Seite 3 von 26 ErsteErste 123456713 ... LetzteLetzte
Zeige Ergebnis 21 bis 30 von 251

Political Correctness - Gestern vs. Heute

Erstellt von musicola, 16.01.2011, 20:11 Uhr · 250 Antworten · 31.397 Aufrufe

  1. #21
    Benutzerbild von Die Luftgitarre

    Registriert seit
    09.10.2002
    Beiträge
    1.204

    AW: Political Correctness - Gestern vs. Heute

    Zitat Zitat von waschbaer Beitrag anzeigen
    Da kann ich keine Arroganz erkennen. Die beschimpfen niemanden, sondern ganz normale kleine Spießbürger.
    Der kultivierte Bürger der Mittelschicht lässt sich natürlich nicht dazu herab, jemanden zu bepöbeln. Die Arroganz dieser Schichten äußert sich stattdessen im spöttischen Imitieren der mangenhaften Deutschkenntnisse der Einwanderer, in der mit ironischem Augenrollen ausgesprochenen Formulierung "unsere ausländischen Mitbürger", in Sätzen wie "an unserer Schule gibt es solche Typen ja zu Glück nicht" und darin, dem türkischen Gemüsehändler im eigenen Viertel ganz großzügig zu attestieren, dass "der sich ja gut integriert" habe.

  2.  
    Anzeige
  3. #22
    Benutzerbild von Die Luftgitarre

    Registriert seit
    09.10.2002
    Beiträge
    1.204

    AW: Political Correctness - Gestern vs. Heute

    Zitat Zitat von PostMortem Beitrag anzeigen
    Logisch, die Glorifizierung der "Straße" ist ja nur eine Trotzreaktion, weil man sich die schönen Häuser und das gemütliche Leben nicht leisten kann. Jeder verbringt den Sonntag lieber beim Grillen im Garten anstatt kopfnickend und grimmig guckend unter einer Autobahnbrücke zu stehen.

    Witzig finde, dass neuerdings Toleranz gegenüber Homo5exuellen als Gradmesser der Integrationsbereitschaft und Bürgerlichkeit gilt. Noch bis in die 70er Jahre war Homo5exualität im christlichen Abendland eine Straftat (§ 175), noch in den 80er Jahren waren im Falle eines "Outings" oft berufliche und familiäre Konsequenzen zu befürchten - und jetzt tut man so, als sei Schwulenfeindlichkeit eine Besonderheit des Islam.

  4. #23
    Benutzerbild von Torsten

    Registriert seit
    05.10.2001
    Beiträge
    6.613

    AW: Political Correctness - Gestern vs. Heute

    Zitat Zitat von Die Luftgitarre Beitrag anzeigen
    in der mit ironischem Augenrollen ausgesprochenen Formulierung "unsere ausländischen Mitbürger",
    Ist bei mir allerdings dasselbe Augenrollen wie bei stockärschigem Geschwall à la "Wählerinnen und Wähler" oder "Verbraucherinnen und Verbraucher". Diese verkrampfte Rhetorik in Sachen Gleichberechtigung geht mir jedenfalls mit am meisten auf den Zeiger - als Frau käme ich mir da vor wie ein Behinderter, dem ständig nur Mitleid entgegenschlägt.

    Aber wenn man bereits angefeindet wird, weil man es unweiblich und nicht gaaaanz toll emanzipiert findet, wenn Frauen boxen, Fußball spielen oder zur Bundeswehr gehen, ist die Grenze zur Lächerlichkeit für mich eh schon längst überschritten ...

  5. #24
    Benutzerbild von Die Luftgitarre

    Registriert seit
    09.10.2002
    Beiträge
    1.204

    AW: Political Correctness - Gestern vs. Heute

    Ist bei mir allerdings dasselbe Augenrollen wie bei stockärschigem Geschwall à la "Wählerinnen und Wähler" oder "Verbraucherinnen und Verbraucher".
    Ich denke aber, in den meisten Fällen bezieht sich das Augenrollen bzgl. der "ausländischen Mitbürger" nicht auf die Geschwollenheit der Formulierung, sondern auf den Inhalt.

