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Quo Vadis, Deutschland?

Erstellt von bubu, 22.12.2004, 18:20 Uhr · 293 Antworten · 19.173 Aufrufe

  1. #131
    Benutzerbild von frasier

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    Zitat Zitat von Tim45 Beitrag anzeigen
    Es wäre denkbar, Sozialhilfe und Arbeitslosengeld in ein steuerfinanziertes "Bürgergeld" umzuwandeln: Jeder, dessen Einkommen unter dem Existenzminimum liegt, erhält die Differenz vom Finanzamt. Ersparnisse, Lebensversicherungen, etc. werden nicht angerechnet, lediglich die daraus erzielten Gewinne (z.B. Zinsen, Veräußerungsgewinne, ...) Man sparte dadurch die vielen Ämter und Einzelfallentscheidungen, Bedarfsnachweise und dergleichen ein, und die Empfänger des Bürgergeldes können frei über die Verwendung entscheiden. Der Erfolg wäre, daß ein ein "besser verdienender" Arbeitnehmer im Fall der Arbeitslosigkeit sich nur seines Existenzminimums sicher sein kann, möchte er einen höheren Lebensstandard sichern, muß er seine Ersparnisse aufbrauchen, oder aber vorher private Versicherungen abschließen. Der Erfolg wäre aber auch eine starke Senkung der Lohnnebenkosten, bezahlte und versteuerte Arbeit wäre preiswerter und häufiger.
    Ich würde nach einer Übergangsphase auch die Rentner da mit reinnehmen.

    Die umlagefinanzierte Rentenversicherung hat sowieso keine Zukunft, mehr als eine Grundrente ist in Zukunft nicht drin.

    Finanzieren könnte man das wie in Skandinavien über die Mehrwertsteuer, und auch höhere Erbschaftssteuer, die beide wettbewerbsneutral sind, und dafür die Einkommensteuer niedriger ansetzen, was mehr Wertschöpfung bringt, weil sich Arbeiten mehr lohnt.

  2.  
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  3. #132
    Benutzerbild von PostMortem

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    Zitat Zitat von bubu Beitrag anzeigen
    Wieso beherrschen deutsche Unternehmen das Endkundengeschäft denn so schlecht. Was ist der Grund? Und was läuft bei Apple, Microsoft und Co. anders? Das würde ich wirklich gerne verstehen. Was vermutest du als Gründe?
    Wenn man als Beispiele insbesondere Apple und Microsoft heranzieht und z. B. noch um Yahoo, Amazon, ebay usw ergänzt die sich nicht so sehr mit eigenen Produkten, aber mit Dienstleistungen an Endkunden wenden, dann fällt mir als erstes die Unterschiedlichkeit der Unternehmens- und vor allem Unternehmerstruktur auf. Es ist ja schon bemerkenswert, dass diese von einem oder zwei Gründern aus der Garage heraus gegründeten Branchenriesen teilweise vor rund 5, 10 oder 25 Jahren noch gar nicht existiert haben.

    Die großen Firmen die uns in Deutschland einfallen heissen VW, Daimler, Bosch, Siemens, ThyssenKrupp, Bertelsmann - allesamt sehr altehrwürdige Unternehmen. Ihre Gründer sind tot und sie werden durch die Bank von angestellten Konzernlenkern geführt. Graue Eminenzen im Hintergrund sind selten einzelne ehemalige Gründer und Eigentümer, sondern höchstens umfangreiche Erbenfamilien oder komplizierte Stiftungskonstruktionen.

    D. h., dass in unserem Land offenbar schwierige Bedingungen herrschen, um nach einem Schritt in die Selbstständigkeit auch wirklich das ganz große Ding zu landen. Hierzu gehört für mich an vorderster Stelle:

    - hohes Maß an gängelnder und abschreckender Bürokratie
    - schlechte Möglichkeiten für eine gute Firmenidee in größerem Umfang Gründerkapital zu bekommen
    - eine fehlende Gründerkultur/wenig Risikobereitschaft und hohes Sicherheitsdenken

    Will heissen: Wer gute Ideen hat gründet entweder nicht oder beschränkt sich aus diversen Gründen lieber auf kleinem Niveau, findet aus rechtlichen oder kulturellen Gründen (es ist hierzulande nunmal nicht so verbreitet einem "Verrückten" Geld in den Rachen zu werfen und zu gucken, ob er seine abgefahrene Idee erfolgreich umsetzen kann) oder wird von Anfang an eher dahin ausgebildet und/oder erzogen es sich lieber als Angestellter "gemütlich" zu machen und in einem gewissen Sicherheitsdenken verhaftet immer sein festes Gehalt zu kassieren.

