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Popstar 0 Flopstars

Erstellt von Kaylab, 02.12.2003, 15:53 Uhr · 25 Antworten · 1.590 Aufrufe

  1. #11
    Benutzerbild von producer

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    Hallo zusammen,

    ich habe in letzter Zeit mehrere solcher Threads hier gelesen und habe eine Frage dazu.

    Woran liegt es, daß alle diese Diskussionen, die sich mit aktueller Musik oder mit Castingbands/ -interpreten beschäftigen, so ungeheuer emotional geführt werden?

    - Weil sich niemand mehr für "unseren alten Kram" interessiert, obwohl der doch soo viel besser war?

    - Weil es in den 80ern keine hirn- und talentfreien Interpreten gab, sondern nur heutzutage?

    - Weil es zur gleichen Zeit keinen Produzenten gab, der exakt die gleiche Masche 100 Mal durchgezogen hat und sich noch nicht mal die Mühe machte, die Interpreten-Marionetten auszuwechseln?

    - Weil man (mit durchschnittlich 30 - 35 Jahren) nicht selbst entscheiden kann, was man sehen und hören möchte? No Angels-Gehirnwäsche überall? Keine Fluchtmöglichkeiten?

    Frühere Jugendliche haben Elvis Presley, Bill Haley, Peter Kraus, die Rolling Stones etc. vergöttert und konnten es nicht fassen, daß ihre Eltern diese Hottentottenmusik verflucht und verboten haben. Ähnlich dürfte es heute den Fans von Alexander, Brosis, No Angels oder Preluders gehen.

    Um es kurz zu machen, liebe Gemeinde: Meidet am besten die Charts und jegliche kommerzielle Musik, lest ein Buch (ein altes, gutes!) und findet euch mit der Tatsache ab, daß ihr nicht nur langsam alt werdet, sondern zum Teil (zumindest im Kopf) schon alt seid.

    Übrigens: Den bösen Massengeschmack, der heute so energisch verteufelt wird, hatten wir damals genauso. Oder wer hat wohl in den 80ern die Charts mitbestimmt...?

    Freundliche Grüße
    vom producer

  2.  
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  3. #12
    Benutzerbild von bamalama

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    Woran liegt es, daß alle diese Diskussionen, die sich mit aktueller Musik oder mit Castingbands/ -interpreten beschäftigen, so ungeheuer emotional geführt werden?
    vielleicht liegt es daran, dass "damals" z.b.

    - die charts nicht von (billig gemachten) COVERVERSIONEN überflutet wurden...

    - die KÜNSTLER häufig ihr handwerk beherrschten, häufig sogar an den kompositionen oder an der produktion beteiligt waren...

    - die stimmen der interpreten oft etwas unverwechselbares hatten...

    - man interpreten, denen das wort PROBERAUM vertraut ist, den erfolg eher gönnt...

    4 gute gründe, die mir spontan einfallen

  4. #13
    Benutzerbild von DeeTee

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    *mal closelobster und bamalama kräftig zustimm*

    Und auch ich gehöre zu denen, die schon in den frühen 80ern sehr viel Musik aus den späten Sechzigern und den Siebzigern gehört haben. Genau diese Musik finde ich heute noch gut, während ich mit Techno und HipHop und sämtlicher zeitverwandter Grütze kaum was anfangen kann. Ergänzend möchte ich anfügen: ja ich bin musikalisch "alt"; das bemerke ich vor allem derzeit gerade, wo ich mich mit Musik aus der Zeit zwischen 1930 und 1950 beschäftige.

    Grüße!
    DeeTee

  5. #14
    Benutzerbild von producer

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    bamalama postete
    - die charts nicht von (billig gemachten) COVERVERSIONEN überflutet wurden...
    OK, die Coverversionen sind ein Argument. Mir hängt der siebte Aufwasch eines mittelmäßigen Songs, der inzwischen fast 25 Jahre auf dem Buckel hat, auch zum Hals raus. Andererseits ist ein Cover für einen unbekannten Künstler inzwischen fast die einzige Lösung, überhaupt wahrgenommen zu werden und später "eigene" Songs zu veröffentlichen.

    bamalama postete
    - die KÜNSTLER häufig ihr handwerk beherrschten, häufig sogar an den kompositionen oder an der produktion beteiligt waren...

