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Lego vs. Playmobil & Siku vs. Matchbox...

Erstellt von Torsten, 04.12.2003, 15:12 Uhr · 22 Antworten · 11.278 Aufrufe

  1. #1
    Benutzerbild von Torsten

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    So kurz vor Weihnachten wird es mal Zeit, ein bisschen infantil zu werden und sich an die beiden großen Glaubenskämpfe zu erinnern, die damals in vielen Kinderzimmern tobten...

    Die zwei entscheidenden Fragen, wenn es ums Thema Spielzeug ging, lauteten:

    Lego oder Playmobil?

    und

    Siku oder Matchbox?

    Die meisten werden wohl jeweils von beidem etwas besessen haben, dennoch hatte fast jeder einen klaren Favoriten. Hier möchte ich die beiden alten Duelle wieder aufleben lassen und erfahren, zu welchen Fraktionen ihr damals zähltet.

    Den Anfang macht die Plastik-Abteilung...

    Lego vs. Playmobil
    Florian Illies spricht sich in seinem Buch "Generation Golf" zwar eindeutig für Playmobil aus, aber der erzählt dort ja auch noch ganz anderen Unsinn... Ich jedenfalls konnte mich nie so recht für die mehr oder weniger zurechtgebastelte Variante entscheiden und war immer ein leidenschaftlicher Anhänger der variablen Lego-Steine. Damit konnte man seiner Phantasie wesentlich freieren Lauf lassen; und da ich das Glück hatte, zum damaligen Zeitpunkt bei meinen Großeltern gelebt zu haben, die mich mit Spielzeug quasi zuschütteten, waren meine Plastik-Kisten stets randvoll mit den unterschiedlichsten Bauformen.

    Zwar wurden gelegentlich auch Komplett-Sets zugekauft (also Sachen wie Tankstelle, Polizeistation usw.), aber im Großen und Ganzen fand ich es wesentlich spannender, selbst kreativ zu werden. So wurden im Laufe der Zeit immer wieder Kartons mit den "Basics" angeschafft, um immer größere und aufwändigere Projekte zu ermöglichen. Das war schon damals kein billiger Spaß, und ich möchte nicht wissen, wie viel Geld vor allem meine lieben Großeltern da hineinpumpten, die es eigentlich auch nicht so dicke hatten...

    Von meinem Vater bekam ich regelmäßig neue Exemplare der grau-grünen Straßenplatten dazugeschenkt, wodurch die Lego-Stadt sich alsbald über das komplette Kinderzimmer ausdehnte und man sich nur noch mit akrobatischen Verrenkungen durch den Raum bewegen konnte. Was den Vorteil hatte, dass die Erwachsenen so wesentlich weniger Lust hatten, einen beim Versinken in diese Plastikwelt zu stören...

    Mein größter Stolz, quasi meine architektonische Meisterleistung, bestand irgendwann in einer riesigen Hängebrücke, deren Fahrbahndecke mit Hilfe einer ausgeklügelten Konstruktion und eigens zurechtgedrillten Bindfäden an den turmhohen Pfeilern hing - was dem Ganzen einen sehr realistischen Touch gab. Leider konnte man diese Brücke nicht in einem Stück transportieren, sondern musste sie jedes Mal wieder auseinanderbauen, wenn man damit bei anderen Spielkameraden Eindruck schinden wollte...

    In dieser Zeit begab es sich auch, dass ich in meiner Naivität irgendwann nicht nur die Brücke, sondern auch meinen restlichen Lego-Bestand mit zu meinem verschlagenen Cousin schleppte, weil unsere Kontingente in seinem riesigen Zimmer fusionieren sollten. So entstand eine wahre Metropolis, der allerdings der Denkfehler innewohnte, dass die Steine beider Seiten wahllos miteinander kombiniert wurden. Dass der ganze Kladderadatsch irgendwann ja auch wieder auseinander dividiert werden musste - ja, daran dachte Klein Torsten nicht so recht...

    So erfuhr ich dann nach vielen Jahren von einem gemeinsamen Freund, der im Gegensatz zu mir beim Abbruch unserer Mega-City zugegen war, warum sich in meinen Kisten auf einmal so viele alte und ausgeleierte Steine wiederfanden: Da saß mein Cousin auf'm Boden und schmiss die besterhaltensten Exemplare in seinen ollen Persil-Karton, während mir quasi der ganze Schund zugeteilt wurde. Meine Hängebrücke hab' ich hinterher jedenfalls nie wieder zusammengebaut bekommen und verschenkte den ganzen Driss irgendwann entnervt an eine Kindergärtnerin. Damit war das Kapitel Lego für mich abgeschlossen...

