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Minimalismus, Postwachstumsökonomie, weniger ist mehr

Erstellt von Stingray, 28.01.2015, 11:59 Uhr · 53 Antworten · 2.793 Aufrufe

  1. #11
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    AW: Minimalismus, Postwachstumsökonomie, weniger ist mehr

    @musikmichel: Keine Sorge, ich habe mich von Deinem Posting in keinster Weise angegriffen gefühlt, aber ich habe gemerkt, das ich so, wie ich mich ausgedrückt habe, wohl etwas Missverstanden werde.

    Klar, unsere Umwelt geht vor Die Hunde, das weiß wohl jeder, aber ich möchte weder mit dem erhobenen Zeigefinger predigen oder jemanden missionieren, Gott bewahre! Ich lass mir doch auch nicht die schönen Erungenschaften der modernen Technik nehmen und zurück ins Mittelalter oder die Steinzeit will ich schon mal gar nicht.

    Ich bin aber sehr wohl mit vielem unzufrieden, was heute so passiert, ob es nun der Klimawandel ist, die ungerechte Verteilung von Rohstoffen oder die schnellebige Leitungsgesellschaft. Das heißt aber nicht, das ich jemanden für meine Unzufriedenheit die Schuld geben möchte, oder das es jeder so sehen muss, wie ich.
    Deswegen fragte ich ja auch, ob z.B. jemand von Euch mit der Leistungsgesellschaft hochzufrieden ist, es vielleicht geschafft hat seinen Wohlstand auf ein hohes Maß zu bringen. Das ist ja ein schöner Gedanke. Oder gibt es hier auch welche, die Ihre Bedürfnisse bewußt zurückschrauben um nicht mehr soviel leisten zu müssen/wollen, und damit trotzdem gut leben.

    Ja, das 'Alter' und die 'Lebenserfahrung' machen natürlich nachdenklich und ich habe festgestellt, das heute für mich weniger mehr ist. Z.B. schaue ich seit ca. 8 Jahren kein Fernsehen mehr. Das war seinerzeit keine bewußte Entscheidung, hat sich aber einfach so ergeben. Mittlerweile habe ich wieder Fernsehempfang, nutze den aber für mich selbst überhaupt nicht mehr. Das interesse daran habe ich einfach verloren udn vermisse nichts. Das heißt aber nicht, das ich nicht gerne was gucke. Nur gibt es heute dank des Internets die Möglichkeit, seinen Fernsehkonsum genau auf seine Wünsche abzustimmen, toll! Das ist Zukunft, das nenne ich modern. Mann kann es ja mal ausprobieren, ohne das 'normale' Fernsehprogramm auszukommen, aber jeder soll doch so leben, wie er möchte.

    Naja, und dann habe ich natürlich auch noch Wünsche, oder Träume. Ihr vielleicht ja auch? Ich z.B. möchte zusehen, das ich mit mitte/ende 50 in einer kleinen Holzhütte wohne. Auf einem ganz normalen Grundstück in einem Dorf z.B.. Sie wird nicht sehr groß sein, aber genügend Platz für zwei bieten. Wasser, Strom, Internet soll natürlich vorhanden sein, aber vielleicht kann man einiges dann auch selbst produzieren, wie Strom z.B..
    Was verspreche ich mir davon? Nun, weniger Platz im Haus bedeutet z.B., viel weniger aufräumen und saubermachen, ergo: mehr Zeit. Und sicher auch viel weniger Energieverbrauch, so das ich im Alter entweder weniger arbeiten könnte oder aber weiterhin einen Vollzeitjob habe und das Geld anderweitig verprasse (den Kindern schenken, den Tafeln spenden, Sportwagen kaufen ). Das Grundstück wird dann entweder sehr klein ausfallen, damit ich mich nicht dauernd Unkraut jähten oder Rasen mähen muss (wieder mehr Zeit) oder aber ich habe dann Lust, mir selbst ein bisschen Gemüse anzupflanzen, könnte mir vielleicht auch Spass machen.

