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Nepp im Internet, was tun?

Erstellt von Veja, 09.07.2008, 19:44 Uhr · 15 Antworten · 1.646 Aufrufe

  1. #1
    Benutzerbild von Veja

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    Nepp im Internet, was tun?

    Hallöchen,

    ich war mal eben so richtig dumm wie Brot, und hab mich auf einer Neppseite angemeldet.

    http://www.iq-testen-online.com/

    Zu spät habe ich die Konditionen des angeblich kostenlosen IQ-Tests entdeckt.



    Da steht ja, daß ich am Tag der Anmeldung auch kündigen kann, was ich per Mail auch sofort getan habe. Aber reicht das als Absicherung für mich? Ich hoffe, daß sich hier jemand von Euch mit so etwas auskennt. Ich weiß nicht, was ich sonst tun soll, die 144 Euro kann ich jedenfalls nicht zahlen und will es auch nicht.

  2.  
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  3. #2
    Benutzerbild von SonnyB.

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    AW: Nepp im Internet, was tun?

    Zitat Zitat von Veja Beitrag anzeigen
    Hallöchen,

    ich war mal eben so richtig dumm wie Brot, und hab mich auf einer Neppseite angemeldet.

    Zu spät habe ich die Konditionen des angeblich kostenlosen IQ-Tests entdeckt.
    Da schliesst sich doch was aus, oder?







    Da steht ja, daß ich am Tag der Anmeldung auch kündigen kann, was ich per Mail auch sofort getan habe. Aber reicht das als Absicherung für mich? Ich hoffe, daß sich hier jemand von Euch mit so etwas auskennt. Ich weiß nicht, was ich sonst tun soll, die 144 Euro kann ich jedenfalls nicht zahlen und will es auch nicht.
    Wenn du beweisen kannst, daß du die Mail abgeschickt hast und auch, daß sie angekommen ist (hast du eine Lesebestätigung angefordert?), dann sollte das ok sein, sofern du in dem genannten Zeitfenster gekündigt hast.
    Ist jedenfalls mein Verständnis.
    Näheres kann dir vielleicht ein Rechtsanwalt sagen. Da haben wir hier ja auch jemanden, wenn ich mich nicht vertue.

  4. #3
    Benutzerbild von Veja

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    AW: Nepp im Internet, was tun?

    @ Sonny

    Tja, bei dem doofen Test hab ich zwar gut abgeschlossen, aber da ich so dumm war, mich dort überhaupt anzumelden, ist das Ergebnis für mich somit eher weniger aussagekräftig.

    Falls hier ein Rechtsanwalt mitlesen sollte, würde ich mich jedoch sehr freuen, was der dazu meint.

    Ich habe jedenfalls sofort und mehrfach folgende Mails dorthingeschickt:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich, Verena XXXXX, habe versehentlich bei Ihnen einen Vertrag abgeschlossen über die Nutzung eines IQ-Tests.

    Ich kann als Nutzer innerhalb des Anmeldetages bis 24 Uhr kostenlos nutzen und bis zu diesem Zeitpunkt jederzeit wieder kündigen. Ich habe mich heute um 19 Uhr angemeldet, jetzt ist es 19:36. Ich möchte hiermit den Vertrag widerrufen.

    Hiermit widerrufe ich den Vertragsabschluß. Somit ist kein gültiger Vertrag zustande gekommen. Bitte senden Sie mir für diese Mail eine Eingangsbestätigung.

    Mit freundlichen Grüssen Verena XXXX

    und dann noch diese hier:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich, Verena XXXXX, habe versehentlich bei Ihnen einen Vertrag abgeschlossen über die Nutzung eines IQ-Tests.

    Ich kann als Nutzer innerhalb des Anmeldetages bis 24 Uhr kostenlos nutzen und bis zu diesem Zeitpunkt jederzeit wieder kündigen. Ich habe mich heute um 19 Uhr angemeldet, jetzt ist es 19:31. Ich möchte hiermit wieder kündigen. Die Kündigung fällt zeitlich in den von Ihnen angegebenen Rahmen und ist somit rechtskräftig.

    Hiermit kündige ich das Angebot wieder. Bitte senden Sie mir für diese Mail eine Eingangsbestätigung.

    Mit freundlichen Grüssen Verena XXXXX

    Hoffentlich reicht das Danke jedenfalls für Deine Antwort Sonny.

  5. #4
    Benutzerbild von Feenwelt

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    AW: Nepp im Internet, was tun?

