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@ McFly! Erzähl mal!

Erstellt von musicola, 17.01.2004, 00:53 Uhr · 98 Antworten · 7.302 Aufrufe

  1. #1
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    Hi McFly,

    jetzt bist du schon zwei Wochen bei der Bundeswehr, erzähl mal'n bisserl
    was!

    Schon paar witzige Sprüche vom Gruppenführer anhören müssen?

    Extra für dich um dich etwas aufzuheitern hier ein paar
    Possen und Schwänke von der Bundeswehr!

    Und glaub mir, was du gleich liest ist mit Sicherheit die reine Wahrheit.
    Ich war zwei Jahre beim Bund! Man fasst es nicht, was es da alles zu lachen gab über manche Situationen oder Sprüche vom Feldwebel, Uffz oder StUffz!

    Viel Vergnügen:

    Quelle: http://www.unmoralische.de

    Meine Beste Wache überhaupt:


    Wir sind wie üblich im Gänsemarsch zu Vergatterung gelatscht. Vor uns steht ein älterer Feldwebel, der den OvWa machen soll mit braunen (!) Rangabzeichen an denen die "Rennbahn" fehlt und teilt uns mit Verschwörermiene flüsternd das Kennwort mit.
    Nach der Vergatterung erste Vermutungen:

    "Was'n das für einer?"
    " Muß Marine sein, die ham doch goldene Abzeichen, vielleicht hatter die lange nich gewaschen? "
    "Nix Marine, die ham auch ne Rennbahn und die Abzeichen aufm Arm!"

    Der Wachbereich des Haupttores wird flankiert vom Wachgebäude mit dem UvWa und unsereins und dem Büro des OvWa. Das Ganze wurde noch von einem weißen Strich eingerahmt, der den Wachbereich der Wache eingrenzt. Wachbereich ohne triftigen Grund verlassen ist strengstens verboten!
    Zwischen 2 und 3 Uhr morgens schleiche ich als Wache trübsinnig im Wachbereich des Haupttores hin und her, als plötzlich ein Schuß fällt. Hinter die Sandsäcke springen und vorsichtig nach draußen spähen war eins. Beim UvWa geht das Fenster auf:

    "Wer hat da geschossen?"
    "Keine Ahnung, war aber ziemlich nahe."
    "Wo ist denn der OvWa?"
    "Weiß nicht, eben war da noch Licht an."

    Der UvWa versucht nun vergeblich den OvWa anzurufen. Zum Schluß rennt er selbst rüber. Danach überschlagen sich die Ergeignisse: Innerhalb von 15 Minuten sind der Geschwaderkommodore, der Oberfeldarzt, stelliOvWa, UvWa und 2 Sanis da. Riesenwuppdich und für mich die Order die Klappe zu halten, würde mich nix angehen, usw...

    Was war passiert?

    Der OvWa war ein uralter Haudegen. Ganz ganz früher, so kurz nach Adolf waren wohl mal die Rangabzeichen generell braun und die Feldwebel hatten keine Rennbahn auf den Schultern. Jedenfalls stand der Kerl kurz vor der Pensionierung und wollte mit Gewalt noch einmal den OvWa machen. Er macht also die Vergatterung als ob der Russe uns Mikros in die Hosen gewebt hätte und verzieht sich in sein Büro zum pennen, weil er leichtes Fieber hat. Nachts kommt er auf die Idee seine P1 zu reinigen und prompt löst er dabei einen Schuß, der zielgenau das abgeschlossene Aktenbord mit den Geheimbefehlen für den Ernstfall trifft. Der OvWa ist aber zu blöde zu begreifen, daß er den Schuß ausgelöst hat, springt hinters Bett und macht das Licht aus.
    Der UvWa findet den Kerl dann fiebrig zitternd im Büro und holt die Sanis aus der SanStaffel. Die diagnostizieren knappe 39 Fieber und eine dicke Grippe. Da der OvWa aber nun ja Wachvorgesetzter ist, läßt er sich von den Sanis den Wachdienst nicht verbieten, also wird der Oberfeldarzt gerufen. Auch hier hilft es nichts: Der OvWa erkennt die Anweisung des Oberfeldarztes als Fachvorgesetzter nicht an und erklärt, daß er sich die Wache nur vom Kasernenkommandanten verbieten läßt. Der hat aber eine Anreise von knapp 1,5 Stunden, also wird der Geschwaderkommodore hergeholt. Ergebnis: OvWa bleibt im Dienst schlafend im Büro, stelliOvWa macht den Außendienst. Im Morgengrauen wälzt sich der OvWa trotzdem aus dem Bett zur Flaggenparade.
    Er grabscht sich die Fahne aus dem Regal und fragt:

    "Wer hat schon mal Flaggenparade gemacht?"

    Zwei Kameraden und ich melden sich. Der OvWa wirft mir die Flagge in die Arme:

    "Seh zu das Du den Lappen hochkriegst, ist schon hell draußen!"

    Jeder, der weiß, was für ein Zirkus um die Dienstflagge gemacht wird kann nachvollziehen, warum allen der Mund offenstand. Was sollte ich machen, ich hatte einen Befehl bekommen und mußte den nun ausführen. Ich schnappe mir also meine Kameraden, wir stellen uns draußen auf und ich komme bis:

    "Flaggenparade! Achtung!"

    Der UvWa stürzt wie doof aus dem Wachgebäude:

    "Was wird denn das hier? Flaggenparade muß der OvWa machen!"
    "Ich habe gerade Befehl bekommen! Ich zitiere: den Lappen hochzuziehen."

    Wie abgesprochen fährt gerade der Kasernenkommandant in die Kaserne, sieht uns und bleibt stehen und sieht interessiert zu was weiter passiert.
    "Oh Mann, jetzt bau keinen Scheiß" meint der UvWa und verpißt sich. Wir haben dann Flaggenparade gemacht mit allen Schikanen. Ich habe mir vor Nervosität (mittlerweile hatten so an die 20 Leute mitbekommen, daß da gerade drei Gefreite Flaggenparade abhalten) die Lunge aus dem Hals geschrien. Aber das Ding hing richtig herum am Mast.
    Anschließend bekam unser Staffelchef eine kleine Förmliche vom Kasernenkommandanten, weil wir das so gut gemacht haben. Das habe ich aber erst ein paar Wochen später erfahren.

    Einen Tag später wurde eine Sekretärin vereidigt und zum durchsuchen der ramponierten Geheimbefehle abgestellt. Die kaputten Papiere wurden dann unter Aufsicht der Wache verbrannt und per Phantomjäger-Eilkurier ersetzt. Der Jäger kam aus Bayern und hatte sehr deutlich "Ossi-Airlines" am Leitwerk geschrieben...
    (Von Jürgen Bruns)





    Flieger Bröcker


    Auch beliebt war Flieger Bröker (oder so ähnlich). Der arme Mensch war zu doof ein Loch in Schnee zu pissen, löste aber Integrale im Vorbeigehen und konnte alle Länder Afrikas inkl. Hauptstädte im Schlaf aufsagen. Typischer Abi-mit-1,1-aber-sonst-tote-Birne Mensch. Zu allem Überfluß war er mit einer mittelprächtigen Akne geschlagen, die sich von der Korkenasche, die wir uns auf den Geländeübungen ins Gesicht schmieren mußten noch schlimmer wurde. Er geht also zur Sanstaffel und läßt sich vom Arzt eine Salbe und einen Schein zur "Befreiung von der Geschichtstarnung" verpassen.
    Als wir dann wieder mal im Gelände waren und unser Ausbilder (ein richtig scharfer Hund!!) in das blanke Gesicht von Bröker sah, hagelte es erstmal einen Anschiß:

    "Flieger Bröker! Ich glaub ich lüge! Wo ist ihre Gesichtstarnung?!"
    "Ja, aber Herr Unteroffizier, das ist doch... ich meine... ähm ich war doch in der Sanstaffel."
    "Ja und?"
    "Naja, und da bin ich doch Gesichtsbefreit!"

