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pc grotesk: Radiosender streichen "Die perfekte Welle"

Erstellt von Torsten, 28.12.2004, 17:50 Uhr · 132 Antworten · 10.293 Aufrufe

  1. #71
    Benutzerbild von Topas12

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    Leute, Leute , bleibt doch mal ganz cool

    Vielleicht sollte man sich mal wieder die Realität unseres Daseins auf diesem Planeten ins Gedächtnis rufen.
    Der Mensch ist nur EINE von vielen Primatenarten auf diesem Planeten und wenn es der Natur gefällt wird ebend ab und an mal reduziert, auch wenn es für die Betroffenen schwer ist. In diesen Kreislauf gehört auch der Tod, der eine ist ebend früher dran und der andere später. Die Einbildung, der Mensch könne die Natur beherrschen ist ebend nur eine Einbildung. Ausserdem wird auch gern weggelassen, dass für viele Katastrophen in dieser Grösse (Tote) die Primatenart Mensch selber mitverantwortlich zeichnet. Wenn ich heute höre, dass den Indern ihre Luftwaffenbasis auf den Andamanen weggespült wurde und man nicht in der Lage ist, die evtl. betroffene Bevölkerung an der Ostküste zu warnen, dann fällt einem nicht mehr viel ein

    @Muggi

    Röderau- Süd ist auch gutes Bsp. wo der Mensch wider jegliche Naturgesetze handelt und davon gibts ja genug Beispiele. Haben sich nicht sogar etliche geweigert da nach der Flut wegzuziehen
    Oder gucke man sich den Grossraum Neapel im Schatten des Vesuv an... wenn der mal Ernst macht trifft es dort 3Mio Menschen

    In dem Sinne, habt euch wieder lieb

    Topas12

  2.  
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  3. #72
    Benutzerbild von Torsten

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    Muggi schrieb
    Andersherum dürfte es den Angehörigen doch mächtig an die Nieren gehen, wenn sie mit "perfekte Welle" und Co. beschallt werden. Ein wenig mehr Rücksicht halte ich nicht zwangsweise für verkehrt.
    Ich wiederhole mich: Wenn man nach dieser Maxime handelte, dürfte keinerlei Unterhaltung mehr über die Sender laufen, denn davon könnten sich jeden Tag diverse Menschen aufgrund persönlicher Schicksalschläge getroffen fühlen. Maßt du dir allen Ernstes an, den Opfern/Angehörigen der Flutkatastrophe mehr Gewicht einzuräumen als denjenigen, deren Schicksal keinen Medienrummel wert ist?

    Muggi schrieb
    Ich wohne selbst im von der Elbeflut 2002 betroffenen Gebiet. Weißt Du wie gut die Solidarität damals getan hat? Hier rückten THW und Feuerwehr aus Rheinland-Pfalz an, französische Soldaten halfen bei den Aufräumarbeiten in der zur traurigen Berühmtheit gelangten Siedlung Röderau-Süd, die genau gegenüber meiner Heimatstadt auf der anderen Elbseite liegt. Auch damals gab es Spendenaufrufe, Benefizveranstaltungen usw. Keinen der hier Betroffenen dürfte es wohl interessiert haben, wer und aus welchen Beweggründen wieviel an (finanzieller) Hilfe geleistet hat, ob er das ständig tut oder zum ersten Mal. Der Gedanke und die Tat zählt! So ein Gefühl, dass mich daran erinnert hat, dass wir wirklich ein Land sind, das im Notfall fest zusammensteht habe ich zum ersten (und bisher leider auch) einzigen Mal seit 1990 erlebt. Aber es war ein großartiges Gefühl und Du kannst Dir sicher sein, sollte es Regionen anderswo in Deutschland geben, denen in Zukunft ähnliches passiert, wird Sachsen schon allein aus Anstand und Dankbarkeit geschlossen zur Hilfe eilen!
    Schön, dass du dies alles so prägnant schilderst. Merkst du was? Was du beschreibst, ist echte Hilfeleistung - Spenden, Benefizveranstaltungen und helfende Hände, die mit angepackt haben. Glaubst du, ich wäre damals nicht davon gerührt und beeindruckt gewesen, als kilometerlange Konvois von Hilftstrupps aus anderen Bundesländern Richtung Osten fuhren? Das war ein unvergessliches Bild und zudem einer dieser wenigen Momente, wo man tatsächlich mal so was wie Stolz auf dieses Land verspürte.

    Aber was hat das alles mit dem Pseudo-Geseire zu tun, wie ich es verurteile? Hätten abgesetzte Radiosongs damals den Osten aus ihrer Misere geholt? Oder Menschen, die ständig betonen, wie betroffen sie seien?