    Hallo Verena,

    als erstes: Ruhig bleiben.
    Ich bin zwar kein Rechtsanwalt, aber ich habe mich auch mal in das Thema eingelesen und finde, Du hast alles richtig gemacht.
    Der meiner Meinung nach beste Link zum Thema ist der hier:
    http://board.gulli.com/thread/681946...n-dann-posten/

    Die anderen hast Du ja schon gefunden.
    Bleib tapfer, zahle nix, auch nicht, wenn Mahnungen kommen.
    Im Zweifelsfall wirste Dir nen Anwalt nehmen müssen, aber so weit wird es voraussichtlich gar nicht kommen.

    Edit: Allein Deine 2. Mail war nicht ganz gut, weil Du dort sagst, daß Du wieder kündigen willst. Das kann Dir so ausgelegt werden, daß Du ursprünglich schon den Vertrag eingehen wolltest.
    Aber zusammen mit Deiner 1. Mail sollte es eigentlich klappen.

  6. #5
    Benutzerbild von brandbrief

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    AW: Nepp im Internet, was tun?

    @Veja

    c't stellt immer Musterbriefe für solche Sachen zur Verfügung.
    In deinem Fall solltest du Musterbrief Nr.3 verwenden:
    Musterbrief 3
    Auch wenn Sie sich angemeldet und dabei eine gut getarnte Preisangabe übersehen haben, können Sie der Rechnung widersprechen.
    Sehr geehrte Damen und Herren,
    zu Ihrer Rechnung vom [Datum] stelle ich fest: Sollte ich mich tatsächlich am [Datum] auf [Internetseite] angemeldet haben, war ich mir der damit verbundenen Kosten nicht bewusst. Hierüber wurde ich erst durch Ihr Schreiben aufgeklärt. Aufgrund der unzureichenden Preisinformation auf Ihrer Seite fehlt es daher bereits an einem wirksamen Vertragsschluss zu den von Ihnen behaupteten Konditionen.
    Hilfsweise erkläre ich die Anfechtung einer etwaigen vertragsbezogenen Willenserklärung, weil von mir lediglich eine kostenlose Nutzung gewollt war und keine kostenpflichtige.
    Schließlich mache ich hilfsweise auch von meinem Widerrufsrecht aus §§ 312d, 355 ff. BGB Gebrauch. Da eine den gesetzlichen Vorgaben entsprechende Widerrufsbelehrung in Textform nicht erteilt worden ist, ist der Widerruf auch nicht durch Fristablauf ausgeschlossen.
    Aus den genannten Gründen werde ich keinerlei Zahlung leisten.
    Von weiteren Mahnungen bitte ich abzusehen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Gleichzeitig kannst du ja den Spieß umdrehen und mit Erstattung einer Anzeige aufgrund des Tatbestandes der arglistigen Täuschung (Betrug) drohen (§123 BGB) .

    Tipp: Wenn im Internet etwas kostenlos angeboten wird, sollte man stutzig werden, wenn man seine persönlichen Daten angeben muss (besonders Bankverbindungen, oder die komplette Adresse).
    Das ist genauso wie bei dubiosen Jobvermittlern, die erstmal 130 Euro verlangen, wo man doch eigentlich Geld verdienen wollte, oder.

    Also: Augen auf im Datenverkehr!

    P.S.: Vielleicht war das Ganze schon der IQ-Test und du hast ihn leider nicht bestanden.

  7. #6
    Benutzerbild von PostMortem

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    AW: Nepp im Internet, was tun?

    Zitat Zitat von Veja Beitrag anzeigen
    @ Sonny

    Tja, bei dem doofen Test hab ich zwar gut abgeschlossen, aber da ich so dumm war, mich dort überhaupt anzumelden, ist das Ergebnis für mich somit eher weniger aussagekräftig.

    Falls hier ein Rechtsanwalt mitlesen sollte, würde ich mich jedoch sehr freuen, was der dazu meint.
    Die Seite ist fürs Abzocken berühmt, da sind schon viele drauf reingefallen. Ich würde nicht zu viel Hoffnung drauf setzen, dass die Deine Kündigung akzeptieren. Schließlich sind keine seriösen Geschäftsleute am Werk, die haben die korrekte Preisauszeichnung im Vorfeld ja auch nicht gänzlich ohne Vorsatz "vergessen". Das ganze Geschäftsmodell basiert darauf, dass schon viele dumm genug sein werden den zwar ärgerlichen, aber nicht unbezahlbaren Betrag zu zahlen und als Lehrgeld zu verbuchen, bevor man vielleicht Ärger bekommt. Sich möglichst bockig, kratzbürstig und angriffslustig zu geben dürfte Nepper am schnellsten abschütteln.