    Anschließend gabs einen Einlauf wegen "Verlassen des Gliedes". Wegen Brökers "Gesichtsbefreiung" sind zwei Kameraden vor Lachen zusammengesackt.

    Bröker hatte feste Gewohnheiten. Unter anderem die, um Punkt 21 Uhr schlafen zu gehen und ab und zu im Schlaf zu sprechen. Wie man sich denken kann wurde er deswegen von allen aufgezogen. Sein einziger Widerstand bestand in dem Wort "Blödmänner" zusammen mit einer Leidensmiene, die jedem Zuschauer vermuten läßt, daß er gleich zu Mutti läuft.
    Bröker war also mal wieder im Bett und pennte und der Zapfenstreich stand an. Der UvD betritt die Stube und ein Kamerad meldet diese als "gereinigt, gelüftet, usw." ab. Mittendrin fliegt Brökers Stiefel in Richtung UvD:

    "Schnauze da! Ich will pennen."

    Der UvD ist total verdattert und geht zu Brökers Bett. Der hat sich zwischendurch wieder umgedreht und pennt selig weiter.

    "Hallo, Flieger Bröker!"
    "Halts Maul!"
    "Flieger Bröker, ich bin der UvD und sie rechtfertigen sich jetzt!"
    "Haha! Verarschen kann ich mich alleine und jetzt verpiß Dich, sonst gibt's was an die Omme!"

    So richtig Ärger hat er dafür nie bekommen. Der UvD wurde von uns aufgeklärt, Bröker schlief weiter und hat geglaubt wir würden ihn verarschen, als wir ihm am andern morgen sagten warum er sich doch mal beim UvD melden sollte.
    (Von Jürgen Bruns)





    Knödel's Fenstersturz


    Letzte Story:
    Gefreiter Knödel (der hieß wirklich so!). Ein Prolet vor dem Herrn! Wenn man Wache hat, herrscht 24 Stunden vorher Alkoholverbot. Das hat aber Knödel nicht interessiert und er ist fröhlich in die Disco gewankt (Zapfenstreich gabs nicht mehr). Er kam um 4 Uhr morgens stockbesoffen in die Stube und mußte zu seinem Spind einmal quer durch. Auf dem Weg dort hin lagen seine Stiefel, die Hose, Hemd und Unterhose (natürlich war er in Uniform in der Disco!). Da stand er nun alkoholgeschwängert in Socken und Unterhemd von seinem Spind und bekam Pinkeldrang. Er macht also das Fenster auf, stellt sich auf die Fensterbank und fällt beim pinkeln aus dem Fenster. Gottseidank war die Stube im Erdgeschoß und er fiel in die frisch angelegten Blumenbeete. Vom Fenster zum seinem Bett zog sich dann eine Spur frisch mit Urin befeuchteter Erde und ein paar Blutspuren. Danach hat er sich ins Bett gelegt und geschnarcht wie ein Bär in der Sonne. Mein Kamerad, der im unteren Bett neben Knödel schlief hatte sich schon vor Tagen einen alten Besenstiel besorgt, mit dem er Knödel anstieß, wenn er allzu laut schnarchte. Diesmal aber nützte anstoßen gar nichts. Mein Kamerad rastete schließlich aus und prügelte regelrecht mit dem Besenstiel auf Knödel ein.
    Morgens war er dann selbst vom UvD nicht wachzukriegen. Angesichts seiner Verletzungen vom Fenstersturz und der blauen Flecken vom Besenstiel wurde dann von oberer Seite gemutmaßt, daß er eine Prügelei angezettelt hätte. Auf der Wache wurde dann seine Alkoholfahne sofort bemerkt, zumal er noch ein paar dumme Sprüche gerissen haben soll. Er hat dann "nur" 3 Wochenenddienste aufgebrummt bekommen.
    (Von Jürgen Bruns)




    Nach Hause, nach Hause, nach Hause gehst du nicht...


    Schauplatz: Kasernenhof (irgendwo in Sachsen), Antreteplatz
    Zeit: Allerletztes Abschlußantreten vor der Entlassung
    Situation: Kompaniechef schreitet das allerletzte Mal die Reihe ab

    Plötzlich bleibt er vor einem Soldaten stehen.

    "Einer von uns beiden ist nicht rasiert, und ICH bin es NICHT."

    Darauf der Soldat:

    "Und einer von uns beiden geht heute nach Hause. Und SIE sind es WIEDER NICHT."

    Die Kompanie grölte.

    Resumee: Dafür bekam der schlagfertige Soldat am Tag seiner Entlassung (!) noch einmal 9 Tage Bau aufgedrückt. Er meinte: "Dafür lohnte es sich !".
    (Von Sven und Uli)







    Wo ist der Panzermotor?


    Bei der Bundeswehr ist es so üblich, dass die Kompanie morgens vor Dienstbeginn zur Befehlsausgabe vor dem Block antritt. Der Kompaniefeldwebel trat also vor die versammelte Mannschaft und ließ nach der obligatorischen Begrüßung die erste Meldung aus dem Sack. Und die hatte es in sich.

    'Männnaaahhh, der Lagerbereich XXX vermißt einen Panzermotor. Weiß jemand etwas über dessen Verbleib?'

    Jeder, der schon mal einen Panzermotor gesehen hat, kann sich vorstellen, warum die Kompanie anschließend Schwierigkeiten hatte, die militärische Disziplin aufrechtzuerhalten...





    Null?


    Unglückliche Umstände wollten es, dass unsere Kompanie noch kurz vor meiner Entlassung zu einem einwöchigen Schießplatzaufenthalt nach Ehra-Lessien ausrücken mußte. In der Stammeinheit ist so ein Aufenthalt eigentlich recht spaßig, da der ganze Dumm-Fick i.d.R. entfällt; aber dieses mal war ich nicht sonderlich begeistert. Denn eine Woche Schießplatz hinterläßt eine Menge Dreck in der G3 - und das wenige Tage vor der Endreinigung. Also hieß die Devise 'Seilen ohne Ende'.
    Auf einem Truppenübungsplatz ist das auch nicht weiter schwierig. Vor den Kampfbahnen müssen die Soldaten sogenannte Rennen bilden (Ein Rennen ist eine Gruppe von Soldaten, die gemeinsam auf die Kampfbahn gehen). Wenn man in etwa die Zeit abschätzen kann, die eine solche Gruppe auf der Bahn verbringen wird, wählt man natürlich ein Rennen, das garantiert n i c h t mehr vor dem Mittagessen dran sein wird. Nach dem Mittagessen wiederholt man das Spielchen auf einer anderen Bahn. Die Warterei überbrückt man am Kantinenwagen oder macht zum Zeitvertreib etwas Stationsausbildung. Eine andere Möglichkeit ist es, mit dem Shuttle-Bus von einer Kampfbahn zur nächsten zu fahren, dort auszusteigen und auf den nächsten Bus zu warten. So kriegt man auch den Tag um. Wenn einem das zu langweilig wird (und es wird, das kann ich sagen), dann kann man sich ja immer noch als MG-Schütze melden...
    Aber man darf nicht zu übermütig werden. Am Tag Vier saßen wir abends auf der Stube und reinigten die Gewehre. Ich, mitten dem Rücken zur Tür, hatte locker alle Viere von mir gestreckt und das saubere, zusammengesetzte Gewehr vor mir auf dem Tisch liegen. Meinen Null-Schuß Plan hätte ich eigentlich aus lauter Langeweile schon längst aufgegeben, Endreinigung hin oder her, wenn ich nicht von dem Ehrgeiz gepackt worden wäre, mal eine Woche auf einem Truppenübungsplatz ohne Abgabe eines einzigen Schußes verbracht zu haben. Plötzlich öffnete sich die Tür.