    In der Konsequenz haben wir kaum junge große Unternehmen, die mit jungen und jung gebliebenen Gründern am Markt agieren und entsprechend junge Produkte am Puls der Zeit auf den Markt bringen. In einer SPIEGEL TV Sendung vor einigen Wochen, auf dem leider bereits wieder verschiedenen Sender XXP, wo erfolgreiche deutsche Jungunternehmer gezeigt wurden. Das war alles ja ganz beeindruckend, verharrte aber eben auf dem Level z. B. eines Jungesellen, der sein Leben dem Vertrieb von Holz-Carports verschrieben hat und nun als einsamer Single im Haus und Audi A6 vorm Haus lebt. Keine Frage, da hat sich einer ein Unternehmen und anderen einen Arbeitsplatz erschaffen. Aber das sind eben nicht die Dimensionen von denen wir gerade reden. Es gelang in den letzten Jahrzehnten kaum einem Gründer in Deutschland einen heutigen Massenarbeitgeber neu zu gründen.

    Die alteingesessenen Unternehmen sind hingegen meistens sehr unbeweglich, weil sie historisch gewachsen und durch oftmals branchenfremde und von der Zielgruppe sehr weit entfernte angestellte Konzernlenker beherrscht werden. Sie versuchen durch Marktforschung herauszufinden was der Kunde will, nutzen die Erkenntnisse aber selten für "5exy Produkte", sondern einfach nur dazu zu verstehen, wie sie den Kunden besser schröpfen können. Auf Dauer wird vielen Unternehmen (nehmen wir die Bestrebungen der Banken noch vor fünf Jahren, nehmen wir Siemens mobile, nehmen wir aber auch beispielsweise vergleichbare japanische Konzerne wie Konica Minolta), der Endkunde einfach zu "anstrengend" und durch den hohen Aufwand für Kundenansprache, Support usw. zu wenig lukrativ. Dort wo es weniger auf Image und "5exy sein" ankommt, klappts hingegen immer noch recht gut. Unsere Konzernlenker sind oft z. B. Maschinenbauer und kommen mit den Businesskunden diverser Branchen dementsprechend recht gut klar.

    Nehmen wir umgekehrt Steve Jobs oder Bill Gates, die selbst ihre besten Kunden wären und deshalb mit Begeisterung und Herzblut an der Sache sind, dann sieht man was uns u. a. aus o. g. Gründen fehlt. Es gibt sicher noch mehr Gründe oder mancher würde sie anders gewichten. Aber man kann eigentlich nicht übersehen, dass unsere Großkonzerne im Schnitt überaltert sind und es auch deshalb kein Wunder ist, wenn die Arbeitsplätze dort immer weniger werden, wenn keine neuen großen Arbeitgeber nachrücken (wie eben andernorts Microsoft, Apple, Yahoo, Google.......) und auch so das Heil für den Arbeitsmarkt immer mehr im Mittelstand gesucht wird. Das ist auch nicht verkehrt (es arbeiten viel mehr Menschen im Mittelstand als bei den Großunternehmen), aber meistens hängen viele Mittelständler eben doch auch stark von Aufträgen großer Unternehmen ab.

    Leider ist dieser Zustand wohl schwer zu lösen. Wie verordnet man einen Kulturwechsel? Gar nicht... Dem Staat fallen aber leider auch immer nur irgendwelche millionen- oder milliardenschweren Existenzgründerprogramme und Gründerzentren usw. ein, die den Leuten nur am Anfang helfen besser durch die Bürokratiefallen zu kommen. Anschließend sind sie genauso alleine, genauso begrenzt und genauso vom häufigen Scheitern bedroht wie alle anderen auch. Besser und kostengünstiger (teilweise kostenlos) wärs, das Bürokratiedickicht abzubauen und die Gründe zu mindern, wegen denen wir in unserem Land heute oft besonders pessimistisch in die Zukunft schauen und deshalb ein besonders hohes Sicherheitsbedürnis (also eher eine Veranlagung zum Angestellten) haben.