    Das wäre so meine Vorstellung von 'weniger ist mehr'. Gerade im höheren Alter, so denke ich, wird ein kleines Häusschen mit kaum Garten sehr hilfreich sein, denn will ich mit 70 noch ein großes Haus pflegen können/wollen? Arbeiten hingegen möchte ich bis zum 'bitteren Ende'. Keine AHnung, wie ich darüber denke, wenn ich ins Rentenalter komme und auch, ob ich dann noch gesund bin, aber heute stelle ich es mir grauenvoll vor, ab 67 den ganzen Tag nur zu Hause rumzuhocken. Obwohl es auch da Alternativen gibt, wie schöne ehrenamtliche Tätigkeiten.

    und was mein Schlagwort Minimalismuss im Thementitel betrifft, so habe ich festgestellt, das es wirklich befreiend ist, sich von unwichtigem zu trennen und man lernt ganz automatisch das 'loslassen'. Aber auch da gilt, es ist nur ein Ratgeber für eine Verhaltensänderung ohne feste Regeln. Wer seine Fussball-Sammelbilder liebt, so sie doch um Himmels Willen nicht wegwerfen! Es hilft vielleicht eher, darüber nachzudenken: 'Was von den vielen Dingen liebe ich und was belastet mich eher'. Wer z.B. (wie ich) eine große Kiste mit Kabeln, Mehrfachsteckdosen usw. im Schrank oder Keller hat, kann sich mal überlegen, ob alle diese Kabel jemals benötigt werden oder man nur das aufbewahrt, was man wirklich ab und zu braucht. Oder die Küche! Benutze ich wirklich alle 8 Töpfe, 20 Tassen, 40 Gläser, die 'heißen Steine', die 3 Woks, das Raklett-Gerät, usw. usf.. Auch hier kann man gut entrümpeln und ich kann nur sagen, das eine reduzierte Kücheneinrichtung das Leben einfacher macht!

    Ausserdem gibts auch viele Tipps, Tricks und Hausmittelchen, die das Leben erleichtern, bares Geld sparen und dabei meist noch die Umwelt schonen.
    Man soll z.B. mit Efeu Wäsche waschen können. Hab's selber noch nicht probiert, aber 10 mittelgroße Blätter in der Waschmaschine soll die Wäsche sauber machen und dabei keine Reizstoffe für Allergiker abgeben. Dabei soll das Ergebnis erheblich besser sein, als mit diesen Waschnüssen, die man ja auch noch abkochen muss (oder so...). Vielleicht hat ja mal jemand den Mut (und Efeu), das auszuprobieren?

    Also, mir geht's eher darum, ob Ihr aktiv Dinge in Eurem Alltag anpasst oder verändert oder Träume habt, die Ihr noch umsetzen wollt, die einerseits das Leben einfacher/angenehmer machen und dabei auch nachhaltig(er) sind.
    Oft wünscht man sich ja Veränderung oder Vereinfachung, aber man weiß nur nicht wie. Dabei gibt es aber sehr viele Möglichkeiten, kleine Dinge zu verbessern. Und hier kommt eventuell einiges zusammen.
    Auch Euro Wünsche oder Träume sind interessant. Träumt vielleicht jemand vom Leben im Grünen, mit Tieren und Gemüsegarten? Muss ja nichts erfüllbares sein, aber vielleicht Anregend und Interessant.

  2.  
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  3. #12
    Benutzerbild von musikmichel

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    AW: Minimalismus, Postwachstumsökonomie, weniger ist mehr

    @ Stingray: Ich sehe, wir verstehen uns! Und einen Konsens finden wir auch noch!
    Ich versuche mal, wegen der Länge deines Postings, Absatzweise zu Antworten.

    Umweltschutz möglichst ohne persönliche Defizite: Wird ja wohl so ziemlich ausnahmslos jedem von uns so gehen, dass wir um den Ist-Zustand unserer Umwelt bescheid wissen. Und wenn jeder für sich auch nur kleine Schritte in die richtige Richtung unternimmt, dann kommt in der Summe auch eine Menge bei rum. Und ja, wer möchte schon auf so manchen Komfort freiwillig verzichten bzw. zurück zu Keule und Lendenschurz. Wohl keiner. Ergo: Massenkompatibel. Kein Problem bis hierhin.

    Leistungsgesellschaft: Ich bin weiß Gott alles andere als reich oder wohlhabend, ich/wir kommen aber ganz gut aus, Hier und Da kann man sich auch mal ein klitzekleines bisschen "Luxus" leisten. (WAS wirklich Luxus ist, ist dabei sehr individuell zu verstehen!) Mit unserer Leistungsgesellschaft bin ich alles andere als zufrieden, bin aber mittendrin gefangen. Der Mensch tickt in der Regel so, immer nach Oben orientieren, nicht nach Unten. Ich muss hier sagen: NEIN, ich kann und will nicht zurückschrauben.