    Na, Gefreiter Gansel, so entspannt heute? Wenn sie mir jetzt sagen, ihre G3 sei gereinigt, dann glaube ich ihnen das nicht.

    Ouh Ouh, Stimme vom Hauptmann. Holy Shit.

    Ähhh, das Gewehr ist gereinigt.
    Das wollen wir doch mal sehen. Nehmen sie es mal auseinander.

    Ich nehme also den Püsterich auseinander, Hauptmann guckt ins Rohr, fingert im Patronenlager rum und findet - nichts.

    Kaum zu glauben, ihr Gewehr ist tatsächlich gereinigt. - Sagen sie mal, wieviel Schuß haben sie eigentlich abgegeben?
    Äh, das kann ich nicht so genau sagen. Gezählt habe ich nicht.
    Schätzen sie mal.
    Ähm, so viele waren das nicht.
    Schätzen sie doch mal etwas genauer.
    So, ähh, plus/minus Null.

    Es folgten einige Sekunden des Schweigens. Dann, etwas ungehalten aber nicht unbedingt unfreundlich:

    Herr Gefreiter Gansel, morgen nach dem Antreten melden sie sich bei mir. Ich sorge dann höchstpersönlich dafür, dass sie im ersten Rennen schießen werden.

    Leider, Leider wurde der Hauptmann dann am nächsten Morgen direkt nach dem Antreten von einem reich dekorierten Lamettahengst entführt. Da wollte ich wegen einer solchen Lappalie ja auch nicht stören...





    'Schüttelhannes'


    Der Gefreite Schüttelhannes war in der Kompanie bekannt wie ein bunter Hund. Eigentlich hieß der Gute ja Schleppkenhans*, aber nach einem 'Wachvorfall' der besonderen Art nannte ihn kaum noch jemand so.

    Schleppkenhans und einige seiner Kameraden lagen abends in der Wachstube in ihren Feldbetten und versuchten, bis Beginn der nächsten Schicht noch etwas Schlaf zu finden. Das heißt, alle außer Schleppke versuchten es, denn Schleppke hatte Druck und holte sich erst einmal einen runter. Seine Kameraden sagten angesichts des unterdrückten Keuchen und Stöhnens in der Wachstube erst einmal nichts. Wenn der Arme so einen Hormonstau hat, dann sei ihm der Abbau auch gegönnt.
    Aber Schleppkenhans war ein Genießer. Kurz vor dem Abgang legte er eine Pause ein, um dann frisch gestärkt wieder ans Werk zu gehen. Dieses Spielchen wiederholte sich einige Male. Schließlich wurde es seinen Kameraden zu bunt:

    'Hör auf zu schütteln, Hannes. Wir wollen schlafen.

    Ähmmm, ich habe nicht gewichst, ich hab' mich nur am Kopf gekratzt...

    Das war das Ende von Schleppkenhans und die Geburt von Schüttelhannes...

    Aber Schleppke's Aufstieg zum Deppen der Kompanie hatte schon viel früher begonnen. Am ersten Tag nach der Einberufung ist es üblich, die neuen Rekruten durch die Kaserne zu führen, um sie mit den Lokalitäten vertraut zu machen. Nach einem solchen Rundgang stand der Zug angetreten vor dem Block und erwartete die Anweisung 'Auf die Stuben wegtreten' von ihrem Zugführer. Doch dieser vergewisserte sich vorher noch, ob alle Fragen geklärt seien. Schüttelhannes hatte selbstverständlich noch eine:

    'Wo war eigentlich noch mal der Parkplatz?'

    Der Zug bedankte sich anschließend für die zusätzliche Kasernenrunde.

    Schleppke war es auch, der fragte, ob er an der BW-Tankstelle auch sein Privat-PKW betanken dürfe. Im Gelände blieb Schleppke, obwohl soeben Stellung befohlen wurde, aufrecht stehen, kramte umständlich in seiner Hosentasche herum, holte sein Taschentuch heraus und trompetete lautstark hinein.

    'Schütze Schleppkenhans! Es ist Stellung befohlen!'
    Aber... Aber... ich mußte mich doch schneuzen...

    In der Stammeinheit arbeitete Schüttelhannes als der Eierschunkler vom Refü. Jeder Soldat, der sein Büro betrat, wurde mit den folgenden Worten begrüßt:

    'Hallo, komm rein, setz dich und nimm dir ein Keks. Oh, wir haben ja keine Kekse. Also setz dich nur.'

    Wenn man also wartet und wenn während der Wartezeit 4 oder 5 weitere Soldaten das Büro betreten, die alle mit dem selben Spruch empfangen werden, dann ist man wirklich bereit, die mühselig auf den Schießplatz antrainierten Fähigkeiten in der Praxis einzusetzen, wenn nur die blöden G3's nicht unter Verschluß wären...

    * Name von der Red. geändert.



    'Wildsau'


    Das wäre Obelix nicht passiert: Auf der nächtlichen Flucht vor einem Wildschwein ist ein Bundeswehrsoldat im westfälischen Coesfeld auf einen Baum geklettert und rief per Handy die Polizei um Hilfe. Die Beamten kamen auch prompt, 'trafen aber keine Sau mehr an', berichtete ein Polizeisprecher. Daraufhin traute sich der Soldat vom Baum herunter und bedankte sich bei seinen Rettern. Der 23jährige war nach einem Diskobesuch auf dem Weg in die Kaserne im Wald von dem Tier überrascht worden. Für einen Kampfeinsatz gegen Wildschweine war er offenbar nicht ausgebildet worden.
    (Aus der Recklinghäuser Zeitung vom 29.7.1999)





    Hubschrauber-Löschbereitschaft:


    Ich war damals in meiner Stammeinheit in der GFZ-Kaserne in Mainz. Auf dem Gelände befindet sich auch das Gebäude des Stabes des WBK 4 (Wehrbereichskommando).

    Auf dem Gelände befand sich weiterhin ein kleiner Hubschrauberlandeplatz für VIP-Flüge. So etwa 3 mal die Woche landete denn auch entweder ein hohes Tier vom Militär oder auch mal ein Politiker. Prominentestes Beispiel war z.B. Kanzler Kohl auf dem Weg in ein Gericht in Mainz (ging damals durch die Presse...).

    In dieser Kaserne tat sich keiner weh, seilen gehörte zum guten Ton, die Kappenpflicht war aufgehoben (wegen der ganzen Lametta-hengste vom WBK) und Wache mußte man auch nicht schieben (die übernahm ein ziviler Wachdienst !).

    So weit, so gut.
    Der ranghöchste Offz der Kaserne war ein 2-Sterne-General. Den kannte man höchstens vom Vorüberfahren seines Dienstwagens. Aber sein Stellvertreter, ein strenger Oberst, war öfter auf besagtem Hubschrauberlandeplatz anwesend. Wohl meist um ebenso besagte (militärische) VIP´s zu begrüßen.

    Jetzt kommt unsere Aufgabe ins Spiel: Die Bereitschaft unserer Einheit (immer 2 Mannschaftsdienstgrade) wurde eigentlich nie gebraucht, außer ein Helikopter landete. Kurz vorher wurden dann vom WBK telefonisch 2 Mann angefordert. Am Landeplatz befand sich außer viel Asphalt absolut keine Sicherheitseinrichtung außer einem 250 Liter Tankwägelchen auf einem Anhänger, den man per Hand ein Stückchen aus seiner halboffenen Garage zog, den Schlauch in die eine und den Abzugshahn in die andere. Wir hatten natürlich öfter mal mit den Heli-piloten geplauscht und die meinten: Wenn der Heli brennt, dann nichts wie weg, mit dem Ding ist da eh´ nichts zu machen.
    Das ganze war also ziemlich für die Hasen...