    Warum ich damals nicht einen riesigen Aufstand gegenüber meinem Cousin gemacht habe, weiß ich bis heute nicht. Jedenfalls erwies er sich auch im erwachsenen Alter als nicht besonders liebenswerter Zeitgenosse, mit dem ich aus diesem Grunde heutzutage auch nix mehr zu tun habe.

    Zum Thema Lego abschließend erstens noch die Bemerkung, dass ich mich aufgrund der nie vorhandenen Begeisterung für "Star Wars" auch zu keinem Zeitpunkt für die Raumfahrt-Abteilung der Plastikwelt interessiert habe. Meine Faible war da mehr urbaner Natur.

    Und zweitens noch die Frage: Was ist besser als ein Orgasmus?

    Sehr einfach: Mit der nackten Sohle auf 'nen Einser-Legostein zu treten und anschließend mit dem kleinen Zeh desselben Fußes am Bettpfosten vorbeizuschrammen...


    Siku vs. Matchbox
    Auch hier zeigte sich meine treue Seele: Ich war stets ein Jünger der Siku-Gemeinde. Zwar verirrten sich gelegentlich Exemplare des Klassenfeindes in meinen Bestand, aber das waren eigentlich nur altgediente, übergelaufene Schergen, denen man gnädig Exil gewährte.

    Siku war in meinen Augen immer die Verkörperung deutscher Wertarbeit, deren Exemplare mit Liebe zum Detail und realistischen Größenverhältnissen modelliert wurden. Bei Matchbox wirkte das Ganze grobschlächtiger, und da passierte es nicht selten, dass ein Truck genauso mickrig daherkam wie ein ordinärer PKW. Die englischen (?) Pendants hatten für mich auch irgendwie eine trashige Ausstrahlung, mit der ich mich nie anfreunden konnte. In einem Punkt waren sie der Konkurrenz aber doch voraus: Ihr Lack erwies sich als wesentlich resistenter. Speziell der Metallic-Überzug aus dem Hause Siku glänzte bei Neuwagen zwar eindrucksvoll, war gegen üblichen Gebrauch aber empfindlicher als jede Mimose. Was den Umsatz in meinem Fall allerdings eher noch ankurbelte, denn beliebte Modelle wurden nach einiger Zeit einfach wieder neu gekauft...

    Mein absoluter Favorit ist stets der ADAC-Bremsentest-Wagen geblieben, von dem ich gar nicht weiß, wie lange der noch hergestellt wurde. Außerdem war ich immer ein Fan der massiven Schwerlast-Fahrzeuge, sei es nun der große Kran oder der protzige Transporter, der eine ganze, in Einzelteilen zerlegte Brücke auf'm Buckel hatte. Die machte in montiertem Zustand auch gehörigen Eindruck und erweiterte die Siku-Welt um ein mächtiges Highlight. Wenn ich nur wüsste, wo das Teil abgeblieben ist - hab's in späteren Teenie-Tagen nie wieder gefunden... Vergammelt wahrscheinlich ooch im Keller meines Cousins...

    Ach, und kürzlich sah ich bei 'nem Kumpel als Vitrinen-Deko noch den alten, gelben Baukran stehen. Wirkt auch heute noch irgendwie drollig, das Teil - auch wenn's damals ziemlich nervte, wenn man mal wieder gegen den Ausleger stieß und den Metallturm in seiner ganzen Pracht zu Boden riss. Und was hab' ich geflucht, wenn sich da mal wieder das Zugseil verheddert und verknotet hatte...

    Heute wünschte ich mir, nur noch derlei harmlose Problemchen zu haben...

    So, dies war mein kleiner Ausflug in die damalige Spielzeug-Welt. Wäre schön, auch eure Erfahrungen zu lesen...

    P.S.: Die Spalter aus der Fraktion Fischer-Technik sollen sich gefälligst woanders auslassen...

  2.  
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  3. #2
    raabi2000
    Benutzerbild von raabi2000
    Was die "Plastik" Ecke angeht, so habe ich mich nie direkt entschieden. Sowohl Lego als auch Playmobil standen bei mir hoch im Kurs.
    Und es hing ganz von der aktuellen Laune ab, womit ich damals gespielt habe.

    Playmobil war mal eben aufgebaut und dann konnte man sehr schnell Filmszenen nachspielen oder die gesehenen Filme so umgestalten, dass die Story einen völlig neuen Sinn bekam.

