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pc grotesk: Radiosender streichen "Die perfekte Welle"

Erstellt von Torsten, 28.12.2004, 17:50 Uhr · 132 Antworten · 10.296 Aufrufe

  1. #91
    Benutzerbild von PostMortem

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    Coole Sache, im Grunde werfen wir uns ja nun alle gegenseitig Selbstdarstellung vor. Die einen sehen die anderen als selbstdarstellende Gutmenschen und letztere sehen erstere als selbstdarstellende Kritiker selbstdarstellender Gutmenschen.

    Wie dem auch sei: Wann ich um wen trauere und um wen ich mir wann Sorgen mache, entscheide immer noch ich selbst. Das hat mir kein Politiker vorzutanzen und vorzugeben und das muss kein Programmchef eines Fernseh- oder Radiosenders durch seichtes, zensiertes Programm begleiten. Es ist schließlich wie immer ganz einfach: Wer keine "Perfekte Welle" im Radio ertragen kann, der hat ganz viele Knöpfe zum Ausschalten oder Sender wechseln (man mags kaum glauben, aber eigentlich haben wir sowas sogar alle schon er- und doch überlebt, beim ganz privaten Verlust von Menschen oder auch einfach nur nach dem Ende einer Beziehung oder während einer Beziehungspause - manches kann man dann nicht sehen und hören, verlangt es deshalb aber nicht auf von anderen - völlig logisch!). Es ist für mich einfach nicht nachvollziehbar, dass man bei tagtäglich zehn- und hunderttausendfach auf der Welt stattfindendem Leid und vermeidbarem Tod vor Spaß und Vergnügen den ganzen Tag durch deutsche Landen juchzen darf und von Tag X bis Tag Y plötzlich nicht, weil auf einmal aufgrund eines bestimmten Ereignisses gestorben wurde. Das drückt für mich keine besondere Fähigkeit zu Anteilnahme und Mitleid aus, sondern ist für mich einfach eine unerträgliche Doppelmoral. Ganz so als ob die einen Gestorbenen keine Trauer wert sind (da hat man sich eben dran Gewöhnt!?) und die anderen die "besseren Toten", die "außergewöhnlichen Toten", die "Toten außer der Reihe" sind, denen man gefälligst ganz besonders zu gedenken hat und für die die Welt angehalten werden muss um ihrer zu gedenken.

    Es ist leicht einzusehen, dass wir nicht jeden Tag in Trauer versinken können, da wir alle sonst bald vor die Hunde gehen würden. Das Leben geht also weiter. So war es schon immer. Und wer auch einen Tag nach einem schlimmen, viele Menschenleben fordernden Großereignis den Tag so begehen können will wie jeden Tag (ohne Spezial-Radioprogramm, ohne Verzichtsforderungen von Promis), ist deshalb kein schlechter Mensch. Im Gegensatz zu dem, der sich gewissen Programmen und Einflüssen freiwillig entziehen könnte (siehe oben, Senderwechsel etc.), hat er so nur keine Wahl mehr, die Dinge werden ihm zwangsweise entzogen, weil sich das nach Meinung einiger so gehört.

    Weitaus schlimmer als momentan, habe ich das auch am 9/11 empfunden und empfand es auch als Kind schon so, als an bestimmten kirchlichen Feiertagen von Staatsseite Trauer, seichte Musik im Radio und ein Verbot von Tanzveranstaltungen vorbestimmt war - warum? Wer hat zu bestimmen, dass ich an diesem Tag nicht ausgelassen feiern darf, obwohl ich noch nichtmal einer Religion angehöre?

    Es scheint vielen egal zu sein, dass jeder Mensch mit solchen Dingen anders umgeht. Selbst beim Tode naher Angehöriger empfinden viele Menschen erst Wochen oder Monate später echten Verlust und Trauer. Was bringt es da, sie weitaus früher zu einer gespielten Trauer zu zwingen, für die sie noch gar nicht bereit sind?