    - die stimmen der interpreten oft etwas unverwechselbares hatten...
    Diese beiden Thesen würde ich gern zusammenfassen. Ich bin fest davon überzeugt, daß solche Künstler auch heute noch an jeder Ecke finden zu können. Aber hier haben sich die Zeiten geändert. Es ist nicht mehr wichtig, gut singen zu können oder gar selbst zu singen (zumindest im deutschen Chartbereich). Das ist wurscht, Hauptsache, du siehst cool aus und bist entweder voll süß oder krass böse. Wen interessiert, ob Interpret X den Song YZ selbst gesungen hat? Niemanden, ist doch nur Wegwerfmusik. Heute cool und morgen vergessen. Natürlich gibt es Ausnahmen, aber die kommen in den seltensten Fällen aus Deutschland...

    Übrigens sind wir Musiksammler heutzutage die Ausnahme. Ich kenne genug Leute, die sich aktuelle Musik auf CDs brennen und die CDs nach spätestens 2 Wochen wegwerfen, sobald es was neues gibt. Was soll man auch mit dem alten, abgelutschten Mist? Wen interessiert (außer uns, und wir wissen ja, warum ), welcher Interpret bei welchem Label in welchem Jahr mit welchem Produzenten unter Mitwirkung welcher Backroundsänger die Platte "Blablabla" aufgenommen hat und warum es davon womöglich 2 unterschiedliche Cover gibt, eins in gelb und eins in irgendwie orange, aber mit einer anderen Bestellnummer? Entweder, der Song ist subjektiv gut, dann wird er gehört - oder er ist Panne, dann wird er gelöscht (ja genau, nicht weggeworfen, sondern gleich wieder deleted). Kennt aus diesem Forum irgendjemand einen Menschen unter 20 Jahren, der seine gekauften CDs katalogisiert? Jemanden, dessen Musikgeschmack weiter reicht als von 1 bis Mittag? Jemanden, der das Original einer Coverversion sucht? Jemand, der bei den ersten Takten dieses Originals dann nicht sagt "Wie beschissen klingt DAS denn!" ...? Ich nicht.

    bamalama postete

    - man interpreten, denen das wort PROBERAUM vertraut ist, den erfolg eher gönnt...
    A-HA!
    Das höre ich fast jede Woche mindestens ein Mal. Und frage mich immer wieder: Warum? Was unterscheidet jemanden mit Talent von jemandem mit Talent, der seinen Hintern nicht hochbekommt? Warum soll jemand besser sein (und das muß er ja, sonst würden wir ihm den Erfolg ja nicht gönnen), nur weil er seit Jahren erfolglos im Keller singt und Gitarre spielt, womöglich textet und komponiert, aber niemals seine Chance ergreift?
    Ist diese Erfolglosigkeit nicht eher ein Zeichen dafür, daß man irgendetwas falsch macht? Warten diese Leute in ihrem Proberaum auf einen zufällig erscheinenden Scout einer Plattenfirma, der gleich einen 3-Alben-Vertrag dabei hat, weil diese Leute jetzt belohnt werden müssen und ja schon soo lange geübt und gespielt haben? Diese Logik wird sich mir nie erschließen. Aber vielleicht kannst du mir ja dabei helfen

    Liebe Grüße
    vom producer

  6. #15
    Benutzerbild von DeeTee

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    @producer:
    Es ist nicht mehr wichtig, gut singen zu können oder gar selbst zu singen (zumindest im deutschen Chartbereich). Das ist wurscht, Hauptsache, du siehst cool aus und bist entweder voll süß oder krass böse. Wen interessiert, ob Interpret X den Song YZ selbst gesungen hat? Niemanden, ist doch nur Wegwerfmusik. Heute cool und morgen vergessen.
    Yepp, und damit liegen sie genau im Trend. Ich hasse Trends!!!

    Grüße!
    DeeTee

  7. #16
    Benutzerbild von bamalama

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    Es ist nicht mehr wichtig, gut singen zu können oder gar selbst zu singen (zumindest im deutschen Chartbereich). Das ist wurscht, Hauptsache, du siehst cool aus und bist entweder voll süß oder krass böse. Wen interessiert, ob Interpret X den Song YZ selbst gesungen hat?
    dann darfst du den leuten aber nicht vorwerfen, dass sie den alten zeiten hinterhertrauern...
    mich z.b. interessiert das aussehen eines künstlers nicht die bohne! vor allem nicht, wenn ich RADIO höre...