    Alter und Lebenserfahrung: Ja, ich habe an mir auch schon die Eine oder Andere Feststellung getroffen: Ich bekomme ein bisschen Lebenserfahrung, Weitsicht und innere Ruhe. Soll heißen, man wird in vielen Punkten weiser und bedachter, kann viel besser und präziser kalkulieren. Ich hoffe, mein Sohn wird das mal zu schätzen und zu nutzen wissen. Innere Ruhe und Bedarfsbefriedigung; du machst das jetzt sehr speziell am Nichtvorhandensein eines TV´s bzw. am nicht stattfindenden Fernsehkonsum aus. Hast Recht, es geht durchaus ohne, kein Thema. Mein Beispiel dazu: Ein E-Book Reader. Zu Weihnachten hat mir meine Frau einen geschenkt. Weil ich schon seit weit über einem Jahr immer rumningelte (im Spaß!!), ich möchte so´n Kasten endlich mein Eigen nennen. Dabei hätte ich mir den längst 2 - 12 Mal selber kaufen können, das hätte uns nicht die Wurst vom Brot gezogen. Nö, ich sah solch Gerät zwar als eine feine Sachen an, war aber, obwohl ich reichlich E-Books auf dem Rechner vorrätig habe, nicht von der zwingenden Notwendigkeit überzeugt. Noch vor gar nicht mal so vielen Jahren hätte ich keinen zweiten Gedanken verschwendet und hätte das Ding gekauft und Ruhe ist.

    Holzhütte: Klingt toll, zugegeben. Für uns wäre das aber nur für einen Urlaub, länger nicht. Erinnert mich an eine 3-Wöchige Kanu Tour in Schweden. Total asketisch, aber mit wahnsinnig viel Gruppendynamik. Einer meiner spannendsten Urlaube. Mein Frau war in Spanien in Urlaub, für sie wäre Schweden die Höchststrafe gewesen. A pro pos Schweden, Freunde von uns werden wohl bald, für ca. 10 Jahre nach Schweden emigrieren. Die haben uns so einige Häuser, die zum Kauf in Frage kämen gezeigt. Da steckt dann einiges von deinen Wunschvorstellungen drin! (Und ja, dort werde ich sie noch lieber besuchen als derzeit im Weserbergland)

    Höheres Alter: Wenn du doch jetzt schon (man, du bist mal gerade 40!!!!) mit Schrecken ans Rentenalter denkst (ein Lebensabschnitt, den ich kaum noch abwarten kann!), dann läuft doch da was nicht richtig. Keine, falsche oder zu wenig Hobbies? Noch nicht Ruhe und Muße zu schätzen gelernt? Ich hoffe inständig für dich, dass sich deine Einstellung in diesem Punkt noch stark ändert.

    Minimalismus: Man Stingray, ich beneide dich aufrichtig, du scheinst das durchzuziehen, wovon ich schon seit Ewigkeiten schwärme und träume! Abgeben, aufgeben, weggeben, was auch immer, nur das wirklich wichtige und nötige behalten. Wie ich ja bereits in einem vorherigen Posting schrub: Ich kann meine leidenschaftliche Allessammlerin nur so weit einbremsen, dass wir hier nicht irgendwann an den ganzen Stehrümmchen und sonstigem Deko-Fuppes ersticken. Ich widerum habe da keine allzu großen Probleme mich aufs Wesentliche zu beschränken; allein schon aus Faulheit ;-))

    Efeu Persil: Du bist mir ja ein Held!! Erst hier so was propagieren und dann plötzlich: Jungs, seid nicht feige, lasst mich hinter den Baum!
    Spaß beiseite, habe ich noch nie was von gehört. Soll das an den Inhaltstoffen des Efeublattes liegen, oder an besonderen Reibungseffekten aufgrund der Blattstruktur? Ich überlege gerade, für wieviele Waschladungen an den Nachbarhäusern haftet, wann der Beschaffungsradius deutlich erweitert werden muss und somit die Rentabilität infrage gestellt wird...

    So Stingray, nun habe ich mich hoffentlich nachvollziehbarer und verständlicher ausgekotzt. Wie du feststellen konntest, sind mein Ist-Zustand und meine Futurplanungen recht nah beieinander, ich möchte nicht besonders viel anderes machen mit zunehmendem Alter.
    Und zu deiner Frage im letzten Absatz, nach den Euro Wünschen: Dat geht dich nix an! Ma echt, ey!

