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Quo Vadis, Deutschland?

Erstellt von bubu, 22.12.2004, 18:20 Uhr · 293 Antworten · 19.106 Aufrufe

  1. #191
    Benutzerbild von Tim45

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    Zitat Zitat von MaxiMan Beitrag anzeigen
    Politiker, die ihr Mandat verlieren und noch keinen Anspruch auf (Zahlung der) Pension haben und weder durch die Partei* noch einen vorher ausgeübten Beruf bzw. eine freigehaltene Stelle* aufgefangen werden, gehen den Weg jedes Arbeitslosen. Kleiner Unterschied: Nach Ablauf des Mandats gibt es noch ein zeitlich befristetes Übergangsgeld.
    Richtig, aber einen Anspruch auf halbwegs vernünftige Altersrente erwirbt der abhängig Beschäftigte aber erst, wenn er sein ganzes Berufsleben gearbeitet und eingezahlt hat, und erst ab Erreichen der Altersgrenze. Anspruch auf Politkerpensionen erwirbt man aber schon durch ein viel kürzeres Verbleiben im Amt, und werden auch nicht erst ab Erreichen einer Altersgrenze ausgezahlt.
    Hinzukommt, daß die Politikerpensionen (ebenso die Beamtenpensionen) vom normalen beitragsfinanzierten Rentensystem abgekoppelt sind und direkt aus dem Staatshaushalt bezahlt werden, wodurch sich das Problem der leeren Rentenkassen für sie nicht stellt.

  2.  
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  3. #192
    Benutzerbild von PostMortem

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    Zitat Zitat von Tim45 Beitrag anzeigen
    Ich denke, daß jeder Mensch eine gewisse Anerkennung im sozialen Umfeld für sein Selbstwertgefühl benötigt. Im Idealfall wahrscheinlich berufliche Anerkennung, sonst auch durch persönliche Weiterbildung oder Erfolg beim Sport, usw. auch ohne das Ziel der beruflichen Verwertbarkeit.
    Sofern den Langzeit-Arbeitslosen nur noch die Möglichkeit zum Wohnen, Essen und Trinken gegeben wird und sie ansonsten gezwungen sind, ihre Zeit bzw. ihr Leben ungenutzt verstreichen zu lassen, raubt man ihnen mMn einen Teil der Menschenwürde. Umsowichtiger, diese Möglichkeiten auch zu nutzen, wenn man sie hat.

    Schade, dass wir jetzt wieder nicht weiter gekommen sind in der Diskussion. Irgendwie habe ich das Gefühl, die allermeisten Fragen und Versuche der Diskussion eine Richtung zu geben verpuffen...

    Mir ist es ehrlich gesagt ziemlich schnuppe ob ein Hartz IV Empfänger die Möglichkeit nutzt sein Mütchen damit zu beruhigen im VHS-Töpferkurs den schönsten Pott zu töpfern - auch wenn das wieder polemisch klingt. Ob die H4-Empfänger es sich mit ihrer Regelleistung bequem machen oder nicht, ist mir wirklich egal. Sie bekommen den geringsten Satz der einem Bürger in Deutschland zusteht und das ist hierzulande so, damit niemand verhungern muss. Du hast Recht, man kann vereinsähnliche Aktivitäten zur Steigerung des Selbstwertgefühls betreiben - und man kann es nicht tun. Für die meisten Leute, insbesondere Familien, geht es aber eben doch um sehr viel mehr als Selbstwertgefühl, sondern die nackte Not eine Familie über die Runden zu bringen und am Rande der Gesellschaft noch anständige Kinder groß zu ziehen.

