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Pragmatische Ansätze zum Klimaschutz...

Erstellt von PostMortem, 15.03.2007, 22:43 Uhr · 10 Antworten · 1.247 Aufrufe

  1. #1
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    Pragmatische Ansätze zum Klimaschutz...

    ... sind selten, aber nicht unbedingt falsch:

    "Drei Jahre lang haben Experten des renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT) Daten zusammengetragen [...] Ihr Urteil über die Zukunft des Schwarzen Goldes ist eindeutig: Selbst in einer Zukunft mit gesetzlich eingeschränktem CO2-Ausstoß werde die Kohle keine kleinere, sondern eher eine noch größere Rolle spielen als heute.[...]Die Energiewirtschaft sei deshalb ein technologischer Kraftakt: Es müssten kurzfristig Verfahren entwickelt werden, um Kohlendioxid aus den Abgasen der Kohlekraftwerke herauszulösen und sicher zu lagern


    http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...471930,00.html

    UND

    Die Botschaft, die ich vermitteln will, ist ja genau die: Wir sind gar nicht gegen große Geländewagen, auch wenn wir die Umwelt schützen wollen. Wir sollten vielmehr die Technologie entwickeln, um die Treibhausgase zu reduzieren. Darum geht es und nicht um die Größe des Autos. Wir müssen einfach das Auto umgestalten.

    http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,470995,00.html

    Ich frage mich, warum es hier in Deutschland unmöglich ist solch pragmatische Ansätze zum Klimaschutz zu finden. Hier geht es eigentlich immer mehr um ideologisch motivierte Symbolpolitik und -kampagnen. "Gute" Klein-Klein-Windmühlen vs. "böse" großindustrielle Kraftwerke und "gute" Smarts gegen "böse" E-Klassen. Und das schlimme daran ist nicht der mangelnde Pragmatismus und mangelndes Austarieren mit verschiedenen Aspekten neben dem Umweltschutzgedanken, sondern die Verlogenheit und Doppelmoral dabei:

    In Umfragen sind die Deutschen mit großer Mehrheit für Ökostrom aus Sonne und Wind. Etwas anderes ist es, wenn Wind- oder Solarparks direkt vor der eigenen Tür gebaut werden. Lokale Bürgerinitiativen bremsen das Wachstum der Branche.

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,471472,00.html

    Es wäre doch schön, wenn die Aufgeregtheit und das Symbolische aus der Debatte langsam mal verschwindet und die meinungsbildenden Umweltschützer hierzulande auch langsam aus der Ecke der Technikfeindlichkeit rauskommen. Darüber ob Offshore-Windparks besser sind als CO2-Verflüssigung und ob guter Umweltschutz nur der ist, der auf Verzicht und Selbstbeschränkung (=technologische Rückentwicklung des Menschen) basiert, sollte jedenfalls bei Zeiten noch zu Reden sein.

    Haben die pragmatischen Ansätze aufgrund des typisch menschlichen Verhaltens "Öko ja - nur nicht bei mir", nicht die besseren Chancen auf tatsächliche Realisierung?

    PM

  2.  
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  3. #2
    Benutzerbild von bubu

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    PM, drei Gründe gegen die CO2-Sequestrierung:

    1. Technologie noch in der Erprobung - keine Erfahrungswerte
    2. Für Deutschland keine langfristige Option, weil zu wenige geeignete Lagerstätten vorhanden
    3. Schlicht unrentabel. Der Wirkungsgrad sinkt, der so erzeugte Strom ist nicht mehr billiger als der von regenerativ erzeugten Quellen.

