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Pendlerpauschale

Erstellt von LastNinja, 09.12.2008, 20:18 Uhr · 29 Antworten · 2.017 Aufrufe

  1. #11
    justmusic
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    AW: Pendlerpauschale

    Zitat Zitat von brandbrief Beitrag anzeigen
    Genau das wird ja immer kritisiert. Die Arbeitnehmer könnten ja alle zu Fuß gehen, wenn sie nicht ständig dem Reiz der niedrigen Grundstückspreise verfallen würden und aus der Stadt aussiedeln und durch den entstandenen längeren Arbeitsweg auch noch steuerlich bevorteilt werden.

    Das sind die einen, aber was ist mit denen, die schon immer auf dem Land wohnen und zum Arbeiten notgedrungen in die Stadt fahren müssen? Weil's in der ländlichen Gegend einfach mal keine Arbeit gibt?

  2.  
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  3. #12
    Kinderfresser
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    AW: Pendlerpauschale

    Zitat Zitat von brandbrief Beitrag anzeigen
    Zitat Zitat von justmusic Beitrag anzeigen
    Durch die Pendlerpauschale wird diese Ungleichheit ausgeglichen, denn die Pauschale kommt eben denen mehr zu Gute, die weiter fahren müssen als denen, die zu Fuß gehen können.
    Genau das wird ja immer kritisiert. Die Arbeitnehmer könnten ja alle zu Fuß gehen, wenn sie nicht ständig dem Reiz der niedrigen Grundstückspreise verfallen würden und aus der Stadt aussiedeln und durch den entstandenen längeren Arbeitsweg auch noch steuerlich bevorteilt werden.
    Bei Singles mag das ja noch halbwegs gehen, aber was ist mit Paaren? Ich kenne genügend Leute, die im Rhein-Main-Gebiet wohnen, wo ein Partner in Frankfurt arbeitet, der andere aber in Aschaffenburg, Mainz, Wiesbaden, Darmstadt oder sonstwo in der Umgebung. Jetzt verrat mir mal wie das gehen soll, daß beide zu Fuß zur Arbeit gehen können UND die Ehe/Beziehung nicht nur am Wochenende stattfindet?

    In solchen Fällen geht es eben gar nicht anders.... Da muß einer zur Arbeit fahren.

  4. #13
    Benutzerbild von PostMortem

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    AW: Pendlerpauschale

    Zitat Zitat von Kinderfresser Beitrag anzeigen
    Bei Singles mag das ja noch halbwegs gehen, aber was ist mit Paaren? Ich kenne genügend Leute, die im Rhein-Main-Gebiet wohnen, wo ein Partner in Frankfurt arbeitet, der andere aber in Aschaffenburg, Mainz, Wiesbaden, Darmstadt oder sonstwo in der Umgebung. Jetzt verrat mir mal wie das gehen soll, daß beide zu Fuß zur Arbeit gehen können UND die Ehe/Beziehung nicht nur am Wochenende stattfindet?

    In solchen Fällen geht es eben gar nicht anders.... Da muß einer zur Arbeit fahren.
    Ja und bei den Singles, da gehts gar nicht anders: Die ziehen immer der Arbeit hinterher, weil sie ja soooo flexibel sind. Aber was machen die denn dann? Die setzen den Umzug natürlich schön von der Steuer ab und bekommen Geld zurück! Also zahlen die Pendler für den Single der dauernd umzieht und der Single für die Paare die dauernd pendeln. Zwischendurch bleibt die Hälfte des Geldes, das man sich da gegenseitig hin und herschiebt, in Form von Verwaltungskosten auf der Strecke und denen die im großen Stil Steuern hinterziehen kommt keiner auf die Schliche, weil man ständig damit beschäftigt ist Umzugsbelege, Kilometer und ÖPNV-Fahrkarten nachzuzählen und das Geld von den einen zu den anderen zu schicken - und das ganze dann nochmal umgekehrt. Ich kann das gar nicht nachvollziehen, wieso das Sinn machen soll. Warum sind denn in Deutschland alle so fixiert darauf, dass es besser ist was vom Finanzamt zurück zu bekommen, als das Geld einfach gleich in der eigenen Tasche zu behalten??? Es kann maximal das Misstrauen sein, dass der Staat dann die Pendlerpauschale abschafft UND die Steuern bei nächster Gelegenheit gleich wieder erhöht. Aber das ist kein guter Grund für ein wahnsinnig kompliziertes Steuersystem.

