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Online Bewerbungen ?

Erstellt von röschmich, 15.08.2005, 10:37 Uhr · 35 Antworten · 2.910 Aufrufe

  1. #11
    Benutzerbild von Feenwelt

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    Ich arbeite in der Personalabteilung einer Firma in Hamburg mit über 20.000 Mitarbeitern. Allerdings habe ich nicht direkt mit Bewerbern zu tun, sondern "kaufe" Zeitarbeiter von den entsprechenden Leiharbeitsfirmen. (Durchaus auch für mehrere Jahre.)

    Papierbewerbungen nehme ich nicht mehr entgegen. Der Aufwand, sie in die entsprechenden Fachabteilungen weiterzuleiten, ist zu hoch. Ich habe absolut keine Zeit, mehrere Stunden am Fax zu stehen oder die Hauspost einzutüten.
    Deshalb per Mail: Ein PDF mit Anschreiben und CV, dann noch eines mit allen Zeugnissen - das reicht völlig für einen Überblick. Die Zeugnisse sollten aktuell sein. Wenn jemand vor 20 Jahren sein Abi gemacht hat, interessiert mich das Nullkommanull. Ein Diplom bei einem Ingenieur setze ich voraus - ich will lieber die Zeugnisse der letzten 2-3 Positionen lesen. Wenn ich interessiert bin und mir ein bestimmtes Zeugnis fehlt, dann fordere ich das schon an. Kein Zeugnis sollte älter als 10 Jahre sein. Bei häufigeren Jobwechseln die letzten 3 Zeugnisse, bei Berufsanfängern das letzte Abschlußzeugnis, die letzte Weiterbildung, sowie die 1-2 letzten Praktika. Wenn irgendwo der Satz steht: "Bei Interesse sende ich Ihnen gerne auch ältere Zeugnisse zu.", dann reicht das aus.

    Ich lese pro Tag eta 50 Profile und habe nebenher noch anderes zu tun, also habe ich pro Bewerbung nur wenige Minuten und dann entscheidet 1 Klick über Ablehnung oder Weiterleitung.

    Bei meinen Kollegen, die die "festen" Einstellungen machen, sieht es allerdings anders aus. Hier wird auf eine Papierbewerbung Wert gelegt, weil tatsächlich noch bewertet wird, wie viel Mühe sich der Kandidat gemacht hat. Ist die Bewerbungsmappe ordentlich? Der Druck? Riecht das Papier nach Zigarettenrauch oder hat man es gerade müffelnd aus dem feuchten Keller geholt? Ist das Bild mit Büroklammer oder Tackernadeln angeheftet (absolutes No-Go) oder hat man einen (meinetwegen auch wieder verwendbaren) Kleber verwendet?
    Was allerdings auch für meine Kollegen gilt, ist das, was ich oben über die Anzahl der Zeugnisse geschrieben habe.

    Trotzdem: Im Endeffekt entscheidet auch bei festen Einstellungen die Qualifikation. Wenn ich eine Online-Bewerbung von einem Hochkaräter erhalte, frage ich nicht nach, ob er das auch noch in Papierform hat. Und einem schlecht Qualifizierten nutzt auch die teuerste Bewerbungsmappe nichts.

    Inzwischen stellen wir ab einer bestimmten Qualifikation ausschließlich auf Online-Bewerbungen um. (Ingenieure aufwärts.) Das geht so weit, daß meine Kollegen die Bewerber anrufen und sie bitten, ihre Papierbewerbung online in unsere Internet-Börse einzustellen. Wer das nicht zügig kann, ist sowieso raus.

    Fazit aus meiner Erfahrung in "meiner" Firma:
    Initiativ-Bewerbungen sollten in Papierform sein. Hier kann man zwar mehr Fehler machen, aber man wird genauer begutachtet.
    Gezielte Bewerbungen auf ausgeschriebene Stellen einer bestimmten Firma sollten online in deren Jobbörse sein. Wenn es die nicht gibt, dann per Mail.

    Edit: Ach ja, entscheidend bei Online-Bewerbungen ist die Größe. Informiert euch genau, wie ihr eure PDFs klein halten könntet. Mehr als 1 MB ist schon schlecht.

  2.  
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  3. #12
    Benutzerbild von Feenwelt

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    Nach Lesen von PMs Post noch ein Zusatz: Egal, wie ihr euch bewerbt und ob ihr was zurückbekommt oder nicht: Normalerweise wird JEDE Bewerbung gelesen, egal in welchem Format.
    Es hat also nichts mit Ignoranz zu tun, wenn man keine Reaktion erhält, sondern mit den von PM geschilderten bürokratischen Wegen.
    Ich habe es schon zigmal erlebt, daß erst nach einem halben Jahr überhaupt eine Antwort geschickt werden konnte. Das ist nichts, was ein Personaler will, es spricht nur für seine Arbeitsbelastung.
    Ich sage nur: Versucht mal, pro Tag 300x euere eigene Bewerbung zu lesen, zu beurteilen, darauf kurz in standardisierter Form zu antworten, sie einzutüten und weiter zu schicken. Dann wisst ihr, was Personaler in einer durchschnittlichen großen Firma auszustehen haben.