    Beschäftige dich mal lieber mit Projekten wie DESERTEC http://www.trecers.net/concept.html

    Das hat Zukunft, ist jetzt schon technisch realisierbar, ist finanzierbar, könnte das globale Energieproblem lösen. Es fehlt schlicht der politische Wille

  4. #3
    Benutzerbild von PostMortem

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    Zitat Zitat von bubu Beitrag anzeigen
    PM, drei Gründe gegen die CO2-Sequestrierung:

    1. Technologie noch in der Erprobung - keine Erfahrungswerte
    Das wäre auch ein "prima" Grund noch auf Bäumen zu wohnen und auf allen Vieren zu kriechen Wahr ist aber doch, dass Vattenfall 2008 das erste Kraftwerk dieser Art in Deutschland fertig haben wird (was BUND & Co davon halten weiss ich, die sind gegenüber großindustrieller Energieerzeugung traditionell aber auch nicht gerade objektiv) und RWE gerade dieser Tage seinen verbindlichen Termin genannt hat: 2014 soll ein Kohlekraftwerk mit CO2-Sequestrierung stehen. BP und Shell sind auch bereits bei der Umsetzung, BP baut beispielsweise in Algerien.

    2. Für Deutschland keine langfristige Option, weil zu wenige geeignete Lagerstätten vorhanden
    Ein beliebtes Argument über das man streiten könnte, da BUND & Co bei der Berechnung der verfügbaren Lagerstätten wegen Voreingenommenheit wie immer sehr pessimistisch und sparsam vorgehen... Aber da wir in Deutschland die weltweite Begrenzung des CO2-Ausstoßes sowieso kaum beeinflussen, wäre es lächerlich darüber zu streiten (die Praxis wird eh bald zeigen, dass die Lager nicht so endlich sind und wir nicht alle ersticken müssen). In China gehen jede Woche Kohlekraftwerke ans Netz, die jeweils mehrere Millionen Tonnen CO2 ausstoßen. Wir könnten hier auch alle Kohlekraftwerke komplett abschalten und gerade soviel CO2 einsparen wie in China jährlich zusätzlich ans Netz geht. Die Frage ist also nichtmal so sehr, ob wir hier CO2 einlagern können, sondern ob es die Chinesen und Amerikaner können. Die werden von der Kohle nämlich nicht lassen und wenn alle deutschen Windmühlen-Fanatiker von Burger King bis China-iPod alles boykottieren würden. Dieser Realität muss man sich einfach mal stellen und mit perfekten Öko-Träumen aufhören. Denn perfekt geträumt und über 50 Jahre nur besser gewusst ist immer noch weniger praktischer Umweltschutz als typisch menschlich "fehlerhaften" Umweltschutz wirklich umzusetzen.

    3. Schlicht unrentabel. Der Wirkungsgrad sinkt, der so erzeugte Strom ist nicht mehr billiger als der von regenerativ erzeugten Quellen.
    Das wird von Umweltschutz-Propaganda-Organen doch völlig übertrieben dargestellt. Die Unternehmen die jetzt an diese Sache rangehen hängen doch nicht an Kohleverstromung sondern am Reibach machen. Wenn sich mit anderer Energiegewinnung mehr Geld verdienen ließe, wäre die "böse geldgierige" Industrie doch der erste der die Kohle begräbt. Solche ideologischen und stets unter pessimistischsten Annahmen verbreiteten Verdächtigungen können doch nur von Interessenvertretern kommen, die selbst ideologisch an die Sache herangehen und einen Krieg "David gegen Goliath" aus allem machen. Die Energieerzeuger selbst gehen bei den ersten Kraftwerken von ca. 15% Wirkungsgrad-Verlust aus, die Umweltverbände von 50%. Ob das derjenige schlechter beurteilen kann, der erst ne' Milliarde fürs Kraftwerk ausgibt und damit dick Geld verdienen will oder derjenige es besser beurteilen kann der einfach nur dagegen ist, kann jeder für sich selbst beurteilen.