    Und auch was Spendenaufrufe angeht, kann ich nur sagen: Auch hier kann und muss es unterschiedliche Meinungen geben. Die einen freuen sich hier, wenn sie Leute dazu bewegen konnten, für Asien zu spenden. Doch ich wiederhole mich: Wir alle haben nicht unendlich viel Geld und wir alle spenden pro Jahr nur begrenzte Beträge (man hat eben auch noch seine eigenen Wünsche und spendet nicht jeden Euro der vielleicht möglich wäre). Im Schatten solcher Großspendenaktionen im Zuge größerer Ereignisse geraten andere Aktionen schnell ins Hintertreffen und dadurch manchmal auch in größere Finanznöte. Es kann also genauso gut sein, dass jetzt neben den vielen Leuten die ohnehin schon für Asien gespendet hätten, jene die nun extra überredet werden, in wenigen tagen oder Monaten für ganz andere Zwecke gespendet hätten. U. U. erfolgt dies nun nicht mehr ("Och nö, ich habe ja erst letztens für Asien gespendet. Jetzt sollen mal andere"). In Summe macht es sich bei anderen Organisationen auf jeden Fall bemerkbar, wenn Großereignisse millionenweise Spenden abziehen. Und so habe ichs auch beim WTC-Unglück schon anderes gehalten und gegen den Trend für ganz andere Dinge gespendet. Der 9.11. war eine Tragödie. Allerdings in einem Land, dass sehr finanzstark ist und sich selbst helfen kann. Ich sehe so einfach nicht ein, dass ich Menschen in weitaus aussichtsloseren Verhältnissen, in Ländern wo nichtmal der Staat in der Lage ist den Leuten zu helfen, die Kohle entziehe und ins reiche Amerika spende (für die Äußerung dieser Ansicht zum damaligen Zeitpunkt habe ich natürlich die gleiche Entrüstung und Empörung geerntet wie heute hier). Und auch dieses Mal habe ich ganz fix die UNESCO-Seite aufgerufen und meinen erneuten Beitrag Richtung Iran geschickt. Denn die Erdbebenopfer dort bekamen schon vor einem Jahr nicht die gleiche Aufmerksamkeit und werden sie jetzt im Schatten der Katastrophe im geliebten Touristenparadies der Deutschen erst Recht verlieren. Dabei siehts dort noch nicht so viel anders aus wie vor einem Jahr. Es hat für mich wenig mitfühlendes und menschliches, dass dieser gestrafte Fleck der Erde so schnell vergessen und so schnell fallen gelassen wurde.

    Wenn mir da Gedanken kommen, dass viele Menschen bei Opfern auf Mutter Erde irgendwie mit zweierlei Maß zu messen scheinen und eine erhebliche Schwankungsbreite zwischen dem Ausdruck der Betroffenheit über das tagtägliche Verrecken auf unserem Planeten und dem Sterben bei natürlichen oder kriegerischen/terroristischen Großereignissen aufweisen (nicht zu vergessen, ihre schnelle Vergesslichkeit, im Nachgang solcher Katastrophen, die nur leider in Wahrheit Auswirkungen über Jahre oder Jahrzehnte haben), dann kann ich nichts zynisches dabei finden. Und gegenüber den Opfern ist es das schon gar nicht. Ganz im Gegenteil: Es ist am wenigsten zynisch allen Opfern von Gewalt und Katastrophen auf diesem Planeten regelmäßig und ausdauernd einen gewissen Respekt zu zollen und ihnen regelmäßig auch finanzielle Hilfe zukommen zu lassen.

    Natürlich war das jetzt wieder Hirnwichse und ich habe dies nur geschrieben um mich an der Postinglänge aufzugeilen.

    Gutes Neues!
    PM

  2.  
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  3. #92
    Benutzerbild von ihkawimsns

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    Nun werde ich auch mal meinen Senf zum Thema abgeben.