    Die hier haben im ganzen Lande dicke Aktenordner zu dem Laden der Dich über den Tisch ziehen will. Wenn Du Sorgen hast oder Unterstützung suchst, wende Dich mal dorthin. Es muss für so einen Nepp nicht gleich ein Anwalt sein, der kostet schließlich auch nicht wenig Geld und um das zurück zu bekommen, müsstest Du gegen so einen Bauernfänger-Verein vermutlich wirklich bis vor Gericht ziehen.

    => http://www.verbraucherzentrale.de/

    Das hier ist vielleicht auch interessant:

    http://www.antiabzocke.info/right01.php

    Denn: Ist eine Widerrufsbelehrung nicht ordnungsgemäß erfolgt, gilt das Recht zum Widerruf unbefristet. Als Frist darf man z. B. 14 Tage erwarten und es muss Adresse und Form der Widerrufsmöglichkeit benannt werden. Wer das nicht angibt, hat genau genommen gegen ein Gesatz verstoßen und bietet Angriffsflächen... Soweit ich das auf die Schnelle über Google gesehen habe, hat die Seite wohl auch ein falsches Impressum. Das wäre in Deutschland auch schonwieder erfolgversprechend abmahnwürdig... Ganz schön dreist diese Nepper

    PM

  8. #7
    Benutzerbild von Veja

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    AW: Nepp im Internet, was tun?

    Vielen Dank für Eure Antworten. Jetzt bin ich erst mal ein wenig beruhigter. Falls dann wirklich eine Rechnung ins Haus fliegt, werde ich darauf dann mit dem angepassten Musterbrief Nr. 3 aus der CT reagieren. Tja, bisher dachte ich immer, daß ich auf so einen Nepp nicht reinfalle, aber nun ist dieser Fall eben doch eingetreten. Aber dank Eurer Postings ist die erste große Angst verfolgen, vielen Dank also an alle, die mir Tips gegeben haben. Was ich allerdings nicht verstehe ist, warum gegen solche Machenschaften von staatlicher Seite aus nichts unternommen wird.

    @ Brandbrief
    Wie gesagt, daß ich so blöd war, mich dort anzumelden, sagt wahrscheinlich mehr aus als jeder IQ-Test...

  9. #8
    Benutzerbild von brandbrief

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    AW: Nepp im Internet, was tun?

    Zitat Zitat von Veja Beitrag anzeigen
    Was ich allerdings nicht verstehe ist, warum gegen solche Machenschaften von staatlicher Seite aus nichts unternommen wird.
    Weil solche nebulösen Geschäftemacher ihren Firmensitz samt Server auf irgendeine karabische Insel verlagern. Da greift dann kein deutsches oder europäisches Gesetz.

    Die Devise heißt jetzt: Nur nicht einschüchtern lassen und kühlen Kopf bewahren.

    EDIT: Hab grad mal nachgeprüft: Die IQ-Seite ist in Deutschland bei Schlund + Partner AG gehostet.
    "Firmensitz" ist allerdings in UK. Und die Post muss aber unbedingt nach Flensburg!
    (Blick ins Impressum spricht Bände)

  10. #9
    Benutzerbild von PostMortem

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    AW: Nepp im Internet, was tun?

    Zitat Zitat von Veja Beitrag anzeigen
    Was ich allerdings nicht verstehe ist, warum gegen solche Machenschaften von staatlicher Seite aus nichts unternommen wird.
    Mit Abstand die meisten Bundestagsabgeordneten sind von Beruf Jurist (143 / knapp 1/4)... Da Abmahn-, Call-In-TV- und Internet-Nepp ein prima Grund sind malwieder zum Anwalt zu gehen, dürften die einfach wenig Interesse haben sich diesen Kundenzufluss selbst abzuschneiden. Irgendwie auch gefühlter "Volksvertreter"-Nepp...

    http://www.bundestag.de/mdb/statistik/berufe.html

    PM

  11. #10
    Benutzerbild von ihkawimsns

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    AW: Nepp im Internet, was tun?

    Die meisten solcher Seiten schalten zwar irgendwann mal einen Anwalt ein, der dann Druck macht, aber so lange nichts vom Gericht bekommt, braucht man sich zu nichts verpflichtet zu fühlen. Das ist einfach nur Einschüchterung, wenn da nur einer zahlt, hat sich das schon gelohnt. Vor Gericht hätten diese Firmen wohl sehr wenig Chancen, weil an sich immer klar gekennzeichnet werden muss, ob etwas was kostet und wenn ja, wie viel. Daher scheuen sie diesen Gang...

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