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Online Bewerbungen ?

Erstellt von röschmich, 15.08.2005, 10:37 Uhr · 35 Antworten · 2.911 Aufrufe

  1. #21
    Benutzerbild von bubu

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    Dieser Geheimtipp- und Coaching-Wahn in Sachen Bewerbung ist mittlerweile kaum noch auszuhalten. Auf jeder zweiten Seite erzählt irgendein "Experte" irgendwelche tollen Ratschläge, wie man seine Mappe zu gestalten hat und wie man sich am besten im Gespräch verhalten soll. Dabei erzählt sowieso jeder was anderes. Und jede Firma macht es auch anders. Es ist ganz unmöglich, jedem und allem gerecht zu werden. Zudem schaue man sich doch nur mal den Stil vieler Stellenanzeigen an - es werden nur noch eierlegende Wollmilchsäue gesucht und nicht etwa Individualität. Da braucht man sich nicht wundern, dass in vielen Mappen heutzutage gefakt und auffrisiert wird, was das Zeug hält. Wer will solchen Standards schon gerecht werden? In heutigen Zeiten? Das geht doch völlig an der Realität zu glauben, dass sich die Mehrzahl der Bewerber auf diese eine Stelle, mit dem unbedingten Willen und dem Traum, dort und nur dort zu arbeiten, bewirbt.

    Außerdem: es ist ja auch nicht unbedingt die Regel, dass Firmen eine eigene Personalabteilung unterhalten. Vor allem bei kleinen Betrieben macht das entweder der/die Sekretär/in oder der/die Assistent/in der Geschäftsleitung mit. Die Motivation und das Engagement diese zusätzliche Arbeitsbelastung noch zu stemmen, kann man sich ja ausmalen.

    Mein Fazit aus nunmehr mehr als sieben Jahren Berufsleben, in dem ich beide Seiten kennengelernt habe: klar nervt es, wenn Leute schlampige Mappen abgeben. Ein paar Standards sollte man schon einhalten - und damit meine ich sicher nicht die Farbe der Büroklammer. Das allerwichtigste für mich ist das Anschreiben, weil man da am wenigsten fälschen kann (es sei denn, man lässt es gleich von jemand anderem schreiben). Auf heutige Arbeitszeugnisse mit ihrer dämlich-verklausulierten Codesprache, die meistens ebenfalls von einem/r gelangweilten Assistent/in runtergeschrieben wurden, kann man nur noch bedingt was geben. Falls möglich sind Arbeitsproben auch noch mit am aussagekräftigsten. Man sollte sich immer klar machen, dass eine Ablehnung meist nur von einer einzigen Person getroffen wird. Im übrigen stimmt es nicht, dass jede Bewerbung in der Regel gelesen wird - das mag, wie gesagt für große Firmen mit eigenen Personalabteilungen gelten. Ich aber habe schon ganz andere Sachen erlebt, von Mappen, die irgendwo im Mülleimer oder in Schubladen landeten, einfach so, weil jemand keine Zeit oder keine Lust hatte.

    Die Mappe ist natürlich der Türöffner, daher wichtig. Aber das Gespräch ungleich wichtiger. Wer eine gute Menschenkenntnis und ein Gespür für das Talent von Leuten besitzt, der wird auch gute Leute finden. Daher soltle man einfach man selbst sein und erzählen, was man gemacht hat, was man kann und was man will. Also, was sollen diese ganzen dummen Bewerbungstrainings? Vielmehr sollte man sich überlegen, ob man in einer Firma arbeiten will, die sich an solchen Kinkerlitzchen wie Büroklammernfarbe entlanghangelt und die es geil findet, wenn die Leute im Bewerbungsgespräch die Hohlheit der vorgefertigten Fragen mit der Hohlheit ihrer in Bewerbungstrainings andressierten Fragen widerspiegeln.

  2.  
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  3. #22
    Benutzerbild von Feenwelt

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    Allerdings glaube ich, daß wir von unterschiedlichen "Experten" reden.