    Die Meldung am Morgen des 26. hat natürlich schon schockiert, aber diese Wirkung nahm bei mir schnell ab. Ich kann über das Geschehene keine Trauer empfinden, weil ich keinerlei persönlichen Bezug zu den Opfern besitze. Wirklich trauern kann ich nur über Leute, die ich persönlich kannte. Dementsprechend nahm ich die Meldungen über die Katastrophe zur Kenntnis, und damit hatte es sich. Ebendiese Meldungen gingen mir aber (mal wieder) binnen kürzestere Zeit gewaltig auf den Keks, da ich den Eindruck habe, dass die Medien (mal wieder) so richtig froh waren, dass etwas Schlimmes passiert ist. Es war faszinierend zu beobachten, wie sich diverse Fernsehsender bei den Opferzahlen stündlich gegenseitig überboten und sich regelrecht daran aufgeilten. Dabei wurde völlig unter den Tisch fallen gelassen, dass diese nackten Zahlen wenig bis nichts aussagen. Das Entscheidende sind letztendlich die Einzelschicksale. Aus diesem Grund mag ich zur Zeit auch keine Berichte mehr über das Unglück lesen oder hören und mich über diesen Beitrag hinaus auch nicht großartig über das Thema unterhalten. Es stumpft ganz einfach ab, wenn man rund um die Uhr von allen Seiten zugemüllt wird, selbst aber davon gar nicht betroffen ist.

    Lieder aus dem Radioprogramm zu streichen, die vor einem aktuellen Hintergrund manchen Leuten pietätlos erscheinen, finde ich geradewegs lächerlich. Genügend Argumente für diesen Standpunkt sind weiter oben zu lesen.

    Was Spenden in Entwicklungsländer betrifft, bin ich sehr skeptisch, ob die Gelder überhaupt die Betroffenen erreichen. Es ist ein verdammt langer Weg bis dort unten, da kann unterwegs viel versumpfen. Irgendwie glaube ich, dass man mit (kurzfristigen) Spenden vor allem angesichts seiner eigenen Hilflosigkeit sein Gewissen beruhigen will. Schröders Worte von der langfristigen Unterstützung erscheinen mir da schon eher sinnvoll, wenngleich man natürlich hinterfragen kann, warum dies erst jetzt als Möglichkeit auftaucht (die betroffenen Länder sind nicht erst seit letzter Woche arm) und es fragwürdig bleibt, ob dieses vage Versprechen jemals eingelöst wird.

    Gespendet habe ich dementsprechend bislang noch nicht und weiß auch nicht, ob ich es tun werde. Zur Beruhigung: Böller habe ich auch keine gezündet, habe ich aber noch nie. Erscheint mir irgendwie sinnlos, da kann ich mir den Geldschein auch direkt anzünden und zugucken, wie er zu Asche zerfällt, das spart sogar noch den Umweg über den Laden...

    Überhaupt werden sich Opfer bei Naturkatastrophen nie ganz vermeiden lassen. Kriege verursachen jedes Jahr viel mehr Leid, sind dabei komplett sinnlos und ließen sich, wenn alle wirklich wollten, jederzeit beenden. Und eben diese gehen weiter, ohne dass jemand Notiz davon nimmt, es sei denn, er ist persönlich davon betroffen.

  4. #93
    Benutzerbild von 666meng666

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    Sri Lanka – Das Apollo-Krankenhaus in Colombo ist die modernste Klinik von Sri Lanka. Im vierten Stock, Zimmer 4003, liegt Lieselotte Schweins (68) in einem weißen Metallbett. Aus dem Gelenk ihrer linken Hand ragt eine Kanüle. Arme und Beine sind mit Blutergüssen übersät. Jede Bewegung schmerzt. Aber sie ist dankbar, daß sie die Todeswelle überlebt hat.
    Auf ihrem Bett sitzt ihre Tochter Esther (34) in geliehenen Klamotten. Jeder in Deutschland kennt den TV-Star seit der
    Comedy-Show „RTL Samstag Nacht“.

    „Es ist wie ein Wunder, daß wir noch leben, daß wir dieses Drama überlebt haben“, sagt Esther Schweins zu BamS. In den letzten Tagen hat sie kaum geschlafen: „Zusammengerechnet vielleicht zehn, zwölf Stunden. Ich schrecke nachts immer wieder hoch.“

    Wie ihre Mutter mußte sie verzweifelt um ihr Leben kämpfen am Morgen des zweiten Weihnachtstags, der so traumhaft schön begonnen hatte wie alle ihre zwölf Urlaubstage zuvor. Das Meer vor dem familiären Wellnesshotel „Lotus-Villa“ im Südwesten der Insel schimmerte hellblau. Es würde sicher wieder ein schöner Tag werden. Am nächsten Tag sollte es zurück nach Deutschland gehen.

