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Modenamen der 80er-Jahre

Erstellt von Pepper-Horst, 19.01.2007, 23:55 Uhr · 22 Antworten · 13.552 Aufrufe

  1. #1
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    Lächeln Modenamen der 80er-Jahre

    Hallo,

    seit jeher begeistere ich mich für Onomastik und alles was dazugehört. Da ich fast haargenau mitten in die 80er-Jahre hineingeboren wurde, bezieht sich mein Interesse in erster Linie natürlich auf 80er-gebräuchliche Vornamen.

    Vor wenigen Tagen bin ich auf eine interessante Seite gestoßen (ich geb's ja zu, die "Funk-Uhr" hat mich darauf gebracht ): Auf der Interpräsenz www.beliebte-vornamen.de gibt es zu jedem Geburtenjahrgang interessante Auskünfte. Zuallererst wälzte ich mein Baujahr 1985 durch, und siehe da: ich "traf" auf viele "Bekannte". Auch wenn die Homepage und deren Betreiber angeben, "wissenschaftlich nicht repräsentativ" zu sein, so gibt es viel Wahres, aber auch Verblüffendes dort zu entdecken.

    Richtig schmackhaft wird das Ganze, gibt es zu einem bestimmten Namensboom einen Hintergrund. Als Beispiel dient mir hier die Erwähnung des Mädchennamens "Michelle" 1966.
    Im Dezember 1965 erschien das Beatles-Album "Rubber Soul", darauf enthalten der Song "Michelle". Im Jahr darauf stürmte der Mädchenname wie auch die LP die hiesigen Hitparaden.
    Einen Zusammenhang von prominenten Personen mit altbacken klingenden Namen, die in den 80ern jedoch zu Idolen der Jugend aufstiegen und somit eben jenen altmodischen Namen wieder salonfähig machten und zu neuem Glanz verhalfen, zu finden, das wäre natürlich sehr knorke.

    Erstaunlich ist, dass der Vorname "Boris" 1984 sein letztes Hurra erlebte und ab 1985 dann rasant abebbte. Stephanie hingegen ist einer der beliebtesten Vornamen dieser Zeit.

    Habe mich mal dazu entschlossen, die Top-20 von 1980, 1985 und 1989 zu posten. Um den "Wahrheitsgehalt" zu untermalen bzw. herauszufinden; gegebenfalls mit Kommentaren als Beilage.


    1980
    1. Stefanie - Christian
    2. Melanie - Dennis
    3. Julia - Jan
    4. Sabrina - Stefan
    5. Kathrin - Alexander
    6. Nicole - Sebastian
    7. Sandra - Michael
    8. Nadine - Florian
    9. Anna - Sven
    10. Christina - Daniel
    11. Nina - Matthias
    12. Anja - Benjamin
    13. Daniela - Thomas
    14. Yvonne - Martin
    15. Jessica - Andreas
    16. Katharina - Patrick
    17. Tanja - Oliver
    18. Maike - Markus
    19. Claudia - Philipp
    20. Anne - Björn

    1985
    1. Stefanie - Dennis
    2. Jennifer - Jan
    3. Julia - Christian
    4. Anna - Alexander
    5. Nadine - Daniel
    6. Katarina - Patrick
    7. Sarah - Banjamin
    8. Sandra - Sebastian
    9. Melanie - Stefan
    10. Jessica - Florian
    11. Katrin - Michael
    12. Daniela - Marcel
    13. Annika - Martin
    14. Nicole - André
    15. Sabrina - Sven
    16. Franziska - Tobias
    17. Svenja - Philipp
    18. Christina - Tim
    19. Claudia - Christopher
    20. Jasmin - Marc

    1989
    1. Katharina - Jan
    2. Sarah - Patrick
    3. Julia - Daniel
    4. Jennifer - Dennis
    5. Anna - Alexander
    6. Nadine - Philipp
    7. Lisa - Christian
    8. Jessica - Marcel
    9. Laura - Florian
    10. Christina - Kevin
    11. Sandra - Sebastian
    12. Stefanie - Tobias
    13. Jasmin - Tim
    14. Sabrina - Christopher
    15. Svenja - David
    16. Annika - Benjamin
    17. Franziska - Martin
    18. Janina - Sven
    19. Melanie - Timo
    20. Jacqueline - Fabian
    ---