    Auf der einen Seite gibt es die persönlichen Geschmacks-Tips a là "Blaue Papp-Mappen sind besser als Klarsichthüllen." Ja, da geben sich die gegensätzlichen Berater die Klinke in die Hand.

    Andererseits geht es aber bei diesen Bewerbungstrainings erstmal darum, das übliche Rüstzeug für eine Bewerbung zu vermitteln. Und es gibt tatsächlich heute noch viele Arbeitslose, die glauben, daß ein formloser Anruf genüge, die nicht wissen, was Zeugnissprache ist oder die sich vorher keine Gedanken darüber gemacht haben, was die potentielle neue Firma wohl von ihnen erwartet. Für diese Menschen ist egal welches Bewerbungstraining sicher eine gute Wahl.

    Nochmal zurück zu den Geschmacksfragen: Selbst hier gibt es so etwas wie "Standards". Klar gibt es Personaler, die Büroklammern oder Klarsichthüllen toll finden oder denen es schnurz ist. Aber es gibt sowas wie Alltags-Geschmäcker

    Natürlich ist es unmöglich, jedem gerecht zu werden. Aber ein bestimmtes Set von Standards sollte man einfach bei der Bewerbung draufhaben. Letztendlich dient es zur besseren Vergleichbarkeit.

    Und selbstverständlich werden dadurch die Bewerbungsmappen eintöniger und die Versuchung zu schummeln größer. Trotzdem tendiert die Aussagekraft noch lange nicht gegen Null, sondern ermöglicht oft erst einen Vergleich. Das ganze Prozedere ist nicht dazu geeignet, sich von der Masse abzusetzen. So gar nicht. Und es ist auch nicht dazu da.
    Bewerbungstips sind genau das, was der Name schon sagt: Es sind freiwillige Hinweise.

  4. #23
    Benutzerbild von röschmich

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    Gestern bekam ich einen Anruf zu einem Vorstellungsgespräch.
    An den Namen das Anrufers konnte ich mich noch erinnern. -
    Die eMail mit der Bewerbung hatte ich erst etwa 12 Stunden vorher abgesandt. Die Firma ist vielleicht 500 Meter von mit entfernt. - Ja auch auf kurze Distanzen funktioniert das Internet!

  5. #24
    Kinderfresser
    Benutzerbild von Kinderfresser
    Hab da einen interessanten Artikel zum Thema Online-Bewerbung beim Spiegel gefunden:

    Hört mich da draußen jemand?

    Von Armin Himmelrath

    Der Online-Bewerbung gehört die Zukunft. Das jedenfalls behaupten Unternehmen gern. Reagieren sie selbst schnell und professionell? FH-Studenten machten den Test - mit 100 exzellenten, aber fiktiven Bewerbungen. Das Ergebnis ist erstaunlich.

    Stellenausschreibungen im Internet, digital verschickte Lebensläufe - Online-Bewerbungen gehören längst zum Alltag. "Nahezu alle Unternehmen ab einer gewissen Größe betreiben heute eine Karriere-Webseite", sagt Armin Trost, Professor für Betriebswirtschaft und zuvor selber Leiter des internationalen Recruitings beim Softwarehersteller SAP. Zusammen mit seinen Studenten der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt und im Auftrag des Frankfurter Consulting-Unternehmens Promerit wollte Armin Trost herausfinden: Wie professionell ist die Behandlung und Bearbeitung von Online-Bewerbungen tatsächlich?

    Um die Unternehmen zu testen, konstruierten die Teilnehmer eines Seminars über Personalmanagement im Sommersemester zwei fiktive Bewerber: "Christian Blank" und "Markus Unterberger".

    Christian ist 31, arbeitet als Unternehmensberater und müsste eigentlich so etwas wie der Traum-Kandidat jedes Personalchefs sein: Er glänzt mit einem Wirtschaftsdiplom der Uni Erlangen mit (Note: 1,3), einem MBA der University of Georgia (USA), einem Abitur-Durchschnitt von ebenfalls 1,3 und obendrein noch mit vielfältigen internationalen Praktikumserfahrungen, unter anderem aus Australien und Italien.