    Gegen 9.30 Uhr kam die erste Welle.

    Lieselotte Schweins: „Wir saßen im Restaurant, waren gerade mit dem Frühstück fertig. Plötzlich schwappte überall um uns herum das Wasser, reichte uns bis zu den Knien.“

    Die etwa 20 Gäste sprangen auf und rannten in Richtung Ausgang. Esther Schweins erinnert sich:

    „Es war ein riesiger Schreck, alle waren aufgeregt, aber das Wasser zog schnell wieder ab. Die Liegen im Hotelgarten waren umgestürzt, im Pool schwappte verdrecktes Wasser, einige kleine Meeresfische schwammen darin.

    Die Gästezimmer waren naß und verdreckt, aber die erste Welle hatte kaum Schaden angerichtet. Hotelbedienstete stellten die Liegen wieder auf, fingen an, den Pool zu reinigen. Ruhe kehrte ein. Eine trügerische Ruhe. Das Meer hatte sich zurückgezogen, der Strand war plötzlich so breit wie noch nie!“

    Sie beobachtete, wie Kinder gestrandete Fische aufsammelten und zurück ins Meer trugen:

    „Es war eine merkwürdige Stimmung“, beschreibt Esther Schweins die Atmosphäre, „als wollte das Meer Kraft sammeln, um einen neuen Anlauf zu nehmen.“


    40 Minuten später begann das Inferno. Die zweite Welle rauschte heran, drei bis vier Meter hoch. Lieselotte Schweins hielt sich in ihrem Zimmer auf, half einem Hotel-angestellten beim Saubermachen, als sie die gellenden Schreie der Einheimischen hörte. „Run! The ocean is coming!“

    Auch Esther Schweins hörte in ihrem Zimmer die Schreie und rannte, nur mit Unterwäsche bekleidet, zu ihrer Mutter, nahm sie an die Hand und lief mit ihr durch den Hotelgarten. Das Wasser hatte sie noch nicht erreicht, als ein Stacheldrahtzaun den Weg versperrte.

    Esther Schweins: „Dann kam die Welle, hob uns wie von Geisterhand über diesen Zaun.“

    Die Strömung wirbelte die beiden Frauen weiter und weiter, drückte sie dann gegen einen weiteren Zaun, diesmal aus Bambus. „Irgendwie schafften wir es, uns durch die Bambusstreben hindurchzuzwängen“, erinnert sich die Schauspielerin an die schrecklichen Minuten in Todesangst. Die Welle schob die Frauen wie Treibgut vor sich her. Lieselotte Schweins: „Plötzlich hing ich fest, eine gespannte Wäscheleine schnürte mir fast die Luft ab.“ Mit letzter Kraft und dank der Hilfe ihrer Tochter konnte Lieselotte Schweins sich aus dieser Falle befreien.

    Die Wassermassen rissen die beiden Frauen noch 200 Meter weit, vorbei an Palmenstämmen und scharfkantigen Betonpfeilern. Esther Schweins: „In wenigen Sekunden entscheidet sich das Schicksal. Wird man nach links getrieben, prallt man gegen einen Pfeiler, wird man nach rechts getrieben, ist der Weg frei.“

    Die beiden hatten Glück im tausendfachen Unglück.

    Ein Einheimischer fuhr Lieselotte Schweins, die vor Aufregung eine Herzattacke erlitten hatte, mit seinem Moped in die nächste, zehn Kilometer entfernte Klinik. Zwei Tage später wurde sie in die Klinik nach Colombo verlegt.

