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Lockerung der Wehrpflicht/Zuvieldienst :D

Erstellt von JJ28, 15.04.2003, 16:15 Uhr · 15 Antworten · 1.443 Aufrufe

  1. #11
    Benutzerbild von
    Jau, die armen Studenten! ;-)

    Bei Auszubildenden ist das übrigens heutzutage so, dass sie sich je nach Ausbildung 2,5 bis 4 Jahre den Hintern aufreissen um einen vernünftigen Abschluss hinzukriegen, evtl. nach der Ausbildung vom eigenen Betrieb mangels Stellen nicht übernommen werden, mit viel Glück woanders eine Stelle bekommen - OBWOHL sie noch zum Bund müssen und natürlich keine Berufserfahrung haben - dafür umziehen, sich eine Wohnung mieten und ein Auto kaufen um mobil zu sein usw., u. U. gehts nur auf Pump.... und dann gibts nur einen befristeten Vertrag, weil Du noch nicht beim Bund warst.

    Wenn Du dann gezogen wirst, hast Du total viel davon, dass man Dich bei einem unbefristeten Arbeitsverhältnis wieder einstellen müsste. Du hast ja deswegen erst gar keins bekommen... Also gehst Du zum Bund, vergisst viel von dem was Du gelernt hast, kriegst tierische Geldprobleme weil Dich Deine Lebenshaltungskosten aus Deinem "ich bin jetzt erwachsen, brauche eine Wohung und ein Auto, hatte leider kein Geld aber meine Bank"-Leben drücken und kommst mit einem halben Jahr Berufserfahrung und einem Jahr des Vergessens wieder auf den Arbeitsmarkt zurück. DAS sind super Aussichten...

    Gut das mir das erspart geblieben ist. Ich frage mich nur, ob die Politiker die sich angeblich Sorgen um steigende Jugendarbeitslosigkeit machen, an sowas mal denken, wenn sie wie ein kleines Kind an ihrer überholten Wehrpflicht festhalten. Wahrscheinlich nicht...

    Dave

  2.  
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  3. #12
    Benutzerbild von
    *lol* Gerade gesehen....

    Man achte mal drauf, wie heutzutage "Piloten" bei der Luftwaffe aussehen... Wer würde da nicht gerne mal mitfliegen? *g*

    http://www.luftwaffe.de (oben links...).

    Dave

  4. #13
    Benutzerbild von Imaginary Boy

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    @JJ28
    Man hat neuerdings schon ne Perspektive, was den rechtzeitigen Beginn desStudiums anbelangt: und zwar komm ich aus Rhl.-Pf., wo das Abi durch das gekürzte 13te Schuljahr bereits im Januar und März stattfindet und man Ende März komplett die Schule angeschlossen hat, um dann wie ich direkt am ersten April mit dem Studium zu beginnen. Um zum Wintersemester des gleichen Jahres anfangen zu können, kann man den Wehrdienst aufteilen in einmal 6 Monate und im darauffolgenden Jahr 2mal 6 Wochen, die in den Semesteferien absolviert werden müssen.
    Wäre für mich ne stressige Sache gewesen und die Vorkurse hätte ich auch knicken können, da ich erst einen Tag vor Beginn des WS vom Bund heimgekommen wäre. Dass ich dann noch Zeit gebraucht hätte, um meine Bude einzuräumen, mich zurechtzufinden und mich mit den WG-Bewohnern anzufreunden und somit die ersten Wochen des Studiums ersma über die Wupper gegangen wären, ist wohl jedem klar. Und dass ich darüber hinaus mein Vorpraktikum, dass ich benötige, auch erst im folgenden Jahr hätte nachholen müssen, da ich ja durch die BW verhindert gewesen wäre, setzt dem ganzen noch die Krone auf. Vielleicht sollte man die Regelung mit der verkürzten Schulzeit nochmal überdenken, denn ob ich ein Jahr "verliere", weil sich Bund und Studiumsanfang überschneiden, ich dafür aber länger zur Schule gehe, oder ob die Schulzeit 3 Monate kürzer ist, um frühstmöglich mit dem Studium zu beginnen, ich dafür aber wegen unglaublichem Stress beim Studieren nix auf die reihe bekomme, lässt die deutschen Studenten im internationalen Vergleich, und darauf zielte diese Maßnahme ja ab, in beiderlei Hinsicht alt aussehen.
    Daher bin ich umso froher, dass ich jetz noch n bißchen entspannen kann und nicht alles hopplahopp geht!