    Aber wenn man bereits angefeindet wird, weil man es unweiblich und nicht gaaaanz toll emanzipiert findet, wenn Frauen boxen, Fußball spielen oder zur Bundeswehr gehen, ist die Grenze zur Lächerlichkeit für mich eh schon längst überschritten ...
    Das Problem ist, dass in der Alltagssprache oft "tolerieren" und "gut finden" verwechselt werden. Der springende Punkt bei der Toleranz ist ja gerade der, dass man jemanden nach einer Fasson selig werden lässt, die eben nicht die eigene ist. Tolerieren heißt einfach nur: etwas erlauben, jemanden nicht rechtlich oder beruflich benachteiligen, nicht zu Pogromen aufrufen - mehr nicht. Z. B. kann keine Frau verlangen, dass ein Mann es nun aesthetisch findet, wenn sie einen bestimmten klassischen Männersport ausübt. (Überhaupt sollte eine emanzipierte Frau sich bei der Ausübung ihrer Hobbies über sowas doch gar keine Gedanken machen.)

  6. #25
    Benutzerbild von Torsten

    Registriert seit
    05.10.2001
    Beiträge
    6.613

    AW: Political Correctness - Gestern vs. Heute

    Zitat Zitat von Die Luftgitarre Beitrag anzeigen
    Ich denke aber, in den meisten Fällen bezieht sich das Augenrollen bzgl. der "ausländischen Mitbürger" nicht auf die Geschwollenheit der Formulierung, sondern auf den Inhalt.
    Ob das in der Mehrzahl der Fälle so ist, kann ich nicht beurteilen. Ich weiß aber, dass das Unverständnis für verkrampft gutmenschelnde Rhetorik auch oft mit Ressentiments gegenüber den betroffenen Gruppen verwechselt wird.

    So unterstellte mir eine Dame mal, wohl die Arbeit einer Hausfrau nicht zu schätzen, weil ich mich über die von ihr ernsthaft vorgeschlagene Formulierung "Familienmanagerin" lustig machte. Habe ihr dann erklärt, dass ich solche aufgeblasene Imponierrhetorik grundsätzlich peinlich finde - egal, ob "Sales Manager", "Facility Manager" oder "Familienmanagerin".

    Zitat Zitat von Die Luftgitarre Beitrag anzeigen
    Der springende Punkt bei der Toleranz ist ja gerade der, dass man jemanden nach einer Fasson selig werden lässt, die eben nicht die eigene ist.
    Natürlich ist es das, im Sinne von Descartes: "Ich bin zwar anderer Meinung als Sie, aber ich würde mein Leben dafür geben, dass Sie ihre Meinung frei aussprechen dürfen."

    Käme nicht auf die Idee, Frauenboxen, - fußball oder -bodybuilding verbieten zu wollen. Dafür erwarte ich von der anderen Seite aber auch Toleranz für meine Ansicht, dass gerade die markanten Unterschiede das ewige Spiel zwischen Mann und Frau so reizvoll machen.

  7. #26
    Benutzerbild von PostMortem

    Registriert seit
    28.12.2004
    Beiträge
    1.997

    AW: Political Correctness - Gestern vs. Heute

    Zitat Zitat von Torsten Beitrag anzeigen
    Ist bei mir allerdings dasselbe Augenrollen wie bei stockärschigem Geschwall à la "Wählerinnen und Wähler" oder "Verbraucherinnen und Verbraucher". Diese verkrampfte Rhetorik in Sachen Gleichberechtigung geht mir jedenfalls mit am meisten auf den Zeiger - als Frau käme ich mir da vor wie ein Behinderter, dem ständig nur Mitleid entgegenschlägt.
    Wenns nur so wäre, dass "die Frauen" das so sehen würden Aber ich erlebe immer wieder, dass man von einer Frau darauf hingewiesen wird, wenn einfach von "Mitarbeitern" oder "Kollegen" gesprochen wird. Anscheinend fühlen einige Frauen sich mittlerweile von solchen allgemeinen Begriffen ausgeschlossen und bestehen stur auf ihr antrainiertes "innen".

    Doch keine Frau ist gleichberechtigtER, nur weil es Kolleginnen und Kollegen heisst. Es verschwendet in meinen Augen nur Papier und macht Texte sperriger. Gleichberechtigt ist man, wenn man gleichberechtigt agiert und dafür auch so wahrgenommen und geschätzt wird. Bei einer Einzelhandelskauffrau ist es ja einzusehen, dass es nicht Einzelhandelskaufmann heissen sollte. Aber es täte keinem weh wenn Maler Maler sind, egal ob weiblich oder männlich. Daran kann sich doch keine Gleichberechtigung festmachen.