    Beschäftige dich mal lieber mit Projekten wie DESERTEC http://www.trecers.net/concept.html
    Das hat Zukunft, ist jetzt schon technisch realisierbar, ist finanzierbar, könnte das globale Energieproblem lösen. Es fehlt schlicht der politische Wille
    Hast Du das aus der 96seitigen Greanpeace-Postille aufgeschnappt, der auf Seite 71/rechts außer unbelegten Zweifeln schon kaum was greifbares gegen moderne KKWs einfällt?

    Es hatte wohl schon seinen Grund, dass die Trecers erst jetzt im "Klimagipfel" so richtig für die Öffentlichkeit ausgegraben wurden, erinnert das Vorhaben doch irgendwie an das in den 1940ern und 1950ern bereits fatal gescheiterte Atlantropa Hermann Sörgels

    Aber ok, Deutschland redet sich seit mehreren Jahren jedes Jahr im Winter die Köppe über die Sicherheit und Abhängikeit in der Energieversorgung heiss und manche wollen unsere gesamte Stromerzeugung in arabische Staaten Afrikas verlagern (was die rund 200.000 Arbeitnehmer in der deutschen Energiewirtschaft dazu sagen fragen wir erst gar nicht, die genießen dann bei Hartz IV und "Wüstenstrom" einfach n' "prima Klima"), nur weil die Solarzelle erfunden ist und man bis 2050 in einer Wüste rechnerisch mal eben einen Teppich davon ausrollen könnte.

    Aber wenn intelligente Menschen wie Du daran etwas finden, irre ich mich ja vielleicht. Ich kanns mir nur nicht vorstellen und sehe andere Maßnahmen für realistischer und besser zu realisieren an.

    PM

  5. #4
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    Ich wiederhole mich - du solltest aufhören, in den alten Fronten zu denken. Das sind keine Argumente von BUND & Co. oder irgendwelchen anderen Öko-Heinis. Die Unrentabilität der CO2-Sequestrierung wird dir u.a. auch von Wissenschaftlern des Wuppertal Institutes für Klima, Umwelt und Energie bescheinigt. Und auch andere Wissenschaftler sind eher vorsichtig - man weiß einfach noch nicht, wie flüssiges CO2 von den Gesteinsporen aufgenommen wird und ob es tatsächlich unter der Erde bleibt. Das CO2SINK-Pilotprojekt, das all diese Fragen klären soll, ist doch gerade erst einmal angelaufen...

    Natürlich sollte man aufgeschlossen für neue Technologien sein. Doch wundert es mich, dass mit diesem Argument - neue, noch nicht ausreichend erprobte Technologie - stets gegen Solarenergie und Co. argumentiert wird. Nun aber meinen große Energiekonzerne auf noch völlig unausgegorene zu setzen. Geh du doch nicht auch noch deren Lobbyismus auf den Leim. Das ist doch reines Besitzstandswahren. Die CO2-Sequestrierung wird als Heilstechnologie angepriesen, damit Vattenfall und Co. hier mit politischer Unterstützung und am besten noch mit großzügigen Steuersubventionen Pilot-Kraftwerke bauen können, von denen sie genau wissen, dass sie für Deutschland keine Option sind. Darum geht's auch gar nicht. Sie wollen sie nämlich hier nur erproben, zur Marktreife bringen und dann an die Chinesen verticken. Das ist der Punkt. Denn - da hast du in der Tat recht - China wird auch auf seine großen Kohlevorkommen als Energiestandbein setzen. Dennoch liest man auch immer wieder hoffnungsvoll stimmende Artikel, dass die Chinesen durchaus starkes Interesse an regenerativen Energiegewinnungstechnologien zeigen - unter anderem auch deutsche Solartechnologie. So doof sind die nämlich nicht, dass sie nicht wüssten, welche ökologische Milchmädchenrechnung sie sonst aufstellten.