    PM

  5. #14
    Benutzerbild von Minne

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    AW: Pendlerpauschale

    Ich gehe mal davon aus, da die Pendlerpauschale nicht gestrichen werden darf, werden demnächst nicht 30 Cent pro Kilometer absetzbar sein, sondern hier wird drastisch gekürzt,da die Regierung hier ja sparen möchte.

    Wenn es so kommt dann wären u.a. auf dem Bau beschäftigte deutlich schlechter gestellt.

    Ich habe stellenweise einen beachtliche Kilometerzahl (bis zu 250 KM hin u.zurück) zu fahren und bin gezwungen (Arbeitszeit beginnt ab Baustelle) die Strecke mit meinem eigenem Fahrzeug zu fahren.

  6. #15
    Benutzerbild von brandbrief

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    AW: Pendlerpauschale

    Zitat Zitat von Minne Beitrag anzeigen
    Ich gehe mal davon aus, da die Pendlerpauschale nicht gestrichen werden darf...
    So wie ich es vernommen habe, hat das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe genau diese Variante eingeräumt. Es geht hier nämlich nur um den Fakt der Gleichstellung; nicht um einen Anspruch auf Vergütung.
    Ich schätze, hier verhält es sich genauso, als damals alle gejubelt haben, dass in den Kneipen wieder geraucht werden darf.
    Was nicht bedacht wurde: Die Länder dürfen auch unabhängig von einander ein komplettes Rauchverbot in Gaststätten etc. verhängen.

  7. #16
    Benutzerbild von compagnies

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    Beitrag AW: Pendlerpauschale

    Um das "meine Kollegen ziehen alle aufs Land und ich muss das bezahlen" mal zu ergänzen:

    Hamburg: Immer weniger Neubauten

    Wohnungspolitik ist ein Skandal

    MATHIS NEUBURGER
    Auch unter SPD-Herrschaft war der Wohnungsmarkt alles andere als rosig. Doch mit ihrer Abneigung gegen staatliche Bauprogramme hat die CDU endgültig eine miserable Wohnsituation geschaffen. In innenstadtnahen Bereichen wird luxussaniert, die HafenCity können sich Normalbürger eh nicht leisten, und wer den Fehler begeht, Nachwuchs zu zeugen, findet bezahlbare Unterkünfte bald nur noch hinter der Stadtgrenze. Was in Hamburg derzeit passiert, ist ein sozialer Skandal: Die Oberschicht krallt sich die zentralen Wohnlagen, der Rest wird an den Rand gedrängt und kämpft selbst dort mit steigenden Mieten. Dabei könnte Hamburg wirksam eingreifen. Die Stadt muss ihre Grundstücke für günstigen Wohnungsbau und nicht für teure Apartments vergeben. Und die SAGA/GWG muss sich endlich wieder auf den sozialen Wohnungsbau konzentrieren, anstatt für milliardenschwere Schulsanierungen missbraucht zu werden. Parallel hält der Senat auch noch am Konzept der "Wachsenden Stadt" fest, um Neubürger anzulocken. Das heizt den Verdrängungswettbewerb weiter an. Für die Hamburger sind günstige Mieten aber viel wichtiger als eine hohe Einwohnerzahl.
    Quelle

  8. #17
    Benutzerbild von PostMortem

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    AW: Pendlerpauschale

    Zitat Zitat von compagnies Beitrag anzeigen
    Um das "meine Kollegen ziehen alle aufs Land und ich muss das bezahlen" mal zu ergänzen:

    Quelle
    Die missratene Wohnungsbaupolitik einer der größten Städte Deutschlands mit Top10-City-Mieten taugt aber ja kaum als Argument den unbestreitbaren Irrsinn einer Zersiedlung zu widerlegen. Im Gegenteil dürfte ein Teil des Wohnungsproblems in den begehrten Städten sein, dass vorher so viele Besserverdiener aufs Land geflohen sind. Nun kommen viele wegen der hohen Pendlerkosten und weil es ihnen auf dem Land auf Dauer offenbar zu öde ist plötzlich wieder zurück.
    Landflucht
    Die Deutschen ziehen wieder gern in Städte