    Die Antwort lautet: Vergiss es. Das einzige, was zählt, sind konkrete Taten. So, wie es auch Bob Geldof damals in Bezug auf das "Live Aid"-Konzept immer wieder betonte, dass einzig Geld und Arbeitskraft das Elend mindern können. Und keine moralingetränkte Maskerade, die nur dazu dient, sich selbst in einem besonders guten Lichte zu präsentieren.

    Im Übrigen bitte ich darum, nüchterne Spendenaufrufe über die Massenmedien nicht mit so etwas zu vergleichen:
    ... hm, nennt es wie Ihr wollt ... nur schade, dass hier nicht genausoviele Leute posten und zum spenden aufrufen ....

    Ich tue dies hiermit und bitte euch zu spenden !!! Ich habe es bereits getan.
    Ich hoffe, du bemerkst den weiß Gott nicht kleinen Unterschied...

    Muggi schrieb
    Dann öffne bitte mal die Augen, Torsten. Schau Dir Threads wie den über das Erdbeben in Süddeutschland oder den Graffiti-Thread an.
    An diesen Threads war ich wenig oder gar nicht beteiligt. Zudem haben solche überflüssigen Quer-Vergleiche nichts in einem laufenden Thread zu suchen; mit einer Konzentration auf die sachbezogenen Argumente wäre hingegen beiden Seiten geholfen. Und wen der Schreibstil anderer so sehr annervt, kann dafür ja einen eigenen Thread eröffnen - ohne an unpassender Stelle irgendwelche Nebenkriegsschauplätze zu eröffnen, die nur als Nebelkerzen fungieren. Würde auch zu einer Entschlackung der Debatte beitragen.

    Muggi schrieb
    Inhaltlich und faktisch lassen sich manche Monsterpostings auf einen Bruchteil eindampfen.
    Mag sein, aber das liegt im Ermessen eines jeden Einzelnen. Zudem kann ich mich nicht daran erinnern, dass meine damals auch nicht gerade kurzen Beiträge im Zuge der Beatles/ABBA-Diskussion dich irgendwie gestört hätten. Sollte deine Beurteilung ausgiebiger Postings etwa davon abhängen, wie sehr dir der jeweilige Inhalt zusagt?

    Abschließend würde mich mal interessieren, was du denn konkret in diesem Thread als "Hirnwichse" bezeichnest. Kann nämlich beim besten Willen keine entdecken, auch nicht bei denen, die anderer Meinung sind.

  4. #73
    Benutzerbild von bubu

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    So manche Reaktion hier erinnert mich sehr stark an die Art und Weise, wie nach den Attentaten vom 11. September in den USA jegliche Kritik an Entscheidungen der Regierung nierdergeknüppelt wurde: Wer nicht zu allem Ja und Amen sagte, der war ganz einfach unpatriotisch. Gerade in den USA ist das ein totaler Ausschaltmechanismus, der sofort in die Defensive drängt und mundtot macht.

    Und so wird man hier als gefühlskalter Zyniker abgestempelt, wenn man über das eigentliche Thema dieses Threads diskutieren will. Ich finde es traurig zu sehen, wie fast jeder von der kritischen Fraktion hier schon rechtfertigend immer wieder klarstellen musste, dass ihm diese Katastrophe genauso nahe ging. Dass er auch GEFÜHLE hatte! Ganz ähnlich enthielt fast jedes Statement eines kritischen Reporters in den USA nach 9/11 die Formel: "... aber ich bin trotzdem ein Patriot und liebe dieses Land".

    Dieser Thread heißt "pc grotesk: Sender streichen "Die perfekte Welle". Das Ziel dieser Diskussion ist, die Entscheidung mancher Radiosender, ein harmloses Liedchen aus vermeintlicher Rücksichtnahme und vermeintlicher Solidarität zu indizieren, zur Debatte zu stellen. Wir diskutieren hier nicht, ob man spenden oder zum Spenden aufrufen soll, welche Gefühle man haben soll/kann/darf angesichts der Katastrophe, ob die Leute, die spenden, besser sind oder im Recht oder wasweißich.

    Nun meinen manche hier im Thread, dass sie die Leute, die diese Entscheidung der Radiosender und noch so manche anderen Betroffenheitsheucheler, die Art und Weise der Medienberichterstattung, Sensationstrittbrettfahrer und selbsternannte Tugendwächter kritisieren, als unmenschliche und gefühllose Zyniker diffamieren müssen.

    So weit sind wir also schon, dass wir anderen - ohne sie auch nur ein einziges Mal persönlich kennengelernt zu haben - solche Sachen unterstellen. Leute, hört bitte bitte auf mit diesem Mist!!!