    Ganz klassisch ist irgendwie der erste Blick über den (Namens-)Tellerrand. Es tauchen die ersten französisch klingenden Namen bzw. Namen mit französischem Ursprung auf. Vornehmlich bei den Damen: Nicole (gut, der tauchte schon in den 70er-Jahren ganz vorn' auf), Nadine, Yvonne. Bei den Herren erlebte "Marcel" einen Boom. Ferner "André" oder "René".
    Außerdem vemehrt Richtung Westen: "Jennifer" zeugt davon. Das Pendant bei den Knaben lautete - vor allem gegen Ende der 80er: "Kevin". Außerdem sehr beliebt (anscheinend auch damals in meiner Gegend): "Jessica". Fast noch treffender ist und war "Dennis", der sich im Norden auch nicht gerade rar macht, bei Teenies und Twens.
    Ebenso erlebten nordische Namen eine Renaissance. Sehr beliebt bei den Jungen: Sven oder Björn, sowie Lars. Besonders ersteren trifft man im Norden zuhauf an.

    "Neutrale" bzw. "nicht importierte" Modenamen zu entdecken fällt ein wenig schwer. "Sabrina", auch typisch für die 80's, dürfte ja eher in Italien verbreitet gewesen sein.
    Meines Erachtens schaffen es bei den Mädchen Sandra, Sarah und vor allem Melanie nach ganz vorne. "Melanie" würde ich durchaus als klassischen 80er-Namen einordnen.
    Bei den männlichen Voramen klingt vieles recht urban. So zum Beispiel: Michael, Sebastian, Thomas, Martin, Oliver. Diese wird es immer geben - irgendwo auf der Welt. Auch wenn meine Schulklassen etc. vorwiegend aus eben jenen bestanden .
    An ehesten würde ich diese Würde noch "Philipp" und "Patrick" verleihen. Vielleicht auch "Christopher" und "Mark"

    Welche Namen im Verlauf meines Lebens oft auftraten (in Bezug auf gebürtige 80er versteht sich)? Das waren vor allem: Daniel, Oliver, Benjamin, Sven, Simon, Tobias, Hendrik. Bei den Mädels: Katharina, Sarah, Jessica, Sabrina.

    Sonstige Namen, die ich mit den 80er-Jahren in Verbindung bringe:

    -Marco
    -Sascha
    -Julian
    -Nils
    -René
    -Jana
    -Bastian
    -Manuel
    -Kristin
    -Kerstin
    -Carolin(e)

    Ich selber höre übrigens auf den Namen "Matthias". 1985 war ich auf einem stolzen 21. Rang platziert. Heutzutage immerhin noch auf Platz 118. Kleine Kuriosität als Fußnote: Der sehr beliebte Name "Jan", taucht eigentlich weder in meinem Familien-, noch Freundes- oder Bekanntenkreis auf.

    P.S.: Wer sich im Vergleich zu den 80er-Listen die jetzige 2006er-Tabelle anschaut, der wird sehen wie sich die - ich nenne es mal - "Jugendkultur" gewandelt hat ...

  2.  
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  3. #2
    Benutzerbild von Babooshka

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    Sabrina klingt zwar italienisch und man denkt dabei auch sofort an das Euterpopmäuschen, aber sehr verbreitet war der Name in Italien nicht, weder in den 80-ern noch davor. Da ich bereits weit vor den 80-ern geboren wurde und auch kaum jemanden kannte, der in den 80-ern Kinder bekam, kann ich gar nicht sagen, was für mich ein typischer 80-er Jahre Name wäre. Ja, ich erinnere mich, Dennis war eine Zeitlang wohl sehr modern. Und der '89 geborene Sohn meines Adopstiefbruders heißt tatsächlich Christopher, wie in der Hitliste verzeichnet.

    Beachtlich ist aber schon, dass in den 80-ern anscheinend kaum Stars Vorbilder für die Namensgebung waren. Wie du schon bemerktest, Boris wurde nicht plötzlich wieder modern und Stefanie war eigentlich nie richtig aus der Mode. Auch vergab man noch kaum amerikanische Namen, mal abgesehen davon, dass Kevin gegen Ende des Jahrzehnts langsam in Mode kam. Andererseits wurden auch alte Vornamen noch nicht wieder modern, wenn man mal von Anna absieht; das ist ja heute neben den ganzen fremdländisch klingenden Namen wieder total angesagt.

    Noch was aus "meiner Zeit" zum Thema ein Hit wird ein Modename: Anfang-Mitte der 60-er war ja Italien sehr angesagt und somit auch das Lied "Marina" von Rocco Granata. Prompt wurde der Name Marina überaus populär. Ähnliches berichtete man aus England mit Eloise, nachdem Barry Ryans "Eloise" ein Hammerhit wurde.