    Wer nicht mehr jeden Tag eingebläut bekommt, dass er mit 67 am Hungertuch nagt, wenn er nicht zwischen 20 und 66 mindestens x hundert Euro monatlich fürs Alter bei Seite legt (und damit erstmal verdienen muss) und wer eher damit rechnen kann, dass er auch nach einem missglückten Versuch als Selbstständiger recht bald wieder eine Anstellung findet, der wagt das "Abenteuer" Selbstständigkeit auch sicher mal eher. Wenns dann auch für ambitioniertere Projekte als den eigenen Laden, die eigene Praxis oder den eigenen Mc Donald's (also z. B. für ein völlig neues Geschäftsmodell, ein völlig neues Produkt) größeres Risikokapital gibt, dann könnte auch hierzulande mal jemand etwas großes aus dem Nichts heraus erschaffen.

    Zitat Zitat von bubu Beitrag anzeigen
    Hast du Posting Nr. 108 gelesen?
    ja!

    Nochmal zur Erläuterung: Werdende Eltern müssen noch während der Schwangerschaft Kurse belegen, in denen Grundlegendes zu Erziehung, Gesundheit und Ernährung von Kindern vermittelt wird. Sinnvoll wäre auch das Erlernen von Zeitmanagement, Vereinbarkeit von Beruf und Kind, Stressbewältigung etc.

    Sanktionen für Nichterscheinen oder ein (wiederholtes) Nichtbestehen der Prüfung oder für auffällig renitente Eltern könnten in regelmäßigen Hausbesuchen durch Sozialarbeiter während der ersten Kinderjahre oder wie's DeeTee vorgeschlagen hat, in einer Streichung des Kindergeldes bestehen.
    OK, dann ist der Begriff "Elternführerschein" mir im Vergleich mit diesem Vorschlag härter erschienen, als er gemeint war. Schließlich ist es ja nicht so, dass man in Deutschland ohne Pkw-Führerschein einfach nur mehr Kfz-Steuer bezahlt oder regelmäßig vom Fahrprüfer besucht wird. Man darf dann eben schlichtweg keinen Pkw führen und so suggerierte mir der Begriff auch sofort, dass ohne Schein kein Kind bekommen/behalten werden darf.

    Nun gut, so klingt das schon "Rechtsstaatlicher". Gibts bekannte Vorbilder und Erfahrungen aus anderen Ländern oder ist diese Idee vom Schein für dieses und jenes (sorry Thorsten ;-) eher "typisch deutsch"?

    Ich bevorzuge in fast allen Situationen in denen etwas gesteuert werden soll ja eher Anreize. Wer mehr tut soll mehr haben. Das erreicht man zwar kosmetisch auch, wenn man anderen weniger gibt, straft damit aber letztendlich eben nur, während andere nur "gleich viel" wie voher haben. In Zeiten knapper Kassen, ist das aber ja oft so. Die Frage ist aber eben auch wen man straft. Wenn man Eltern das Kindergeld streicht, bestraft man letztendlich evtl. ja auch nur die Kinder doppelt, indem sie dann nicht nur nichts zu lesen, sondern dann auch noch aus Geldmangel nichts zu fressen bekommen :-/ Bis dann irgendwann ein Sozialarbeiter da mal dringenden handlungsbedarf erkennt und motiviert ist durch die langsam mahlenden Mühlen seines Amtes zu gehen, hat so ein Kind schon einen Knacks oder schlimmeres...

    Wie gesagt, ich würde da lieber mit Anreizen arbeiten. Z. B. könnte ja ein Fonds aufgelegt werden, der Eltern von guten Schulkindern oder z. B. in besonders "gepflegtem Gesundheitszustand" (in Schulen und Kindergärten gibts ja regelmäßige Untersuchungen) auffallenden Kindern (heisst vorbildliche Zahngesundheit, Gewicht etc.) gewisse Vergünstigungen ermöglicht. Z. B. das Klassenfahrten und Schulmaterial dieser Kinder aus dem Fond unterstützt werden. Insbesondere weniger gut betuchten Eltern sind diese Kosten oft ein Gräuel und die Entlastung somit ein großer Anreiz sich um sein Kind und damit die Vergünstigungen zu bemühen.

    Was hältst Du davon?


    PM

  4. #133
    Benutzerbild von PostMortem

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    Zitat Zitat von frasier Beitrag anzeigen
    Ich würde nach einer Übergangsphase auch die Rentner da mit reinnehmen.
    Ich auch...