    H4-Empfänger müssen mir als Steuerzahler für ihre paar Kröten nicht dankbar sein und sie brauchen ihre Dankbarkeit auch nicht durch gespielten Antrieb vorspielen. Und es ist mir deswegen besonders egal, weil diese "Hängematten-Fälle" die absolute Ausnahme sind und sich auf der anderen Seite auch heute immer noch viele schämen ihnen zustehende Leistungen überhaupt in Anspruch zu nehmen. Die meisten Arbeitslosen wollen arbeiten, aber sie finden keine Arbeit. Unterm Strich kann man auf die von Politikern am liebsten diskutierten Sanktionen und jede weitere Hartz4- Empfänger- Entwürdigung durch Überkontrolle also getrost verzichten. Die Diskussion lohnt sich nicht und hat kein Sparziel, das nicht an hundert anderen Haushaltsposten einfacher zu realisieren wäre (die Arbeitsagentur stinkt schließlich auch noch vor Geld, hat Mrd.-Überschüsse angehäuft und die notwendige Absenkung der Lohnnebenkosten kann an dieser Stelle erfolgen).

    Mir ist wichtig, dass jeder der in Deutschland Arbeit sucht auch welche findet. Mir ist wichtig, dass wir nicht immer mehr Kinderarmut in Deutschland bekommen. Mir ist es wichtig, dass wir keine Medienberichte über verwahrloste Kinder mehr sehen müssen (und die werden nur noch mehr, wenn diesen Eltern noch das Geld gekürzt wird). Mir ist wichtig, dass Jugendliche eine Perspektive haben, auch wenn sie einfach "nur" MechanikerIn, SekretärIn oder MonteurIn werden möchten und nicht zum Master of Business Administration geboren wurden. Wer 2,3 Jahre nach seinem Schulabschluss keinen Ausbildungsplatz bekommen hat, der ist quasi zum lebenslangen Unterschichten-Dasein verdammt - und es gibt nunmal weniger Ausbildungsplätze als Ausbildungssuchende, Traumberufs- und Mobilitätsdiskussionen hin oder her.

    In diesem Zusammenhang finde ich es sowieso reichlich vermessen, dass in vielen Medienberichten und Diskussionen der Eindruck erweckt wird, es würde quasi jeder zur Unterschicht gehören, der kein Akademiker sei und die Lösung nur sein könne mehr Leute zum Akademiker zu machen. Von Facharbeitern abzustammen scheint in der heutigen Diskussion ja schon ein Synonym für "Aus der Gosse" zu sein und selber einer werden zu wollen mutet ja fast wie der sichere Weg in Hartz IV an.

    Diese Darstellung ist falsch und dieses Denken muss aufhören. "Unten" wird nur gekürzt (ob bei Hartz IV oder der Hauptschule und Realschule) und "oben" wird einseitig gefördert (Wie lange hat es gedauert so etwas idiotisches wie die Eigenheimzulage zu streichen? In der Bildung gehts nur um Gymnasien, Unis). Das ist Traumtänzertum pur! Das Bildungsniveau muss im Schnitt angehoben werden und nicht nur an der Spitze. Damit sich das lohnt, muss ein Hauptschüler mit Lernschwächen was davon haben, wenn er sich unter Qualen zu einem 3,0er Realschüler hochackert. Dann muss er auch Chancen haben, durch die erbrachte Leistung einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Wir brauchen also mehr Ausbildungsplätze und wir brauchen entgegen den meisten Debatten eigentlich nicht mehr Doktoren und Masters, sondern mehr heute "Abgehängte", die für eine Berufsausbildung wenigstens einen soliden Schulabschluss erreichen (was 20% der Schüler heute nicht tun und DAS ist das große Bildungs-Problem und das große Problem von Ausbildungschefs). Dafür braucht man nicht Elite-Unis (kann man natürlich auch machen!) oder Geschwafel übers Zentral-Abi, sondern eine Aufwertung und Verbesserung der seit längerem verkommenden Haupt- und Realschulen.

    PM

  4. #193
    Benutzerbild von frasier

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    Zitat Zitat von PostMortem Beitrag anzeigen

    Natürlich hat Tim recht wenn er sagt, dass man einem Betroffenen nur raten kann sich auf seinen Hosenboden zu setzen, sich nicht aus einem geregelten Alltagsleben zu verabschieden, seine Qualifikation zu verbessern und ggf. zu gucken, wie er seine Bewerbungen verbessern kann.


    Gesellschaftspolitisch betrachtet, hätten wir dann aber eben 4,3 Mio arbeitslose Diplomierte, weil die Jobs eben einfach nicht da sind. Das ist also keine Gesamtlösung.
    Das stimmt so nicht, denn es gibt in einigen Branchen Arbeitskräftemangel in Deutschland.