    Also, es kam mal wieder ein Heli mit 'nem französischen General und 2 meiner Kumpels standen an der Spritze (einer für den Schlauch, der andere zum Grüßen, sollte ja zackig aussehen !). Und ich fuhr mal wieder meine Lieblingsstrecke im BW-Kübelwagen (Ja, genau das absolute Hasen-Kabrio mit klappbarer Frontscheibe !) zum Landeplatz, denn da konnte man so richtig gut Powerslides üben :-)

    Dummerweise kommt genau nach 'ner halben Minute dieser Oberst an um auf den Heli zu warten. Unsere, äh, Übungen hatten wir gottseidank noch nicht gestartet, aber jetzt einfach über die Ausfahrt an ihm vorbei und womöglich erklären was wir denn hier zu suchen haben...nein, dachten wir (zu zweit im Wagen), die Blöße geben wir uns nicht. Also richtig vorschriftsmäßig exakt parallel und Stoßstange an Spritze neben die Jungs von der Löschbereitschaft gefahren.
    Der Oberst grüßt, wir aus dem (offenen) Kabrio zurück. Der Oberst grüßt die Löschbereitschaft, die Löschbereitschaft zurück (wie immer). Und da kommt auch schon der Heli angeschwebt. Heli landet, General steigt aus, Heli startet (wie immer). Der Oberst grüßt den General, der General zurück (wie immer). Ein Wagen fährt vor, der General steigt ein, der Wagen fährt ab (wie immer?).

    O.K. Wir fahren Richtung Ausfahrt Hubschrauberlandeplatz.

    NEIN !!!, die haben den Oberst vergessen. Verdammte Hacke! Der kommt auf uns zu. War ja klar. Ist nicht wie immer gewesen, da muß er doch nachhaken.
    Ich werd immer nervöser.

    An der Ausfahrt fängt er uns ab.
    Oberst: "Guten Tag meine Herren, welche Aufgabe haben denn SIE eigentlich ???"
    Ich (mich reitet der Teufel): "Keine, Herr Oberst!"
    Oberst (völlig entgeistert): "Keine ???"
    Ich: "Absolut gar keine!"
    Oberst (völlig verdattert): "Keine...hmmm,ähh,gut, weitermachen..." -
    streicht sich über den Bart und biegt schnellen Schrittes um die Ecke.

    Die Löschbereitschaft (in Hörweite) versucht bereits krampfhaft das LACHEN hinter ihren Sonnenbrillen zu verstecken. Als der Oberst ausser Sichtweite ist, bricht mein Beifahrer zusammen mit den 2 an der Spritze mit schallendem Gelächter völlig zusammen...
    (Von Christoph S.)


    Fortsetzung folgt...

  2.  
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  3. #2
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    Kategorie: AUSBILDERSPRÜCHE


    Situation: Die Rekruten sind zu langsam / führen Befehle schlurig aus

    Hackengas!


    Drehzahl!


    In Wallung kommen!


    Das war garnichts. Nochmaal!


    Männaaa, das muss schneller gehen!!!!!!


    Ihnen kann man beim Laufen ja die Schuhe klauen!!!


    Ihnen kann man beim Laufen ja die Hufe besohlen!!!


    Bewegen Sie ihren häßlichen Körper!


    Wenn Sie ´nen Schritt langsamer gehen, gehen sie rückwärts.


    Wenn ich Marsch Marsch sage, berühren Ihre Füße den Boden nur noch zum Richtungswechsel.


    Die Beine bilden zwei rotierende Scheiben, und die Füße berühren den Boden nur für die grobe Richtungsänderung!


    Wenn ich Marsch Marsch sage, bilden Arme und Beine rotierende Scheiben.


    Sie haben 3 Minuten, zwei davon sind um!!


    Kommse ran, kommse ran.


    Zeitansatz: t=10 Sekunden.


    Schütze, wenn es Ihnen schwarz vor den Augen wird, dann sind Sie eingeschlafen!


    ... und wenn es wieder bunt wird, dann sind sie am Träumen!
    Nehmen Sie Ihren Finger aus dem Arsch und bewegen Sie sich!


    Haut die Hacken in den Teer, ich will Gummi riechen!


    Bewegung, Bewegung, Bewegung!


    Jetzt aber Ballett!


    Los, los! Lassen Sie sich nicht feiern!


    Soldat, Sie haben etwas verloren - Geschwindigkeit!


    Zeitansatz 30 Sekunden! 29.. 28.. 27.. ZEITSPRUNG! 10.. 9..


    z.m.z.z.z.: zu mir, zick, zack zügig!


    In dieser Zeit hätte meine Oma eine ganze Insel bevölkert!


    Marsch, marsch heißt: Arme und Beine bilden rotierende Scheiben, die lediglich zur groben Richtungsveränderung den Boden berühren und das Klappern des Stahlhelms geht in ein leichtes Summen über / an den Kanten des Stahlhelms bilden sich Kondensstreifen!

    ****************

    Situation: Die Rekruten stehen beim Antreten nicht so, wie sie stehen sollten

    Wenn ich sage stillgestanden, rührt sich kein Schwanz mehr und wenn der Himmel voller Vo**en hängt!


    Wenn ich sage stillgestanden, rührt sich kein Sackhaar mehr und wenn der Himmel voller Vo**en hängt!


    Der Blick ist frei geradeaus, auch wenn der Himmel voller Vo**en hängt!


    Der Blick ist frei geradeaus, auch wenn es Vo**en regnet!


    Der Blick ist frei geradeaus, auch wenn ich mir direkt neben Ihnen einen runterhole.


    Sie stehen im Stillgestanden, da wird sich nicht bewegt. Auch wenn eine Biene kommt und ihnen das Auge aussaugt, es rührt sich nix.


    Drei Mann hintereinander, viele, viele nebeneinander...


    Was ist das denn für ein Pissbogen?


    Sind Sie ein Kartoffelsack? Nehmen Sie gefälligst Haltung an!


    Sie stehen da wie eine schwangere Lerche!



    *******


    Situation: Die Soldaten marschieren nicht so, wie sie es sollten

    Haben Sie fette Eier oder warum laufen Sie so komisch?


    Halten Sie die Rotten ein!


    ******



    Situation: Der Rekrut hat eine oder beide Hände in den Hosentaschen

    Hände vom Sack! Sonst sind Ihre Hände weg, wenn Ihre Eier platzen.


    Nehmen Sie ihre Hände vom Sack! Oder haben Sie Geburtstag, daß Sie an Ihrer Kerze spielen?


    Nehmen Sie mal die Hände vom Sack, heut' ist Donnerstag, da ist Druck drauf.


    Wollen Sie verreisen, die Hände haben Sie ja schon eingepackt!


    Haben Sie Angst vor Eichhörnchen oder warum halten Sie Ihre Nüsse fest?


    Eine Hand in der Tasche ist lässig, zwei sind unzulässig.


    Sind Sie bei der Luftwaffe? Nein? Dann sofort die Hände vom Knüppel!


    Sind sie ohne meines Wissens zum General befördert worden? Halten sich wohl an ihren Stab?


    Soldat, wenn Ihnen kalt ist, tauschen Sie Ihre Hose gegen Handschuhe um!


    Sie verstoßen gegen Sicherheitsbestimmungen: Nehmen Sie Ihre Hände vom Rohr!


    Sind Sie bei der Marine? NEIN? Dann nehmen Sie Ihre Flossen vom Sack!


    Sind Sie ein Fisch? Nein? Dann sind das auch keine Schwanzflossen!


    ********



    Situation: Der Rekrut lehnt an einer Wand

    Die Wand steht auch ohne Sie!


    Schütze, die Wand steht auch von alleine!


    Die Wand steht da schon seit zwanzig Jahren. Meinen Sie, die fällt um, wenn sie Hanswurst sich nicht dagegenlehnen?