    „Wir wollen so schnell wie möglich zurück nach Deutschland“, versichert Esther Schweins, die am Mittwoch im Nationaltheater Mannheim moderieren soll. Sie trägt ein buntgestreiftes Top und einen langen weißen Rock – Kleidung, die ihr Angestellte des völlig zerstörten Hotels überlassen haben. Sie habe viel gebetet, versichert sie, weil sie und ihre Mutter davongekommen sind. „Große Dankbarkeit“ empfinde sie gegenüber den Einheimischen: „Sie waren so hilfsbereit, obwohl sie selbst jetzt am meisten Hilfe benötigen.“

    Quelle: Bild

  5. #94
    Benutzerbild von waschbaer

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    Hat zwar nur bedingt etwas mit den eigentlichen Thema zu tun, aber heute beim Eishockeyspiel der Augsburger Panther gegen die Nürnberg Ice Tigers wurde von Schiedsrichter der Puck eingeworfen und anschließend blieb er am Boden liegen, da eine Gedenkminute für die Opfer der Flutkatastrophe eingelegt wurde.

    Das Lied "Perfekte Welle" - und damit komme ich zum eigentlichen Thema wieder zurück - wurde auch nicht mehr während der Spielunterbrechungen eingespielt.

  6. #95
    Kinderfresser
    Benutzerbild von Kinderfresser
    HR3 scheint zumindest teilweise den "Boykott" beendet zu haben. Jedenfalls lief gerade "Geile Zeit" von Juli!

  7. #96
    Benutzerbild von PostMortem

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    Kinderfresser postete
    HR3 scheint zumindest teilweise den "Boykott" beendet zu haben. Jedenfalls lief gerade "Geile Zeit" von Juli!
    Dafür kams mir heute morgen beim Frühstück holen schonwieder hoch:

    Die allseits geschätzte BILD-Zeitung muss zwei Otto-Normal-Touristen mit Bierflaschen in der Hand am Strand auf der Titelseite an den Pranger stellen, denn: "1000 Deutsche Touristen tot - aber das Bier schmeckt schonwieder".

    Ich sehe schon vor meinem geistigen Auge, wie sich wenigstens hunderttausende BILD-Leser echauffieren, ob solcher Gleichgültigkeit.

    Weiss jemand was die beiden Denken? Weiss jemand ob ihnen das Bier wirklich schmeckt? Vielleicht erzählen sie sich gerade, dass sie auch nicht wissen was sie jetzt tun sollen und ob es richtig ist zu bleiben, nur weil man eine unbeschädigte Hotelanlage erwischt hat. Naja, und vielleicht haben sie auch einfach nur 10 Jahre keinen Urlaub mehr gehabt und beissen jetzt trotz aller Widrigkeiten in ihrer kleinen verschonten Urlaubswelt die Zähne zusammen und machen aus dem langersparten Urlaub unter den gegebenen Umständen im Rahmen des möglichen noch das Beste.

    Wen gehts überhaupt was an? Würde irgendjemand wieder lebendig, wenn sie dort nicht stünden? Ginge es jemandem besser? Wer hat das Recht sie an die Öffentlichkeit zu zerren? Wer hat das Recht sich über dieses effektheischend und reisserisch aufgemachte Titelbild aufzuregen (und es soll mir doch keiner erzählen, dass das heute ausgerechnet keiner tun wird - die BILD-Hetze funktioniert immer).

    Auch bei den Sat1 Nachrichten wurde gestern direkt nach der Meldung, dass Esther Schweins mit ihrer Mutter dort überlebt hat, ähnliches über den Sender geschickt: Ganz normale Urlauber, an einem ganz normalen Strand und aus dem Off demagogisch intonierte Kommentare "als ob nichts gewesen wäre lassen es sich hier deutsche Urlauber gut gehen, während wenige km weiter gelitten und gestorben wird.... lalalala". Die gekonnt moralinsauere Miene der Moderatorin nach dem Beitrag war echt allen Respekt wert.

    Daran, dass die Hoteliers, die noch ein Hotel haben, und die Bediensteten, die noch ein Leben und ein Einkommen haben, vermutlich absolut nicht böse drum sind gerade in diesen Zeiten durch dort trotzdem noch verweilende Touristen eine wirtschaftliche Grundlage zu haben, denkt natürlich niemand. Es wäre sicher besser, wenn jetzt alle ganz pietätvoll fluchtartig das Land verlassen und der letzte Rest intakter Haupteinnahmequelle dieser Regionen den Bach runter geht.... wer braucht schon eigenes Geld, gibt ja Spenden.