  4. #13
    Benutzerbild von Stingray

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    AW: Minimalismus, Postwachstumsökonomie, weniger ist mehr

    Ja, dann gehe ich erstmal wieder hautpsächlich auch musikmichels Beitrag ein.

    Klar, Michel, wir verstehen uns, aber auf einen Konsens müssen wir ja nicht kommen. Wie gesagt, jeder wie er mag und will.
    Meine Innere Ruhe und Bedarfsbefriedigung habe ich aber noch nicht unbedingt erreicht und das wird auch nicht durch den mangelden Fernsehkonsum kommen. Ich wollte mit dem Glotzen auch nur wieder ein Beispiel nennen, von Möglichkeiten, die man mal ausprobieren kann.

    Und keine Sorge, mit Schrecken denke ich keineswegs ans Rentenalter, bzw. ich denke sicher auch nicht ständig daran oder freue mich gar wahnsinnig drauf. Aber Du weißt ja, ich bin frischer 40er und manchmal denkt man dann schon daran, das die letzten 10 Jahre unheimlich schnell vergangen sind. Auch lebt meine Mutter (knappe 70) mittlerweile bei mir und da werde ich automatisch mit dem 'Alter' konfrontiert und mache mir hin und wieder so meine Gedanken.
    Ich wollte mit der Reduzierung von Wohnraum und Garten auch nur verdeutlichen, das so eine Lebensart sehr gut auch zum Älterwerden passst. Wollte ich früher auch gerne mehr von allem haben, wie großes Haus, großen Garten, großes Auto, usw., so hat sich das bei mir mittlerweile ganz bewußt umgekehrt und das gefällt mir sehr gut so.
    Was aber das genießen von Ruhe und Muße betrifft: Sicher kann ich die Ruhe genießen, aber auch da geht ein Wandel in mir vonstatten, den ich eben auch an den älteren Bekannten/Verwandten in meiner nähe festmachen kann. Während ich früher dachte, wenn man 'alt' ist, wird man nur noch rumgammeln wollen und fernsehn gucken, so merke ich doch, das 'alte' Leute gerne was zu tun haben und noch am Leben teilhaben wollen. Da hab ich mir doch früher keine Gedanken drum gemacht, aber heute fällt mir das auf. Deswegen denke ich, das ich auch im Alter noch gerne arbeiten möchte, wenn ich es denn noch kann. Könnte ja durchaus auch nur was ehrenamtliches sein.

    Ja und den Minimalismus finde ich Klasse und lebe ihn aus. Ich nenne es aber mal eher Reduzierung auf das Notwendige und Liebgewonnene. Das gelingt mir momentan aber auch hauptsächlich dadurch, das sich meine Frau im letzten Jahr von mir getrennt hat und ich erst seit dem die Möglichkeit habe, mal so richtig auszumisten. Klar, das hat auch (Lebens-)Zeit gekostet, allerdings hat mir das meist auch riesen Spass gemacht. Z.B. habe ich meinen Keller im letzten Jahr ganz gehörig ausgeräumt, meist mit Musik/Hörspielen in den Ohren und ein paar Flaschen Bier dazu . Vieles habe ich einfach verschenkt, vieles, was sich nicht verschenken/verkaufen läßt aber auch einfach weggeworfen, bzw. auf den Recyclinghof gebracht. Das Ergebnis ist sehenswert! Und es gibt mir jetzt mehr Raum und spart Zeit. Alles hat seinen Platz und ist schnell gefunden, wenn es benötigt wird. Ganz tolle Sache.
    Und was blieb übrig? DVDs, die habe ich, bis auf einem kleinen Kern, alle in Kartons gepackt und warten noch darauf, zum Trödelhändler gebracht zu werden - Filme gibts über das Internet. CDs habe ich noch ein bisschen was liegen, aber auch die werden noch verschwinden, landen eh nie im CD Player, denn auch hier hilft das Netz, Youtube und Co sei Dank. Richtige Bücher habe ich, dank Ebook Reader auch schon keine mehr und meine Videospiel-Leidenschaft fröne ich nach wie vor, aber durchgespielte Spiele werden gleich wieder verscherbelt/getauscht. Und bis auf DVDs habe ich eh nie eine Sammelleidenschaft entwickelt. Naja, früher habe ich mal alte Computer gesammelt, ein wirklich raumfüllendes Hobby, aber das habe ich nach mehreren Umzügen und mangels weiterem Interesse auch längst aufgegeben.

