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Ladenöffnungszeiten

Erstellt von musicola, 12.06.2004, 15:20 Uhr · 93 Antworten · 5.799 Aufrufe

  1. #81
    raabi2000
    Benutzerbild von raabi2000
    Ich habe im Internet eine Übersicht der Metrogroup gefunden, welche die Ladenöffnungszeiten in diversen europäischen Ländern darstellt:

    http://www.metrogroup.de/servlet/PB/menu/1012244_l1/

    Dazu passend gibt es auch eine Darstellung der DIHK, wie in diversen europäischen Ländern mit den oben angegebenen Ladenöffnungszeiten umgegangen wird:

    http://www.ihk-nordwestfalen.de/hand...uropa_2003.pdf

    Ich finde, danach sind zum einen die Ladenöffnungszeiten in Deutschland schon sehr gut, zum anderen zeigt diese Übersicht, dass nicht etwa die kleinen Einzelhändler die langen Öffnungszeiten nutzen sondern die großen Ketten, die sich eben auch mal ein Verlustgeschäft leisten können.

    Was die Outlets in den Niederlanden angeht, so sind sie nicht so beliebt wegen der Öffnungszeiten, sondern, zumindest aus meiner Sicht, ausschließlich durch den Preis der angebotenen Waren. Übrigens öffnen die Outlets in den Niederlanden am Sonntag nur, weil sie eine Ausnahmegenehmigung haben.

    Was die sonstigen Öffnungszeiten angeht z.b. des Mc Arthur Glen Designer Outlet Roermond, so sehen die wie folgt aus:

    Montag - Mittwoch: 10:00 - 18:00
    Donnerstag: 10:00 - 20:00
    Freitag: 10:00 - 18:00
    Samstags u. Sonntags: 10:00 - 18:00

    Das ergibt 50 Stunden pro Wochen inklusive Sonntag. Deutschland bietet per Gesetz zur Zeit 60 Stunden die Möglichkeit ohne Sondergenehmigung das Geschäft zu öffnen.

    Was die Anzahl der Arbeitsplätze im Einzelhandel angeht, so möchte ich noch mal auf meinen Post 020 verweisen:

    raabi2000 postete
    Wenn man dann mal von einer 35 Stundenwoche ausgeht, die von den Gewerkschaften ja immer gefordert wird, bleiben einem normalen Arbeitnehmer 49 Stunden Zeit zum einkaufen. Selbst Arbeitnehmer mit einer Wochenstundenzahl von 40 kommen noch auf 44 Stunden, in denen sie ihre Einkäufe erledigen können.

    Die Beschäftigtenzahlen (Handel, Gastgewerbe und Verkehr) (Quelle: Bundesamt für Statistik)

    2001 9.914.000
    2002 9.858.000 – ein Minus von 56.000
    2003 9.720.000 – ein Minus von 138.000
    Laut Verdi sind 2003 alleine 50.000 Stellen im Einzelhandel abgebaut worden.
    Und das ist doch schon merkwürdig, wo die Geschäfte doch länger aufhaben. Es bedeutet also, dass weniger Personal mehr Wochenstunden leisten muss. Dies bedeutet auch eine absolute Kosteneinsparung.
    SonnyB. hat auch in ihren Post beschrieben, wie die Strukturen in Deutschland sind, und daran hat sich bis heute nichts geändert. Kleinere Läden werden in Centern gezwungen, die Öffnungszeiten der Großen zu übernehmen, was zu Personalabbau und im schlimmsten Fall zur Geschäftsaufgabe führt.

    Mir persönlich reichen die aktuellen Öffnungszeiten vollkommen aus. Und das, obwohl ich als IT'ler und ohne Gewerkschaft bzw. Betriebsrat über die Runden komme(n muss) und auch eine 40 Stunden Woche für mich illusorisch ist.