    Könnte man diese Stellen, z.Bsp. im Maschinenbau oder Elektrotechnik, teilweise auch im IT-Bereich besetzen, würde dadurch zusätzliche Beschäftigung enstehen.

    Das beste wäre, Firmen würden die Qualifikation selbst in die Hand nehmen anstatt einfach zu warten bis mal jemand von der Hochschule reinschneit.

    Sollen sie doch Aufnahmetests machen, und die geeigneten Leute in praxisorientierten Traineeprogrammen durch die Firma "ziehen".

    Das muss doch schneller gehen können als der Standardweg Abitur plus Studium.

  5. #194
    Benutzerbild von PostMortem

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    Zitat Zitat von frasier Beitrag anzeigen
    Das stimmt so nicht, denn es gibt in einigen Branchen Arbeitskräftemangel in Deutschland.

    Könnte man diese Stellen, z.Bsp. im Maschinenbau oder Elektrotechnik, teilweise auch im IT-Bereich besetzen, würde dadurch zusätzliche Beschäftigung enstehen.
    Vor 15 Jahren klagte die Industrie auch über Facharbeitermangel, während sie gleichzeitig Facharbeiter zu zehntausenden auf die Straße setzte. Heute fasst man einen arbeitssuchenden Facharbeiter nichtmal mehr mit der Kneifzange an, weil eher noch mehr weg müssen.

    Dein "stimmt so nicht", nehme ich deshalb nicht einfach so hin Was ist ein Mangel? Ist es bereits ein Mangel, wenn es überhaupt offene Stellen gibt? Kann es echten Mangel in Ingenieursberufen geben, wenn die typischen Stellen dort häufig und in aller Beständigkeit bis max. 35 Jahre ausgeschrieben werden? Müsste nicht große Kreativität herrschen artverwandte Ingenieure durch eigene Schnell-Zusatzqualifizierung zum passenden Mitarbeiter zu machen (z. B. um einen Bergbauingenieur im Sondermaschinenbau einzusetzen)? Müssten jetzt nicht alle händeringend nach gut qualifizierten Mitarbeitern gierendend in Kamp-Lintfort und München Schlange stehen, um sich einen baldigen Ex-BenQ-Ingenieur zu krallen? Gerade angesichts des Offshoring-Booms kann die Story vom Ingenieursmangel und die Story von Ingenieursjobs die weitere Jobs schaffen würden, wenn sie nur besetzt werden könnten, nur ein Märchen sein, das sich in weiteren 15 Jahren noch offenbaren wird.

    Die Klagen über Mangel an Fachkräften kommen stets von Arbeitgeber- oder Interessenverbänden und die vorgeschlagenen Maßnahmen erwecken doch oft den Verdacht, dass es lediglich in ihrem Interesse liegt das Lohnniveau zu drücken und die Arbeitnehmer durch steigenden Wettbewerb nicht zu selbstbewusst werden zu lassen. Meine alltägliche Praxis über 11 Jahre in der IT (und in der Zeit waren eine Menge Jobs in meinem Wirkungskreis zu besetzen) spricht jedenfalls eine andere Sprache. So wie nicht jeder seinen Traumjob findet, findet nicht jeder seinen Traumbewerber. Aber am Ende wird ein Job schon besetzt, man muss dann eben Kompromisse machen (und das fällt meistens relativ leicht, da Anforderungsprofile heute stets erstmal sehr hoch greifen). Ansonsten ist es schon komisch, dass man dem Arbeitslosen, der vorgibt keinen Job zu finden, gerne unterstellt das er es nur nicht richtig versucht und dem zumeist in Fernsehsendungen vorkommenden kleineren Unternehmer, der drüber klagt keinen Mitarbeiter zu finden, keinerlei eigene Defizite unterstellt.