    Oder sogar wird jegliche Diskussion vor dem übermächtigen Schatten der totalen Katastrophe per se als zynisch abgestempelt. Wie kann man es nur wagen noch zu reden, wenn anderswo Leute sterben! Du könntest genausogut fragen: Wie kannst du es denn wagen, überhaupt noch zu leben, ohne dass du dir dabei schlecht vorkommst? Hör auf zu reden - leide gefälligst!

    Auf den ersten Blick scheint es tatsächlich unverhältnismäßig: 100.000 Leute sind gestorben, womöglich werden es noch viel viel mehr werden und wir reden hier darüber, dass man ein Lied aus dem Radioprogramm genommen hat. Warum halte ich diese Diskussion dennoch für wichtig? Erstens kann ich mich nicht erinnern, dass dies in Deutschland schon einmal passiert ist, insofern ist es ein Präzedenzfall und ist eine Entwicklung, die ich in direkter Linie zu den Folgen von 9/11 sehe. Das macht mir Sorgen. Plötzlich werden Dinge und Entscheidungen hoffähig, die noch vor wenigen Jahren völlig undenkbar waren. Ich will mir gar nicht ausmalen, was hier politisch passieren könnte, wenn tatsächlich mal in Deutschland ein Terroranschlag des Ausmaßes von 9/11 oder Madrid stattfindet. Was wird dann alles indiziert, verboten oder gar weggesperrt werden?

    Nach dem 11. September wurde auch sofort eine lange Liste erstellt von Liedern und Filmen, die sofort indiziert wurden. Das mag erst einmal pietätvoll und nachvollziehbar erscheinen. Aber wie wir alle wissen, war das nicht das Einzige, was passierte. In dem Vakuum der allgemeinen Lähmung und des Entsetzens handelte die Bush-Regierung sehr schnell, verabschiedete Gesetze, die die Bürgerrechte massiv einschränkten - ein Gesetz mit dem passenden Namen: der "Patriot Act". Jeder, der irgendwie arabisch aussah, wurde erst einmal ohne Anwalt weggesperrt, auf unbestimmte Zeit. Internet-Provider wurden gezwungen, Überwachungssoftware zu installieren, mittels derer jeglicher Email-Verkehr kontrolliert wurde, etc. etc. Es ist immer leicht für eine Regierung zu handeln, wenn der kritische Verstand durch die Emotion abgelenkt wird. Beispiele hierfür in der Geschichte gibt es viele.

    Um es kurz zu machen und mich nicht der "Hirnwichserei" hinzugeben: Ich glaube, vom Pietismus ist es nur ein kleiner Schritt zum Tugendwächtertum. Und vom Tugenwächtertum nochmals nur ein kleiner zur Gedankenpolizei.

    Ich finde es schade und auch gefährlich, wenn mündige Bürger einer Demokratie aufgrund eines völlig verständlichen emotionalen Entsetzens über solch eine Tragödie ihren Verstand auf abgesicherten Modus runterfahren und meinen, in ihrer Betroffenheit nun erstarren zu müssen. Aber noch viel trauriger wird es, wenn sie sich zu Tugendwächtern gebärden, die meinen, anderen vorschreiben zu können, wie sie sich gefälligst zu fühlen und zu verhalten haben.

  5. #74
    LastNinja
    Benutzerbild von LastNinja
    Tach auch..
    so sehr ich doch erstaunt bin, dass ich jetzt in dem Kaff meiner Eltern ein Internet-Café gefunden habe, um so mehr bin ich beunruhigt, dass sich mein beste Kumpel und Kollege in Thailand aufhält.

    Marc ist in Khao Lak!!!...
    und ist dort in einem Bungalow in Strandnähe untergebracht.

    Ich habe keine Ahnung, wie es ihm geht und ob er diese Flutwelle überlebt hat.

    Dennoch geht mir die ganze Sache verdammt nahe......und als die Berichte über Khao Lak auf N-TV liefen, konnte ich mir die Tränen nicht zurückhalten.


    Dennoch würde ich nicht gleich einen Heulkrampf bekommen, wenn ich das Lied jetzt im Radio hören würde.
    Im Gegenteil, es würde mich -wenn überhaupt- allerhöchstens an Marc erinnern...aber nicht negativ
    und genauso würde es sich mit dem Lied "geile Zeit" verhalten...
    weil ich mit ihm wirklich "geile Zeiten" erlebt habe.

    Ich kann diesen ganzen Heck-Meck um diese scheiß übertriebene political correctness einfach nicht mehr hören...

