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Mohammed-Karikaturen

Erstellt von brandbrief, 06.02.2006, 18:49 Uhr · 78 Antworten · 4.947 Aufrufe

  1. #31
    Benutzerbild von SonnyB.

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    Wer sich über den Koran informieren möchte :

    http://www.theology.de/koran.htm

  2.  
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  3. #32
    Benutzerbild von MaxiMan

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    Mir scheint, dass bei aller berechtigten Kritik an den Äußerungen und Reaktionen der Muslime, die eigentliche Geschichte der Karikaturen und deren Entstehung ein wenig in den Hintergrund gerät.

    Vor einigen Tagen hörte ich auf DLF (oder auch DLR) ein Interview mit dem in Dänemark sitzenden Auslandskorrespondenten des Senders. Dieser erläuterte, dass die Veröffentlichung der Karikaturen anfänglich zu keinerlei Reaktionen geführt habe – weder bei den Lesern noch bei den Muslimen. Daraufhin habe die Zeitung das Thema weiter verfolgt und sich „auf die Suche“ nach Muslimen begeben, die eine ablehnende Haltung zur Veröffentlichung beziehen. Man fand diese und später dann die eigentlich ungewollten massiven Reaktionen.

    Für mich stellt sich nun die Frage, ob das im Westen gesetzte Recht der Pressefreiheit nicht doch etwas einseitig ausgelegt wird. Ein Recht, das ich habe, muss ich nicht in Anspruch nehmen. Wer sich ein bisschen im Mediengeschäft auskennt weiß, dass täglich Bilder von Agenturen oder freien Mitarbeitern angeboten werden, auf deren Veröffentlichung oft aus dem Grund, dass ein „weitergehendes öffentliche Interesse nicht gegeben ist“ verzichtet wird. Um den Leser dennoch zu informieren, wird das bildlich dargestellte Geschehen verbal „übersetzt“. Das hätte man, bei einigem Abwägen, auch im Falle der Karikaturen machen können. Oder aber, am Beispiel der WELT, man veröffentlicht die Bilder gleich zweimal. Beim ersten Mal, vor einigen Wochen, gab es keine besonderen Reaktionen. Da sich das Thema aber nun verselbständigt hat, zieht man die Karte noch einmal hervor.

    Ich darf mich als religiös ungebunden bezeichnen und bin – um es vorweg zu nehmen – weder ein Islam- noch ein Christenversteher. Dennoch kann ich mir vorstellen, dass die Zeichnungen für Unmut sorgen. Das Argument, Dänen publizieren für Dänen und eingereiste Muslime sollen sich den Gepflogenheiten anpassen, greift etwas kurz. Wie hat denn die offizielle deutsche Seite auf die Äußerungen des italienischen Staatssekretärs zu den Verhaltensweisen der Deutschen reagiert? Unser Ex-Kanzler sagt den Urlaub ab und die BILD entfachte eine schöne Propagandadebatte. Dabei hat doch ein Italiener nur zu seinen Landsleuten gesprochen. Man kann diese Argumentation noch ins Unerträgliche weiterführen: In Deutschland sind Äußerungen, die Gräueltaten der Nazis verherrlichen, verboten. Es gibt nun aber zig ausländische Internetseiten, die genau das tun. Folge: Strafrechtliche Verfolgung in Deutschland (Bsp.: Zündel). Unter obiger Argumentation müsste man fragen – Warum? Eine amerikanische Internetseite richtet sich doch zuerst an Amerikaner – oder?

    Bei aller Akzeptanz der bislang vorgetragenen Argumente, so ganz kann sich „Europa“ nicht aus der Verantwortung ziehen.