    Soldat, wenn die Wand gleich umfällt, hat der Klügere nachgegeben.


    **********



    Situation: Der Rekrut versucht, Ihren Befehl in Frage zu stellen oder redet dazwischen.

    Kopf zu, da gibt’s nix zu labern, diskutieren können Sie in der Disko.


    Sie sind ein einfach strukturierter Infanterist, Sie sollen nicht denken.


    Wenn Gott gewollt hätte, dass sie mich anlabern, dann wären sie meine Frau geworden.


    Haben sie das schon mal ihrem Friseur erzählt?


    Ich stelle hier die Fragen.


    Ein Soldat denkt nicht, er handelt.


    Sie scheinen mich mit jemandem zu verwechseln, den das interessiert.


    Hat einer die Null gewählt, dass sie sich melden?


    Ruhe! Oder hat jemand gesagt Mülleimer auf?


    Habe ich vom Kuchen erzählt, daß sich die Krümel melden?


    Wenn ich sage 'springen', dann fragen sie 'wie hoch'. Klar?


    Machen Sie, Sie machen das schon, sonst mach Ihnen einen.


    Wir können nicht alle gleichzeitig reden, aber gleichzeitig singen!


    Rekrut!!! Halten Sie den Mund, wenn Sie mit mir reden!!!!


    Es ist dem Untertanen untersagt seine beschränkte Einsicht als Maßstab an die Handlung der Obrigkeit anzulegen. (Baadische Landtagsordnung ~1850)


    Wenn Sie handeln wollen, gehen Sie auf einen türkischen Basar und kaufen Sie sich einen Teppich!


    Wenn ich etwas sage, dann ist das keine Bitte / dann ist das für Sie Gottes Wort / dann müssten Sie eigentlich auf den Knien liegen (und darum betteln, mir einen Handkuss geben zu dürfen)


    Das mit dem gehorchen üben wir jetzt: Einatmen, ausatmen, einatmen, Stopp. Tschüß, bis Morgen!


    *************


    Situation: Die Kleidung des Rekruten ist unter aller Sau

    Richten sie mal ihre Koppel, das ist doch kein Sack-/Büstenhalter.


    Wollen Sie im Zirkus auftreten?


    Mit dem Krawattenknoten können Sie einen Feind erschlagen!


    Sie haben eine Hose an, da geht mir glatt die Hose auf!


    Richten Sie Ihren Kragen und krempeln Sie ihre Schlaghosen um - Elvis ist schließlich tot!


    Ihr Anzug macht scheiße! (Wenn der Kragen unordentlich ist)


    Kennen Sie den Graf aus der Sesamstraße? Der hatte einen noch beschisseneren Kragen als Sie!!!


    Was machen Sie richtig was alle anderen falsch machen?


    Sind Sie überfallen worden?


    Wer hat Ihnen das angetan?


    Hat Sie sonst Ihre Mutter angezogen?


    ************



    Situation: Der Schuhputz des Rekruten muß verbessert werden

    Schütze, ist Ihnen ein LKW über die Schuhe gefahren?


    Funker, wollen Sie uns den schönen Standortübungsplatz entwenden???


    Haben Sie eine Erlaubnis der Standortkommandantur, den Übungsplatz durch den Block zu schleppen?



    ************



    Situation: Der Soldat ist unrasiert.

    Soldat! Leiden sie an einer Wasserallergie?


    Haben Sie Schamhaare im Gesicht? Rasieren!


    Sie sehen ja aus wie ein ... [Wilddieb, Pirat, Räuberhauptmann]


    Ist Ihnen ein Bär ins Gesicht gefallen?


    Hat Ihnen ein Bär im Gesicht gesessen?



    **********


    Situation: Der/die Soldat(en) antwortet zu leise

    Ich kann Sie nicht verstehen.


    Ich höre nix, Sie haben ja nur Luft im Sack!


    Sind wir hier im Mädchenpensionat? Reden Sie gefälligst lauter!


    Nehmen Sie den Lockenwickler aus dem Arsch und antworten richtig!


    Wo steckt der Kerl? Hat den irgendjemand gesehen?


    ***********



    Situation: Der/die Soldat(en) sind zu laut.

    Da is Ruhe drin!


    Wir können nicht alle gleichzeitig reden, aber gleichzeitig singen!


    Sie sind so laut, dass ich mein eigenes gedachtes Wort nicht mehr höre!


    Wir können zusammen singen, aber reden tut immer nur einer. Im Moment bin ich das!


    ************



    Situation: Die Rekruten verhalten sich mimosenhaft.

    Wo kein Schnee liegt kann gelaufen werden.


    Es ist nicht kalt, Herr Schütze, oder sehen Sie hier Eisbären rumlaufen?


    Ihnen ist kalt? In diese Richtung 300 Marsch Marsch!!!


    Immer noch kalt? In diese Richtung tiefste Gangart, Zeitansatz t=30 Sekunden, Marsch Marsch!!!


    Ein deutscher Soldat zittert nicht vor Kälte, sondern vor Wut darüber, daß es nicht noch viel kälter ist - dann wärmt er sich an einem Eisblock!


    [Rekrut will nicht in den Regen] Hören Sie! So schlimm kann es gar nicht sein! Der meiste Regen geht doch sowieso an Ihnen vorbei, oder?!?!


    Solange Sie noch den Mund aufmachen können, kann es Ihnen nicht schlecht gehen.


    Nun reissen Sie sich mal zusammen! Sie sind hier schließlich bei der Bundeswehr und nicht bei der Luftwaffe!


    Sie stehen in der Tradition der deutschen Infanterie, seien Sie doch ein bißchen stolz!


    Männer, Geheule einstellen, Rock ausziehen, Zöpfe abschneiden.


    Rekrut, ziehen Sie sich gefälligst den Finger aus dem Arsch!!!


    Bei Hitze: Sein sie froh, es liegt kein Schnee


    Bei Regen: Sein sie froh, es gibt keine Mücken.


    Bei Kälte: Sein sie froh, sie bekommen keinen Sonnenbrand.

    ***********




    Situation: Eine Erzieherische Maßnahme ist notwendig.

    Tiefste Gangart, bis zum Horizont vorgleiten, abschlagen und im Laufschritt zurück.


    Sie treten jetzt nach links weg, bis ich Sie von rechts wiederkommen sehe!


    In diese Richtung weggetreten! Marsch Marsch!


    Sie laufen jetzt bis zum Horizont, klatschen diesen ab und kommen zurück.


    Sie werden jetzt zum Horizont gleiten: Das bedeutet, sie werden mit der Nase eine Furche in den Boden ziehen und mit ihren Eiern wieder zuschütten!


    Sie laufen so lange gerade aus bis Sie mich nicht mehr hören! (Der Ausbilder läuft dabei hinter dem Rekruten her)


    Graben Sie ihren Helm ein! - Vom Absetzen habe ich nicht gesagt!


    ***********



    Situation: Ich habe bei meiner Alten keinen hoch gekriegt, bin tierisch sauer und muss dringend jemanden zusammenscheissen...

    Mir platzen gleich die Eier!


    Mir platzt hier gleich die Hose!


    Mir platzt hier gleich die Halsschlagader!


    Ich glaub, mir platzt hier gleich der Arsch!


    Gleich platzt mir der Arsch - und dann fliegt hier die Scheisse!


    Mir platzt hier gleich dermaßen der Sack - dass werden Sie kaum überleben!


    Mir fällt hier gleich ein Ei aus der Buchse!


    Gleich kreist hier der Hammer!


    Gleich kreist hier der Plocker!


    Der Himmel möge sich auftun, ein Arsch müßte erscheinen und Sie alle zuscheißen!


    Sie hat wohl der Blitz beim letzten Schiß erwischt!


    Wenn ich so ein Gesicht hätte wie Sie, dann würde ich mir den Arsch rasieren und rückwärts laufen!