  4. #3
    Benutzerbild von Pepper-Horst

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    Wie du schon bemerktest, Boris wurde nicht plötzlich wieder modern und Stefanie war eigentlich nie richtig aus der Mode. Auch vergab man noch kaum amerikanische Namen, mal abgesehen davon, dass Kevin gegen Ende des Jahrzehnts langsam in Mode kam.
    Ja, das verwundert mich auch sehr. Zumal Amerika ja auch in den 80er-Jahren bezüglich Funk, Film und Fernsehen Oberwasser genoss.
    Die ganz späten Achtziger respektive die erste Hälfte der 90er-Jahre kann man dann wohl als Schnittstelle bezeichnen. Doch das amerikanische bzw. anglophone Umfeld veränderte sich im Grunde überhaupt nicht.

    Vielleicht war der Mauerfall der Auslöser, denn die ehemaligen oder damaligen Bürger der DDR strebten ja wortwörtlich gen Westen; was auch die dort gebräuchlichen Namen anschaubar machen.
    Gut möglich, dass danach die Hemmschwelle in der kompletten Bundesrepublik geringer wurde.

    Wobei ich sagen muss, dass man immer noch so wenige "Britneys" heutzutage, wie in den 80ern "Samanthas" vorfindet. Alles also sehr komplex.

  5. #4
    Benutzerbild von Babooshka

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    Stimmt, in der DDR hatte man schon immer ein Faible für ausländisch klingende Namen, das drückte wohl die Sehnsucht nach der großen weiten Welt aus, in die sie nicht durften. Mädchen waren dann keine Monikas und Angelikas, sondern Moniques und Angeliques. Und, weniger fremdländisch, aber für mich ganz typisch DDR: Jungen waren selten Stefans, sondern immer Steffens.

    Was mir gerade einfällt, so echt populäre Sammelbegriff-Namen wie Wolfgang in den 50-ern/60-ern sowie Thomas, Andreas und Sabine in den 70-ern gab es in den 80-ern eigentlich gar nicht, oder? Dass, wenn man "Dennis, komm essen" aus dem Fenster gerufen hat, alle Jungen auf dem Spielplatz aufhorchten?

  6. #5
    Benutzerbild von Pepper-Horst

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    Zitat Zitat von Babooshka Beitrag anzeigen
    Stimmt, in der DDR hatte man schon immer ein Faible für ausländisch klingende Namen, das drückte wohl die Sehnsucht nach der großen weiten Welt aus, in die sie nicht durften. Mädchen waren dann keine Monikas und Angelikas, sondern Moniques und Angeliques. Und, weniger fremdländisch, aber für mich ganz typisch DDR: Jungen waren selten Stefans, sondern immer Steffens.
    Ja, dieser Vorname firmiert bei mir auch als typischer DDR-Jungenname. Das liegt auch vielleicht daran, dass ich im grenznahen Gebiet aufgewachsen bin. Und als so um 1990 herum die ersten Bürger der DDR "rüber machten", steuerten sie aus naheliegendem Grund natürlich auch meine Ortschaft/meinen Kreis an.
    Die erste Familie, die hier sesshaft wurde, hieß dann tatsächlich auch noch "Steffen" mit Nachnamen . Der älteste Sohn hörte auf den Namen "Danny" - auch ganz klassisch.
    Der Hit war allerdings in einem Nachbarort. Da hatte eine Elternschaft ihre Kinder, Tochter und Sohn, Randy & Mandy genannt. Die tauchten ebenso irgendwann um 1990 auf, waren mitten in der Pubertät und hatten's ehrlich gesagt nicht einfach ...

    Was mich aber mit der Stirn runzeln lässt: In keinem ehemaligen kommunistischen Land sind "westländische" Namen so sehr verbreitet wie in der ehemaligen DDR. In Polen oder Russland beispielweise werden noch heute ganz heimattypische Namen vergeben. In Tschechien ist "Jan" noch immer ganz oben auf der Hitliste.

    Vielleicht hat die Wiedervereinigung bei vielen auch zu einer gewissen Art von Identifikationsverlust geführt. Oder auch umgekehrt, so dass man sich mit der Vergabe dieser Namen möglichst rasch eingliedern wollte.

    Was mir gerade einfällt, so echt populäre Sammelbegriff-Namen wie Wolfgang in den 50-ern/60-ern sowie Thomas, Andreas und Sabine in den 70-ern gab es in den 80-ern eigentlich gar nicht, oder? Dass, wenn man "Dennis, komm essen" aus dem Fenster gerufen hat, alle Jungen auf dem Spielplatz aufhorchten?
    Ich denke mal, das ist seit den 80er-Jahren passé. Das ist wohl dem Individual-Willen zum Opfer gefallen und wird über "Mode-Erscheinungen" nicht hinaus kommen. Die Krux dürfte ja mittlerweile sein, dass die Häufigkeit, neben Klang sowie Herkunft/Bedeutung des Namen, das Hauptauswahlkriterium sein dürfte.