    Matthias

  5. #14
    Benutzerbild von JJ28

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    Dave Bowman postete
    *lol* Gerade gesehen....
    Man achte mal drauf, wie heutzutage "Piloten" bei der Luftwaffe aussehen... Wer würde da nicht gerne mal mitfliegen? *g*
    Dave
    Yep, die Damen sehen eigentlich ganz schnuckelig aus.
    Die Damen bei der Polizei sehen aber auch ganz hübsch aus. Meist blond, blaue Augen und ein 5exy Hintern

    Cu
    JJ

  6. #15
    Benutzerbild von musicola

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    Hab ich gerade gefunden:

    02. Juli 2004

    WEHR- UND ZIVILDIENST

    Trickkiste der Drückeberger

    Von Kai Kolwitz

    Kürzerer Zivildienst, eine niedrigere Altersgrenze und Sonderregeln für Studenten bei der Einberufung - der Wehrpflicht können junge Männer künftig einfacher entkommen. Um sich das Kreiswehrersatzamt ganz vom Leib zu halten, greifen manche zu seltsamen Tricks. Und entdecken zum Beispiel die Vorzüge von Psycho-Macken.

    Ab 1. Oktober dauert der Zivildienst nur noch neun statt zehn Monate, also genauso lang wie der Wehrdienst. Das ist der wichtigste Teil eines Gesetzes, das der Bundestag am Donnerstagabend mit der Mehrheit der rot-grünen Koalition verabschiedete. Aber daneben gibt es eine Reihe weiterer Neuregelungen mit erheblichen Auswirkungen auf Wehrpflichtige, vor allem wenn sie sich bereits in Studium oder Ausbildung befinden. So sinkt die Regel-Altersgrenze für die Einberufung von bisher 25 auf 23 Jahren; wer bereits einmal zurückgestellt wurde, kann bis maximal zum 25. Geburtstag (zuvor 28.) eingezogen werden.

    Zudem können Verheiratete künftig auf Antrag vom Wehr- oder Zivildienst befreit werden. Das gilt auch für Wehrpflichtige mit einer eingetragenen Lebenspartnerschaft oder mit Sorgerecht für mindestens ein Kind. Aus der "Dritte-Söhne-Regel" wird nun die "Dritte-Geschwister-Regel": Von der Dienstpflicht kann man sich befreien lassen, wenn - unabhängig vom Geschlecht - zwei oder mehr Geschwister bereits ein ziviles oder militärisches Dienstjahr geleistet haben; bisher galt das nur bei Brüdern.

    Wer Klausuren schreibt, der bleibt

    Damit haben es junge Männer deutlich leichter, der Dienstpflicht zu entkommen. Schon bisher tritt lediglich rund ein Drittel der gemusterten Wehrpflichtigen tatsächlich den Dienst an. Vor allem für Studieninteressenten und Studenten bringen die Bundestagsbeschlüsse gute Nachrichten. So ist jetzt festgelegt: Ab Beginn des dritten Semesters hat jeder einen Anspruch darauf, wegen eines laufenden Studiums zurückgestellt zu werden.

    Bis dato galt in solchen Fällen die etwas schwammige Definition der "weitgehend geförderten Ausbildung". Die hatten Gerichte so interpretiert, dass das erste Drittel der Regelstudienzeit absolviert sein musste, um sicher vor dem Zugriff des Staates zu sein - was für viele Studenten Feilschereien um Monate, Wochen oder sogar Tage bedeutete.

    Den Taschenrechner wird niemand mehr brauchen, wenn die Änderungen in Kraft treten. Das schaffe Rechtssicherheit und entlaste die Verwaltung, lobt der Bundestagsabgeordnete Anton Schaaf (SPD), der am Gesetz federführend mitarbeitete, die neuen Regelungen. Möglich wurde die Großzügigkeit vor allem deshalb, weil der Staat durch Verkleinerungen der Truppe und entsprechenden Anpassungen beim Zivildienst schon seit geraumer Zeit nicht mehr darauf angewiesen ist, alle tauglichen jungen Männer auch wirklich an der Waffe oder am Steuer eines Krankenwagens zu begrüßen.

    Im Umkehrschluss bedeuten die neuen Vorschriften: Noch nie war es so einfach wie heute, Bundeswehr oder Zivildienst komplett aus dem Weg zu gehen. Früher kannte der Staat kein Erbarmen und zog Wehrpflichtige noch kurz vor Erreichen der Altersgrenze rigoros aus der laufenden Ausbildung. Diese Praxis wurde längst in aller Stille beerdigt. Mit der neuen Semestergrenze müssen Studenten nur die erste Zeit nach dem Abitur irgendwie überstehen.

    Die Trickkiste der Drückeberger

    In punkto Kommiss-Vermeidung war der Kreativität stets kaum eine Grenze gesetzt: Ganz Naive hofften auf den krummen Rücken oder die fiese Allergie. Mit bescheidenen Resultaten. Wagemutigere experimentierten schon mal mit Captagon, großen Mengen Alkohol oder gar mit Medikamenten gegen Schilddrüsenunterfunktion, denen der Ruf anhaftete, die Blutwerte bei Gesunden in dermaßen abstruse Höhen zu treiben, dass dem Stabsarzt nichts anderes übrig blieb, als den Probanden als nicht dienstfähig einzustufen - Risiken und Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen.