    Auch Markus, der zweite Bewerber, muss sich mit seinem fiktiven Lebenslauf nicht gerade verstecken: Der 26-Jährige steht an der FH München kurz vor dem Abschluss als Betriebswirt. Zuvor hat er schon eine Ausbildung als Bürokaufmann absolviert, außerdem kann er ein Praktikum beim Comic-Konzern Disney in Orlando/ Florida vorweisen. "Beide Bewerber haben erkennbare Schwerpunkte in den Bereichen Finanzen und Personal", sagt Armin Trost, "wir wollten realistische und attraktive Bewerberprofile gestalten, die für einen breiten Einsatz denkbar wären."

    Doch die Hoffnung der Bewerbungstester, dass Christian und Markus möglichst oft auf dem Personalkarussell Platz nehmen, wurde enttäuscht. "Zwischen März und Juni haben wir rund 100 Bewerbungen verschickt", erzählt Armin Trost. Mal gingen sie per Mail raus, mal wurden die entsprechenden Formulare auf den Online-Seiten der Unternehmen ausgefüllt. Doch nach durchschnittlich zwölf Tagen lagen in der Regel unpersönlich formulierte Absagemails im elektronischen Briefkasten. Und lediglich vier Mal wurden die vermeintlichen Kandidaten überhaupt zu einem Gespräch eingeladen.

    Schon zuvor war den Projektteilnehmern aufgefallen, wie unprofessionell viele Unternehmen mit den Online-Bewerbungen umgingen: Nur 59 Prozent aller Bewerbungen erhielten überhaupt eine Eingangsbestätigung - allerdings mit deutlichen Unterschieden zwischen den Online-Fragebögen (80 Prozent) und den frei formulierten Bewerbungen per Mail, bei denen nur jedes dritte Schreiben bestätigt wurde.

    Doch nicht nur die magere Quote der Rückmeldungen verdarb den studentischen Bewerbungstestern die Laune. Mühsam und unbefriedigend war es, alle geforderten Daten auf den Online-Fragebögen der Unternehmen einzugeben: Das dauerte im Schnitt fast eine halbe Stunde, und warum oft sehr detaillierte Daten gefordert wurden, machten die Firmen auch nicht klar. Hinzu kamen immer wieder stark schematisierte Pull-Down-Menüs, in denen sich die Bewerber nicht wiederfanden.

    "Firmen reagieren anonym und desinteressiert"

    "Nicht selten", heißt es in der Studie, habe es auch technische Probleme bis hin zum Komplettabsturz des Bewerbungssystems gegeben - kein Wunder, dass sich die Begeisterung bei den Studenten in Grenzen hielt. Die negativen Erfahrungen, sagt Armin Trost, seien vor allem "geprägt von dem Aufwand, viele Informationen eingeben zu müssen, gepaart mit dem Gefühl, sich nicht wirklich so präsentieren zu können, wie es den persönlichen Ansprüchen genügt". Dass von allen getesteten Firmen nur eine einzige auch einen Ansprechpartner mit Foto auf ihrer Homepage vorstellt, sei da schon sehr aufschlussreich.

    Als "eher ernüchternd" beschreibt Armin Trost deshalb die Erfahrungen mit der Online-Bewerbung: "Während Bewerber hoffnungsvoll eine Vielzahl von Informationen über sich anbieten, reagieren Unternehmen eher administrativ, anonym und in weiten Teilen desinteressiert." Es dränge sich der Eindruck auf, dass viele Firmen so sehr mit der Verwaltung ihrer Bewerberportale im Internet beschäftigt seien, dass sie gar keine Zeit mehr hätten, persönlich auf Bewerber zu reagieren.

