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Quo Vadis, Deutschland?

Erstellt von bubu, 22.12.2004, 18:20 Uhr · 293 Antworten · 19.101 Aufrufe

  1. #101
    Benutzerbild von Tim45

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    Zitat Zitat von bubu Beitrag anzeigen
    Wenn ich in Deutschland ein Auto fahren will, muss ich einen Führerschein machen. Ist das nicht furchtbar maßregelnd? Schließlich bezahle ich das Auto von meinem Geld. Nein, denn ich übernehme eine große Verantwortung - ich könnte andere verletzen.
    (...)
    Wenn ich in Deutschland Kinder kriegen will, muss ich niemandem Rechenschaft darüber ablegen, ob ich die Kinder ernähren kann, ob ich sie erziehen kann, ob ich psychisch und physisch bereit bin, diese große Verantwortung tragen zu können.
    Und das ist auch gut so. Im 3. Reich wurden z.B. psychisch Kranke oder andere mißliebige Personen zwangssterilisiert. Ein "Elternführerschein" liefe de facto auf dasselbe hinaus, wenn z.B. einer Frau während ihrer fruchtbaren Jahre die Obrigkeit eine Schwangerschaft verbieten würde. Deshalb soll es jedem Paar selbst überlassen bleiben, ob und wie häufig sie sich fortpflanzen.

    Ich glaube, vielen Leuten ist das Maß der Verantwortung des Kinderkriegens nicht bewusst - die sehen Kinder in einer Reihe von Anschaffungen wie "mein Haus, mein Auto, mein Boot". Auf jeden Fall steht da immer ein "mein" davor.
    Das mag sein.

    Der Staat hat die Aufgabe das Individuum zu schützen - also sollte er auch darauf achten, dass die Interessen seiner werdenden Bürger geschützt und gewahrt sind. Und die werden oft genug eben nicht gewahrt. Insofern kann ich dein Argument nicht ganz nachvollziehen.
    Der Staat hat dazu Jugendamt und Sozialarbeiter. Die müssen natürlich auch effizient arbeiten.

  2.  
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  3. #102
    Benutzerbild von bubu

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    Zitat Zitat von Tim45 Beitrag anzeigen
    Und das ist auch gut so. Im 3. Reich wurden z.B. psychisch Kranke oder andere mißliebige Personen zwangssterilisiert. Ein "Elternführerschein" liefe de facto auf dasselbe hinaus, wenn z.B. einer Frau während ihrer fruchtbaren Jahre die Obrigkeit eine Schwangerschaft verbieten würde. Deshalb soll es jedem Paar selbst überlassen bleiben, ob und wie häufig sie sich fortpflanzen..
    Diesen Vergleich finde ich fast schon beleidigend. Du hast den Punkt glaube ich auch wirklich verstanden. Aber eine weitere Diskussion hast du mit deinem 3.Reich-Totschlag-Argument ja schon präemptiv im Keim erstickt.

    Zitat Zitat von Tim45 Beitrag anzeigen
    Der Staat hat dazu Jugendamt und Sozialarbeiter. Die müssen natürlich auch effizient arbeiten.
    Du siehst ja, wie effizient sie arbeiten. Doch selbst wenn der Staat massiv die Sozialetats aufstockte (zur Zeit passiert das Gegenteil) - wie soll das deiner Vorstellung nach in der Praxis aussehen? Ein Millionen-Heer von Sozialarbeitern, das monatlich? wöchentlich? täglich? Hausbesuche macht? Vielleicht doch besser gleich Kameras in den Kinderzimmern aufstellen?

  4. #103
    Benutzerbild von frasier

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    Freiheit bringt es mit sich, daß nicht alles perfekt funktioniert. Einzelne Menschen machen immer wieder Fehler.

    Aber zugunsten der Perfektion die Freiheit zu beschränken ist der falsche Weg.

    Letzlich ist das Bedürfnis nach Freiheit größer als das nach Perfektion.

    Jeder kennt es doch aus seinem Leben, man will eigene Erfahrungen sammeln und nicht alles vorgeschrieben bekommen.

  5. #104
    Mumie
    Benutzerbild von Mumie
    Zitat Zitat von bubu Beitrag anzeigen
    Es gibt noch Manager mit Verantwortungsgefühl in Deutschland. Wendelin Wiedeking im Spiegel-Interview:

    http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,438927,00.html
    Hört!Hört!
    Das ich sowas mal von einen Manager lesen darf!

    SPIEGEL: Unternehmen verlagern auch deshalb Arbeitsplätze ins Ausland, weil sie unter dem Druck von Finanzinvestoren stehen. Diese fordern höhere Renditen. Wie sollen Manager dem widerstehen?

