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Montagsdemonstrationen

Erstellt von ihkawimsns, 08.08.2004, 22:20 Uhr · 46 Antworten · 2.380 Aufrufe

  1. #31
    Benutzerbild von Mikesch1

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    @ röschmich

    da niedere soziale Schichten eh eine geringere Lebenserwartung haben ( mit der genialen Gesundheitsreform wirds wahrscheinlich noch was schneller gehn)
    regelt sich das Problem im laufe der Zeit von selber

    Der Mikesch1

  2.  
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  3. #32
    Benutzerbild von Raccoon

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    röschmich postete
    röschmich postete
    Das Hauptziel der Zukunft wird wohl die Beseitigung der Arbeitslosen sein.
    Also Leute! kein Widerspruch?
    Ich bin enttäuscht.
    Leider nein, zumindest nicht von meiner Seite. Wurde bestimmt schon gesagt, aber die Politik findet's geil, wenn die Statistik stimmt, und eben das erreicht man möglicherweise mit Hartz IV. "Seht her, na was haben wir gesagt - weniger Arbeitslose!!" Toll.

    Daß diese aber deutlich unterbezahlt sind bzw. ohnehin noch nebenbei von der Stütze leben müssen, weil das Geld nicht reicht, wird unter den Tisch gekehrt.

    Genau genommen sind ja schon die heutigen Arbeitslosenzahlen falsch: Wer als Sozialhilfeempfänger längere Zeit krank ist, in einer Maßnahme steckt usw. wird nicht mitgezählt. Diese haben also zwar keine Arbeit (aber würden in etlichen Fällen lieber eine haben, da wette ich), fallen aber aus der Statistik raus, weil zur Zeit "nicht arbeitssuchend".

    Gruß, Raccoon

  4. #33
    Benutzerbild von goaly

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    ich muss ehrlich sagen dass ich viele Punkte (nicht alle) von Hartz IV als Notwendig und gerecht finde.
    Ich sehe nichts negatives, wenn 1 € Jobs angeboten werden. Zumal diese Jobs in der Regel Tätigkeiten sind die von keinem anderen Bereich abgedeckt werden. Beispiel Laubfegen in Pärken, Wagensicherung im Karnevalszug etc.. Ich habe mal einen Bericht über solche Jobs gesehen (ja die gibt es auch jetzt schon für Sozialhilfeempfänger), da waren die angetretenen Leute froh (der grösste Teil hat sich gedrückt) sich was dazu verdienen zu können. Zum anderen war das für die eine Art Showlaufen. Empfehle dich durch gute Arbeit für einen Job. In dem Bericht hat dann der Truppleiter der Stadt zu denen gesagt, "leider, ich kann Euch nicht einstellen, aber ich empfehle Euch weiter an eine Firma die Grünanlagepflege macht. Ist doch okay.
    Ich nehm mal ein Beispiel aus meinem Bekanntenkreis. Mein Neffe und ein Bekannter sind arbeitslos (mein Neffe jetzt erst geworden). Mein Neffe Werkzeug macher, sein Kumpel IT Kaufmann. Mein Neffe tritt jetzt einen Job als Produktionshelfer im 4 Schichtbetrieb an nur um Arbeit zuhaben und nebenbei zu suchen. Sein Kumpel sucht kaum und will ja nur was in der IT (seit über einem Jahr). Hmmmm ich denke manchen bekommt Harzt IV evtl. doch nicht so schlecht

  5. #34
    Engel_07
    Benutzerbild von Engel_07
    goaly postete
    Ich sehe nichts negatives, wenn 1 € Jobs angeboten werden. (...)Beispiel (...) Wagensicherung im Karnevalszug (...)
    Cool, Rosenmontagszüge statt Montags-Demos!





    (nicht ganz ernst gemeint!)

  6. #35
    raabi2000
    Benutzerbild von raabi2000
    Ich habe mich ja auch schon für Hartz IV ausgesprochen. Und die finanziellen Basiszahlungen sind ja nun wirklich Ok. Folgende Rechnung:

    Alleinstehend, über 25 Jahre alt und das Arbeitslosengeld greift ab dem 1.1.05:

    345 Arbeitslosengeld 2
    160 Euro Ausgleichspauschale in den ersten 2 Jahren
    300 Miete
    ---------
    805 Euro Gesamt-Einkommen NETTO

    Unterm Strich bleiben dann 505 Euro zum leben. Ist das zu wenig? Und jedem ist es freigestellt, sich durch einen Minijob oder einen, vielfach als bezahlte, Gemeinnützige Arbeit geltenden, 1 Euro Job etwas hinzu zu verdien. Und dies großteils ohne Anrechnung. Man kann also mit dem Arbeitslosengeld locker auf ein Gesamtnettoeinkommen von über 1000 Euro kommen, NETTO.