    Die umlagefinanzierte Rentenversicherung hat sowieso keine Zukunft, mehr als eine Grundrente ist in Zukunft nicht drin.
    Eben... Aber wie lange soll die Übergangsphase dann sein? Es wäre besser diese Zeit gar nicht mehr zu verlieren. Das Argument heutiger und baldiger Rentner "Wir haben 40 Jahre für unsere Rente gearbeitet" zieht m. E. nicht, denn in Wahrheit haben sie für die Rente ihrer Vorgänger gearbeitet und wir arbeiten derzeit für ihre Rente. Das Besitzstandsdenken ist also beim Generationenvertrag unangemessen. Also muss man berücksichtigen, dass die heute 30jährigen noch so lange einzahlen können und trotzdem nicht die Rente heutiger Rentner erreichen werden.

    Die Auswirkungen dieses Systemschnitts muss man also ungeachtet der alten Versprechen eines Norbert Blüms gerecht auf heutige Einzahler und Leistungsempfänger verteilen und darüber hinaus entstehende Lücken wird man über Steuermittel abfedern müssen.

    Was so einfach nicht weiter geht ist der Versuch die heutigen jüngeren Generationen immer stärker für die heutigen Rentner zur Kasse zu bitten und sie gleichzeitig bei steigenden Abgaben und sinkenden Realeinkommen zu mehr "Eigenverantwortung" zu gängeln. Eigenverantwortlich vorsorgen kann nur, wer auch die finanziellen Spielraum dazu hat. Der wird aber für viele immer enger und daran sind die seit längerem doch sehr reformunlustigen Regierungen der letzten 20 Jahre nicht ganz unschuldig. Es hilft nur ein Systemwechsel, kein rumdoktern mehr an einem System, das unvermeidlich kollabiert.

    Finanzieren könnte man das wie in Skandinavien über die Mehrwertsteuer, und auch höhere Erbschaftssteuer, die beide wettbewerbsneutral sind, und dafür die Einkommensteuer niedriger ansetzen, was mehr Wertschöpfung bringt, weil sich Arbeiten mehr lohnt.
    Genau! *Dafür* kann man die MwSt. m. E. auch durchaus auf ein hohes Niveau heben. Nur eben nicht nach Wahlkampflügen und zum Stopfen von Haushaltslöchern.


    PM

  5. #134
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    Zitat Zitat von PostMortem Beitrag anzeigen
    Wie gesagt, ich würde da lieber mit Anreizen arbeiten. Z. B. könnte ja ein Fonds aufgelegt werden, der Eltern von guten Schulkindern oder z. B. in besonders "gepflegtem Gesundheitszustand" (in Schulen und Kindergärten gibts ja regelmäßige Untersuchungen) auffallenden Kindern (heisst vorbildliche Zahngesundheit, Gewicht etc.) gewisse Vergünstigungen ermöglicht. Z. B. das Klassenfahrten und Schulmaterial dieser Kinder aus dem Fond unterstützt werden. Insbesondere weniger gut betuchten Eltern sind diese Kosten oft ein Gräuel und die Entlastung somit ein großer Anreiz sich um sein Kind und damit die Vergünstigungen zu bemühen.

    Was hältst Du davon?


    PM
    Finde ich prinzipiell auch besser - ich denke, man kann einfach beides machen. Man sollte nur aufpassen, dass bei finanziellen Anreizen kein Missbrauch betrieben wird. Ich kenne Leute, die Pflege- und/oder behinderte Kinder (zusätzlich zu ihren schon vorhandenen 2,3,4,5... Kindern) nur aufgenommen haben, um die (satte) staatliche Unterstützung zu kassieren. Aber auch solche Entwicklungen ließen sich mit einer verschärften Aufsicht des Sozialamts verhindern.

  6. #135
    Benutzerbild von frasier

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    Zitat Zitat von PostMortem Beitrag anzeigen
    Ich auch...

    Eben... Aber wie lange soll die Übergangsphase dann sein? Es wäre besser diese Zeit gar nicht mehr zu verlieren.
    Stimmt, die Finanzierung muß schnellstens auf Steuern umgestellt werden, aber die jetzigen Bezüge müssen auf längere Sicht angepasst werden.