    Um die Online-Bewerbungsseiten, sagt Armin Trost, komme man als Hochschulabsolvent trotzdem nicht herum. Denn diese Form der Jobsuche habe Zukunft - wenn die Unternehmen es denn schaffen, aus der Vielzahl von Online-Bewerbungen die Interessantesten schnell herauszufiltern und zu diesen Bewerbern dann auch persönliche Kontakte aufzubauen.

    Was das konkret heißt, macht der FH-Professor an einem fiktiven Fall deutlich. Sollte Fußball-Ikone David Beckham beim VfB Stuttgart per Online-Bewerbung um einen Job nachsuchen, dann müsste dort innerhalb kürzester Zeit ein komplett anderer, sehr persönlicher Kommunikationsprozess ablaufen, als wenn ein FH-Professor für Betriebswirtschaft sich als Bewerber beim Fußball-Bundesligisten meldet. Armin Trost: "Ich wäre mit einer standardisierten Absage innerhalb 24 Stunden sicherlich einverstanden."

    David Beckham vielleicht auch - zumindest in diesen für Trappatonis Balltreter eher trüben Tagen.
    Quelle: http://www.spiegel.de/unispiegel/job...384922,00.html

  6. #25
    Benutzerbild von röschmich

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    Gestern fand ich die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch in meinem Spam-Ordner Danke AOL!
    Und heute meine Bewerbungsunterlagen an eine andere Firma ohne Umschlag und Begleitschreiben in meinem Briefkasten!

  7. #26
    Benutzerbild von brandbrief

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    röschmich postete
    Gestern fand ich die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch in meinem Spam-Ordner Danke AOL!
    Liegt der Termin wenigstens noch in der Zukunft oder hast du durch diesen "tollen" Filter eventuell eine Chance verpasst?

  8. #27
    Benutzerbild von röschmich

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    Es war ja noch kein konkreter Termin. Aber peinlich wäre es schon gewesen, wenn ich mich nicht gleich gemeldet hätte. Wer weiß, was mir in der Vergangenheit entgangen ist, als ich noch nicht regelmäßig den Spam-Ordner kontrolliert habe.

  9. #28
    Benutzerbild von musicola

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    Ist mir sowieso schleierhaft, warum so viele User AOL nutzen.

    Als gäbe es keine Alternativen...

  10. #29
    Benutzerbild von Darkmere

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    284
    @topic:
    Bin ja grad auch wieder beim Bewerben

    Meine Erfahrungen sind eigentlich bei Online-Bewerbungen genauso schlecht wie bei klassischen Postsendungen. In beiden Fällen erhielt ich in 40% der Fälle keine Eingangsbestätigung.
    Und in einem Punkt kann ich o.g. Punkt vollstens zustimmen. Diese ganzen OnlineJob-Webformulare nerven nur noch an! ... Dauert ewig ums auszufüllen und dann soll man das für jede Firma extra machen?!.. ich habs nur 1x gemacht... kam auch nie was...

    und folgenden Satz
    "Während Bewerber hoffnungsvoll eine Vielzahl von Informationen über sich anbieten, reagieren Unternehmen eher administrativ, anonym und in weiten Teilen desinteressiert.
    kann ich leider nur voll unterschreiben!

  11. #30
    LastNinja
    Benutzerbild von LastNinja
    Zwecks Umorientierung frage ich mich gerade, wie eine "perfekte" Bewerbung (insbesondere Lebenslauf) heutzutage aussehen muss.
    Hat da jemand Ahnung oder kann mir ein paar Tipps geben?
    Gerne nehme ich auch Beispiele an.
    Nicht dass ich überfordert bin, aber ein wenig Hilfe kann ja nie schaden.
    Google hilft nur bedingt weiter...

    Hier z.b. frage ich mich, ob es wirklich heute so ist, dass man beim Lebenslauf hinten anfängt:
    also zuerst mit der aktuellen Tätigkeit und dann zum Schluss die schulische Ausbildung.
    siehe hier im "Musterbeispiel".
    Oder sind hier bessere Beispiele?

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