    Brüllend komisch wirds manchmal, wenn dann englische Berufsbezeichnungen mit einem deutschen "innen" versehen werden. Oh man! Männer regen sich umgekehrt auch nicht auf, wenn sie durch die Eigenheiten der deutschen Sprache mal mit einem "sie" oder "die" "verweiblicht" werden und akzeptieren "MUTTER Erde".

    Die Krönung erfährt das, wenn sich unter Spiegel-Online-Berichten Frauen aufregen, dass in Berichten über Fukushima nur über 50 AKW-MitarbeitER geschrieben wird, die gegen den GAU kämpfen. Es könne ja schließlich auch eine Frau dabei sein. Sieht man Berichte über die hunderttausenden Tschernobyl-Liquidatoren in Russland, sieht man komischerweise trotzdem immer nur Männer vor der Kamera und immer wieder sind nach ihren Erzählungen hauptsächlich hunderttausende Männer nach ihrem Einsatz an Krebs oder anderen Strahlenerkrankungen gestorben.

    Gleichberechtigt sind wir m. E. nicht schon dann wenn alle gleich viel verdienen oder alle Worte "durchgegendert" sind, sondern wenn in solchen Berichten klar wird, dass auch die hässlichsten Dinge auf Erden gleichberechtigt mit allen Konsequenzen durchgestanden werden. Wenn ich dann mit einer Frau zusammen irgendwo im Plastikanzug Strahlenmüll wegschaffen muss, halte ich ihr als Gentleman auch gerne die Tür auf - wenn die noch in ihren Angeln hängen sollte.

  8. #27
    Benutzerbild von Torsten

    Registriert seit
    05.10.2001
    Beiträge
    6.613

    AW: Political Correctness - Gestern vs. Heute

    Zitat Zitat von PostMortem Beitrag anzeigen
    Gleichberechtigt ist man, wenn man gleichberechtigt agiert und dafür auch so wahrgenommen und geschätzt wird.
    Ich mache die Intelligenz einer Frau u.a. auch daran fest, ob sie diese Einstellung hat. Smarte Frauen wissen Wichtiges von Lappalien zu trennen und können über solche Auswüchse der Emanzipationsbewegung nur müde lächeln. Für die sind Alice Schwarzer & Co. schon lange über's Ziel hinausgeschossen und teilweise fast zum Feind- denn zum Vorbild geworden.

    Apropos Alice Schwarzer.

    Zitat Zitat von PostMortem Beitrag anzeigen
    Die Krönung erfährt das, wenn sich unter Spiegel-Online-Berichten Frauen aufregen, dass in Berichten über Fukushima nur über 50 AKW-MitarbeitER geschrieben wird, die gegen den GAU kämpfen.
    Erinnert mich an die Talkshow-Auftritte der selbstherrlichen Emma - die schafft es, selbst die neutralsten Themen noch auf eine Geschlechterdebatte runterzubrechen. Offenbar hat ihr noch keiner gesagt, dass sich nicht alles um die Befindlichkeiten zwischen Männlein und Weiblein dreht.

  9. #28
    Benutzerbild von PostMortem

    Registriert seit
    28.12.2004
    Beiträge
    1.997

    AW: Political Correctness - Gestern vs. Heute

    Zitat Zitat von Torsten Beitrag anzeigen
    Ich mache die Intelligenz einer Frau u.a. auch daran fest, ob sie diese Einstellung hat. Smarte Frauen wissen Wichtiges von Lappalien zu trennen und können über solche Auswüchse der Emanzipationsbewegung nur müde lächeln. Für die sind Alice Schwarzer & Co. schon lange über's Ziel hinausgeschossen und teilweise fast zum Feind- denn zum Vorbild geworden.
    Interessanterweise erkennt man die gleichberechtigten Frauen daran am Besten, dass es dieses Thema mit Ihnen im Grunde gar nicht gibt - nicht etwa weil sie sich dem Manne brav unterordnen, sondern weil Sie einem ganz selbstverständlich einfach auf Augenhöhe begegnen und man(n) gar nicht auf die Idee käme sie irgendwie ungleichberechtigt zu behandeln. Sicherlich haben auch sie manchmal den Eindruck als Frau Nachteile zu haben, z. B. wenn sie in einem männerdominierten Beruf arbeiten und sich immer erstmal beweisen müssen. Aber sie tragen das nicht dauernd als Grund ihres Scheiterns vor sich her oder nehmen es als Grund es erst gar nicht erst zu versuchen. Sie machen es einfach und lassen sich nicht aufhalten. Die Frauen, die immer auf irgendwelchen "innen"-Worten rumreiten, möchten m. E. oft gleichberechtigt werden ohne etwas dafür leisten zu müssen. So funktioniert das aber nicht.