    Und aus meiner Sicht ist Deutschland (noch) nicht reif für eine Freigabe der Ladenöffnungszeiten, denn sowohl Gewerkschaften wie auch Arbeitgeber sind aus meiner Sicht aktuell nicht in der Lage, vernünftige Regelungen hinsichtlich der Arbeitszeit und der Bezahlung zu finden. Und das läuft immer zum Nachteil der Arbeitnehmer und auch der Kunden.

    Anhand der bisher vollzogenen Firmenpolitik der meisten großen Einzelhändler wird noch geringer qualifiziertes Personal eingestellt, welches natürlich auch noch weniger verdient. Damit werden die steigenden Nebenkosten (Strom, Wasser,...), die aufgrund der verlängerten Öffnungszeiten natürlich entstehen ausgeglichen. Dem Kunden wird allerdings aufgrund der gestiegenen Kosten auch ein höherer Preis in Rechnung gestellt, damit sich der Umsatz schönreden lässt.

  2.  
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  3. #82
    justmusic
    Benutzerbild von justmusic
    SonnyB. postete
    just music postete
    Nur so, ich arbeite in der Haustechnik (Ingenieurbüro), ich fange früh halb 8 an und arbeite in der Regel bis 18 / 19 Uhr. Verrate mir mal, wie ich da bis 18.30Uhr einkaufen soll! Ich kann die Lebensmittel ja schließlich nicht stundenlang auf Arbeit ungekühlt stehen lassen!
    Nur so, ich arbeite im Einzelhandel (nicht Lebensmittel), ich fange früh um 9 an und arbeite in der Regel bis 20 Uhr. Verrate mir mal, wie ich da bis 20 Uhr einkaufen soll! Ich kann die Lebensmittel ja schließlich nicht stundenlang auf Arbeit ungekühlt stehen lassen . Aber irgendwie schaffen wir es trotzdem . Dann ist der freie Tag eben nicht zum Erholen da ... sondern zum einkaufen / putzen / bügeln / Wäsche waschen.

    Und im Gegensatz zu den ganzen Polizisten, Kellnern, Krankenschwestern und wasweissichnochalles stehen wir die kompletten Öffnungszeiten im Laden. Wenn wir aus dem Laden kommen, haben alle anderen auch zu !
    Bei den Schichtarbeitern ist es ja noch so, daß die z.B. von 5 - 15 Uhr arbeiten und dann noch Zeit zum einkaufen bis 20 Uhr hätten. Reichen da 5 Stunden nicht ?
    Die Verkäufer/innen haben diesen Puffer nicht. Und es geht trotzdem.

    Öffnungszeiten von 10 - 20 Uhr ? Dann arbeite ich auch von 10 - 20 Uhr.
    Öffnungszeiten von 10 - 22 Uhr ? Dann arbeite ich auch von 10 - 22 Uhr.
    Diese Liste ist beliebig erweiterbar.

    Und wegen dem Argument: Polizisten und Krankenpflegepersonal machen das ja auch: Die werden auch rund um die Uhr gebraucht ! Aber wer bitte braucht um 23 Uhr ein/e Hemd/Hose/Jacke?

    So, das war mein Beitrag zum Thema (mal wieder). Wer mehr Argumente lesen will: einfach ein paar Seiten zurückblättern.
    Wie isses mit Einkaufen in der Zeit von 6 bis 9?
    Hier in der Provinz macht nix vor 8 auf, also kann ich vor der Arbeit schon mal nicht einkaufen gehen, der einzige Laden, der hier schon um 7 aufmacht, ist 10 Minuten weg mitm Auto, selbst wenn ich um 7 dort wäre, würde ich es nicht schaffen, einzukaufen, nach Hause zu fahren und dann bis 7.30Uhr auf Arbeit zu sein!

    Und da ich das Wochenende meist nach Hause fahre, also Freitag gleich nach der Arbeit auf die Autobahn, nützt mir der Samstag auch nicht viel, und wenn ich Sonntag abend um 10 hier wieder einfliege, hat logischerweise nix mehr offen!