  7. #136
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    Zitat Zitat von frasier Beitrag anzeigen
    Stimmt, die Finanzierung muß schnellstens auf Steuern umgestellt werden, aber die jetzigen Bezüge müssen auf längere Sicht angepasst werden.
    Genau. Aber wie macht man das? In unserem Land sind ja bald mehr Leute alt als jung. Das sind alles Wähler und die will nichtmal die große Koalition mit unangenehmen Wahrheiten konfrontieren. Keine Rentenerhöhung zu machen, scheint ihnen schon die Grenze der Zumutbarkeit, während gleichzeitig für die ferne Zukunft einmal ein vergleichsweise niedriges Rentenniveau festgeschrieben wird, das dann allein durch die jahrzehntelange Nicht-Erhöhung zustande kommen würde. Währenddessen zahlen wir ein und zahlen wir ein, während heutige Rentner zum Großteil wirklich nicht unansehnliche Renten beziehen und sich immer hinter den wenigen wirklich bettelarmen Rentnern verstecken. Wir selbst sollen trotz immer wieder steigender Rentenbeiträge und Steuern noch zusätzlich vorsorgen. Die Luft dafür wird für viele immer dünner oder war nie da.

    An sich sind sich in diesem Land alle einig, dass man mindestens seit drei Jahrzehnten weit über seine Verhältnisse gelebt hat. Nur das man dabei auch die Rentenerwartungen für die Leutchen zu hoch gesetzt hat, dass sieht anscheinend keiner ein. Klar, die Rentner sowieso nicht. Jeder würde als Rentner meutern und auf seine lange harte Arbeit verweisen, mit der man sich jeden Cent Rente mehr als verdient hat.

    Der Handlungsbedarf wäre aber nunmal eigentlich da und es wäre angemessen die Belastung zwischen heute Jungen und heute Alten gerecht aufzuteilen. D. h. eigentlich müssten die Rentenempfänger nicht nur keine Rentenerhöhung bekommen, sondern wirkliche Einbußen hinnehmen (um die Einzahler zu entlasten und ihnen private Vorsorge für einen mittel- bis langfristigen Systemwechsel zu ermöglichen), die nicht nur inflationsbedingt sind. Das ist m. E. voll gerechtfertigt und ich sage das nicht nur weil ich noch lange keine Rente bekomme. Es kann nicht sein, dass auf Kosten der Einzahler solange einfach auf bisherhigem Niveau weiter gezahlt wird bis es nicht mehr geht und die heutigen, kräftig zur Kasse gebetenen Einzahler dann selbst auf einmal nur noch Almosen bekommen.

    Aber wer setzt das durch? Arbeitslosenversicherten kann man komischerweise alles zumuten und alles kürzen wenn sie zu Leistungsempfängern werden, da wird von vielen noch applaudiert. Aber Rentenversicherten kann man anscheinend nichts?!

    Die Regierung hat eine einmalige Chance. Beide Volksparteien sind sowieso auf historischen Allzeittiefs ihrer Wählergunst und beide stecken in der Regierung. Jetzt können sie harte Schnitte machen, die wirklich nicht immer wieder nur die kleinsten Leute dieses Landes treffen, sondern sie könnten endlich mal Reformlasten gerecht zwischen Generationen verteilen. Warum haben die so wenig Weitsicht (ok, klar, weil sie nur in Legislaturperioden denken) und warum so wenig Rückgrat?

    PM

  8. #137
    Benutzerbild von Tim45

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    Zitat Zitat von frasier Beitrag anzeigen
    Ich würde nach einer Übergangsphase auch die Rentner da mit reinnehmen.

    Die umlagefinanzierte Rentenversicherung hat sowieso keine Zukunft, mehr als eine Grundrente ist in Zukunft nicht drin.
    Gewiss, sozusage sämtliche soziale Grundsicherung gehört dahinein. Wer mehr mehr haben möchte, muß selber vorsorgen.

    Finanzieren könnte man das wie in Skandinavien über die Mehrwertsteuer, und auch höhere Erbschaftssteuer, die beide wettbewerbsneutral sind, und dafür die Einkommensteuer niedriger ansetzen, was mehr Wertschöpfung bringt, weil sich Arbeiten mehr lohnt.
    Am besten wäre natürlich die Abschaffung der MWSt und Begrenzung der Einkommenssteuern auf 10% wie in der Bibel festgelegt. Je mehr Geld der Staat zur vermeintliche Verfügung hat, desto mehr Unfug stellt er an und höhere Schulden macht er. Sogesehen ist der Staat, Bund, Länder und Städte noch viel zu wenig verschuldet, sie schaffen es leider im wieder, ihren Verwaltungsangestellten pünktlich das Gehalt zu überweisen und alte Zinsen durch neue Neuverschuldungen zu finanzieren. Erst wenn sich die Verschuldung soweit erhöht hat, daß die Diäten der Abgeordnenten nicht mehr zum Monatsersten bezahlt werden können, wird es ein Umsteuern geben.