    Das Desertec-Projekt habe ich nicht aus dem Greenpeace-Energiekonzept. Ich habe selbst mit einem der verantwortlichen Planer auf einem Kongress, wo er es ausführlich vorgestellt hat, darüber gesprochen. Das war alles andere als ein Öko-Spinner. Die Kraftwerke sind mit heutiger Technologie realisierbar - sind es auch schon, in Kalifornien steht meines Wissens schon eins, in Gaza wird jetzt eins gebaut. Das tolle ist, dass du sie zugleich auch zur Meerwasserentsalzung nutzen kannst, sprich "nebenbei" wird noch Trinkwasser erzeugt. Das einzige Problem - was aber ein politisches ist - ist, die Aufsicht über die Netze und die Stromverteilung so zu regeln, dass keine neuen Monopole entstehen.

  6. #5
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    Zitat Zitat von bubu Beitrag anzeigen
    Ich wiederhole mich - du solltest aufhören, in den alten Fronten zu denken. Das sind keine Argumente von BUND & Co. oder irgendwelchen anderen Öko-Heinis.
    Solange eben vor allem die Umweltverbände mit den von mir kritisierten einseitigen, meist technikfeindlichen Argumenten die öffentlichen Debatte hauptsächlich beherrschen, kann ich mir das ja nun nicht aussuchen.

    Die Unrentabilität der CO2-Sequestrierung wird dir u.a. auch von Wissenschaftlern des Wuppertal Institutes für Klima, Umwelt und Energie bescheinigt. Und auch andere Wissenschaftler sind eher vorsichtig...
    Das ist ja das tolle an Wissenschaftlern: Sie sind trotz hohen Niveaus ihrer Erkenntnisse immer noch unterschiedlicher Meinung und setzen sich wissenschaftlich damit auseinander. Wuppertal ist deshalb auch nicht die Welt, sondern Wuppertal hat kompetente Wissenschaftler die einen sicher von der Richtigkeit ihrer Sicht überzeugen können. Deshalb muss das aber nicht Stand der Wissenschaft an anderen Orten sein bzw. am Ende nicht der Weisheit letzter Schluss. Das weisst Du aber auch.

    Geh du doch nicht auch noch deren Lobbyismus auf den Leim. Das ist doch reines Besitzstandswahren.
    Das riecht ja nun wieder genau nach der "Front" in der ich nicht denken soll: Die typische Vermischung ökologischer Ideologie mit dem Kampf gegen das "böse" Großkapital... aber hauptsache ich denke nicht in Fronten Und eins kann auch nicht immer sein: Wer mal einer Meinung mit der Industrie ist, sollte nicht immer reflexartig damit konfrontiert werden ihr auf den Leim gegangen zu sein.

    Die CO2-Sequestrierung wird als Heilstechnologie angepriesen, damit Vattenfall und Co. hier mit politischer Unterstützung und am besten noch mit großzügigen Steuersubventionen Pilot-Kraftwerke bauen können
    Subventionen bekommen sie doch alle, auch die Windpark-Mogule.

    Sie wollen sie nämlich hier nur erproben, zur Marktreife bringen und dann an die Chinesen verticken. Das ist der Punkt. Denn - da hast du in der Tat recht - China wird auch auf seine großen Kohlevorkommen als Energiestandbein setzen.
    Das ist es doch was wir hier in Deutschland wollen oder nicht? Unsere Spitzentechnologie für die ganze Welt, weiter Exportweltmeister sein, weniger Arbeitslose usw. Mit den gleichen Argumenten sollen doch regenerative Energien blühen.

    Dennoch liest man auch immer wieder hoffnungsvoll stimmende Artikel, dass die Chinesen durchaus starkes Interesse an regenerativen Energiegewinnungstechnologien zeigen - unter anderem auch deutsche Solartechnologie.
    Ja eben und gegen regenrative Energien pöbelt ja auch kaum einer, im Gegenteil steht fest das sie bald 20% am Mix ausmachen sollen. Umgekehrt wird aber gegen andere Technologien immer geketzert, nur weil ein RWE oder EON daran verdienen könnte und weil bisher noch keiner so ein Kraftwerk gebaut hat...