    Und im übrigen, Arbeitszeiten von 10-22 Uhr wären ohne längere Pause nicht statthaft, weil nun mal die Arbeitszeit nur in Ausnahmefällen 10 Stunden betragen darf, in der Regel sind die 8 Stunden einzuhalten, steht so im Arbeitszeitengesetz!
    Und wenn ich 2 Stunden Pause hätte, dann würde ich es locker schaffen, einkaufen zu gehen, nach Hause zu fahren, was zum Mittag zu essen (kann man sich ja mitbringen) und wieder auf Arbeit zu fahren!

    Meine Schwester arbeitet auch im Einzelhandel (Schreibwaren), in einem kleinen Laden in einem Einkaufszentrum, wo von der Leitung die Öffnungszeiten diktiert werden, aber sie arbeitet vom Weihnachtsgeschäft mal abgesehen nie länger als 8 Stunden am Stück! Und sie hat den Vorteil, sie schließt abends um 8 den Laden ab und hat Feierabend, ich nehme meine Arbeit teilweise noch mit nach Hause und arbeite abends weiter!

    Mein Mitleid mit den Verkäufern hält sich wirklich in Grenzen, in anderen Berufen fragt ja auch keiner nach ner Meinung oder danach, wann man sein Privatleben organisiert, wenn Arbeit gemacht werden muss, dann muss sie gemacht werden, wann man einkauft, Wäsche wäscht, sauber macht, Nebensache!

    Und wenn keiner ne Jacke oder ne Hose nachts kaufen will, dann muss der Laden ja nicht aufmachen, zwingt ihn ja keiner dazu! Die Nachfrage wird die Öffnungszeiten schon regeln!

  4. #83
    Benutzerbild von brandbrief

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    ihkawimsns postete
    Wenn überhaupt, dann sollte eine solche Liberalisierung nur mit einer verbindlichen Höchstarbeitszeit (pro Woche und pro Tag) sowie garantierten Nacht-, Wochenends- und Feiertagszuschlägen vonstatten gehen. Und dann wird das Interesse, nachts zu öffnen, wohl spürbar nachlassen.
    Natürlich sind bei Wegfall des Ladenschlussgesetzes weitere, damit zusammenhängende, Regelungen unabdingbar (z.B: deine erwähnte Höchstarbeitszeit). Es soll eine flexible Verschiebung der Arbeitszeit stattfinden und keine Mehrarbeit ohne ordentliche Entlohnung. Viele Mitarbeiter des Einzelhandels befürchten aber wahrscheinlich grad diese und verwehren sich deshalb gegen eine Änderung.

  5. #84
    Benutzerbild von PostMortem

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    Moppy01 postete
    ich denke da an meine ehemaligen Kollegen und kaufe deshalb NIEMALS nach 18Uhr 30 bzw. Samstags nach 16 Uhr ein!
    und jeder, der einigermaßen Hirn im Schädel hat, sollte das auch so tun!
    Was meinst Du was meiner Meinung nach so alles von jedem zu tun wäre, der einigermaßen Hirn im Schädel hätte.... solche Killerphrasen sind jawohl nichts worüber es sich zu diskutieren lohnen würde. Ich werde jetzt jedenfalls kaum anfangen Dir zu erklären, warum ich Samstags um 18 Uhr mit gutem Gewissen einkaufen kann UND trotzdem drauf pochen würde, Hirn im Schädel zu haben.
    Ich nutze ja auch ganz selbstverständlich mitten in der Nacht oder am Sonntag diesen Internet-Zugang (genau wie Du) und weiss dabei eigentlich ganz genau, dass jetzt genügend Leute irgendwo für Entstörung, in Rechenzentren, im NOC, an Netzknoten usw. arbeiten müssen, damit der ganze Kram auch um diese Zeit reibungslos läuft. Mit wenig Hirn hat es da m. E. nur zu tun, dass man da mit zweierlei Maß messen will, nur weil Verkäufer und Kunde direkt in Kontakt treten und die Inanspruchnahme der Dienste z. B. von nachts- und wochenendlich tätigen ITK-Mitarbeitern anonym und offenbar im krassen Kontrast sehr sorg- und gedankenlos erfolgt. Und nur um das mal deutlich zu machen: In den NOCs deutscher Internet- und Kommunikationsunternehmen sitzen Mitarbeiter auch 4 Wochen pro Monat in Schicht rund um die Uhr und erhalten dafür bei uns z. B. lt. Tarif auch erstmal nur schlappe 150 Euro Schichtzulage (brutto!) pro Monat, nach 20h und Samstags 25% mehr pro Stunde und Sonntags 100%. Der Sonntag mag sich lohnen (deswegen hast Du den auch kaum jeden Monat mit auf dem Gehaltszettel, denn den macht zum Gehaltsaufbessern jeder gerne), mit dem Rest tröstest Du Dich am Monatsende nicht wirklich, denn da sind Schichten von 22 bis 6 Uhr bei und die schlauchen und machen auf Dauer auch sichtbar alt. Die Grundgehälter sind zudem auf diesen Arbeitsplätzen schon so kalkuliert, dass der Job auch erst mit Schicht zu einem normalen Einkommen führt. Hier hörts sich ja immer gerade so an, als würden die Schichtarbeiter solcher Branchen in Saus und Braus leben und deshalb wäre das ja nicht so schlimm und nur Verkäufer und bestenfalls noch Krankenschwestern hätten was auszustehen....