    "Es war immer möglich, sich zu drücken", meint auch der Berliner Anwalt Thomas Schulte, der sich auf das Thema Wehrpflicht spezialisiert hat. Zum Beispiel, indem man einfach eine Weile nicht auffindbar ist: "Wer mit 16 oder 17 nirgendwo angemeldet ist, der wird nicht erfasst", erläutert Schulte. "Und wer nicht gemustert wird, der wird auch nicht einberufen." Auch später noch seien längere Auslandsaufenthalte von Vorteil, sagt der Anwalt und verweist auf Klienten aus der Musikszene, die sich seltsamerweise immer gerade dann auf Asien-Tournee befanden, wenn jemand etwas von ihnen wollte. Wer so agiert, ohne sich bei der Erfassungsbehörde ordnungsgemäß abzumelden, riskiert allerdings eine Geldstrafe. Reiselustige Wehrpflichtige nehmen das in Kauf.

    Wo die Einberufungspraxis willkürlich wird und angesichts enormer Ausmusterungs- und Befreiungsquoten von Wehrgerechtigkeit ohnehin keine Rede mehr sein kann, greifen junge Männer auch zu ganz anderen Tricks. Als Berater in Sachen Wehrdienstvermeidung fungiert zum Beispiel Peter Zickenrott. Für 280 Euro verkauft der gelernte Heizungsmonteur ein Paket aus dem selbst verfassten "Anti-Wehrdienst-Report" und telefonischer Beratung bis zur endgültigen Ausmusterung. Seine Kunden findet er über das Internet und Anzeigen in Tuning-Zeitschriften wie "VW Scene" oder "Opel Flash". Bisher habe er noch jedem helfen können, rühmt sich der Schwarzwälder.

    Sind wir nicht alle irgendwie depressiv?

    Versuche, Zickenrott auf juristischem Weg das Handwerk zu legen, scheiterten dagegen regelmäßig. Denn der Ausmusterungsberater ist weit davon entfernt, seinen Klienten Tipps zur Vortäuschung von Krankheiten zu geben. Stattdessen rät Zickenrott, der sich selbst als "praktizierenden Hypochonder" beschreibt, zur genauen Selbsterkundung. Vor allem in der Psyche des Probanden lassen sich dabei die erstaunlichsten Dinge finden. Beispiel: Wer nachts gelegentlich aufwacht, morgens nur mit Schwierigkeiten aus dem Bett kommt und tagsüber irgendwie antriebsarm ist, der könnte einfach zu viel Kaffee getrunken oder zu schwer gegessen haben. Aber liegt hier nicht eher eine handfeste Depression vor? Nichts ist unmöglich. "Dinge aus dem seelischen Bereich führen zur Ausmusterung - das ist vielen nicht klar", beschreibt der Berater das Procedere. Der Vorteil an den Psycho-Macken: Selbst wenn der Stabsarzt glaubt, es mit einem Schwindler zu tun zu haben, muss er das erst einmal beweisen können.

    Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums lässt sich dazu nur ein zähneknirschendes "Wenn jemand krank ist, dann ist er krank" entlocken. Für spezielle Fälle hat Zickenrott daher noch Tipps parat, die eigentlich blanke Provokationen der Staatsgewalt darstellen, nach seinen Angaben aber trotzdem funktionieren: 5exsucht beispielsweise. Oder der so genannte Gewaltschlaf, bei dem Probanden des Nachts um sich schlagen und Kameraden würgen, ohne selbst etwas davon mitzubekommen. Auch mit der guten alten Homo5exualität lässt sich nach den Erzählungen des Spin Doctors immer noch punkten: Zwar führt die schon lange nicht mehr zur Ausmusterung. Doch wer sich partout nicht davon abhalten lässt, den Kameraden in der Kaserne an die Kronjuwelen zu gehen, den muss man irgendwann wegen mangelnder Gemeinschaftsfähigkeit feuern. Meint Zickenrott.

    Am 1. Oktober sollen die neuen Bestimmungen zur Wehrpflicht in Kraft treten. Verzögert werden könnte das neue Verfahren allenfalls durch einen Einspruch des Bundesrats, den der Bundestag dann zurückweisen müsste. Zickenrott arbeitet derweil unter südlicher Sonne an einer Buchfassung seines "Anti-Wehrdienst-Reports". Und für den Fall, dass der Staat die Wehrpflicht doch abschafft und ihm damit die Geschäftsgrundlage entzieht, hat der Ausmusterungsberater schon einen Plan B parat: "Dann werde ich wohl auf Berufsunfähigkeit abheben."
    Quelle: http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...306833,00.html

  7. #16
    Benutzerbild von DeeTee

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    1.928
    [qb]Schon bisher tritt lediglich rund ein Drittel der gemusterten Wehrpflichtigen tatsächlich den Dienst an.[/qb]
    Auch der SPIEGEL kann diese Zahl nur raten. Entsprechendes Zahlenmaterial wird nicht veröffentlicht. Selbst eine "Große Anfrage" der FDP-Fraktion im Bundestag zur Wehrgerechtigkeit hat diese Zahlen nicht herausgebracht. (Das liegt in diesen komischen rotvioletten Mappen, die auch SPIEGEL-Journalisten nicht in die Finger bekommen. ).

    Grüße!
    DeeTee

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