mit Tom Hanks und C. Zeta-Jones gesehen.

    Tja, was soll ich sagen? Der Film ist leichte Unterhaltung, die anfangs wirklich sehr witzig ist. Wie sich Viktor Naworski im Flughafen "zurechtfindet" entbehrt nicht einer gewissen Komik. Was mich jedoch echt stört, ist dass einfach in jeden Film eine Liebesgeschichte mit eingebaut werden muss. Wäre diese nicht gewesen, dann würde mir der Film wirklich deutlich besser gefallen. Das Einzige, was ich der Love Story in dem Film noch abgewinnen kann, ist die Tatsache, dass C. Zeta-Jones endlich mal eine realistische Darstellung einer "Beziehungsfrau" (Eigentlich ist ja der arme Schlucker aus Krakosien doch der Nettere, aber ich gehe halt mal mit dem armen Schlucker weg, um dann doch lieber bei meinem bisherigen zu bleiben, weil der einfach mehr Knete hat, ganz egal ob er verheiratet ist oder nicht) abgibt. Endlich mal nicht diese "Juhu, sie kriegen sich am Ende-Romantik". Ansonsten leichte Unterhaltung mit einem gewissen Seitenhieb auf die Einreisebestimmungen in die USA (auch wenn sie rechtlich so mit Sicherheit nicht stimmen - nur, weil in einem Land Bürgerkrieg ausbricht, wird der Passbesitzer deswegen nicht gleich staatenlos).

  6. #85
    Benutzerbild von McFly

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    waschbaer postete
    Terminal

    ....(auch wenn sie rechtlich so mit Sicherheit nicht stimmen - nur, weil in einem Land Bürgerkrieg ausbricht, wird der Passbesitzer deswegen nicht gleich staatenlos).
    Ist so vielleicht nicht ganz richtig. Denn die Story basiert auf der wahren Begebenheit des Iraners Merhan Nasseri, der vor 16 Jahren wohl ähnliche Probleme auf dem Pariser Flughafen bekam. (Einziger Unterschied ist, dass er heute noch dort lebt.)

    Grüße
    McFly

  7. #86
    Benutzerbild von musicola

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    Soeben auf DVD gesehen:

    the others

    mit Nicole Kidman!

    Superspannend mit einem Ende, welches überraschender kaum sein könnte!

    Wer den Film noch nicht gesehen hat, uuunbedingt gucken!!!


  8. #87
    Benutzerbild von McFly

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    musicola postete
    the others

    mit Nicole Kidman!
    ...
    Noch nie gehört. Worum gehts denn (grob) ?

    Gruß
    McFly

  9. #88
    Benutzerbild von Feenwelt

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    Stimmt, das ist ein wirklich geiler Film. Vor allem sieht man hier, daß Nicole Kidman unglaublich gut spielen kann, wenn sie will.
    Trotzdem sollte man darüber nicht viel verraten, finde ich. Grob gesagt: es ist eine Geistergeschichte. Sehr, sehr stimmungsvoll. Allerdings nichts für Weicheier. Der Film enthält zwar keinen Horror, aber er ist doch ganz schön traurig. Klassicher "Taschentuch"-Film. Den kann man sich auch toll mit seiner Freundin anschauen.

  10. #89
    Benutzerbild von Pallas

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    "the Others" ist ein wirklich toller Film, aber leider darf man, wenn er richtig einschlagen soll, kaum etwas über ihn wissen.

    Außer vielleicht die grobe Rahmenhandlung: 1945, der Krieg ist gerade vorüber. Eine Frau lebt mit ihren zwei Kindern auf der britischen Kanalinsel Jersey, in einem großen, alten Haus. Sie sucht neues Personal und findet auch welches - doch seit die neuen Dienstboten im Haus sind, gehen merkwürdige Dinge vor sich.
    Ja, eine sehr stimmungsvolle Geistergeschichte, und wie Feenwelt schon schreibt, auch traurig.

    Aber mehr darf man wirklich nicht verraten - McFly, leih' dir die DVD und guck ihn einfach an, es lohnt sich absolut!

  11. #90
    Benutzerbild von Lutz

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    Hier mal ein Ausblick auf den neuen Animationsfilm von Dreamworks "Shark Tale", eine Art humoriger Mafia Epos. Die Macher von Shrek haben massig Hollywoodstars (De Niro, W.Smith, R.Zellweger) ins Studio gesteckt und erst *dann* die endgültigen Animationen erstellt. So hat z.B. der "Paten Hai" dann auch den Blick + Leberfleck von de Niro - zum, ähm, Schiessen

    Wer sich den Streifen nicht im Original gibt hat selbst Schuld. Es sei denn er hört lieber .de Seifenoper Sternchen wie I.Catterfeld (kein Witz!) als Renee Zellweger, oder D.Fehlow (muss man den kennen?) statt Will Smith.

    Lutz

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