    Da immer mehr Namen temporär in Mode kommen, liegt es aber irgendwie nahe, dass man dem Namen ein Geburtsjahr zuordnen kann. Das wiederum ist bei den Wolfgangs, Thomas' und Uwes schwer; ich habe übrigens tatsächlich einen Onkel Wolfgang, Baujahr 1953 .

    Bin in Gedanken auch noch mal alle Klassenräume und Freundes- und Bekanntenkreise durchgegangen. Dass "Hendrik/Henrik" ein sehr beliebter Name, der in den Listen weiter hinten aufkreuzt ist, erzählte ich ja schon (gerne auch mit "Jan" kombiniert, also "Jan-Hendrik"). Ein zweiter, bundesweit eher unbekannter, fiel mir allerdings auch noch ein: Malte!
    Scheint sehr beliebt gewesen zu sein, die kompletten 80er durch. Auf Anhieb fallen mir jetzt sechs, sieben "Maltes" ein!

  7. #6
    Benutzerbild von Babooshka

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    Einen Malte gibt's auch hier im Forum

    Das mit dem Individualwillen von heute ist nur teilweise so. Ich sehe da schon wieder eine Sammelbegriff-Tendenz. Jeder zweite Junge heißt heute Lukas, gerne genommen wird auch Jonas und Elias. Bei den Mädchen ist momentan Sophie (mit allen möglichen Doppelnamen-Kombinationen) und Leonie total angesagt.

    Die Tendenz zu ausländisch anmutenden Namen lässt sich in ganz Deutschland erkennen; ich kenne sonst kaum ein anderes Land, in dem das so ist. Ein seltsames Phänomen, warum ist das so? Wie du schon sagtest, in Osteuropa nimmt man die traditionellen Namen, aber auch in Italien und Frankreich (mit wenigen Ausnahmen, in Frankreich noch weniger als in Italien), in Spanien wird's ähnlich sein. Außerdem kommen in diesen Ländern noch regionale Faktoren dazu. So werden z. B. in der Bretagne gerne typisch bretonische Namen vergeben und in Italien kann man anhand des Namens ziemlich treffsicher sagen, ob jemand aus dem Süden oder aus dem Norden kommt. Naja, im Süden Deutschlands ist man wahrscheinlich auch noch etwas traditioneller bei der Namensvergabe. Obwohl auch Fabienne Blümlhuber mir schon untergekommen ist

    In den USA sollen ja einige Damen mit dem Namen Gretchen rumlaufen, aber dort ist man eh abgedreht, was Namen angeht. Wo sonst darf man sein Kind Apple, Rumer, Tallulah und wasweißichwienoch nennen. Land der unbegrenzten Möglichkeiten halt, leider auch, was die Vornamen angeht. Die armen Kinder. Wundert mich direkt, dass die Spears ihren Söhnen nicht so abgedrehte Namen gegeben hat

  8. #7
    Benutzerbild von Pepper-Horst

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    Ja, aber allenfalls eine Tendenz. Es liegen ja leider keine Zahlen vor. Prozentual gesehen sind sicher weniger "Hits" oder Nennungen notwendig, um in die Charts zu kommen, wie bei der Musik mittlerweile; absolut ja sowieso.

    Lukas hält sich ja gefühlsmäßig seit mindestens fünfzehn Jahren. Leonie taucht in Statistiken immer ganz weit vorne auf, mir ist allerdings noch keine über den Weg gelaufen. Habe außerdem das Gefühl, dieser Name wird vor allem in Süddeutschland angewandt.
    Jonas gibt's viele zehn - zwanzigjährigen. Aber wie ich finde auch nicht übermäßig viel. Elias heißt mein einjähriger Großcousin, über die Namenwahl war ich da letztes Jahr jedoch noch sehr überrascht, da in meinen Augen noch nicht etabliert.
    Sophie stimmt wohl, auch was die Kombinationen angeht.

    Aber für meine Begriffe fällt das alles nicht so extrem wie früher aus. Mein Bruder, Baujahr 1978, hatte dermaßen viele Stefans auf seiner Schule, dass da die wildesten Koseformen existierten, um sie auseinander zu halten.
    Heutzutage ist doch alles noch überschaubar, richtige "Volksnamen" sind das nur ansatzweise. Auch weil's mittlerweile Alternativen zuhauf gibt.