    Wiedeking: Es ist nachweislich zu viel Geld auf der Welt unterwegs. Große Fonds sammeln es ein, viele von ihnen wollen auf relativ radikale Weise eine hohe Verzinsung sicherstellen. Sie beteiligen sich an Unternehmen und holen sich den Kaufpreis ganz schnell wieder rein. Die Firmen müssen sich verschulden und das Geld an die neuen Eigentümer auszahlen. Dann wird das Unternehmen noch zerlegt, und die Einzelteile werden verkauft. Es interessiert diese Fonds nicht, ob es da Menschen gibt, die betroffen sind. Es interessiert sie auch nicht, ob die Firmen anschließend wegen der hohen Schulden pleitegehen. Sie haben ihr Geschäft gemacht.

    SPIEGEL: Sie reden schon wie Franz Müntefering, der Finanzinvestoren mit Heuschrecken verglich.

    Wiedeking: Natürlich gibt es Hedgefonds, die soziale Belange nicht völlig ignorieren. Aber es gibt auch die anderen. Deshalb fand ich den Vergleich schön. Ich habe bei mir zu Hause auf dem Schreibtisch zwei Heuschrecken hingestellt, schöne grüne, die kommen gut. Die Hedgefonds müssen sich doch selbstkritisch die Frage stellen, warum die Müntefering-Etikettierung so einen starken Widerhall findet.

  6. #105
    Benutzerbild von ihkawimsns

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    Zitat Zitat von bubu Beitrag anzeigen
    Natürlich kannst du auch als Mediziner in die Forschung gehen - du hast sogar die besten Voraussetzungen, weil dir aufgrund der intensiven und breit gefächerten Ausbildung viele Wege offenstehen. Mediziner, die das vorhaben, machen in der Regel auch wirkliche Promotionen, weil die natürlich der Einstieg in eine weitere Forscherkarriere ist.
    Mein Forschungsargument bezog sich auf diejenigen, die gerade promovieren und dafür einen entsprechenden Inhalt benötigen, insofern haben wir uns da etwas missverstanden.

    Ansonsten alles klar.

  7. #106
    Benutzerbild von Tim45

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    Zitat Zitat von bubu Beitrag anzeigen
    Diesen Vergleich finde ich fast schon beleidigend. Du hast den Punkt glaube ich auch wirklich verstanden.
    Dein Vorschlag eines "Elternführerscheins", der anscheinend Fortpflanzung nur nach behördlicher Genehmigung erlaubt, ist beleidigend. Nachwuchs ist anscheinend für einen Großteil der Menschen ein wesentlicher Teil ihres Lebenssinns. Die eigene Entscheidung über Nachwuchs gehört zur Menschenwürde. Irgendwelche behörliche Regelungen haben, wie die Geschichte gezeigt hat, ein zu großes Mißbrauchspotential. Juristische Einspruchsmöglichkeiten helfen de facto nichts, wenn bei Frauen die biologische Uhr tickt und Verfahren verzögert werden, bis es zu spät ist.

    Du siehst ja, wie effizient sie arbeiten. Doch selbst wenn der Staat massiv die Sozialetats aufstockte (zur Zeit passiert das Gegenteil) - wie soll das deiner Vorstellung nach in der Praxis aussehen? Ein Millionen-Heer von Sozialarbeitern, das monatlich? wöchentlich? täglich? Hausbesuche macht? Vielleicht doch besser gleich Kameras in den Kinderzimmern aufstellen?
    Regelmäßige Untersuchungen beim Kinderarzt, Hilfe für überforderte Eltern, z.B. in Form von Babysittern oder Haushaltshilfen, "Elternunterricht" an der Schule, um junge Menschen auf die Nachwuchsaufzucht vorzubereiten.
    In früheren Zeiten erhielten Eltern Hilfe von der Verwandtschaft (Omas und Tanten), die heutzutage häufig räumlich entfernt wohnen. Deren Rolle bei der Nachwuchsversorgung muß also auf andere Weise aufgefüllt werden. In Großstädten gibt es teilweise Projekte wie "Patengroßeltern", im Rahmen derer z.B. Rentner "Ersatzgroßeltern" für Kinder spielen, z.B. mit den Kindern auf den Spielplatz gehen. Beide Seiten haben etwas davon: Die Eltern werden entlastet, und die Senioren haben Freude am Umgang mit Kindern. Auf dem Dorf ging und geht sowas häufig auf Nachbarschaftsbasis.
    Anscheinend fehlt vielen oder einigen Menschen heute das Wissen um den Umgang mit Babys und Kindern, Wissen, das man früher womöglich in Großfamilien zwangsläufig mitbekam. Hier muß also die Schule ansetzen, in der man ja schließlich fürs Leben lernen soll.