    Wenn diese Ader schwillt [Der Ausbilder zeigt dabei auf seine Hauptschlagader], dann verdunkelt sich der Himmel und Vöglein gehen zu Fuss, und dann bin ich sauer.


    Ich reiße ihnen den Arsch auf, dass dort Kirmes ist!


    Ich reiße ihnen den Arsch soweit auf, dass ich mit einem Panzer darin wenden kann!


    Da bekomme ich das kotzen, aber das Kalte...


    Haben Sie schon mal jemanden Eiswürfel kotzen sehen? Nein? Aber da ich gleich das kalte Kotzen bekomme dauert es nicht mehr lang...


    Gleich wachsen mir Hörner und dann gehen wir durch die Hölle!


    Ich habe einen Tipp für Sie: Zurückentwickeln und abtreiben!


    Ich wüsste gerne, was Ihre Eltern zum Thema „postnatale Abtreibung“ sagen.


    Als Sie geboren wurden, ist Ihr Vater wohl auch nach draußen gerannt, um den Storch zu erschießen?



    **********


    Situation: Der Rekrut ist leicht beschränkt oder stellt sich besonders tollpatschig an.

    Spreche ich Kishuaeli oder was?


    Ja red ich kyrillisch?


    Und so etwas wie Sie verbraucht Sauerstoff!


    Ihren Kopf haben sie auch nur, damit es nicht zum Hals hineinregnet!


    Ihren Kopf haben sie auch nur, damit dir Krawatte nicht drüberrutscht!


    Wenn das jetzt nicht klappt, dann föhn ich Sie weg!


    Das klappt jetzt, sonst machen sie solange Liegestütze, bis ich anfange zu kotzen!


    Ein deutscher Stahlhelm fällt nur einmal!



    ***********


    Situation: Ich muß den widerspenstigen Rekruten begreiflich machen, dass ich der Chef bin.

    Sie werden Vater und Mutter vergessen, mich aber niemals!


    In der Bundeswehr bin ich vielleicht nur ein kleines Licht, aber für Sie bin ich die Sonne!


    Wir pfeifen bald ein Lied zusammen, ich auf der Pfeife und Sie auf dem letzten Loch.


    Ich fresse sie auf und scheisse sie an die Wand!


    Ich greif Ihnen in den Hals und zieh Sie auf Links!


    Ich reiß Ihnen den Kopf ab kack' Ihnen in die Speiseröhre!


    Wollen wir Hubschrauber spielen? Sie rotieren und ich mache die Geräusche!


    Ich tret' ihnen gleich so in den Arsch, dass Ihnen meine Schnürsenkel zum Hals rauskommen!

    **********


    [Ausbildereinstieg in die Grundausbildung] Männer, ich habe zwei Hobbies! ABC-Ausbildung und Fussball spielen! Hat jemand einen Ball dabei?
    .....Für die vollkommen unwahrscheinliche Situation das ein Soldat darauf mit "JA!" antwortet:
    Prima, Rekrut! Dann können wir ja beides verbinden! Fußball unter ABC-Schutz!


    Wenn ich stehe dann knien sie, wenn ich knie dann liegen sie, wenn ich liege dann graben sie sich ein und wenn ich mich eingrabe DANN HABEN SIE DIE ARSCHKARTE!!!


    Mein Name ist Meier. Mein Vorname ist Stuffz. Und das buchstabiert sich Golf Oscar Tango Tango


    ************


    Situation: Der Rekrut versuchte, besonders witzig zu sein.

    Ich lach mich neukrank...


    Habe ich Heiterkeit befohlen?


    Haben Sie einen Clown gefrühstückt?


    Haben Sie einen Kasper verschluckt?


    Wenn Sie sich freuen, mich zu sehen, dann wedeln Sie mit dem Schwanz. Aber stellen Sie das blöde Gegrinse ab!


    Sie haben wohl mit Peter Lustig gevögelt!



    ***********


    Situation: Ein Rekrut führt den Befehl 'Stellung!' mangelhaft aus.

    Soldat! Gehen sie in Stellung oder geben sie den sterbenden Schwan?


    Wenn es heißt Stellung, dann machen sie sich klein und häßlich.


    Aber am Wochenende klappt das mit dem Stellung wieder, wa?


    *********



    Situation: Der Spind des Rekruten sieht aus wie Sau.

    Ihr Spind sieht aus wie der Rucksack von Luis Trenker!


    Ihr Spind sieht aus wie ein Handgranatenwurfstand!


    Ich verfolge Sie bei weiteren Schlampereien bis ins Wertfach!


    Da ist ja noch der halbe Wald drin.


    **********



    Situation: Die Stube sieht aus wie Sau.

    Stand hier jemand auf dem Tisch? Nein? Und wer hat dann die Lampe geputzt?


    Auftrag erkannt? Gut. Mängel abstellen!


    Rekrut, ihre Mutter hat angerufen, sie sollen ihr Zimmer aufräumen.


    Hier riechts ja wie im ... [Pumakäfig, orientalischen Puff...]


    **********


    Situation: In der Waffe des Rekruten findet sich Staub.

    Da ist ja noch der Sand vom vorigen Jahr drin.


    Da sind ja Elefanten drin.


    Da ist ja noch der ganze Standortübungsplatz drin.


    Sehen Sie mich noch?



    ***********



    Situation: Die Rekruten laufen im Kasernenbereich mitten über den Rasen

    Hey, Sie, wenn Gott gewollt hätte, dass da ein Weg ist, hätte die StOV den geteert!





    So... ich kann nicht mehr....

    *LachtränenausdenAugenwisch*

  4. #3
    Benutzerbild von musicola

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    Fortsetzung der Possen und Schwänke:

    Für Offiziere...


    Als mein Kumpel auf einem Fliegerhorst Dienst tat, war es üblich, daß der Dienstbeginn inkl. Wetter per Fliegerhorst-Rundsprechanlage bekannt gegeben wurde. Das mußte dann eine Wehrdienstleistender machen und hörte sich etwa so an:

    "Guten Morgen! Das Wetter: blabla...Es ist 7.30, Dienstbeginn."

    An seinem letzten Tag machte der W15er wie üblich seine Meldung. Anschließend knackte es noch einmal und es kam die Meldung:

    "Nochmal für Offiziere: Es ist dann 7.30 Uhr, wenn der kleine Zeiger auf der 7 steht und der Große auf der 6!"

    Drei Minuten später meldete sich der Geschwaderkommandant mit den Worten:

    "Derjenige der das gesagt hat, soll sofort zwecks Wehrdienstzeitverlängerung bei mir antreten! Das ist ein Befehl!"

    Resultat: 3 Wochen nachdienen.
    (Von Jürgen Bruns)





    Mein 'bestes' Schießergebnis


    Während unserer Grundausbildung mußten wir jede Woche für einen Tag auf die Schießbahn. An einem dieser Tage stand auch ein Übungsschießen mit der MP (UZI) auf dem Plan. Geschossen wurde mit 12 Kugeln auf eine Zielscheibe. * Ich schoß also. Anschließend begutachtete der als Sicherheitspersonal eingeteilte Stuffz die Zielscheibe.

    Stuffz: 'Nicht schlecht, Schütze Gansel. Bis auf zwei alle ins Schwarze. Zur Belohnung dürfen sie gleich mit dem Tonner zurück in die Kaserne. Schreiber, 144 Punkte.'
    Ich: 'Ähmm, das geht nicht. Ich kann keine 144 Punkte haben.'
    Stuffz: (schaut sich die Scheibe nochmals an) Für mich sind und bleiben das 144 Punkte.
    Ich: 'Kann nicht sein.'
    Stuffz: 'Und warum, wenn ich fragen darf?'
    Ich: 'Ich habe 12 Schuß abgegeben, das Schwarze zählt 10 Punkte. 10*12 ergibt was?
    Stuffz: 'Ähhmm, ich glaube, sie haben recht. Das müssen wir wohl nochmal rechnen.'