    Dass das Phänomen der ausländischen Namenswahl in anderen europäischen Ländern nicht so weit verbreitet ist, dachte ich mir schon.
    Natürlich trifft man dies deutschlandweit an, im Osten der Republik, finde ich, nur ein wenig ausgeprägter und auch schon länger.
    Ich will da auch gar nicht großartig unterscheiden. Die Bindung bzw. Identifikation zum eigenen Land ist im europäischen Vergleich ja nicht gerade erwähnenswert.
    Die heutige Jugend driftet ja auch immer mehr Richtung Westen ab, das eigene Umfeld bleibt da ein wenig auf der Strecke. Da sind Namen à la "Arno", "Wolfgang" oder "Gesine" natürlich uncool. Und die "Vorbilder" kommen vermehrt aus dem anglophonen Bereich.

    Viele Namenskombinationen wirken auf mich allerdings total realitätsfremd. Fabienne Blümlhuber hört sich da noch richtig gut an. Ein Freund von mir, dessen Arbeitskolloge (jetzt wird's kompliziert ) ist vor nicht allzu langer Zeit Vater eines Sonhs geworden. Vorname: Jason-Miguel, das ist ja schon Mischmasch. Nachname: Radtke - brachial, kurz und trocken. Den Vornamen assoziiert man anfangs hingegen mit amerikanischer "Flockigkeit" und Latino-Gehabe.

    Kopien waren meiner Ansicht nach schon immer Murks. Obengenannte Vornamen ähneln Kopien auf alle Fälle. Viele vergessen wohl einfach, dass Deutschland auch ein Profil besitzt: die Äpfel in Nachbars Garten waren schließlich schon immer größer und knackiger.
    Aber wie's mit jedem Trend so ist, es gibt immer eine Gegenbewegung. Und so hören immer mehr Knirpse auf "Paul", "Klara" oder "Emma" oder aktuell "Hugo", glaube bei Franziska van Almsick.
    Es bleibt ja jedem selbst überlassen. Aber in Bezug auf Namen finde ich "Lokalkolorit" passender. Entscheide mich also für die zweite Variante.

    Regionale Unterschiede gibt's ja auch noch hier. In Süddeutschland ist "Josef" ja immer noch nicht ausgestorben oder "Florian" ein sehr beliebter Name.
    Bei mir in Norddeutschland führt "Finn" ja sogar die Hitliste an, das weibliche Pendant "Finja" taucht auch mehr als ein Mal auf. Generell nordische Namen. Sven, Lars, Björn, Nils sind sehr gängig. Fast jede Woche ist ein "Mika" bei den Geburtsanzeigen vertreten (bin fest der Überzeugung, dass ein ehemaliger finnischer Formel-1-Pilot ganze Arbeit geleistet hat ). Außerdem nicht selten: Bjarne.

  9. #8
    Benutzerbild von murmel

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    Zitat Zitat von Babooshka Beitrag anzeigen
    Stimmt, in der DDR hatte man schon immer ein Faible für ausländisch klingende Namen...
    Das kann ich so nicht bestätigen. Vielleicht trifft das für Provinzen zu, aber in Ostberlin gab es eher Massenbezeichnungen wie Frank oder Thomas sowie Namen wie Ingo, Torsten & Rene. Bei Mädels waren Silvia (oder auch Sylvia), Manuela, Birgit und Daniela sehr beliebt.

    Das Phänomen Mandy, Cindy etc. stammt aus Neubaugebieten wie Marzahn und Hohenschöngrünkohl (auch als Hohenschönhausen bekannt). Und nicht umsonst wurden diese Bezirke auch Sachsen-city genannt, da sich viele Zuwanderer aus diesem Bereich dort aufhielten. Und nicht zu vergessen, dass viele Angolaner und Mosambiquaner auch ständig in Ost-Berlin zu Gast waren.

  10. #9
    Benutzerbild von Soundfeile

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    @ murmel, Natürlich war das in der DDR so, nur hatte Ost-Berlin mit seinen charakteristischen Eigenschaften, mit der DDR auch relativ wenig zu tun, was man ja auch deutlich aus deinen Zeilen raus lesen kann.

  11. #10
    Benutzerbild von murmel

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    @Soundfeile
    wahrscheinlich wegen der Nähe zum Westen?
    Aber nix zu tun würde ich auch nicht sagen, aber Du meinst wohl dass Berlin keine typische DDR-Stadt war, oder?

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