    Kann man sich da noch beschweren? Muss man da auf die Straße gehen?

  7. #36
    Benutzerbild von
    raabi2000 postete
    Ich habe mich ja auch schon für Hartz IV ausgesprochen. Und die finanziellen Basiszahlungen sind ja nun wirklich Ok. Folgende Rechnung:

    Alleinstehend, über 25 Jahre alt und das Arbeitslosengeld greift ab dem 1.1.05:

    345 Arbeitslosengeld 2
    160 Euro Ausgleichspauschale in den ersten 2 Jahren
    300 Miete
    ---------
    805 Euro Gesamt-Einkommen NETTO

    .... Man kann also mit dem Arbeitslosengeld locker auf ein Gesamtnettoeinkommen von über 1000 Euro kommen, NETTO.
    Kann man sich da noch beschweren? Muss man da auf die Straße gehen?
    Ja und evtl. Nein.

    Evtl. nein, wenn Du bereits Sozialhilfeempfänger mit geringen Bezügen warst. Dann ist Hartz IV zwar nach wie vor keine Kur und m. E. sollte jeder besser leben können und dürfen, doch es ist durch den über lange Jahre abgesenkten Lebensstandard und die von den Betroffenen teilweise fast schon als "normal" akzeptierte Situation kein Schockzustand. Es gibt aber auch eine Menge Leute, die sich mit diesem Zustand nicht anfreunden können und die es trotz eigener Anstrengungen nicht schaffen diesem (leider) sog. "Bodensatz" der Gesellschaft zu entkommen. Das ist der Knackpunkt bei Hartz IV: Die Versorgung wird verschlechtert um den Druck zu erhöhen Arbeit anzunehmen. Wenn man den momentanen Arbeitslosenzahlen die verfügbaren offenen Stellen gegenüberstellt, stellt sich die Frage, ob durch dieser Erhöhung des Drucks plötzlich mehr Arbeitslose in viel zu wenige Stellen passen? Und meistens ist es dann ja noch so, dass einerseits offene Stellen nicht besetzt werden (können), da Arbeitslose und offene Stellen nicht zueinander passen. Um auf diese hoffnungslose Situation aufmerksam zu machen, sollte man als Betroffener schon auf die Straße gehen. Lieber das, als faul und mit den Händen im Schoß zu Hause vorm Fernseher auf Besserung zu warten

    Und: Ja, wenn Du Dir als Arbeitnehmer Gedanken über Deine Versorgung im Ernstfall machst. Wenn das Arbeitslosengeld bald nur noch 1 Jahr gezahlt wird, läufst Du Gefahr innerhalb von 12 Monaten nach Verlust Deiner Arbeitsstelle vom Gutverdiener zum Armen zu werden incl. Offenbarungseid und Verlust der Kreditwürdigkeit durch Einträge bei der SCHUFA. Dein Leben ist in finanziellen Angelegenheiten damit gelaufen. Vom Mobiltelefon bis zum Autokredit wirst Du nichts mehr bekommen, selbst wenn Du malwieder auf die Beine kommen solltest. Denn wenn Du innerhalb von 12 Monaten eine Talfahrt von Deinem letzten Gehalt auf 60% Deiner letzten Bezüge und anschließend auf Hartz IV machst, hast Du als Nicht-Geringverdiener u. U. erhebliche Probleme.

    Meine Wohung wäre direkt schonmal viel zu teuer. Dabei ist sie wirklich nichts besonderes und auch eher ziemlich klein. Sie liegt eben mitten in einer der teuersten Großstädte Deutschlands. Da wäre also gleich erstmal Umzug angesagt. Dumm nur: In den teuren Ballungsräumen ist es nicht aus Spaß so teuer, sondern weils dort noch halbwegs brummt und die Jobchancen nicht ganz so schlecht sind. Um ins Hartz IV Mietgefüge zu passen, bleibt also in boomenden Ballungsräumen nur die Abschiebung in soziale Brennpunkte - und das nur 1 Jahr nach Ausscheiden aus einem Arbeitsverhältnis. Vor 4 Monaten habe ich es gewagt mir ein neues (gebrauchtes) Auto zu kaufen - wie 50% aller Autokäufer habe ich hierfür auch einen Kredit mit einer Laufzeit >12 Monaten aufgenommen. Mobilfunkverträge laufen 24 Monate und eine Vielzahl anderer finanzieller Verpflichtungen in der modernen westlichen Welt, lassen ein kurzfristiges Aussteigen genauso wenig zu, ohne das man deshalb ein Luxusleben führen müsste. Diese Verpflichtungen kannst Du mit der absehbaren Absicherung allerdings innerhalb kürzester Zeit nicht mehr bedienen. Unter einer Versicherung bei Arbeitslosigkeit (und für die zahlen wir alle seit langem massig Beiträge, die jeden Einzelnen von uns nach einer gewissen Anzahl von Berufsjahren besser absichern würden, wenn wir sie auf die hohe Kante hätten legen können) stelle ich mir zumindest vor, dass man seinen Lebensstandard geordnet herunterfahren kann, ohne deshalb direkt mit der Schufa Bekanntschaft zu machen. Und so sieht das wohl auch die Mehrzahl der Leute, die lieber die Taschen zu machen und jeden Euro auf die hohe Kante legen statt zu konsumieren. In einer Gesellschaft die wirtschaftlich nur auf Konsum aufbaut, ist das nicht nur tötlich: Es ist töricht.