    PM

  7. #6
    Benutzerbild von bubu

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    Zitat Zitat von PostMortem Beitrag anzeigen
    Solange eben vor allem die Umweltverbände mit den von mir kritisierten einseitigen, meist technikfeindlichen Argumenten die öffentlichen Debatte hauptsächlich beherrschen, kann ich mir das ja nun nicht aussuchen. PM
    Also mittlerweile hat die Diskussion doch nun wirklich den Mainstream erreicht...

    Zitat Zitat von PostMortem Beitrag anzeigen
    Das ist ja das tolle an Wissenschaftlern: Sie sind trotz hohen Niveaus ihrer Erkenntnisse immer noch unterschiedlicher Meinung und setzen sich wissenschaftlich damit auseinander. Wuppertal ist deshalb auch nicht die Welt, sondern Wuppertal hat kompetente Wissenschaftler die einen sicher von der Richtigkeit ihrer Sicht überzeugen können. Deshalb muss das aber nicht Stand der Wissenschaft an anderen Orten sein bzw. am Ende nicht der Weisheit letzter Schluss. Das weisst Du aber auch. PM
    Pars pro toto - das sagt auch das PIK und andere. Nenn mir doch mal lieber einen Wissenschaftler, der voll hinter der CO2-Sequestrierung steht und bescheinigt, dass das das große Ding der Zukunft ist?

    Zitat Zitat von PostMortem Beitrag anzeigen
    Das riecht ja nun wieder genau nach der "Front" in der ich nicht denken soll: Die typische Vermischung ökologischer Ideologie mit dem Kampf gegen das "böse" Großkapital... aber hauptsache ich denke nicht in Fronten Und eins kann auch nicht immer sein: Wer mal einer Meinung mit der Industrie ist, sollte nicht immer reflexartig damit konfrontiert werden ihr auf den Leim gegangen zu sein. PM
    Naja, komm. Es ist doch so offensichtlich, was da läuft. Und mal abgesehen davon, dass sich die Energiekonzerne in den letzten Jahren nun wirklich nicht gerade mit Ruhm und Verbraucherfreundlichkeit bekleckert haben. Ich sage nur Strom- und Gaspreisabzocke. Wer um Vertrauen wirbt, darf es halt auch nicht verspielen.

    Zitat Zitat von PostMortem Beitrag anzeigen
    Subventionen bekommen sie doch alle, auch die Windpark-Mogule. PM
    Die schaffen aber auch wirklich Arbeitsplätze und tun nicht nur so.

    Zitat Zitat von PostMortem Beitrag anzeigen
    Das ist es doch was wir hier in Deutschland wollen oder nicht? Unsere Spitzentechnologie für die ganze Welt, weiter Exportweltmeister sein, weniger Arbeitslose usw. Mit den gleichen Argumenten sollen doch regenerative Energien blühen. PM
    Äh, ich dachte wir wollen a) ein zukunftsfähiges Energiekonzept, mit dem wir die angestrebten CO2-Ziele erreichen und b) ... Arbeitsplätze?

    Zitat Zitat von PostMortem Beitrag anzeigen
    Ja eben und gegen regenrative Energien pöbelt ja auch kaum einer, im Gegenteil steht fest das sie bald 20% am Mix ausmachen sollen. Umgekehrt wird aber gegen andere Technologien immer geketzert, nur weil ein RWE oder EON daran verdienen könnte und weil bisher noch keiner so ein Kraftwerk gebaut hat... PM
    Ich frage mich einfach, warum die großen Energiekonzerne sich so dinomäßig unflexibel verhalten. Statt in offensichtlich viel innovativere und unbelastetere Technologien zu investieren und sich damit zukunftssicher aufzustellen (und nebenbei auch noch sein Image aufzupolieren!), wird lieber eine enorme Kohle in Sackgassentechnik geballert. Wer so bescheuert wirtschaftet, hat's nicht anders verdient als voll auf die Fresse zu fliegen! Schade nur um die Leute, die es werden ausbaden müssen: die Arbeitnehmer.