  4. #33
    Benutzerbild von PostMortem

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    MaxiMan postete
    Das Argument, Dänen publizieren für Dänen und eingereiste Muslime sollen sich den Gepflogenheiten anpassen, greift etwas kurz. Wie hat denn die offizielle deutsche Seite auf die Äußerungen des italienischen Staatssekretärs zu den Verhaltensweisen der Deutschen reagiert? Unser Ex-Kanzler sagt den Urlaub ab und die BILD entfachte eine schöne Propagandadebatte. Dabei hat doch ein Italiener nur zu seinen Landsleuten gesprochen.
    Warum stellst Du das Gegeneinander? Deutsche Touristen geben in der Welt oft ein schlechtes Bild ab, es steht jeder Auslandspresse frei sich darüber zu echauffieren. Genauso steht es aber einem deutschen Kanzler frei, anderer Meinung zu sein und zivilisiert darauf zu reagieren, in diesem Fall gabs also die Entscheidung nicht nach Italien zu fahren. Der italienische Staatssekretär hat sich für seine Äußerungen im Gegensatz zu den Dänen dann auch folgerichtig nicht entschuldigt und Berlusconi äußerte nur Bedauern dafür, dass Schröder nun das schöne Italien versäumt. Schröders Freund Bruno war dafür angesäuert (den wollte er besuchen) und aus aller Herren Länder kamen Ersatzurlaubsangebote für Schröder und die Sache fing langsam an ins humoristische Fach abzugleiten. Solange bis sie fast vergessen war und Schröder ein Jahr später sich dann doch noch bei Bruno einfand.

    SO laufen solche Sachen eben hierzulande ab. Das ist eine zivilisierte Auseinandersetzung, die von beiden Seiten mit freier Meinungsäußerung geführt wird und wo sich jeder der sich beleidigt fühlt natürlich beleidigt fühlen darf, Konsequenzen ziehen darf, aber eben nicht zu Mitteln der Gewalt greift und diesen friedlichen Meinungsaustausch verlässt. Es sind nicht plötzlich deutsche Protestanten auf die Straße gerannt, niemand hat die Katholiken angepöbelt und verteufelt, die italienische Botschaft wurde nicht angezündet, kein Fiat-Händler gestürmt, keine Fahne verbrannt oder irgend einen Pizzabäcker bedroht und entführt. Lediglich die BILD & Co. haben sich ein wenig erregt und das ist ja auch ihr gutes Recht... Presse- und Meinungsfreiheit eben für alle Seiten, allerdings zivilisiert!

    Bei aller Akzeptanz der bislang vorgetragenen Argumente, so ganz kann sich „Europa“ nicht aus der Verantwortung ziehen.
    Warum das denn nicht? Was willst Du für eine Welt? Eine Welt in der Zeitungen nur Dinge drucken sollen, die überall auf Wohlwollen stoßen?

    Das kann doch nicht der Sinn der Sache und der Pressearbeit sein! Es geht bei solchen Dingen doch nicht darum einen Beliebtheitspreis zu gewinnen und jedem den Hintern zu pudern. Journalisten und Medien SOLLEN Finger in Wunden legen und jene die getroffen werden, müssen sich ganz einfach vernünftig verhalten! Darf man das wirklich nicht erwarten? Muss man damit leben, dass Karikaturenzeichner von Zeitungen auf Todeslisten gesetzt werden und europäische Einrichtungen zertrümmert werden? Kann da gelten "Tja, selbst Schuld!"?

    Diese momentan beliebte Argumentation: "Die Dänen hätten wissen müssen was passiert und es deshalb lassen sollen", ist für mich eine unzulässige Schuldzuweisung an die Dänen (/ aufgrund der größeren Zusammenhänge den Westen allgemein) und bedeutet für mich letztendlich auch nicht weniger als eine ganz andere Form der Überheblichkeit gegenüber den Muslimen, vonwegen (Klartext): "Die Dänen hätten wissen müssen, dass Moslems zu fanatisch und zu dumm sind sich mit Worten zu wehren, deshalb hätten sie den Stein des Anstoßes als klügerere Menschen gar nicht erst veröffentlichen dürfen." Ich weiss nicht, ob diese noble Schutzgeste gegenüber den Muslimen, den Muslimen so besonders gut gefallen dürfte... Man könnte ja mal eine Karikatur darüber veröffentlichen, dann werden wir es schon erfahren!

    PM

  5. #34
    Benutzerbild von MaxiMan

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    @PM

    Mensch Dave komm mal wieder runter. Was Du aus meinen Worten herausholst, habe ich dort überhaupt nicht hineingesteckt.

    Das von mir herangezogene Beispiel mit dem italienischen Staatssekretär sollte lediglich dazu dienen, die Argumentation "der Däne schreibt für Dänen und sonst nichts" zu hinterfragen. Oder anders ausgedrückt: Weder der Däne noch der Italiener lebt autark, in der heutigen Zeit fließen Informationen grenzübergreifend und werden entsprechend wahrgenommen. Insoweit kann sich der Muslim im Iran schon aufregen, einfach weil er von der Information Kenntnis erlangt hat.