    Daran, dass es ein heute so stark wie noch nie ausgeprägtes "Gutmenschentum" gibt, besteht für mich bei derartiger Medienhetze (geschrieben wird immer noch was die Leute lesen/sehen wollen, daran krankt ja nunmal leider die Qualität) wenig Zweifel. Wer sich da persönlich ausnehmen will, kann das natürlich tun und braucht sich von mir nicht angesprochen fühlen.

    PM

  8. #97
    Benutzerbild von Muggi

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    Wenn ich mich jedesmal aufregen würde, wenn die BLÖD Unsinn schreibt, hätte ich aber viel zu tun.

    Yours,
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  9. #98
    Benutzerbild von frasier

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    PostMortem postete

    Daran, dass es ein heute so stark wie noch nie ausgeprägtes "Gutmenschentum" gibt, besteht für mich bei derartiger Medienhetze (geschrieben wird immer noch was die Leute lesen/sehen wollen, daran krankt ja nunmal leider die Qualität) wenig Zweifel. Wer sich da persönlich ausnehmen will, kann das natürlich tun und braucht sich von mir nicht angesprochen fühlen.

    PM
    Es sind sowieso die Medien, die als "Gutmenschen" aufspielen. Es ist einfach zum Kotzen, wie die versuchen, aus solchen Ereignissen ihren Profit zu ziehen (Image aufpolieren und höhere Einschaltquoten). Die spielen sich doch allen Ernstes als Moralische Instanz auf. Würde das ein Mensch machen, würde ich dahinter ein schlechtes Gewissen vermuten.

    Ich hab noch nichts davon gehört, dass die Fernsehsender selbst etwas spenden würden. Und diese Spendenaufrufe alle 15 Minuten haben, zumindest bei mir, den gegenteiligen Effekt.

    Die schauspielerische Leistung mancher Moderatoren finde ich auch preisverdächtig. Glückwunsch an die TV-Trainer. Ich frag mich bloss, wieviel Prozent der Bevölkerung darauf reinfallen.

    Im übrigen sollen Länder wie Indonesien und Sri Lanka auchmal ihre Wirtschaft (und als Voraussetzung dafür Demokratie einführen) entwickeln. Als Vorbild kann man Japan nehmen, die mit solchen Ereignissen viel besser umgehen können.

    Für die betroffen Menschen tut es mit leid, aber von Regierungseite ist einfach alles falsch gemacht worden, was möglich war.

    Man kann nicht so viele Leute in Küstenregionen wohnen lassen und Touristen anlocken, und dabei sämliche Risiken einfach ignorieren.

    Aber vielleicht lernt man da unten was draus. Vielleicht.

  10. #99
    Benutzerbild von Muggi

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    frasier postete
    Im übrigen sollen Länder wie Indonesien und Sri Lanka auchmal ihre Wirtschaft (und als Voraussetzung dafür Demokratie einführen) entwickeln. Als Vorbild kann man Japan nehmen, die mit solchen Ereignissen viel besser umgehen können.
    Sri Lanka ist (gerade für asiatische Verhältnisse) ein demokratisches Land, wenn auch mit ethnischen Problemen. Und den heutigen Entwicklungsstand Japans kann man da schlecht zum Vergleich heranziehen, das ist eine Folge des zweiten Weltkriegs und des daraufhin bestehenden Einflusses der USA.

  11. #100
    Benutzerbild von frasier

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    Muggi postete
    Sri Lanka ist (gerade für asiatische Verhältnisse) ein demokratisches Land, wenn auch mit ethnischen Problemen. Und den heutigen Entwicklungsstand Japans kann man da schlecht zum Vergleich heranziehen, das ist eine Folge des zweiten Weltkriegs und des daraufhin bestehenden Einflusses der USA.
    Kann ja sein, dass Sri Lanka demokratisch ist, aber wirtschaftlich gehören sie nunmal zur dritten Welt. Selbst wenn der Vergleich mit Japan zu hoch gegriffen ist (der 2. Weltkrieg ist auch schon 60 Jahre her), stehen sie selbst im Vergleich zu Indien und Thailand schlecht da.

    Und in Indonesien geht ja garnichts, die sind absolut hilflos. Da sieht man mal, wozu der Fundamentalismus führt.

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