    Ist das hier eigentlich PMs und mein Privatthread???

  8. #7
    Benutzerbild von PostMortem

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    Zitat Zitat von bubu Beitrag anzeigen
    Also mittlerweile hat die Diskussion doch nun wirklich den Mainstream erreicht...
    Hat sie! Leider ist für die breite Masse der Menschen aber doch die Informationsquellenlage sehr einseitig: Greenpeace, BUND und Co. genießen hohes Ansehen und werden dementsprechend als Informationsquelle gerne angenommen. Dabei ist doch aber nun wirklich so, dass die Infos dort schon sehr vorgefiltert und tendenziell gestreut werden. Man muss sich doch nur mal die Online-Ticker von den bekannten Organisationen anschauen, da wird sich wegen jedem Phyrrussieg gegen einen Konzern (vorzugsweise Airbus, RWE Power usw.) absolut unsachlich selbst inszeniert. Es sind auch solche Aktionen die ich einfach nur blindwütig, unkonstruktiv und rein auf Konfrontation aus finde. Das ist nicht "zielführend" wie man heute so "schön" sagt.

    Pars pro toto - das sagt auch das PIK und andere. Nenn mir doch mal lieber einen Wissenschaftler, der voll hinter der CO2-Sequestrierung steht und bescheinigt, dass das das große Ding der Zukunft ist?
    Das habe ich doch im Ausgangspost Das MIT wird gegen Wuppertal jawohl ankommen oder?

    Naja, komm. Es ist doch so offensichtlich, was da läuft. Und mal abgesehen davon, dass sich die Energiekonzerne in den letzten Jahren nun wirklich nicht gerade mit Ruhm und Verbraucherfreundlichkeit bekleckert haben. Ich sage nur Strom- und Gaspreisabzocke. Wer um Vertrauen wirbt, darf es halt auch nicht verspielen.
    Das ist wahr! Aber so ist das bei allen Oligopolen. Letztendlich hege ich dafür aber sogar eine gewisse Sympathie, auch wenn Du das vermutlich bescheuert finden wirst. Diese ganze Preisdrückerei, Reguliererei und Marktliberalisierung in allen Bereichen von Post über Telekommunikation bis Energie führt immer nur zu Arbeitsplatzabbau und Verminderung der Servicequalität. Am Ende zahlst Du halt fürs Produkt weniger, finanzierst aber die Arbeitslosen über die Sozialsysteme, zahlst für jeden Mist extra und erreichst keinen mehr wenn Du mal was brauchst, kannst ja ein Formular im Internet ausfüllen.

    Ich frage mich einfach, warum die großen Energiekonzerne sich so dinomäßig unflexibel verhalten. Statt in offensichtlich viel innovativere und unbelastetere Technologien zu investieren und sich damit zukunftssicher aufzustellen (und nebenbei auch noch sein Image aufzupolieren!), wird lieber eine enorme Kohle in Sackgassentechnik geballert.
    Beim Thema Sackgassentechnik werden wir uns wohl nicht einig, aber was das Verhalten der Konzerne bezgl. regenerativer Energie angeht, ist doch derzeit eher das Gegenteil der Fall: Die Konzerne investieren in "neue Energien" und es ist auch keinem Recht:

    Die erneuerbaren Energien haben ein großes Potential", so spricht schwärmerisch Oliver Weinmann über Ökostrom. Schon in den nächsten Jahren könnten in Deutschland Windräder mit einer Leistung von insgesamt 25.000 Megawatt ans Netz gehen - so viel wie 25 Kernkraftwerke. "Da lässt sich richtig Geld verdienen." Der begeisterte Ökostrom-Fan Weinmann ist kein Umweltlobbyist, sondern Manager beim drittgrößten deutschen Energiekonzern Vattenfall Europe.