  4. #13
    Benutzerbild von Feenwelt

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    PostMortem postete
    Ich frage mich allerdings schon, warum Unternehmen die Möglichkeit der Online-Bewerbung überhaupt anbieten, wenn sie am Ende damit nichts anfangen. Immerhin vergraulen Sie ...
    Ganz einfach: jedes große Unternehmen hat eine interne "Börse", die in der Regel über Online-Bewerbungen läuft. Wenn ich nicht direkt ablehne, heißt das, daß ich mir vorstellen könnte, daß ich diese Person vielleicht irgendwann mal brauchen könnte. Also werfe ich ihn in einen "Pool". Daraus kann ich ihn irgendwann wieder rauszaubern. Ob aber wirklich in nächster Zeit etwas daraus wird, weiß ich nicht. Also schreibe ich keine Ablehnung, auch keine Mail, die Hoffnung machen könnte. (Sonst meldet der sich in ein paar Wochen wieder, weil er wissen will, ob er weiter darauf bauen soll - und diese Mail muß ich dann wieder angucken, beantworten etc., die Zeit hab ich nicht.)

    Ja, es ist scheiße, wenn man seine teure und zeitraubende Bewerbungsmappe nicht wiederbekommt. Oder keine Antwort auf seine Mail.
    Und natürlich schaut man erst recht blöd, wenn man ein Jahr nach seiner Bewerbung mal eine Reaktion bekommt, obwohl man schon längst wieder einen Job hat und seine damalige Bewerbung völlig vergessen. Aber so langsam mahlen die Mühlen nun einmal.
    Ich bekomme immer noch Angebote auf meine Bewerbung, die ich vor 2 Jahren bei ein paar Headhuntern abgegeben habe. Das heißt nur, daß deren Pool gut funktioniert.

  5. #14
    Benutzerbild von röschmich

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    Ich habe immer noch keine Bestätigung für den Empfang meiner Mails (Mittwoch früh abgeschickt) bekommen. Ich habe das entsprechend in der Mail bei AOL angekreuzt. Langsam kommen bei mir die Zweifel, obwohl ich generell Zweifel habe, ob dieses System (dieser Benachrichtigung) klappt.

  6. #15
    Benutzerbild von röschmich

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    Eben habe ich meine Bestätigung auf meine Online-Bewerbung bekommen.


    Hätte ich fast nicht mitbekommen - Sie lag im Spam-Ordner

  7. #16
    Benutzerbild von musicola

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    Feenwelt postete
    Ist das Bild mit Büroklammer oder Tackernadeln angeheftet (absolutes No-Go) oder hat man einen (meinetwegen auch wieder verwendbaren) Kleber verwendet?
    Was spielt das denn bitte für eine Rolle *dummfrag*

    Also wenn ich wegen soetwas abgelehnt würde, käme ich mir leicht verarscht vor!


  8. #17
    Benutzerbild von Feenwelt

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    Hm, tatsächlich ist das ein "Standard", der nicht nur bei uns verwendet wird, sondern einer, den ich schon zigmal gehört habe.
    Ich habe genau 1x gehört, daß jemand trotz Büroklammer am Foto einen Job bekommen hat. Meine Ex-Freundin wollte mir das auch nicht glauben und hat dann ihren Chef gefragt, weil sie sich doch vor ein paar Jahren mit Büroklammer am Bild beworben hat. Sie war sehr überrascht, als er dann zugab, daß er sie beinahe deshalb auch sofort ad acta gelegt hätte, wenn nicht eine Bekannte interveniert hätte.

    Beides (Büroklammern und Tacker) deuten darauf hin, daß man sich nicht wirklich Mühe gegeben hat, um seine Bewerbung schön und "ordentlich" zu gestalten.
    Büroklammern deuten außerdem darauf hin, daß man das Bild wieder verwerten will, wenn man die Bewerbung zurück bekommt. Also kann man es ja nicht 100%-ig ernst meinen mit dieser Berwerbung. Es ist dann eben nur eine von vielen, man interessiert sich nicht voll für DIESEN Job, sondern nur für irgend einen.
    Ja, das ist widersinnig.
    Ja, das ist Berwerbungspsychologie.
    Aber: Jeder Personaler wird auf sowas achten. Jeder.

  9. #18
    Benutzerbild von Torsten

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    Von diesem lächerlichen Wahn rund um die Bewerbungen lebt mittlerweile eine ganze Branche. Als ich vor einigen Jahren das dritte oder vierte Bewerbungstraining - eigentlich nur noch aus purem Amusement - mitgemacht habe und eine Dozentin einer Dame erklärte, dass sich die "Regeln" alle paar Jahre änderten, bemerkte ich süffisant: "Natürlich, sonst hätten Leute wie Sie ja nicht solche Jobs..."

