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Niveau bei den öffentlich - rechtlichen Sendern

Erstellt von waschbaer, 24.11.2004, 21:24 Uhr · 6 Antworten · 604 Aufrufe

  1. #1
    Benutzerbild von waschbaer

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    Ich habe mich vor einiger Zeit mal bei ARD und ZDF beschwert, dass vor allem im Bereich der Unterhaltung das Niveau immer weiter in den Keller geht und dass ich mittlerweile bis auf wenige Sendungen (die dann überwiegend aus dem Bereich Sport, Doku oder Nachrichten, aber nicht Unterhaltung sind) das Fernsehen immer mehr ganz verschmähe. Mittlerweile habe ich eine Antwort bekommen und den interessantesten Satz finde ich den folgenden.

    In diesem Zusammenhang weisen wir darauf
    hin, dass zu dem Niveau von Sendungen öffentlich-rechtlicher Sender gerade
    aus dem Bereich der Unterhaltung keine Vorgaben oder ähnliches existieren.
    Na, dann kann es ja weiter bergab gehen ...

  2.  
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  3. #2
    Benutzerbild von SonnyB.

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    Eben....KEINE VORGABEN....auch nicht nach unten ...da ist alles offen.

  4. #3
    Benutzerbild von DeeTee

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    Das Niveau von ARD und ZDF hat erheblich nachgelassen; leider auch bei den Dokumentationen und dem investigativen Journalismus (siehe ZDF-reporter). Trotzdem ist es idR noch deutlich höher als bei den Pseudodokus der privaten Sender, die zudem noch von der Werbung unterbrochen werden.

    Insgesamt findet sich im Bereich der dritten Programme und auf 3Sat/Arte/Phoenix noch sehr viel interessantes, was auf den Privaten nie zu sehen wäre, weil die Quote nicht stimmt. Man muss sich eben die mühe machen, die Programmvorschau sorgfältig zu studieren. Ist leider zeitaufwendig.

    Grüße!
    DeeTee

  5. #4
    Benutzerbild von
    Beamtenantwort....

    Wenn ich keine Vorgaben habe, mache ich eben Schrott oder was?

    Dave

  6. #5
    raabi2000
    Benutzerbild von raabi2000
    Dave Bowman postete
    Beamtenantwort....

    Wenn ich keine Vorgaben habe, mache ich eben Schrott oder was?

    Dave
    Da liegst du leider falsch Dave,

    die Beamtenantwort wäre:" Keine Vorgabe??? Na dann brauch ich ja nix zu tun"
    Das Ergebnis, wer auch immer was macht, das Ergebnis können wir uns jeden Tag anschauen.

  7. #6
    Benutzerbild von bubu

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  8. #7
    Benutzerbild von Torsten

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    bubu postete
    Bitte lesen:

    http://zeus.zeit.de/text/2004/03/Fernsehen
    Trotz meiner Fürsprache bezüglich eines Teils des Programms der ÖR halte ich eine kritische Betrachtung wie in diesem Artikel für zwingend notwendig, um das sinkende Niveau von ARD, ZDF & Co. pointiert darzustellen. Daher danke für den Link, ein wirklich gelungenes Stück Journalismus.

    Die Quintessenz des Textes gipfelt für mein Empfinden in dieser Passage:
    In einer Bereitwilligkeit, die niemand von ihnen verlangt hat, verändern die Sender auch die kulturelle Fantasie der Gesellschaft. Damit liegen sie im Trend. Soziologen sprechen davon, westliche Gesellschaften seien derzeit im Begriff, den Inhalt ihrer Einbildungskraft zu korrumpieren, ihr „kulturell Imaginäres“, also Bilder und Zeichen, Träume und Traditionen. Das Alte und Schwierige wird als elitäre „Hochkultur“ verunglimpft und aus dem Programm herausgespült. Anschließend wird es durch das medial erzeugte Weltbild einer Verwertungsgesellschaft ersetzt. Die neuen Leitbilder heißen Geld und Konsum, 5ex und Skandal. Übersetzt ins öffentlich-rechtliche Titeldeutsch: SuperIllu-TV, Wellness-TV, Schnäppchen-Show.
    Oder um's im Kalkof'schen Sprachgebrauch zu formulieren: Die Volksverblödung ist auf dem Vormarsch, und zwar schon längst nicht mehr durch die Hintertür. Traurig, dass die ÖR immer weniger in der Lage sind, diesem Zeitgeist die Stirn zu bieten.

    Ach ja, noch was:
    Natürlich gibt es Kostensteigerungen, für die die Sender nicht verantwortlich sind. Doch in Wirklichkeit leiden ARD und ZDF nicht an einer Selbstversorgungslücke, sondern an einem Schicksal, von dem alle große Institutionen irgendwann ereilt werden: Sie wissen nicht recht, warum sie noch auf der Welt sind. Sie erinnern an königliche Kuriere, die ihren Auftrag vergessen haben. Sie rasen durch den Äther und wissen nicht mehr, warum. Unablässig flüstern die Kuriere ihre königliche Botschaft, aber diese Botschaft klingt seltsam hohl.
    Hier geht es den ÖR-Sendern wohl nicht anders als so manchem Familienunternehmen, das von den Nachkommen jüngerer Generationen gewissenlos verkauft oder runtergewirtschaftet wurde. Während die alten Hasen aus der Gründerzeit und den folgenden 25 bis 30 Jahren noch einem bestimmten Wertekanon folgten und zudem keine private Konkurrenz an den Hacken hatten, betrachten viele der Jüngeren das Ganze nunmehr als Wirtschaftsunternehmen, das profitabel und auf dem Quotenschlachtfeld erfolgreich sein muss. Dass der originäre Auftrag dabei zusehends in Vergessenheit gerät, ist zwangsläufig.

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