    ...aber niemals seine Chance ergreift?
    wie soll die chance denn aussehen? etwa, dass man später von BOHLEN produziert wird/werden muss? oder sollen die "echten" musiker ihr instrument wegwerfen, nur um irgendwelchen choreographen zu gefallen???

  8. #17
    Benutzerbild von producer

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    DeeTee postete
    ja ich bin musikalisch "alt"; das bemerke ich vor allem derzeit gerade, wo ich mich mit Musik aus der Zeit zwischen 1930 und 1950 beschäftige.
    Ich bin ehrlich beeindruckt! Ich habe einen relativ großen Bekanntenkreis (in dem sich sogar ein paar Jazz- und Klassikhörer tummeln), aber jemanden mit einer solchen Bandbreite zu finden, ist heute nicht wirklich einfach.

    Deshalb würde mich umso mehr deine Meinung zu folgender Aussage interessieren:
    "Es gibt keine gute oder schlechte Musik. Es ist die rein subjektive Selektion des Rezipienten, was er für sich als akzeptabel bestimmt."

    Gibt es womöglich gar keine "Technogrütze" und keinen "HipHop-Mist"? Und wer entscheidet denn nun, welche Musik letztendlich gut ist - und welche nicht? Das Fernsehen, das Radio, die Internet-Community, die Clique (gibt´s den Begriff überhaupt noch ), die Charts, die Nachbarn, die Freunde, Kritiker von Edel-Musikmagazinen...?

    Und wir haben immer noch nicht geklärt, warum diese Musikdiskussionen viele User hier so aufwühlen und ihnen denn Tollwutschaum ins Gesicht treiben. Bei politischen Themen könnte ich das ja vielleicht noch verstehen, aber bei Musik? Ist das nicht genauso als würde man aktuelle Charts über Farben erstellen, und alle, die orange und hellgrün gut finden, haben eh keine Ahnung, weil nur blau die totale Erfüllung ist?

    Freundliche Grüße
    vom producer

  9. #18
    Benutzerbild von producer

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    bamalama postete
    dann darfst du den leuten aber nicht vorwerfen, dass sie den alten zeiten hinterhertrauern...
    Das tue ich doch auch gar nicht. Wenn überhaupt, werfe ich jemandem vor, jemandem vorzuwerfen, nicht den alten Zeiten nachzutrauen und sie einfach zu ignorieren. Obwohl die Zeiten, die Musik und die Künstler doch soviel besser waren... Ist das vielleicht der Grund für die aufklingende Wut - es gibt soviel Gutes, das wir kennen, aber außer uns erkennt es niemand? Und noch schlimmer, niemandem fehlt eine bessere Qualität, eine originellere Idee, ein ausgefeiltes Arrangement?

    bamalama postete
    wie soll die chance denn aussehen? etwa, dass man später von BOHLEN produziert wird/werden muss? oder sollen die "echten" musiker ihr instrument wegwerfen, nur um irgendwelchen choreographen zu gefallen???
    Der Umkehrschluß liegt doch auf der Hand, oder? Letztendlich entscheidet natürlich jeder für sich. Wir müssen hier nicht über Dieter Bohlen diskutieren, es gibt wohl locker tausend andere, die den reinen Herstellungsprozeß übernehmen könnten. Dieter weiß allerdings zusätzlich, wie man in den Markt kommt und wie man sich dort über lange Zeit auch behauptet.

    Also gibt es (mindestens) 2 Möglichkeiten: Den Dieter verhöhnen, blöd finden und weiter im stillen Kämmerlein Blockflöte spielen (damit kann man am Heiligabend auch prima die Oma beeindrucken und echt glücklich machen)
    oder
    Erfolgreich Musik machen, Geld, Weiber, dicke Autos, SenatorCard, Ruhm und Fernsehshows.

    Kein erfolgreicher Musiker macht Musik aus reiner Nächstenliebe. Sie tun es alle für Geld. Das ist sicher kein Geheimnis, aber ich dachte, ein neuerlicher Hinweis darauf könnte nicht schaden. Kann man es den Billigproduzenten übel nehmen, wenn sie im Auftrag der Plattenfirmen billige Plastikdancemucke zusammenklatschen, wenn es doch so unendlich viele Dumme gibt, die den Kram toll finden und kaufen?

