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Mahnungen

Erstellt von waschbaer, 04.09.2011, 11:34 Uhr · 4 Antworten · 1.437 Aufrufe

  1. #1
    Benutzerbild von waschbaer

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    Mahnungen

    Ich habe ein Problem, über welches ich mich richtig ärgere.

    Als Beamter habe ich das Prozedere bei Arztrechnungen immer so, dass ich diese geschickt bekomme und dann zwei Anträge stellen muss, dass diese bezahlt werden. Der erste Antrag geht an die zuständige Beihilfestelle und der zweite an die entsprechende Krankenkasse.

    Schon allein dieses System finde ich nervig, aber es ist leider nun einmal so. Dummerweise kommen Arztrechnungen immer genau dann, wenn ich gerade einen Aantrag abgeschickt habe und dann wird man aufgefordert binnen zehn Tagen zu zahlen, was mehr als nervig ist. Und es ist auch regelmäßig auch so, dass ich länger als zehn Tage auf das Geld von der Krankenkasse bzw. der Beihilfestelle warten muss.

    Nun habe ich vergangene Woche einen Brief von einer Inkassostelle bestellen mit dem Hinweis, dass ich eine Arztrechnung aus dem April 2011 nicht bezahlt habe. Es handelt sich hier um einen Lächerlichkeitsbetrag von 52 Euro und die zuständige Inkassestelle forderte dann auch noch 48 Euro für eigene Kosten.

    Ich habe sofort nachgeschaut und es stimmt, dass ich diese Arztrechnung nicht bezahlt hatte, aber ich hatte sie auch gar nicht bekommen. Ich habe einen eigenen Ordner, in welchen ich Arztrechungen am Tag des Eintreffens abordne, bzw in eine Liste eintrage. Und diese habe ich eben nicht erhalten.

    Nun habe ich bei dieser Inkassestelle angerufen und hatte das Gefühl, man würde mit den Zeugen Jehovas diskutieren. Nur abgedroschene Phrasen und der Hinweis, dass ich nicht bezahlt hätte. Ich konnte zigmal sagen, dass ich nichts erhalten habe und bekam als Antwort immer: "Das ist ihr Problem, nicht unser Problem". Auf meine Frage, ob bei einer versäumten Zahlung nicht einmal eine Mahnung geschehen müsste, meinte die extrem unhöfliche Frau der Inkassostelle, dass sie nicht verpflichtet sei, mir hierüber Auskunft zu geben.

    Ich habe noch nie eine Mahnung über irgendwas im Bereich Finanzen erhalten. Ich würde nun wirklich gerne wissen, was ich tun kann, um nachzuweisen, dass ich diese Rechnung nicht erhalten habe und dieser Betrag von der dämlichen Inkassestelle mir zu Unrecht in Rechnung gestellt wurde. Arztrechnungen werden eben nicht per Einschreiben verschickt und so habe ich nicht einmal einen Nachweis, dass ich die Rechnung überhaupt erhalten habe. Außerdem wäre ohne eine Mahnung ja der Willkür eines Verkäufers, Arzt, etc. Tor und Tür geöffnet und das kann eigentlich in einem demokratischen Staat ja auch nicht sein, oder? Wo steht geschrieben, dass man sofort mit einer Inkassestelle oder evtl. im noch schlimmeren Fall (z.B. wenn ich nun vier Wochen im Urlaub gewesen wäre), dass dann gleich mit Pfändung gedroht werden kann.

    Außerdem würde ich mich gerne über die Unhöflichkeit der Inkassestelle und deren Nicht auskunftswilligkeit beschweren. Hat jemand irgendwelche Ideen?

  2.  
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  3. #2
    Benutzerbild von chris74

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    AW: Mahnungen

    Wie das mit Mahnungen ist, weiß ich leider auch nicht. Aber dreh' den Spieß doch mal um: laß' Dir erst mal beweisen, daß die Rechnung abgeschickt wurde. Wer das nicht per Einschreiben gemacht hat, der hat von vorneherein schlechte Karten.

  4. #3
    Benutzerbild von lastninja

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    AW: Mahnungen

    Mit dem InKasso-Unternehmen kannst du dir dein Gerede sparen..
    Die werden ja nur auf Antrag (vom Geschädigten) aktiv und lassen dann überhaupt nicht mit sich reden.
    Letztendlich würde ich das beim Artz klären (also mit der Sprechstundenhilfe)...PERSÖNLICH vorsprechen...
    Am Telefon bringt das nix.....

    In der Regel (aus beruflicher Erfahrung) bekommt man eine Rechnung und mind. zwei Mahnungen.
    Die auch als solches aussehen.
    Evtl. kommt dann noch ein drittes Schreiben, dass mit einem InKasso gedroht wird.
    Ja, auch bei Kleckerbeträgen (hatte ich ständig auf Arbeit auf dem Tisch).

    Was ich nicht verstehe:
    Was ist das fürn Arzt?
    Warum haben die nicht deine Telefonnr. für den kurzen Dienstweg (Herr Rascal, wo bleibt unsere Kohle?)
    Umgezogen biste wohl auch nicht etc etc...

    Ein Inkasso zu schicken, nach der ersten Rechnung ist unüblich...
    In der Regel gibt es diverse Mahnschreiben...

