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Political Correctness - Gestern vs. Heute

Erstellt von musicola, 16.01.2011, 20:11 Uhr · 250 Antworten · 31.400 Aufrufe

  1. #71
    Benutzerbild von Heiko2609

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    AW: Political Correctness - Gestern vs. Heute

    Die ältere ländliche Bevölkerung war da mit diversen Volksbezeichungen hemmungsloser, was das fahrende Volk anbetraf.
    (Dreckige Zigeuner, die Scherenschleifer. Demnach war Scherenschleifer früher anscheinend auch kein angesehener Beruf).

    Im Hifi Forum habe ich mal eine Stilblüte aufgeschnappt. Da schrieb jemand das man der "Political Correctness" nach z.B den alten Schlager "Aber am Abend da spielte der Zigeuner...", schon fast in "Aber am Abend da spielte der Rotations-Europäer..." umbenennen müsste.

  2.  
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  3. #72
    Benutzerbild von Babooshka

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    AW: Political Correctness - Gestern vs. Heute

    Ja, oder das Lied von Alexandra: Junge des fahrenden Volks!

  4. #73
    Benutzerbild von waschbaer

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    AW: Political Correctness - Gestern vs. Heute

    ... und zum Essen würde es dann ein Sinti- und Romaschnitzel geben, oder?

  5. #74
    Benutzerbild von Lutz

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    AW: Political Correctness - Gestern vs. Heute

    Tja - und ob Tele 5 heute sowas senden würde (siehe auch hier *g*)?

  6. #75
    Benutzerbild von Stefan Rammler

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    AW: Political Correctness - Gestern vs. Heute

    Mir geht es auf den Zeiger mit den "mutmasslichen Tätern", das hat man doch früher auch nicht gehört, Oder?

    "Neger" war damals ein ganz normaler Ausdruck und wurde in vielen Filmen verwendet, die Zeiten haben sich einfach
    geändert. Dafür hätte man sich in den 70er Jahren aufgeregt, wenn das Wort "geil" gefallen wäre.
    Ich gönne mir erst einmal einen Schaumkuss und ein "Nichtsesshaftes Volk ohne Namen"-Schnitzel, lese
    Lucky Luke mit Grashalm im Mundwinkel und nenne mich "mutmasslicher Schwarzfahrer", wenn ich im Bus
    ohne Fahrkarte sitze.

  7. #76
    Benutzerbild von Die Luftgitarre

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    AW: Political Correctness - Gestern vs. Heute

    Dass das Bemühen um einen nicht-diskriminierenden Sprachgebrauch teilweise zu amüsanten Stilblüten geführt hat, ist wohl unstrittig. Ebenso stimme ich zu, dass es es in einer Debatte vorrangig stets darum gehen sollte, wer in der Sache richtig liegt, und nicht darum, wer wann welches Wort verwendet hat und damit wen beleidigt haben könnte. Auch finde ich, dass es erlaubt sein sollte, jede noch so schwachsinnige These vorzutragen, und sei es nur, damit andere sie anschließemd widerlegen können. Die größere Gefahr geht im Zweifel nicht vom Gebrauch der Meinungsfreiheit aus, sondern von ihrer (wie auch immer begründeten) Einschränkung.

    Das Problem an der Gegenbewegung, der tabubrechend daherkommenden Politischen Unkorrektheit, ist jedoch, dass deren Eintreten für Debattierfreiheit oft einhergeht mit dem Bestreben, rechtspopulistischen Positionen gegen inhaltliche Kritik zu immunisieren: Kritik an Sarazzins Thesen? Da ist sie wieder, die Tyrannei der Political Correctness! Zumindest aber wird beim Schmunzeln über politisch-korrekte Wortneuschöpfungen, bzw. Tabus schnell vergessen, dass es dabei durchaus um real-existierende Diskriminieringen geht oder zumindest ging (von denen man selber zum Glück nicht betroffen ist). Es lohnt sich, in diesem Zusammenhang mal einen Blick in Länder zu werfen, in denen es keine Political Correctness gibt: Während wir in Deutschland ernsthaft überlegen, ob man noch "Zigeunerschnitzel" sagen darf, ist es in Ungarn, Italien und Rumänien mittlerweile wieder normal, dass Journalisten und Politiker etablierter (!) Parteien zu Vertreibung, Sterilisation oder 'Auslöschung' der dortigen Roma aufrufen und dass der Mob (bisweilen mit Duldung der Polizei) Jagd auf diese machen. Ungarn ist dabei der extremste Fall. Und das Recht, provozierende Dinge "doch wohl noch sagen zu dürfen" gilt dort selbstredend nur für Ultrakonservative und Neofaschisten; für liberale oder linke Kritiker gibt es in Ungarn ein verschärftes Mediengesetz.