    Das Schießergebnis war aber trotzdem noch gut genug, um als Belohnung mit den Tonner in die Kaserne zurückfahren zu dürfen. 5 km Marsch und Gesang gespart (-:


    --------------------------------------------------------------------------------
    *Wenn sich jemand beschweren will, weil mit der UZI niemals mit 12 Kugeln geschossen wird: Diese Geschichte liegt schon einige Jahre zurück und mit wie vielen Kugeln nun tatsächlich geschossen wurde, kann ich im Nachhinein nicht mehr sagen. Für die Geschichte ist das aber auch nur nebensächlich.





    Zwoter, bitte kommen!


    Auf meiner letzten Übung bei der Bundeswehr spielte sich eines Abends folgendes Miniaturdrama ab: Abends um halb 10, nach einer Nacht ohne Schlaf wollte unser Zugführer jemanden anfunken. Man hörte also:

    'Acht zwo, hier Zugführer zwoter, bitte kommen!'

    Nur hatte der gute Mann völlig vergessen, dass er den Zug gewechselt hatte. Ergebnis: Er rief sich selber, da acht zwo die taktische Abkürzung von Zugführer zwoter war. Naturgemäß fühlte sich jetzt niemand veranlaßt zu antworten. Dieses Schweigen im Äther wurde zuerst noch geduldig aufgenommen:

    'Acht zwo, hier Zugführer zwoter, bitte kommen, bitte kommen!!'

    Natürlich wieder keine Antwort. 30 Sekunden später:

    'Acht zwo, hier Zugführer zwoter, bitte KOMMEN KOMMEN!!!!'

    Stille, aber nur noch 10 Sekunden (die Geduld ging zu Ende):

    'Acht zwo, Acht zwo, hier Zugführer zwoter, hier Zugführer zweiter, KOOOOMMMMENNN!'

    Inzwischen war wohl alles was auf der Frequenz hören konnte nur noch am Gröhlen, der Humor war wie immer einseitig, dem guten Mann riß nun endgültig der Geduldsfaden:

    'Acht zwo, WENN SIE NICHT AUF DER STELLE ANTWORTEN DANN KOMME ICH PERSÖNLICH VORBEI UND DANN BRINGE ICH IHNEN BEI, WAS ES HEIßT, MIR NICHT ZU ANTWORTEN!'

    Es erbarmte sich der Feuerleituffz, machte seinen Bagger auf und rief: Das sind sie doch selbst" hinüber. Man konnte die darauffolgende Stille regelrecht hören, was auch daran lag, dass inzwischen kaum noch jemand Luft zum Atmen hatte.
    Wer dachte, das war es jetzt, der wurde eines besseren belehrt. Zwanzig Sekunden später:

    'Zwotes, hier Zugführer zwote, bitte kommen.'

    Na, endlich, wir waren gemeint, also Antwort:

    'Zugführer zwoter hier zwotes kommen'

    Und nun kam es:

    "Hier, (Pause), ähhh, (längere Pause), mhhh, (ganz lange Pause), WER ZUM TEUFEL WAR ICH JETZT NOCH MAL, (Pause), äh, (lange Pause in der detulich vom Feuerleituffz der Ruf zu hören war: "Zugführer zwoter"), ach ja, hier Zugführer zwoter, wieviel Schuß haben Sie noch am Geschütz, kommen?"

    Zur Antwort mußte mein Funker aufs Dach der Haubitze klettern, damit unser Lachen nicht über Funk zu hören war.
    (Von Florian Trombach)





    Fähnrich F., die erste:


    Der dämlichste Vorgesetzte, den ich bei der BW erlebt habe, dass war Fähnrich F. Er kam als Fahne, wurde Oberfahne und ging als Lolli. Und niemals, wenn von ihm gesprochen wurde, dann anders als so. Sein Name und sein Dienstgrad fielen einem nur ein, wenn er vor einem stand.

    Er führte sich gleich richtig ein. Wir waren im Gelände mit den Haubitzen, als er mit dem Spieß vorfuhr. Der neue Zugführer. Die Spannung war groß, immerhin war es noch völlig offen, wie der sich einpassen würde (tja, wenn die Uffze rar sind und die Mannschaften die Geschütze führen, dann ist die normale Hierarchie ein wenig auf den Kopf gestellt).

    Er also, sportlich, sportlich, in das erste Geschütz reingehüpft, dort allen Menschen die Hand gegeben und das ohne militärisches Antreten. Sah gut aus, machte Eindruck. Er stellte auch die richtigen Fragen, hörte zu, kurzum, es ließ sich gut an bis zu dem Moment, an dem er aus dem Bagger raus wollte. Nun muß man sich dafür schon ziemlich tief bücken und darf sich erst einen Schritt NACH der Luke wieder aufrichten, weil außen noch Staukästen angebracht sind. Fähnrich F. bückte sich, ging durch die Luke und richtete sich auf. Ein dumpfes Dröhnen (Hohlkörper auf Hohlkörper) ein Schrei und ein Fluch waren zu hören. Na ja, ist jedem Mal passiert, hatten wir direkt Mitleid mit. Nur...

    ...bei jedem der drei Geschütze aus denen er an diesem Tag ausstieg richtete er sich sofort nach der Luke auf. Und es blieb nicht dabei. Es war direkt absonderlich. Bis zum Ende seiner Zeit bei uns haben wir immer darauf gewartet, dass er mal ohne Kopfschmerzen das Geschütz verläßt. Er hat auch nie begriffen, warum er bei Inspektionen nachts immer nur höchstens ein Geschütz überraschen konnte. Die anderen waren ja akustisch bestens vorgewarnt. Ein Dröhnen, ein Schrei, ein Fluch und alle wußten, die Fahne ist wieder unterwegs. Selbst an seinem letzten Tag hatte der arme Kerl es nicht gelernt. Er wollte noch ein paar Fotos von sich im Geschütz haben. Beim Aussteigen... richtig. Der Zug lag hilflos japsend am Boden als er dann noch sagte: "Ich glaube bald habe ich es begriffen!"
    (Von Florian Trombach)




    Fortsetzung folgt...

  5. #4
    Benutzerbild von DeeTee

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    Megarofl!

    Da sind ja ein paar echte Brüller dabei ...

    DeeTee

  6. #5
    Benutzerbild von McFly

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    Hi! Bin gestern für das Wochenende das erste mal nach hause gekommen! Ich bin ja platt, dass unser Musicola extra nen Thread (und auch noch einen supermege langen!) für mich erstellt hat! Danke. Gebe zu, ich habe mir noch längst nicht alles durchrgelesen, mach ich aber noch. Und ich werde auch in der kommenden nacht versuchen ein bissl ausführlicher euch meine Erlebnisse mitteilen.

    Für diesen Post schon mal eine super-kurze allgm. Zusammen-Fassung:

    Es war außerst anstrengend, aber auch sehr interessant bisher. Der ganze Mist dort ist glaube ich Erfahrung fürs Leben, ist zumindest mein bisheriger Eindruck. Leider bin ich aus gesundheitlichen Gründen Sonderfall, was meine Ausbildung betrifft, da die es dort nach vier Tagen geschafft haben, meinen Rücken kaputt zu kriegen. Die Ausbilder sind streng, ziemlich genau aber voll in Ordnung.

    Wie oben schon gepostet, kommende Nacht wirds denk ich mal ein bisschen ausführlicher.

    Bis dann, McFly

  7. #6
    Benutzerbild von musicola

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    McFly postete
    Der ganze Mist dort ist glaube ich Erfahrung fürs Leben
    Ausschließlich!