  9. #138
    Benutzerbild von PostMortem

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    Zitat Zitat von Tim45 Beitrag anzeigen
    Am besten wäre natürlich die Abschaffung der MWSt und Begrenzung der Einkommenssteuern auf 10% wie in der Bibel festgelegt. Je mehr Geld der Staat zur vermeintliche Verfügung hat, desto mehr Unfug stellt er an und höhere Schulden macht er. Sogesehen ist der Staat, Bund, Länder und Städte noch viel zu wenig verschuldet, sie schaffen es leider im wieder, ihren Verwaltungsangestellten pünktlich das Gehalt zu überweisen und alte Zinsen durch neue Neuverschuldungen zu finanzieren. Erst wenn sich die Verschuldung soweit erhöht hat, daß die Diäten der Abgeordnenten nicht mehr zum Monatsersten bezahlt werden können, wird es ein Umsteuern geben.
    Wenige Kilometer von Essen-Katernberg entfernt, im vom Ausgangsartikel postulierten ach so armen Ruhrgebiet, liegt die Stadt Bottrop. Bottrop ist in der deutschlandweiten Wahrnehmung sicherlich so ein richtiges "Ruhrgebietskellerkind" und mit 120.000 Einwohnern im "Pott" zwar eine relative Kleinstadt, aber komplett schuldenfrei. Was für ein Alptraum muss das denn erst für Dich sein? Eine voll handlungsfähige und finanzkräftige Stadt, ui ui ui, nur Unfug.... Unfug? Solange man z. B. über Städte meckert, dass sie Mittel für Jugendarbeit und Jugendeinrichtungen kürzen, heisst das immer noch, dass sie Jugendförderung und Jugendeinrichtungen betreiben. Das ist sicherlich kein Unfug und würde Mangels in der Kasse klingelndem Profit von keinem privatwirtschaftlich orientierten Unternehmen wahrgenommen (weil man eben nur an sich selbst und dabei betriebswirtschaftlich denkt und langfristige positive Gesamtzusammenhänge und -effekte nicht interessieren).

    Wer soll denn also diese Aufgaben von Bund, Ländern und Gemeinden übernehmen? Privatisierung über alles? Bei Daimler Chrylser, GM, Siemens, Enron, VW und Co sieht man ja, wie gut erstmal privatwirtschaftliches MISSmanagement funktioniert und wie gut man es im Raubtierkapitalismus mit den Bürgern meint. Wer soll denn die Aufgaben übernehmen, die nicht nach rein profitorientierten Werten für die Menschen übernommen werden müssen?

    Du könntest ruhig auch erklären, was insgesamt die Vorteile von völlig bankrotten Staaten, Ländern und Städten sein sollen und vor allem wie Du Dir dann neue Lösungen vorstellst.

    PM

  10. #139
    Benutzerbild von DeeTee

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    Zitat Zitat von Tim45 Beitrag anzeigen
    Am besten wäre natürlich die Abschaffung der MWSt und Begrenzung der Einkommenssteuern auf 10% wie in der Bibel festgelegt. Je mehr Geld der Staat zur vermeintliche Verfügung hat, desto mehr Unfug stellt er an und höhere Schulden macht er. Sogesehen ist der Staat, Bund, Länder und Städte noch viel zu wenig verschuldet, sie schaffen es leider im wieder, ihren Verwaltungsangestellten pünktlich das Gehalt zu überweisen und alte Zinsen durch neue Neuverschuldungen zu finanzieren. Erst wenn sich die Verschuldung soweit erhöht hat, daß die Diäten der Abgeordnenten nicht mehr zum Monatsersten bezahlt werden können, wird es ein Umsteuern geben.
    Fehlt da der Ironie-Smilie???
    Ansonsten ist das ausgemachter populistischer Schwachsinn.

    DeeTee

  11. #140
    Benutzerbild von frasier

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    Zitat Zitat von Tim45 Beitrag anzeigen


    Am besten wäre natürlich die Abschaffung der MWSt und Begrenzung der Einkommenssteuern auf 10% wie in der Bibel festgelegt.
    Wie kommst du auf Abschaffung der MWST?

    Das Bürgergeld kostet nicht gerade wenig, auch wenn die Verwaltungskosten stark sinken würden, das geht eigentlich nur über die MWST.

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