    Ich habe auch nicht behauptet, dass ich Gefälligkeitsjournalismus will. Meine Anmerkung beinhaltete lediglich, dass man ein Recht auch sorgsam behandeln muss. Und das bedeutet konkret, dass eine Zeitung eine Veröffentlichung abwägen kann.

    Und beim besten Willen, ich kann nicht erkennen, dass ich DIE Dänen in die Pflicht genommen habe (ich schrieb aber sehr wohl, wie die Geschichte entstanden ist!) und auch von Verständnis für die Gewaltorgie auf muslimischer Seite kann ich in meinen Worten nichts finden. Ich schrieb einleitend: "... dass bei aller berechtigten Kritik an den Äußerungen und Reaktionen der Muslime ..."

    Sei so gut und lies mein erstes Post noch einmal in Ruhe und antworte (wenn Du willst) auf die dortigen Inhalte.

  6. #35
    Mumie
    Benutzerbild von Mumie
    PostMortem postete
    Babooshka postete
    Die Dänen hätten es wirklich sein lassen können/sollen mit der Karikatur. Sie hätten es einfach WISSEN müssen, dass Moslems das nicht so einfach hinnehmen würden.
    Und deshalb muss man es lassen? Ich glaube zudem kaum, dass die dänischen Zeitungsmacher es im Sinn haben (oder im Sinn haben müssen), dass wegen der Berichterstattung von Dänen für Dänen am anderen Ende der Welt Leute austicken und ganz Dänemark verdammen.

    Sie hätten WISSEN müssen, dass es "Moslems" gibt, die eigentlich keine sind, weil sie sich lediglich hinter dem Bollwerk Religion verschanzen, um Terror zu machen.
    Was müssten wir noch alles unterlassen, weil wir das wissen? Jeglichen Flugverkehr? Hochhäuser bauen?

    Selbst ich als nicht sonderlich Religiöse finde es aber schon recht heftig, einen Propheten sozusagen als Terroristen darzustellen. Das Verletzen religiöser Gefühle macht man einfach nicht, ganz egal, um welche Religion es sich handelt. Denn neben den gewaltbereiten Pseudo-Moslems gibt es auch eine ganze Menge friedlicher Gläubiger, die in ihren Gefühlen verletzt wurden, das darf man nicht vergessen.
    Meinst Du Helmut Kohl hat sich gefreut, als man anfing ihn nur noch als Birne zu zeichnen? Ab wievielen verletzten Mütchen fängts denn an schlimm zu sein mit dem Karikaturen? M. E. muss man Karikaturen entweder als ganzes verteufeln oder nicht. Es daran festzumachen, ob nur die Gefühle einer Einzelperson oder die von Millionen Einzelpersonen verletzt werden (und ich glaube kaum, dass es viele Karikaturen geben kann, die nicht auf die Kosten mancher persönlicher Gefühle gehen) ist doch kein vernünftiges Kriterium (das wäre wie "Töten gilt erst als Mord ab fünf toten Opfern, vier Tote sind frei"). Für mich gilt die Trennung von Staat und Religion. Wir halten uns auf unserem Boden an unsere Gesetze. Diese Gesetze verbieten es kein bisschen irgendwelche religiösen Figuren zu karikieren. Und wenns nur ums "wissen müssen" geht, dann dürfte man auch den Vorsitzenden des Kaninchenzüchtervereins nicht karikieren, denn man müsste wissen, dass es ihm nicht gefallen wird. Und dem füge ich hinzu, dass es für die vielen Aheisten überhaupt keinen Grund gibt, zwischen einem Kaninchenzüchtervereinsvorsitzenden und einer - in ihren Augen - aufgebauschte religiöse Märchenfigur zu unterscheiden.

    PM
    @PM
    Der Unterschied ist blos,dass vielen Menschen ihre Religion,sehr tief geht und man den Glauben anderer Mitbürger(bzw.Menschen)respektieren und nicht darüber herziehen sollte,egal wie komisch man ihn findet.Dass sollte einen schon der Anstand sagen.Kritik ja aber mit Fingerspitzengefühl.Frage wie fändest du,wenn du -Ateihst-wärst(bist?)und man immer wieder darüber herziehen würde(und du nicht die Möglichkeit hättest,dich direkt zu wehren)?Fändest du das Lustig,auf Dauer?Ich glaube du wärst ein schlechter Diplomat.
    Natürlich akzeptiere ich keine Gewalt,als Antwort(sagt mir schon alleine meine Religion bzw.mein gesunder Menschenverstand.)!