    So könnte eine Alternative aussehen:
    (Krass, aber denkbar!)
    Arbeitszeit inklusive Pause maximal 8-9 Stunden pro Tag!
    Die krasse Alternative ist bereits Gesetz! Lt. deutschem Arbeitszeitgesetz liegt die deutsche Höchstarbeitszeit täglich bei ACHT(!) Stunden, kann nur in begründeten Ausnahmen auf ZEHN(!) Stunden täglich erweitert werden und auch NUR DANN, wenn diese innerhalb von 6 Monaten wieder abgefeiert oder anderweitig ausgeglichen werden kann. Die wöchentliche Höchstarbeitszeit liegt per Gesetz in Deutschland bei 48 Stunden!

    Und deswegen kann ich auch nur zu SonnyB sagen...

    Öffnungszeiten von 10 - 20 Uhr ? Dann arbeite ich auch von 10 - 20 Uhr.
    Öffnungszeiten von 10 - 22 Uhr ? Dann arbeite ich auch von 10 - 22 Uhr.
    Diese Liste ist beliebig erweiterbar.
    Wenn Verkaufspersonal es nicht hinbekommen sollte, seinen Arbeitgeber per (durchaus auch anonymen) Hinweis an die Aufsichtsbehörden (Gewerbeaufsichtsamt), per Anzeige/Gerichtsverfahren über die Gewerkschaft (die verklagen Unternehmen sehr gerne, wenn diese gegen Gesetze verstoßen, da braucht niemand persönlich als Erna Sack den "Herrn Metro" verklagen) oder hausintern (falls vorhanden und nicht nur Alibi-Veranstaltung) über den Betriebsrat (kann ebenfalls bis vors Gericht gehen und erhält natürlich Recht, da das Arbeitszeitgesetz da ganz eindeutig ist) zur Einhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Arbeitszeiten zu bewegen, dann sollte man nicht gegen den Ladenschluss oder seine mögliche Erweiterung wettern, sondern mal drüber reden, warum VerkäuferInnen anscheinend so prädestiniert dafür sind ohne Widerworte alles mit sich machen zu lassen und der Mund nur aufgemacht werden kann, wenn gerade mal ein Kunde was will. Einfach so davon auszugehen und es als gegeben hinzunehmen, dass man bei Verlängerung der Öffnungszeiten eben 12 Stunden am Tag und 60 oder 72 Stunden die Woche arbeiten muss kann jawohl nicht die Diskussionsgrundlage sein, wenn dies schlicht und ergreifend in erheblichem Maße ungesetzlich ist. Also kann das so auch kein Argument gegen eine andere Regelung des Ladenschlussgesetzes sein!

    PM

  6. #85
    Benutzerbild von SonnyB.