    Mehr als einen beleidigten Blick hatte die Dame darauf dann nicht mehr zu bieten...

    Und frage drei Bewerbungstrainer, und du erhältst fünf Meinungen mit zigfach verschiedenen Prioritäten. Mir wurden schon Geschichten erzählt, in denen die Farbe einer Büroklammer über die Zusage zu einem Vorstellungsgespräch entschied...

  10. #19
    Benutzerbild von Feenwelt

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    Mit Sicherheit lebt davon eine ganze Branche und zieht Tips aus dem Hut, die unglaublich unterschiedlich sind.
    Eines haben sie aber in der Regel gemeinsam: Sie versuchen Menschen, die sich unter Umständen in einer hilflosen Situation befinden, einige Standards zu vermitteln und für die seltsamen Rituale rund um Bewerbungen zu sensibilisieren.
    Ich halte das Beispiel mit den farbigen Büroklammern auch für Quatsch.
    Und ich gebe Dir Recht, daß manche Leute besser nicht Bewerbungsberater werden sollten.

    Aber ein guter Berater richtet sich nach den typischen Personaler-Gedanken. Und die lauten nicht nur "Ist diese Person qualifiziert?".
    Sie lauten auch:
    - Wieviel Sorgfalt verwendet jemand auf seine Bewerbung?
    - Hat er / sie sich über das Unternehmen informiert?
    - Will er / sie genau diesen Job oder nur irgend einen?

    Und dazu gehört nun einmal die wichtigste Überlegung: "Hat er / sie die üblichen Bewerbungsregeln befolgt und ist trotzdem noch originell?"

    Dabei geht es NICHT darum, ob ich als Bewerber diese Regeln gutheiße.

    Eine Bewerbung ist Marketing in eigener Sache. Da sollte es scheißegal sein, ob man so freiheitsliebend oder individuell denkt, daß man am liebsten sein Bild selbst malen würde. Es geht darum, andere zu überzeugen, die diese Regeln im Kopf haben. Also sollte man sie anwenden.
    Schwierig ist es natülich, die unsinnigen Tips und Geschmacksfragen (bunte Büroklammern) herauszufiltern. Wenn ein Chef nun mal nur kleine, rothaarige Mädchen auf den Bewerbungsfotos sehen und anstellen will, wird man dagegen nie ankommen.
    Aber dennoch gibt es ein "Standard-Set", das schon auf jeder x-beliebigen Internet-Seite vermittelt wird. Mindestens das sollte man kennen und anwenden, auch wenn's nicht den persönlichen Geschmack trifft.

    Nehmen wir ein einfaches Beispiel: dieses Forum. Du urteilst bei vielen Usern nur nach dem, was sie schreiben. Und du schließt daraus, wie sie wohl sind. Ich zum Beispiel überlege, ob ich auf das User-Treff in Berlin gehe. Es gibt ein paar Leute, die mich interessieren würden, weil ich das spannend finde, was sie schreiben. Trotzdem können sie sich als totale Nerds, Volldeppen oder einfach uninteressant entpuppen. Aber zunächst einmal habe ich bestimmte (Zu-)Neigungen entwickelt. Genau so ist es bei einer Bewerbung.

  11. #20
    Benutzerbild von Torsten

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    Feenwelt schrieb
    Eines haben sie aber in der Regel gemeinsam: Sie versuchen Menschen, die sich unter Umständen in einer hilflosen Situation befinden, einige Standards zu vermitteln und für die seltsamen Rituale rund um Bewerbungen zu sensibilisieren.
    ... und sobald dann ganze Heerscharen von Arbeitssuchenden diese eingehämmerten Standards beherrschen, tendiert die Aussagekraft all dieser Schriebe gegen null.

    Originalität ist etwas für kreative Berufsfelder. Warum Leute für Jobs in Verwaltung oder Produktion hierbei ebenfalls glänzen sollen, ist nur mit der schlechten Lage auf dem Arbeitsmarkt erklärbar. Da glauben viele Personalchefs, sie könnten sich mit überzogenen Ansprüchen hinsichtlich der Bewerbung die Rosinen herauspicken. Ob das dann noch etwas mit dem später folgenden Arbeitsalltag zu tun hat, ist dann wieder etwas ganz anderes.

    Feenwelt schrieb
    Eine Bewerbung ist Marketing in eigener Sache. Da sollte es scheißegal sein, ob man so freiheitsliebend oder individuell denkt, daß man am liebsten sein Bild selbst malen würde. Es geht darum, andere zu überzeugen, die diese Regeln im Kopf haben.
    Diese ganzen Bewerbungstrainings sollen ja zum Ziel haben, sich später mit entsprechend gestalteten Unterlagen von der Masse der Bewerber absetzen zu können. Angesichts der Tatsache, dass es aber nun mal zu wenig Jobs für zu viele Menschen gibt und mittlerweile fast jeder Arbeitssuchende mindestens ein Bewerbungstraining hinter sich hat, ist das eine glatte Milchmädchenrechnung.

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