    Das beste wäre, Firmen würden die Qualifikation selbst in die Hand nehmen anstatt einfach zu warten bis mal jemand von der Hochschule reinschneit.
    Das tun viele Firmen. Wenn es Unternehmen gibt, die in die IT quereingestiegene BWLer in seiner Qualifikation höher einschätzen, als einen selbstausgebildeten Fachinforrmaktiker, dann tun sie mir leid. Trotzdem klagen Firmen über Nachwuchsmangel, die sich diesen Nachwuchs selbst ausbilden könnten. Ohnehin kann es keinen Akademikermangel in diesem Bereich geben, solange Diplom-Wirtschaftsinformatiker unternehmensübergreifend auf Sachbearbeiterpositionen verschlissen werden und dort eigentlich nur Kaufleute und Fachinformatiker verdrängen. Wenn es wirklich einen Mangel geben würde, würde man alle diese Plätze entsprechend neu besetzen können, um den Akademiker seinem akademischen Arbeitsplatz zuzuführen. Die neue Geringschätzung des dualen Ausbildungssystems in Deutschland ist mir sowieso unverständlich. Eigentlich ist es ein Schlüssel zur Lösung des Problems, sowohl was Fachkräftemangel angeht, als auch was Perspektiven für Berufsstarter angeht. Aber geredet wird nur über Elite-Unis.

    Das muss doch schneller gehen können als der Standardweg Abitur plus Studium.
    Genau das meine ich.... als wäre die duale Ausbildung immer der letzte Schrott gewesen und zeitgemäß ausgebildete Fachinformatiker, DV-, Industrie- und Bankkaufleute zum schei.... zu doof Dabei ist es sowieso eine Unsitte, dass Unternehmen heute die fertig ausgebildeten Mitarbeiter ohne einen Cent Eigen-Investition vom Staat ausgebildet haben möchten. Bis vor kurzem war es noch selbstverständlich, dass das große Heer des Mitarbeiter-Nachwuchses eines Unternehmens auf eigene Kosten über einen Ausbildungsberuf herangezogen wurde. Das ein drei Jahre ausgebildeter Bachelor in Zukunft einem drei Jahre nach Unternehmensbedürfnissen ausgebildeten Fachinformatiker überlegen sein soll, nur weil er eben von der Hochschule kommt, wäre jedenfalls zu beweisen, damit auch ich es verstehe. Aber eigene Ausbildung kostet natürlich das eigene Geld. Vielleicht ist auch das ein Grund, warum bald auch der Pförtner am besten von der Uni zum Master of Welcome Management ausgebildet werden müsste...

    PM

  6. #195
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    Zitat Zitat von PostMortem Beitrag anzeigen
    Dein "stimmt so nicht", nehme ich deshalb nicht einfach so hin Was ist ein Mangel? Ist es bereits ein Mangel, wenn es überhaupt offene Stellen gibt? Kann es echten Mangel in Ingenieursberufen geben, wenn die typischen Stellen dort häufig und in aller Beständigkeit bis max. 35 Jahre ausgeschrieben werden? Müsste nicht große Kreativität herrschen artverwandte Ingenieure durch eigene Schnell-Zusatzqualifizierung zum passenden Mitarbeiter zu machen (z. B. um einen Bergbauingenieur im Sondermaschinenbau einzusetzen). Gerade angesichts des Offshoring-Booms kann die Story vom Ingenieursmangel und die Story von Ingenieursjobs die weitere Jobs schaffen würden, wenn sie nur besetzt werden könnten, nur ein Märchen sein, das sich in weiteren 15 Jahren noch offenbaren wird.
    Ok, wenn du das nur für ein Märchen hälst...

    Was ich aber so gehört habe werden im Maschinenbau wegen des Mangels sehr wohl auch artverwandte Berufe gesucht (Elektrotechnik). Und der Trend zur Automatisierung fördert diese Entwicklung.

    Im IT-Bereich wird es wohl so sein, daß es auf ganz bestimmte Kenntnisse ankommt.

    Die Klagen über Mangel an Fachkräften kommen stets von Arbeitgeber- oder Interessenverbänden und die vorgeschlagenen Maßnahmen erwecken doch oft den Verdacht, dass es lediglich in ihrem Interesse liegt das Lohnniveau zu drücken und die Arbeitnehmer durch steigenden Wettbewerb nicht zu selbstbewusst werden zu lassen.
    Naja, ein bißchen Klassenkampf zu später Stunde hat auch was.