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    just music postete

    Wie isses mit Einkaufen in der Zeit von 6 bis 9?
    ................................................
    Und im übrigen, Arbeitszeiten von 10-22 Uhr wären ohne längere Pause nicht statthaft, weil nun mal die Arbeitszeit nur in Ausnahmefällen 10 Stunden betragen darf, in der Regel sind die 8 Stunden einzuhalten, steht so im Arbeitszeitengesetz!
    Bei uns im Center hat der Wal-Mart ab 8 Uhr auf, klappt also und ansonsten gehe ich an meinem freien Tag einkaufen.

    Und die Arbeitszeiten und das Gesetz:

    Tja ... wenn man aus dem Tarifvertrag raus ist und keiner nachfragt .... stehen Verkäuferinnen bisweilen schon mal 10 Stunden am Stück im Laden. 6 Tage die Woche ... mit 2x einer halben oder 1x einer ganzen Stunde Pause (oder auch mal ohne Pause).

    Kontrolliert ja keiner und wenn die Agestellten was sagen, riskieren sie ihren Job.

  7. #86
    Benutzerbild von SonnyB.

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    @PM

    siehe meinen letzten Satz im vorherigen Post

  8. #87
    raabi2000
    Benutzerbild von raabi2000
    PostMortem postete
    Und deswegen kann ich auch nur zu SonnyB sagen...

    Öffnungszeiten von 10 - 20 Uhr ? Dann arbeite ich auch von 10 - 20 Uhr.
    Öffnungszeiten von 10 - 22 Uhr ? Dann arbeite ich auch von 10 - 22 Uhr.
    Diese Liste ist beliebig erweiterbar.
    Wenn Verkaufspersonal es nicht hinbekommen sollte, seinen Arbeitgeber per (durchaus auch anonymen) Hinweis an die Aufsichtsbehörden (Gewerbeaufsichtsamt), per Anzeige/Gerichtsverfahren über die Gewerkschaft (die verklagen Unternehmen sehr gerne, wenn diese gegen Gesetze verstoßen, da braucht niemand persönlich als Erna Sack den "Herrn Metro" verklagen) oder hausintern (falls vorhanden und nicht nur Alibi-Veranstaltung) über den Betriebsrat (kann ebenfalls bis vors Gericht gehen und erhält natürlich Recht, da das Arbeitszeitgesetz da ganz eindeutig ist) zur Einhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Arbeitszeiten zu bewegen, dann sollte man nicht gegen den Ladenschluss oder seine mögliche Erweiterung wettern, sondern mal drüber reden, warum VerkäuferInnen anscheinend so prädestiniert dafür sind ohne Widerworte alles mit sich machen zu lassen und der Mund nur aufgemacht werden kann, wenn gerade mal ein Kunde was will. Einfach so davon auszugehen und es als gegeben hinzunehmen, dass man bei Verlängerung der Öffnungszeiten eben 12 Stunden am Tag und 60 oder 72 Stunden die Woche arbeiten muss kann jawohl nicht die Diskussionsgrundlage sein, wenn dies schlicht und ergreifend in erheblichem Maße ungesetzlich ist. Also kann das so auch kein Argument gegen eine andere Regelung des Ladenschlussgesetzes sein!

    PM
    Auch wenn du Sonny direkt angesprochen hast muss ich dazu einen Kommentar abgeben.

    Wenn du noch bei der Fa. arbeitest, die mir bekannt ist, dann schließe bitte nicht von derem exzellenten Betriebsrat auf andere Firmen, ich könnte dir aus meinem Umfeld viele Unternehmen nennen, bei denen es völlig anders läuft. Da ist der Betriebsrat froh, wenn er die Firmenleitung zum Freund hat und unterlässt alles, was dies stören könnte.

    Und was ein Gerichtsverfahren angeht, da gewinnt der Arbeitnehmer mit nahezu 100prozentiger Sicherheit, da gebe ich dir absolut recht. Ist dazu aber die Bekanntgabe des Namens notwendig, wird demjenigen der Job mit Sicherheit zur Hölle gemacht bis er "freiwillig" geht.