    Dann gehts weiter mit Einrichtungsgegenständen, denn die bastel ich mir jetzt meist selber. Handtuchhalter habe ich schon gefertigt, oder kleinere Regale. Auch an einen passgenauen Ecktisch für meinen Computer werde ich mich noch wagen. Bisher habe ich dafür Holz von Möbeln genutzt, die andere wegwerfen wollten und da ich kaum Maschinen besitze, wird alles in mühevoller Handarbeit gefertigt und hat dadurch einen 'lebendigen' Touch

    Meine gewünschte Holzhütte mit wenig Platz würde mir reichen, da bin ich mir sicher. Das ist aber doch eher noch eine grobe Baustelle, die sich noch entwickelt, hat ja auch noch Zeit Das hier: www.wohlwagen.de | wohlwagen | gartenhaus auf rädern | gästehaus | zirkuswagen | ferienhaus auf rädern | gartenwagen finde ich z.B. auch sehr ansprechend. Da gibts aber noch viel mehr, siehe: bewegtleben.com -.Oberlichtwagen neu & restauriert.- Zirkuswagen, Bauwagen, Oberlichtwagen oder Zirkuswagen zum Wohnen - Die Wagenschneider.

    Ja und das mit dem Efeu und Wäsche waschen soll wirklich gut funktionieren und liegt an den Inhaltsstoffen der Blätter. Ich gestehe, mein Aufruf zum ausprobieren war nicht ganz koscher , aber da meine Mutter jetzt bei mir wohnt und unsere Waschmaschine die ihre ist, kann ich das erstmal nicht ausprobieren. Würds aber auf jeden Fall tun! Such doch mal im Netz, da findste bestimmt was dazu.

    Zu guter Letzt muss ich aber auch eingestehen, das es mir als Single momentan leicht fällt, meine Bude auszumisten und an der kleinen Holzhütte zu planen. Eventuell wird mich die Liebe ja doch wieder zum vollausgestatteten Konsumterroristen machen oder zumindest zu dessen Gehilfen. Aber es soll ja auch Frauen geben, die nicht 20 paar Schuhe besitzen und ungern zu Ikea gehen!

  5. #14
    Benutzerbild von Kuddel Daddeldu

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    AW: Minimalismus, Postwachstumsökonomie, weniger ist mehr

    Angst vor der Rente habe ich jedenfalls nicht,noch knappe 10 Jahre malochen und dann ist Schicht im Schacht.
    vermissen würde ich die Arbeit nicht,den Tag bekomme ich auch mit Chillen und Rumgammeln bewältigt,ohne daß mir dabei langweilig wird
    wenn ich keine gesicherte Existenz hätte,würde ich mir andere Lebensbedingungen gut vorstellen können,aber ich bin nicht der Typ Mensch,der eine Sicherheit so ohne weiteres über Bord wirft.
    wäre ich nochmal 20 Jahre alt und käme frisch von der Schule,würde ich mich für den Beruf des Schäfers entscheiden.
    irgendwo im Norden in einer dünn besiedelten Gegend-aber mit fester Stallung und angrenzenden Weiden.
    das hätte was-größtenteils frei und unabhängig arbeiten und entscheiden zu können.
    auf Dinge,die das Leben erleichtern,wie Internet plus Homebanking oder elektisches Licht möchte ich aber keinesfalls verzichten,man sollte sich das Leben schon so bequem und einfach gestalten wie möglich-und so ein Druck auf´s Knöpfchen erspart in der Regel jede Menge Lauferei.
    aber es gibt genügend Dinge,auf die ich freiwillig und mit Leichtigkeit verzichten kann-dazu gehört die Disziplin "Shopping am Wochenende" und besonders an verkaufsoffenen Sonntagen.
    Discobesuche brauch´ich auch nicht,auf meinem mp3-Player kann ich genau die Mucke hören,die ich will.
    den Traum mit "Wohnen oben im Norden" werde ich mir auf jeden Fall erfüllen.
    wenn meine Eltern nicht mehr da sind und ich im Rentenalter bin,geht´s ab in eine Kleinstadt,die mir gefällt-und ich favorisiere Emden und Husum für mein Rentner-Dasein