  7. #196
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    Zitat Zitat von frasier Beitrag anzeigen
    Ok, wenn du das nur für ein Märchen hälst...

    Was ich aber so gehört habe werden im Maschinenbau wegen des Mangels sehr wohl auch artverwandte Berufe gesucht (Elektrotechnik). Und der Trend zur Automatisierung fördert diese Entwicklung.
    2003 war das Klagen im Maschinenbaubereich nicht anders als heute. Wie sah es da aus?

    13.391 offene Stellen (1. Platz unter den gesuchten Akademikerberufen!)
    16.859 arbeitssuchende Maschinenbauingenieure

    Ok, das heisst natürlich schonmal, dass Maschinenbauer händeringend gesucht werden. Das heisst aber auch, dass es mehr Suchende als Stellen gab.

    Und wie waren die Arbeitssuchenden strukturiert?

    So: "Seit etwa zwei Jahren beobachten die Arbeitsmarktexperten der ZAV, dass Fachkräfte dieser Berufsgruppe mit Fachhochschuldiplom einen zunehmenden Anteil an arbeitslosen Ingenieuren dieser Fachrichtung haben. Gleichzeitig steigt seit 1996 der Anteil der Maschinenbauingenieure mit Universitätsabschluss. Unter den Bewerbern gehörten 64 Prozent zur Gruppe der über 45-Jährigen mitlangjähriger Berufspraxis, 25 Prozent waren zwischen 35 und 45 Jahre alt. Nur 11Prozent der Bewerber waren jünger als 35 Jahre."

    http://www.orientiere-dich.de/aktuel...ung/420065.htm

    Das heisst, dass 64 bis 89 Prozent der arbeitssuchenden Maschinenbauer zwar die richtige Qualifikation hatten, aber schlichtweg für die meisten ausgeschriebenen Stellen zu alt waren.

    Wenns da also Mangel gibt, dann Mangel an Flexibilität bei den Maximalvorstellungen hinsichtlich der Bewerberprofile. Irgendwie muss es ja auch zu Stande gekommen sein, dass in Deutschland weniger Senior-Fachkräfte in Arbeit sind als irgendwo sonst - und das passt einfach nicht zu angeblichem Mangel, zumal da die international geschätzte deutsche Ingenieurskunst vergammelt und nicht irgendwer.

    PM

  8. #197
    Benutzerbild von frasier

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    Aus der FAZ.net von heute:



    http://www.faz.net/s/Rub81395A1084CE4DE0A416D80576BEA59C/Doc~E8A24D34CAF5D4BFE934112C519463B6F~ATpl~Ecommon ~Sdetail_image~Aimg~E1.html?back=/s/Rub81395A1084CE4DE0A416D80576BEA59C/Doc~E8A24D34CAF5D4BFE934112C519463B6F~ATpl~Ecommon ~Scontent%C2%A7Phtml

    Die Annahme, daß diese Entwicklung für 2006 ähnlich aussieht dürfte wohl nicht zu optimistisch sein.

  9. #198
    Benutzerbild von PostMortem

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    Wenn das eine Antwort auf Post Nr. 197 sein soll, welche Aussage hat sie dann?! Man sieht, dass es seit 2003 ein paar mehr offene Stellen geworden sind. Allerdings war auch in früheren Jahren die Entwicklung schon so, dass kurioserweise die Zahl der offenen Stellen UND die Zahl der Arbeitslosen Maschinenbauer gestiegen sind!

    Zahlenmäßig reicht die Gruppe der die >35 bis >45jährigen arbeitslosen Maschinenbauer aus um jede Lücke zu füllen. Aber Unternehmen sind ja nicht bereit von ihrem Jugendwahn abzurücken.