    Das Thema sollte man nicht nur Schwarz-Weiß betrachten, dazu ist es viel zu kompliziert, denn ein gewonnenens Gerichtsverfahren aufgrund geltender Gesetze sicher einem noch lange keinen Arbeitsplatz.

    Was die Verkäufer/in an sich angeht, so sind dies heutzutage viele Teilzeitbeschäftigte, die ohne große Mühe ersetzt werden könne, daher wird eher der Mund gehalten als sich gegen den Arbeitgeber und auf die Seite des Gesetzes gestellt. Wenn ich die Wahl hätte meinen Job zu verlieren, weil ich den Mund aufmache oder doch lieber einen relativ "schlechten" Job zu haben, der mich über Wasser hält, dann würde ich zumindest den Job wählen bevor ich Arbeitslos bin und vom Staat leben muss. Leider ist dies heute in Deutschland weiter verbreitet als es sich mancher vorstellen kann.

  9. #88
    Benutzerbild von PostMortem

    Registriert seit
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    raabi2000 postete
    Und was ein Gerichtsverfahren angeht, da gewinnt der Arbeitnehmer mit nahezu 100prozentiger Sicherheit, da gebe ich dir absolut recht. Ist dazu aber die Bekanntgabe des Namens notwendig, wird demjenigen der Job mit Sicherheit zur Hölle gemacht bis er "freiwillig" geht.Das Thema sollte man nicht nur Schwarz-Weiß betrachten, dazu ist es viel zu kompliziert, denn ein gewonnenens Gerichtsverfahren aufgrund geltender Gesetze sicher einem noch lange keinen Arbeitsplatz.
    Wer da nicht persönlich im Betrieb oder auch über die Gewerkschaft gehen will, der kann sich in irgendeiner Form bei den Gewerbeaufsichtsämtern bemerkbar machen, die müssen so etwas nachgehen. Am Bau ziehen sie die ganzen Schwarzarbeiter ja auch nicht völlig ohne Hinweise der erzürnten regulären Arbeiter raus.

    Wenn Belegschaften zusammen halten würden, kann man das m. E. in diesem Fall auch durchaus schwarz-weiss sehen. Im Fall der mal eben unliebsam gewordenen Filiale, die von der Fa. Lidl geschlossenen wurde, sind sich dann ja auch plötzlich alle einig. Und wenn ganze Belegschaften 60 Stundenwochen kloppen müssten, sollten sie es auch sein. Wenn sich da jeder nur selbst der Nächste ist, dann ist das von mir aus auch ok. Aber dann soll man eben bitte nicht stattdessen einen Sündenbock suchen und das Lied vom bösen Kunden anstimmen der ja unverschämt ist und jawohl den Hals nicht voll bekommt.

    Dann soll man schon klar sagen, dass man zuviel Angst hat in so einem Fall für korrekte Arbeitszeiten und sein gesetzlich verbrieftes Recht einzustehen und auch erst gar keine Lust hat in so eine Situation zu kommen. Mehr verlange ich da gar nicht. Aber ich komme ursprünglich aus einem kampferprobten Metallbetrieb und ich habe gesehen wie Belegschaften zusammenstehen können, wie zu Unrecht gekündigte mit Rückgrat wieder in den Betrieb geklagt wurden und es sich nicht mit einer Abfindungsregelung einfach gemacht haben usw. usf. Wenn die Einzelhandelsbranche so schlimm ist, dann weiss ich nicht, wie es sein kann, dass Verdi immer weiter schrumpft und das da so wenig Kampfbereitschaft besteht. Aber wie gesagt, dass kann mir auch relativ egal sein, man soll mich dann nur nicht als Kunden mit meinen Wünschen als Raffzahn hinstellen, der Verkäufer quälen will und überzogene Ansprüche stellt.