    Ich geb dir nen Tipp:

    Genieß die Zeit! Die Grundi geht schneller rum als du jetzt vielleicht glaubst,
    und danach kommt in der Stammeinheit die Affenschaukel!

    Und du wirst definitiv in deiner BW-Zeit etwas kennen und schätzen lernen
    was es davor nicht so gab und auch danach nie wieder so geben wird:

    KAMERADSCHAFT!

    Ich war übrigens bei den Funkern. Habe meine
    Grundi in der Fernmeldeausbildungskompanie 871 in Weingarten bei
    Ravensburg hinter mich gebracht und war dannach im Fernmeldekommando 850 Mannheim/Käfertal im Stabsdienst S1 GeZi-Soldat! Also beim Spieß nebenan!

    Ich nehm niemandem krumm wenn er es schafft sich aus beruflichen, moralischen oder gesundheitlichen Gründen vom Wehrdienst befreien zu lassen,
    oder verweigert hat, weil er keinen Bock hat, gibt's ja auch!

    Aber diejenigen berauben sich einem Zeitabschnitt in ihrem Leben über den sie Jahre später schallend loslachen könnten wenn sie sich zurückerinnern!

    Ich freu mich schon auf weitere Unterhaltungen mit dir, und werde dann auch einige eigene (im Nachhinein) witzige Erlebnisse schonungslos offenlegen!

    Hat Torsten nicht auch gedient? Wär schön wenn er sich hier mit einklinken würde, hat sicher auch einiges zum Thema auf Lager!

    musicola

  8. #7
    Benutzerbild von kathrin

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    @ musicola


  9. #8
    Benutzerbild von hoodle

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    Ich hab auch gedient. Ich werde wohl demnächst Keile bekommen, denn ich war bei der Luftwaffe! Damals noch 12 Monate Dienst, davon 3 Monate Grundausbildung. Das ganze hat in der Tat zur schönsten Zeit in meinem bisherigen Leben gezählt. Vor allem die von musicola angesprochene Kameradschaft war fantastisch. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass wir nach einem Gefechtsmarsch (mit vollem Gepäck) zum Abschluss noch über die Hindernisbahn mussten. Dabei haben wir den etwas unsportlicheren Kameraden über die Hindernisse geholfen. Als wir dann von der Hindernisbahn zu unserer Barracke hochgelaufen sind haben wir unser Zuglied gesungen ('Das Leben ist ein Würfelspiel') und ich muss zugeben, dass mir dabei doch glatt ein bissel die Tränen in die Augen gestiegen sind. So eine Freundschaft und Kameradschaft habe ich wirklich nie mehr erlebt.

    Und als Sprüche sind mir noch in Erinnerung geblieben:

    Zack zack, wegtreten Männer, die Füsse berühren den Boden nur zur Korrektur der Flugbahn.

    Und wenn einer mit den Händen in der Hosentasche rumgelaufen ist: Ham'se Geburtstag oder warum ham'se die Hände an der Kerze? Nem'se gefälligst die Flossen aus den Taschen!

    Meine Einheit in der Grundi war das Luftwaffenausbildungsregiment 3.
    Meine Stammeinheit war die Flugabwehrraketengruppe 43.
    Ich hatte das grosse Glück, dass ich in der Stammeinheit zum Hauptgefreiten befördert wurde. Da musste ich ne Prüfung ablegen und hinterher gab's ca. einsfuffzig mehr am Tag, wenn ich mich recht entsinne.

  10. #9
    Benutzerbild von McFly

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    Hallo zusammen!

    Ich hatte ja weiter oben schon verprochen, dass ich musicolas Bitte nachkommen möchte und ein wenig von den ersten zwei Wochen beim Bund erzähle.

    Tag 1, Montag

    Ich fahre per Bahn nach Goch meinem Standort der Grundausbildung, und habe das Glück noch am Heimatbahnhof zwei leute aus meiner Stadt zu treffen, die ebenfalls nach Goch gezogen wurden, zu treffen. Wir machen uns während der Fahrt alle gegenseitig Mut: "Wird schon nicht so schlimm werden". Nach 8 Stunden Ankunft in Goch, vor dem Bahnhof stehen jetzt 48 angehende Rekruten. Wir werden schubweise in die Kaserne gefahren. Dort werden wir dann in bis dahin ungewohnt ruppigem Ton in ein Gebäude getrieben (na los, Bewegung, Bewegung, wir ham' nich 'n ganzn Tach Zeit!!") Im diesem gebäude bekommt man (wieder in sehr rüdem Ton) gesagt an welcher Schlange man sich anzustellen hat, welchen Papiere man ausfüllen muss usw... und das alles "ein bisschen tutti paletti!!!" Anschließend bekommt man einen großen Seesack, in den Stück für Stück irgentwelches Zeugs reingeschmissen wird( Klappspaten, Feldflasche, Pickpott....) Danach: Seesack auskippen, weil durchgezählt werden muss ob auch jeder alles hat. Weiter gehts. Inzwischen sind vier Stunden vergangen, in denen wir weder essen, trinken noch rauchen konnten vergangen! Auf zur Kleider-Kammer: warten. Die Ausbilder überbrücken die Zeit mit Fragen zur Allgemein-Bildung. Wie hieß der erste Bundeskanzler? Wieviele Bundesländer hat Deutschland? USW USW USW.... Komischste Situation bei diesem "Quiz":

    Feldwebel S.: Pionier, nennen Sie mir doch mal die ersten zwei Zeilen der Nationalhymne!
    Pionier G.: Weiß ich nicht.
    Feldwebel S.: Müssen Sie doch wissen, Sie sind doch in Deutschland geboren!
    Pionier G.: Bin ich nicht.
    Feldwebel S.: Wo denn dann?
    Pionier G.: In der ehemaligen DDR.

    Seit dieser Sache ist Pionier G. bei uns im Zug der "Liebling" der Ausbilder und muss sich Tag für tag diverse scherzhafte Bemerkungen jener Ausbilder gefallen lassen.

    Jedefalls wurden alle eingekleidet. Und das war nicht wenig! In meinem Fall übertraf das Gewicht meines Gepäcks das meines Eigengewichtes sogar! Dennoch musste ichs bis zur Unterkunft schleppen. Dort wurden Stuben verteilt. Inzischen sind weitere drei Stunden ohne Essen, Trinken oder Zigarette vergangen. Rest des Tages: Kasernenrundgang, Spindornung, Formaldienst, Dienstbefehle lernen... Achja: Kurz vorm schlafen schafften die es, etwas ess und trinkbares zu organisieren.

    Tag 2

    Immernoch Preobleme mich an den harten Ton zu gewöhnen. Ablauf: Arztbesuche, Unterricht... Ende des tages habe ich kaum zu ertragende Rückenschmerzen.

    Tag 3 - 11

    Nicht viel mitbekommen, weil tag 3+4 befreit von allen Pflichten. Tag 5 Schmerzmittel bekommen. Irrtümlicherweise verschrieb mir der Arzt 6 tabletten/Tag statt 3, was die Höchstdosis wäre. Nahm also 6Stck. Nachts dann Anfall im Bett -> UvD wird gerufen -> UvD ruft Sani -> Sani ruft zweiten Sani-> zweiter Sani ruft Notarzt -> Notarzt lässt mich in ziviles Krabkenhaus schaffen. Bleibe dort bis tag 11. Tag 11 in Kaserne nichts zu tun, weil gegen alles befreit.

    Tag 12, Freitag, letzter tag vor erster Heimreise

    Immernoch nichts zu tun, weil offiziell krank auf stube. Lasse mir von Kamaraden die Qualen der letzten Tage erzählen. Packe meine tasche und lausch am fenster heimlich den Abschluss- Apell vom Spieß und Hauptmann.

    Soooo... das waren m eine ersten Tage. Toll, ne?

    McFly

  11. #10
    Benutzerbild von DeeTee

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    DeeTee

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