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Oscar ...

Erstellt von waschbaer, 09.07.2005, 20:16 Uhr · 17 Antworten · 1.402 Aufrufe

  1. #1
    Benutzerbild von waschbaer

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    Lafontaine: Gegen Manager wird gewettert, er selbst aber kassiert Geld für nichts
    (09.07.2005 14:15)

    Lafontaine ist bekannt für seine Kritik an Managern und Menschen, die nach der 'Selbstbedienungsmentalität' handeln. Aber so wie es scheint, handelt er genauso. Monatlich kassiert der Politiker über 5.000 Euro vom Axel-Springer-Verlag - für nichts.

    Seitdem Lafontaine als Finanzminister und Parteichef im Jahr 1999 zurückgetreten ist, veröffentlichte er für die Bild mehrere Kolumnen. Als er sich entschloss, wieder in die aktive Politik zu gehen, wollte man bei Bild den Vertrag auflösen.

    Doch das sieht Lafontaine nicht ein und besteht auf seinen Vertrag bis Januar 2006 - auch wenn er nichts dafür tut. Er meint 'Pacta sunt servanda' und pocht auf eine Klausel in dem Vertrag, die es verbietet den Vertrag öffentlich zu machen.
    5000 Euro pro Monat, das ist wahrscheinlich mehr als das Doppelte der Gehälter von vielen von uns hier.

  2.  
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  3. #2
    Benutzerbild von Bounty

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    ..gut das achtfache...fürs nix tun...nich schlecht

  4. #3
    Benutzerbild von Elek.-maxe

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    Mehr als das Doppelte? Klar mehr als mehr als das Doppelte!

  5. #4
    Benutzerbild von PostMortem

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    waschbaer postete
    5000 Euro pro Monat, das ist wahrscheinlich mehr als das Doppelte der Gehälter von vielen von uns hier.
    Sprechen wir über Netto- oder Bruttogehälter.... Oskar bekommt das selbstverständlich nicht vorversteuert. Wenn Bounty nur 1/8 davon BRUTTO bekommen sollte..... herrje, wie lebst Du davon?

    Ansonsten halte ich diese Meldung für plumpe Stimmungsmache. Es ist ja nun nicht so, dass Lafontaine bisher so getan hätte, als würde er selbst Wasser trinken und predigen. Wenn seine Kommentare der BILD 5.000 Euro wert waren, dann entspricht das eben seinem Marktwert. Wenn einer von uns den Bekanntheitsgrad von Lafontaine hätte und die BILD meinte, mit unseren Worten die Leserschaft bei der Stange halten zu können, würden wir es dann für lau machen? Wohl kaum! Jeder hat eben seinen Preis und Lafontaines lag bei 5.000/Monat, Schumachers liegt bei 36 Mio/Jahr, Schröders bei 120.000/Jahr usw. usf..... Und wenn der Vertrag bis 01/2006 läuft, die BILD nun aber von sich aus keine Leistung mehr abruft, warum sollte Lafonatine denn jetzt deshalb auf sein vereinbartes Gehalt verzichten????? Er bekleidet schließlich kein Amt und würde seine vertraglich vereinbarte Leistung sicherlich gerne abliefern - andere Leute in Amt und Würden haben während ihrer Amtszeit ganze Bücher geschrieben und dafür kassiert!

    Wenn mein Arbeitgeber mir morgen einen Aufhebungsvertrag gibt oder ich selbst kündige, würde ich den Rest der Kündigungsfrist auch zu vollen Bezügen zu Hause sitzen, da es in dem Bereich, in dem ich tätig bin, usus ist, u. U. "illoyal" gewordenen Mitarbeitern keine Möglichkeit mehr zu geben, Material/Daten/Informationen zum neuen Arbeitgeber mit zu nehmen. Sollte ich dann etwa sagen: "Och nee, so viel Geld fürs nichts tun, das kann ich doch nicht annehmen!"? Wer würde das denn ernsthaft tun und warum empört man sich bei einem Lafontaine drüber, der nie behauptet hat so ein armer Schlucker zu sein, wie die Leute für die er Politik macht und vielleicht ggf. auch nur vorgibt Politik zu machen. Muss man zwingend so "arm" (ist ja relativ!) sein wie die Leute für die man sich einsetzen will???

    PM

  6. #5
    Benutzerbild von waschbaer

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    @PM

    Nur mit dem Unterschied, dass du dich dann nicht hinstellen würdest und für soziale Gerechtigkeit reden würdest und maßgeblich große Reden schwingen würdest, dass "die Großen" doch "den Kleinen" mal "etwas mehr abgeben sollen".