    Von Dankwart Guratzsch 28. April 2008, 18:09 Uhr
    Die Zeiten sind vorbei, in denen wohlhabende Familien ihren Wohnsitz grundsätzlich im Grünen nahmen.Vor allem hohe Pendlerkosten treiben die Leute wieder in die Zentren. Außerdem vermissen viele Menschen Theater, Krankenenhäuser und Geschäfte auf dem platten Land.....

    aber auch: "Der Trend wird noch verstärkt durch eine anhaltende Nachfrage aus dem Umland. Denn hier hat sich die jahrzehntelang anhaltende Abwanderung „hinaus ins Grüne“ umgekehrt"

    So ist es doch kein Wunder, dass die Mieten in den Städten plötzlich stärker steigen. Das ändert allerdings kein bisschen daran, dass es keinen Sinn macht Bürgern Geld zu schenken, damit sie aus der Stadt heraus dorthin ziehen, wo man ihnen dann auch noch teure Infrastruktur und sechsspurige Autobahnen und Autobahnanschlüsse hinstellen muss.

    PM

  9. #18
    Benutzerbild von compagnies

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    AW: Pendlerpauschale

    Der Artikel spiegelt die Situation, wir die bei "mir" im vergangen Jahr war, recht gut wieder!
    Die Vielzahl Deiner anderen Thesen habe ich in meiner persönlichen Wahrnehmung aber im Hamburger Umfeld nicht gerechtfertigt gesehen.
    Die Zuzüge "Ortsfremder", die in unsere Region zogen, haben überwiegend einen familiären Hintergrund, nämlich üppiges Gebären quäckender Kiddies.
    Da zieht der Mopo-Artikel schon ganz gut; zumal der HHer Senat die Grunderwerbssteuer um einen ganzen Prozentpunkt zum Jahreswechsel anhob.
    Genauso bescheuert finde ich das Vorgehen unserer Gemeinderäte aus den "Suburbs", die derart viele Baugebiete ausweisen, die in gar keinem Verhältnis zu dem stehen, was hier zuletzt tatsächlich gebaut wurde.
    Bauen tun hier aber viele "Einheimische", die "ihre" Kleinfamilie gerne unter dem eigenen Dach aufziehen anstatt (wie durchaus nur noch in der Minderzahl anzutreffen) im großfamiliären Umfeld der Groß- und Urgroßeltern!
    Wenn ich von Staats wegen eine hohe Mobilität der arbeitenden Bevölkerung fordere, dann kann ich auch zumindest mit der Pendlerpauschale einen Teil davon zurückzahlen - das ist zumindest meine Meinung. Persönlich finde ich aber Arbeitswege über eine halbe Stunde unerträglich.
    Ich weiß gar nich, wie die HH-Pendler aus Schwerin, Bremen oder gar NRW das ertragen. Deswegen gibt es vielleicht so einen "Hörspiel-Boom"!?

  10. #19
    Benutzerbild von PostMortem

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    AW: Pendlerpauschale

    Zitat Zitat von compagnies Beitrag anzeigen
    Der Artikel spiegelt die Situation, wir die bei "mir" im vergangen Jahr war, recht gut wieder!
    Bestreitet ja auch keiner, Hamburg ist aber a) eine Riesenstadt und b) in der besonderen Situation seit Jahren zu wachsen und dabei auch jede Menge Migranten anzuziehen. Dass das den Wohnraum knapper werden lässt als anderswo ist doch klar, zumal wenn die Wohnungsbaupolitik für die Tonne ist. Aber kann man das auf ganz Deutschland und vor allem die vielen schrumpfenden "Mittelstädte" übertragen wo rundherum wirklich plattestes Land ist und Du beim Einzug auf dem Acker erstmal Deinen eigenen Telegrafenmast gesetzt bekommst? Macht es Sinn so eine Zersiedlung zu subventionieren, während dann die voll ausgebauten Innenstädte verkommen? Ist das unabhängig von der Ökonomie denn ökologisch sinnvoll?