    Lego kam hingegen zum Einsatz wenn Kreativität gefragt war. Wobei ich, im Gegensatz zu Torsten, eher der Weltraum Freak war, der Raumstationen, wundersame Frachtschiffe oder Kampfdrohnen gebaut hat.

    Was die Vehicles angeht, so stand ich ganz klar auf der Seite von Matchbox. Aber auch nur, weil diese Autos eine Robustheit hatten, dass sogar diverse Sylvesterböller ihnen nichts anhaben konnten. An einer Rampe auf dem Hof haben wir immer Unfälle dargestellt. Und aus den amerikanischen Filmen wussten wir ja, dass diese Kisten immer explodieren. Also wurden immer Sylvesterknaller in die Wagen gesteckt, angezündet und dann .... buuuum

    Soviel zu meinen damaligen Favoriten.

    Neben Fischer-Technik erinnere ich mich aber noch an Play-Big. Das war Playmobil in groß. Fand ich damals einfach doof und meine Mutter hatte den Grund-Kasten umsonst gekauft.

  4. #3
    Benutzerbild von Castor Troy

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    Als Däne stimme ich für LEGO

  5. #4
    Benutzerbild von chilibean

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    Bei mir war es Plastikmäßig eigentlich so, daß ich eigentlich eher der Playmobil Fraktion angehörig war. Lego habe ich eigentlich erst sehr spät "entdeckt" als ich irgendwann mal eines der Lego Weltraum Sets geschenkt bekam. Aber irgendwie konnte ich mich für Lego nicht so sehr begeister wie für meine Playmobil Spielzeuge. Da mein Bruder ebenso ein Playmobil Anhänger war, machte das den Aufbau einer stattlichen Sammlung recht einfach...

    Bei den Autos war auch bei mir eher Siku der Favorit. Einfach aus den Gründen, die Torsten oben schon aufgezählt hat. Ansonsten hatte ich auch noch eine Schwäche für die Modell von Corgi...

  6. #5
    Benutzerbild von waschbaer

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    Als derjenige aus der 80er-Gemeinde, der wohl am nächsten am deutschen Legoland wohnt, muss ich mich auch als ehemaliger Legospieler outen. Allerdings habe ich auch noch etwas anderes gehabt, was hier noch gar nicht erwähnt wurde. Ich hatte so einen Baukasten von Fischer-Technik. Damit konnte man auch ganz witzige Regale oder Häuser oder so zusammenbauen. Fand ich als kleiner Junge irgendwie faszinierend.

  7. #6
    Benutzerbild von icebomb_de

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    Hallo,

    also ich kann mich Torsten nur voll und ganz anschließen - LEGO war der absolute Gewinner, vor dem wenigen Playmobil, das ich hatte. Bei den Autos weiß ich das nicht mehr so genau - hauptsache man konnte im Sandkasten Tunnels graben und die Autos durchfahren lassen.

    Aber zu den Legos: den Schmerz eines Einser-Steins kann ich nur bestätigen - noch besser ist aber folgendes:
    Die Metall-Enterprise, die damals auf den Markt kam, vor seiner kleinen Schwester zu verstecken. Laß mal sehen - wo ist der beste Ort, wo die doofe Kuh nicht suchen wird - ja, mein Bett - also ab unter die Bettdecke mit dem Raumschiff. Kinder - Essen! Dumm-Di-Dumm. Das Essen hat geschmeckt und man denkt nicht mehr an die Enterprise... Drei Stunden später... Juchu - mit Elan durch die Bude rennen und (ungestüm wie man in dem Alter noch war) mit einem riesen Satz kopfüber ins Bett gesprungen - aua - was war das denn?? Käpt. Kirk war sozusagen schuld, daß ich zwei meiner Milchzähne verloren hatte - und daß, lange bevor die anderen Zähne fertig waren um zu erscheinen :-(

    Aber ich fand Lego wesentlich kreativer als die vorgefertigten Sachen von Playmobil - Einziger Vorteil von Playmobil: Die Teile waren größer und griffiger als die Legosteine.

    By the way - ich finde es total schade, in welche Richtung sich Lego entwickelt hat. Wenn man früher einen Legokasten gekauft hat, dann gab es tausende von Möglichkeiten, was man bauen konnte und man mußte sich richtig den Kopf zerbrechen, wie man mit den Steinen, die man hatte, das bauen konnte, was man bauen wollte... Heute sind da überall fast nur noch irgendwelche Spezialteile drin (komische Ecken, Schläuche, Rundungen), die man kaum noch für irgendetwas anderes benutzen kann, außer für genau eben dieses Modell, das auf dem Karton abgebildet ist - von Kreativität ist da nicht mehr viel zu sehen...