    Grundsätzlich ist für mich der Protest gegen Hartz IV deshalb aber auch kein Protest gegen die Versorgungsleistungen an sich, sondern dagegen, dass dies lediglich eine Entlastung der Staatskassen ist, die vollkommen zu Lasten der Menschen geht. Andere Maßnahmen greifen kaum oder sind offenbar nicht geeignet um die Probleme zu lösen (siehe Ich AG etc.). Wenn es in einem Land nicht mehr möglich ist, trotz großer Anstregung und vorhandener Qualifikation, einen Job zu bekommen, ist eine sehr brenzliger Zustand erreicht. Ein System das Leistung angeblich belohnt, kann daran nur zerbrechen. Der Zustand über den seit langem orakelt wird, nämlich der an dem die Reichen immer reicher werden und die Armen immer ärmer, ist seit einigen Jahren erreicht. Hartz IV ändert daran exakt nichts. Es gibt keine plausible Erklärung, warum Hartz IV Jobs schaffen sollte. Im ersten Schritt wird es lediglich Kaufkarft und Konsum schwächen. Zum einen bei den Leuten die es empfangen und nun weniger in der Tasche haben und zum anderen bei den Leuten die aufgrund der psychologischen Effekte noch mehr sparen und sich Anschaffungen verkneifen. Und was die 1 Euro Jobs angeht die angeblich keine Arbeitsplätze vernichten: Ich habe noch keinen Park gesehen der seit Jahrzehnten im Laub versunken wäre und auch noch keine Essensausgabe in einem Altenheim, wo sich das Essen selbst ausgegeben hätte (vielleicht kann man ja die Zivis entlasten, die dann noch mehr reguläre Pflegestellen ersetzen als bisher?). Es gibt keine Arbeit die sich bisher von alleine erledigt hätte!

    Dave

  8. #37
    Benutzerbild von DeeTee

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    Hartz IV: Die Versorgung wird verschlechtert um den Druck zu erhöhen Arbeit anzunehmen. Wenn man den momentanen Arbeitslosenzahlen die verfügbaren offenen Stellen gegenüberstellt, stellt sich die Frage, ob durch dieser Erhöhung des Drucks plötzlich mehr Arbeitslose in viel zu wenige Stellen passen?
    @Dave: Treffend formuliert!

    Gedanken über Deine Versorgung im Ernstfall machst. Wenn das Arbeitslosengeld bald nur noch 1 Jahr gezahlt wird, läufst Du Gefahr innerhalb von 12 Monaten nach Verlust Deiner Arbeitsstelle vom Gutverdiener zum Armen zu werden incl. Offenbarungseid und Verlust der Kreditwürdigkeit durch Einträge bei der SCHUFA. Dein Leben ist in finanziellen Angelegenheiten damit gelaufen. Vom Mobiltelefon bis zum Autokredit wirst Du nichts mehr bekommen, selbst wenn Du malwieder auf die Beine kommen solltest. Denn wenn Du innerhalb von 12 Monaten eine Talfahrt von Deinem letzten Gehalt auf 60% Deiner letzten Bezüge und anschließend auf Hartz IV machst, hast Du als Nicht-Geringverdiener u. U. erhebliche Probleme.
    Und noch mal meine volle Zustimmung!

    Wenn es in einem Land nicht mehr möglich ist, trotz großer Anstregung und vorhandener Qualifikation, einen Job zu bekommen, ist eine sehr brenzliger Zustand erreicht.
    Und noch ein drittes Mail meine volle Zustimmung!!!