    Gleichzeitig sind es aber die Unternehmen selbst, die den Nachwuchs vergraulen und später nach dem Staat schreien, wenn er dann auch fehlt. Stichwort Schweinezyklus. Durch das kurzfristige Handeln, immer weiter verbreitetes Hire&Fire, orientieren sich die Studenten permanent um. Leider lassen sich diese Zyklen nie synchronisieren. Läufts in der Branche gut, fangen alle an sich im entsprechenden Studiengang einzuschreiben, haben sie ihr Diplom in der Hand, sitzen sie auf der Straße. Die Arbeitgeber bieten heute keine verlässlichen Zukunftsperspektiven mehr und brauchen sich nicht wundern, wenn regelmäßig das Interesse am Studium bestimmter Spezialistenberufe immer asynchron zum späteren Bedarf abebbt.

    So entstand auch "überraschend" der Lehrermangel und so lief es während der Krise in der IT ja auch Mitte der 90er Jahre. Entgegen des steigenden Interesses vornehmlich technikbegeisterter junger Männer, wurden diese fast ausdrücklich gewarnt jetzt ein Informatikstudium aufzunehmen. Drei, vier Jahre später, im Jahr 2000, setzte man angesichts des gerade vergangenen Y2K-Bug-Hypes und der immer noch grassierenden Dot.Com-Blase die Zahl der fehlenden Fachkräfte bei 100.000 an und forderte Greencards. In diesem Bereich wurde das Theater mittlerweile allerdings ja weitgehend entlarvt und so gab es zwischenzeitlich auch keine solchen Zahlen mehr von der BITKOM-Propaganda-Abteilung.

    Obwohl man sich selbst in die Misere reitet, geht man zur Rettung an die Älteren aber auch nicht ran. Dann gehören in unserer Gesellschaft eben alle, die weniger als 32 Jahre bis zur Rente haben zum alten Eisen. Dann haben wir tatächlich Mangel... allerdings nicht an qualifizierten Maschinenbauern, sondern an 30jährigen. Dann ist dieses spezielle Problem des deutschen Arbeitsmarkts, wo viel weniger Ältere arbeiten als anderswo, eben normal und gut... im Hinblick auf die geburtenschwachen Jahrgänge wird das dann aber spannend. Vermutlich brauchen wir dann wieder eine Greencard für irgendwen, damit man bloß nicht die bereits im Land befindlichen "greisen" Enddreissiger/Anfangvierziger einstellen muss. Arbeitslos ab 40, Rente ab 67. So ist das dann hierzulande.

    Und wenn ich Mangel dann inszeniert finde, nennst Du das Klassenkampf. Das ist einfach nicht nett ;-)

    Siehe auch: http://www.altersdiskriminierung.de/...ex.php?thema=1

    Mittlerweile sucht ja selbst schon das Arbeitsamt nur noch 30-45jährige, mehr braucht man dazu kaum zu sagen:

    http://www.altersdiskriminierung.de/...el.php?id=1408

    PM

  10. #199
    Benutzerbild von frasier

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    Zitat Zitat von PostMortem Beitrag anzeigen
    Wenn das eine Antwort auf Post Nr. 197 sein soll, welche Aussage hat sie dann?! Man sieht, dass es seit 2003 ein paar mehr offene Stellen geworden sind. Allerdings war auch in früheren Jahren die Entwicklung schon so, dass kurioserweise die Zahl der offenen Stellen UND die Zahl der Arbeitslosen Maschinenbauer gestiegen sind! Übrigens studieren gleichzeitig lt. Statistiken der Zentralstelle für Arbeitsvermittlung über die Jahre stabil rund 75.000 Studenten Maschinenbau.

    Die kommen auch schnell unter, die >35 bis >45jährigen nicht mehr, wenn sie ihren Job mal verloren haben sollten. Zahlenmäßig reicht diese Gruppe aus um jede Lücke zu füllen. Dann ist die gleichzeitig wachsene Zahl von Stellen und Arbeitslosen doch nicht so kurios. Aber dann gehören in unserer Gesellschaft eben alle, die weniger als 32 Jahre bis zur Rente haben zum alten Eisen. Dann haben wir tatächlich Mangel... allerdings nicht an qualifizierten Maschinenbauern, sondern an 30jährigen. Dann ist dieses spezielle Problem des deutschen Arbeitsmarkts, wo viel weniger Ältere arbeiten als anderswo, eben normal und gut... im Hinblick auf die geburtenschwachen Jahrgänge wird das dann aber spannend. Vermutlich brauchen wir dann wieder eine Greencard für irgendwen, damit man bloß nicht die bereits im Land befindlichen "greisen" Enddreissiger/Anfangvierziger einstellen muss.