  7. #36
    Benutzerbild von Castor Troy

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    SonnyB. postete
    Wer sich über den Koran informieren möchte :

    http://www.theology.de/koran.htm
    Danke,aber ich lese lieber die Bibel

  8. #37
    Benutzerbild von NovalisHH

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    Selbst, wenn man mich für folgende zynische Bemerkung karikiert und massakriert - aber heute Abend gibts aus Solidarität ausschließlich Platten
    von
    - Gitte Haenning
    - Olsen Brothers
    - Shu-bi-dua
    - (ggf. Hape Kerkeling - "Ja, ja wir Dänen")

    auf meinem Plattenteller

    Gruß aus HH

  9. #38
    Benutzerbild von Castor Troy

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    NovalisHH postete
    Selbst, wenn man mich für folgende zynische Bemerkung karikiert und massakriert - aber heute Abend gibts aus Solidarität ausschließlich Platten
    von
    - Gitte Haenning
    - Olsen Brothers
    - Shu-bi-dua
    - (ggf. Hape Kerkeling - "Ja, ja wir Dänen")

    auf meinem Plattenteller

    Gruß aus HH
    Da muss dieser Smiley her>

  10. #39
    Benutzerbild von frasier

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    Mumie postete
    @PM
    Der Unterschied ist blos,dass für viele Menschen ihre Religion,sehr tief geht und man den Glauben anderer Mitbürger(bzw.Menschen)respektieren und nicht darüber herziehen sollte.Dass sollte einen schon der Anstand sagen.Frage wie fändest du,wenn du -Atehist-wärst(bist?)und man immer wieder darüber herziehen würde(und du nicht die Möglichkeit hättest,dich direkt zu wehren)?Fändest du das Lustig,auf Dauer?Ich glaube du wärst ein schlechter Diplomat.
    Wie stellst du dir das praktisch vor? Über Religion darf man nicht herziehen, über alles andere aber schon?

    Das würde heißen, daß die Religion höher steht als alles andere und quasi unantastbar wäre.

    Aber genau das darf nicht sein. Diese finsteren Zeiten müssen ein für alle mal vorbei sein.

    Oder darf garnichts mehr scharf kritisiert werden? Auch das Leben vieler öffentlicher Leute geht denen selbst "sehr tief".

    Wenn man also anfängt, an irgendeinem Punkt Ausnahmen zuzulassen, werden andere genau das gleiche Recht für sich beanspruchen, wäre ja sonst ungerecht. Es folgt eine Kettenreaktion, die Freiheit gibt es nicht mehr.

  11. #40
    Mumie
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    frasier postete
    Mumie postete
    @PM
    Der Unterschied ist blos,dass für viele Menschen ihre Religion,sehr tief geht und man den Glauben anderer Mitbürger(bzw.Menschen)respektieren und nicht darüber herziehen sollte.Dass sollte einen schon der Anstand sagen.Frage wie fändest du,wenn du -Atehist-wärst(bist?)und man immer wieder darüber herziehen würde(und du nicht die Möglichkeit hättest,dich direkt zu wehren)?Fändest du das Lustig,auf Dauer?Ich glaube du wärst ein schlechter Diplomat.
    Wie stellst du dir das praktisch vor? Über Religion darf man nicht herziehen, über alles andere aber schon?

    Das würde heißen, daß die Religion höher steht als alles andere und quasi unantastbar wäre.

    Aber genau das darf nicht sein. Diese finsteren Zeiten müssen ein für alle mal vorbei sein.

    Oder darf garnichts mehr scharf kritisiert werden? Auch das Leben vieler öffentlicher Leute geht denen selbst "sehr tief".

    Wenn man also anfängt, an irgendeinem Punkt Ausnahmen zuzulassen, werden andere genau das gleiche Recht für sich beanspruchen, wäre ja sonst ungerecht. Es folgt eine Kettenreaktion, die Freiheit gibt es nicht mehr.
    @frasier

    Für mich gibt es schon einen Unterschied beim Begriff -herziehen und kritisieren-(mit Fingerspitzengefühl).