    Und vielleicht noch eine Anmerkung am Rande:
    Wir haben 2,8 Millionen Sozialhilfeempfänger.
    Rund 1 Million davon sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren.
    Rund 600.000 davon sind alleinerziehende Mütter und Väter.
    Von den übrigen sind > 500.000 älter als 60 Jahre.

    Die absolute Anzahl dieser Leute wird sich infolge der Zusammenlegung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe drastisch erhöhen.
    Wem nützt diese Veränderung? Denjenigen, die heute schon so wohlhabend sind, dass sie den Absturz in den Leistungsbezug nicht mehr fürchten müssen. Vorwiegend Immobilienbesitzer, Pensionäre und finanziell Unabhängige jenseits des 50. Lebensjahres.

    Und die soziale Absicherung der Cleveren unter den noch nicht Unabhängigen besteht in einer gutgetarnten schwarzen Kasse (denn das Bankgeheimnis für ALG II Bezieher ist faktisch aufgehoben).



    DeeTee

  9. #38
    Benutzerbild von röschmich

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    @Dave Bowman

    zum "Ausgleich" gebe ich Dir mal völlig recht

    @raabi2000

    was soll eine Ausgleichpauschale bedeuten? Ich denke Dein Beispiel hinkt.
    1000 € netto habe ich mit Müh und Not gehabt als ich noch Arbeit hatte.

  10. #39
    raabi2000
    Benutzerbild von raabi2000
    Natürlich kann man sehr viele kritische Ansätze finden, und sicher ist nicht alles perfekt an der momentanen Lösung, aber was bitte ist die Alternative, wie soll man eine solche Änderung ohne duzende Ausnahmenregelungen, Erlasse oder Verordnungen regeln?
    Oder sollte man die Änderungen ganz sein lassen?
    Sollten die Steuern erhöht werden für alle, deren Einkommen eine Summe X übersteigt?
    Wo wäre diese Summe X?
    Sollte das Arbeitslosengeld auf Lebenszeit gezahlt werden, damit niemand in die Sozialhilfe stürzt?

    Zu was verpflichten wir denn den Staat, welche sozialen Leistungen muss der Staat erbringen?
    Ist der Staat in der Verantwortung, neue Arbeitsplätze zu schaffen?
    Muss der Staat dafür sorgen, dass dieser Arbeitsplatz bitte auch noch im Umkreis von max. 2 Kilometern von meinem Wohnort liegt?
    Muss der Staat dafür sorgen, dass jeder einen Ausbildungsplatz bekommt?

    Ein Umdenken ist aus meiner Sicht dringend notwendig, und diese Neustrukturierung der BRD wird uns alle viel Kraft und auch viel Geld kosten. Von daher ist Hartz IV ein Schritt dem noch viele folgen müssen. Und es ist egal, ob es nun die SPD, die CDU oder sonst irgendeine Partei ist, sie ist gezwungen unpopuläre Entscheidungen zu treffen, sonst geht in wenigen Jahren gar nichts mehr in diesem Land.

    @ Dave

    Um die von dir geschilderte Situation zu berücksichtigen, müßte der Staat, unser System, auf jeden einzelnen Rücksicht nehmen, und für fast jeden müßte es eine eigene Resetzesverordung geben.

    Von daher bin ich dann doch eher dafür, dass alle sozialen Leistungen eingestellt werden, und jeder für sich selber verantwortlich ist. Und glaube mir, ich bin finanziell bei weitem nicht unabhängig, und auch meine Arbeitsstelle ist nicht ewig sicher. Dennoch sorge ich lieber für mich selbst, als das andere versuchen, mit meinem Geld irgendetwas für mich zu organisieren.

    röschmich postete

    @raabi2000

    was soll eine Ausgleichpauschale bedeuten? Ich denke Dein Beispiel hinkt.
    1000 € netto habe ich mit Müh und Not gehabt als ich noch Arbeit hatte.
    Die von mir aufgestellte Rechnung beruht auf den verabschiedeten Gesetzen von Hartz IV, sie hinkt keineswegs und entspricht ab dem 01.01.2005 der Realität.

    Die Ausgleichspauschale wird jedem gezahlt, der bis zum 01.01.2006 vom Arbeitslosengeld 1 ins Arbeitslosengeld 2 "abrutscht". Aber ich glaube nicht, dass 160 Euro diese große Rolle spielen.

  11. #40
    Benutzerbild von röschmich

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    Ich denke, der Staat sollte einem nicht das Gefühl geben, verarscht zu werden:
    Das Rentenalter wird raufgesetzt. Die Arbeitszeit am liebsten auch, aber es ist nicht mehr Arbeit da. Un da wird den Arbeitslosen noch ein schlechtes Gewissen vermittelt.

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