    Wenn ich die Wahl hätte meinen Job zu verlieren, weil ich den Mund aufmache oder doch lieber einen relativ "schlechten" Job zu haben, der mich über Wasser hält, dann würde ich zumindest den Job wählen bevor ich Arbeitslos bin und vom Staat leben muss. Leider ist dies heute in Deutschland weiter verbreitet als es sich mancher vorstellen kann.
    Unser Diskussionspartner Mumie ist da ja ganz anderer Meinung. Lieber keinen Job als so einen.... da dürfte es ja zumindest keine Probleme geben auch höchstpersönlich zu klagen. Das passiert aber nicht, stattdessen werden die Kunden beschimpft, für minderbemittelt erklärt, als ständiges Ärgernis beschrieben und überhaupt müssen die ja wegen des mickrigen Verdienstes damit rechnen schlecht behandelt zu werden.... Servicewüste Deutschland 2006! Was ich hier so an Verhalten gegenüber Kunden gelesen habe, findet bei uns nichtmal im internen Kundenverkehr statt. Das mag auch daran liegen, dass bei mir um 10 vor X Uhr keiner den Feierabend stören kann, weil ich dann eben erst Feierabend mache, wenn das auch noch eben erledigt ist und weil ich die gleichen Leute jeden Tag wieder sehen muss, während Kunden, die man so behandelt, so schnell nicht wiederkommen - ich jedenfalls nicht.

    PM

  10. #89
    raabi2000
    Benutzerbild von raabi2000
    PostMortem postete
    ... stattdessen werden die Kunden beschimpft, für minderbemittelt erklärt, als ständiges Ärgernis beschrieben und überhaupt müssen die ja wegen des mickrigen Verdienstes damit rechnen schlecht behandelt zu werden.... Servicewüste Deutschland 2006! Was ich hier so an Verhalten gegenüber Kunden gelesen habe, findet bei uns nichtmal im internen Kundenverkehr statt. Das mag auch daran liegen, dass bei mir um 10 vor X Uhr keiner den Feierabend stören kann, weil ich dann eben erst Feierabend mache, wenn das auch noch eben erledigt ist und weil ich die gleichen Leute jeden Tag wieder sehen muss, während Kunden, die man so behandelt, so schnell nicht wiederkommen - ich jedenfalls nicht.

    PM
    Es liegt nicht ausschließlich am mickrigen Gehalt, dass man in diversen Geschäften keinen Service erwarten kann, sondern am ungelernten Personal, welches gar nicht in der Lage ist, einen vernünftige, fachlich einwandfreie Beratung zu geben. Die einfache Regel lautet:
    vernünftige Beratung benötigt geschultes Personal, welches einen höheren Verdienst hat, damit erhöht sich der Preis für das Produkt. Du kannst sicher gut damit leben, aber die Geiz ist Geil Meute, welche natürlich auch teilweise auf jeden Cent achten muss, kann und/oder will sich das nicht leisten, erwartet aber geschultest Personal.

    Was Unfreundlichkeit angeht, da bin ich der Meinung, dass es aus dem Wald schallt, wie man es hinein ruft. Ich bin noch nie unfreundlich bedient worden, wenn ich höflich gefragt habe. Sicher kann es auch mal vorkommen, das ein Verkäufer gestresst ist und eher kurz angebunden ist, aber ich kann damit leben und habe Verständnis dafür. Denn es gibt ihn tatsächlich, den minderbemittelten Kunden, den unfreundlichen Kunden und auch den Meckerkunden. Und das in allen Wirtschaftszweigen. Und da muss ein Verkäufer auch erst einmal durchatmen dürfen.

  11. #90
    Benutzerbild von musicola

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    raabi2000 postete

    Denn es gibt ihn tatsächlich, den minderbemittelten Kunden, den unfreundlichen Kunden und auch den Meckerkunden. Und das in allen Wirtschaftszweigen. Und da muss ein Verkäufer auch erst einmal durchatmen dürfen.
    Und genausowenig, wie dieser Kunde die Regel ist, ist auch keineswegs jeder Verkäufer ein unfreundliches Ekel, dass sich vom Kunden belästigt fühlt.

    Obwohl... PostMortem muss es ja wissen. Der weiß eh' alles. Vor allem besser!

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