    [...]
    Dass sich die Konzerne auf diesen Markt stürzen, freut allerdings nicht jeden. Schließlich ist die Ökobranche bisher stark mittelständisch geprägt - und die Großen haben den Kleinen oft genug Steine in den Weg gelegt. Vor allem wenn es darum geht, Windräder an das Stromnetz anzuschließen, gibt es regelmäßig Knatsch.

    http://www.mercur.org/?p=6470&l=0

    Ist das hier eigentlich PMs und mein Privatthread???
    Ich denke mal, dass geht auf meine Kappe. Eigentlich ist das hier vermutlich nicht das Forum für solche Diskussionen bzw. "Streitgespräche". Aber lieber hier "nur" mit einem wie Dir gerungen und was aus der Diskussion mitgenommen, als anderswo mit 20 pubertierenden Spinnern und 5 Alt-Nazis rumgeärgert Ausserdem gucken ja anscheinend immerhin einige zu....

    PM

  9. #8
    Benutzerbild von frasier

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    Zitat Zitat von PostMortem Beitrag anzeigen

    Das ist wahr! Aber so ist das bei allen Oligopolen. Letztendlich hege ich dafür aber sogar eine gewisse Sympathie, auch wenn Du das vermutlich bescheuert finden wirst. Diese ganze Preisdrückerei, Reguliererei und Marktliberalisierung in allen Bereichen von Post über Telekommunikation bis Energie führt immer nur zu Arbeitsplatzabbau und Verminderung der Servicequalität. Am Ende zahlst Du halt fürs Produkt weniger, finanzierst aber die Arbeitslosen über die Sozialsysteme, zahlst für jeden Mist extra und erreichst keinen mehr wenn Du mal was brauchst, kannst ja ein Formular im Internet ausfüllen.


    Ja, so sehen Sozialisten die Welt, Hauptsache kein Wettbewerb. Am besten eine ganz hohe Mauer um Deutschland bauen und nur noch Binnenmarkt, Binnenmarkt, Binnenmarkt.

    Dazu noch hohe Mindestlöhne oder noch besser Mindestpreise für alles, damit erst garkeine Konkurrenz aufkommt. Planwirtschaft eben.

    Hauptsache es muss niemand mehr Angst haben, im Wettbewerb eventuell nicht mithalten zu können. Dafür verzichtet man doch gern auf technischen Fortschritt, Wahlfreiheit, Produktivitätszuwächse und damit Einkommenszuwächse.

    "Wer Sicherheit der Freiheit vorzieht ist zurecht ein Sklave." fällt mir dazu ein.

    Jetzt fehlt bloß noch, daß Linksradikale wie Du den Grünen Marktradikalismus vorwerfen, na das dauert nicht mehr lange.


    Was das Oligopol betrifft stört mich das im Moment nicht, fördern sie doch mit ihren hohen Preisen die erneuerbaren Energieträger. So treiben sie mit ihrer Gier viele Verbraucher zu reinen Ökostromanbietern wie Lichtblick.de, die noch nichtmal teuer sind.

    Das muss ein richtiger Energiemarkt werden und der wird auch kommen, mit vielen kleinen dezentralen Anbietern, sei es Windkraft, Solarstrom, Biomassse und Erdwärme. Und öffentlichem Netz, ganz wichtig.

    Auch wenn ich wirklich kein Freund der SPD bin, aber in dem Bereich hat sie viel von den Grünen gelernt, mal sehen wie lange Union und FDP noch dafür brauchen.

  10. #9
    Mumie
    Benutzerbild von Mumie
    Zitat Zitat von frasier Beitrag anzeigen


    Ja, so sehen Sozialisten die Welt, Hauptsache kein Wettbewerb. Am besten eine ganz hohe Mauer um Deutschland bauen und nur noch Binnenmarkt, Binnenmarkt, Binnenmarkt.