    Ich habe mich beim Lesen der Meldung ernsthaft gefragt, ob er den Namen seines neuen Wahlbündnisses dann richtig verstanden hat. Aber gut, dann könnte man genauso fragen: Wieviel C steckt in der Union und wieviel S momentan in der SPD?

  7. #6
    Benutzerbild von Bounty

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    @ PM: schon mal was von Hartz IV udn ALG II gehört? ich würd das auch eher überleben nennen...

  8. #7
    raabi2000
    Benutzerbild von raabi2000
    Auch wenn es eher selten passiert, ich kann mich PM nur anschließen.

    Wo ist das Problem, der Mann bekommt Geld gegen Leistung. Und wenn die Leistung einseitig nicht mehr gewünscht wird, kann er ja nix dafür. Außerdem, wie PM schon schrieb, bekleidet er kein Amt und somit ist ein solcher Vertrag absolut seriös.

    Und vor allem, was hat das mit sozial zu tun? Ich finde es sozial vertretbar, dass der Mann einen Arbeitsvertrag unterzeichnet. Und dafür bekommt er eben 60.000 Euro (ich nehme mal an Brutto) dafür. Er zahlt dann Steurn, Sozialabgaben, u.s.w.
    und kommt dann auf ca. 2.600 Euro Netto im Monat. Da ist meiner Meinung nach ein Vergleich mit seinem Ruf nach Steuererhöhungen für Reiche ein Griff ins Leere.

    Aus meiner Sicht absolut ok und nicht im Gegensatz zu seiner Partei.

  9. #8
    Benutzerbild von PostMortem

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    waschbaer postete
    @PM

    Nur mit dem Unterschied, dass du dich dann nicht hinstellen würdest und für soziale Gerechtigkeit reden würdest und maßgeblich große Reden schwingen würdest, dass "die Großen" doch "den Kleinen" mal "etwas mehr abgeben sollen".
    Naja, warum sollte ich dann damit aufhören? Obwohl ich Bezüge oberhalb der Versicherungspflichtgrenze habe, haue ich, für viele meiner leider doch sehr neoliberal orientierten Kollegen, ständig irgendwelche "Klöpse" zu Gunsten "der kleinen Kassiererin" raus (wenn mir irgendwelche Leute, die n' BMW für mtl. 1.000 Euro im Vollleasing fahren mir in dieser Richtung irgendwas vorjammern wollen, haperts einfach mit der Contenance bei mir). Und für sich selbst hat der Lafontaine eben schon realisiert was er für alle will: Der große Springer gibt dem kleinen Oscar

    Aber im Ernst: Lafontaine verspricht ja nicht jedem 5.000 Euro, Lafontaine fordert lediglich, dass man von Arbeit auch leben kann. Das kann er doch tun UND selbst Spitzenverdiener sein oder nicht? Wenn das nicht ginge, würde ich mir meine Sozialromantik wahrscheinlich auch knicken (manchmal verstehe ich auch nicht, warum mich manche soziale Ungerechtigkeit offenbar mehr kümmert, als die die es selbst betrifft!) und lieber weiter kassieren. Letztendlich muss eben jeder sehen wo er bleibt und das beste für sich rausholen. Es ginge ja keinem von uns besser, wenn Oscar die Kohle nicht bekäme!

    @Bounty

    Ja...... und da hat "Die Linkspartei" doch Recht in Bezug auf Hartz IV, sie geisselt nämlich vornehmlich die geringen und auf regionales Gefüge der Lebenshaltungskosten keine Rücksicht nehmenden Bezüge für Singles und die grotesken Regelungen für HatzIV Bedarfsgemeinschaften, die in keinem anderen Bereich welche wären. Während eine ins Schema passende Familie zwar keine Reichtümer anhäufen, aber durchaus real existierende Kleine-Schlucker-Alleinverdiener Familien (wenn Papa bei Karstadt Verkäufer ist etc.) erreichen kann, liegt der Hartz IV Single auf Sozialhilfeniveau - sozialer Abstieg per Gesetz. Und das kann ein Lafontaine doch anprangern UND trotzdem selbst hohe Bezüge haben, die um die es hier geht, kommen ja schließlich nicht aus der Staatskasse - dabei wäre ein viel größerer Aufreger wahrscheinlich seine Politikerpension, für die ein Normalverdiener wahrscheinlich 10 Arbeitsleben bräuchte....