    Die Erde dreht sich weiter...
    sich würde sich auch für mich weiter drehen......auch wenn sie -für mich- um eine Person ärmer wäre.

    Die Hoffnung stirbt zuletzt....und ich gebe die Hoffnung noch nicht auf...

  6. #75
    Benutzerbild von DeeTee

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    @bubu:

    Ich glaube, vom Pietismus ist es nur ein kleiner Schritt zum Tugendwächtertum. Und vom Tugenwächtertum nochmals nur ein kleiner zur Gedankenpolizei.
    Für einen klugen Menschen ziemlicher Blödsinn. Aber es fängt mit "Ich glaube..." an. Immerhin. Die genannte 'Schiefe Bahn', die Du hier benennst, ist nicht zwingend und schon gar nicht konkret vorhersehbar.

    Die Vermischung von 9/11 und der aktuellen Tsunami-Flut ist unsachlich. Ersteres war ein intentionales Ereignis, letzteres eine zufällige Naturkatastrophe. Diese Dinge zu vermischen, um dann zu gemeinsamen Ableitungen zu kommen, um daraus Folgerungen für die Zukunft zu ziehen (siehe obiges Zitat), ist schlicht falsch und unseriöse Meinungsmache.

    Die entscheidende Frage an Dich, Bubu (und an Torsten und 666meng666 und andere) ist: Würdet Ihr diese Diskussion auch jemandem zumuten, der diese Katastrophe glücklicherweise überlebt hat, dessen Angehörige oder Freunde gestorben sind, oder jemanden, der seit Tagen auf Nachricht von seinen Angehörigen wartet?
    Warum führt ihr sie denn hier???

    Manchmal ist es besser, einfach zu schweigen. Das nennt man Pietät.

    DeeTee

    PS: Im übrigen verwahre ich mich gegen den Vorwurf von Tugendwächtertum, unangemessener political correctness und Betroffenheitsheuchelei. Und ich schreibe auch niemandem vor, "wie sie sich gefälligst zu fühlen und zu verhalten haben" (bubu). Ich verurteile nur die Beiträge einiger User als zynisch.
    Das muss denjenigen nicht gefallen. Die Reaktionen empfinde ich eher als beschämend.

  7. #76
    Benutzerbild von Torsten

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    @ Dee Tee:

    Bedauerlich, in welchem Kontext du Begriffe wie "zynisch" oder "beschämend" missbrauchst. Angesichts einer solchen (Über-)Reaktion verliere ich jegliches Interesse, auf deine weiteren Einwände einzugehen.

  8. #77
    Benutzerbild von waschbaer

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    Es ist seltsam, dass immer gewisse Threads so ausarten (nennen wir es einfach mal die Threads der Naturkatastrophen).

    Eigentlich ging es hier darum, dass einige es einfach für übertrieben halten, dass der Song "Perfekte Welle" nun aus verschiedenen Radiosendern verbannt wird. Diese Meinung habe ich nach wie vor. Ob andere dies nun als "pietätslos" ooder "hartherzig" oder was weiß ich bezeichnen, ist mir in diesem Fall völlig egal.

    Ich habe heute mit jemandem geredet, dessen Bruder gerade in Thailand auf Urlaub ist und er meinte ebenfalls, dass er das "Getue um den Song" (wörtliches Zitat) nicht verstehe. Geht mir genauso. Ich hoffe, dass damit DeeTees Frage beantwortet ist.

    Ich habe das Thema übrigens in dem Gespräch mit meinem Bekannten nicht angeschnitten, da ich nicht einmal wusste, dass sein Bruder in der Katatstrophenregion ist. Er hat es von sich aus erwähnt.

    Was mir hier gegen den Strich geht ist, dass - wie Bubu es schon erwähnt hat - hier vielfach so getan wird, dass alle Leute, die die Entscheidung der Radiosender nicht mittragen, als gefühlskalt hingestellt werden.

  9. #78
    Benutzerbild von frasier

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    waschbaer postete

    Was mir hier gegen den Strich geht ist, dass - wie Bubu es schon erwähnt hat - hier vielfach so getan wird, dass alle Leute, die die Entscheidung der Radiosender nicht mittragen, als gefühlskalt hingestellt werden.
    Ich hab es oft erlebt, dass Rationalität mit Gefühlskälte gleichgesetzt wird.