    Dazu noch hohe Mindestlöhne oder noch besser Mindestpreise für alles, damit erst garkeine Konkurrenz aufkommt. Planwirtschaft eben.

    Hauptsache es muss niemand mehr Angst haben, im Wettbewerb eventuell nicht mithalten zu können. Dafür verzichtet man doch gern auf technischen Fortschritt, Wahlfreiheit, Produktivitätszuwächse und damit Einkommenszuwächse.

    "Wer Sicherheit der Freiheit vorzieht ist zurecht ein Sklave." fällt mir dazu ein.

    Zum Teil stimme ich dir zu,aber ist die komplette Globalisierung,die Lösung?
    Momentan schaut es so aus das wir(damit meine ich die Arbeitnehmer global) weltweit gegeneinander ausgespielt werden(d.h die meisten AN,immer mehr zu Hungerlöhnen arbeiten) und die Globalplayer die fetten Gewinne dabei einfahren!

  11. #10
    Benutzerbild von DeeTee

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    Daumen runter

    Zitat Zitat von frasier Beitrag anzeigen
    Ja, so sehen Sozialisten die Welt, Hauptsache kein Wettbewerb. Am besten eine ganz hohe Mauer um Deutschland bauen und nur noch Binnenmarkt, Binnenmarkt, Binnenmarkt.
    Dazu noch hohe Mindestlöhne oder noch besser Mindestpreise für alles, damit erst garkeine Konkurrenz aufkommt. Planwirtschaft eben.
    Hauptsache es muss niemand mehr Angst haben, im Wettbewerb eventuell nicht mithalten zu können. Dafür verzichtet man doch gern auf technischen Fortschritt, Wahlfreiheit, Produktivitätszuwächse und damit Einkommenszuwächse.
    "Wer Sicherheit der Freiheit vorzieht ist zurecht ein Sklave." fällt mir dazu ein.
    Oh mann, da platzt mir aber echt die Ader.
    Dein achso wirtschaftsliberales Weltbild ist offensichtlich eine unreflektierte Mischung aus ökonomisch verbrämten Machiavellismus plus ein wenig als Chancengerechtigkeit getarntem Sozialdarwinismus.

    Jetzt fehlt bloß noch, daß Linksradikale wie Du ...
    *rofl* Ausgerechnet P.M. ein "Linksradikaler"?!

    Was das Oligopol betrifft stört mich das im Moment nicht, fördern sie doch mit ihren hohen Preisen die erneuerbaren Energieträger. So treiben sie mit ihrer Gier viele Verbraucher zu reinen Ökostromanbietern wie Lichtblick.de, die noch nichtmal teuer sind.
    Ohne staatliche Förderung und Schutz der mittelständischen Anbieter alternativer Energiekonzepte, gäbe es diese gar nicht. Die oligarchische Kapitalisierung würde sie sofort vom Markt verdrängen.
    Und nein, das ist nicht an den Haaren herbeigezogen. Guck' mal in die USA, so im Überblick der letzten ca. 15 Jahre. Da konnte man das wunderbar beobachten. Nur in den Bundesstaaten, die alternative Energiekonzepte nachdrücklich protegiert haben - entgegen dem freiheitlichen Spiel der Kräfte - gibt es heute eine leidlich gesicherte Industrie für alternative Energieerzeugung.
    Und noch mal nein, das ist nicht die Ausnahme. Es ist die Regel. Im Bereich der spieltheoretischen Überlegungen ist diese Entwicklung gründlich antizipiert worden.


    Zitat Zitat von bubu
    Ist das hier eigentlich PMs und mein Privatthread???
    Eigentlich nicht! Aber ich habe alles, was ich zu dem Thema sagen wollte, bereits in einem anderen Thread zum Besten gegeben.
    Mein obiger Beitrag diente auch eher der Psychohygiene. Hoffentlich nicht nur meiner

    DeeTee

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