  6. #15
    Benutzerbild von Cinderella

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    AW: Minimalismus, Postwachstumsökonomie, weniger ist mehr

    hu hu,

    finde den Minimalismus-Gedanken ganz interessant. Eine Zeit lang sogar interessanter mit gewisser Umsetzung. Aber, was war - irgendwann haben mich einige Sachen gereut (bestimmte Fotos, CDs ..) und dachte mir dann: wäre schön, wenn ich das noch hätte. Und schließlich: wenn man etwas hergibt, weil man denkt dass man es nicht mehr braucht, löst es zunächst ein gutes Gefühl aus. Benötigt sowas wieder, dann kauft man es sich unter Umständen wieder, dann ist das finanziell denke ich mal nicht sehr sinnvoll - außer man hat eine Augenblicks-Philosophie. "Nur der Moment zählt". Man könnte natürich auch versuchen, sich etwas auszuleihen, was evtl. auch das Soziale fördern könnte / würde und ich denke, dass das etwas ist, was Minimalisten als wesentlich und sinnvoll erachten.

    Den Mann hier im Video bewundere ich schon:


    Solche Wünsche habe ich auch gelegentlich. Die Wohnung sieht halt karg aus. Das kann ein Freiheits- und Leichtigkeitsgefühl auslösen, wie bspw. die leeren Schränke. Sehr toll das ist ein super Gefühl. So, wie wenn man neu wo einzieht - dann hat man da so ein Abenteuergefühl.

    An Stimmung hat der Mann im Video allerdings auch gedacht: Lampe, die verschieden-stimmungartiges Licht erzeugt.

    Weiß nicht, ob man für das Wohlfühlen in seinem Zuhause nicht wirklich noch mehr benötigt oder ob das, was Jack im Video zeigt, ausreichend ist.

    Ich suche mir morgens die Tasse aus, aus der ich meinen Aufwach-Kaffee trinke. Ob es jetzt sinnvoll wäre, dass ich null Auswahl hätte und immer nur ein und die selbe Tasse hätte? Brauche ich die Freude der Auswahl? Oder kann ich auch sagen: warum soll ich mir die Freude der Auswahl nicht gönnen?

    Glöökler, Lagerfeld, Joop ....

    Würdet ihr euch in Jacks Wohnung wohlfühlen? Oder ggf. euer Partner-in?

    Verführersich ist Jacks Wohnung schon. Weniger Aufräum-Aufwand, kein Schränke sortieren mehr, weil der Alltag nach jedem Aufräumen wieder alles in Unordnung gebracht hat ...

    Manche Leute können sagen, sie haben insgesamt 50 Gegenstände in ihrer Wohnung bzw. in ihrem Besitz. Das hat schon einen Reiz finde ich. Weniger Ärger, weniger Sachen, um die man sich Gedanken machen muss usw.

    @ KuddelDaddeldu: Emden ist nett, etwas am Wasser sitzen, etwas spazieren, etwas in ein Café sitzen ..

    @ Stingray: youtube ist super. Und ich denke auch, was brauche ich noch CDs. Aber - wie ist die Internet-Prognose? Glaubt ihr, das bleibt alles so wie es gerade ist, dass man Texte lesen, sich informieren kann und über youtube super Musik hören und Vorträge hören und Filme sehen kann?

  7. #16
    Benutzerbild von musikmichel

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    AW: Minimalismus, Postwachstumsökonomie, weniger ist mehr

    Zitat Zitat von Cinderella Beitrag anzeigen

    ....Würdet ihr euch in Jacks Wohnung wohlfühlen? Oder ggf. euer Partner-in?

    Verführersich ist Jacks Wohnung schon....
    Klares NEIN und dann ein NOCH NEINER!!!!

    Die Wohnung ist (natürlich nur in meinen Augen!) von "verführerisch" noch weiter entfernt als eine Kuh vom virtuosen Klavierspiel.
    In meinen Augen ist die höchstens, um höflich zu bleiben, armselig!
    Immer wieder ärgere ich mich hier, in unserer Wohnung, darüber, dass hier alles, wirklich JEDE Freifläche und Ecke von meiner Frau systematisch blickdicht gemacht wird. Wir (genauer: sie) haben Fuppeskram und Stehrümmchen ohne Ende; definitiv mehr als viel zu viel, aber wenn ich da sein Wohnzimmer anschaue, wo wortwörtlich nichts ist, kein Bild an der Wand, Schuhe zum Ausdünsten auf der Fensterbank, keine Gardine sondern nur die an Häßlichkeit nicht übertreffbaren Fensternischen.....

    Ja, ich gestehe, nach kurzem Überdenken, ich liebe es, morgens fürs Erste Käffchen eine Tasse farblich nach Stimmung auswählen zu können; auf diesen Luxus möchte ich partout nicht verzichten!