  10. #79
    Benutzerbild von Torsten

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    waschbaer postete
    Ich habe heute mit jemandem geredet, dessen Bruder gerade in Thailand auf Urlaub ist und er meinte ebenfalls, dass er das "Getue um den Song" (wörtliches Zitat) nicht verstehe. Geht mir genauso. Ich hoffe, dass damit DeeTees Frage beantwortet ist.
    An diesem Punkt wird ein weiterer typischer Aspekt falsch verstandener Betroffenheit deutlich: Die zuhauf ausgelösten Fernsolidaritäten, bei denen sich eingebildet wird, man würde die Befindlichkeiten sämtlicher Betroffenen kennen und für diese sprechen können. Dass auch auf Seiten dieser Betroffenen die Meinungen und Empfindungen ganz unterschiedlich ausfallen, wird dabei gern übersehen.

  11. #80
    Benutzerbild von bubu

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    Für einen klugen Menschen ziemlicher Blödsinn. Aber es fängt mit "Ich glaube..." an. Immerhin. Die genannte 'Schiefe Bahn', die Du hier benennst, ist nicht zwingend und schon gar nicht konkret vorhersehbar.
    Woher weißt du eigentlich, dass ich klug bin? Vergiss das "Ich glaube..." nicht...

    Zweite Frage zu letzterem: warum nicht?

    Die Vermischung von 9/11 und der aktuellen Tsunami-Flut ist unsachlich. Ersteres war ein intentionales Ereignis, letzteres eine zufällige Naturkatastrophe.
    Mir ging es letztlich nur um die Emotion und um das Handeln unter der Emotion. Da spielt es keine Rolle, wodurch die Emotion hervorgerufen wird.

    Außerdem: siehe mal musicolas Posting. Vom "Terrorakt der Natur" ist da in den Medien schon die Rede.

    Diese Dinge zu vermischen, um dann zu gemeinsamen Ableitungen zu kommen, um daraus Folgerungen für die Zukunft zu ziehen (siehe obiges Zitat), ist schlicht falsch und unseriöse Meinungsmache.
    Bitte schreibe das RTL2 & Co.


    Die entscheidende Frage an Dich, Bubu (und an Torsten und 666meng666 und andere) ist: Würdet Ihr diese Diskussion auch jemandem zumuten, der diese Katastrophe glücklicherweise überlebt hat, dessen Angehörige oder Freunde gestorben sind, oder jemanden, der seit Tagen auf Nachricht von seinen Angehörigen wartet?
    Warum führt ihr sie denn hier???
    Was für eine Frage. Weißt du, ich befinde mich hier im 80er-Jahre-Forum. Da sind der waschbär, der Torsten, der Deetee, der musicola, der wiederauferstandene Dave Bowman, der Heiko, 666meng666 u.a. und ich bin hier in Deutschland, am 30. Dezember 2004. Dieses Jahr hat noch einen Tag, ich bin am Leben, mir geht's gut, ich habe einen Job, eine Wohnung, eine Freundin, zwei Nymphensittiche, einen Fernseher, eine Tageszeitung und Internet mit DSL. Am Sonntag Abend kam ich von einem guten Essen beim Italiener zurück. Ich war voll, ich war müde und der Anrufbeantworter blinkte: meine Mutter. Sie fragte mich, ob ich damals auch in den betroffenen Gebieten in Thailand unterwegs gewesen war. Ich wusste nicht, was sie meinte, aber ein ungutes Gefühl machte sich in meiner Magengegend breit. Du musst wissen, dass ich auch als Nachrichtenredakteur arbeite und Katastrophen, tägliche Bomben im Irak und in Israel, Erdbeben und Co. sind mein täglich Brot. Flugs den Rechner angeworfen und auf den Newssites gesurft, dann das blanke Entsetzen - selbst bei mir. Nächster Gedanke: Jenny und meine Chefin sind auch gerade in Thailand. Leben sie? Email an Jenny geschrieben. Zwei Tage nichts gehört. Dann endlich Antwort: ihr geht's gut, sie ist auf Sri Lanka. Zwischendurch mal im 80er-Forum vorbei geguckt, mit dem Gedanken gespielt, mir Luft zu machen, indem ich einfach einen Thread zum Thema starte. Einfach nur mal Austausch, nur mal hören, wie es anderen Menschen mit diesen Nachrichten geht. Torsten war schneller. Aber sein Thread hatte eine andere Gewichtung. Dennoch mitdiskutiert und schon die Vorahnung, dass sich die Gutmenschen des 80er-Forums schon wieder kaprizieren werden.

    So und nun fragst du so eine Frage.

    Manchmal ist es besser, einfach zu schweigen. Das nennt man Pietät.

    Ja, manchmal ist schweigen wohl besser. Das nennt man manchmal auch einfach Fassungslosigkeit. Daher stell' dir als Antwort von mir einfach eine Minute eine Nulllinie auf dem Lautsprecher vor...

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