    Wenn ich von Staats wegen eine hohe Mobilität der arbeitenden Bevölkerung fordere, dann kann ich auch zumindest mit der Pendlerpauschale einen Teil davon zurückzahlen - das ist zumindest meine Meinung.
    Wenn Du es so siehst, musst Du dem Staat im Grunde aber vorwerfen, dass er ein Wirtschaftssystem etabliert hat, das Dich zur Erwerbsarbeit zwingt, sozusagen Zwangsarbeit. Dann musst Du ein Grundeinkommen unabhängig von Erwerbstätigkeit fordern (wie es ja sogar auch ein gewisser Drogeriekettenchef fordert). Wenn man das vorherrschende System aber akzeptiert, dann muss man zuallererst erstmal selbst ein Interesse daran haben eine Arbeitsstelle für den Lebensunterhalt zu haben. Und wenn das so ist, ist es doch auch Privat"problem" dort hinzukommen bzw. sollten dann lieber sämtliche Belastungen so niedrig gehalten werden wie möglich, damit jedem von Anfang an so viel wie möglich in der Tasche bleibt und man sich in diesem Land das Arbeiten gehen auch leisten kann. Das geht aber nicht, weil lieber jeder auf irgendwelchen Formularen Kreuzchen machen will und sich vom Staat gebauchpinselt fühlt, wenn er von horrenden Abgaben ein bisschen was zurückbekommt => M. E. völliger Quatsch.

    Dann doch lieber Mindestlöhne oder Bezuschussung von Geringverdienern und ansonsten jedem Arbeitnehmer so viel netto lassen wie möglich, so dass man ohne diese ganzen zeit- und verwaltungskostenintensiven Umverteilungsmonster auskommt.

    PM

  11. #20
    Benutzerbild von compagnies

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    Beitrag AW: Pendlerpauschale

    In der DDR gab es ja bekanntlich ein RECHT auf Arbeit ...
    Das Fass will ich gar nicht aufmachen, aber manche Deiner Ansätze finde ich für einen Liberalen ausgesprochen passabel

    Zur PP:
    Wir haben ja auch eine Zersiedelung in den Dörfern unseres Landes.
    Besonders in Gegenden, in denen Arbeitstellen nicht so üppig sind, halte ich es für sinnvoll, den "Einheimischen" einen Anreiz zu bieten, trotz langen Arbeitsweges "daheim" wohnen zu bleiben.
    Wir werden uns sicher einig sein, das der einfachste Anreiz der Finanzielle sein wird.
    Mit Erhebung von Steuern, Abgaben und Gebühren besteht für den Staat die Möglichkeit, Einfluss auf Handlungsmöglichkeiten seiner Bürger zu nehmen. So er diesen nutzt, um überkommene Sozialstrukturen in dieser Form zu erhalten, bin ich damit durchaus einverstanden und würde die PP nicht als "Subvention" betrachten.
    Letztlich geschieht die Wahl des Wohnortes (diese Wahl haben ja noch nicht mal mehr alle Bürger!) ja auch unter Gesichtspunkten der eigenen Lebensqualität. Da ist der Geschmack nunmal unterschiedlich.
    Etwas übertrieben gesagt: In manchen Orten MUSS die Vertretung des Gemeinwesen ein vitales Interesse haben, wenigstens ein paar Menschen mit etwas Hirn, (eigenem) Einkommen und einer Art "sozialem Gewissen" seßhaft zu machen!
    Zum Einen fielen mir da die "sozialen Errungenschaften" der 60er mit den großen (und günstigen) Wohnblocks ein, wo halt der Müll mal aus dem zwölften Stock auf die Straße geschmissen wurde; zum Anderen manche der arbeit5extensiven Regionen, wo Du sonst neben dem Ortsschild noch von einem Runenhain begrüßt werden könntest.
    Für mich ein klares Bekenntnis zur PP und die Forderung nach Abschaffung der Zweitwohnsitzbesteuerung, wenn die Entfernung zum Arbeitsplatz entsprechend hoch ist!
    Aber das muss mein Stab nochmal ausarbeiten :-)

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