    Übrigens: Baukästen - ich hatte einen Trixbaukasten da waren ganz viele flache Metallschienen, in denen ganz viele Löcher waren durch die die Schienen verbunden werden konnten - keine Ahnung, ob das jemandem noch was sagt - war glaub ich die billigere Alternative zu dem Fisher kram...

    So Long
    Ice

  8. #7
    Benutzerbild von rockfan

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    Ich bin wohl der einzige der hier Playmobilfan ist. Fand die teile cool. Ich habe so mit 14/15 allerdings meine Playmobil-Figuren mit einem Freund zusammen mit Hilfe von Silvesterrakeen gesprengt.

  9. #8
    Benutzerbild von The Mad Hatter

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    Bei Playmobil und Lego, gehöre ich auch der politischen Mitte an. Meine älteste Schwester war Legofan und meine 2. ältere Schwester war Playmobilfan, so kam ich in den Genuß beides in rauen Mengen zur Verfügung zu haben, wobei ich interessanterweise beim Spielen die beiden Dinger nie gemischt habe (ansonsten waren meine Spielzeug Landschaften total durchgemischt). Dadurch das ich bei Lego unmengen Basissteine von meiner einen Schwester übernommen habe, standen bei mir zu Weihnachten immmer die Komplettsets auf dem Wunschzettel. Mein Gott, war das geil den Polizei-Transporter mit echtem Blinklicht (sowohl tor als auch blau) und verschiedenen Sirenentönen unterm Weihnachtsbaum zu finden. Auch die graue und die schwarze Burg von Lego waren Sachen, wo ich große Augen bekommen habe.
    Playmobil war bei mir nie so auf die großen Sets ausgerichtet. Ich hab von meiner Schwester da aus fast jedem Themenbereich was übernommen (Ritter, Bauernhof, Indiander, Zirkus etc.) Dafür waren die kleinen Sets umso geiler. Vorallem als die Ritter mit den beweglichen Visieren auf den Markt kammen!

    Bei Spielzeug-Autos war ganz klar Matchbox angesagt. War da zwar kein Glaubenskrieger, aber Matchbox hat mir einfach besser gefallen. Vorallem die Chrashcars waren für mich der absolute Hit. Der heimliche Star meiner Autoflotte war aber eher ein total ausgeleiertes und zerkratztes Polizeiauto. Schließlich hatte es Blaulichter auf dem Dach!

  10. #9
    Benutzerbild von Level 42

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    Lego und Playmobil hält sich so die Waage (hatte beides),
    die Kreativität liegt natürlich eindeutig bei Lego.

    Wobei natürlich Fischertechnik der "Mercedes" des Ganzen war.

    Bei Sikuvs.Matchbox stimme ich Dir voll zu, Siku
    war Qualitativ die bessere Wahl.
    Ich denke da an meinen Kranwagen, der war Weltklasse und ich habe ihn verschenkt, das sind Fehler die man hinterher bereut.

    Matchbox hatte immer eine etwas reisserische Aufmachung und ein bisschen "Amerikanische" Oberflächligkeit.


    Gruß Level 42

  11. #10
    Engel_07
    Benutzerbild von Engel_07
    Ich war auch ein begeisterter Lego-Bastler. So gab es zu Karneval einen Lego-Karnevalszug durchs Wohnzimmer (sehr zur Freude meiner Mutter ), wenn Kirmes war, wurde eine Kirmes gebaut, wenn der Zirkus in der Stadt war, gab es einen Zirkus u.s.w..

    Aber auch nur mit Hilfe der Grundbaukästen! Auch Raumschiffe wurden gebaut, das war ohne die vorgefertigten Teile allerdings oft sehr knifflig!
    Allerdings habe ich mich gefreut, als es irgendwann Blumen und Bäume von Lego gab, so wurden die Gärten der prachtvollen Villen etwas bunter!


    Spielzeugautos hatte ich auch eine Menge (sponsort by Grandma!), aber da war es mir egal, von welcher Marke sie waren.

    @rockfan
    Bei der Playmobil-Sprengaktion wäre ich gerne dabei gewesen, mit 14/15 war ich auch leicht pyromanisch veranlagt

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