    Also:
    Hopp zur Arztpraxis und dein "Leiden" klagen..
    Mit dem Inkassounternehmen kannste nicht reden.....
    In der Praxis können sie dir nämlich die Kopien des Schriftverkehr zeigen.
    Müssen sie sogar, um zu beweisen, dass sie dich ein paar angeschrieben haben...

    Würde mich mal interessieren, was dabei rumkommt..

  5. #4
    Benutzerbild von Die Luftgitarre

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    1.204

    AW: Mahnungen

    Wenn(!) ich das richtig verstehe, ist eine vorangegangene Mahnung gar nicht zwingen nötig zur Eröffnung einer Klage (vorausgesetz der Zahlungstermin war bereits in der Rechnung genannt; §286 Abs. 2 BGB Mahnung). Das Versenden von Mahnungen ist eher eine Gepflogenheit, auf die je nach Wirtschaftsklima aber auch verzichtet werden kann.

    Was den Zugang von Schreiben angeht gilt m. W. n. tendenziell: Der Rechnungssteller muss nur beweisen, dass er die Rechnung versendet hat (Auslegung des § 93 ZPO BGH: Zugang einer Abmahnung und Beweislast - Beckmann und Norda Rechtsanwälte Bielefeld bezieht sich hier auf Mahnschreiben, ich vermute, dass es für Rechnungen genauso gelten wird). Falls er dies kann, muss der Beklagte wiederum beweisen, dass sie aber nicht in seinem Briefkasten gelandet ist.

    Im Einzelfall ist das mit der Beweispflicht aber wohl Auslegungssache. Ich vermute, Mahnungen werden v. a. deshalb mehrfach versendet, weil der Beklagte dann kaum glaubhaft machen kann, diese nicht bekommen zu haben. Umgekehrt: Wenn die wirklich nur das einmalige Versenden des Rechnungsschreibs (und keine Mahnungen) nachweisen können, könnte ein Richter der Aussage, dieses eine Schreiben zufällig nicht erhalten zu haben, vielleicht glauben. Mein Tipp: Zahl sofort die Hauptforderung, nicht aber die Inkasso-Kosten.


    Außerdem würde ich mich gerne über die Unhöflichkeit der Inkassestelle und deren Nicht auskunftswilligkeit beschweren. Hat jemand irgendwelche Ideen?
    Keine Chance, Inkasso-Mitarbeiter brauchen genauso wenig freundlich sein wie Arbeitsamt-Mitarbeiter, denn das sind ja keine Verkaufsgespräche, d.h. der Anrufer ist nicht Kunde, sondern Objekt. Der Vorgesetzte wird denen das auch genau so gesagt haben!

    Ich hab mal eine Callcenter-Job bei einem bekannten deutschen Versandhaus gehabt. Meistens Kundenauskunft, Verkaufen u.ä. im süßlichen Tonfall, manchmal aber auch Inkasso-Anrufe beim Kunden. Das war bei den frustrierten Angestellten dort als Gelegenheit zum Dampf ablassen sehr beliebt, denn da "braucht man ja nicht freundlich sein" ...

  6. #5
    Benutzerbild von PostMortem

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    AW: Mahnungen

    Tja Leute, nun müssen wir hier aber wieder aufpassen, dass wir keine Rechtsberatung leisten. Das dürfen ja nur Anwälte usw....

    Aber wenn ich mal fiktiv annehme, ich würde als Privatpatient auch keine Rechnung von meinem Arzt erhalten (was eh selten ist, da die meisten bei denen ich war über Abrechnungsstellen abrechnen die durchaus noch Mahnung schicken) und bekäme plötzlich Post von einem Inkasso-Unternehmen. Dann würde ich wohl so reagieren:

    1. Anruf in der Arztpraxis mit Bitte um sofortigen Rückruf und deutlich machen, dass Herr Doktor demnächst einen
    Patienten weniger hat an dem er Faktor 2,3 bis 3 verdient

    2. Wenn der mir dumm kommt und nicht mit sich reden lässt:
    a) Arzt wechseln
    b) das Inkasso-Unternehmen auffordern die Grundlage seines Handelns zu erklären (Abtretung der Forderung oder
    Vollmacht des Arztes) und eine detailierte Aufstellung der Forderung zur Verfügung zu stellen

    3. Position aus der Rechnung suchen die unrechtmäßig erhoben wird (und das habe ich bis jetzt noch bei fast jeder
    privatärztlichen Rechnung gesehen, wenn es mich bisher auch trotzdem nie interessiert hat, man will ja sein
    Verhältnis zum Doc nicht unnötig belasten....)

    4. Einspruch gegen die Forderung einlegen (beim Inkasso-Unternehmen und beim Arzt)

    5. Wenn das Inkasso-Unternehmen nur mit Vollmacht handelt und die Forderung nicht abgetreten wurde die gekürzte
    rechtmäßige Forderung unter Vorbehalt (Überweisungsvermerk) an den Arzt zahlen

    6. Abwarten wie die sich auf Einspruch äußern

    7. Mir schriftlich garantieren lassen, dass keine Meldung an Schufa, Bürgel oder sonstwen erfolgt und das ganze sowieso nur ein unglückliches Missverständnis war (gibts später doch Probleme mit einer Auskunft kann man das da direkt zur Löschung des Eintrags hin schicken)