    Aufräum-Aufwand, normalerweise für mich als ausgemachtem Faulpelz und Bequemlichkeitsfanatiker ein K.O.-Kriterium, kommt dann selbst mir nicht mehr wichtig vor!!!!

    Wer so asketisch leben möchte, der soll es tun, für mich unmöglich!

    Wie immer only my

  8. #17
    Benutzerbild von Heiko2609

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    AW: Minimalismus, Postwachstumsökonomie, weniger ist mehr

    Minimalistisches Leben!

    Zuhause habe ich doch zuviel Kram von dem ich mich nicht trennen möchte.

    Aber minimalistisches Leben auf kurze Zeit hatte ich schon mal für je ein Wochenende.
    Vor Jahren war ich bei Wanderwochenenden mit einer Gruppe von jungen Erwachsenen und Jugendlichen aus dem katholischen Umfeld und von einem jungen Priester einer Gemeinschaft organisiert.
    Teils fanden die Übernachtungen in einfachen, kleinen Ferienhäusern statt oder in einem der Häuser der katholischen Gemeinschaft im Südschwarzwald.

    Man hat nur ein paar Sachen dabei die man auf die Reise mitgenommen hat.
    Dafür gibt es vielleicht unten im Aufenthaltsraum(ohne TV und Radio) noch ein Bücherrregal in dem man interessante Bücher entdecken kann.
    Und natürlich die Wanderungen und die Abende mit den anderen ohne TV und Internet.

    Minimalistisch kann also man auch temprorär leben, z.B auf einer Berghütte, einem schlichten Ferienhaus, im Auszeitwochenende im Kloster oder auf dem Campingplatz.

    Aber es ging hier in dieser Diskussion noch mehr als um das spartanische Leben.

  9. #18
    Benutzerbild von Kuddel Daddeldu

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    AW: Minimalismus, Postwachstumsökonomie, weniger ist mehr

    Zitat Zitat von Cinderella Beitrag anzeigen
    Glöökler, Lagerfeld, Joop ....

    Würdet ihr euch in Jacks Wohnung wohlfühlen? Oder ggf. euer Partner-in?
    alle aufgeführten Personen sind mir unsympathisch-mit denen möchte ich auch nicht tauschen,weder vom Aussehen noch vom Benehmen und deren Lebensstil sowie s.exueller Orientierung-ist mir alles zu dekadent und überfrachtet bzw. teile ich nicht deren Neigung.

    die Bude vom Jack möchte ich aber auch nicht geschenkt,da ist jede Knastzelle großzügiger eingerichtet,mit dem Vorteil,daß Du Essen und Trinken auch noch umsonst hast.(nee,keine eigene Erfahrung,ich war zwar schonmal drin-aber nur zum Besuch)

    ich nehm´jeden Morgen seit Jahren immer den gleichen Kaffeebecher,klar hab´ich auch andere-aber wozu den Umstand und die extra aus dem Schrank holen,wenn die andere schon (noch)auf dem Tisch steht ? (klar ausgelebte Faulheit-aber man braucht ja ´ne Reserve,wenn mal was zu Bruch geht)

    wenn ich jetzt alles richtig verstehe,geben doch Minimalisten gerne Dinge ab-also,falls sich hier jemand von den Damen und Herren Minimalisten von Geld trennen möchte: ich nehme es dankend an *g*

    das Gefühl von Freiheit werde ich wieder ab März auf der Hallig auskosten: weites Land,viel Natur und noch mehr Entschleunigung-das ist wie es Volker Lechtenbrink besungen hat: Leben,so wie ich es mag

  10. #19
    Benutzerbild von musikmichel

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    AW: Minimalismus, Postwachstumsökonomie, weniger ist mehr

    @ Heiko2609:

    Das darf man aber jetzt nicht verwechseln! In Klausur gehen, für einen zeitlich klar definierten Zeitraum, ist doch was völlig anderes. Das ist gut machbar, wirkt bereinigend.
    Auf einer mehrwöchigen Kanutour in Schweden lernte ich solch ein Leben, kein Strom, kein Radio oder TV, kein Klo und nicht mal fließend Wasser gabs. Ein Traum, man hat nichts davon vermisst. Und die entstehende Gruppendynamik hat dich sofort in ihren Bann gezogen; eine tolle Zeit.

    Aber das Wohnzimmer im Video, da habe ich schon Ausnüchterungszellen kennengelernt, die ansprechender waren!