    Liebe Grüße
    vom producer
    (nein, ich mache solche jobs nicht! )

  10. #19
    Benutzerbild von falkenberg

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    producer postete
    Andererseits ist ein Cover für einen unbekannten Künstler inzwischen fast die einzige Lösung, überhaupt wahrgenommen zu werden und später "eigene" Songs zu veröffentlichen.
    Was heißt denn "wahrgenommen werden"? Wenn man es darauf anlegt, in die Charts zu kommen, muss man sich natürlich den Spielregeln der maßgeblichen Plattenfirmen unterwerfen. Es gibt massenhaft Musikschaffende, die genau das gar nicht erst versuchen. Das, was die Independent-Labels und ihre Bands rausbringen, wird größtenteils nach Deinen Maßstäben überhaupt nicht "wahrgenommen". Und trotzdem ist es da, und es gibt viele Leute (nur eben eine Minderheit), denen das sehr wichtig ist. Und die finden dann auch heute noch Musik, die selbstgemacht und kein bisschen gecovert ist. Siehe hierzu auch meinen letzten Beitrag.

    producer postete
    Wen interessiert, ob Interpret X den Song YZ selbst gesungen hat? Niemanden, ist doch nur Wegwerfmusik. Heute cool und morgen vergessen.
    Das war in den 70ern und 80ern kein bisschen anders. Da verkaufte sich Musik auch nur, wenn die Leute Auftritte im Fernsehen hatten.

    producer postete
    Übrigens sind wir Musiksammler heutzutage die Ausnahme. Ich kenne genug Leute, die sich aktuelle Musik auf CDs brennen und die CDs nach spätestens 2 Wochen wegwerfen, sobald es was neues gibt. Was soll man auch mit dem alten, abgelutschten Mist?
    Das ist der Übermut der Jugend. Lass sie doch.

    producer postete
    Wen interessiert (außer uns, und wir wissen ja, warum ), welcher Interpret bei welchem Label in welchem Jahr mit welchem Produzenten unter Mitwirkung welcher Backroundsänger die Platte "Blablabla" aufgenommen hat und warum es davon womöglich 2 unterschiedliche Cover gibt, eins in gelb und eins in irgendwie orange, aber mit einer anderen Bestellnummer? Entweder, der Song ist subjektiv gut, dann wird er gehört - oder er ist Panne, dann wird er gelöscht (ja genau, nicht weggeworfen, sondern gleich wieder deleted). Kennt aus diesem Forum irgendjemand einen Menschen unter 20 Jahren, der seine gekauften CDs katalogisiert? Jemanden, dessen Musikgeschmack weiter reicht als von 1 bis Mittag? Jemanden, der das Original einer Coverversion sucht? Jemand, der bei den ersten Takten dieses Originals dann nicht sagt "Wie beschissen klingt DAS denn!" ...? Ich nicht.
    Und was hast Du mit 20 Jahren gemacht?

  11. #20
    Benutzerbild von producer

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    falkenberg postete
    Das, was die Independent-Labels und ihre Bands rausbringen, wird größtenteils nach Deinen Maßstäben überhaupt nicht "wahrgenommen". Und trotzdem ist es da, und es gibt viele Leute (nur eben eine Minderheit), denen das sehr wichtig ist. Und die finden dann auch heute noch Musik, die selbstgemacht und kein bisschen gecovert ist.
    Isch weiß.
    Aber hier ging es ja (nicht nur in diesem Thread) um die Charts und die aktuelle Musik und wie furchtbar alles ist. Ich liebe diese von dir angesprochene Minderheit, aber sie findet nicht in den Charts statt.

    Und was hast Du mit 20 Jahren gemacht?
    Platten gekauft und MCs überspielt.
    Worum es mir ging war aufzuzeigen, welchen Wert aktuelle Chartmusik zur Zeit hat. Und wie unterschiedlich Musik in verschiedenen Altersgruppen geschätzt und wahrgenommen wird. Es hilft nichts, sich darüber zu beklagen, daß die Charts völlig verkommen und vorzugsweise nur noch von Dieter B. bestritten werden, weil diese "Hitparade" nicht von Leuten unserer Altersgruppe bestimmt werden. Die Käufer dieser Musik finden sie toll. Aber "unsere Zeit" ist vorbei...

    Wir haben nur einen kleinen Trost. In weiteren 20 Jahren wird sich die heutige Generation lauthals darüber beschweren, wie furchtbar die Chart-Musik ist.

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