    Recht5extremisten in Ungarn: "Kommt raus, Zigeuner, heute werdet ihr sterben!" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik


    Ungarns Mediengesetz: "Die Nachrichten werden gleichgeschaltet" - ZEIT ONLINE mobil

  8. #77
    Benutzerbild von Lutz

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    AW: Political Correctness - Gestern vs. Heute

    Zitat Zitat von Die Luftgitarre Beitrag anzeigen
    Das Problem an der Gegenbewegung, der tabubrechend daherkommenden Politischen Unkorrektheit, ist jedoch, dass deren Eintreten für Debattierfreiheit oft einhergeht mit dem Bestreben, rechtspopulistischen Positionen gegen inhaltliche Kritik zu immunisieren: Kritik an Sarazzins Thesen? Da ist sie wieder, die Tyrannei der Political Correctness! Zumindest aber wird beim Schmunzeln über politisch-korrekte Wortneuschöpfungen, bzw. Tabis schnell vergessen, dass es dabei durchaus um real-existierende Diskriminieringen geht oder zumindest ging (von denen man selber zum Glück nicht betroffen ist).
    Ein sehr wichtiger Punkt!

  9. #78
    Benutzerbild von PostMortem

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    AW: Political Correctness - Gestern vs. Heute

    Zitat Zitat von Die Luftgitarre Beitrag anzeigen
    Ebenso stimme ich zu, dass es es in einer Debatte vorrangig stets darum gehen sollte, wer in der Sache liegt, und nicht darum, wer wann welches Wort verwendet hat und damit wen beleidigt haben könnte.
    Leider ist das kein gesellschaftlicher Konsens mehr. Seit Jahren wird fast jede eindeutige Wortmeldung oder Kampagne zu einem wichtigen Thema zerredet. Ständig geht es um Arten und Weisen, ganz schnell überhaupt nicht mehr um das eigentliche Thema. Deutschland ist gelähmt und nah an der Unfähigkeit noch heisse Eisen anzupacken.

    Es gibt komischerweise wenige Ausnahmen. Dinge die durch die Verbreitung der Political Correctness gesellschaftlich zumindest an der der Oberfläche Konsens sind (es traut sich ja kaum noch einer offen etwas dagegen zu sagen, um nicht Opfer der Konsequenzen politischer Unkorrektheit zu werden), dürfen auch ohne Argumente und durchaus auch sehr unflätig vertreten werden. Wenn es um pazifistische oder ökologische Themen geht oder um Themen des Tierschutzes oder der Zuwanderung, ist es ungestraft möglich Kritiker ohne ein einziges Argument in höchster Erregung und politisch völlig unkorrekt verbal niederzuschießen. In diesen Fällen heiligt der Zweck noch die Mittel, weil man mit guten Absichten immer Recht hat und Andersenkende zu ihrem Besten quasi entmündigen darf.

  10. #79
    Benutzerbild von Stefan Rammler

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    AW: Political Correctness - Gestern vs. Heute


  11. #80
    Benutzerbild von Lutz

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    AW: Political Correctness - Gestern vs. Heute

    Interessant was man in alten Musik Express (6/1982) so an Leserbriefen findet (und von wem - zukünftige Promis lasen daaamals (TM) also auch die ME ) - folgendes war in den 80s noch ziemlich verpönt:

    -snip-

    Hallo Ihr „Hirnis".

    Nun wird's Zeit, daß ich auch mal einen „Leserbrief" schreibe. Anlaß dieses Briefes ist eigentlich die Kritik(??) von Tom Hospelt zum Levi's Rock Festival. Ich verstehe überhaupt nicht, warum sich Hospelt (der ME) darüber aufregt, daß eine Jeans-Firma ein Konzert sponsert. Ich war am 1. April in Offenbach auf einem Levi's-Konzert gewesen, und es haben mir alle Gruppen, bis auf Extrabreit, sehr gut gefallen. Ich habe es gerne in Kauf genommen, an der Kasse Jeans (und Anti-Ronald-Reagan-Poster(!!!!)) angeboten zu bekommen, dafür aber nur 18,- DM(!!!) Eintritt zu bezahlen und 4 (in Worten: VIER) Stunden Musik zu hören. Von mir aus kann auch eine BH-Firma ein Konzert sponsern; schließlich muß das noch lange nicht heißen, daß ich mir ab
    dann nur noch BH's von der Firma kaufe (abgesehen davon brauche ich auch keine). Ich schließe mich Jörg Hoppes Äußerung an: „Ist doch alles dieselbe Wichse". Schade übrigens, daß Herwig Mitteregger (der eine Superstimme hat) Hospelt keine „gezogen" hat. Übrigens: wer weiß, ob in ein zwei Jahren der ME nicht auch ein Konzert sponsert. Vorausgesetzt, daß es ihn dann noch gibt
    P.S. Schmeißt Steve Lake 'raus!

    Roberto Capelluti

    -snap-


    Roberto Capelluti? Würde mich doch sehr wundern, wenn es sich nicht úm diesen Herren handelt


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