  8. #107
    Benutzerbild von bubu

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    @Tim45

    Ich glaube du hast mich missverstanden. Lies mein Posting 42 nochmal in Ruhe (und du lieber PM auch, weil aufgrund deiner Polemik mal wieder der Sinn einer Aussage gerdreht wurde). Da steht nichts von "Zeugungserlaubnis" nach Führerschein.
    Meine Vorstellung war, dass bevor Eltern Kinder bekommen, sie verpflichtend Elternerziehungskurse belegen müssen. Natürlich kann man niemandem verbieten, Kinder zu kriegen. Sollten die Kurse aber nicht besucht werden, oder die Eltern auffallend die Inhalte nicht verstehen oder übernehmen, sollte dann ein Sozialarbeiter regelmäßig ein Auge auf diese Familien haben.

  9. #108
    Benutzerbild von DeeTee

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    Ich finde die Idee des Elternführerscheins, die ja nun nicht neu ist, durchaus gut.
    Wenn Tim45 das Kinderkriegen als Menschenrecht begreift, kann er ja auch 'mal die Chinesen ("Überbevölkerung") oder die Palästinenser (Bevölkerungsdruck als Waffe") dazu befragen.

    Auch wenn wir in unser relativen Wohlstandsgesellschaft dieses Recht allen Menschen zustehen wollen, so schließt das nicht aus, dass wir Bedingungen stellen. Beispiel: Nur wer einen sog. Elternkurs besucht und das nachweist, hat ein Anrecht auf Kindergeld. Das könnte man sogar mehrstufig staffeln. Wahrscheinlich erreicht man so genau die, die es am nötigsten haben. Geld ist da immer ein guter Anreiz.

    DeeTee

  10. #109
    Benutzerbild von Tim45

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    Zitat Zitat von bubu Beitrag anzeigen
    @Tim45
    Da steht nichts von "Zeugungserlaubnis" nach Führerschein.
    Meine Vorstellung war, dass bevor Eltern Kinder bekommen, sie verpflichtend Elternerziehungskurse belegen müssen. Natürlich kann man niemandem verbieten, Kinder zu kriegen. Sollten die Kurse aber nicht besucht werden, oder die Eltern auffallend die Inhalte nicht verstehen oder übernehmen, sollte dann ein Sozialarbeiter regelmäßig ein Auge auf diese Familien haben.
    Das ist dann kein Führerschein, sondern Elternunterricht. Das sollte aber schon in der Schule ansetzen.
    Andererseits: Die Leut werden auch schwanger, wenn sie es sich nicht vorgenommen haben, und bevor sie irgendwelche Kurse belegt haben. Bevor da noch mehr bürokratisiert wird mit verpflichtenden Kursen und sonstigem Schnickschnack, sollte die Gesellschaft ihre Energie lieber darauf konzentrieren, den Eltern und Kindern mehr und bessere "Hilfsangebote" zu machen, als da wären Kinderbetreungsangebote (für berufstätige Eltern), gesunde Schulspeisung, "Freizeitangebote" für Heranwachsende (damit die Kinder was mit sich anzufangen wissen und nicht in Banden oder so herumlungern), usw. Man braucht ein ganzes Dorf, um Kinder großzuziehen. Unterstüzung statt Repression ist vonnöten.

  11. #110
    Benutzerbild von Tim45

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    Zitat Zitat von DeeTee Beitrag anzeigen
    Ich finde die Idee des Elternführerscheins, die ja nun nicht neu ist, durchaus gut.
    Wenn Tim45 das Kinderkriegen als Menschenrecht begreift, kann er ja auch 'mal die Chinesen ("Überbevölkerung") oder die Palästinenser (Bevölkerungsdruck als Waffe") dazu befragen.
    Genau, und deshalb muß ja auch der Beruf des Bäckers verboten werden, den wo kämen wir hin, wenn wir alle Bäcker wären? Außerdem geht es hier um Deutschland. Darüberhinaus, was werden Dir die chinesischen Eltern wohl antworten? Daß Sie lieber selber entscheiden, ob sie Kinder haben wollen, oder ob ihnen der Staat auch dazu Vorschriften machen soll?
    Fakt ist: Ein Großteil der Menschen sieht Kinderkriegen als ihren Sinn des Lebens an.

    Auch wenn wir in unser relativen Wohlstandsgesellschaft dieses Recht allen Menschen zustehen wollen, so schließt das nicht aus, dass wir Bedingungen stellen. Beispiel: Nur wer einen sog. Elternkurs besucht und das nachweist, hat ein Anrecht auf Kindergeld. Das könnte man sogar mehrstufig staffeln. Wahrscheinlich erreicht man so genau die, die es am nötigsten haben. Geld ist da immer ein guter Anreiz.
    Und damit bestraft man zuerst die Kinder derjenigen Eltern, die Unterstützung am notwendigsten hätten.

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