    Nachtrag: Nur dienstlich inspiziert!!!!

  11. #20
    Benutzerbild von Cinderella

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    AW: Minimalismus, Postwachstumsökonomie, weniger ist mehr

    @ musikmichel: grins, ich glaube, deine Frau ist mir sympathisch

    Ja, ich gestehe, nach kurzem Überdenken, ich liebe es, morgens fürs Erste Käffchen eine Tasse farblich nach Stimmung auswählen zu können; auf diesen Luxus möchte ich partout nicht verzichten!
    :O hätte ich jetzt nicht gedacht, dass es noch andere gibt, die da ähnlich geartet sind ...

    ja, also das Wohnzimmer --- ich selbst finde es jetzt erst einmal nicht soooo schlecht .... wenn man sich ein Kerzchen anzündet, sich gemütlich in die warme Decke auf dem Sofa einmümmelt, angenehme Musik laufen lässt ... ist doch auch schon wieder was an Gemütlichkeit hereingeholt.
    Ich kann Jack nachempfinden, dass er das gut finde, weil etwas in mir findet das auch gut und ich versuchte das schon mal umzusetzen.
    Wenn Besuch kommen sollte, Freunde, Verwandte, Bekannte werden dem Minimalisten immerhin nicht uninteressant sein, eher sogar das Gegenteil - die bräuchten halt auch noch mal Bettkrams u.ä. - auch etwas Geschirr

    tja, wenn das geht .... Pinwände mit zig Zettelchen können auch nerven, weil man ständig an Termine und Infos erinnert wird / werden sol, dann hängen noch Kalender rum usw. - es geht auch darum, die Sinne und Reize etwas zu beruhigen - und darum, sich vom Konsum-Terror nicht verrückt machen zu lassen -> mit eine der ersten Konsequenzen: die Werbeblätter kommen nicht mehr in den Briefkasten mit passendem Aufkleber. Was ich nicht weiß, was mich nicht heiß.

    Was eher problematisch an Jacks Wohnung erscheinen könnte: was mir gefällt, möchte ich auch in meiner Wohnung / Freizeit / Abend genießen können, wie Bilder, die mir gefallen, Gegenstände, die mir das Dasein in der Wohnung gemütlich machen .. Manche haben ja auch noch Hobbies ...Malzeug, Puzzles ...

    @KuddelDaddeldu:
    ich nehm´jeden Morgen seit Jahren immer den gleichen Kaffeebecher,klar hab´ich auch andere-aber wozu den Umstand und die extra aus dem Schrank holen,wenn die andere schon (noch)auf dem Tisch steht ? (klar ausgelebte Faulheit-aber man braucht ja ´ne Reserve,wenn mal was zu Bruch geht)
    praktisch denken ist doch auch sowas wie Minimalismus. -> "Simplify your life"

    ach, wegen dem Geld: ja, Lieferungen nehme ich hier jederzeit gerne an


    um was es sonst noch in dem Thread ging: die Verbraucher drehen und wenden sich ja schon, um Veränderungen herbeizuführen. Zwischendrin müssen sie halt noch ihren existenzerhaltenden Pflichten nachkommen, da wird das andere manchmal wurscht und entsprechend reagiert man darauf, dass man eben keinen zusätzlichen Weg mehr geht, um in den Bioladen zu gehen oder Ähnliches.

    Es werden ja auch die Grenzen des Wachstums diskutiert (bspw. in youtube) oder Klimaveränderung oder Anti-Plastik-Verhalten. Jeder weiß inzwischen von den Plastikmeeren und dass das endlose und billig produzierte Plastik nicht immer in der Verbrennungsanlage landet sodern da, wo es gar nicht hinsoll: in die Meere und Gewässer, wo sie sich sammeln. Siehe google: Plastikozeane - also, da kriege ich die Krise. Einige wenige versuchen dagegen anzugehen, aber es kann jeder tun. Länder, in denen es keine guten Müllverbrennungsanlagen gibt, sollten da noch mehr darauf achten. Hier in Deutschland gibt es Anlagen, die sind noch nicht einmal richtig ausgelastet. Trotzdem wird hier das Produktionsverbot für Plastiktüten diskutiert.

    Gerade in den 80ern kam doch auch die Baumwolltasche auf (oder war das 90er) Tasche, statt Plastiktüte. Und eigene Dose beim Metzger hinstellen, statt sich seine Wurstwaren wieder in eine Plastiktüte verpacken zu lassen usw.

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