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Nuhr...

Erstellt von musicola, 17.11.2003, 15:52 Uhr · 20 Antworten · 1.332 Aufrufe

  1. #21
    Benutzerbild von Torsten

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    @ Dee Tee:
    Volker Pispers - um bei dem Beispiel zu bleiben - spielt nicht in einer anderen Liga, er spielt in einem anderen Universum.
    Allerdings! De facto ist Pispers für mich derzeit der beste deutsche Kabarettist und war auch das Highlight in der letzten Ausgabe vom "Scheibenwischer". Und wenn ich das richtig mitbekommen habe, hat er vor kurzem nur 300 m Luftlinie von mir entfernt einen Auftritt gehabt. Dass ich das verpeilt habe, dafür könnte ich mir jetzt noch in den Hintern beißen...

    Dabei ist der Kerl rein äußerlich an Harmlosigkeit kaum zu überbieten und erinnert mich immer an einen ökologisch verquasten Sozialkundelehrer...

    Zu Dieter Nuhr: In meinen Augen wird der gelegentlich durchaus witzige Leisetreter etwas überschätzt. Mir ist sein penetrant-bedächtiger Habitus ein wenig zu aufgesetzt und auf Dauer auch zu ausrechenbar (wie bei Rüdiger Hoffmann).

    Und was Mario Barth angeht: Der ist für mich nun wirklich der nervtötendste Protagonist der neuen Comedy-Generation. Fiel mir schon mit seinen Auftritten bei "Nightwash" unangenehm auf: Ständig dieses dämliche Langenscheidt-T-Shirt tragend, faselt er mit ohrenbetäubendem Getöse und überkandidelter Gestik irgendwas über den Alltag zwischen Männlein und Weiblein – wow, wie einfallsreich! Gehört zur "Ich-versuch-mich-jetzt-auchma-als-lustigen-Typen"-Fraktion, die mit ihrem enervierenden Holzhammer-Humor auf die inflationäre Comedy-Schiene springen will. Aber das spiegelt ja unseren Zeitgeist wider: Nun kann nicht nur jeder Idiot Musik machen oder ein Buch schreiben, sondern sich auch als Alleinunterhalter versuchen. Es ist wirklich erschreckend, wie sehr die Ansprüche sukzessive sinken...

    Im Übrigen nervt das Gros der prominenten Comedy-Vertreter durch ihre überzogene Dauer-Präsenz und der Tatsache, dass man das jeweilige Markenzeichen irgendwann über hat (wie bei Piet Klocke, Johann Könich, Rüdiger Hoffmann, Michael Mittermaier usw.).

    Es liegt nunma in der Natur der Sache, dass die auf pure Inhalte beruhende und dadurch immer wechselnde "Witzischkeit" eines Volker Pispers – abgesehen vom höheren Anspruch – über viele Jahre hinweg faszinieren kann, während einem gespielt-überzogene Schusseligkeit, aufgesetzte Trägheit oder exaltierte Gestik ziemlich schnell auf'n Sack geht. Wen nervt es denn nicht, wenn ein Elmar Brandt bei sämtlichen Auftritten und Interviews nur noch mit Schröder-Stimme spricht...?

  2.  
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