    Und wenn ich Mangel dann inszeniert finde, nennst Du das Klassenkampf. Das ist einfach nicht nett ;-)

    Siehe auch: http://www.altersdiskriminierung.de/...ex.php?thema=1

    Mittlerweile sucht ja selbst schon das Arbeitsamt nur noch 30-45jährige, mehr braucht man dazu kaum zu sagen:

    http://www.altersdiskriminierung.de/...el.php?id=1408

    PM
    Es ging doch um Qualifikation und Arbeitsmarkt, oder?

    Die Statistik zeigt doch, daß Qualifizierte zunehmend nachgefragt werden. Es ist also nicht egal, ob 4,3 Millionen hoch gebildet sind oder nicht.

    Ich finde den Trend jedenfalls eindeutig, zumal es im Ausland noch deutlicher ist. Aber das ist wohl Ansichtssache.

    Wieviele Maschinenbauer noch arbeitslos sind, wie alt diese sind und wielange die schon aus dem Beruf raus sind weiß ich nicht.


    Das ist wohl wie beim Thema Vollbeschäftigung, für manche beginnt diese wenn es mehr offen Stellen als Arbeitslose gibt, andere wollen 0,00 Prozent sehen.

  11. #200
    Benutzerbild von PostMortem

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    Zitat Zitat von frasier Beitrag anzeigen
    Die Statistik zeigt doch, daß Qualifizierte zunehmend nachgefragt werden. Es ist also nicht egal, ob 4,3 Millionen hoch gebildet sind oder nicht.
    Aha, es gibt 115.000 offene Akademiker-Jobs und Du siehst das als Beleg dafür, dass 4,3 Mio Arbeitslose da rein passen würden, wenn sie hoch gebildet sind. Respekt! Die Wahrheit ist doch: Es gibt nicht genügend Stellen für alle und nur jeweils Einzelne haben bessere Chancen durch höhere Bildung oder können ihre Chancen durch Bildung noch verbessern. Insgesamt wird allein durch Erhöhung des Bildungsniveaus für alle aber erstmal nur auf höherem Niveau um die gleichen Stellen gekämpft. Aber für Leute die das bestreiten wollen, wurde ja die Religion des Akademikermangels erfunden, obwohl gerade mal 1/5 der offenen Stellen überhaupt Akademiker-Jobs sind, die offenen Stellen insgesamt gerade mal für 2,7% aller Arbeitslosen überhaupt reichen würden und diese auch noch locker von arbeitslosen Akademikern abgedeckt wären (sie sind den Personalchefs ab 35-40 eben nur zu alt, alt, alt, alt, aaaaaaaaalt).

    Wieviele Maschinenbauer noch arbeitslos sind, wie alt diese sind und wielange die schon aus dem Beruf raus sind weiß ich nicht.
    Davon schreibe ich ja die ganze Zeit... die Zahlen stehen alle in meinen beiden vorherhigen Postings. Ignorieren ändert an ihnen nichts.

    Das ist wohl wie beim Thema Vollbeschäftigung, für manche beginnt diese wenn es mehr offen Stellen als Arbeitslose gibt, andere wollen 0,00 Prozent sehen.
    Von meiner Seite nicht. Vollbeschäftigung war ein Sondereffekt des Wirtschaftswunders. Diesem Ideal brauchen wir nicht hinterherhecheln oder es umdefinieren. Wichtiger ist, wie lange man in Deutschland im Schnitt arbeitslos ist bis man einen neuen Job findet. Wenn die Lage da nicht so prekär wäre, würden vermutlich auch die meisten auf das ganze Kündigungsschutzgesetz pfeiffen. Besonders Schlaue erklären es dann noch für Schuld, obwohl es gar kein Schutz vor Kündigung ist, sondern nur eine minimale Verzögerung beim freien Fall in die Unterschicht.

    PM

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