    Erinnert mich an die Talkshow-Auftritte der selbstherrlichen Emma - die schafft es, selbst die neutralsten Themen noch auf eine Geschlechterdebatte runterzubrechen. Offenbar hat ihr noch keiner gesagt, dass sich nicht alles um die Befindlichkeiten zwischen Männlein und Weiblein dreht.
    Selbstherrlich ist das passendste Wort! Diese Frau hat schon vor dem ersten Verhandlungstag den Richterspruch im Kachelmann-Prozess gesprochen und geisselt moderne, selbstständige Frauen als unemanzipiert, nur weil sie den symbolorientierten, überall Phallussymbole sehenden, männerfeindlichen Emma-Firlefanz nicht mitmachen. Sie mag Ihre Verdienste haben. Aber so wie die Grünen in Regierungsverantwortung Realpolitik machen müssen, sollte auch sie sich langsam mal aus ihrer Protestlerinnen-Position herausbewegen. Aber vermutlich hat sie Angst dann überflüssig zu werden, weil andere, emanzipiert groß gewordene Frauen prakrtische Gleichberechtigung besser vorleben können als sie.

  10. #29
    Benutzerbild von Babooshka

    Registriert seit
    15.11.2002
    Beiträge
    7.585

    AW: Political Correctness - Gestern vs. Heute

    Eben. Ich fand dieses "StudentInnen" schon immer irgendwie albern, meinetwegen hätte das nicht sein müssen. Was bringt es mir, wenn Frauen separat in der weiblichen Form angesprochen werden, was bringt mir das große I, wenn Frauen auch über 30 Jahre nach Beginn der Frauenbewegung immer noch geringere Gehälter für die gleiche Arbeit beziehen als Männer und wenn Frauen in Chefetagen (oder höheren Positionen allgemein) immer noch recht dünn gesät sind.

  11. #30
    Benutzerbild von Die Luftgitarre

    Registriert seit
    09.10.2002
    Beiträge
    1.204

    AW: Political Correctness - Gestern vs. Heute

    Zu dem "/-innen":

    Ich denke, das hatte in den 80ern eine gewisse Berechtigung. Damals gab es ja tatsächlich noch weitverbreitete Zweifel, ob Frauen für bestimmte Berufe wirklich die nötige Nervenstärke oder Rationalität aufbringen könnten, und ob sie nicht zuersteinmal ihren naturgegeben häuslichen Aufgaben nachkommen müssten. Das ist alles noch gar nicht sooo lange her, wie uns das heute vielleicht vorkommt!

    Heute, wo es sogar eine Bundeskanzlerin gibt, erscheint mir das "/-innen" (außer vielleicht in Stellenausschreibungen) überflüssig und sperrig.

Seite 3 von 26 ErsteErste 123456713 ... LetzteLetzte

Ähnliche Themen

  1. Western von Gestern
    Von Nicci im Forum 80er / 80s - FERNSEHEN & KINO / TV & CINEMA
    Antworten: 9
    Letzter Beitrag: 16.06.2016, 16:30
  2. Wetten Dass...??? gestern und heute
    Von Gringomania im Forum 80er / 80s - FERNSEHEN & KINO / TV & CINEMA
    Antworten: 122
    Letzter Beitrag: 19.03.2014, 11:16
  3. Lustig! Hä? Lustig??? Humor Gestern vs. Heute
    Von musicola im Forum OT LABERFORUM / OT SMALL TALK
    Antworten: 33
    Letzter Beitrag: 27.07.2011, 15:51
  4. Gestern im Radio!
    Von Christoph im Forum MUSIK ALLGEMEIN / MUSIC GENERAL
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 23.10.2006, 14:38
  5. David Bowie - heute Zdf, gestern auf Sat1
    Von Nicole im Forum MUSIK ALLGEMEIN / MUSIC GENERAL
    Antworten: 4
    Letzter Beitrag: 15.07.2002, 16:36