    @ Raabi
    Auch wenn es eher selten passiert, ich kann mich PM nur anschließen.
    Ich werds im Kalender ankreuzen *g* Kommen auch wieder andere Zeiten ;-)

    PM

  10. #9
    Benutzerbild von compagnies

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    PostMortem postete
    ... liegt der Hartz IV Single auf Sozialhilfeniveau - sozialer Abstieg per Gesetz. PM
    Was m. M. nach eine vernünftige gestaltende Handlung wäre, aus politischer Kraft die Sozialinstitution Familie zu stärken, wenn nicht auf der anderen Seite alles dafür getan würde, die mobile Produktionskraft zu subjektivieren.

    Aber zum Thema: Würde mir der Verlag aus Hamburg jeden Monat diese Summe zahlen, ich würde auch auf die Vertragseinhaltung bestehen und einen Großteil der Knete nutzen, die taz-Genossenschaft zu unterstützen!

    Dem Waschbär, so scheint mir, stellt sich das Fell auf, wenn er Oskar liest oder hört. Ich bin gerne bereit, Dir sein letztes "Werk" auszuleihen. Wenn es Dir stilistisch auch schwer fallen würde, dies durchzulesen, so halte ich es inhaltlich für eine brilliante Analyse! Witzigerweise argumentiert er auch gg. Journalisten, zu deren Kaste er sich ja auch zählen könnte/müsste!

    Für unmoralisch halte ich es eher, auf derselben Seite eine Kolumne zu haben, auf der auch Herr Gauweiler veröffentlicht(e). Da wäre ich mit mir wenig im Reinen (nicht zuletzt aus ästhetischen Gründen), aber schließlich hat alles seinen Preis!

    @ bounty: Respekt!
    Mich hat das Onlinehaus mit den vier Buchstaben ernährt, als ich weder ALG (alt) noch Sozialhilfe (neu) kassieren durfte.

  11. #10
    Benutzerbild von PostMortem

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    compagnies postete
    PostMortem postete
    ... liegt der Hartz IV Single auf Sozialhilfeniveau - sozialer Abstieg per Gesetz. PM
    Was m. M. nach eine vernünftige gestaltende Handlung wäre, aus politischer Kraft die Sozialinstitution Familie zu stärken, wenn nicht auf der anderen Seite alles dafür getan würde, die mobile Produktionskraft zu subjektivieren.
    Also ist es o.k. jemanden zu diskriminieren und ihn in die Armut zu schicken, weil er alleine leben möchte? Es wundert mich nicht, dass Besserverdiener wenn möglich jedes Schlupfloch nutzen, um sich aus dieser Form der ideologisch gefärbten "Solidar"systeme zu verabschieden. Mir ist auch nicht begreiflich, wieso es die Familie stärkt, wenn es Alleinstehenden schlecht geht. Soll das ein Anreiz für zwei Hartz IV Singles sein, sich zusammen zu tun und ungeschützt miteinander zu verkehren, um in 9 Monaten zusammen auf höhere Bezüge zu kommen?

    Wenn ich lange Zeit als Gutverdiener horrende Beiträge in die Sozialversicherungssysteme einzahle (hier: Arbeitslosenversicherung), kanns nicht richtig sein, dass ich, wenn ich großes Pech habe, nach einem Jahr von gutem Lebensstandard in Armutsverhältnisse geraten kann, nur weil irgendjemand das für eine Stärkung der Familie hält - DAS ist einfach keine Versicherung und auch der Grund, warum so viele Leute heute Konsumverzicht üben, obwohl sie sich eigentlich ein neues Auto oder anderes leisten könnten - was Arbeitsplätze sichern oder gar schaffen würde. Und paradoxerweise ist genau die so entstehende Zukunfts- und Existenzsorge auch ein Grund, warum so viele gut verdienenden Menschen KEINE Kinder mehr bekommen und so viele Menschen aus eher finanzschwachen Verhältnissen noch Kinder bekommen (in manchen Büchern dazu versteigt man sich deshalb gar zur Aussage, dass in Deutschland momentan "die falschen" die Kinder bekommen). Man sollte deshalb mit diesem verqueren Gerechtigkeitsdenken aufhören, Individuen betrachten und entsprechend fördern und fordern. So eine ideologisch motivierte Art der Nachwuchsförderung vermutet man sonst doch eigentlich nur bei den Nazis. Eine Versicherung muss eine Versicherung bleiben, egal ob sie staatlich ist oder privat, und sollte kein Instrument der Förderung von Heirat und Zeugungsakten sein.

    PM

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